DE4138065A1 - Einrichtung zum uebertragen von daten und energie ueber eine leitung - Google Patents
Einrichtung zum uebertragen von daten und energie ueber eine leitungInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Einrichtung zum Übertragen
von Daten und Energie über eine Leitung nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
Aus der europäischen Patentanmeldung 03 86 659 ist bekannt,
zum Übertragen des Versorgungsstroms von peripheren Teil
nehmern in einer Zentrale eine Stromversorgungseinheit vorzu
sehen und den Versorgungsstrom über dieselbe Leitung zu über
tragen, die auch zur Datenübertragung verwendet wird. Die
Verbindung der Teilnehmer mit der Zentrale wird durch eine
Zweidraht-Busleitung hergestellt. Die peripheren Einheiten
enthalten als Energiespeicher Kondensatoren, die immer dann
aufgeladen werden, wenn das Signal auf der Leitung im "High"-
Zustand ist, also auch während der normalen Datenübertragung.
Da dieser Ladestrom vor allem bei einer Vielzahl von peri
pheren Einheiten für die Energieversorgung nicht ausreicht,
müssen die Kondensatoren zur schnellen Aufladung zusätzlich
in den zwischen den Datentelegrammen liegenden Zeitabschnitten
niederohmig an die Leitung angeschlossen werden. Dabei ist es
von Nachteil, daß im Fall einer stark ausgelasteten Busleitung
diese Zeitabschnitte verkürzt werden und unter Umständen nicht
mehr zur Aufladung der Kondensatoren ausreichen. Zudem ist die
Datenübertragung bei dieser Einrichtung störanfällig, da die
Fernversorgung der peripheren Teilnehmer wie eine zusätzliche
Last an den Signalleitungen wirkt und keine differentielle
Oatenübertragung mit symmetrischen Signalen auf der Zweidraht-
Busleitung zuläßt. Besondere Anforderungen werden bei dieser
Einrichtung auch an das Codierungsverfahren gestellt, denn
Daten, die zu einem Signalverlauf mit häufigem "Low"-Zustand
führen, verhindern das Aufladen des Kondensators während der
Datenübertragung.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung
zum Übertragen von Daten und Energie über eine Leitung zu
schaffen, die eine störsichere Datenübertragung bei aus
reichender Versorgung der Teilnehmer mit Energie gewährleistet
und gleichzeitig keinerlei Einschränkungen bezüglich der Be
schaffenheit des Datensignals oder der Auslastung der Bus
leitung erfordert.
Zur Lösung dieser Aufgabe weist die neue Einrichtung der ein
gangs genannten Art die im kennzeichnenden Teil des An
spruchs 1 genannten Merkmale auf. In den Ansprüchen 2 bis 9
sind vorteilhafte Ausführungsarten der Erfindung angegeben.
Die Erfindung hat den Vorteil, daß sie den Betrieb mit symme
trischen Signalen auf zwei Adern der Leitung, also eine dif
ferentielle Datenübertragung mit hoher Störsicherheit, ermög
licht. Versorgungsstromkreis und der Stromkreis zur Daten
übertragung beeinflussen sich im idealen Fall nicht und können
sehr gut voneinander getrennt werden. Dank dieser Entkopplung
wirken sich Schwankungen des Laststromes oder der Versorgungs
spannung nicht auf die Signalqualität der Datenübertragung
aus. Die erfindungsgemäße Einrichtung läßt sich sehr gut
kombinieren mit Teilnehmern, die eine als RS485-Schnittstelle
ausgebildete Empfangs- und Sendeeinheit aufweisen, wie sie
z. B. bei Netzwerken nach der DIN 19 245 verwendet werden. Wenn
die Sende- und Empfangseinheiten der Teilnehmer galvanisch vom
Schirmpotential getrennt sind, können in einem Netzwerk fern
gespeiste und nicht ferngespeiste Teilnehmer ohne Schwierig
keiten kombiniert werden.
Anhand der Zeichnungen, in denen Ausführungsbeispiele der
Erfindung dargestellt sind, werden im folgenden die Erfindung
sowie Ausgestaltungen und Vorteile näher erläutert.
Es zeigt
Fig. 1 ein Blockschaltbild einer Übertragungseinrichtung,
Fig. 2 eine Stromversorgungseinheit mit einer Spannungs
quelle,
Fig. 3 eine Stromversorgungseinheit mit zwei Spannungs
quellen,
Fig. 4 eine Stromversorgungseinheit mit einer geregelten
Spannungsquelle und
Fig. 5 eine Stromversorgungseinheit mit zwei geregelten
Stromquellen.
Die in Fig. 1 gezeigte Einrichtung nutzt zur Übertragung von
Daten und Energie zwei Adern 1 und 2 einer Leitung sowie den
aus Gründen der elektromagnetischen Verträglichkeit ohnehin
notwendigen Schirm als dritte Ader 3. Eine Stromversorgungs
einheit 4 sowie ein ferngespeister Teilnehmer 5 und ein lokal
gespeister Teilnehmer 6 sind an die Leitung angeschlossen. Ein
Speisestrom IO wird in zwei gleichen Teilen IO/2 in die beiden
Adern 1 und 2 durch die Stromversorgungseinheit 4 eingespeist
und über die Ader 3 vollständig zurückgeführt. Da in diesem
Ausführungsbeispiel lediglich ein Teilnehmer 5 ferngespeist
wird, entnimmt dieser Teilnehmer 5 einen Versorgungsstrom IV,
der dem Speisestrom IO entspricht, zu gleichen Teilen IV/2 den
beiden Adern 1 und 2. Zwei Stromsenken 7 und 8 sorgen dafür,
daß auch bei unterschiedlichen Signalpegeln auf den Adern 1
und 2 gleiche Teilströme entnommen werden. Weiterhin ist in
dem ferngespeisten Teilnehmer 5 ein Gleichstromwandler 9 vor
gesehen, der mit der aus der Leitung entnommenen Energie eine
Versorgungsspannung für die übrige Elektronik des Teilnehmers
auf den Leitungen 10 und 11 erzeugt. Der Teilnehmer 6 weist
ein lokales Speisegerät 14 auf, das über die Leitungen 12 und
13 mit einer Hilfsenergie versorgt wird und daraus auf den
Leitungen 15 und 16 die erforderliche Versorgungsspannung
ableitet. Beide Teilnehmer 5 bzw. 6 enthalten jeweils eine
Sende- und Empfangseinheit 17 bzw. 18 sowie eine Anwendungs
elektronik 19 bzw. 20, die jeweils über Datenleitungen 21 bzw.
22 miteinander verbunden sind. Die Sende- und Empfangs
einheiten 17 bzw. 18 werden sowohl erdfrei versorgt als auch
erdfrei angesteuert. Da sie lediglich mit den Adern 1 und 2
der Leitung galvanisch verbunden sind, besteht die einzige
galvanische Verbindung zwischen den Adern 1 bzw. 2 und der als
Schirm ausgeführten Ader 3 über den Fernversorgungskreis des
Teilnehmers 5. In dieser Einrichtung können auch für RS485-
Schnittstellen geeignete Sende- und Empfangseinheiten ein
gesetzt werden. Eine andere Möglichkeit der galvanischen
Trennung besteht darin, den Stromversorgungskreis des Teil
nehmers 5 erdfrei zu betreiben. In diesem Fall muß die Ader 3
als Schirm zur Erhaltung der elektromagnetischen Verträglich
keit kapazitiv geerdet werden. Obwohl im gezeigten Aus
führungsbeispiel nur zwei Teilnehmer 5 bzw. 6 an die Leitung
angeschlossen sind, ist ihre Anzahl bei der erfindungsgemäßen
Einrichtung prinzipiell beliebig wählbar. Zur Unterdrückung
störender Reflexionen an den Enden der Adern 1 und 2 bei der
Übertragung schnell veränderlicher Signale können diese mit
dem Wellenwiderstand Z der Leitung abgeschlossen werden.
Wird die Stromversorgungseinheit 4 gemäß Fig. 2 an einem der
beiden Leitungsenden plaziert, so kann eine Spannungsquelle 25
mit zwei durch identische Widerstände 23 und 24 voneinander
entkoppelten Ausgängen an den Adern 1, 2 und 3 angeschlossen
werden. Vorteilhaft beträgt der Widerstandswert der beiden
Widerstände 23 und 24 die Hälfte des Wellenwiderstandes Z der
Leitung.
Gleichermaßen ist auch eine Realisierung der Stromversorgungs
einheit 4 gemäß Fig. 3 durch zwei Spannungsquellen 26 und 27
mit gleicher Leerlaufspannung und gleichem Innenwiderstand 28
bzw. 29 möglich. Wiederum kann der Wert der Innenwiderstände
28 und 29 vorteilhaft die Hälfte des Wellenwiderstandes Z
betragen.
Fig. 4 zeigt ein Ausführungsbeispiel mit einer regelbaren
Spannungsquelle 30, die so gesteuert werden kann, daß die
Spannungen auf den Adern 1 und 2 unabhängig vom gelieferten
Speisestrom bleiben. Ebenso ist natürlich auch eine Reali
sierung mit zwei regelbaren Spannungsquellen entsprechend
Fig. 3 möglich.
Bei einer Stromversorgungseinheit gemäß Fig. 5 sind zwei
identische regelbare Stromquellen 31 und 32 vorhanden, welche
jeweils den Strom IO/2 in jede der beiden Adern 1 und 2 ein
speisen. Da die Stromaufnahme der angeschlossenen Teilnehmer
meistens festliegt, muß der Speisestrom an den Bedarf angepaßt
werden. Hierzu wird IO so geregelt, daß die Summe der Span
nungsabfälle über den Adern 1, 2 und 3 und an den parallel
geschalteten Teilnehmern einer Referenzspannung Uref ent
spricht. Zweckmäßigerweise erfolgt die Regelung so, daß sie
durch Differenzspannungen zwischen den Adern 1 und 2 nicht
beeinflußt wird. Damit können die Übertragung von Daten und
von Energie ideal voneinander getrennt werden. Zur Regelung
werden die Spannungen an den Adern 1 und 2 mit einem Summier
glied 33 addiert, in einem Proportionalglied 34 mit dem Faktor
1/2 multipliziert und in einem Vergleicher 36 die Differenz
zur Referenzspannung Uref gebildet. Aus dieser Differenz kann
mit einem Proportionalglied 37 eine Stellgröße 38 für die
regelbaren Stromquellen 31 und 32 abgeleitet werden. Bei
differentieller Datenübertragung und einem Signalhub auf
den Adern 1 und 2 um die Spannung Usig/2 ergeben sich somit
für die Spannungen auf den Adern 1 und 2 folgende Gleichungen:
U1 = Uref + Usig/2 und
U2 = Uref - Usig/2.
U2 = Uref - Usig/2.
Daraus erhält man das Signal der differentiellen Datenüber
tragung zu:
Usig = U1 - U2.
Schwankungen des Versorgungsstroms IV oder der Referenzspan
nung Uref wirken sich durch diese Entkopplung nicht auf die
Signalqualität aus.
Unter bestimmten Umständen, z. B. bei RS485-Schnittstellen,
ist eine Offset-Differenzspannung über den Abschlußwider
ständen zwischen den Adern 1 und 2 erwünscht. Diese Offset-
Spannung kann durch entsprechende Unsymmetrie in der Strom
versorgungseinheit 4 entweder mit unterschiedlichen Strömen
bei Verwendung zweier Stromquellen, unterschiedlichen Span
nungen bei Verwendung zweier Spannungsquellen oder mit unter
schiedlichen Entkopplungs- bzw. Innenwiderständen erreicht
werden.
Zur Vergrößerung des Innenwiderstandes sowohl der Strom
versorgungseinheit 4 als auch der Teilnehmer können Indukti
vitäten in Reihe mit den Strom- oder Spannungsquellen sowie
den Stromsenken geschaltet werden.
Statt nur mit einer Stromversorgungseinheit kann auch mit
mehreren parallel in eine Leitung eingespeist werden. Da bei
mehreren gesteuerten quellen jedoch Dynamikprobleme zu er
warten sind, erscheint eine Kombination aus zwei ungeregelten
Quellen an den beiden Leitungsenden und einer geregelten
Stromquelle, die beliebig plaziert sein kann, mit dem ge
ringsten Aufwand realisierbar.
Die in Fig. 1 dargestellten Stromsenken 7 und 8 beim Teil
nehmer 5 können abhängig vom Strombedarf des Teilnehmers 5
gesteuert werden. In diesem Fall ist darauf zu achten, daß
die Änderungsgeschwindigkeit an die Eigenschaft der Strom
versorgungseinheit 4 anzupassen ist, um Dynamikprobleme zu
vermeiden, und daß die Regelung der beiden Stromsenken 7
und 8 synchron erfolgt.
Will man die bei niedrigen Frequenzen relativ hohe Impedanz
der kapazitiven Erdung der Ader 3 als Schirm verringern, so
kann dies durch eine Kompensationsspannung zwischen der Ader 3
und der Erde erreicht werden. Die Kompensationsspannung, wel
che der Speisespannung bzw. der Referenzspannung Uref ent
gegengesetzt ist, sorgt dafür, daß die Adern 1 und 2 im Leer
lauf, d. h. wenn kein Teilnehmer sendet, auf Erdpotential
liegen.
Claims (9)
1. Einrichtung zum Übertragen von Daten und Energie über eine
Leitung, an die mehrere Teilnehmer (5, 6) mit jeweils einer
Sende- und Empfangseinheit (17, 18) und an die eine Strom
versorgungseinheit (4) zur Versorgung der Teilnehmer (5, 6)
angeschlossen sind, dadurch gekennzeich
net,
- - daß die Leitung drei Adern (1, 2, 3) aufweist,
- - daß eine Sendeeinheit Mittel aufweist zum Einspeisen von zwei symmetrischen, den zu übertragenden Daten entsprechen den Signalen in die erste (1) und die zweite Ader (2) der Leitung,
- - daß in den Empfangseinheiten Mittel vorhanden sind zur Aus wertung der symmetrischen Signale und zur Ermittlung der übertragenen Daten,
- - daß die Stromversorgungseinheit (4) einen Speisestrom (IO) zu etwa gleichen Teilen (IO/2) in die erste (1) und die zweite Ader (2) der Leitung einspeist und
- - daß die Teilnehmer (5, 6) Mittel aufweisen, um der ersten (1) und der zweiten Ader (2) der Leitung zwei gleiche Ver sorgungsströme (IV/2) zu entnehmen, die gemeinsam in der dritten Ader (3) zurückgeführt werden.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch ge
kennzeichnet,
- - daß der Speisestrom (IO), den die Stromversorgungseinheit (4) zu etwa gleichen Teilen (IO/2) in die erste (1) und die zweite Ader (2) der Leitung einspeist, so einstellbar ist, daß das arithmetische Mittel der Spannung zwischen der ersten (1) und der dritten Ader (3) und der Spannung zwi schen der zweiten (2) und der dritten Ader (3) einer Re ferenzspannung (Uref) entspricht.
3. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch ge
kennzeichnet,
- - daß zur Erzeugung des Speisestroms (IO) in der Strom versorgungseinheit (4) jeweils eine regelbare Stromquelle (31, 32) an der ersten (1) und an der zweiten Ader (2) angeschlossen ist.
4. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge
kennzeichnet,
- - daß zur Erzeugung des Speisestroms (IO) in der Strom versorgungseinheit (4) eine Spannungsquelle (26, 27) über jeweils einen Widerstand (28, 29) an der ersten (1) und der zweiten Ader (2) angeschlossen ist.
5. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
- - daß in der Stromversorgungseinheit (4) einem der beiden symmetrischen, den zu übertragenden Daten entsprechenden Signale ein konstantes Signal überlagert wird, so daß eine Unsymmetrie entsteht.
6. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
- - daß die Mittel der Teilnehmer (5) zur Entnahme der Ver sorgungsströme (IV/2) jeweils zwei regelbare Stromsenken sind, die in Abhängigkeit vom Strombedarf des Teilnehmers (5) gesteuert werden.
7. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
- - daß die Sende- und Empfangseinheiten (17, 18) in den Teil nehmern (5, 6) erdfrei betrieben werden.
8. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
- - daß die Stromversorgungseinheit (4) erdfrei betrieben wird und die dritte Ader (3) der Leitung über einen Koppel kondensator mit Erde verbunden ist.
9. Einrichtung nach Anspruch 8, dadurch ge
kennzeichnet,
- - daß dem Koppelkondensator eine Spannungsquelle zur Er zeugung einer Kompensationsspannung parallelgeschaltet ist, welche so bemessen ist, daß die erste (1) und die zweite Ader (2) annähernd auf Erdpotential liegen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19914138065 DE4138065A1 (de) | 1991-11-19 | 1991-11-19 | Einrichtung zum uebertragen von daten und energie ueber eine leitung |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE19914138065 DE4138065A1 (de) | 1991-11-19 | 1991-11-19 | Einrichtung zum uebertragen von daten und energie ueber eine leitung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4138065A1 true DE4138065A1 (de) | 1993-05-27 |
Family
ID=6445150
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19914138065 Ceased DE4138065A1 (de) | 1991-11-19 | 1991-11-19 | Einrichtung zum uebertragen von daten und energie ueber eine leitung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4138065A1 (de) |
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