DE4119048C2 - Schäranlage - Google Patents
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- D02—YARNS; MECHANICAL FINISHING OF YARNS OR ROPES; WARPING OR BEAMING
- D02H—WARPING, BEAMING OR LEASING
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- D02H13/12—Variable-speed driving mechanisms
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Schäranlage zum
Schären von elastischen Fäden, bei der die Fäden von
einem Spulengatter mittels mit einer ersten Umfangsge
schwindigkeit angetriebener Abzugswalzen abgegeben,
mittels mit einer höheren zweiten Umfangsgeschwindigkeit
angetriebener Abzugswalzen gedehnt und in einer Schär
maschine geschärt werden, die mit einer gegenüber der
zweiten Umfangsgeschwindigkeit verminderten dritten
Umfangsgeschwindigkeit des Kettbaumwickels angetrieben
ist.
Bei einer bekannten Schäranlage dieser Art (DE 31 28 538 A1)
werden die Fäden über ein Sammelriet und eine Dreh
moment-Waage zu den Abzugswalzen geführt und wegen der
höheren zweiten Umfangsgeschwindigkeit unter erhöhte
Spannung gesetzt. Dabei werden sie stark gedehnt, bei
spielsweise um 80%. Dies führt zu einem sauberen Faden
abzug und zu einer erheblichen Verminderung der Inhomo
genitäten im Fadenmaterial. Das Aufwickeln auf den Kett
baum erfolgt mit verminderter Spannung, also beispiels
weise einer Dehnung von etwa 40%. Bei höheren Faden
spannungen wäre der Kettbaum zu stark belastet. Bei
verschiedenen Fadenmaterialien und insbesondere bei
höheren Dehnungen beim Abziehen und/oder bei geringeren
Dehnungen beim Aufwickeln wurden Fadenbrüche beobachtet.
Für das Schären von glatten, vorgestreckten, multifilen Kunst
stoffgarnen ist es bekannt (DE 30 18 373 A1), die Fäden von einem
nichtangetriebene Spulen aufweisenden Gatter abzuziehen und beim
Schären alle Fäden gemeinsam derart unter Zugspannung zu setzen,
daß sie durch Kaltverformung eine ausgeprägte Endverstreckung er
fahren. Hierbei kann die Endverstreckung in zwei oder mehr Ab
schnitten zunehmender Zugbeanspruchung erfolgen, wobei für den
letzten Teil der Endverstreckung auch die Wickelspannung des Kett
baums genutzt werden kann.
Es ist ferner bekannt (DE 39 13 381 A1), einem Kettbaum eine Über
laufwalze vorzuschalten, die angetrieben ist und eine Oberfläche
aufweist, die im Arbeitsbereich Schlupf relativ zur Fadenschar
weitgehend verhindert. Um gleichartig bewickelte Bäume zu erzeu
gen, wird mit der Umlenkwalze die Zulaufgeschwindigkeit der Faden
schar so gesteuert, daß die Differenz zwischen dem Ist-Zusammen
hang zwischen Baumdurchmesser und Umdrehungsanzahl des angetriebe
nen Kettbaums und dem Soll-Zusammenhang ausgeglichen wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Schär
anlage der eingangs beschriebenen Art anzugeben, bei
der die Gefahr von Fadenbrüchen erheblich reduziert
ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß dem Kettbaum
eine Überlaufwalze vorgeschaltet ist, die
zwischen einem Schärriet und dem Kettbaum
angeordnet ist und mit einer vierten Umfangsgeschwindigkeit,
die zwischen der zweiten und dritten
Umfangsgeschwindigkeit liegt, angetrieben ist und
daß die Überlaufwalze und die Abzugswalzen
eine hochglanzpolierte Oberfläche aufweisen.
Dieser Vorschlag beruht auf der Überlegung, daß in den
bekannten Fällen der an den Abzugswalzen erfolgende
Übergang von einem Abschnitt höherer Dehnung zu einem
Abschnitt geringerer Dehnung bei den schnellaufenden
elastischen Fäden dazu führt, daß diese im Abschnitt
zwischen Abzugswalze und Kettbaum eine leichte Flatter
bewegung durchführen, sich dabei mit Nachbarfäden über
kreuzen und verhaken. Dies führt sogleich oder, wenn
sie in dieser Form aufgeschärt werden, auch später noch
zu Fadenbrüchen. Durch die Überlaufwalze, deren Umfangs
geschwindigkeit zwischen derjenigen der Abzugswalzen
und derjenigen des Kettbaumwickels liegt, sind dem ersten
Abschnitt zwischen Gatter und Abzugswalzen, in denen
eine hohen Fadenspannung auftritt, mindestens zwei Ab
schnitte, von denen der eine zwischen Abzugswalzen und
Überlaufwalze und der andere zwischen Überlaufwalze
und Kettbaumwickel liegt, nachgeschaltet, in denen die
Fadenspannung stufenweise abgebaut wird. Dies hat zur
Folge, daß in jeder Stufe die Dehnung um ein kleineres
Maß reduziert wird und damit die Gefahr einer Überkreu
zung benachbarter Fäden und damit des Fadenbruchs weit
gehend beseitigt ist.
Die Überlaufwalze
ist dabei zwischen einem Schärriet und dem Kettbaum angeordnet.
Das Schärriet befindet sich daher in einem Abschnitt,
in welchem die Fäden eine gegenüber der Aufwickelspan
nung erhöhte Spannung besitzen. Dies ergibt eine beson
ders gute Führung der Fäden. Ihre vom Schärriet vorgege
bene Abstandslage bleibt bis zum Erreichen der Überlauf
walze erhalten. Da die Fäden reibungsschlüssig auf der
Überlaufwalze aufliegen, bleibt ihre Lage vom Einlauf
bis zum Ablauf unverändert. Und in dieser Lage erreichen
die Fäden auch den Kettbaumwickel, weil im letzten Ab
schnitt nur noch eine vergleichsweise geringe Dehnungs
reduktion erfolgt.
Günstig ist dabei, daß die Überlaufwalze und die Ab
zugswalzen eine hochglanzpolierte Oberfläche aufweisen.
Die so polierte Oberfläche sollte eine Rauhtiefe Rm <
3 µm und eine Glättungstiefe Ra < 1 µm aufweisen. Dies
ergibt eine besonders gute Haftung der elastischen Fäden
an der Überlaufwalze, ohne daß die Gefahr eine Beschädi
gung der Fäden besteht.
Wenn das Schärriet changiert, wie es für das saubere
Schären von Vorteil ist, empfiehlt es sich, daß Schär
riet und Überlaufwalze gemeinsam changieren. Hierdurch
wird die lagegenaue Zuführung der Fäden zum Kettbaum
verbessert, weil die Überlaufwalze keine Seitenkräfte
auf die Fäden ausübt.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist dafür gesorgt,
daß die Überlaufwalze und die Abzugswalzen einen gemein
samen Antrieb haben und miteinander über eine ein im
Betrieb festes Übersetzungsverhältnis bewirkende Kupp
lungsvorrichtung in Verbindung stehen. Die Überlaufwalze
benötigt daher keinen eigenen Antrieb. Die zweite und
vierte Umfangsgeschwindigkeit stehen in einem festen
Verhältnis zueinander.
Günstig ist es ferner, daß die Kupplungsvorrichtung
Mittel zum Ändern des im Betrieb festen Übersetzungs
verhältnisses aufweist. Dies erlaubt es, eine Anpassung
an verschiedene Fadenmaterialien vorzunehmen. Als ein
fache Mittel kommen Wechselzahnräder in Betracht.
Dem verbesserten Schären dient es auch, daß die dem
Gatter folgende erste Abzugswalze auf einem Meßkugel
lager gelagert ist, das ein der Gesamtspannung aller
Fäden zwischen Gatter und erster Abzugswalze entspre
chendes Spannungssignal abgibt, und daß eine Verstell
vorrichtung vorgesehen ist, die bei Abweichung des Span
nungssignals von einem Sollwert das Verhältnis zwischen
erster und zweiter Umfangsgeschwindigkeit ändert. Hier
mit wird der Tatsache Rechnung getragen, daß gummiela
stische Fäden nicht mit konstanter Spannung auf ihren
Spulen aufgewickelt sind, sondern sich über die Faden
länge Spannungsdifferenzen von durchschnittlich 10%
ergeben. Durch die beschriebene Regelung wird im ersten
Abschnitt eine konstante Fadenspannung und damit Gesamt
dehnung erreicht, so daß die Fäden mit einer gewünschten
konstanten Spannung geschärt werden können.
Die Erfindung wird nachstehend anhand eines in der Zeich
nung schematisch dargestellten Ausführungsbeispiels
einer erfindungsgemäßen Schärmaschine näher erläutert.
Ein Fadengatter 1 weist zahlreiche Spulen 2 mit gummi
elastischen Fäden auf, die mit Hilfe von Abrollwalzen 3,
die am Spulenumfang angreifen, mit einer ersten Umfangs
geschwindigkeit angetrieben werden. Der Antrieb erfolgt
von einem Motor 4 über eine Verstellvorrichtung 5, ins
besondere ein kontinuierlich verstellbares Getriebe
5, beispielsweise ein PIV-Getriebe.
Eine Abzugsvorrichtung 6 weist zwei Abzugswalzen 7 und 8
auf, die über ein Paar von Zahnrädern 9 und 10 mitein
ander gekuppelt sind und vom Motor 4 über eine Kardan
welle 10′, ein Kegelradgetriebe 11 und einen aus zwei
Zahnriemenscheiben 12 und 13 sowie einem Zahnriemen
14 bestehenden Zahnriementrieb mit einer zweiten Umfangs
geschwindigkeit angetrieben werden. Das Verhältnis der
zweiten zur ersten Umfangsgeschwindigkeit kann durch
einen Wechsel der Zahnriemenscheiben 12, 13 in groben
Stufen und durch Beeinflussung der Verstellvorrichtung 5
fein eingestellt werden. Der Abzugsvorrichtung 6 ist
ein Sammelriet 15 vorgeschaltet.
Ein Kettbaum 16 wird von einer Verstellvorrichtung 17
in Form eines verstellbaren Motors 17 derart angetrie
ben, daß sein Wickel 18 eine dritte Umfangsgeschwindig
keit besitzt, welche kleiner ist als die zweite Umfangs
geschwindigkeit der Abzugswalzen 7 und 8.
Erfindungsgemaß ist eine Überlaufwalze 19 vorgesehen,
die über eine Kupplungseinrichtung 20 mit den Abzugs
walzen 7 und 8 verbunden ist. Die Kupplungsvorrichtung
weist einen Zahnriemen 21 sowie die Zahnriemenscheiben
22 und 23 auf. Das Übersetzungsverhältnis ist so gewählt,
daß die Überlaufwalze 19 eine vierte Umfangsge
schwindigkeit besitzt, die kleiner ist als die zweite
Umfangsgeschwindigkeit der Abzugswalzen 7 und 8, aber
größer als die dritte Umfangsgeschwindigkeit des Kett
baumwickels 18. Der Überlaufwalze 19 ist ein Schärriet
24 vorgeschaltet. Überlaufwalze und Schärriet sind an
einem gemeinsamen Träger 25 angebracht, der senkrecht
zur Zeichenebene hin- und herbewegbar ist, so daß Über
laufwalze 19 und Schärriet 24 gemeinsam changieren.
Bei dieser Konstruktion durchlaufen die gummielastischen
Fäden 26 drei Abschnitte unterschiedlicher Verstreckung
oder Dehnung. Im Abschnitt I, der sich zwischen Gatter
1 und Abzugsvorrichtung 6 befindet, werden die Fäden 26
stark gedehnt, so daß sich ein sauberer Fadenabzug
von den Spulen 2 ergibt. Im Abschnitt II, der sich zwi
schen der Abzugsvorrichtung 6 und der Überlaufwalze
19 erstreckt, ist die Dehnung reduziert; die Fadenspan
nung ist aber noch ausreichend, um eine Verkreuzung
lockerer Fäden und damit die Gefahr von Fadenbrüchen
zu vermeiden. Die Fäden werden mit Hilfe des Schärriets
24 der Überlaufwalze 19 mit geordnetem Abstand voneinan
der zugeführt. Im dritten Abschnitt III, der sich zwi
schen der Überlaufwalze 19 und dem Kettbaumwickel 18
erstreckt, ist die Fadenspannung so weit herabgesetzt,
daß der Kettbaum 16 nicht unzulässig belastet wird.
Da die hohe Dehnung des Abschnitts I in zwei Stufen
reduziert wird, ist gewährleistet, daß auch im Abschnitt
III durch die plötzliche Entspannung keine unzulässige
Verlagerung der Fäden erfolgt.
Die Oberfläche der Abzugswalzen 7 und 8 sowie der Über
laufwalze 19 sind hochglanzpoliert, so daß trotz unter
schiedlicher Fadenspannungen in den Abschnitten I, II
und III die Fäden nicht von einem Abschnitt in den ande
ren kriechen können.
Die zweite Umfangsgeschwindigkeit der Abzugswalzen 7
und 8 liegt vorzugsweise beim Doppelten der ersten Um
fangsgeschwindigkeit der Abrollwalzen 3, kann aber in
Abhängigkeit vom zu verarbeitenden Fadenmaterial auch
kleiner oder größer sein, beispielsweise das Dreifache
betragen.
Die dritte Umfangsgeschwindigkeit des Kettbaumwickels 18
liegt im allgemeinen zwischen 25 und 40% der ersten
Umfangsgeschwindigkeit der Abrollwalzen 3. Eine solche
Spannung vermag ein Kettbaum aufzunehmen.
Die vierte Umfangsgeschwindigkeit der Überlaufwalze 19
liegt zwischen der zweiten und der dritten Umfangsge
schwindigkeit. Vorzugsweise liegt sie um etwa 20 bis
40% der erste Umfangsgeschwindigkeit über der dritten
Umfangsgeschwindigkeit. Auch hier läßt sich die Umfangs
geschwindigkeit durch einen Wechsel der Zahnriemenschei
ben 22 und 23 einstellen.
Die Abzugswalze 8 ist auf einem Meßkugellager 27 gela
gert. Das Meßkugellager gibt über die Leitung 28 ein
Spannungssignal s1 an einen Regler 29, dem außerdem
ein Spannungs-Sollwert s2 zugeführt wird. Der Regler 29
steuert die Verstellvorrichtung 5, so daß eine konstante
Fadenspannung im Abschnitt I aufrechterhalten werden
kann.
Da sich der Kettbaumwickel 18 laufend vergrößert, muß
er mit variabler Drehzahl angetrieben werden. Eine
Wickel-Meßvorrichtung 30, beispielsweise eine Licht
schranke, tastet den Durchmesser des Wickels 18 ab und
sendet ein Durchmessersignal d1 an einen Regler 31.
Diesem wird als Sollwert d2 ein Wert vorgegeben, der
von einem Musterbaum abgeleitet ist. Der Musterbaum
gibt für bestimmte Windungszahlen des Wickels bestimmte
Durchmesserwerte an. Auf diese Weise ergibt sich die
gewünschte Umfangsgeschwindigkeit des Wickels 18.
Die durch die Regler 29 und 31 bewirkten Korrekturen
können auch an anderer Stelle erfolgen. Beispielsweise
kann die Verstellvorrichtung 5 zwischen Motor 4 und
Abzugsvorrichtung 6 angeordnet sein.
Claims (5)
1. Schäranlage zum Schären von elastischen Fäden, bei
der die Fäden von einem Spulengatter mittels mit
einer ersten Umfangsgeschwindigkeit angetriebener
Abrollwalzen abgegeben, mittels mit einer höheren
zweiten Umfangsgeschwindigkeit angetriebener Ab
zugswalzen gedehnt und in einer Schärmaschine ge
schärt werden, die mit einer gegenüber der zweiten
Umfangsgeschwindigkeit verminderten dritten Um
fangsgeschwindigkeit des Kettbaumwickels angetrie
ben ist, dadurch gekennzeichnet, daß dem Kettbaum
(16) eine Überlaufwalze (19) vorgeschaltet ist, die
zwischen einem Schärriet (24) und dem Kettbaum (16)
angeordnet ist und mit einer vierten Umfangsge
schwindigkeit, die zwischen der zweiten und dritten
Umfangsgeschwindigkeit liegt, angetrieben ist und
daß die Überlaufwalze (19) und die Abzugswalzen (7,
8) eine hochglanzpolierte Oberfläche aufweisen.
2. Schäranlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß Schärriet (24) und Überlaufwalze (19) ge
meinsam changieren.
3. Schäranlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Überlaufwalze (19) und die Ab
zugswalzen (7, 8) einen gemeinsamen Antrieb (4)
haben und miteinander über eine ein im Betrieb fe
stes Übersetzungsverhältnis bewirkende Kupplungsvor
richtung (20) in Verbindung stehen.
4. Schäranlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeich
net, daß die Kupplungsvorrichtung (20) Mittel (22,
23) zum Ändern des im Betrieb festen Übersetzungs
verhältnisses aufweist.
5. Schäranlage nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die dem Gatter (1) folgende
erste Abzugswalze (7) auf einem Meßkugellager (27)
gelagert ist, das ein der Gesamtspannung aller Fä
den (26) zwischen Gatter und erster Abzugswalze
entsprechendes Spannungssignal (s1) abgibt, und daß
eine Verstellvorrichtung (5) vorgesehen ist, die
bei Abweichung des Spannungssignals von einem Soll
wert (s2) das Verhältnis zwischen erster und zwei
ter Umfangsgeschwindigkeit ändert.
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