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Regenerierung von zum Waschen von Leuchtgas verwendetem
Öl.
Es ist bekannt; daß das im Kokereibetrieb zum Auswaschen von Benzol und
seinen Homologen verwendete Waschöl in kurzer Zeit verdickt und durch frisches Ö1
ersetzt werden muß. Man arbeitet meist derart, daß in regelmäßigen Zeitabständen
ein bestimmter Teil des im Umlauf befindlichen Waschöls abgezogen und die gleiche
Menge frisches Öl zugesetzt wird. Die Verbesserung des zirkulierenden 51s, ist also
immer nur teilweise, verhältnismäßig gering.
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Das abgezogene, verdickte Waschöl wird vielfach als Heizöl verwendet;
es entsteht dadurch ein nicht unerheblicher Verlust, da Waschöl wesentlich höher
als Heizöl bewertet ist. Trotz des Preisunterschiedes und dauernden Mangels an Waschöl
nimmt man die naheliegende Operation des Regenerierens von gebrauchtem t51 durch
Abtreiben der Verunreinigungen meist wohl nicht vor, weil infolge der Anwesenheit
des hohen Prozentsatzes eingedickter Stoffe die Destillation nur bei größter Sorgfalt
ausführbar ist. Diese eingedickten Stoffe, über deren Entstehung und Natur man noch
im Zweifel ist, halten hartnäckig Wasser fest, bringen die Charge leicht zum Überschäumen,
zersetzen sich durch die hohen Destillationstemperaturen weitgehend, geben nur wenig
Destillat und bilden einen pechartigen Rückstand.
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Es wurde nun gefunden, daß in verhältnismäßig einfacher Weise das
Waschöl regeneriert und der ganze Benzolwaschprozeß und die Leichtölgewinnung viel
rationeller gestaltet werden kann. Ein Teil der umlaufenden, meist stark verdickten
Öle wird in regelmäßigen Zeitabständen abgezogen und mit Hilfe einer als Entasphaltierungsmittel
geeigneten, niedriger als Waschöl siedenden, organischen Flüssigkeit von den eingedickten
als »Asphalt« bezeichneten Stoffen befreit. Beispielsweise wird das eingedickte
Waschöl mit einer ausreichenden Menge Benzin -es genügt bei diesem Entasphaltierungsmittel
etwa der Zusatz der doppelten Raummenge auf einen Teil Waschöl - kurze Zeit bei
gewöhnlicher Temperatur verrührt und, sobald gleichmäßige Mischung erzielt ist,
bei dieser oder zweckmäßig durch Kühlung erniedrigter Temperatur einige Stunden
stehengelassen. Die Weiterverarbeitung erfolgt in der Weise, daß von dem nunmehr
als Kuchen auf dem Boden
der' Gefäße abgeschiedenen Asphalt die
Lösung des Entasphaltierungsmittels - in unserem Beispiel Benzin - und das asphaltfreie
Öl abgezogen und letzteres durch Abtreiben von dem Entasphaltierungsmittel
befreit wird. Der im Kessel zurückbleibende weichpechartige Asphalt wird durch Erwärmen
von ihm anhaftenden bzw. in ihm eingeschlossenen kleinen Resten des Entasphaltierungsmittels
befreit und noch warm in einen Vorratsbehälter abgelassen. iNfan erhält einerseits
einen je nach der Gebrauchsdauer des Waschöls mehr oder minder großen Gehalt an
Asphalt (im Durchschnitt etwa 30 Prozent des Waschöls), der als solcher z.
B. als Weichpech oder Asphalt oder als Rohmaterial für Eisenlack sehr gut verwendbar
ist, und anderseits ein leichtfließendes 01, das frischem Waschöl an Aufnahmefähigkeit
für Benzol mindestens gleichwertig, in bezug auf Haltbarkeit überlegen ist, da es
fast keine verharzbaren Bestandteile mehr enthält.
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Der Asphalt kann, wenn es erwünscht ist, ihn in leichter zu handhabendes
Hartpech für Brikettfabrikation überzuführen, in an sich bekannter Weise durch Einblasen
von Luft, was zweckmäßig im Asphaltvorratsbehälter, solange der Asphalt noch warm
ist, geschieht, weiterverarbeitet werden.
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An Hand einer schematischen Zeichnung sei die Apparatur und die Ausführung
des Verfahrens näher beschrieben.
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Das leichtölfreie, gegebenenfalls abgekühlte Waschöde , t in den Rührwerkskessel
A. Aus dem Behälter B läßt man dann beispielsweise etwa die doppelte Raummenge Benzin
zufließen, schaltet für kurze Zeit das Rührwerk ein, bis gleichmäßige Mischung erzielt
ist, was meist nach einigen Minuten der Fall ist, und stellt dann das Rührwerk wieder
ab. Längeres Rühren ist nicht ratsam, da sonst ein Teil des Asphalts sich an den
Wandungen des Kessels absetzt, während er bei kurzer Rührdauer sich in einer eigenartigen
kompakten, konischen Form abscheidet und die Kesselwandungen und die Ausflußleitung
freiläßt. Der Rührwerkskessel ist mit einer Rohrschlange ausgestattet, um durch
Abkühlung die Asphaltabscheidung zu begünstigen; gleichzeitig dient diese Rohrschlange
als Heizschlange, wenn der ausgeschiedene Asphalt durch Erhitzen vom Entasphaltierungsmittel
befreit und zwecks Ablassens aus dem Behälter in eine flüssige Form gebracht werden
soll. Nach Verlauf von einigen Stunden ist die Entasphaltierung praktisch beendet.
Die über dem Asphalt stehende Lösung läßt man durch die Leitungen in die Destillierblase
D ab und treibt dort das beispielsweise mitgeführte Benzin ab; die Dämpfe strömen
durch die Leiturig I_ zum Kühler K, und (las verdichtete Benzin läuft zu dem als
Vorlage dienenden Behälter B.
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Auch dieser Behälter ist zweckmäßig mit einer Kühlschlange zu versehen
(C, H). Die sonst vollständig geschlossene Apparatur hat nur eine einzige
Entlüftungsleitung E und ein Filter F mit einem Absorbens, z. B. aktiver Kohle.
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Der abgeschiedene Asphalt wird nach Ablassen der Benzinlösung indirekt
mit Dampf beheizt, die Dämpfe entweichen durch die Leitung I_1 ebenfalls nach dem
Kühler K, und das verdichtete Benzin fließt in den Behälter B. Ganz geringe Reste
von Benzin werden zum Schluß der Operation durch etwas direkten Dampf restlos abgetrieben.
Der abgetriebene Asphalt fließt noch warm in den Sammelbehälter V, wo gegebenenfalls
eine Nachbehandlung mit Luft (Luftdüse) stattfindet.
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Es liegt in der Natur des Gegenstandes, daß der Effekt des vorliegenden
Verfahrens rein zahlenmäßig sehr schwer anzugeben ist - dazu gehören längere Betriebsperioden
-; es sollen deshalb im folgenden nur die aus der Anwendung des Verfahrens sich
ergebenden großen Vorteile näher beschrieben «-erden: r. Selbst bei Annahme von
Benzinverlusten, die aber in der Apparatur zur Ausführung des vorliegenden Verfahrens
in weitgehendstem Maße eingeschränkt und so gut wie ausgeschlossen sind, macht sich
das scheinbar teure Verfahren allein durch den Wert des wiedergewonnenen regenerierten
öls mehr als bezahlt.
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z. Das regenerierte Waschöl ist dein Frischöl in bezug auf Aufnahmefähigkeit
für Benzol usw. mindestens gleichwertig, auf Haltbarkeit aber bedeutend überlegen,
da die verharzbaren Bestandteile entfernt sind, 3. Die Viskosität des regenerierten
Öls beträgt etwa 1,.i° E bei 5o° C gegen 2,05 eines gebrauchten Waschöls.
Dieser für die Benzolauswaschung äußerst günstige Viskösitätsabfall wurde bei einem
gebrauchten Waschöl festgestellt, das bis 300° C zu 70 Prozent überdestillierte,
also noch recht gut war. Bei stärker verdickten ölen, welche häufig vorkommen, dürfte
der Unterschied noch größer werden.
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Die vorliegende Entasphaltierungsmethode hat gegenüber der Destillationsmethode
den großen Vorteil, daß sie dem Betrieb in der Benzolfabr ik ohne weiteres angeschlossen
werden kann. Wollte man das ausgebrauchte Waschöl in einer Ölblase destillieren,
so wäre ein Transport erforderlich, denn die Destillation geschieht unter Verwendung
direkter Beheizung, die jedenfalls nicht in der Benzolfabrik vorgenommen werden
kann. .Es werden also Transportkosten und Arbeitskräfte gespart. Auch im Verbrauch
bzw.
in der Abnutzung der Apparatur dürfte das Verfahren weit günstiger sein als der
Destillationsbetrieb mit direkter Beheizung.
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5. Wird das Verfahren bei einer Anlage mit 4o t Waschölumlauf beispielsweise
so ausgeführt, daß täglich nur z t Waschöl entasphaltiert werden, so wird binnen
kurzer Zeit ein gleichmäßig gutes Öl zirkulieren; nach einer g e Wissen Zeitspanne
können die Entasphaltierungsoperationen (auch der Zusatz neuen Öls) wesentlich eingeschränkt
werden, da bald alle leicht verdickenden Bestandteile entfernt sind. - Die Benzolauswaschung
ist gleichmäßig gut, Verluste an Benzol kaum möglich. Es wird an Kraft gespart,
da nicht, wie es bisher geschieht, der hohe Prozentsatz an totem Ballast (Asphalt)
dauernd mit umgepumpt zu werden braucht; das Öl ist dünnflüssig und erfordert auch
deshalb schon wesentlich weniger Kraft. Die Benzolauswaschung wird rationeller,
da bei gleicher Ölmenge besser absorbiert werden kann als mit normalem, meist stark
verdicktem Öl. Dementsprechend vermindern sich auch die Dampf-und Kühlwasserkosten,
da gemäß der Erfindung nur gutes Absorptionsöl abzutreiben ist und nicht ein Öl
mit etwa 30 Prozent für die Absorption fast wertlosen Asphalts; die Wärme
bzw. Kälteübertragung muß bei einem dünnflüssigen Öl besser sein als bei einem verdickten.
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Es sei noch bemerkt, daß, ohne das Wesen des vorliegenden Verfahrens
zu ändern,' zahlreiche Variationsmöglichkeiten vorhanden sind. Man kann z. B. die
Menge des zu entasphaltierenden Öls grU.er oder kleiner wählen, man kann das Entasphaltierungsmittel
bei gewöhnlichem oder vermindertem Druck, mit oder ohne Wasserdampfzusatz, abtreiben,
man kann auch, um Spezialapparatur zu sparen, die Lösung des Entasphaltierungsmittels
und der regenerierten Öle über den üblichen Abtreiber gehen lassen; man kann mehrere
Asphaltabscheidungen zusammenkommen lassen und dann erst verarbeiten. Besonders
in der Wahl und der anzuwendenden Menge des Entasphaltierungsmittels kann stark
variiert «-erden, es ist gleichgültig, ob man z. B. hoch- oder niedrigsiedende Petrolbenzine
verwendet, bei Verwendung von niedrigsiedenden Benzinen (unter roo° siedend) ist
man in der Lage, erlieblich an Dampf zu sparen, da mit Abdampf fast restlos und
kostenlos abgetrieben werden kann. Auch Benzine anderer Herkunft, wie die vom Braunkohlenteer,
Steinkohlenteer u. a. können ebenso verwendet werden. Das gemäß der Erfindung entasphaltierte
Öl eignet sich, was noch zu erwähnen ist, zur Mischung finit anderen Waschölen,
z. B. Paraffinöl, während gewöhnliches Waschöl mit Paraffinöl zusammen nicht homogen
mischbar ist.