DE406490C - Verfahren zur Herstellung von Schwefelsaeure nach dem Kammerverfahren - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Schwefelsaeure nach dem Kammerverfahren

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DE406490C
DE406490C DEV13088D DEV0013088D DE406490C DE 406490 C DE406490 C DE 406490C DE V13088 D DEV13088 D DE V13088D DE V0013088 D DEV0013088 D DE V0013088D DE 406490 C DE406490 C DE 406490C
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Germany
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sulfuric acid
towers
chamber
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glover
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DEV13088D
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Inventor
Dr Wilhelm Franck
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Rhenania Verein Chemischer Fabriken AG
Original Assignee
Rhenania Verein Chemischer Fabriken AG
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01BNON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B17/00Sulfur; Compounds thereof
    • C01B17/69Sulfur trioxide; Sulfuric acid
    • C01B17/74Preparation
    • C01B17/82Preparation of sulfuric acid using a nitrogen oxide process
    • C01B17/84Chamber process

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Physical Or Chemical Processes And Apparatus (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Schwefelsäure nach dem Kammerverfahren. Bei der Schwefelsäureherstellung nach dem Bleikammerv erfahren bedient man sich seit langer Zeit der Gay-Lussac- und der Glover-Türme, von denen der erstere bekanntlich die Wiedergewinnung der Stickoxyde bezweckt, während der Glov er im wesentlichen zwei Funktionen zu erfüllen hat, nämlich: die mit der Kühlung der heißen Röstgase verbunden Konzentrierung von Kammersäure und die Denitrierung der im Gay-Lussac erhaltenen itrose.
  • Wegen dieser Doppelaufgabe ist man auch vereinzelt dazu übergegangen, zwei Glover-Türme aufzustellen, von denen der erste als Konzentrierungs-, der zweite als Denitrierungsturm wirkt. In den meisten Fällen setzt man diese Türme mit Füllmaterialien aus.
  • Ursprünglich verwendete man und verwendet auch vielfach heute noch Koks für diesen Zweck. Die großen Nachteile, die dieser Füllung bekanntlich anhaften (vgl. I_ u n g e, Soda-Industrie I, Seite 513, Zeile 22 und ff.), veranlaßten eine sehr große Anzahl Soll Vorschlägen zur Verwendung anderer Materialien, von denen vor allem Körper aus säurefestem Steinzeug sich in den mannigfachsten Formen und Anordnungen eingeführt haben. Hierdurch wurden die dein Koks anh,if'.enclell Mängel, nämlich verhältnismäßig geringe mechanische und chemische Widerstandsfähigkeit, zwar bis zu einem gewissen Grade behoben, dafür mußten jedoch andere hZängel, vor allem die recht erheblichen Kosten für säurebeständige Aussetzmaterialien in Kauf genommen werden, während andererseits die grundsätzlichen Mängel der Turmaussetzung mit Füllmaterialien nach wie vor vorhanden waren. Diese Mängel machen sich besonders bemerkbar bei der Verarbeitung von Feinkies in mechanischen Ofen, auf welche die Schwefelsäureindustrie immer mehr angewiesen sein wird, indem hierbei trotz der Anwendung von Staubkammern häufig Verschlammungen @i@m Glover .auftreten, die man durch Ausspülen des Turmes beseitigen muß, wodurch natürlich unangenehme Betriebsstörungen bedingt werden. Eine gewisse Rolle bei der Verschlam@mung des Glover spielen außer dem Flugstaub auch Tonerde-und Eisensulfate, die aus dem mehr oder « eniger angreifbaren Aussetzungsmaterial stammen. Vielfach steigern sich nach einer lYc°Wissen Betriebsdauer die Verschlammungen und führen durch das Auftreten harter Krusten zur Verstopfung des Turmes, wobei dann nichts anderes übrigbleibt, als ihn auszuräumen, und neu auszusetzen (vgl. L u n g e, Soda-Industrie I, Seite 595, Zeile 1 und z von unten und ff.). Dies ist eine äußerst unangenehme Arbeit, die beim Glover zwar weniger als beim Gay-Lussac mit unmittelbaren Gefahren für die Arbeiter verbunden, aber immerhin sehr. kostspielig ist .und außerdem eine mit erheblichen Verlusten verknüpfte Betriebsunterbrechung zur Folge hat. Ferner ergeben sich bei Inbetriebsetzung oder auch bei Wiederinbetriebnahme des Glover nach vorangegangenen Auswaschungen dadurch Schwierigkeiten, daß die Durchwärmung der Steinmassen erfahrungsgemäß sehr lange Zeit, nämlich etwa 8 Tage, erfordert, und daß während dieser Zeit die für Berieselung des Gay-Lussac nötige 6ogr<idige Säure anderweitig beschafft werden muß. Am einschneidendsten ist jedoch der Einfluß der Turmfüllung auf den Brand der üfen sowie den Betrieb der Kammern, da durch das Füllmaterial an sich ein erheblicher Zugverlust bedingt ist, der bei eintretender Verschlammung sich sehr leicht steigert und auf diese Weise zu Betriebsstörungen Veranlassung gibt. -Schließlich treten bei Anwendung fluorhaltiger Kiese eine Reihe von Mängeln auf, die man vorgeschlagen hat, dadurch zu beseitigen, daß der Glover in bekannter Weise in einen Kühl- und einen Denitrierturm zerlegt und der erstere ohne Füllkörper betrieben wird.
  • Hierdurch vermeidet das Verfahren zwar eine Reihe von Nachteilen. Da es jedoch im Denitrierglover auf die Mitwirkung von reaktionsfördernden Flächen nicht verzichten zu können glaubt und diese in Gestalt von Bleiplatten anwendet, so machen sich die Vorzüge der Hohltürme nur für einen verhältnismäßig kleinen Teil der Schwefelsäureanlage geltend.
  • Im Gegensatz hierzu beruht das Verfahren der vorliegenden Erfindung auf der Erkenntnis, daß sämtliche Türme, welche man in der Schw efelsäurefabrikation nach dem Kammerverfahren benutzt, insbesondere auch die Denitriertürme, frei von Füllkörpern angewendet werden können, ohne daß hierdurch die Säurebildung schädlich beeinflußt wird.
  • Voraussetzung hierbei ist, daß man die Säure den Türmen in genügend feiner Verteilung zuführt, z. B. durch Streudüsen. Die Möglichkeit mit Hohltürmen in diesem Umfange erfolgreich arbeiten zu können, war bisher nicht bekannt. Man war vielmehr .der Ansicht, daß bei der Sch-,vefelsäurefabrikation nach dem Kammerverfahren die Denitriertürme unbedingt Füllmaterial enthalten müssen. Um so überraschender ist das erreichte Ergebnis, welches beweist, daß die allgemein verbreitete Ansicht auf einem Vorurteil beruhte. Es ist zwar bekannt, daß man Schwefelsäure konzentrieren kann, indem man sie in fein verteiltem Zustand Feuerungsgasen entgegenführt, wie dies z. B. bei dem Konzentrationsverfahren nach Gaillard geschieht. Hier handelt es sich jedoch nur um eineKonzentration, während dieGlover-Türme beim Kammerverfahren eine ganze Reihe von Aufgaben zu erfüllen haben, für deren Durchführung man auf die Anwendung von Füllmaterial nicht verzichten zu können glaubte.
  • Das Arbeiten mit Türmen ohne Füllung bietet eine Reihe von Vorteilen. Es wird eine bedeutende Verbilligung und Vereinfachung der Aufstellung ermöglicht, da die ganze Aussetzung fortfällt und nur eine Steinauskleidung zum Schutze des Bleimantels erforderlich ist. Ebenso fallen die beim bisherigen Arbeiten von Zeit zu Zeit nötig werdenden Ausräumungen der Türme mit ihren äußerst unangenehmen Nebenerscheinungen fort. Verstopfungen sind unmöglich, da der sich etwa in den Schüsseln ansammelnde Schlamm durch die Auslauföffnungen der Säure während des Betriebes entfernt werden kann, so daß also hierdurch keine Betriebsstörungen hervorgerufen werden. Bei Inbetriebnahme erfolgt die Durchwärmung infolge der geringen Wärmekapazität sehr schnell, und dementsprechend tritt auch die Konzentrationswirkung sehr schnell ein. Die Zugverhältnisse des ganzen Kammersystems werden durch das Fehlen oder Turmfüllungen außerordentlich viel günstiger. Schließlich wird die Geschwindigkeit, mit der sich die Gase in den Türmen vor -wärts bewegen, da jetzt der volle Querschnitt zur Verfügung steht, entsprechend kleiner, die in den Türmen sich vollziehenden Reaktionen, welche alle mehr oder weniger Zeit beanspruchen, erfahren hierdurch eine günstige Beeinflussung.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Schwefelsäure nach dem Kammerverfahren, gekennzeichnet durch die Verwendung eines von Füllmaterial freien Denitrierturms.
DEV13088D 1915-05-18 1915-05-18 Verfahren zur Herstellung von Schwefelsaeure nach dem Kammerverfahren Expired DE406490C (de)

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DE406490C true DE406490C (de) 1925-03-16

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