DE416548C - Verfahren zum Ausgleichen der Schrifthoehe zu niedriger Druckstoecke - Google Patents
Verfahren zum Ausgleichen der Schrifthoehe zu niedriger DruckstoeckeInfo
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Description
- Verfahren zum Ausgleichen der Schrifthöhe zu niedriger Druckstöcke. Die in Druckereibetrieben benutzten, aus verschiedenen Quellen stammenden Druckstöcke haben bekanntlich mehr oder weniger stark voneinander abweichende Schrifthöhe. Besonders die vielfach übliche sogenannte Pariser Normalhöhe ist um mehrere Millimeter geringer als diejenige der vorwiegend in Deutschland benutzten Druckstöcke. Um diese verschiedenen Schrifthöhen der Druckstöcke auszugleichen, werden bisher pastenartige Massen benutzt, welche auf die Rückseite der zu niedrigen Druckstöcke aufgetragen und, nachdem die Masse durch Verdampfen des Lösungsmittels erhärtet ist, durch mechanische Bearbeitung auf die Normalschrifthöhe gebracht werden. Dies Arbeitsverfahren hat den Mangel, daß das Erhärten der Masse, besonders wenn die erforderliche Hinterlegungsschicht eine erhebliche Dicke hat, längere Zeit erfordert. Wegen dieser langen Erhärtungszeit ist man zudem zu der Verwendung flüchtiger Lösungsmittel genötigt, und diese lösbaren Verkittungsmittel, wie Harze, Zellhorn o. dgl., sind mehr oder weniger leicht schmelzbar und verlieren bei der während des Druckens oft eintretenden Erwärmung den zur Stützung des Druckstockes erforderlichen Grad der starren Festigkeit.
- Nach vorliegender _Erfindung werden diese Mängel dadurch vermieden, daß die zum Ausgleich der Schrifthöhe erforderliche Schicht der Hinterlegungsmasse vor der Verbindung mit dem Druckstock in Form von starren Platten passender Dicke vorbereitet und mit dem Holzkörper der Druckstöcke durch Verleimen verbunden wird. Hierdurch wird -nicht nur das für den Druckereibetrieb ziemlich umständliche Verfahren des Auftragens der Hinterlegungsmasse in pastenförmigem Zustand und der zeitraubende Austrocknungsvorgang vermieden, sondern es wird dadurch auch möglich gemacht, wasserlösliche und daher langsam erhärtende Verkittungsmittel zu benutzen, welche nach dem Erhärten bei dem im Betrieb in Betracht kommenden Temperaturgrade sich vollkommen starr verhalten.
- Zur Herstellung der plattenförmigen Hinterlegungskörper dient eine Masse, welche in der Hauptsache aus Holzspänen, vorzugsweise Sägemehl und Roggenmehl unter Zusatz von im Wasser gelöstem Dextrin, etwas Leinöl und Portlandzement, besteht. Zum Beispiel kann man auf 40o Teile Sägemehl 3oo Teile Schwarz-oder Roggenmehl, ioo Teile Portlandzement, ioo Teile Leinöl und ioo Teile Dextrin mit dem zum dünnflüssigen Auflösen des letzteren erforderlichen Wasser nehmen. Die Masse wird nach gleichmäßiger Durchraischung in zäh-plastischer Form in Platten von für die verschiedenen in Betracht kommenden Hinterlegungsstärken erforderlicher Dicke gepreßt, welche danach durch langsames Austrocknen zum Erstarren gebracht werden. Durch das Austrocknen erhält die Masse eine außerordentlich hohe Druckfestigkeit, welche auch bei erheblicher Temperaturerhöhung vollkommen unverändert bleibt.
- Zwecks Verbindung mit den Holzkörpern der zu hinterlegenden Druckstöcke werden die Platten in den Druckstöcken entsprechender Größe -zugeschnitten, wozu man sich gewöhnlicher Holzsägen bedienen kann. Die Platten werden dann auf einer Fläche mit nicht zu dickflüssigem Leim bestrichen. Hierauf wird die Platte auf die Rückseite des Druckstockes aufgelegt und beide Teile mittels einer Presse zusammengedrückt und bis zum genügenden Erstarren des Leimes eingespannt gehalten, Durch die Einwirkung der Feuchtigkeit des Leimes, welche von der Masse größtenteils aufgenommen wird, ergibt sich eine gewisse Schmiegsamkeit des in vollkommen trockenem Zustande sehr starren Hinterlegungsmaterials, so daß die Hinterlegungsplatte an ihrer Berührungsfläche sich an das Holzmaterial des Druck stockes überall vollkommen anlegt, so daß sich überall eine gute Verleimung ergibt. Nach dem in einigen Minuten eintretenden Erstarren des Leimes kann die 1[Iinterlegungsmasse, soweit nötig, mittels der üblichen Hobel- oder Fräsvorrichtungen auf die genaue Schrifthöhe abgerichtet werden.
- Der im oben angegebenen Beispiel der Zusammensetzung der Hinterlegungsmasse angeführte Portlandzement trägt zur Erhöhung der Starrheit der in der Hauptsache aus Holzspänen und durch die Dextrinlösung verkittetem Roggenmehl bestehenden Masse bei. Auch befördert der Zement dadurch, daß er mit Wasser abbindet, die Schnelligkeit des Erhärtens der Masse. Indessen kann die angegebene Menge des Zements auch noch etwas vergrößert oder vermindert oder auch ganz fortgelassen werden. Der Zusatz von Leinöl hat in erster Linie die Wirkung, der Masse auch eine gewisse dauernde Zähigkeit zu geben, so daß diese nicht zu spröde und bröckelig werden kann. Das Leinöl kann aber auch durchs andere ähnlich wirkendeZusätze ersetzt werden.
Claims (2)
- PATENT-ANSPRÜCHE: i:. Verfahren zum Ausgleichen der Schrifthöhe zu niedriger Druckstöcke, dadurch gekennzeichnet, daß die Hinterlegungsmasse in Plattenform vorbereitet, durch Leim o. dgl. mit dem Holzkörper des Druckstocks verbunden wird.
- 2. Eine Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Hinterlegungsmasse aus Holzspänen und Roggenmehl unter Zusatz von Dextrinlösung und Leinöl hergestellt wird.
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