DE4138317A1 - Mechanisch verstellbare haltevorrichtung fuer zusatzgeraete an einem operationstisch - Google Patents

Mechanisch verstellbare haltevorrichtung fuer zusatzgeraete an einem operationstisch

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Description

Die Erfindung betrifft eine mechanisch verstellbare Haltevorrichtung für an der Liegefläche eines Operati­ onstisches anzubringende Zusatzgeräte wie Arm- oder Beinstützen mit einem Befestigungsteil, das an einer entlang der Liegefläche des Operationstisches angeord­ neten Gleitschiene befestigt ist, und ein Halteteil zum Halten des Zusatzgerätes.
Eine solche Vorrichtung ist beispielsweise aus der deutschen Offenlegungsschrift 36 22 102 bekannt. Dort ist eine Kniestütze beschrieben, bei der das Halteteil über ein Schneckengetriebe mittels einer Kurbel vom Kopfende des Operationstisches drehbar ist, so daß die Beinstütze mittels dieses manuell mechanischen An­ triebes angehoben und gesenkt werden kann. Diese Lösung hat den Nachteil, daß die Bedienung nur von einer ganz bestimmten Stelle aus erfolgen kann. Ein Kurbeltrieb ist hinderlich, wenn rund um den Operationstisch noch weitere Zusatzgeräte angeordnet sind oder in diesem Be­ reich Operationspersonal steht. Zudem ist das Anbringen und Abbauen des Zusatzgerätes am Operationstisch rela­ tiv mühsam, da für die lange Kurbel ebenfalls eine La­ gerung und Halterung am Operationstisch benötigt wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Halte­ vorrichtung der eingangs genannten Art so auszubilden, daß sie einfach und rasch am Operationstisch montiert bzw. von ihm gelöst werden kann, daß sie von jeder be­ liebigen Stelle her bedienbar ist und daß ihre Bedie­ nung das Operationspersonal möglichst wenig behindert.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Haltevorrichtung eine elektrisch betätigbare An­ triebseinrichtung zum Verstellen des Zusatzgerätes um­ faßt.
Die erfindungsgemäße Haltevorrichtung läßt sich bequem von jeder beliebigen Stelle des Operationstisches her betätigen, wobei im einfachsten Falle ein Kabel mit einem Schalter genügt. Dadurch wird weder das Operati­ onspersonal behindert, noch behindert eine mechanische Betätigungsvorrichtung den Anbau weiterer Zusatzgeräte an den Operationstisch. Der Anbau und Abbau des Zusatz­ gerätes selbst ist äußerst einfach.
Bei einer ersten Ausführungsform der Erfindung ist vor­ gesehen, daß das Halteteil eine Führung für das Zusatz­ gerät hat und daß die Antriebseinrichtung direkt an dem Zusatzgerät angreift. Dies ist beispielsweise zweckmä­ ßig, wenn es sich bei dem Zusatzgerät um eine Beinstüt­ ze, eine Armstütze oder dergleichen handelt, die mittels eines Auslegers an dem Halteteil gehalten ist, der in seiner Längsrichtung verstellbar sein soll. Es kann aber auch das Halteteil an dem Befestigungsteil verstellbar gelagert sein, wobei die Antriebseinrich­ tung am Halteteil angreift. Dies ist beispielsweise zweckmäßig, wenn das Halteteil selbst gedreht werden soll, um das Zusatzgerät zu verschwenken.
Die Antriebseinrichtung umfaßt zweckmäßigerweise einen Antriebsmotor und ein Untersetzungsgetriebe, so daß man mit einem Elektromotor geringer Leistung auskommt. Vor­ zugsweise ist der Elektromotor im Befestigungsteil an­ geordnet, wobei auch eine Spannungsquelle zur Versor­ gung der elektrischen Antriebseinrichtung in der Halte­ vorrichtung selbst vorgesehen sein kann. Bei mehreren elektromechanisch verstellbaren Haltevorrichtungen kann es aber auch zweckmäßig sein, eine zentrale Spannungs­ versorgung vorzusehen, wobei an dem Befestigungsteil der jeweiligen Haltevorrichtung mit den Anschlußklemmen der elektrischen Antriebseinrichtung verbundene Kon­ taktelemente vorgesehen sind, die zum Zusammenwirken mit Gegenkontaktelementen an der Gleitschiene des Ope­ rationstisches bestimmt sind und wobei die Gegenkon­ taktelemente mit der Spannungsquelle verbunden sind. Beispielsweise kann die Gleitschiene mit Leiterschienen versehen sein, so daß die Haltevorrichtungen an belie­ bigen Stellen der Gleitschiene angesetzt werden können und dennoch elektrischen Kontakt mit der Spannungsquel­ le erhalten.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird vorgeschlagen, daß der Haltevorrichtung ein Akkumulatorträger zugeordnet ist, der Befestigungs­ mittel zu seiner Befestigung an der Gleitschiene des Operationstisches und Anschlußelemente zur Herstellung einer elektrischen Verbindung mit der Antriebseinrich­ tung der Haltevorrichtung hat. Diese Lösung ist zweck­ mäßig, wenn die Spannungsquelle beispielsweise zum Wie­ deraufladen häufiger ausgetauscht werden muß. Es genügt in diesem Falle, den Akkumulator auszutauschen, ohne daß das Zusatzgerät selbst demontiert werden muß. Auch kann ein Akkumulator beliebigen Haltevorrichtungen zu­ geordnet werden.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung, die in Verbindung mit den beigefügten Zeichnungen die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 eine schematische Seitenansicht der Liegefläche eines Operationstisches mit einer angebauten Beinstütze,
Fig. 2 einen Schnitt durch die Haltevorrich­ tung parallel zur Zeichenebene der Darstellung in Fig. 1,
Fig. 3 einen Schnitt durch die Haltevorrich­ tung entlang Linie III-III in Fig. 2,
Fig. 4 einen Teilschnitt entlang Linie IV-IV in Fig. 2 und
Fig. 5 einen der Fig. 2 entsprechenden Schnitt durch eine zweite Ausfüh­ rungsform der Erfindung.
In Fig. 1 erkennt man eine allgemein mit 10 bezeichne­ te Patientenlagerfläche eines im übrigen nicht näher dargestellten Operationstisches. Die Patientenlagerflä­ che umfaßt mehrere Abschnitte 12, die durch schematisch angedeutete Gelenkverbindungen 14 um horizontal gerich­ tete Achsen relativ zueinander verschwenkbar sind. Bei­ derseits jedes Lagerflächenabschnittes sind Abschnitte 16 einer Gleitschiene vorgesehen, an der Zusatzgeräte wie beispielsweise Armstützen, Beinstützen, Halter für Geräte und Infusionsbehälter und dergleichen montierbar sind. Ein Beispiel eines solchen Zusatzgerätes ist in Fig. 1 dargestellt. Es umfaßt eine Oberschenkelklammer 18, die über einen Lagerkopf 20 an einem Auslegerarm 22 befestigt ist. Der Auslegerarm 22 ist mit einer allge­ mein mit 24 bezeichneten Haltevorrichtung an einem Gleitschienenabschnitt 16 festgeklemmt. Diese Haltevor­ richtung soll im weiteren näher erläutert werden.
Die Haltevorrichtung 24 umfaßt ein Befestigungsteil 26 und ein Halteteil 28, in dem der Ausleger 22 gehalten ist und das an dem Befestigungsteil 26 um eine parallel zu den Schwenkachsen der Gelenke 14 gerichtete Achse schwenkbar gelagert ist. Das Befestigungsteil 26 umfaßt zwei Spannkloben 30 (Fig. 2 und 4), mit deren Hilfe es an dem Gleitschienenabschnitt 16 festlegbar ist. Jeder dieser Spannkloben hat eine hakenförmige obere Pratze 32, die einstückig mit einem Gehäuse 34 des Be­ festigungsteils 26 ausgebildet ist. In einer Aussparung 36 dieses Gehäuses ist eine untere Spannpratze 38 um eine Achse 40 schwenkbar gelagert und kann mittels einer Stellschraube 42 (Fig. 4) so verschwenkt werden, daß sie gegen die Unterseite des Gleitschienenabschnit­ tes 16 gepreßt wird, wie dies die Fig. 4 zeigt, in der der Gleitschienenabschnitt zwischen den beiden Pratzen 32 und 38 gestrichelt dargestellt ist.
Das Halteteil 28 besteht aus einem Bolzen mit einem Kopfteil 44, der eine Durchbrechung 46 mit rechteckigem Querschnitt hat, in welche der Ausleger 22 einsteckbar ist. Der Ausleger 22 kann in dem Bolzenkopf 44 mittels einer Klemmschraube 48 geklemmt werden. Das Halteteil 28 umfaßt ferner einen Schaft 50, der in dem Gehäuse 34 des Befestigungsteiles 26 drehbar gelagert ist und mit einem Schneckenrad 52 verkeilt ist.
In dem unteren Teil des Gehäuses 34 des Befestigungs­ teiles 36 ist eine mit dem Schneckenzahnrad 52 in Ein­ griff stehende Schneckenwelle 54 um eine zu den Gleit­ schienenabschnitten 16 parallele Achse drehbar gela­ gert. Die Schneckenwelle 54 ist mit der Ausgangswelle 56 eines Elektromotors 58 gekoppelt, der ebenfalls in dem Gehäuse 34 des Befestigungsteils 26 angeordnet ist. Der Elektromotor 58 dreht bei seiner Aktivierung die Schneckenwelle 54 und das Schneckenzahnrad 52, um so das bolzenförmige Halteteil 28 zu verdrehen und damit den Ausleger 52 zu verschwenken. Dadurch wird die Ober­ schenkelklammer 18 gehoben und gesenkt.
Die elektrische Energie für den Elektromotor liefert ein Akkumulator 60, der in einem geeigneten Träger an­ geordnet ist. An dem Akkumulatorgehäuse ist ein Spann­ kloben 62 angeordnet, der ebenso wie der Spannkloben 30 ausgebildet ist und mit dessen Hilfe der Akkumulator 60 an einem Gleitschienenabschnitt 16 befestigt werden kann, wie dies in Fig. 1 dargestellt ist. Der Akkumu­ lator 60 ist über Leitungen 64 und Anschlußelemente 66 in dem Gehäuse 34 des Befestigungsteils 26 mit dem Elektromotor 58 elektrisch verbindbar. Die Verbindung könnte anstelle über die Leitungen 64 auch über elek­ trisch leitende Kontaktschienen 68 laufen, die in der Oberseite und der Unterseite der Gleitschienenab­ schnitte 16 ausgebildet sein könnten, wie dies in Fig. 4 angedeutet ist. Mit diesen Kontaktschienen 68 könnten Kontaktelemente 70 an den beiden Spannpratzen 32 bzw. 38 in elektrischen Kontakt treten, wenn die Kloben 30 bzw. 62 an die Gleitschienenabschnitte 16 angesetzt werden. Diese Kontaktelemente 70 müßten dann in geeig­ neter Weise einerseits mit dem Akkumulator 60 und ande­ rerseits mit dem Elektromotor 58 verbunden sein. Diese Lösung hat den Vorteil, daß ohne die Zuhilfenahme von Kabelverbindungen die elektrische Verbindung zwischen dem jeweiligen Zusatzgerät und dem Akkumulator 60 so­ fort hergestellt wird, sowie diese beiden Teile an der­ selben Gleitschiene angeklemmt werden.
Die vorstehend beschriebene Ausführungsform hat eine Lösung gezeigt, bei welcher das Halteteil 28 mittels der das Getriebe 52, 54 und den Elektromotor 58 umfas­ senden Antriebseinrichtung um eine Achse verdreht und damit das Zusatzgerät, nämlich die Oberschenkelklammer gehoben und gesenkt werden kann. In Fig. 5 ist nun eine Lösung dargestellt, bei welcher die Antriebsein­ richtung unmittelbar beispielsweise an dem Ausleger 22 angreift und diesen parallel zu seiner Längsachse ver­ stellt. Gleiche Teile sind wiederum mit gleichen Be­ zugszeichen versehen.
Der Ausleger 22 ist bei dieser Ausführungsform in einer oberen Gleitführung 72 und einer unteren Gleitführung 74 in dem Gehäuse 34 des Befestigungsteils 26 ver­ schiebbar geführt. Der Ausleger 26 weist auf einer sei­ ner Längsseiten eine Verzahnung 76 auf. Diese steht in Eingriff mit einem Schneckenrad 52, das wiederum mit einer Schneckenwelle 54 kämmt, die von einem Elektromo­ tor 58 angetrieben wird. Die Speisung des Elektromotors 58 erfolgt wieder in der gleichen Weise wie dies vor­ stehend für das Ausführungsbeispiel gemäß den Fig. 1 bis 4 beschrieben wurde. Damit kann der Ausleger 22 in Richtung des Doppelpfeiles A in Fig. 5 auf und ab ver­ stellt werden.
Die vorstehende Beschreibung zeigt unmittelbar, daß mit der beschriebenen Haltevorrichtung Zusatzgeräte nicht nur an einer beliebigen Stelle der Patientenlagerfläche 10 angeordnet, sondern auch in bequemer Weise fernbe­ dient werden können, ohne daß dadurch das Operations­ personal behindert wird oder daß der Anbau weiterer Zu­ satzgeräte gestört wird.
Die Erfindung wurde vorstehend für ein Zusatzgerät in Form einer Oberschenkelklammer beschrieben. Wie ein­ gangs erwähnt wurde, können aber verschiedene Zusatzge­ räte in der vorstehend beschriebenen Weise motorisch verstellbar an der Patientenlagerfläche 10 angeordnet werden.

Claims (8)

1. Mechanisch verstellbare Haltevorrichtung (24) für an der Liegefläche (10) eines Operationstisches anzubringende Zusatzgeräte wie Arm- oder Beinstüt­ zen mit einem Befestigungsteil (26), das an einer entlang der Liegefläche (10) des Operationstisches angeordneten Gleitschiene (16) befestigbar ist, und ein Halteteil (28) zum Halten des Zusatzgerä­ tes, dadurch gekennzeichnet, daß die Haltevorrich­ tung (24) eine elektrisch betätigbare Antriebsein­ richtung (58, 54, 52) zum Verstellen des Zusatzge­ rätes umfaßt.
2. Haltevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn­ zeichnet, daß das Halteteil eine Führung (72, 74) für das Zusatzgerät (22) hat und daß die Antriebs­ einrichtung (58, 54, 52) direkt an dem Zusatzgerät (22) angreift.
3. Haltevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn­ zeichnet, daß das Halteteil (28) an dem Befesti­ gungsteil (26) verstellbar gelagert ist und daß die Antriebseinrichtung (58, 54, 52) an dem Halte­ teil (28) angreift.
4. Haltevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebseinrich­ tung einen Elektromotor (58) und ein Unterset­ zungsgetriebe (54, 52) umfaßt.
5. Haltevorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekenn­ zeichnet, daß der Elektromotor (58) im Befesti­ gungsteil (26) angeordnet ist.
6. Haltevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß eine Spannungsquelle (60) zur Versorgung der elektrischen Antriebsein­ richtung (58, 54, 52) in der Haltevorrichtung (24) angeordnet ist.
7. Haltevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Befestigungs­ teil (26) mit den Anschlußklemmen der elektrischen Antriebseinrichtung verbundene Kontaktelemente (70) vorgesehen sind, die zum Zusammenwirken mit Gegenkontaktelementen (68) an der Gleitschiene (16) bestimmt sind, wobei diese mit einer Span­ nungsquelle (60) verbindbar sind.
8. Haltevorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekenn­ zeichnet, daß ihr ein Akkumulatorträger zugeordnet ist, der Befestigungsmittel (62) zu seiner Befe­ stigung an der Gleitschiene (16) des Operationsti­ sches und Anschlußelemente (70) zur Herstellung einer elektrischen Verbindung mit der Antriebsein­ richtung (58, 54, 52) der Haltevorrichtung hat.
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