DE4100870C2 - Verfahren für die Synthese von Amiden aus Vinylacetat - Google Patents
Verfahren für die Synthese von Amiden aus VinylacetatInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft die Synthese von Amiden
durch die Reaktion von Vinylacetat mit Formamid.
Poly(vinylamine) sind Polymere, die man mit einem breiten Be
reich von Molekulargewichten herstellen kann. In Abhängigkeit
von ihrem durchschnittlichen Molekulargewicht finden derarti
ge Polymere vielerlei Anwendungen bei der Herstellung von
Farbstoffen, Pharmazeutika, Flockungsmitteln und als Visko
sitätsbildner bei der Papierherstellung und einer Steigerung
bei der Ölgewinnung. Weil Vinylamine zu unstabil sind, um po
lymerisiert zu werden, stellt man diese Polymere durch Hydro
lyse von Poly(N-vinylamiden), wie beispielsweise Poly(N-vinyl
acetamid) her. Das Monomere für dieses Polymere wird durch
Reaktion von Acetamid und Acetaldehyd unter Bildung von Ethy
lidenbisacetamid hergestellt, welches dann zu dem N-Vinylacet
amid pyrolysiert wird. Diese Reaktion wird von Dawson et al.,
JACS, 98, Seiten 5996 bis 6000 (1976) beschrieben. Eine Ver
besserung in dem Basisverfahren wird als eine Reaktion zwi
schen Acetamid und Acetaldehyd über einen Schwefelsäurekata
lysator, anstelle von Perchlorsäure, beschrieben, um Ethyli
denbisacetamid zu bilden, welches dann unter Bildung von N-Vi
nylacetamid pyrolysiert wurde. Das N-Vinylacetamid wurde poly
merisiert und das Polymere der Hydrolyse zur Herstellung von
Poly(vinylamin · Hydrochlorid) unterworfen, das zur Herstellung
von polymeren Azofarbstoffen eingesetzt wurde.
Die US-PS 40 18 826 (1977) offenbart auch ein Verfahren zur
Herstellung von Poly(vinylamin) durch Hydrolysieren von
Poly(N-vinylacetamid), das durch thermisches Cracken von Ethy
lidenbisacetamid, hergestellt durch Umsetzen von Acetaldehyd
und Acetamid unter Verwendung eines wässerigen Mineralsäure-
Katalysators, gebildet worden war.
Es war bekannt, daß eine ähnliche Reaktion zwischen Formamid
und Acetaldehyd in einer wässerigen Lösung von Chlorwasser
stoffsäure stattfinden kann, wie dies in Journal of Organic
Chemistry, Vol. 36, No. 2, S. 351 (1971) beschrieben ist.
Diese Literaturstelle beschreibt ein Verfahren zur Herstel
lung von 1,1-Bis(formamido)ethan, ein anderer Name für Ethy
lidenbisformamid.
Die US-PS 44 90 557 (1984) beschreibt die Herstellung von
Ethylidenbisformamid aus Acetaldehyd und Formamid unter Ver
wendung eines sauren Katalysators und eines Ammoniak-Fängers,
wie beispielsweise Essigsäureanhydrid. Ein Dünnschicht-Verdamp
fer wird zur Gewinnung des Ethylidenbisformamids verwendet,
das unter Bildung von N-Vinylformamid gecrackt werden kann,
ein Monomeres, das zur Herstellung von Poly(N-vinylformamid)
brauchbar ist, welches dann zu Poly(vinylaminen) hydrolysiert
werden kann, die zur Herstellung von Farbstoffen und Pharma
zeutika brauchbar sind. Die sauren Katalysatoren, die be
schrieben werden, schließen saure Ionenaustauscher-Harze ein,
wovon mehrere Beispiele angegeben sind, welche das bevorzugte
Betriebsbeispiel enthalten. Andererseits können Mineralsäuren,
wie beispielsweise Schwefelsäure oder Chlorwasserstoffsäure,
oder niedere Alkansäuren, wie Ameisensäure oder Essigsäure,
verwendet werden, wenn man sie in katalytisch wirksamen Men
gen zusetzt.
Wegen der Schwierigkeit der Gewinnung von Monomeren von Poly
merisationsqualität mittels der oben beschriebenen Wege, ha
ben andere Autoren versucht, N-Vinylcarbonsäureamide mittels
verschiedener Wege herzustellen. Die US-PS 43 22 271 (1982)
beschreibt, daß N-Vinyl-N-alkyl-carbonsäureamide erhalten wer
den können, indem man einen Alkohol aus N-α-Alkoxyethyl-N-
alkyl-carbonsäureamiden, die durch vorhergehende Alkylierungs-
und Alkoxylierungsstufen aus N-Ethyl-carbonsäureamiden herge
stellt worden sind, entfernt.
Sommerville et al., ACS, Polymer Preprints, (1983) 24, 12-13,
beschreibt die Herstellung von N-Vinylacetamid aus Acetamid
und Acetaldehyddimethylacetal. Dieses Verfahren erfordert
große Überschüsse des Acetals, beispielsweise Molverhältnisse
von etwa 20 Mol Acetal pro Mol Acetamid, um praktische Aus
beuten und Reinheiten zu erzielen, und es wird berichtet, daß
es in der entsprechenden Reaktion mit Formamid versagt.
Die US-PS 45 67 300 (1986) offenbart andererseits das Umset
zen von Formamid mit Acetaldehyd über einem basischen Kataly
sator unter Bildung von N-(α-Hydroxyethyl)-formamid anstelle
von Ethylidenbisformamid. Dieses Verfahren ist unattraktiv,
weil es zwei diskrete Stufen erfordert, und außerdem die Hand
habung einer festen Zwischenverbindung und die Beseitigung von
Salzen.
Die US-PS 46 70 591 (1987) beschreibt die Synthese von N-(1-
Alkoxyethyl)-formamid aus einem Vinylether und Formamid. Ob
wohl von diesem Verfahren gesagt wird, daß es mit entweder
einem sauren oder einem basischen Katalysator wirksam ist,
sind die Vinylether sehr kostspielige Ausgangsmaterialien.
Das DE-PS 34 43 463 (1986) beschreibt die Herstellung von
N-Vinylformamid unter Verwendung von 1-Cyanoethylformamid.
Dieses Verfahren ist wegen der Bildung von Cyanwasserstoff,
das toxisch ist, nachteilig.
Die vorstehend geschilderten Verfahren als Wege zu der Her
stellung von Poly(vinylaminen) weisen alle Nachteile auf, wel
che die Schwierigkeiten bei der Katalysatorentfernung sowie
die Bildung von toxischen Nebenprodukten, niedrige Umsätze
oder Katalysator-Deaktivierung, einschließen. Ein wirtschaft
liches Verfahren, welches diese Nachteile nicht aufweist,
muß noch entwickelt werden. Ethylidenbisformamid ist noch ein
attraktives Zwischenprodukt für die Synthese von N-Vinylforma
mid, da dieses Produkt stabil ist und in wirksamer Weise ther
misch unter Bildung einer 1 : 1-Mischung von N-Vinylformamid und
Formamid gecrackt werden kann. Eine derartige Mischung kann
durch Destillation gereinigt werden, wie dies in der US-PS
45 78 515 beschrieben wird.
Die Herstellung von Ethylidenbisformamid unter Verwendung
stark saurer Ionenaustauscher-Harze, wie dies in der US-PS
44 90 557 offenbart wird, hat den Nachteil, daß die stark sau
ren Katalysatorreste aus dem Ethylidenbisformamid-Produkt vor
der Reinigung und dem Cracken entfernt werden müssen. Anson
sten werden unerwünschte Nebenreaktionen und ein Verlust an
N-Vinylformamid infolge des säurekatalysierten Abbaus in der
Crackstufe beobachtet. Die Verwendung der festen polymeren
Säureharze ermöglicht andererseits die Entfernung von Sal
zen und Katalysator als ein Feststoff aus dem flüssigen Pro
dukt. Unglücklicherweise läßt jedoch in der Synthese von Ethy
lidenbisformamid die Katalysatoraktivität während der Reaktion
rasch nach, was zu schlechten Umwandlungsgraden führt. Dies
wird durch die Hydrolyse von Formamid und die Neutralisation
des Katalysators mit Ammoniak bewirkt. Da in der Synthese
von Ethylidenbisformamid Wasser gebildet wird und hohe Gehal
te an Formamid zur Lenkung der Synthesereaktion benötigt wer
den, ist es nicht durchführbar, die Bildung von Ammoniak un
ter Verwendung der Technologie des Standes der Technik zu un
terdrücken. Das Ergebnis sind schlechte Umwandlungsgrade und
ein unreines Produkt, wahrscheinlich aus unerwünschten Acet
aldehyd-Selbstkondensationsreaktionen stammend. Es ist daher
in hohem Maße erwünscht, einen Weg zur Verbesserung der Aus
beuten an Ethylidenbisformamid in solchen Reaktionen zu fin
den und den Verlust an Formamid durch Hydrolyse zu senken.
Die US-PS 31 88 319 offenbart ein Verfahren zur Umesterung
von Vinylestern durch Umesterung von niederen Vinylestern mit
einer Carbonsäure von höherem Molekulargewicht in Gegenwart
eines Salzes eines Metalls der Platingruppe. Die Patentschrift
lehrt, daß die Verwendung von Quecksilbersalzen für derartige
Umesterungsreaktionen unerwünscht ist. Zusätzlich lehrt die US-
PS 44 25 277 eine Umesterungsreaktion für die Herstellung von
Vinylestern in Gegenwart eines binären Katalysatorsystems, ent
haltend einen Hauptkatalysator aus einer Palladiumverbindung.
Takase et al. beschreibt in einer dem Institute of Chemistry,
College of General Education, Osaka University (eingegangen
am 11. Oktober 1967) zugesandten Abhandlung die Reaktion eines
Fettamids und Vinylacetat zur Herstellung von Ethylidenbisamid,
unter Verwendung von Zinn(IV)-salz als ein Katalysator in Ge
genwart eines großen Überschusses von Vinylacetat.
Busse et al., J. Organometallic Chem. (1977) 140, 229-236 of
fenbart Vinylether-Transvinylierung mit Alkoholen, katalysiert
durch Komplexe von Platindichlorid. Sogar bei Raumtemperatur
wurde bei dieser Reaktion Acetalbildung beobachtet.
Bayer et al., Angew. Chem. Int. Ed. Engl. (1979) 18(7), 533-534
offenbart eine Reaktion für die Synthese von N-Vinylimi
den unter Verwendung eines großen Überschusses von Vinylace
tat, d. h. von etwa 27 : 1 über einen Natriumtetrachlorpalladat-
Katalysator.
Die vorliegende Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung
von Ethylidenbisamid durch Umsetzen von Vinylacetat mit einem
primären Carbonsäureamid. Die Reaktion wird durch ein Salz von
Palladium(II) oder Platin(II) katalysiert und
wird in Gegenwart eines aliphatischen oder arylaliphatischen
Alkohols in einer Konzentration von größer als 0,01 Äquivalen
ten, bezogen auf das beschränkende Reagens, durchgeführt. In
einer bevorzugten Ausführungsform wird Vinylacetat mit dem
Formamid unter Bildung von Ethylidenbisformamid und N-(1-Alk
oxyethyl)formamid als Nebenprodukte umgesetzt. Die Reaktion kann
auch durch ein Salz von Quecksilber(II) katalysiert werden.
Der Zusatz von auch nur einer geringen Menge an Alkohol zu
dem Reaktionssystem führt zu einer verbesserten Umwandlung
der Reaktanten, ohne einen signifikanten Verlust an Selekti
vität.
Die vorliegende Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung
von Ethylidenbisamid durch Umsetzen von Vinylacetat mit einem
primären Carbonsäureamid. Die Reaktion wird durch Mischen von
Vinylacetat, einem Alkohol und einem Amid in Gegenwart eines
Katalysators in einem Tankreaktor unter Rühren durchgeführt.
Erfindungsgemäße Amide sind solche mit der Formel R2CONHR1 ein,
worin R1 und R2, unabhängig voneinander, H, C1-C10-Alkyl oder
Aryl bedeuten, wobei Formamid (d. h. R1 und R2 sind H) bevor
zugt wird, zur Herstellung von Ethylidenbisformamid als Pro
dukt. Das Verhältnis von Vinylacetat zu Amid sollte typischer
weise im Bereich von etwa 10 : 1 bis 1 : 10 liegen, wobei ein be
vorzugtes Verhältnis 1 : 1-4 ist. Durch Zusatz von Alkohol zu
der Reaktionsmischung wird ein Anstieg im Umsatz erzielt, oh
ne eine signifikante Abnahme in der Selektivität, und es wird
oftmals sogar ein Anstieg in der Selektivität realisiert. Zu
sätzlich wird N-(1-Alkoxyethyl)amid typischerweise als Neben
produkt zusammen mit dem Ethylidenbisamid gebildet, wobei bei
de Verbindungen Vorläufer von N-Vinylamid sind.
Die Reaktion wird durch ein Salz von Palladium(II), Platin(II)
oder Quecksilber(II) katalysiert, zugegen in einer Konzentra
tion von etwa 0,1 bis 10 Molprozent Katalysator gegen das be
schränkende Reagens, wobei eine Konzentration von 1 bis 3 Mol
prozent bevorzugt wird. Beispiele von geeigneten Katalysato
ren schließen die Halogenide PdX2, PtX2 und HgX2 ein, worin
X die Bedeutung von Chlor, Br oder I hat, und auch die anio
nischen Halogenidkomplexe M2PdX4 und M2PtX4, worin M die Be
deutung Li, Na, K oder Cs hat und X Cl oder Br ist. Zusätz
lich sind die neutralen Komplexe PdCl2(RCN)2 und PtCl2(RCN)2,
worin R C1-C6-Alkyl oder Phenyl ist, besonders gut geeignet.
Es wurde auch gefunden, daß die Palladium-Katalysatoren be
sonders wirksam in Gegenwart von Kupferhalogeniden, insbeson
dere von CuCl2 funktionieren. Bevorzugterweise sollten die
Katalysatoren nicht einem längeren Erhitzen in Abwesenheit
von einem oder mehreren der Reaktionsteilnehmer ausgesetzt
werden. Gemäßigt polare Lösungsmittel, wie beispielsweise
Acetonitril und Nitromethan, können verwendet werden, sind
jedoch nicht erforderlich, und es wurde festgestellt, daß
PtCl2 und Acetonitril besonders gute Ergebnisse liefern.
Die Zugabe eines aliphatischen oder arylaliphatischen Alko
hols zu der Reaktionsmischung verbessert die Umwandlung ohne
einen signifikanten Selektivitätsverlust und in vielen Fäl
len wird dadurch die Selektivität in Richtung des gewünsch
ten Produkts verbessert. Der Alkohol sollte in der Reaktions
mischung in einer Konzentration von größer als 0,01 Äquiva
lent, auf Basis des beschränkenden Reagens, vorhanden sein,
wobei ein Bereich von 0,05 bis 10 Äquivalente im allgemeinen
bevorzugt wird. Das beschränkende Reagens kann Vinylacetat
oder Formamid sein, welches auch immer in einer kleineren
Menge auf Molbasis vorhanden ist. Beispiele von geeigneten
Alkoholen schließen Methanol, Ethanol, 2-Propanol, tert.-Bu
tanol, Isoamylalkohol, Isobutylalkohol, Neopentylalkohol und
Benzylalkohol ein, wobei 2-Propanol bevorzugt wird.
Die Reaktion wird bei einer Temperatur im Bereich von etwa
0° bis 150°C mit einem bevorzugten Bereich von 60° bis 100°C
und typischerweise bei atmosphärischem oder autogenem Druck
durchgeführt, wobei atmosphärischer Druck bevorzugt wird. Ty
pischerweise wird die Reaktion in einem Tankreaktor mit Rüh
rung und in einer Reaktionszeit von 1 bis 8 Stunden durchge
führt. Obwohl die Reaktion nicht extrem sauerstoffempfind
lich ist, wird es bevorzugt, eine Inertatmosphäre, wie Argon
oder Stickstoff, zu verwenden.
Soweit nichts anderes angegeben ist, wurde das folgende expe
rimentelle Verfahren zur Durchführung der nachfolgenden Bei
spiele angewandt. In einen Dreihals-Rundkolben mit einem Fas
sungsvermögen von 25 ml, der mit Rückflußkühler, Gaseinlei
tungsrohr, mechanischem Rührer und Gummiseptum versehen war,
wurden nacheinander Katalysator, primäres Carbonsäureamid,
Vinylacetat und ein Alkohol eingefüllt. Die heftig gerührte
Mischung wurde 3 Stunden lang unter einem langsamen Argon
strom auf 80°C erhitzt. Sofern nicht etwas anderes angegeben
ist, beziehen sich alle prozentualen Ausbeuten auf Vinylace
tat als das begrenzende Reagens. N-Vinylformamid (NVF) wird
während der gaschromatographischen Analyse der Reaktionsmi
schung in geringen Mengen gebildet. Die Produktselektivität
ist als prozentuale Ausbeute (Bis + NVF + CH3CH(OR)NHCHO +
CH3CH(OR)2)/Vinylacetat-Umwandlung definiert. Die Verbindun
gen Ethylidenbisformamid (Bis), CH3CH(NHCHO)2, N-Vinylform
amid (NVF), CH2=CHNHCHO und N-(1-Alkoxyethyl)formamid,
CH3CH(OR)NHCHO sind die gewünschten Produkte. Das Acetal
CH3CH(OR)2 ist kein direkter NVF-Vorläufer, es kann jedoch in
den Reaktor zurückgeführt werden.
Es wurden Versuche zur Bestimmung der Wirksamkeit der Zugabe
von 10 Molprozent Alkohol auf die Katalysatoraktivität für
die Reaktion von Formamid (2,500 g, 55,5 mMol) mit Vinylace
tat (1,593 g, 18,5 mMol) unter den unten angegebenen Reak
tionsbedingungen durchgeführt.
Die vorstehenden Ergebnisse zeigen, daß eine Zugabe von 10
Molprozent eines aliphatischen Alkohols gegen Vinylacetat die
Katalysatoraktivität annähernd verdoppelt, während die Selek
tivitäten zu Bis vergleichbar zu denjenigen sind, die in Ab
wesenheit eines Alkohols erhalten wurden. Fluorierte und aro
matische Alkohole erhöhen die Umwandlung nicht und erniedri
gen die Selektivität, obwohl ein weiter Bereich von aromati
schen Alkoholen nicht abgeschirmt war. Für die obige Reaktion
ist Isopropanol der bevorzugte Alkohol. Im Gegensatz hierzu
verbesserte der Zusatz von einem Äquivalent Essigsäure (gegen
Vinylacetat) die Aktivität oder Selektivität nicht, obwohl
von Carbonsäuren bekannt ist, daß sie leicht mit Vinylacetat
transvinylieren.
Es wurden Versuche durchgeführt zur Bestimmung der Wirksam
keit des Isopropanol-zu-Vinylacetat-Verhältnisses auf die
Produktverteilung für die Reaktion von Beispiel 1. Das Kata
lysatorsystem, die Reaktionsbedingungen und die Ergebnisse
sind in der nachfolgenden Tabelle II niedergelegt.
Die vorstehenden Ergebnisse zeigen, daß für den PtCl2(MeCN)2-
Katalysator der Isopropanol-Spiegel über einen weiten Bereich
variiert sein kann, ohne daß die Umwandlung oder die Selekti
vität nachteilig beeinflußt wird, obwohl das Verhältnis der
gewünschten Produkte, Bis und CH3CH(O-i-Pr)NHCHO von ∼7 : 1 bei
0,6 i-PrOH bis ∼1 : 4 bei 2,0 i-PrOH variiert sein kann. Iso
propanol-Spiegel von 0,01 waren ganz allgemein unwirksam und
demzufolge sollte der Alkoholspiegel für die Reaktion größer
als 0,01 Äquivalente betragen. Die Menge an rückzuführendem
CH3CH(O-i-Pr)2 (Acetal) wurde in allen Fällen auf einem Mi
nimum gehalten. Im Gegensatz hierzu liefert K2PtCl4 vergleich
bare Aktivitäten bei x = 0,60 i-PrOH oder höher, jedoch ist
die Selektivität niedriger und die Acetalausbeute in allen
Fällen entsprechend größer. PdCl2/CuCl2 ist vergleichbar mit
PtCl2(MeCN)2, begünstigt jedoch die Bis-Bildung bei 1,5 i-PrOH.
Es wurden Versuche zur Bestimmung des Effekts des Formamid-
zu-Vinylacetat-Verhältnisses auf die Produktverteilung für
die Reaktion von Formamid mit Vinylacetat durchgeführt. In
diesem Beispiel wurde y so ausgewählt, daß es der Isopropa
nolmenge, welche hohe CH3CH(O-i-Pr)NHCHO-Ausbeuten und Pro
duktselektivität mit 3 Äquivalenten Formamid (Beispiel 2)
entsprach. Der Formamid-Spiegel wurde dann mit dem festgeleg
ten Vinylacetat-zu-Isopropanol-Verhältnis variiert. Die Re
aktionsbedingungen, die Katalysatorsysteme und die Ergebnis
se sind in der nachfolgenden Tabelle III angegeben.
Die obigen Ergebnisse zeigen, daß für den PtCl2(MeCN)2-Kata
lysator der Formamid-Spiegel von einem 4 : 1-Überschuß gegen
über Vinylacetat bis zu einem 1 : 1-Verhältnis ohne nachteili
ge Beeinflussung der Selektivität herabgesetzt werden kann.
Das Verhältnis von CH3CH(O-i-pr)NHCHO zu Bis variiert von
∼1,8 : 1 bis ∼6,3 : 1, wenn der Formamid-Spiegel gesenkt wird.
Nur bei dem 1 : 1-Vinylacetat-zu-Formamid-Verhältnis begann
die Bildung des Acetal-Nebenprodukts beträchtlich zu werden.
Zusätzlich zeigen die obigen Ergebnisse (die letzten 4 Ein
tragungen), daß das Formamid-zu-Vinylacetat-Verhältnis von
1 : 1 bis auf 1 : 2,5 verringert werden kann und dennoch vernünf
tige Aktivitäten und Selektivitäten erhalten werden. Jedoch
ist mit Formamid als dem beschränkenden Reagens eine höhere
Rückführung von Acetaldehyddiisopropylacetal (CH3CH(O-i-Pr)2)
notwendig. Diese Verbindung kann zu i-PrEF und Bis umgewan
delt werden, so daß sie keine verlorenen Ausbeuten sind. Im
wesentlichen kann entweder Vinylacetat oder Formamid als das
beschränkende Reagens verwendet werden, obwohl die Selekti
vität etwas niedriger ist, wenn das Vinylacetat-zu-Formamid-
Verhältnis den Wert 1 übersteigt. Dieser Trend kann durch
Erhöhung der Menge an Isopropanol kompensiert sein (verglei
che die Eintragungen y = 0,6 und y = 1,5), jedoch erhöht
dieses ebenfalls die Rückführung.
K2PtCl4 liefert eine etwas niedrigere Selektivität. Die
PtCl2/MeCN-Mischung ist vergleichbar mit reinem PtCl2(MeCN)2
und PtCl2 ist die weniger kostspielige Metallquelle. Der
PdCl2/CuCl2-Katalysator liefert durchwegs höhere
CH3CH(O-i-Pr) NHCHO-zu-Bis-Verhältnisse als die Platin-Kataly
satoren mit vergleichbaren Selektivitäten. Diese Freiheit in
der Stöchiometrie erlaubt die Anpassung des restlichen Form
amid-Spiegels. Der Formamid-Gehalt kann die Produktreinigung
und Stabilität beeinträchtigen und eine gewisse Variabilität
in diesem Spiegel ist erwünscht.
Es wurden Versuche zur Bestimmung der Wirkung des Zusatzes
von Alkohol auf die Produktverteilung für die Reaktion von
Formamid mit Vinylacetat durchgeführt. Die Reaktionsbedingun
gen, die Katalysatorsysteme und die Ergebnisse sind in der
nachfolgenden Tabelle IV angegeben.
Die obigen Ergebnisse zeigen, daß der Zusatz von Alkohol,
und insbesondere von Isopropanol, zur Aufrechterhaltung ei
ner hohen Produktselektivität gut geeignet ist, während er
die Bildung von Acetal-Nebenprodukt auf ein Minimum herab
setzt. Beim Placieren von zu wenig (EtOH) oder zu viel
(EtMe2COH) erniedrigt die sterische Hinderung an dem -OH ent
haltenden Kohlenstoff die Selektivität etwas für K2PtCl4.
Mit PtCl2(MeCN)2 liefert EtMe2COH ausschließlich Bis mit ei
ner Selektivität, vergleichbar zu derjenigen, die mit i-PrOH
erhalten wird. Demzufolge kann die CH3CH(OR)NHCHO-Bildung,
falls gewünscht, eliminiert werden, während man noch die Ra
te und die Selektivitätssteigerungen, die mit weniger gehin
derten Alkoholen erhalten werden, realisiert. Isopropanol ist
auch wünschenswerter als Ethanol, wenn der PdCl2/CuCl2-Kata
lysator verwendet wird. Bei PtCl2(MeCN)2, welches die Alkyl
substituenten zu dem Kohlenstoff α zu dem Hydroxyl tragenden
Kohlenstoff (Me2CHCH2OH, Me3CCH2OH) bewegt, wird die Selekti
vität herabgesetzt und es resultiert eine höhere Acetalbil
dung. PhCH2OH erniedrigt ebenfalls die Selektivität, obwohl
dies wahrscheinlich eher infolge elektronischer als steri
scher Effekte erfolgt.
Es wurden Versuche zur Bestimmung des Effekts von verschie
denen Nitrilen auf die Produktverteilung für die Reaktion
von Formamid mit Vinylacetat in Gegenwart eines Alkohols
durchgeführt. Die spezifischen Nitrile, die Reaktionsbedin
gungen und die Ergebnisse sind in der nachfolgenden Tabelle V
angegeben.
Die obigen Ergebnisse zeigen, daß die mit dem K2PtCl4-Kataly
sator erzielte Selektivität von 71 bis 80% verbessert wer
den kann, indem man bis zu 1 Äquivalent von Acetonitril pro
Äquivalent Vinylacetat zufügt. Acetonitril zeigte im wesent
lichen keine Wirkung auf das Verhalten der PtCl2(MeCN)2- und
PdCl2/CuCl2-Katalysatoren. Die mit PtCl2 erzielte Selektivi
tät stieg von 66 auf 87% mit dem Zusatz von Acetonitril an.
Demzufolge wird ein äquivalentes Verhalten zu dem von
PtCl2(MeCN)2 mit einer billigeren Platinquelle erzielt. Ande
re Nitrile beeinflußten das Verhalten von PtCl2 nicht überzeu
gend.
Die Reaktion von Formamid mit Vinylacetat in Gegenwart eines
Alkohols wurde unter Verwendung von verschiedenen Katalysa
torsystemen durchgeführt. Die spezifischen Katalysatorsyste
me zusammen mit den Reaktionsbedingungen und den Ergebnissen
sind in der nachfolgenden Tabelle VI niedergelegt.
Die vorstehenden Ergebnisse zeigen, daß andere Halogenidkom
plexe von Platin(II) vergleichbar zu K2PtCl4 sind, jedoch
wird PtCl2(MeCN)2 noch bevorzugt. PtCl4 zeigte ebenfalls ei
ne gewisse Aktivität, jedoch war die Selektivität relativ
schlecht.
Es wurden Versuche zur Bestimmung der Wirkung von verschie
denen Kupfer(II)-Cokatalysatoren auf die PdCl2-Selektivität
für die Reaktion von Formamid mit Vinylacetat durchgeführt.
Der spezifische Cokatalysator zusammen mit den Reaktionsbe
dingungen und den Ergebnissen sind in der nachfolgenden Ta
belle VII angegeben.
Die vorstehenden Ergebnisse zeigen, daß Kupfer(II)-chlorid
und -bromid auch überlegene Aktivitäten und Selektivitäten
aufbringen, ohne Anzeichen von Palladiummetall-Bildung. Kup
fer(II)-phosphat war vergleichsweise selektiv, lieferte je
doch merkliche Mengen an Acetal. Palladiumchlorid allein war
wirksam, jedoch erfolgte eine ausgedehnte Reduktion zum Me
tall.
Das neue Merkmal dieser Erfindung besteht darin, daß, obwohl
es von der Reaktion von Alkohol mit Vinylacetat zur Bildung
von Vinylethern und Acetalen bekannt ist, daß sie rasch sogar
unterhalb 0°C vonstatten geht, die bevorzugten Platin- und
Palladium-Katalysatoren lediglich geringe Mengen an Acetal
liefern. In manchen Fällen verbessert die Erhöhung der Menge
an Alkohol tatsächlich die Selektivität zu Amid-enthaltenden
Produkten. Von Carbonsäuren ist es bekannt, daß sie leicht
transvinylieren, jedoch verbessert der Zusatz von einem Äqui
valent Essigsäure (gegen Vinylacetat) zu einer Vinylacetat/
Formamid-Mischung die Aktivität oder Selektivität nicht, wie
dies in Beispiel 1, letzte Eintragung, gezeigt wird. Demzu
folge sind alle Substrate, von denen man weiß, daß sie leicht
eine Transvinylierung erleiden, nicht gleich wirksam zur Er
höhung der Aktivität und der Selektivität der Platin- und
Palladium-Katalysatoren.
Claims (14)
1. Verfahren zur Herstellung von Ethylidenbisamid neben N-(1-alkoxyethyl)amid,
dadurch gekennzeichnet, daß man Vinylacetat mit einem primären
Carbonsäureamid der Strukturformel R²CONHR¹, in welcher R¹ und R²
unabhängig H, C₁-C₁₀-Alkyl oder Aryl sind, und welches
in einer Konzentration im Bereich von 1 bis 4
Äquivalenten auf Basis von Vinylacetat zugegen ist über einem Katalysator,
enthaltend ein Salz von Palladium(II) oder Platin(II), wobei
der Katalysator in einer Konzentration im Bereich von 0,1 bis 10 Molprozent
auf Basis von Vinylacetat oder Carbonsäureamid zugegen ist, in Anwesenheit
von mehr als 0,01 Äquivalenten eines aliphatischen oder arylaliphatischen
Alkohols auf Basis Vinylacetat oder Carbonsäureamid,
je nachdem, welches in einer kleineren Menge auf Molbasis
vorhanden ist, bei einer Temperatur
im Bereich von 0° bis 150° umsetzt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es bei
atmosphärischem oder autogenem Druck durchgeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es während
einer Reaktionszeit im Bereich von 1 bis 8 Stunden durchgeführt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es in einer
inerten Atmosphäre durchgeführt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es in Gegenwart
eines gemäßigt polaren Lösungsmittels durchgeführt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das gemäßigt
polare Lösungsmittel Acetonitril oder Nitromethan ist.
7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man Ethylidenbisformamid
durch Umsetzen von Vinylacetat mit Formamid herstellt.
8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Alkohol aus
der Gruppe bestehend aus Methanol, Ethanol, 2-Propanol, tert.-Butanol,
Isoamylalkohol, Isobutylalkohol, Neopentylalkohol, Benzylalkohol und
Mischungen derselben ausgewählt ist.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Alkohol
2-Propanol ist.
10. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Reaktion
in Gegenwart von 0,05 bis 10 Äquivalenten eines aliphatischen oder
arylaliphatischen Alkohols auf Basis Vinylacetat oder Carbonsäureamid
durchgeführt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Katalysator
aus PdX2, PtX2, M2PdX4 und M2PtX4 ausgewählt ist, worin X Cl, Br oder I
und M Li, Na, K oder Cs bedeutet.
12. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Katalysator
ein neutraler Komplex von Pd oder Pt mit der Formel PdCl2(RCN)2 oder
PtCl2(RCN)2 ist, worin R C1-C6-Alkyl oder Phenyl bedeutet.
13. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Katalysator
auch eine Kupferhalogenid-Verbindung enthält.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß das
Kupferhalogenid CuCl2 ist.
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