DE417870C - Verfahren zur Klangveredelung von Tonstuecken bei ihrer apparativen Wiedergabe - Google Patents

Verfahren zur Klangveredelung von Tonstuecken bei ihrer apparativen Wiedergabe

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    • GPHYSICS
    • G10MUSICAL INSTRUMENTS; ACOUSTICS
    • G10KSOUND-PRODUCING DEVICES; METHODS OR DEVICES FOR PROTECTING AGAINST, OR FOR DAMPING, NOISE OR OTHER ACOUSTIC WAVES IN GENERAL; ACOUSTICS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • G10K15/00Acoustics not otherwise provided for
    • G10K15/02Synthesis of acoustic waves

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  • Acoustics & Sound (AREA)
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Description

  • Verfahren zur Klangveredelung von Tonstücken bei ihrer apparativen_ Wiedergabe. Die mechanische Wiedergabe von Tonstükken leidet, wie bekannt, an vielen Mängeln. Ein sehr wesentlicher Mangel besteht darin, daß künstlich tonerzeugende Organe, wie z. B. Membranen, nicht so leicht ansprechen wie z. B. die Stimmbänder des menschlichen Kehlkopfes oder die Saiten der Musikinstrumente.
  • Es wurde nun die Beobachtung gemacht, daß der Charakter eines mechanisch wiedergegebenen Tonstückes verändert und seine Klangfülle erhöht werden kann, wenn das gleiche Tonstück, nachdem es eine Membran oder andere tonerzeugende Elemente erregt hat, noch einmal durch eitle zweite Membran o. dgl. zum Erklingen gebracht wird.
  • Das Wesentliche dabei ist, daß ein bestimmter Zeitabstand zwischen der ersten und der folgenden Tonerregung während der ganzen Spieldauer gewahrt wird. Wenn beide Reproduktionen gleichzeitig erfolgen, so ist das Ergebnis eine einfache Addition, aber keine. Veränderung des Klangcharakters. Erfolgt die zweite Wiedergabe in einem zu großen Zeitabstande, so nimmt das menschliche Ohr die Töne getrennt wahr. Dagegen bedingt eine Wiedergabe im Abstande von höchstens 1/8 bis etwa 1/3o Sekunde eine bemerkenswerte Veränderung des Klangdha.rakters des Tonstückes.
  • Bei der praktischen Ausübung des Verfahrens paßt man sich dem Charakter der mechanischen Musikinstrumente an. Bei Spieldosen werden z. B. mit Zähmen versehene Walzen an abgestimmten Metallzungen vorbeigeführt. Hier kann eine zweite Reihe von Metallzungen in solchem Abstande von der ersten angeordnet werden, daß die tonauslösenden Elemente auf der sich drehenden Walze (Zinken) oder Scheibe (Aussparungen) nur etwa 1/15 Sekunde bei normaler Drehgeschwindigkeit brauchen, um zu dieser zweiten Reihe zu kommen. -An dieser Stelle sei darauf hingewiesen., daß Spieldosen mit zwei Reihen von Metallzungen bekannt sind, bei denen die eine Zungenreihe innerhalb geringer Grenzen gegen die Zähne eines Sternradsatzes verstellt werden kann. Die größte zeit-Differenz, die beim Anreißen der Zungen beider Reihen ,auftreten könnte, ist jedoch bei diesen bekannten Instrumenten geringer als 1/30 Sekunde.
  • Bei Klavieren, Harmonien, Orgeln oder ähnlichen Instrumenten kann das Verfahren nach vorliegender Erfindung in der Weise zur Ausfülhrung kommen, daß der durch die Hand oder auf mechanischem Wege betätigte Tonauslöser, beim Klavier z. B. die Taste mit dem Hammer, mit einem zweiten tonauslösenden Mechanismus kraftschlüssig so verbunden wird, daß die zweite Tonauslösung in dem geeignete-Zeitabstand nach der ersten erfolgt. Die Instrumente müssen also für diesen Zweck mit einem zweiten tonauslösenden Element, z. B. Klaviere mit je einem zweiten Hammer, ausgerüstet werden, der infolge geeigneter Übertragung bei der Bewegung des ersten betätig t wird, aber erst etwa 1/15 Sekunde später, als der erste den Ton hervorbringt.
  • Bei Pianolas und Phonolas kann der neuartige Effekt auch in der Weise erzielt werden, daß au.f zwei Instrumenten das .gleiche Tonstück :gespielt wird, und zwar so, daß der Anschlag auf dem zweiten etwa i/15 Sekunde später erfolgt als auf dem ersten, was am sichersten fei iriechä.ni'scher Kupplung der beiden Antriebsvorrichtungen gelingt.
  • Bei Grammophonen und ähnlichen Musikinstrumenten erreicht man den gewünschten Effekt, wenn man den Phonogrammträgerstatt unter einer unter zwei oder mehr in geeignetem. Abstand voneinander befindlichen Schalldosen bzw. ihren Stiften vorbeiführt.
  • Wichtig ist es, daß der günstige nach vorliegender Erfindung ermittelte Zeitabstand während der ganzen Spieldauer aufrechterhalten wird, was durch bewußte Veränderung des Abstandes der Schallstifte auf der Tonspirale während des Abspielens erreicht wird, denn ein Punkt .auf dem äußeren Rande der Tonspirale bewegt sich etwa mit der doppelten Geschwindigkeit fort wie einer auf ihrem Ende.
  • In welcher Weise bei verschiedenen Instrumenten die Vorrichtungen zur Ausübung vorliegender Erfindung ausgestaltet und in eine technisch möglichst bequeme Form gebracht werden können, ist hier nicht näher auszuführen.

Claims (3)

  1. PATE N"r-ANSPRÜcf7i?: i. Verfahren zur Klangveredelung von Tonstücken bei ihrer apparativen Wiedergebe, dadurch gekennzeichnet, daß durch dasselbe Tonstück zwei oder mehr Tonerzeuger während der ganzen Spieldauer in einem konstant bleibenden Zeitabstand von höchstens 1/8 bis mindestens i/30 Sekunde erregt werden.
  2. 2. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahreins nach Anspruch i bei Spieldosen, dadurch gekennzeichnet, daß die die beiden Tonerzeuger in Schwingung bringenden Elemente statt an ,einem Tonerzeuger (Metallzungen o.,dgl.) noch an einem zweiten in geeignetem zeitlichen Abstand vorbeigeführt werden.
  3. 3. Vorrichtung zur Ausführung :des Verfahrens nach Anspruch i bei Klavieren o. dgl., dadurch gekennzeichnet, daß die durch die Handoder mechanisch betätigten Tonauslöser mit einem zweiten für die Erzeugung des gleichen Tones besonders vorgesehenen Tonauslöser kraftschlüssig so verbunden sind, daß das Erklingen des zweiten Tones in dem geeigneten Zeitabstand erfolgt. .1. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Ansprach i bei Pianolas o. ,dgl., dadurch gekennzeichnet, daß bei Pianolas oder ,ähnlichen mechanischen Musikinstrumenten ein Instrument init einem zweiten so gekuppelt ist"daß die Tonerzeugung irn zweiten in dem nacn Anspruch i -geeigneten Zeitabstand hinter dem ersten erfolgt.
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