DE4133604C2 - Vorrichtung zum Fördern und Mischen eines Feststoffes mit einer Flüssigkeit - Google Patents
Vorrichtung zum Fördern und Mischen eines Feststoffes mit einer FlüssigkeitInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Fördern und Mi
schen gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Eine gattungsgemäße Vorrichtung zum Mischen einer Flüssigkeit
und eines Feststoffes ist aus der US-PS 4,453,829 bekannt. Bei
dieser Vorrichtung wird ein Feststoff über einen Rotor in ein
Gehäuse eingeleitet, in welches eine Flüssigkeit zugeführt
wird. Der Feststoff wird dabei in die Flüssigkeit hineinge
schleudert, wodurch bei empfindlichen Feststoffen Beschädigun
gen auftreten können. Aufgrund der zentralen Zuführung der bei
den Komponenten besteht zudem die Gefahr, daß Gas eingemischt
wird.
Zum Fördern und Mischen mehrerer Komponenten, insbesondere von
Flüssigkeiten und Feststoffen werden chargenweise arbeitende
und kontinuierliche Verfahren angewendet.
Bei der chargenweisen Verarbeitung der Komponenten wird die
Flüssigkeit durch eine externe Pumpe in einem Rührkessel vorge
legt. Die Feststoffe werden entweder durch eine aufwendige pneu
matische Förderung zugegeben oder durch ein darüber angeordnetes
Silo- und Dosiersystem eingebracht.
All diese Verfahrensschritte sind jedoch sehr aufwendig. Die
Bauhöhe der Silo- und Dosiersysteme erfordert aufwendige bauli
che Maßnahmen, wobei die Präzision der Feststoffaufgabe teil
weise gering ist. Ein weiterer Nachteil dieses Systems besteht
in der offenen baulichen Anordnung. Auf diese Weise kann Luft
beim Mischvorgang eingebracht und eingerührt werden. Die am
Feststoff haftende Luft wird nicht abgetrennt. Daher ist bei
dem oben genannten chargenweisen Verarbeitungsverfahren in der
Regel der Einbau eines Deaerators notwendig, um den in der Mi
schung noch vorhandenen oder gebundenen Gasanteil abzutrennen.
Aufgrund der teilweise unbefriedigenden Mischwirkung wer
den oft große Verweilzeiten in dem Rührkessel notwendig,
die zu einer Verringerung des Durchsatzes führen. Die un
befriedigende Mischwirkung macht darüberhinaus einen hö
heren Einsatz von Absorptionsmitteln notwendig. Hierdurch
wird jedoch die nachfolgende Abtrennung stark belastet und
die zu entsorgenden Abfallmengen werden recht groß.
Teilweise wird versucht, die schlechte Mischwirkung der
oben genannten Anlagen durch eine hohe Mischerleistung zu
kompensieren. Hierdurch werden jedoch die Scherkräfte bei
der Durchmischung der Komponenten sehr hoch und können vor
allem bei biologischen Komponenten zu einer Beeinträchti
gung der Qualität des Endproduktes führen.
Bei den kontinuierlichen Mischverfahren ist es bekannt, die
Komponenten kontinuierlich einem offenen Rührkessel zuzu
führen. Zu den oben bereits geschilderten Nachteilen be
wirkt dies einen eventuellen Verlust leicht flüchtiger Pro
dukte.
Es ist weiterhin bekannt, die Komponenten in einen ge
schlossenen Rührbehälter zu injizieren. Jedoch auch hier
treten insbesondere bei schlecht mischbaren Komponenten
Verklumpungen, Luft- und Gasblasen auf, die zu einer Ver
stopfung und damit zu einer geringeren Betriebssicherheit
der Anlagen führen können. Auch hier ist für eine effizien
te Durchmischung der Komponenten eine lange Verweilzeit im
Rührbehälter notwendig.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung
der eingangs genannten Art zu schaffen, die eine Förderung
und effiziente Durchmischung einer Flüssigkeit und eines Fest
stoffes unter weitgehender Luftabscheidung bei geringem appa
rativen Aufwand ermöglicht.
Diese Aufgabe wird bei einer Vorrichtung der gattungsgemäßen Art
durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Vor
teilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
Durch die erfindungsgemäße Vorrichtung wird eine Flüssigkeit,
durch den Rotor in eine Rotation versetzt, wodurch sich ein
Druckgradient in radialer Richtung in dem Rührbehälter ausbil
det. Vorzugsweise ist der Rotor aus zwei über Stege miteinander
verbundenen Scheiben gebildet, zwischen denen die Flüssigkeit re
lativ frei von Turbulenzen rotiert. Diese flüssige Komponente
wird nachfolgend als "zweite Komponente" bezeichnet. Die andere
Komponente, der Feststoff, nachfolgend als "erste Komponente"
bezeichnet, wird nun im Zentrum des Rotors aufgegeben, wodurch
diese Komponente durch die Zentrifugalkraft in die zweite Kompo
nente hineingedrückt wird. Das am Feststoff anhaftende Gas wird
dabei durch den Dichteunterschied im Zentrum des Rotors abgeson
dert. Im Randbereich des Fördermischers treten zwischen Rühr
behälter und Rotor starke Verwirbelungen auf, in denen die
Komponenten gut durchmischt werden.
An der Unterseite des Rotors befindet sich zwischen diesem und
der Behälterwand die Eintrittsöffnung der Zuführung für die
Flüssigkeit. Diese Eintrittsöffnung ist im Behälterboden radial
beabstandet zum äußeren Rand des Rotors in Richtung auf die Ro
torachse hin angeordnet, so daß sich die Eintrittsöffnung für
die
Flüssigkeit nicht im Bereich des höchsten Druckes befindet.
Je mehr diese Eintrittsöffnung in Richtung zur Rotorachse
angeordnet ist, desto geringer ist der Aufgabedruck für die
Flüssigkeit. Die Austrittsöffnung für das Gemisch ist in
der radial außenliegenden Außenwand des Behälters, also im
Bereich hohen Druckes angeordnet, so daß die Vorrichtung
nicht nur für eine effiziente Durchmischung der Komponenten,
sondern auch für deren Förderung verwendet werden kann.
Diese Förderwirkung kann verstärkt werden, wenn koaxial zur
Rotationsachse eine zylindrische Ausbuchtung in der Wand
des Rührbehälters vorgesehen ist, die die Rotorwelle um
gibt. Im Mantelbereich dieses Zylinders befindet sich die
Eintrittsöffnung für die Zuführung der zweiten Komponente.
Am Außenumfang der Rotorwelle ist eine Förderschnecke oder
ein Förderelement in Art eines Schraubgewindes angeordnet,
wodurch die Flüssigkeit
angesaugt wird. In dieser Ausführungsform der Erfindung
wird somit die flüssige Komponente angesaugt und nach in
tensiver Durchmischung mit dem Feststoff unter Druck abge
führt, wodurch sich diese Vorrichtung neben dem ausgezeich
neten Mischeffekt auch durch eine hohe Förderleistung aus
zeichnet.
Obwohl eine Anordnung der Eintrittsöffnung der Zuführung
für die zweite Komponente unterhalb des Rotors vorteilhaft
erscheint, ist auch eine Anordnung an der Oberseite mög
lich. Der ersteren Lösung ist jedoch wegen der bei der
letztgenannten Anordnung bestehenden Gefahr des Gaseintra
ges in die Mischung der Vorzug zu geben.
Bei der Verwendung einer Doppelscheibe als Rotor erfolgt
eine funktionsmäßige Aufteilung des Rührbehälters in eine
Feststoffeintragszone und eine Mischungszone. Zwischen den
Scheiben bildet sich ein nahezu turbulenzfreier rotierender
Flüssigkeitsring aus, in den der zentral eingegebene Fest
stoff hineinwandert, wobei Gas aufgrund des Dichteunter
schieds im Zentrum der Doppelscheibe verbleibt und nicht
mit in die Flüssigkeit eingetragen wird. Der Feststoff wan
dert nun an der Außenkante des Rotors vorbei in einen Raum,
der auf seiner einen Seite durch die Wand des Rührbehälters
und auf der anderen Seite durch eine Scheibe des Rotors ge
bildet wird. Während die Wand des Rührbehälters stillsteht,
dreht sich die Scheibe mit der Rotationsgeschwindigkeit des
Rotors, so daß in diesem Raum hohe Scherkräfte herrschen,
die zu einer guten Durchmischung der Komponenten führen. In
diesem Raum ist im Umfangsbereich des Rührbehälters die
Austrittsöffnung vorgesehen, so daß das gut durchmischte
Produkt unter Druck aus dem Fördermischer ausgetragen wird.
In einer weiteren speziell für die Förderung und Mischung
von scherempfindlichen Stoffen, z. B. Frucht- oder Gemüse
stücken, konzipierten Vorrichtung, ist der Abstand zwischen
der Außenkante des als Doppelscheibe ausgebildeten Rotors
und der Behälterwand so gering, daß ein Durchtritt dieser
Stoffe nicht möglich ist. Die Austrittsöffnung befindet
sich in diesem Fall in dem Umfangsbereich des Rührbehäl
ters, der zwischen den beiden Scheiben des Doppelscheiben
rotors liegt. Die Eintrittsöffnung für die Flüssigkeit ist
zum Beispiel unterhalb des Rotors im Behälterboden angeord
net. Durch die Ausbildung von Mitnehmerschaufeln an der dem
Behälterboden zugewandten Unterseite des Doppelscheibenro
tors wird die Förderwirkung verstärkt. Hierdurch strömt die
Flüssigkeit in den Bereich zwischen die Doppelscheibe, wo
durch eine Verstopfung des Spaltes zwischen der unteren
Scheibe des Doppelscheibenrotors und der Behälterwand ver
mieden wird. Da nur im unteren Raum zwischen Doppelschei
benrotor und Behälterwand hohe Scherkräfte auftreten, wer
den die im Zentrum der Doppelscheiben zugeführten Frucht-
Gemüsestücke schonend der Flüssigkeit beigesetzt, ohne be
schädigt zu werden.
Mit der erfindungsgemäßen Fördermischvorrichtung ist eine
genaue Regelung der Feststoff- und Flüssigkeitsdosierung
möglich. Da der Feststoff nicht unter Druck injiziert wer
den muß, kann er ohne großen apparativen Aufwand durch
gravimetrisch überprüfte Dosierung proportional zur Pro
duktmenge zugegeben werden. Eine Feinregelung über die
Dichte des Endproduktes ist zusätzlich möglich.
Die Flüssigkeitszufuhr in den unteren Teil des
Rührbehälters ist selbstregelnd. Da mit zunehmender Menge
zugeführter Flüssigkeit die radiale Abmessung des rotieren
den Flüssigkeitsringes größer wird, nimmt bei konstanter
Drehzahl des Rotors der Druck im Bereich der Eintrittsöff
nung der Zuführung für die zweite Komponente zu. Bei höhe
ren Gegendrucken reduziert sich die Eintrittsmenge von
selbst. Bei abnehmender Eintrittsmenge verläuft die Wir
kungsrichtung entgegengesetzt. Die radiale Abmessung des
Flüssigkeitsringes wird kleiner, wodurch der Gegendruck im
Bereich der Eintrittsöffnung der Zuführung für die Flüssig
keit geringer wird. Dies führt wiederum zu einer Erhöhung
der Zulaufmenge. Durch die Wahl der Anordnung der Ein
trittsöffnung zwischen Rotorachse und Rand des Rotors ent
sprechend dem vorgegebenen Betriebsdruck wird vorab eine
Grobeinstellung der Flüssigkeitszufuhr erreicht.
Eine minimale Dicke des rotierenden Flüssigkeitsringes
läßt sich über Druckaufnehmer im Bodenbereich des Rührbe
hälters einstellen. Eine minimale Dicke des rotierenden
Flüssigkeitsringes ist wünschenswert, damit ein ausrei
chendes Volumen für die Feststoffaufnahme im Bereich zwi
schen der Doppelscheibe zur Verfügung steht. Gleichfalls
muß jedoch verhindert werden, daß im Außenbereich des Ro
tors angeordnete Mitnehmerschaufeln zur Erhöhung der För
der- und Mischwirkung in den Bereich der Phasengrenze
Flüssigkeit/Luft hineinreichen und dadurch Luft oder Gas
komponenten in die Mischung bzw. in das Produkt einrühren.
Bei Unterschreiten eines vorher festgelegten Drucklimits
wird daher der Sollwert des Durchsatzes durch den Förder
mischer entsprechend reduziert.
Besonders vorteilhaft ist hierbei die Anordnung zweier in
etwa radial verlaufender Flächen am Rührer, zwischen denen
sich eine nahezu turbulenzfreie Zone ausbildet. Die erste
Komponente wird im Bereich der Rotationsachse zwischen den
beiden Flächen aufgegeben um eine gute Abscheidung des an
der ersten Komponente anhaftenden Gases zu erreichen.
Die Erfindung wird nachfolgend beispielsweise in der sche
matischen Zeichnung beschrieben. In dieser zeigen:
Fig. 1 einen bruchstückartigen, axialen Längsschnitt
durch einen Teil eines Fördermischers in einer
ersten Ausführungsform;
Fig. 2 einen Längsschnitt durch den Teil eines För
dermischers in einer zweiten Ausführungsform;
Fig. 3 ein Detail III aus Fig. 1 und 2 in einer al
ternativen Ausführungsform;
Fig. 4 ein schematisches Verfahrensdiagramm für die Ver
wendung des Fördermischers in einem diskonti
nuierlichen Verfahren, und
Fig. 5 und 6 schematische Verfahrensdiagramme für Verwendung
des Fördermischers in kontinuierlichen Verfahren.
In Fig. 1 ist ein weitgehend rotationssymmetrisch aufgebau
ter Fördermischer 10 im axialen Längsschnitt dargestellt. Er
weist ein zylindrisches Gehäuse 12 auf, in den vom
Boden 14 her eine Rotorwelle 16 eingeführt ist. An dem in
das Gehäuse 12 hineinragenden Ende dieser Rotorwelle
16 ist ein Rotor 18 in Form eines Doppelscheibenrotors be
festigt. Dieser besteht aus zwei Scheiben 20, 22, die über
Stege 24 miteinander verbunden sind. Der Rotor 18 ist dreh
fest auf der Rotorwelle 16 z. B. mit Preßsitz oder ver
schweißt bzw. gelötet angeordnet.
Die obere Scheibe 22 des Rotors 18 hat die Form eines nach
unten sich öffnenden, konischen Tellerrings oder einer Ring
haube und ist derart mit der unteren Scheibe 20 verbunden,
daß der äußere Rand 26 des Tellerrings 22 näher an der
unteren Scheibe 20 liegt, als dessen innere Kante 28. Die
innere Kante 28 bildet eine große, zentrische Öffnung, in
die eine zylindrische Zuführung 30 für einen Feststoff
hineinragt. Die zylindrische Zuführung 30 ist fest mit dem
Gehäuse 12 verbunden.
Im Bodenbereich 14 des Gehäuses 12 ist eine Zuführung
32 für eine zweite Komponente eine
Flüssigkeit angeordnet.
An der dem Boden 14 des Gehäuses 12 zugewandten Seite
34 der unteren Scheibe 20 des Rotors 18 sind im Bereich
der Außenkante Mitnehmerschaufeln 36 angeordnet, die z. B.
eine L-Form haben.
Eine Abführung 38 für das gemischte bzw. zu fördernde Gut
ist im Bereich zwischen oberer Scheibe 22 und Gehäuse
12 in dem Zylindermantel 40 des Gehäuses 12 angeord
net. Der Raum zwischen oberer Scheibe 22 und Rührbehälter
wird zur Rotorachse hin durch die zylindrische Zuführung
30 abgeschlossen. In der Ecke zwischen Gehäuse 12 und
Zuführung 30 ist eine Entlüftungsbohrung 42 vorgesehen.
Nachfolgend wird die Funktionsweise des Fördermischers ge
mäß Fig. 1 beschrieben.
Die Flüssigkeit wird durch die untere Zuführung 32 dem
Gehäuse 12 zugeführt. Durch die Drehung des Rotors
wird die zugeführte Flüssigkeit in eine Drehung versetzt,
so daß sie ungefähr bis zur gestrichelten Linie an die zy
lindrische Außenwand 40 des Vorbehälters angepreßt wird.
Der Druck in der Flüssigkeit nimmt dabei mit zunehmendem
radialen Abstand von der Rotorachse zu. Gängige Werte für
die Rotationsgeschwindigkeit des Rotors 18 sind z. B. 2500
bis 3000 Umdrehungen/min. Zwischen den Scheiben 20 und 22
des Doppelscheibenrotors 18 bildet sich eine nahezu turbu
lenzfreie Zone aus, da zwischen den Scheiben 20, 22, die
sich mit gleicher Geschwindigkeit drehen, keine Scherkräfte
auftreten. Über die zylindrische Zuführung 30 wird kontinu
ierlich oder diskontinuierlich ein Feststoff zugeführt, der
durch den Rotor beschleunigt wird und aufgrund der Zentri
fugalkraft in die zwischen den Scheiben 20, 22 befindliche
Flüssigkeit hineingeschleudert wird. Aufgrund der hohen
Dichte in der Flüssigkeit wird dabei das dem Feststoff an
haftende Gas bzw. die Luft über die konische Ringhaube 22
nach radial innen und oben abgeschieden. Der Verlauf der
Feststoffzuführung ist durch Pfeile A dargestellt.
Aufgrund ihrer, verglichen mit der Flüssigkeit höheren
Dichte gelangen die Feststoffe aus dem Bereich zwischen den
beiden Scheiben 20, 22 heraus und strömen in die Räume, die
zwischen den Wänden des Gehäuses 12 und den Scheiben
20, 22 des Rotors ausgebildet sind. In diesen Räumen herr
schen große Turbulenzen aufgrund der hohen Scherkräfte, die
daraus resultieren, daß eine Wand durch die "stationäre" Wand
des Gehäuses 12 gebildet ist, während die jeweils andere
Wand durch die Oberseite der oberen Scheibe 22 bzw. die Unter
seite 34 der unteren Scheibe 20 gebildet ist. In dem Raum
zwischen der Unterseite 34 der unteren Scheibe 20 und dem
Boden 14 des Gehäuses 12 werden die Turbulenzen wei
terhin durch die Mitnehmerschaufeln 36 verstärkt. Hierdurch
tritt ein starker Mischeffekt auf, so daß neben dem Fest
stoffeintrag unter weitgehender Gasabscheidung auch eine
sehr effiziente Vermischung der Komponenten erreicht wird.
Die Eintrittsöffnung der Zuführung 32 in das Gehäuse
12 liegt in Richtung auf die Rotationsachse radial beab
standet zur Außenkante 26 des Rotors 18. Die Nähe dieser
Eintrittsöffnung der Zuführung 32 zur Rotorachse ist maßge
bend dafür, welcher Druck für die Zuführung der Flüssigkeit
aufgewendet werden muß. Je geringer der Abstand zur Rotor
achse ist, desto weniger Druck muß aufgewendet werden.
Die Abführung 38 liegt in dem zylindrischen Außenmantel 40
des Gehäuse 12 und damit im Bereich höchsten Druckes,
so daß neben der guten Mischwirkung des Fördermischers 10
auch eine sehr gute Förderwirkung erreicht wird. Die För
derwirkung wird durch die Mitnehmerschaufeln 36 an der un
teren Scheibe 20 abermals verbessert. Gas, das sich im obe
ren Bereich des Gehäuses 12 zwischen dessen Oberseite
und der oberen Scheibe 22 im Bereich um die zylindrische
Zuführung 30 ansammelt, kann durch die Entlüftungsbohrung
42 durch die Zuführung 30 entweichen.
Eine zu dem Fördermischer 10 in Fig. 1 weitgehend iden
tische weitere Ausführungsform eines Fördermischers ist in
Fig. 2 dargestellt. Identische Teile sind hierbei mit
identischen Bezugszeichen versehen.
Der in Fig. 2 dargestellte Fördermischer 50 eignet sich
zur Einbringung von sehr empfindlichen Komponenten in eine
Flüssigkeit bzw. eine Suspension. Die scherempfindliche
erste Komponente kann z. B. durch Frucht- oder Gemüsestücke
gebildet sein, die in einen Fruchtsaft oder einen anderen
Flüssigkeitsträger einzubringen sind. Bei dem Fördermischer
50 ragen die Außenkanten 52, 54 der Scheiben 20, 22 des Ro
tors 18 soweit an die Innenwand des Zylindermantels 40 des
Gehäuses 12, daß der Abstand d zwischen den Außenkan
ten 52, 54 und der Zylinderwand 40 kleiner als der Durch
messer der kleinsten Frucht- oder Gemüsestücke oder kleiner
als der mittlere Durchmesser der Frucht- oder Gemüsestücke
ist, die durch die Zuführung 30 in das Zentrum zwischen die
Scheiben 20 und 22 eingeführt werden. Bei diesem Förder
mischer 50 ist es notwendig, daß die Abführung 38 in dem
Wandbereich 40 zwischen den beiden Scheiben 20 und 22 des
Rotors 18 angeordnet ist, da die Fruchtstücke nicht durch
den Spalt d in die Räume zwischen den Scheiben 20, 22 und
dem Gehäuse 12 gelangen können. Die Flüssigkeit wird
durch die Zuführung 32 für die zweite Komponente zugeführt.
Im Zusammenwirken mit den Mitnehmerschaufeln 36, die sich
in Fig. 2 nur bodenseitig an der Scheibe 20 erstrecken,
wird erreicht, daß ständig ein gewisser Volumenstrom an
Flüssigkeit durch den Spalt zwischen der äußeren Kante 52,
der unteren Scheiben 20 und dem Zylinder 40 in dem Bereich
zwischen die Scheiben 20 und 22 strömt, so daß einer Ver
stopfung dieses Spaltes entgegengewirkt wird.
Die Frucht- oder Gemüsestücke gelangen bei diesem Fördermi
scher 50 nur in den Bereich zwischen die Scheiben 20, 22, in
dem eine geringe Turbulenz vorherrscht. Dort treten nur ge
ringe Scherkräfte auf, so daß diese Stücke im wesentlichen
unversehrt bleiben. Aufgrund des geringen Abstandes d der
Scheiben zu der Zylinderwand 40 des Gehäuses 12 ge
langen die Fruchtstücke nicht in die Räume starker Turbu
lenz und können dort nicht beschädigt werden. Der Mischef
fekt ist bei diesem Fördermischer 50 nicht sehr stark aus
geprägt, was jedoch für die beabsichtigten Anwendungsfälle
gewollt ist. Erreicht wird eine schonende Einbringung von
biologischen Zellen bzw. Frucht- oder Gemüsestücken in eine
Flüssigkeit unter sterilen Bedingungen, bei weitgehender
Luftabscheidung aus der scherempfindlichen ersten Kompo
nente.
Fig. 3 zeigt ein Detail III ähnlich den Fig. 1 und 2 im
Bereich des Bodens 14 des Gehäuses 12 und der Rotorwel
le 16. Der Boden 14 des Gehäuses 12 enthält demnach eine
zylindrische Ausbuchtung 60, die konzentrisch die Rotor
welle 16 umgibt. An der unteren Stirnseite 62 der zylindri
schen Ausbuchtung 60 tritt die Rotorwelle 16 durch den Rühr
behälter hindurch. Im Bereich der zylindrischen Ausbuch
tung 60 weist die Rotorwelle 16 eine schraubengewindeförmi
ge Förderfläche 64 auf. Die Zuführung 32 für die
Flüssigkeit ist im Zylinder
mantel der zylindrischen Ausbuchtung 60 angeordnet. Die zy
lindrische Ausbuchtung 60 wirkt mit der schraubengewinde
förmigen Förderfläche 64 auf der Rotorwelle 16 in der Art
einer Pumpe zusammen, so daß diese Ausbildung des Förder
mischers in der Lage wäre, die Flüssigkeit selbst anzusau
gen. Vorlegepumpen oder andere konstruktive Maßnahmen, z. B.
hochgelegte Flüssigkeitstanks, würden sich durch diese
Ausbildungsform erübrigen.
Fig. 4 zeigt den Einsatz des Fördermischers aus Fig. 1
oder 2 in einem chargenweise arbeitenden Verfahren. Die
Flüssigkeiten werden durch eine externe Boosterpumpe 60
oder durch eine selbstsaugende Konstruktion gemäß Fig. 3
durch die Flüssigkeitszuführung 32 in den Fördermischer 10
bzw. 50 vorgelegt. Wird die Flüssigkeitsmenge per Durch
flußmesser, wie Zähler oder Anzahl der Hübe einer Kolben
pumpe bestimmt, kann die Zudosierung und damit die Vermi
schung des Feststoffes mit der oder den Flüssigkeiten so
fort beginnen, wobei die Feststoffe durch die Zuführung 30
dem Fördermischer 10, 50 zugeführt werden. Wird die Flüssig
keitsmenge gravimetrisch mit Wägezellen im Rührkessel be
stimmt, so wird die Feststoffzufuhr erst dann eingeschaltet,
wenn sich eine bestimmte Menge Flüssigkeit im Rührkessel
befindet, die mittels des Rotors 18 in Rotation versetzt
worden ist.
Die Feststoffzufuhr kann in einer einfachen Konstruktion
über eine Schüttelrinne erfolgen, durch die eine vorher
eingewogene Menge an Feststoff dem Fördermischer zugeführt
wird. Eine höhere Genauigkeit der Dosierung wird durch eine
Proportionalitätsregelung mit Hilfe eines Durchflußmessers
für die Flüssigkeit und einer Dosierbandwaage für die Fest
stoffe erzielt. Nach gewünschter Durchmischung wird das
Produkt durch den Fördermischer aufgrund der Zentrifugal
kraft zur Abfüllinie 64, in die Vorratstanks 62 oder zur
weiteren Verarbeitung gefördert.
Durch dieses Verfahren werden lange Rohrleitungswege für
den Feststofftransport vermieden und die erforderliche
Bauhöhe ist deutlich niedriger als bei derzeit bekannten
Verfahren. Die Verwendung von Pumpen für Zulauf und Austrag
kann weitgehend vermieden werden. Da das System geschlossen
ist, kann keine Luft in die Feststoffe oder in die Flüssig
keit eingebracht werden, wobei im Fördermischer die am
Feststoff anhaftende Luft abgetrennt wird. Der Einbau eines
Deaerators in der Nachverarbeitung kann entfallen und die
Vermischung im Fördermischer ist derart optimiert, daß die
Verweilzeit im Rührbehälter deutlich verringert werden
kann. Die Lösegeschwindigkeit von Feststoffen (z. B. Zucker)
in Flüssigkeiten (z. B. Wasser) ist wegen des möglichen ho
hen Druckaufbaus in der Mischzone an der Behälterwand sehr
hoch. Der Verbrauch von Ad- oder Absorptionsmitteln kann
deutlich reduziert werden, wodurch wiederum die an
schließende Abtrennung der Feststoffe entlastet und die
Menge an anfallenden Abfallstoffen verringert wird.
Fig. 5 und 6 zeigen den Einsatz des Fördermischers 10, 50
in kontinuierlich arbeitenden Verfahren.
Die Flüssigkeit oder Flüssigkeiten werden aus Einsatztanks
64 über eine Prozeßpumpe 66, durch das Druckgefälle auf
grund der statischen Höhe des Einsatztanks 64 oder aufgrund
einer selbstsaugenden Ausbildung des Fördermischers 10, 50
gemäß Abbildung 3 kontinuierlich zugeführt. Ein Durchfluß
messer bestimmt den Strom der zuführten Flüssigkeitsmenge.
Die Feststoffe können über eine Differentialwaage mit
Schüttelrinne oder durch eine Dosierbandwaage zudosiert
werden. Der Prozeß kann durch eine Proportionalregelung des
Verhältnisses der Komponenten zueinander oder des Verhält
nisses zugeführten Feststoffes zum Endprodukt direkt kon
trolliert werden. Das Endprodukt wird dabei über die Abfüh
rung 38 zur Abfüllinie, in die Vorratstanks oder zur Wei
terverarbeitung gefördert. Bei diesem Verfahren wird zu
sätzlich zu den Vorteilen des diskontinuierlichen Verfah
rens eine sehr hohe Genauigkeit in der Zusammensetzung der
Komponenten erzielt.
In Fig. 6 ist eine Spezialanwendung des Fördermischers
10, 50 dargestellt. Dieses kontinuierliche Verfahren dient
insbesondere der Zuführung von Feststoffen in Flüssigkei
ten, wobei die Feststoffe in der Flüssigkeit gelöst werden
sollen. Ein Beispiel ist die Zuführung von Zucker zu was
serhaltigen Substanzen. Das Lösen der Feststoffe findet
sehr häufig bei höheren Temperaturen statt, um die Verweil
zeit und damit das Volumen der Rührbehälter zu verringern.
Durch eine diskontinuierliche Prozeßführung ist die Wärme
rückgewinnung sehr aufwendig. In dem vorliegenden Fall sind
für die Zuführung der Flüssigkeit und die Abführung des
Endproduktes zwei miteinander gekoppelte Wärmetauscher 68,
70 vorgesehen, wobei die über die Zuführung 32 kontinuier
lich einströmende Flüssigkeit durch das kontinuierlich über
die Abführung 38 abströmende Endprodukt vorgewärmt wird.
Durch die Wärmerückgewinnung wird eine hohe Energieeinspa
rung erzielt und die Verweilzeit des fertigen Endprodukts
in den Kühlrohren stark verringert, weil das Endprodukt in
dem Wärmetauscher 68 einen Großteil seiner Wärme wieder ab
gibt. Das Produkt wird in Rohre mit niedrigem Durchmesser
eingeführt, damit durch die dort herrschenden Turbulenzen
der Lösungsprozeß beschleunigt wird.
Claims (8)
1. Vorrichtung zum Fördern und Mischen eines Feststoffes
mit einer Flüssigkeit mit einem Gehäuse, mit einem Ro
tor in dem Gehäuse, mit einer ersten Zuführung für den
Feststoff, die im oberen Bereich des Rotors in der Nä
he der Rotorachse mündet und mit einer zweiten Zufüh
rung für die Flüssigkeit in das Gehäuse,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Rotor (18) zwei Scheiben (20, 22) mit radialer
Erstreckung aufweist, die übereinander angeordnet und
miteinander verbunden sind, daß die erste Zuführung
(30) zwischen diesen Scheiben (20, 22) mündet und daß
die zweite Zuführung (32) zwischen der Rotorachse und
dem Rand des Rotors (18) mündet.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Rotor (18) aus zwei Scheiben (20, 22) besteht,
die in Form einer Doppelscheibe über Stege (24) mit
einander verbunden sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Scheibe (22) in der Art eines Tellerrings
ausgebildet ist und mit ihrer konkaven Seite der
anderen Scheibe (20) zugewandt ist.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß auf mindestens einer dem Gehäuse (12) zuge
wandten Seite (34) des Rotors (18) Mitnehmerschaufeln
(36) ausgebildet sind.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Zuführung (32) für die Flüssigkeit in den
Bodenbereich (14) des Gehäuses (12) mündet.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Stirnseite, insbesondere der Boden (14) des
Gehäuses (12), eine zylindrische Ausbuchtung (60)
aufweist, die koaxial zur Rotorwelle (16) angeordnet
ist, daß die Zuführung (32) für die Flüssigkeit in
der Ausbuchtung (60) angeordnet ist, und daß die
Rotorwelle (16) in der Ausbuchtung (60) Förderflächen
(64), insbesondere in Art eines Schraubengewindes oder
einer Förderschnecke, aufweist.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Zuführung (30) für den Feststoff als fest
mit dem Gehäuse (12) verbundener, koaxial zur Rotor
achse verlaufender Zylinder (30) ausgebildet ist,
dessen offende Stirnseite in den Bereich des Zentrums
des Rotors (18) mündet.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Abstand zwischen der äußeren Kante (52, 54) des
Rotors (18) und dem Gehäuse (12) kleiner als die
kleinste oder mittlere Größe der Feststoffe ist, und
daß eine Abführung oder Austrittsöffnung (38) in einem
Zylindermantel (40) des Gehäuses (12) zwischen den
Scheiben (20, 22) des Rotors (18) angeordnet sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4133604A DE4133604C2 (de) | 1991-10-10 | 1991-10-10 | Vorrichtung zum Fördern und Mischen eines Feststoffes mit einer Flüssigkeit |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4133604A DE4133604C2 (de) | 1991-10-10 | 1991-10-10 | Vorrichtung zum Fördern und Mischen eines Feststoffes mit einer Flüssigkeit |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4133604A1 DE4133604A1 (de) | 1993-04-15 |
| DE4133604C2 true DE4133604C2 (de) | 1994-04-14 |
Family
ID=6442441
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE4133604A Expired - Fee Related DE4133604C2 (de) | 1991-10-10 | 1991-10-10 | Vorrichtung zum Fördern und Mischen eines Feststoffes mit einer Flüssigkeit |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4133604C2 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19748855C2 (de) * | 1997-11-05 | 2002-02-07 | Dosier Und Prozestechnik Salzw | Vorrichtung zum Fördern und Mischen |
Family Cites Families (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE897997C (de) * | 1941-06-24 | 1953-11-26 | Ernst A Itterlein Fa | Kreiselruehrer |
| DE1101918B (de) * | 1957-08-07 | 1961-03-09 | Beteiligungs & Patentverw Gmbh | Einrichtung zum Mischen und/oder Zerkleinern von pulverfoermigem und/oder fluessigem Gut |
| US4453829A (en) * | 1982-09-29 | 1984-06-12 | The Dow Chemical Company | Apparatus for mixing solids and fluids |
-
1991
- 1991-10-10 DE DE4133604A patent/DE4133604C2/de not_active Expired - Fee Related
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19748855C2 (de) * | 1997-11-05 | 2002-02-07 | Dosier Und Prozestechnik Salzw | Vorrichtung zum Fördern und Mischen |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE4133604A1 (de) | 1993-04-15 |
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