DE411064C - Verfahren zur elektrolytischen Gewinnung von Reinzinn aus Rohzinn - Google Patents

Verfahren zur elektrolytischen Gewinnung von Reinzinn aus Rohzinn

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DE411064C
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American Smelting and Refining Co
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    • C—CHEMISTRY; METALLURGY
    • C25—ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PROCESSES; APPARATUS THEREFOR
    • C25C—PROCESSES FOR THE ELECTROLYTIC PRODUCTION, RECOVERY OR REFINING OF METALS; APPARATUS THEREFOR
    • C25C1/00—Electrolytic production, recovery or refining of metals by electrolysis of solutions
    • C25C1/14—Electrolytic production, recovery or refining of metals by electrolysis of solutions of tin

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  • Materials Engineering (AREA)
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  • Electrolytic Production Of Metals (AREA)

Description

  • Verfahren zur elektrolytischen Gewinnung von Reinzinn aus Rohzinn. Gegenstand -des vorliegenden Patentes bildet ein elektrolytisches Verfahren, um rohes Blockzinn zu raffinieren.
  • Es ist bekannt, daß rohes Blockzinn, das als Anode für Raffinationsbäder verwendet ist, meist, wie es beispielsweise bei den aus bolivianischen Erzen gewonnenem Zinn der Fall ist, wechselnde Mengen Blei, Kupfer, Arsen, Antimon, Wismut, Eisen, Schwefel und kleine Mengen auch von Edelmetallen enthält. Ein typisches Beispiel eines derartigen Blockzinns aus einem bolivianischen Erz ist das folgende: 'Zinn 96,5 Prozent, Blei i Prozent, Kupfer 2,5 Prozent, Arsen i Prozent, Antimon 0,25 Prozent, Wismut 1,5 Prozent.
  • Es ist bereits vorgeschlagen, Rohzinn derart elektrolytisch zu raffinieren, daß man es als Anode in sauren Bädern, z. B. aus: Schwefelsäure, benutzte. Dieses Verfahren -führt unter Umständen zu einigermaßen guten Resultaten, wenn das Anodenzinn sehr hochprozentig und wenig verunreinigt ist. Bei stark verunreinigtem Zinn versagt das Verfahren, und zwar unter anderm aus dem: Grund, weil die Anodenauflösung mangelhaft ist, die Anode sich mit -zäbharten Beschlägen bedeckt und schließlich die Spannung so anwächst, daß das Verfahren wirtschaftlich unmöglich wird. Außerdem scheidet sich das Zinn an der Kathode teils als schlecht haftendes Kristallkonglomerat, teils als lange zur Anode hinwachsende schwertartige Nadeln aus, die leicht von der Kathode abfallen und durch die unter Umständen Kurzschluß, im Bade herbeigeführt werden kann. Um das Zinn in kompakter Form an der Kathode zu erhalten, hat man bereits den Zusatz von Kolloiden und Phenolen zum Elektrolyten vorgeschlagen. Diese Zusätze regeln bzw. verlangsamen die Metallabscheidung auf der Kathode.
  • Auch Kiesel$uorwasserstoffs.äure evt1. im Gemisch mit Schwefelsäure ist bereits als Elektrolyt für die Zinnraffination vorgeschlagen. Sie wirkt besser als die Schwefelsäure allein, auch bei stark verunreinigten Anoden. Aber diese Säure wird während der Elektrolyse zersetzt, und die Tatsache verteuert das Verfahren derartig, daßß es allein schon aus wirtschaftlichen Rücksichten nicht durchführbar ist. Nicht nur ist die Säure selbst ziemlich teuer, sondern infolge des Freiwerdens von Flußs.äure ist :es notwendig, mit Hartgummiapparaten oder sonst geeignet ausgekleideten Gefäßen zu arbeiten.
  • Außerdem treten auch hier Anodenniederschläge, insbesondere aus Kieselsäu.rehydraten auf, die sehr störend sind und große Stromverluste herbeiführen.
  • Es wurde nun gefunden, daß diese Schwierigkeiten leicht überwunden werden, wenn man als wesentlichen Bestandteil des Elektrolyten aromatische Sulfosäuren verwendet, der man zur Ausfällung des Bleies Schwefelsäure und zur Verhinderung der Bildung basischer Zinnsalze evtl. noch Kieselfluorwasserstoffsäure zusetzen kann. Zwecks Härtung des Kathodenzinns kann schließlich noch ein Kolloid, wie Leim, und ein Phenol zugesetzt werden.
  • Die aromatischen Sulfosäuren sind allgemein brauchbar, besonders wohlfeil und geeignet ist das Kresolsulfosäuregemisch aus roher Karbolsäure. Die Sulfosäuren dienen dem doppelten Zweck. Sie können die gewöhnlichen Zusatzmittel ersetzen und gleichzeitig im Elektrolyten das Lösungsmittel bilden, durch das in Zusammenwirkung mit der Kieselfluorwasserstoffs,äure oder auch sogar als Ersatz für diese die Bildung basischer Salze vermieden werden, die ausscheidenden Schlämme weich erhalten, die Anode stark angegriffen und eine gute Leitfähigkeit des Bades--gesichert- wird.-- - Eine- typische- -Zusammensetzung für den Elektrolyten nach der vorliegenden Erfindung isst etwa die folgende
    6 bis 8 Prozent Schwefelsäure,
    .l = 8 _ Kresolsulfosäuregemisch,
    3 - Zinn (in Oxydalform).
    Zweckmäßig wird noch dafür-gesorgt, daß dem Elektrolyten im Verlaufe der Elektrolyse kleine Mengen einer Kresol-Leim-Einulsion zugegeben werden. Auch Schwefelsäure muß. evtl. nach Maßgabe ihres Verbrauchs durch die Bildung von Bleisulfat später ergänzt werden.
  • Ein derartiger Elektrolyt hat den weiteren Vorteil, daß bei höherer Temperatur, zweckmäßig bei 35 bis 55°, gearbeitet werden kann. Diese hohe Temperatur fördert die Auflösung der Anode und macht es möglich, diese zu 75 bis 8o Prozent aufzulösen und gleichzeitig die Leitfähigkeit aufrechtzuerhalten. Außerdem ist die Badspannung sehr weitgehend herabgedrückt und es ist festgestellt worden, daß mit o,2 bis 0,25 Volt pro Bad eine genügend schnelle Korrosion der Anode und ein fester Niederschlag auf der Kathode erreicht werden kann. Die Stromdichte wird bei der Ausführung des Verfahrens, auf ungefähr o,8 Ampere pro Quadratzentimeter gehalten. Für die Gefäße genügt Bleiauskleidung. Im allgemeinen können alle' Apparate, wie sie für die elektrolyti he Metallraffination geeignet sind, auch für das vorliegende Verfahren benutzt werden. Der Elektrolyt kann durch Pumpen in Bewegung gesetzt werden und durch Dampfschlangen oder in sonst bekannter Weise erwärmt werden.
  • Durch dieses Verfahren werden nicht nur wichtige Ersparnisse in bezug auf die Kosten des elektrolytischen Zinnraffinationsprozesses erreicht, und zwar durch die Verringerung des Stromverbrauchs, -durch Benutzung verhältnismäßig billiger Elektrolytbestandteile, es wird viehmehr auch sehr erheblich an Arbeit und Zeit gespart, die bisher aufgewandt werden mußte, um die Anoden und Kathoden auszuwechseln, sie von festgesetztem Schlamm - zu- -befreien ---i.i--das--raeitige Wachstum der Kathode wieder auszugleichen. Weiter ist erheblich, daß durch die Durchführung_der Anödenkorrbsion ein viel höherer Prozentsatz aus den Anoden herausgelöst werden kann und der Ariöde,näbfäll, der wieder eingeschmolzen werden muß, sehr vermindert wird. Weiter werden die harten Schlammansätze, die die :Anoden bis zur Unlöslichkeit einhüllen und zu einer Verarmung des Bades führen bzw. zum Zusatz voi@ oxydierenden Mitteln nötigen, vermieden. Es- wird im allgemeinen durch die kontinuierliche Arbeitsweise erheblich an Zeit für. ein gegebenes Quantum Zinnraffinat gespart: -Gleichzeitig wird das Zinn als glatter, fester, hochwertiger Niederschlag, frei von Verunreinigungen, unri von einer sehr günstigen Handelsqualität gewonnen.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur elektrolytischen Gewinnung von Reinzinn aus Rohzinn, dadurch gekennzeichnet, daß letzteres als Anode in einem Bade verwendet wird, dessen wesentlicher Bestandteil aromatische Sulfonsäuren sind.
  2. 2. Bei dem Verfahren nach Anspruch i der Zusatz von Kieselfluorwas:serstoffsäure zwecks Verhinderung der Polarisation.
DEA39687D 1923-04-01 1923-04-01 Verfahren zur elektrolytischen Gewinnung von Reinzinn aus Rohzinn Expired DE411064C (de)

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