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Glühverfahren zur Einsteilung der Selbstinduktivität pro Längeneinheit
der Fabrikations-Teillängen von Krarup-Leitern auf konstanten Betrag. Im Patent
,108879 ist .ein `'erfahren beschrieben, bei dem zu dem Zwecke, die Selbstindukthität
pro Längeneinheit der Fabrikations-Teillängen von Krarup-Leitern auf einen bestimmten,
konstanten Betrag einzustellen, durch die Glühe der bewickelten Krarup-Leiter in
jeder Teillänge solche Ungleichheiten der Permeabilität erzeugt werden, daß sie
in ihrer Wirkung auf den Selbstinduktivitätswert die Ungleichheiten im Eisengewicht
ausgleichen. Dazu wird der während der Glühe sich ändernde Selbstinduktivitätswert
durch Messung verfolgt und die Glühe, um während ihr Messen und sie hiernach entsprechend
regeln zu können, durch Belastung der Krarup-Leiter mit elektrischem Strome vorgenommen.
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Es hat sich gezeigt, da 13 einige Eisenlegierungen, die durch
ihre große Permeabilität als Krarup-Material besonders geeignet sind, zur Erzielung
ihrer maximalen Permeabilität mit so hoher Temperatur und so kurzzeitig geglüht
werden müssen, daß das elektrische Glühverfahren hierzu nicht mehr geeignet ist.
Da bei diesem die Wärme im Kupfer erzeugt wird, von dem sie unter verhältnism@l.?)ig
erheblichen Verlusten erst auf die Krarup-Bew-ickelun- übergeht, und außerdem die
Glühdauer nur sehr kurz sein darf, muß im Kupferleiter eine so hohe Cbertemperatur
über die erforderliche Glühtemperatur des Krarup-\Iaterials erzeugt werden, daß
das Kupfer an die Schmelzgrenze gerät und zerstört wird. Hieraus ergab sich die
Aufgabe, ein Glühverfahren auszubilden, mit dem einerseits die Krarup-Bewickelung
genügend kurzzeitig auf die erforderliche Temperatur gebracht werden kann, ohne
daß das Leitungskupfer leidet, und bei dem anderseits die Selbstinduktivität des
Krarup-Leiters während der Glühe gemessen werden kann.
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Nach der Erfindung ist hierzu ein zum Glühen von Drähten und Krarup-Leitern
an :ich schon bekanntes, in Verbindung mit der gleichzeitigen Messung der Selbstinduktivität
aber noch nicht verwendetes oder vorgeschlagenes Glühverfahren geeignet.
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Es besteht, insoweit der Glühvorgang an sich in Betracht kommt, im
wesentlichen darin, daß der Leiter nicht in seiner ganzen Länge gleichzeitig auf
die Glühtemperatur gebracht wird, sondern daß eine Wärmequelle, welche dem Leiter
die Wärme von außen, d. h. über dieKr arup-B ewickelung, zuführt undwelche nur ein
verhältnismäßig sehr kurzes Leiterstück auf die Glühtemperatur bringen kann, mit
einer der erforderlichen Glühdauer entsprechenden Geschwindigkeit dem Krarup-Leiter
entlarggcführt wird, so daß die Glühstelle, deren Temperatur durch ein Pyrometer
kontrolliert wird, über die ganze Länge des Leiters wandert.
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Bei der gleichzeitig hiermit erfolgenden Messung der Selbstinduktivität
des Leiters wird dann eine mit fortschreitender Glühe
dauernde Zunahme
des gemessenen Betrages beobachtet. Unter Berücksichtigung des mit dem betreffenden
Iirarup-Material bei dergrößten Abweichung des Eisengewichtes nach unten noch erreichbaren
Selbstinduktivitätsbetrages pro Längeneinheit können auf diese Weise alle Teillängen
auf diesen konstanten Betrag eingestellt werden, indem, wenn dieser Betrag bei der
einzelnen Teillänge erreicht ist, die Glühe unterbrochen wird. Es bleibt dann meistens
ein kurzes Endstück der Teillänge ungeglüht, das dementsprechend auch eine kleinere
Selhstinduktivität pro - Längeneinheit aufweist als die geglühte Strecke. Diese
Lng'_eichniäßigk:it i:t aber ohne schi;llichen Einfluß auf die Homogenität des aus
den Teillängen zusammengesetzten Leiters-, weil die mit dieser Ungleichmäßigkeit
behaftete Leiterlänge im Vergleich zur Wellenlänge der über den Leiter fortgepflanzten
elektrischen Vorgänge nur ganz verschwindend klein ist. Wesentlich für die Homogenität
der ganzen Leitung ist dagegen, daß der Selbstinduktivitätsbetrag pro Längeneinheit
der Teillängen nun den gewünschten, konstanten Wert hat.
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Bei der -Messung der Selbstinduktivität während der Glühe handelt
es sich um die Feststellung des von der Israrup-Bewickelung herrührenden Selbstinduktivitätsbetrages
der Teillänge. Dieser ergibt sich als die Differenz zwischen dem an dem hrarup-Leiter
gemessenen und dem an einem gleichen Leiter ohne lirarup-Wickelung in gleicher räumlicher
Anordnung gemessenen Be'.rage.
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Zur Messung wird nach der Erfindung in der Weise vorgegangen, daß
die vor der Glühe zum Zweck einer reproduzierbaren räumlichen Anordnung in definierter,
z. B. regelmäßiger 'Spirale und ohne gegenseitige Berührung der einzelnen Windungen
auf eine Trommel aufgewickelte Teillänge über die Glühstelle hinweg in gleicher
Weise auf eine 7,.veite Trommel umgewickelt wird und der Anschluß der beiden Enden
der Teillänge an die :41eßeinrichtung (z. B. eine Wh.eatstonesche Wechselstrombrücke
@ über je einen Schleifkontakt an einem Ende jeder Trommel 3rfolgt. Wenn dies zunächst
mit einem Leiter ahne hrarup-Bewickelung ausgeführt wird, er-Z, sich für jede Stellung
der beiden Tromneln der von dem Selbstinduktivitätsbetrag e les hrarup-Leiters in
der betreffenden Stelung der beiden Trommeln abzuziehende Berag, um den durch die
lirarup-Bewickelung allein verursachten zu erhalten.
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Eine einfachere Handhabung ergibt fol-.,ende erfindungsgemäße Anordnung.
Bei ihr wird der Israrup-Leiter in regelmäßiger Spirale auf eine Trommel aus feuerfestem
Material gewickelt, von deren Oberfläche er durch in gleichmäßigen Abständen angebrachte
Distanzstücke ferngehalten wird. Während der Drehung der Trommel wird die Wärmequelle,
die hier erfindungsgemäß zweckmäßig aus einer Gebläseflamme besteht, in Richtung
der Längsachse der Trommel an dieser entlanggeführt, so daß die Glühstelle über
die ganze Länge des aufgewickelten Leiters wandert. Die Zuführung der Meßleitung
erfolgt wieder über Gleitkontakte an den Trommelenden. Da bei dieser Anordnung das
Leitergebilde seine Gestalt während des ganzen Glühvorganges unverändert beibehält,
ist hierbei die Selbstinduktionsmessung besonders einfach.