DE4116071A1 - Verfahren zum vergiessen von dentalmetallen - Google Patents

Verfahren zum vergiessen von dentalmetallen

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Norio Kojima
Kenichi Iiyama
Yoshinobu Yamamura
Yasutaro Ito
Shohei Hayashi
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Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Gießen bzw. Vergießen von Dentalmetallen wie Titan, so daß Plattenrahmen, Spangen oder Klammern etc. auf dem dentaltechnischen Gebiet hergestellt werden können, um hierdurch Hochqualitätsprodukte ohne Gießfehler oder Gießhohlräume durch Schmelzen von Dentalmetallbrammen durch Bogenentladung zu gießen.
Auf dem dentaltechnischen Gebiet ist bekannt, Titan zu verwenden für Gußplatten, Spangen, Klammern etc., da es ein geringes Gewicht hat, über eine bestimmte oder verschiedene Festigkeiten verfügen kann und ausgezeichnet hinsichtlich Korrosionsbeständigkeit und Bioaffinität ist.
Bisher wurden Metallrahmen etc., die beispielsweise als Kronen oder als Porzellan-an-Metall-geschmolzene-Kronen verwendet wurden, gegossen, indem Dentalmetalle in der Atmosphäre unter Verwendung geeigneter Techniken, wie Hochfrequenzschmelzen, unter Gießen der schmelzflüssigen Metalle in Formen vergossen wurden, da die Dentalmetalle Edelmetallegierungen sind, die sich nur relativ schwierig oxydieren lassen. Da das obengenannte Titan die Eigenschaft hat, leicht eine Oxydation zu erleiden, sollte es jedoch in einer Atmosphäre eines solchen Inertgases wie Argon geschmolzen werden. Um diesen Anforderungen zu genügen, hat man bisher auf eine Gießtechnik zurückgegriffen, bei der die Dentalmetallbrammen durch Lichbogenschweißen erschmolzen und die so erhaltenen schmelzflüssigen Metalle in Formen vergossen wurden.
Nach dieser Gießtechnik wird eine Lichtbogenelektrode oben in einer hermetisch abgedichteten Schmelzkammer angeordnet; ein Tiegel aus einem elektrisch leitfähigen Material wird gerade unterhalb der Bogenelektrode positioniert. Sind die Elektrode und der Tiegel mit einer Kathode bzw. einer Anode verbunden, so wird die zu vergießende Dentalmetallbramme zunächst auf dem Tiegel angeordnet. Nach dem Evakuieren gegen Vakuum wird dann die Schmelzkammer mit einem Inertgas wie Argon gefüllt, bis deren Innendruck auf einen Druck steigt, der nahe am Atmosphärendruck liegt. Anschließend wird die Bramme durch Lichtbögen, die von der Lichtbogenelektrode ausgehen, geschmolzen. Schließlich wird das schmelzflüssige Metall in eine Formkammer durch den Einlaß einer hierin angeordneten Form vergossen, wobei diese Formkammer gegen diese Schmelzkammer durch eine Trennwand abgetrennt ist, die mit einem durchgehenden Loch versehen ist, welche mit einem durchgehenden in ihrem unterhalb dieses Tiegels befindlichen Teil geformten Loch versehen ist.
Wird Titan bei dieser Gießtechnik verwandt, so muß es schnell in die Form durch deren Einlaß vergossen werden, teilweise weil sein Schmelzpunkt höher als diejenigen üblicher Dentalmetalle liegt und teilweise, weil das Gießen stattzufinden hat, während die Form sich auf Zimmertemperatur befindet, so daß es schnell sich abkühlt und verfestigt aufgrund der Tatsache, daß es mit dem Formmaterial bei einer so hohen Temperatur wie beim Vergießen üblicher Edelmetallegierungen reagiert. Anders ausgedrückt, Titan muß unter Druck in die Form vergossen werden, indem der Druck in der Schmelzkammer erhöht wird, so daß eine Druckdifferenz zwischen Schmelzkammer und Formkammer sich einstellt.
Die verwendete Form wird aus "Investmentmaterial" (engl. Ausdruck) bzw. Präzisionsgußmaterial (Präzisionseinbettmasse) aufgebaut, die aus einer Binder/Aggregatkombination sich zusammensetzt. Insbesondere werden der Binder und das Aggregat zusammen mit Wasser oder einer exklusiven Flüssigkeit in einer Aufschlämmung bzw. Slurry verknetet. Hiernach wird ein Wachsmodell in die Slurry eingesetzt (invested), gefolgt vom Ausbrennen des Wachses im Ofen bei etwas 700°C.
Um eine gewisse Luftpermeabilität zu haben, kann solch ein "Investmentmaterial" zum Vergießen von Edelmetallegierungen, die Teil von Metallrahmen bilden, etc. verwendet werden, wie sie für Kronen oder Porzellan-an-Metall-angeschmolzene- Kronen Verwendung finden. Wenn nämlich die Druckbeaufschlagung mit einer Druckdifferenz zwischen Schmelz- und Formkammern erfolgt, wird so ein Anstieg in dem Gasdruck in der Form aufgrund seiner Luftpermeabilität unterdrückt, so daß das schmelzflüssige Dentalmetall gut in die Form vergossen werden kann.
Unter üblichen "Investmentmaterialien" jedoch gibt es ein gipsgebundenes Investmentmaterial, das Gips als Binder verwendet. Bei 700°C oder höher nimmt dieses Material in der Luftpermeabilität zu und im Wärmewiderstand ab, da Gips thermisch bei dieser Temperatur sich zersetzt und so seine Kristallform nicht beibehalten kann. Wenn beispielsweise ein Dentalmetall hoher Temperatur wie Titan mit diesem Investment- oder Präzisionsgußmaterial vergossen wird, so reagieren sie miteinander und erzeugen eine Menge von Gasen: die Gase können nur entweichen durch die inhärente Luftpermeabilität, die das Investmentmaterial inherent trägt. Hierdurch würde der Druck im Gießbereich der Form steigen, wodurch es unmöglich wird, die vorbestimmte Menge des schmelzflüssigen Dentalmetalls in die Form zu vergießen. Sonst würden die Gase im schmelzflüssigen Metall mitgerissen, was zu Lunkern führen würde. Um ein Hochtemperaturdentalmetall zu vergießen, wurde so ein phosphatgebundenes Investmentmaterial unter Verwendung eines Phosphats als Binder verwendet. Mit diesem Material vom Phosphattyp, bei dem der Phosphatbinder mit einem Metalloxyd unter Bildung eines amorphen Produkts kombiniert wird, werden Gasemissionen selbst bei Erwärmung auf hohe Temperaturen begrenzt, da keine oder nur eine geringe Änderung im Zustand sich einstellt und der Wärmewiderstand erhöht ist. Dies führt jedoch zu einem anderen Mangel, da seine Luftpermeabilität in ungünstiger Weise begrenzt wird. Aus diesem Grunde wurde vorgeschlagen, grobe Aggregate wegen einer gesteigerten Luftpermeabilität zu verwenden, wodurch ein Druckanstieg in den Gießbereichen der Formen reduziert wird, wenn die geschmolzenen Dentalmetalle in den Gießbereichen vergossen werden. Dieses Verfahren macht jedoch die Oberflächen der Gießprodukte rauh; trotzdem erhält man keine ausreichende Luftpermeabilität.
Wenn also keine ausreichende Luftpermeabilität erhalten wird, wird der Innendruck im Gießbereich der Form zu stark erhöht, um die vorbestimmte Menge schmelzflüssigen Dentalmetalls in die Form zu vergießen. Dies führt zu Nachteilen wie Gießfehlern und zum Mitreißen von Gasen in das schmelzflüssige Metall, was wiederum zu Gießlunkern führt.
Das Lichtbogenschmelzen einer Dentalmetallbramme etwa bei Atmosphärendruck veranlaßt die Lichtbögen sich auf ihren lokalen Punkten unter dem Einfluß eines "magnetischen Schlags", etc., zu konzentrieren, was oft ein gleichmäßiges Schmelzen unmöglich macht, wodurch veranlaßt wird, daß eine lokale Erhitzung auf hohe Temperaturen herbeiführbar ist. Wenn die Dentalmetallbramme vollständig schmilzt, reagiert das Dentalmetall mit dem Tiegelmaterial. Um dies zu verhindern sind spezielle Mechanismen zur Bewegung der Elektroden notwendig.
Um die genannten Defekte des Standes der Technik zu umgehen, wird erfindungsgemäß versucht, ein Verfahren zum Gießen von Dentalmetallen zur Verfügung zu stellen, was zu gutgeglätteten Gußstücken durch stabiles Lichtbogenschmelzen führt, ohne daß eine Gefahr, daß Gießfehler oder Hohlräume auftreten, in Kauf zu nehmen wäre.
Es wurden eingehende Studien zum Erreichen des obengenannten Ziels unternommen, um Dentalmetalle mit einer Gießvorrichtung mit einer Schmelzkammer zu gießen, in der eine Bogenelektrode oben, und unterhalb dieser Bogenelektrode ein Tiegel aus einem elektrisch leitfähigem Material angeordnet sind. Weiterhin ist eine Formkammer vorgesehen, die gegen die Schmelzkammer durch eine Trennwand mit einem durchgehenden Loch in einer Position unterhalb dieses Tiegels abgetrennt ist, und wobei ein Formkasten untergebracht ist, der eine Form aufnimmt, die mit einer abgehenden offenen Entlüftung unterhalb dieses durchgehenden Loches versehen ist, wobei diese Schmelzkammer hermetisch mit dieser Formkammer durch diese Form in Verbindung steht. Dieses Verfahren zeichnet sich dadurch aus, daß eine Dentalmetallbramme auf diesem Tiegel positioniert wird, diese Schmelz- und Formkammern unter Vakuum gesetzt werden, eine kleine Menge an Inertgas in diese Schmelzkammer bei einem Druck gegeben wird, derart, daß eine Lichtbogenentladung über die gesamte Oberfläche dieser Bramme hervorgerufen wird, wodurch diese auf diesem Tiegel angeordnete Bramme durch Lichtbogenentladung von dieser Lichtbogenelektrode schmilzt und das so erhaltene schmelzflüssige Metall in diese Form durch diesen Einlaß vergossen wird und unmittelbar eine Zusatzmenge eines Inertgases in diese Schmelzkammer eingeführt wird, um deren Innendruck auf ein für das Gießen geeignetes Niveau zu erhöhen.
Erfindungsgemäß ist ein gleichförmiges Lichtbogenschmelzen der Dentalmetallbrammen erreichbar, da eine lokale Lichtbogenentladung verhindert werden kann, indem der Druck des Innengases in der Schmelzkammer, in der sie positioniert sind, gering gehalten wird.
Es werden Gießfehler und Gießlunker dadurch hervorgerufen, daß der Innendruck der Form erhöht wird, wenn das schmelzflüssige Dentalmetall in den Einlaß der Form gegossen wird, da es schwierig ist, dem "Investment"- oder Präzisionsgußmaterial eine ausreichende Luftpermeabilität zu verleihen. Solche fehler- oder lunkerfreien Gußstücke lassen sich erhalten, indem man den Innendruck der Schmelz- und Formkammern niedrig hält, bis die Dentalmetallbrammen geschmolzen sind und in eine Form durch deren Einlaß vergossen sind. Eine Zusatzmenge an Inertgas wird in die Schmelzkammer unmittelbar nach dem Vergießen des schmelzflüssigen Metalls in die Form durch deren Einlaß eingeführt.
Nach einer vorzugsweisen Ausführungsform der Erfindung, bei der die Zusatzmenge an Inertgas schnell in die Schmelzkammer über einen Gastank geliefert wird, der benachbart der Schmelzkammer angeordnet ist, wird es möglich, Gußstücke noch höherer Qualität zu erhalten. Dies ist bei bekannten Inertgaszylindern nicht erreichbar, die große Volumina gleichzeitig zu liefern nicht in der Lage sind.
Beispielsweise Ausführungsformen der Erfindung sollen nunmehr mit Bezug auf die beiliegenden Zeichnungen näher erläutert werden. Diese zeigen in:
Fig. 1 eine Darstellung mit einem wichtigen Teil der Ausführungsform der Gießvorrichtung zur Durchführung zur Maßnahme nach der Erfindung;
Fig. 2 eine graphische Darstellung, die die Druckveränderungen in den Schmelz- und Formkammern zeigt, wenn das Verfahren gemäß der Erfindung mit der Gießvorrichtung gemäß Fig. 1 zur Anwendung gebracht wird, und
Fig. 3 gibt Darstellungen für die Lichbogenzustände wieder, wenn der Druck in der Schmelzkammer - Fig. 3(A) im wesentlichen atmosphärischer Druck, - Fig. 3(B) - von einer bevorzugten Bedingung und - Fig. 3(C) - nahe dem Vakuum ist.
Zur Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung ist zunächst ein hermetisch gehaltenes Gießsystem, das durch eine Trennwand 1b mit einem durchgehenden Loch 1ba in eine Schmelzkammer 1 und eine Formkammer 2, wie Fig. 2 zeigt, vorgesehen ist. Die Schmelzkammer 1, vorteilhaft zusammen mit der Formkammer 2, wird praktisch bis auf Vakuum mittels einer Vakuumpumpe 9 evakuiert und ist so ausgelegt, daß sie mit einem Inertgas wie Argon durch eine Inertgasspeisequelle 8 beaufschlagt wird. Benachbart der Schmelzkammer 1 und an einem gewissen Ort auf einem Rohr zur Herstellung der Verbindung zwischen der Gasquelle 8 und der Schmelzkammer 1 ist vorteilhaft ein Tank 11 angeordnet, der so ausgelegt ist, daß er das Inertgas von der Gasquelle 8 aufnimmt und es in die Schmelzkammer 1 schnell einspeist. Dieses Rohr umfaßt ein Magnetventil (elektromagnetisches Ventil) zum Steuern der Menge des zugeführten Inertgases. In der Schmelzkammer 1 sind vorgesehen eine obenangeordnete Lichtbogenelektrode 3 und ein Tiegel 4 aus einem elektrisch leitfähigen Material, der kurz unterhalb der Lichtbogenelektrode 3 positioniert ist, wobei diese Lichtbogenelektrode 3 und dieser Tiegel 4 mit einer Kathode bzw. Anode verbunden sind. Vorteilhaft wird der Tiegel 4 so ausgelegt, daß er verschwenkend um eine horizontale Welle 4a, wie in Fig. 1 gezeigt, sich dreht. Andere bevorzugte Arten von Tiegeln, beispielsweise einer mit einer im Boden zu öffnenden Öffnung (nicht dargestellt) lassen sich verwenden. Bei dieser Anordnung ist die Formkammer 2 gerade unterhalb des durchgehenden Loches 1ba angeordnet, das durch die Trennwand 1b unterhalb des Tiegels 4 geführt ist und umfaßt hierin einen zylindrischen Formkasten 6, der an seinem unteren Ende, wie in Fig. 1 gezeigt, offen ist. Dann ist eine Form 5 mit von der Entlüftung 5a, die hier durchreicht, in diesen Formkasten 6 untergebracht, wobei ihre untere Zone 6b in Schraubeingriff mit einem Dichtungsglied 7 steht und ihre obere Zone 6a gegen die Unterseite dieser Trennwand 1b anliegt, d. h. daß die Abdichtung horizontal ist. Um diesen Formkasten 6 abzudichten, kann eine V-förmige Dichtung bzw. Packung (nicht dargestellt) um deren obere Zone 6a vorgesehen sein, derart, daß eine Anlage gegen die vertikale Ebene des durchgehenden Loches 1ba in der Trennwand 1b getroffen ist. Nach Fig. 1 wird ein Verbindungsloch 6c durch die untere Zone 6b des Formkastens 6 oder des Dichtungsgliedes 7 (durch das vorherige in dieser Ausführungsform) geformt. So steht die Formkammer 2 mit der Schmelzkammer 1 durch die offene Entlüftung 5a von sehr kleinem Durchmesser in Verbindung, von der man sagen kann, daß es sich um einen "Verbindungskanal" handelt, der die Verbindung zwischen dem Gießbereich 5b der Form und deren Außenseite herstellt.
Ein Vergießen von Dentalmetallprodukten mit der Gießvorrichtung kann durchgeführt werden, während die Innendrücke der Schmelz- und Formkammern 1 und 2, wie in Fig. 2 beispielsweise gezeigt, geregelt werden.
Zunächst wird der Formkasten 6 mit der darin untergebrachten Form 5 an seinem Ort innerhalb der Formkammer 2 positioniert, während das Dichtungsherstellungsglied 7 (seal setter) sich in Schraubeingriff mit deren unterer Zone 6b befindet. Dann wird der Formkasten 6 oder das Dichtungsherstellungsglied 7 gedreht, um den Formkasten 6 zu veranlassen, seine obere Zone 6a in Dichteingriff mit der Trennwand 1b zu bringen; die Tür 2a wird geschlossen, um die Formkammer 2 und die Schmelzkammer 1 hermetisch abzuriegeln. In diesem Zustand steht die Formkammer 2 mit der Schmelzkammer 1 durch das Verbindungsloch 6c in Verbindung, das durch die untere Zone 6b des Formkastens 6 oder dem Dichtungsherstellungsglied 7 und der durch die Form 5 sich erstreckenden offenen Entlüftung 5a gebildet wird.
Dann wird eine Dentalmetallbramme 10 auf dem Tiegel 4, der sich in der Schmelzkammer 1 befindet, angeordnet, gefolgt vom Schließen der Tür 1a, um die Schmelzkammer 1 hermetisch zu machen.
Jetzt wird die Schmelzkammer 1 auf Vakuum vermittels der Vakuumpumpe 9 evakuiert, so daß die Formkammer 2 im wesentlichen unter Vakuum steht. Bevorzugt jedoch wird in ähnlicher Weise die Formkammer 2 durch die Vakuumpumpe 9 evakuiert, um sie im wesentlichen unter Vakuum zu setzen, da die offene Entlüftung 5a den Kanal mit dem kleinen Durchmesser darstellt.
Hiernach wird eine Spurenmenge eines Inertgases wie Argon von der Gasquelle in die Schmelzkammer 1 bei einem solchen Druck geliefert, daß Lichtbogenentladung über die Oberseite der Bramme 10 hervorgerufen wird. Eine anschließende Lichtbogenentladung von der Bogenelektrode 3 schmilzt die auf den Tiegel 4 gesetzte Bramme 10. Bei der vorliegenden Ausführungsform wird die verwendete Elektrode 3 aus Wolfram hergestellt und hat 4 mm Durchmesser; die aus Titan in Säulenform bestehende Bramme 10 hat einen Durchmesser von 40 mm und eine Höhe von 12 mm und wird auf den Tiegel 4 gesetzt. Ist die Elektrode 3 7 mm von der Titanbramme 10 fort angeordnet, dann wird eine Lichtbogenentladung über die gesamte Oberfläche der Bramme 10 bei einem Lichtbogenstrom von 250 A in einer Argongasatmosphäre von 5 bis 150 Torr hervorgerufen, wie in Fig. 3(B) dargestellt. Wenn jedoch die Schmelzkammer 1 auf einen Druck fast gleich dem Atmosphärendruck festgelegt ist, wie Fig. 3(A) zeigt, dann werden die Bogen so fein, daß sie sich auf die Enden der Bramme 10 unter dem Einfluß von "magnetischen Schlag", etc., konzentrieren, was zu deren lokalem Schmelzen führt und, ist die Schmelzkammer 1 unter einem Druck nahe Vakuum gehalten, wie Fig. 3(C) zeigt, dann werden die Lichtbögen so übermäßig ausgebreitet, daß die Bramme 10 schmelzen wird. Nach dieser Ausführungsform wird es möglich, die Dentalmetallbramme 10 innerhalb einer kurzen Zeit, jedoch mit verbesserter Wirksamkeit zu schmelzen und einen delikaten Druckzustand kurz vor dem Gießen herzustellen.
Das so geschmolzene Dentalmetall wird in die Form 5 durch deren Zulauf 5a vergossen. Wenn der Tiegel 4 so ausgebildet ist, daß er sich um die horizontale Achse 4a verschwenkend nach oben und unten dreht, wie in Fig. 1 dargestellt, so wird dann bevorzugt, das schmelzflüssige Metall in die Form 5 durch deren Zulauf 5a zu gießen, während der elektrische Strom zwischen Elektrode 3 und Tiegel 4 leitfähig bleibt. Dies darum, weil dann, wenn der Tiegel 4 sich nach unten dreht, die Lichtbogenelektrode 3 so unter Abstand vom schmelzflüssigen Metall kommt, d. h. der Abstand zwischen den Elektroden wird so groß, daß eine Lichtbogenentladung automatisch aufhören kann. Somit kann das schmelzflüssige Metall bis unmittelbar erwärmt werden, bevor es in die Form 5 durch ihren Zulauf 5a vergossen wird. Wenn der verwendete Tiegel 4 so ausgelegt ist, daß er eine zu öffnende Öffnung in seinem Boden aufweist, so wird die Lichtbogenentladung nach dem Schmelzen der Metallbramme 10 unterbrochen. Unmittelbar danach wird die Öffnung offengehalten, um das schmelzflüssige Metall in die Form 5 durch ihren Zulauf 5a zu gießen.
Gerade nachdem das schmelzflüssige Metall in die Form 5 durch ihren Zulauf 5a vergossen ist, wird ein zusätzlicher Anteil an Inertgas, beispielsweise Argon, von der Gasquelle 8 in die Schmelzkammer 1 geliefert, um deren Innendruck zu erhöhen und hierbei Druck auf das schmelzflüssige Metall von der Schmelzkammer 1 auszuüben. Hieraufhin werden die Gase in der Form 5, die mit der offenen Entlüftung 5c versehen ist, in die Formkammer 2 durch diese offene Entlüftung 5c und das Verbindungsloch 6c im Formkasten 6 oder das Dichtungssetzelement 7 verteilt. Auf diese Weise wird es möglich, zu verhindern, daß die Gase innerhalb der Form 5 komprimiert werden und den Innendruck des Gießbereiches 5b der Form 5 erhöhen. Während in diesem Fall die Drucksteigerung der Formkammer 2 aufgrund der Gase in der Form 5 sich einstellt, läßt sich eine Druckbeaufschlagung des schmelzflüssigen Metalls gut erreichen; der Druckbeaufschlagungszustand des schmelzflüssigen Dentalmetalls wird nicht verhindert, da die in die Formkammer 2 eintretenden Gase in kleinem Anteil relativ zum Volumen der Schmelzkammer 1 stehen. Jetzt sorgt der Tank 11, der das gleiche Volumen wie die Schmelzkammer 1 aufweist und benachbart der Schmelzkammer 1 angeordnet ist, für einen einen ausreichend raschen Druckanstieg in der Schmelzkammer und ermöglicht eine Vervollständigung des Gießens bei hohen Gießkapazitäten.
Nach dem Verfahren gemäß der Erfindung, das vorstehend genauer dargelegt wurde, können Dentalmetalle durch Lichtbogenschmelzen gegossen werden, das bei einem Druck eines Inertgases wie Argongas abläuft und so klein ist, daß gleichförmig über die Oberflächen der Dentalmetallbrammen verteilte Lichtbögen sie insgesamt gleichzeitig schmelzen. So werden Schmelzfehler aufgrund lokaler Lichtbogenentladung oder Nachteilen wie der Reaktion des schmelzflüssigen Dentalmetalls mit den Tiegeln eliminiert, während spezielle Einrichtungen zum Bewegen der Elektroden etc. überflüssig sind. Es ist unwahrscheinlich, daß Dentalmetalle Oxydation erleiden, da deren Gießprozesse vom Vergießen in die Form bis zum Härten in einer inerten Gasatmosphäre stattfinden. Ein schnelles und sicheres Gießen des schmelzflüssigen Dentalmetalls in die Formen wird erreicht, teilweise weil der Druck in der Form niedrig gehalten wird, wenn die geschmolzenen Dentalmetalle in die Formen vergossen werden und teilweise weil während des Vergießens der schmelzflüssigen Dentalmetalle in die Formen die hierin vorhandenen Gase in die Formkammern über die offenen Entlüftungen verteilt werden, so daß die Innendrücke der Formen gering gehalten werden, wodurch, wenn die Dentalmetalle in die Formen unter Druck bei einem erhöhten Druck in der Schmelzkammer vergossen werden, es möglich wird, eine druckbeaufschlagte Schmelze in Strömungsrichtung hinter den Schmelzkammern gegen die Formen hin aufrechtzu­ erhalten. Da die schmelzflüssigen Metalle von der Art sind, daß sie in die Formen bei einem hohen Druck in der Form vergossen werden, befinden sich die Gase in einem Druckzustand, der so niedrig ist, daß sie nicht im schmelzflüssigen Dentalmetall mitgerissen werden können. Wenn die zusätzliche Menge an Inertgas in die Schmelzkammer durch einen Gastank eingeführt wird, der sich in der Nachbarschaft befindet, dann wird es möglich, den Gießdurchsatz zu erhöhen, wodurch sich fehler- oder lunkerfreie Gußstücke ergeben können. Gutgeglättete Gußstücke lassen sich erreichen, wenn man sogenanntes Investmentmaterial oder Präzisionsgußmaterial in Form eines Phosphatmaterials mit einer begrenzten Luftpermeabilität verwendet.
Zusammengefaßt lassen sich durch das Verfahren gemäß der Erfindung verschiedene Vorteile bei der Herstellung von Dentalmetallprodukten in einfacher und sicherer Weise durch Niederdruckschmelzen und Gießen ohne Hervorrufen von Gießfehlern oder Gießlunkern erreichen, was also einen großen Beitrag auf dem Dentalverarbeitungsgebiet bedeutet.

Claims (2)

1. Verfahren zum Gießen bzw. Vergießen von Dentalmetallen mit einer Gießvorrichtung mit einer Schmelzkammer, in der eine Lichtbogenelektrode oben und ein aus einem elektrisch leitfähigen Material geformter Tiegel unterhalb dieser Bogenelektrode positioniert sind und einer Formkammer gegen diese Schmelzkammer durch eine Trennwand mit einem durchgehenden Loch abgetrennt ist, das sich an einer Position unterhalb dieses Tiegels befindet und ein Formkasten im Gehäuse untergebracht ist, der eine Form aufnimmt, welche mit einer offenen abgehenden Entlüftung unterhalb dieses durchgehenden Loches versehen ist, wobei diese Schmelzkammer hermetisch mit der Formkammer durch diese Form in Verbindung steht, dadurch gekennzeichnet, daß:
eine Dentalmetallbramme auf diesem Tiegel positioniert wird,
diese Schmelz- und Formkammern unter Vakuum gesetzt werden,
eine geringe Menge an Inertgas in diese Schmelzkammer bei einem solchen Druck eingeführt wird, daß ein Lichtbogen über die gesamte Oberfläche dieser Bramme hervorgerufen wird, wodurch das Schmelzen dieser auf dem Tiegel angeordneten Bramme durch Lichtbogenentladung aus dieser Lichtbogenelektrode geschmolzen wird,
das so erhaltene geschmolzene Metall in diese Form durch einen Einlaß vergossen wird und
sofort eine zusätzliche Menge an Inertgas in diese Schmelzkammer zur Steigerung von deren Innendruck auf ein zum Gießen geeignetes Niveau zugeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß diese zusätzliche Menge an Inertgas schnell in diese Gießkammer durch einen Gasbehälter eingeführt wird, der sich in der Nachbarschaft der Schmelzkammer befindet, um den Innendruck auf ein Niveau zu steigern, das geeignet für Gießen unmittelbar nach dem Vergießen des so erhaltenen schmelzflüssigen Metalls in diese Form durch diesen Zulauf ist.
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