DE410471C - Verfahren zur Darstellung substituierter Amide der Cyanthiokohlensaeure - Google Patents

Verfahren zur Darstellung substituierter Amide der Cyanthiokohlensaeure

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cyanthiokohlensaeure
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  • Verfahren zur Darstellung substituierter Amide der Cyanthiokohlensäure. Es wurde gefunden, daß man zu in der Amidogruppe substituierten Amiden der Cyanthiokohlensäure von der allgemeinen Fonn CN - CS - NHR, worin R ein Radikal der Fett- oder aroniatischen Reihe bedeutet, gelangt, wenn man ein Senföl bei Gegenwart von Alkohol als Lösungsmittel mit einer wäßrigen Lösung von Cyansalzen zusanunenbring:t. Als Cyansalze konunen insbesondere Cyankalium ciler Cyannatrium in Betracht, doch. können auch andere Salze, wie Cyankalzium, verwendet werden. Die Reaktion vollzieht sich schon 'bei gewöhnlicher Temperatur und ist je nach der Natur des, Senföls in einigen Sjun,#len bis zu mehreren Tagen vollendet. Das Ende der Reaktion erkennt man daran, daß das. Senföl, das anfangs durch die wäßrige Cyankaliumlösung teilweise gefällt wird, auch beim. Verdünnen mit Wasser in Lösung bleibt. Die entstandenen Lösungen enthalten die entsprechenden Salze der betreffenden Thioamide. Säuren fällen daraus die freien Verbindungen aus. Die Reaktion besteht in einer einfachen Addition der Komponenten nach dem Schema: RN., C. S + KCN = RN: C(SK)CN.
  • Die einfachste dieser Verbindun .gen der aromatischen Reihe ist bereits vor längerer Zeit von Reissert (Bericht 37, 3719, 1904) auf anderem Wege erhalten worden. Sie ist unter der Bezeichnung Thio#oxanilsiäurenitri# C6H,5NH -CS-CN, beschrieben. In ihr-en Eigenschaften schließen sich die anderen Verbindungen ganz an diese an. Alle zeigen die charakteristische Eigenschaft der Sodalöslichkeit. In den gebräuchlichen organischen Lösungsmitteln, mit Ausnahme von Benzin und Ligroin, sind sie leicht löslich und lassen sich aus verdünntem Alkohol oder Benzin umkristallisieren.
  • Die Färbung, welche bei der einfachsten Verbindung orangegelb ist, vertieft sich bei der a-Naphthylverbindung zu Rot. Auffallend ist es, daß durch eine Besetzung der, Parastelle im, aromatischen Kern, sogar in der Naphthalinreihe, Aufhellung zu Gelb eintritt. Beispiel i.
  • #35 Gewichtsteile Phienylsenföl werden in 48o Raumteilen Alkohol gelöst und eine Lösung von 72 Gewichtsteilen Cyankalium, in 72o Raumteilen Wasser zugesetzt und etwa 3 Stunden lang geschüttelt. Die nun vollkommen klare Lösung ist üit-ensiv _gelb gef,ä#bt. Man verdünnt sie zweckmäßig mit dem gleichen Volumen Wasser und fällt das Nitril mit Säure aus. Ausheuteetwa go Pro--zent der Theorie. Der Rest bleibt in der Flüssigkeit gelöst. Die analogen Verbindun- werden. Ihre Eigenschaften sind in der folgen können in derselben Weise gewonnen 1 genden. Tabelle zusammengestellt.-
    Formel Schmelzpunkt Farbe
    Phenylverbindung ("-NH - CS - CN 820 Orangegelb
    CH3
    o-Tolylverbindung -NH - CS - CN 64.- Orange
    p-Tolylverbindung .-NH - CS - CN 1281 Gelb
    CH3 Z.
    CH3
    CH3-
    m-Xylylverbindung -NH - CS - CN 980 Gelb
    a-Naphthylverbindung /NH - CS - CN 13,5 bis 136' Hellrot
    Clo H7 (%)
    ,3-Naphthylverbindung',#NH - CS - CN 157bis 158' Gelb.
    CI0H7(P)
    Beispiel 2.
  • Zu einer Lösung von Kalziumcyanid, die durch Vernüschen der Lösungen von 6 Gewichtsteilen Cyannatrium in 2o Teüen Wasser und 7 Gewichtsteilen Chlorkalzium. in io Teilen Wasser hergestellt ist, setzt man 13,5 GewichtsteiIe Phenylsenföl und 3o Raumteüe Alkohol und schüttelt das Gemisch. Unter gelinder Erwärmung geht in kurzer Zeit alles in Lösung, ohne daß sich Zersetzungen. bemerkbar machen. Die hellgelb gefärbte Flüssigkeit wird auf 5oo Raurnteüe verdünnt, nötigenfalls filtriert und vorsichtig angesäuert. Die Ausbeute an dem sehr rein ausfallenden Thiooxanilsäurenitril beträgt über go Prozent der Theorie.
  • Die nach dem Verfahren erhältlichen Produkte sollen als Zwischenprodukte für Farbstoffe und pharmazeutische Präparate dienen.
  • Die Darstellung von Cyanameisensäureanilid aus Phenylisoeyanat durch Anlagerung von Blausäure ist bekannt. jedoch gestattet diese Reaktion keinen Rückschluß auf das Verhalten desPhenylsenföles gegienBlausäure, weil die Zersetzlichkeit des Senföles viel grbßer ist als die des sch-wefelfreien Körpers, und weil auch das. Isocyanat nur unter besonderen Vorsichtsmaßregeln zur Bildung, des einfachen Blausäureadditionsproduktes führt. Man konnte daher bei Verwendung von PhenyIsenfö1, die Entstehung komplizierter Reaktionsprodukte erwarten, und es ist deshalb ein überraschender Erfolg, daß die monomolekularen Additionsprodukte gemäß dem vorliegenden Verfahren in fast quantitativer Ausbeute erillten, werden.

Claims (1)

  1. PATr-NT-ANSPRUCH: Verf i hren zur Darstellung substituierter Am#de der Cyantbiokohlensäure, darin bestehend, daß man Senföle mit Cyansalzen zusammenbringt.
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