DE4135617C2 - Verfahren und Vorrichtung zum Feststellen der Temperatur und eines Wärmeübergangswertes des Zervikalschleims der Frau zur Beurteilung von thermophysikalischen Eigenschaften des Schleims - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Feststellen der Temperatur und eines Wärmeübergangswertes des Zervikalschleims der Frau zur Beurteilung von thermophysikalischen Eigenschaften des SchleimsInfo
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Description
Die Erfindung betrifft sowohl ein Verfahren als auch eine Vorrich
tung zum Feststellen der Temperatur und eines Wärmeübergangs
wertes des Zervikalschleims der Frau zur Beurteilung von thermophysikalischen
Eigenschaften des Schleims.
Zur Untersuchung von thermophysikalischen Eigenschaften von Sub
stanzen ist es bekannt, die Wärmeübergangszahl zu verwenden, wie
es z. B. in folgenden Druckschriften ausgeführt ist: DE 22 49 102
B2, DE 34 44 383 C2 und EP 02 82 780 A1. Es sind auch verschie
dene Methoden und Vorrichtungen bekannt, um die Endtemperatur
einer Substanz zu messen, z. B. durch die DE-Offenlegungsschriften
24 20 201, 25 23 819, 29 34 804, 31 35 853 und 36 05 501.
Der Anwendungsbereich dieser Verfahren und Vorrichtungen ist
jedoch beschränkt, weil bei der Ermittlung der Wärmeübergangszahl
eine konstante Temperaturdifferenz zwischen der zu messenden Sub
stanz bzw. Material und dem damit in Berührung kommenden Materi
alpartner eingehalten werden muß. Diese Bedingung ist für die Erzie
lung genauer Meßergebnisse nur mit einer entsprechenden Versuchs
anordnung im Labor einzuhalten. Es gibt jedoch in der Praxis Fälle,
wo eine Probeentnahme von zu untersuchender Substanz nicht mög
lich oder zu umständlich oder zu gefährlich ist und wo das Vorsehen
oder Vorbeiströmen eines Prüfmediums, das eine von der Substanz
temperatur abweichende Temperatur aufweist, nicht möglich ist, z. B.
wenn es sich um die Untersuchung des Zervixschleimes der Frau
handelt. In diesem Fall muß sichergestellt sein, daß der
Zervixschleim für die Untersuchungszwecke keine Veränderungen
erfährt, weil es sonst zu einem falschen Meßergebnis kommen würde,
so daß keine sicheren Aussagen über den untersuchten Zervixschleim
und deshalb auch keine genauen Rückschlüsse aus dem Meßergebnis
gezogen werden können.
In der US-Patentschrift 4 067 229 ist ein Viskosimeter zum Ermitteln
von Fließeigenschaften biologischer Flüssigkeiten, z. B. vom Zervixschleim
der Frau, beschrieben, um eine Aussage über den Ovulationszeitpunkt
machen zu können. Zur Messung wird eine Schleimprobe
aus der Vagina entnommen und in das Viskosimeter gegeben.
Mit diesem Gerät wird dann extern ein Scherversuch an der entnommenen
Probe durchgeführt, wobei die ermittelten Scherwerte dann
interpretiert werden müssen. Diese Methode ist ungenau, sehr umständlich
und schon dadurch schwierig durchzuführen, weil es
schwierig ist, die Schleimproben immer an derselben Stelle zu entnehmen,
um nicht von vornherein fehlerbehaftete Ausgangspositionen
bei der Schleimprobe selbst zu erhalten.
Die Aufgabe der Erfindung besteht in der Schaffung eines Verfahrens
und einer Vorrichtung der einleitend angeführten Art, mit dem bzw.
mit der die Temperatur und/oder ein Wärmeübergangswert des Zervikalschleims
der Frau auf einfache und kostengünstige Weise an Ort
und Stelle ermittelt werden kann, um daraus eine Veränderung von
thermophysikalischen Eigenschaften des Schleims schnell und genau
feststellen zu können, wobei die Vorrichtung ferner einfach und
kompakt aufgebaut und einfach in der Anwendung ist.
Die Lösung dieser Aufgabe ist in den Patentansprüchen 1 und 5
angeführt.
Bevorzugte Ausgestaltungsmerkmale sind in den Unteransprüchen
angegeben.
Das Verfahren und die Vorrichtung gemäß der Erfindung sind
anwendbar bei der Untersuchung des Zervikalschleims der Frau, um
eine verbesserte Aussage über die fruchtbaren Tage zu erhalten.
Hierbei wird von der Tatsache und der Annahme ausgegangen, daß
eine Änderung der thermophysikalischen Qualität des Schleims aufgrund
einer natürlichen Ursache im Körper der Frau eine Änderung
der Wärmeübergangswerte des Zervikalschleims zur Folge hat. Demnach
kann man bei durch wiederholte Messungen über einen Zeitraum
festgestellten Änderungen der Temperatur und eines Wärmeübergangswertes
des Schleims Rückschlüsse auf den Schleim ziehen, um
daraus wiederum Verhaltens- und/oder Behandlungsmöglichkeiten
abzuleiten. So ist es möglich, bei Frauen auf einfache und sichere
Weise Anfang und Ende der fruchtbaren Tage des Monatszyklus in
Verbindung mit anderen, bekannten medizinischen Indizien genau zu
bestimmen. Dadurch ist die natürliche Familienplanung mit erheblich
verbesserter Sicherheit durchführbar, weil die Veränderung des
monatszyklisch bedingten Zervixschleims der Frau nicht mehr gefühlsmäßig
oder optisch wahrgenommen werden muß, was nur verspätet
erfolgen kann, sondern der Eintritt der Veränderung kann
durch rechtzeitig begonnene Messungen sofort an Ort und Stelle
festgelegt werden.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist einfach und schnell durchführbar,
da nur eine relativ kleine Meßsonde in die Vagina in Nähe des
Gebärmutterhalses eingeführt zu werden braucht. Der Übergang der
Wärme vom Zervikalschleim auf den Temperaturaufnehmer der
Meßsonde bewirkt in dem Temperaturaufnehmer eine elektrische, sich
gegen null verändernde Spannung, deren einzelne Werte Schritt für
Schritt technisch verarbeitet werden und zu einer rechnerischen, sich
aus einer Vielzahl von Meßschritten zusammensetzenden Temperaturkurve
führen, deren Endwert wiederum schließlich der tatsächlichen
Schleimtemperatur entspricht. Mit Hilfe dieser errechneten Temperaturkurve
wird dann ein Zeitwert der Meßsonde errechnet. Schließlich
wird in Verbindung mit den aus den bekannten Materialwerten des
Temperaturaufnehmers der Meßsonde ermittelten Körperwerten des
Temperaturaufnehmers durch Quotientenbildung aus der ermittelten
Körperkonstante des Temperaturaufnehmers/Zeitwert der Meßsonde
ein Wärmeübergangswert alpha ermittelt. Die auf diese Weise durch
mehrere Meßzyklen in Zeitabständen festgestellten Veränderungen
der Temperatur und des Wärmeübergangswertes des untersuchten
Schleims ergeben über der Zeit je eine Kurve, aus deren Verlauf
Rückschlüsse auf thermophysikalische Eigenschaften des untersuchten
Schleims gezogen werden können, z. B. auf Beginn und Ende der
Konzeptionstage der Frau.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Feststellen der Temperatur
und des Wärmeübergangswertes des Zervikalschleims zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens ist einfach und kompakt
aufgebaut, läßt sich kostengünstig herstellen und ist leicht zu bedienen.
Ein besonderer Vorteil besteht darin, daß sie als tragbare Vorrichtung
bequem an jedem beliebigen Einsatzort verwendet werden
kann.
Die Erfindung ist nachstehend anhand eines in den anliegenden
Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert. Es
zeigen:
Fig. 1 eine Meßsonde in Anwendung, teilweise im Schnitt,
Fig. 2 und 3 in vergrößertem Maßstab einen teilweisen Axialschnitt
der Meßsonde,
Fig. 4 einen teilweisen Axialschnitt des Temperaturaufnehmers
der Meßsonde,
Fig. 5 die gesamte, teilweise axial geschnittene Meßsonde,
Fig. 6 eine rechnerische Temperaturkurve an der Meßstelle der
Meßsonde während eines Meßvorganges,
Fig. 7 ein Strukturdiagramm.
Während in Fig. 1 nur ein Teil der erfindungsgemäßen Vorrichtung
gezeigt ist, nämlich die Meßsonde 1, ist in Fig. 5 die gesamte
Vorrichtung schematisch gezeigt und allgemein mit 2 bezeichnet.
Nach Fig. 1 besteht die Meßsonde 1 aus einem länglichen Gehäuse
3 aus wärmeisolierendem Material, z. B. aus Polytetrafluoräthylen,
und aus einem Temperaturaufnehmer 4, der mittels einer Verstell
einrichtung 5 nach fingerdruckbetätigter Bauart in eine vorgeschobe
ne Meßstellung und in eine zurückgezogene Außerfunktionsstellung
verstellt werden kann, wie dies in Verbindung mit den Fig. 2 und
3 näher beschrieben ist. An die Meßsonde 1 ist ein
elektrisch leitendes Kabel 6 zur Weiterleitung angeschlossen, das
andererseits mit einer elektrischen Meßschaltung 7 beispielsweise
lösbar verbunden ist. In Fig. 1 ist die Meßsonde 1 in Anwendung
gezeigt, un zwar zur Messung des Zervixschleims 8 oder eines
Schleimbelages in der Vagina 9 der Frau, der sich im nahen Bereich
der Vagina zum nicht dargestellten Gebärmutterhals befindet. Des
weiteren ist die Meßsonde 1 so gezeigt, daß sich deren Temperaturaufnehmer
4 in der Meßstellung befindet, also in vorgeschobener
Meßstellung, in welcher der Temperaturaufnehmer den Schleim 8
berührt, ihn aber nicht verletzt.
Während der Temperaturaufnehmer 4 in Fig. 2 in zurückgezogener
Stellung, in welcher nicht gemessen wird, befindet, ist der Tempera
turaufnehmer 4 in Fig. 3 in vorgeschobener Meßstellung gezeigt.
Man sieht aus den Fig. 2 und 3, daß das Gehäuse 3 der Meßson
de in seinem Meßbereich eine Vertiefung 10 aufweist, in welcher
sich der Temperaturaufnehmer 4 mit seinem Meßabschnitt befindet,
wenn er in seine vorgeschobene Meßstellung eingebracht ist. Man
erkennt ferner aus Fig. 3, daß der Temperaturaufnehmer 4 nicht aus
dem Gehäuse 3 bzw. aus der Vertiefung 4 herausragt. Eine solche
Ausbildung ist aus Sicherheitsgründen vorgesehen, um eine Verlet
zung von lebendem Gewebe und um weiterhin Schmerzen beim Meß
vorgang zu vermeiden. Schließlich ist aus Fig. 3 noch zu erkennen,
daß der Meßabschnitt des Temperaturaufnehmers 4 in Verbindung mit
der Tiefe der Vertiefung 10 eine vorbestimmte Meßfläche A definiert.
Nur diese freie Meßfläche kommt mit der zu messenden Substanz
in Berührung.
In Fig. 4 ist der Temperaturaufnehmer 4 in größerem Maßstab und
im Axialschnitt teilweise gezeigt. Die hier dargestellte und an sich
bekannte Ausführungsform des Temperaturaufnehmers besteht aus
einem elektrisch und thermisch leitenden Mantelrohr 11 und aus
einem darin angeordneten Termopaarelement aus zwei elektrisch
leitenden Drähten 12, die an der Meßspitze des Temperaturaufneh
mers 4 miteinander verbunden und des weiteren auch mit dem Man
telrohr 11 elektrisch verbunden sind. Innerhalb des Mantelrohres 11
ist ein Isoliermaterial 13 vorgesehen, welches das Thermopaarelement
12 gegenüber dem Mantelrohr 11 isoliert. Der so beschriebene Tem
peraturaufnehmer 4 ist ein solcher erster Ordnung (bekannt) und wird
im vorliegenden Beispiel vorzugsweise angewendet. Es ist jedoch
auch möglich, andere Temperaturaufnehmer erster Ordnung zu ver
wenden.
In Fig. 5 ist schematisch ein gemeinsames Gehäuse 14 der Vorrichtung
2 gezeigt, in dem die Meßschaltung 7 und ein Rechner 15
vorgesehen sind. Da die Meßschaltung 7 und der Rechner 15 zusam
men sehr kompakt ausgeführt werden können, kann auch das Gehäuse
14, das eine eigene elektrische Energiequelle für die Meßschaltung 7
und den Rechner 15 enthalten kann, ebenfalls kompakt aufgebaut
sein, so daß die Vorrichtung 2 insgesamt bequem zu dem jeweiligen
Meßort getragen werden kann, um dort auf einfache Weise die ge
wünschten Messungen und Berechnungen vornehmen zu können.
Die Meßschaltung 7 umfaßt in Reihenschaltung mit dem Rechner 15
einen Vorverstärker 16, einen Vergleicher 17 und einen sogenannten
Nullverstärker 18, welcher seine Signale in den Rechner 15 eingibt.
Weiterhin ist ein Wandler 19 der D/A-Bauart vorgesehen, der einer
seits mit dem Rechner 15 und andererseits mit dem Vergleicher 17
verschaltet ist. Der Wandler 19 erhält seine Signale vom Rechner 15
und gibt sie digital/analog gewandelt an den Vergleicher 17 weiter.
Schließlich enthält die Meßschaltung 7 noch ein Einstellglied 20 zur
Festeinstellung der Ausgangstemperatur der Meßsonde 1 vor dem
eigentlichen Messen als Vergleichstemperatur und ist ebenfalls mit
dem Rechner 15 verschaltet, um ihm entsprechende Signale zuzulei
ten.
Der Rechner 15 umfaßt u. a. ein Zeitglied 21, welches die Dauer der
einzelnen Meßschritte eines Meßzyklus beim Messen der Substanz-
Temperatur mit dem Temperaturaufnehmer 4 zeitlich mißt, wie in
Verbindung mit der Erläuterung zu der in Fig. 6 grob dargestellten,
rechnerischen Temperaturkurve noch klar wird. Der Rechner weist
ferner eine Anzeige 22 für die errechnete Endtemperatur des
Schleims auf. Schließlich ist auch eine weitere Anzeige 23 am Rechner
15 vorgesehen, um einen letztlich festgestellten Wärmeübergangswert
des gerade dem Meßvorgang unterworfenen Schleims anzuzeigen,
welcher Kennwert mittels des Rechners nach verschiedenen,
nachgenannten Formeln unter Berücksichtigung der errechneten Endtemperatur
des zu untersuchenden Schleims errechnet wird, wie noch
klar wird.
Fig. 6 zeigt in stark vereinfachter grafischer Darstellung eine rech
nerisch ermittelte Temperaturkurve eines Meßzyklus für den untersuchten
Schleim. Auf der Zeitachse T (Abszisse) des Diagramms ist
die jeweils zu messende Zeitdauer Tn, T(n+1), T(n+2) usw. erkennbar,
die den einzelnen, sukzessive erfolgenden, auf der Ordinate
ablesbaren und vorgegebenen Meßschritten zuzuordnen ist und die
sich für diese Meßschritte ergibt und mit Hilfe der Meßschaltung 7
und des Rechners 15 ermittelt wird. Die vertikale Temperaturachse
D (Ordinate) zeigt schematisch die einzelnen, als Meßschritte im
Rechner 15 vorgewählten Temperatursprünge jeweils gleicher Größe.
Die Größe der einzelnen Temperatursprünge ist beispielsweise 0,2
Grad Celsius. Alternativ ist es möglich, auch andere Zahlenwerte als
vorbestimmte Temperatursprünge für Schrittgrößen zu verwenden.
Aus Fig. 6 ist weiter erkennbar, daß beispielsweise dem vorgewählten
Temperatursprung von Dn nach D(n + 1) der durch die Schaltung
7 und den Rechner 15 ermittelte Zeitwert Tn in beispielsweise Millisekunden
entspricht. Aus diesen beiden Werten läßt sich eine Steigung
S errechnen, die gleichzeitig eine kleine Temperaturkurvenstrecke
St für die Zeitdauer Tn ergibt. Aus den vielen einzelnen so
ermittelten Temperaturkurvenstrecken für die Meßfläche A des Temperaturaufnehmers
4 bzw. für den gerade gemessenen Schleim ergibt
sich schließlich die errechnete Temperaturkurve 24 für den Schleim
mit einem Endwert, der durch die Asymptote 25 dargestellt und auf
der Ordinate mit Dk bezeichnet ist. Auf diese Weise ergibt sich
schließlich eine errechnete Endtemperatur, welche mit großer Genauigkeit
der momentanen Temperatur des beispielsweise gemessenen
Schleims 8 entspricht. Diese Endtemperatur ist die Temperatur des
beispielsweise in der Nähe des Gebärmutterhalses der Frau gemessenen
Zervixschleimes 8. Demgemäß wird der genau gemessene Endtemperaturwert
des Schleimes ein Wert um 37 Grad Celcius sein.
Wie bereits erwähnt worden ist, werden zu vorgewählten, am Rech
ner 15 eingestellten Temperatursprüngen mit Hilfe des Temperatur
aufnehmers 4 der Meßsonde 1 gemäß Fig. 1 die entsprechenden
Zeiten für die Temperatursprünge festgestellt und daraus die jeweili
gen Steigungen S für diese Sprünge ermittelt. Bevor mit dem eigent
lichen Messen begonnen wird, erscheint am Einstellglied 20 die
zuvor am Temperaturaufnehmer 4 als stabile Ausgangstemperatur
gemessene Vergleichstemperatur, die von der zu erwartenden Sub
stanzendtemperatur verschieden ist. Dann wird die Meßsonde 1 an
dem zu messenden Schleim in Betriebsposition gebracht und es wer
den von dem Schleim über das Kabel 6 entsprechende elektrische
Teilsignale als Teile der gesamten Sprungantwort abgeleitet und
vorverstärkt an den Vergleicher 17 weitergegeben. Wenn das vorver
stärkte Signal des Vergleichers 17 sich mit dem Signal vom D/A-
Wandler 19 ausgleicht, gibt der Vergleicher ein Signal (logische
Null) an den Nullverstärker 18 weiter, der es dann an den Rechner
15 weiterleitet, der in Verbindung mit dem Zeitglied 21 jetzt die
Zeitdauer mißt bzw. berechnet, die seit dem letzten Signaleingang
beim Zeitglied 21 vergangen ist.
Wie auch aus dem Strukturdiagramm nach Fig. 7 zu entnehmen ist,
werden zunächst alle den einzelnen Meßschritten entsprechenden
Signale von Do bis Dk vom D/A-Wandler und die jeweilige Zeitdauer
der einzelnen Meßschritte im Rechner 15 abgespeichert. Dann werden,
wenn die erste Annäherung an Dk erreicht ist, weil elektrische
Signale aufgrund des Temperaturausgleichs zwischen Meßsonde und
Substanz sich nicht mehr ändern, die betreffenden, einzelnen Steigungswerte
im Rechner berechnet, wobei in an sich bekannter Weise
berücksichtigt wird, ob die Folge der Steigerungswerte steigend oder
fallend ist. Die Formel für die Berechnung dieser schrittweisen
Steigungswerte S (n) der an der Meßfläche A des Temperaturaufnehmers
4 festgestellten temperaturäquivalenten elektrischen Teilsignale
erfolgt nach folgender Formel:
worin T(n) die jeweils gemessene Zeitdauer in ms am Schluß des
jeweiligen n-ten Schrittes, Dn der Momentanwert des D/A-Wandlers
am Anfang des jeweiligen Meßschrittes, D(n + 1,2,3 usw.) der Mo
mentanwert des D/A-Wandlers am Ende des jeweiligen Meßschrittes
und Dk der, gegebenenfalls korrigierte, Schlußwert des D/A-Wand
lers bedeuten.
Es entsteht so die Temperaturkurve 24 in Fig. 6, die sich also aus
einer Vielzahl von kleinen geraden Kurvenstrecken zusammensetzt
und schließlich praktisch in eine Horizontale übergeht. Da die Hori
zontale im Unendlichen praktisch mit einer Asymtote vergleichbar
ist, kann die Schleimendtemperatur im vorliegenden Fall durch die
Asymtote dargestellt werden, wie es Fig. 6 zeigt. Den gesamten
Meßvorgang bricht man ab, wenn die Temperaturkurve 24 anhand der
eintreffenden elektrischen Teilsignale nicht mehr steigt.
Es kann vorkommen, daß der Temperaturendwert Dk zu groß oder zu
klein bestimmt worden ist, was man daran merkt, daß die berech
neten Steigungswerte immer größer bzw. immer kleiner werden.
Dann muß eine Korrektur des elektrischen Ausgangssignals für den
Temperaturendwert vorgenommen werden. Wenn die Steigungswerte
dabei richtungsmäßig fallen, wird der bestimmte Temperaturendwert
durch einen Additionsfaktor vergrößert, und umgekehrt. Ein solcher
bevorzugter Korrekturwert i beträgt 0,01 Grad Celcius. Mit dem so
korrigierten Endwert Dk werden dann die Steigungswerte der Tempe
raturkurve aus den gespeicherten Meßwerten neu berechnet. Gegebe
nenfalls muß noch einmal korrigiert werden, bis die Steigerungswerte
richtungsmäßig schließlich nicht mehr fallen oder steigen.
Die schließlich mit großer Genauigkeit festgestellte und errechnete
Endtemperatur des Zervixschleimes der Frau wird dann an der Anzeige
22 des Rechners 15 angezeigt und für die Beurteilung des Zervixschleimes
verwendet. Die Temperaturkurve kann dabei auch ausgedruckt
werden.
Des weiteren wird noch ein Wärmeübergangszahl des untersuchten
Schleimes festgestellt. Wie bereits erwähnt, hat bei dem vorstehend
beschriebenen Temperatur-Meßvorgang der Rechner 15 die Anzahl
der den einzelnen Temperatursprüngen entsprechenden Meßschritte
sowie die diesen Meßschritten zugeordneten Steigungen S gespeichert.
Aus den einzelnen, von der untersuchten Substanz abhängigen
Steigungswerten der Temperaturkurve 24 wird zunächst im Rechner
ein mittlerer Wert Tau aus den Steigerungswerten zur Begrenzung
von zufälligen Fehlern nach folgender Formel berechnet:
worin n die einzelnen Meßschritte und S die schrittweisen Steigungs
werte der errechneten Temperaturkurve darstellen.
Weiterhin muß noch eine Körperkonstante K der Meßsonde 1 er
mittelt werden. Dies erfolgt nach der Formel K = c.g.V/A, worin c
die spezifische Wärme, g die Dichte, V das Volumen und A die
bereits erwähnte Meßfläche des Temperaturaufnehmers 4 der Meß
sonde 1 bedeuten. Da die Materialien des Temperaturaufnehmers und
seine Baugröße bekannt sind, stehen die entsprechenden Werte für
den Temperaturaufnehmer schon bei seiner Herstellung zur Verfü
gung.
Während die Körperkonstante K der Meßsonde bzw. ihres Tempera
turaufnehmers eine unveränderbare Größe ist, kann man den vom
Wärmeübergang zwischen Substanz und Meßsonde 1 abhängigen Wert
Tau mit Hilfe der einzelnen Steigungswerte S nach der vorstehend
angegebenen Formel berechnen.
Sind die Werte K und Tau bekannt, dann ist es möglich, die Wär
meübergangszahl bzw. einen Wärmeübergangswert alpha im Bereich
der Meßfläche A des Temperaturaufnehmers 4 für den untersuchten
Schleim nach der Formel alpha = K/Tau (W/m2 grd) zu berechnen.
Aus dem Strukturdiagramm nach Fig. 7 sind die einzelnen Tätigkei
ten zur Ermittlung der Substanztemperatur und des Wärmeübergangs
wertes eindeutig zu entnehmen. Beide Werte werden an den entspre
chenden Anzeigen 22 und 23 des Rechners 15 angezeigt. Der Rech
ner kann selbstverständlich mit einem Drucker verbunden sein, so
daß die letztendlich angezeigten Werte für die Schleimtemperatur und
des Wärmeübergangswertes schriftlich fixiert sind.
Der Rechner 15 kann ferner über eine Schnittstelle mit einem Host-
Computer verbunden sein. Dadurch ist es mit dem entsprechend
programmierten Host-Computer z. B. möglich, die Meßergebnisse von
Temperatur und Wärmeübergangswert über längere Zeit zu speichern,
deren Werte und Kurven nach bestimmten Regeln, wie sie z. B. für
die natürliche Familienplanung in Verbindung mit einem Monatszyklusblatt
bestehen, auszuwerten sowie eine entsprechende Archivierung
vorzunehmen.
Ausgehend von der Annahme, daß eine Änderung der Schleimtemperatur
und/oder ein geänderter Wärmeübergangswert der untersuchten
Schleims vorliegt, kann daraus geschlossen werden, daß sich die
thermophysikalische Eigenschaft des Schleimes, geändert hat. Über
einen Zeitraum wie vorstehend dargestellt berechnete Werte als
Meßreihe für die Temperatur und den Wärmeübergang sind eine
Grundlage für die Beurteilung der thermophysikalischen Beschaffenheit
der untersuchten Zervixschleimes. Man kann aus den festgestellten
Änderungen der Temperatur und des Wärmeübergangs auf thermophysikalische
Veränderungen des Schleimes schließen, woraus man
wiederum Schlüsse für weitere Handlungen und Vorsichtsmaßnahmen
ziehen kann. So ist es möglich, daß man bei festgestellten thermophysikalischen
Veränderungen des Zervixschleims der Frau bei deren
Auftreten während des Monatszyklus unter Zuhilfenahme anderweitiger,
bekannter medizinischer Kenntnisse den Beginn und das Ende
der fruchtbaren Tage zeitlich genau bestimmen kann, so daß hierdurch
die natürliche Familienplanung an erheblicher Sicherheit gewinnt.
Wenn die Messungen in engen Zeitabständen wiederholt werden,
z. B. zweimal täglich, ist es möglich, den genauen Beginn und
das genaue Ende der Änderung des thermophysikalischen Zustands
des Zervixschleims feststellen. Man ist hierbei nicht mehr auf die
augenscheinliche und/oder empfindsame Beobachtung des Zervixschleims
angewiesen, wobei eine Veränderung des Zervixschleims
aufgrund seiner Wanderung in der Vagina nur mit erheblicher Zeitverzögerung
möglich ist.
Um den Zervixschleim der Frau zu beobachten, kann folgendermaßen
vorgegangen werden. Nach der vorstehend beschriebenen Art und
Weise wird einmal oder zweimal täglich eine Messung vorgenommen
und das Ergebnis aufgezeichnet. Man erhält so eine Meßreihe für
einen Monatszyklus. Aus der so festgestellten Meßreihe ist der genaue
Beginn und das genaue Ende der Veränderung des thermophysikalischen
Zustands des Zervixschleims ablesbar. Gleichzeitig ist dabei
mit einer hohen Genauigkeit feststellbar, wie die Temperaturkurve im
Monatszyklus der Frau verläuft. Aus den so insgesamt gewonnenen
Erkenntnissen kann in Verbindung mit anderweitigen Kenntnissen
aus dem Bereich der natürlichen Empfängnisverhütung die natürliche
Familienplanung sicherer als bisher gestaltet werden.
Claims (11)
1. Verfahren zum Feststellen der Temperatur und eines Wärmeübergangswertes
des Zervikalschleims der Frau zur Beurteilung von
thermophysikalischen Eigenschaften des Schleims, gekennzeichnet
durch die folgenden Verfahrensschritte:
- a) daß mit einer temperaturfühlenden, mit dem zu untersuchenden Schleim in Kontakt gebrachten Meßsonde erster Ordnung in n-Meß schritten eines Meßvorganges bis zum Erreichen der Schleimtemperatur fortlaufend gemessene, temperaturäquivalente Werte in elektrische Ausgangssignale verwandelt werden,
- b) daß aus den einzelnen elektrischen Ausgangssignalen des Meßvorganges mittels einer Meßschaltung und eines Rechners eine aus den n-Meßschritten zusammengesetzte Folge von Steigungswerten der sich rechnerisch, gegebenenfalls korrigiert, ergebenden Temperaturkurve der Meßsonde so lange ermittelt wird, bis die Steigerungswerte nicht mehr fallen oder steigen, wodurch die Temperatur des Zervixschleims ermittelt ist,
- c) daß aus der Folge der schrittweisen Steigungswerte der errech neten Temperaturkurve ein Zeitwert Tau für die Meßsonde berechnet wird nach der Formel: worin n die einzelnen Meßschritte eines Meßzyklus und S die schritt weisen Steigungswerte der errechneten Temperaturkurve sind,
- d) daß die Körperkonstante K der Meßsonde erster Ordnung ermittelt wird nach der Formel: K = c·g·V/A, worin c die spezifische Wärme, g die Dichte, V das gesamte Volu men und A die Meßfläche des Temperaturaufnehmers der Meßsonde ist,
- e) und daß dann die Wärmeübergangszahl alpha nach der Formel alpha = K/Tau berechnet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
schrittweisen Steigungswerte S der Temperaturkurve berechnet wer
den nach der Formel:
worin T (n) die jeweils gemessene Zeitdauer des jeweiligen n-ten-
Schrittes, D n der Momentanwert eines D/A-Wandlers beim jeweili
gen n-ten-Meßschritt und Dk der Schlußwert des D/A-Wandlers ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
im Falle immer größer oder kleiner werdender Steigungswerte (S) der
sich rechnerisch ergebenden Temperaturkurve des Meßzyklus eine
negative bzw. positive Korrektur des Endwertes (Dk) des elektrischen
Ausgangssignals der Sprungantwort um einen frei wählbaren Faktor
(i) unter Wiederholung der Berechnung aller Steigungswerte der
Sprungantwort vorgenommen wird, bis die Steigungswerte nicht mehr
fallen oder steigen.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der frei
wählbare Korrekturfaktor (i) ein Wert von 0,01 oder ähnlich ist.
5. Vorrichtung zum Feststellen der Temperatur und eines Wärme
übergangszahl des Zervixschleims der Frau zur Durchführung des
Verfahrens nach den Ansprüchen 1-4, dadurch gekennzeichnet, daß
sie eine Temperaturmeßsonde (1), bestehend aus einem länglichen
Gehäuse (3) aus wärmeisolierendem Material und einem in eine
vorgeschobene Meßstellung außerhalb des Gehäuses und in eine
zurückgezogene Stellung innerhalb des Gehäuses bewegbaren und
feststellbaren Temperaturaufnehmer (4) erster Ordnung mit einem
elektrischen Anschlußkabel (6) zur Weiterleitung von elektrischen
Ausgangssignalen, eine elektrische Meßschaltung (7) und einen Rechner
(15) zum Berechnen und Anzeigen von schrittweisen Temperaturwerten
der Meßsonde über der Zeit aus den elektrischen Ausgangssignalen
bis zum Erreichen der Endtemperatur des Zervixschleims
und zum Berechnen eines Zeitwertes (Tau) für den Temperaturaufnehmer
der Meßsonde sowie zum Berechnen und Anzeigen des Wärmeübergangswertes
unter Berücksichtigung des genannten Zeitwertes
umfaßt.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der
Temperaturaufnehmer (4) erster Ordnung der Meßsonde aus einem
elektrisch leitenden Mantelrohr (11) und einem darin ihm gegenüber
elektrisch isoliert angeordneten Thermopaarelement (12), das am
Meßpunkt des Temperaturaufnehmers mit dem Mantelrohr elektrisch
verbunden ist, besteht und daß der Temperaturaufnehmer in seiner
vorgeschobenen Meßstellung eine vorbestimmte Meßfläche (A) aufweist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
mit dem Rechner (15) verschaltete Meßschaltung (7) einen Vorver
stärker (16), an den die Meßsonde (1) mittels Kabel (6) anschließbar
ist, einen Vergleicher (17) und einen an den Rechner angeschlossenen
Nullverstärker (18) in Reihenschaltung und einen D/A-Wandler (19)
aufweist, der einerseits mit dem Rechner und andererseits mit dem
Vergleicher verschaltet ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Meßschaltung (7) ein mit dem Rechner (15) verschaltetes Einstell
glied (20) für die Feststellung der Ausgangstemperatur der Meßsonde
(1) und daß der Rechner (15) ein Zeitglied (21) für die Ermittlung
der Zeitdauer der jeweiligen Meßschritte des Temperaturaufnehmers
(4) aufweist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das
Gehäuse (3) der Meßsonde (1) in seinem Meßbereich eine Ausneh
mung (10) aufweist, in welche der Temperaturaufnehmer (4) zur Ein
nahme seiner vorgeschobenen Meßstellung einbringbar ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Meßschaltung (7) und der Rechner (15) in einem gemeinsamen Ge
häuse (14) untergebracht sind.
11. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Rechner (15) über eine Schnittstelle an einen Host-Computer
anschließbar ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19914135617 DE4135617C2 (de) | 1991-10-29 | 1991-10-29 | Verfahren und Vorrichtung zum Feststellen der Temperatur und eines Wärmeübergangswertes des Zervikalschleims der Frau zur Beurteilung von thermophysikalischen Eigenschaften des Schleims |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19914135617 DE4135617C2 (de) | 1991-10-29 | 1991-10-29 | Verfahren und Vorrichtung zum Feststellen der Temperatur und eines Wärmeübergangswertes des Zervikalschleims der Frau zur Beurteilung von thermophysikalischen Eigenschaften des Schleims |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4135617A1 DE4135617A1 (de) | 1993-05-06 |
| DE4135617C2 true DE4135617C2 (de) | 1994-02-17 |
Family
ID=6443657
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19914135617 Expired - Fee Related DE4135617C2 (de) | 1991-10-29 | 1991-10-29 | Verfahren und Vorrichtung zum Feststellen der Temperatur und eines Wärmeübergangswertes des Zervikalschleims der Frau zur Beurteilung von thermophysikalischen Eigenschaften des Schleims |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
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|---|---|---|---|---|
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|---|---|---|---|---|
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| DE3122642C2 (de) * | 1981-06-06 | 1986-04-24 | Collins, Hans-Jürgen, Prof. Dr.-Ing., 3300 Braunschweig | Verfahren zur Bestimmung des Anteiles an festen und/oder flüssigen und/oder gasförmigen Substanzen einer Mischung oder Schichtung dieser Substanzen |
| DD241786A1 (de) * | 1985-10-11 | 1986-12-24 | Rat Des Kreises Wolmirstedt Ab | Einfaches verfahren zur stofferkennung auf thermischem wege |
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1991
- 1991-10-29 DE DE19914135617 patent/DE4135617C2/de not_active Expired - Fee Related
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE4135617A1 (de) | 1993-05-06 |
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