DE4140201A1 - Vorrichtung fuer das ausbringen und einholen von schleppkoerpern - Google Patents

Vorrichtung fuer das ausbringen und einholen von schleppkoerpern

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Description

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung für das Ausbringen und Einholen von Schleppkörpern, die am Heck eines Schiffen anzubringen ist. Geschleppte Körper werden für verschiedenartige Untersuchungen und Aufgaben sowohl bei Forschungsschiffen als auch bei Marineschiffen verwendet.
Das Aussetzen von Schleppkörpern und ihr Einholen stellt sowohl bei ungünstigen Seegangsbedingungen als auch bei höheren Schiffsgeschwindigkeiten ein Problem dar. Unerwünsche Berührungen des Schleppkörpers mit dem Schiff, wie sie unter Wasser durch die Strömung und über Wasser für einen beispielsweise an einem Kran hängenden Schleppkörper durch den Wind hervorgerufen werden können, müssen vermieden werden.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zu schaffen, mit der ein Schleppkörper sicher ausgesetzt und wieder eingeholt werden kann.
Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung gemäß Anspruch 1 gelöst. Die Unteransprüche geben bevorzugte Weiterbildungen an.
Die Erfindung geht davon aus, daß das Aussetzen und Einholen zweckmäßigerweise am Heck des Schiffes erfolgt und daß Aufnahme und Abgabe des Schleppkörpers unter Wasser am vorteilhaftesten sind. Dabei wird ein einzuholender Schleppkörper unter Wasser an die Vorrichtung angedockt, aus dem Wasser herausgehoben und dann zu einem geeigneten Platz auf oder über einem Deck gebracht. Das Aussetzen erfolgt in umgekehrter Weise. Die erfindungsgemäße Vorrichtung und ihre Arbeitsweise werden anhand der auf den beigefügten Zeichnungen vereinfacht und schematisch dargestellten Ausführungsbeispiele im folgenden näher beschrieben.
Die Fig. 1 bis 4 zeigen verschiedene Stellungen der Vorrichtung beim Aussetzen und Einholen eines Schleppkörpers, wobei das Heck eines Schiffes von der Seite gesehen angedeutet ist. Fig. 5 zeigt eine Ansicht auf eine am Heck eines Schiffes angebrachte Vorrichtung. Fig. 6 zeigt einen Greifer zum Festhalten des Schleppkörpers an der Vorrichtung.
Bei einem Schiff 1 ist am Heck 2 die Vorrichtung zum Ausbringen und Einholen von Schleppkörpern 3 angeordnet. Sie besteht aus wenigstens einer vertikalen Führungsschiene 4, im Beispiel sind zwei Führungsschienen 4 dargestellt. An den Führungsschienen 4 ist beispielsweise mittels einer Seilwinde 5 ein Schlitten 6 beweglich. Am Schlitten 6 ist ein Tragarm 7 vorzugsweise schwenkbar befestigt. Das Verschwenken kann mittels einer Kolben-Zylinder-Einheit 8 erfolgen. An dem Tragarm 7 ist eine Halterung 9 vorzugsweise in einer Nut verschiebbar angeordnet. Die Halterung ist in nicht dargestellter Weise während des Schleppens sowie während des Aussetzens und Einholens an dein Tragarm verriegelt. Die Verschiebbarkeit der Halterung 9 an dem Tragarm 7 ermöglicht es jedoch, in der obersten Stellung des Schlittens die Halterung 9 mit dem Schleppkörper 3 entlang einer ebenfalls eine Führungsnut aufweisenden Schiene 10 über das Achterdeck zu bringen.
Die Halterung 9 umfaßt einen glockenförmigen Aufnahmeteil 11, der aus einem Elastomer besteht. Es kann auch ein anderes elastisches Material oder wenigstens eine mit elastischem Material belegte innere Oberfläche des Aufnahmeteils vorhanden sein, um ein weiches Andocken des Kopfes des Schleppkörpers in dem Aufnahmeteil zu erreichen. Das Aufnahmeteil 11 besitzt eine zentrale Durchgangsöffnung 12 für das Schleppkabel 15, für das eine Winde 16 vorgesehen ist. Im Anschluß an das glockenförmige Aufnahmeteil 11 weist die Halterung 9 eine schirmartige Verbreiterung 13 auf, die ebenfalls aus elastischem Material besteht und dem anzudockenden Schleppkörper als Führung und Anlagefläche dient. Die Halterung 9 erstreckt sich wenigstens bis zum Schwerpunkt des aufzunehmenden Schleppkörpers und ist hier mit einer Einklinkeinrichtung oder einer Greifeinrichtung 14 versehen, die den Schleppkörper in der vorgesehenen Position kraftschlüssig oder auch formschlüssig festhalten kann. Vorzugsweise befindet sich an der Halterung 7 vor dem Aufnahmeteil 11 ein Führungsbogen 17 oder eine Umlenkrolle für das Schleppkabel 15, das am Heck nach unten und dann durch die zentrale Öffnung 12 in das Aufnahmeteil 11 verläuft.
Zum Ausbringen eines Schleppgerätes beispielsweise eines sogenannten Sonarfisches, der eine Länge von ca. 5 m und ein Gewicht von ca. 600 kg haben kann, wird die Halterung 9 mit dein Schleppkörper 3 entlang einer über Deck angeordneten Schiene 10 bis in den Tragarm 7 verschoben und dort verriegelt (Fig. 1). Dann wird der Schlitten 6 mit Tragarm 7, Halterung 9 und Schleppkörper 3 bis unter die Wasseroberfläche abgesenkt (Fig. 2). Nun wird der Schleppkörper 3 durch Lösen der Greifer 14 und Fieren des Schleppkabels 15 aus der Halterung 9 entlassen (Fig. 3) und in den für das Schleppen gewünschten Abstand vom Schiff gebracht.
Insbesondere bei großer Schleppgeschwindigkeit kann das Ausbringen des Schleppkörpers auch in der Weise erfolgen, daß der Tragarm 7 durch die als Kolben-Zylinder-Einheit ausgebildete Schwenkeinrichtung 8 in eine geneigte Lage gebracht wird und in dieser Stellung in das Wasser eintaucht. Hierdurch und beim anschließenden schrägen Fieren des Schleppkörpers unter Wasser werden auf den Schleppkörper wirkende Querkräfte verringert.
Für das Einholen des Schleppkörpers wird der Tragarm 7 mit der Halterung 9 in eine nach achtern geneigte Position gebracht (Fig. 4), wobei die Neigung etwa derjenigen des Schleppkörpers entspricht, mit der dieser in das Aufnahmeteil 11 eingezogen wird. Durch das glockenförmig oder konisch geformte elastische Aufnahmeteil 11 wird der Kopf des Schleppkörpers schonend in dem Aufnahmeteil 11 zentriert, wobei die Elastizität dieses Teiles oder wenigstens seiner inneren Flächen gewährleistet, daß der unter dem Zug des Schleppkabels 15 stehende Schleppkörper 3 nicht durch einen harten Schlag beschädigt wird. Die schirmartige Verbreiterung 13 der Halterung 9 begünstigt das Einziehen des Schleppkörpers 3 in das Aufnahmeteil 11 und vermeidet harte Berührungen mit dem Tragarm 7. Ist der Schleppkörper in die Halterung 9 eingezogen, wird er durch die Greifeinrichtung 14 festgehalten. Die zur Aufnahme des Schleppkörpers notwendige Neigung von Tragarm 7 und Halterung 9 kann mit Hilfe der Schwenkeinrichtung 8 so eingestellt werden, daß der Schleppkörper 3 in ausreichendem Maße an der schirmartigen Verbreiterung 13 anliegt, so daß er von der Greifeinrichtung 14 erfaßt werden kann.
Die Vorrichtung kann für verschiedene im wesentlichen zylindrische Schleppkörper verwendet werden. Gegebenenfalls ist die Greifeinrichtung 14 an den Durchmesser des Schleppkörpers anzupassen. Die zentrale Öffnung 12 des Aufnahmeteils 11 kann gegebenenfalls nach unten vorzugsweise trichterförmig offen oder zu öffnen sein, um während des Schleppens das Aufnahmeteil 11 mit dem Schlitten in die obere Position anzuheben, aber zum Einholen das Schleppkabel 15 wieder in die Öffnung einzubringen.

Claims (6)

1. Vorrichtung für das Aussetzen und Einholen von Schleppkörpern am Heck eines Schiffes, dadurch gekennzeichnet, daß sie umfaßt
  • a) ein glockenförmiges Aufnahmeteil (11) aus elastischem Material für den Kopf des Schleppkörpers (3) mit einer zentralen Durchgangsöffnung (12) für das Schleppkabel (15)
  • b) eine Halterung (9) des Aufnahmeteils (11) oberhalb des anzudockenden Schleppkörpers (3), die sich wenigstens bis zum Schwerpunkt des Schleppkörpers erstreckt und hiermit einer Einklink- oder Greifeinrichtung (14) für den Schleppkörper (3) versehen ist,
  • c) einen Tragarm (7), an dem die Halterung (9) angeordnet ist,
  • d) einen am Heck (2) in Führungsschienen (4) etwa vertikal bewegbaren Schlitten (6)
  • e) eine Schwenkeinrichtung (8) zum Verschwenken des Tragarmes (7) an dem Schlitten (6) wenigstens aus einer horizontalen in eine abwärts geneigte Stellung,
  • f) wobei der Tragarm (7) mit der Halterung (9) durch den Schlitten (6) zwischen einer horizontalen Position oberhalb des Decks am Heck des Schiffes und einer nach abwärts geneigten Position unter Wasser bewegbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Halterung (9) nach beiden Seiten eine schirmartige Verbreiterung (13) aus elastischem Material aufweist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Halterung (9) an dem Tragarm (7) in einer Führungsnut verschiebbar und in der Aufnahmestellung verriegelbar ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Tragarm (7) in horizontaler Position bis in eine Stellung anhebbar ist, bei der die Führungsnut mit einer weiteren Führungsnut in einer sich oberhalb des Decks erstreckenden Schiene (10) fluchtet.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich an der Halterung (9) vor der zentralen Durchgangsöffnung (12) ein Führungsbogen (17) für das Schleppkabel (15) befindet.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß für die etwa vertikale Bewegung des Schlittens (6) eine Seilwinde (5) vorgesehen ist.
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