DE4200249C2 - Kanalabsperreinrichtung - Google Patents
KanalabsperreinrichtungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Absperren eines
ein Fluid führenden Kanals gemäß den Merkmalen im
Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Durch die DE-OS 38 10 515 ist eine Sicherheitseinheit zum
Absperren eines ein Fluid führenden Kanals bekannt, welche
aus einem im unaufgeblasenen Zustand flach zusammenlegbaren
Dichtkissen besteht. Dieses Dichtkissen kann in
verschiedener Konfiguration bereitgehalten und in eine
Vielzahl von unterschiedlich geformten Öffnungen, Durchgängen
oder dergleichen eingesetzt werden. Ein derartiges
Dichtkissen ist dann einsetzbar, wenn ein ausreichend langer
Zeitraum vorhanden ist, um nach dem Erkennen einer
Gefahr ein geeignetes Dichtkissen in den Kanal lageorientieren
zu können. Plötzlich auftretenden Gefahrstoffen
kann man mit einem solchen Dichtkissen jedoch nicht begegnen,
ohne daß diese Gefahrstoffe zu einem nicht unwesentlichen
Teil bereits in die Kanalisation gelangt sind.
Im Prinzip handelt es sich bei dem bekannten Dichtkissen
lediglich um eine Art Pfropfen zum manuellen Versperren
eines ein Fluid führenden Kanals.
Der Erfindung liegt
die Aufgabe zugrunde,
eine derartige Anordnung
zu schaffen, die in der Lage ist, in eine
Kanalisation eingedrungene Gefahrstoffe sicher zu orten und
die Kanalisation einwandfrei zu sperren.
Die Lösung dieser Aufgabe besteht nach der Erfindung in
den im kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs 1 aufgeführten
Merkmalen.
Danach wird jetzt in den Kanal eine gehäuseartige Sicherheitseinheit
eingegliedert. Die Sicherheitseinheit weist
einen Kanalabschnitt mit auf die Nennmaße
des jeweiligen Kanals abgestimmten Kanalanschlüssen auf.
Innerhalb des Kanalabschnitts erstreckt sich quer zur
Fließrichtung des Fluids eine Abscheidewand, die mit ihrem
unteren Bereich in einen wannenartig ausgebildeten
Sedimentfang hineinragt. Die Abscheidewand füllt den
Querschnitt des Kanals voll aus. Zwischen der Abscheidewand
und dem Auslaßanschluß des Kanalabschnitts ist ein
Schließorgan angeordnet. Weiterhin sind in den Kanal in
Fließrichtung des Fluids vor der Sicherheitseinheit Detektoren
mit Meßfühlern eingegliedert, die flüssige, gasförmige
und feste Gefahrenstoffe erkennen. Die Detektoren
sind mit einem in der Sicherheitseinheit untergebrachten
Prozeßrechner gekoppelt.
Sind aus irgendeinem Grund Gefahrenstoffe in das Abwassersystem
eingedrungen, so werden diese von den der Sicherheitseinheit
vorgelagerten Detektoren erkannt, analysiert
und im Prozeßrechner der Sicherheitseinheit zur
Meldung gebracht. Der Prozeßrechner überwacht laufend
sämtliche Meßfunktionen und führt bei Bedarf die Steuer-
und Regelfunktionen der Sicherheitseinheit aus. Im Gefahrenfall
wird das Schließorgan geschlossen und der Sedimentabzug
druck- und mediendicht abgesperrt. Damit ist
der Durchfluß des Abwassers durch die Sicherheitseinheit
unterbrochen. Vor dem in Schließstellung befindlichen
Schließorgan und der vorgelagerten Abscheidewand steigt
der Abwasserspiegel. Durch die in das Fluid ragende Abscheidewand
ist ein möglicher Gasübertritt in Richtung
zum Schließorgan unterbunden. Gefahrenstoffe, die spezifisch
leichter sind als die Abwässer, werden vor der Abscheidewand
gestaut. Das angesammelte kontaminierte Abwasser
kann über entsprechende Saugleitungen durch autorisiertes
Fachpersonal von einem Bereich, der außerhalb
jeglicher Gefahr liegt, abgesaugt werden.
Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung wird in den
Merkmalen gemäß Patentanspruch 2 gesehen. Werden explosive
leicht entzündliche Stoffe geortet, wird durch den Prozeßrechner
gesteuert über die Frischluftzuführung so viel
Luft in den Kanalabschnitt vor der Abscheidewand eingeleitet,
daß die Bildung von explosionsfähigen Luft/Gas-
Gemischen durch Verdünnung weitgehend vermieden wird.
Sollte sich dennoch ein explosionsfähiges Gasgemisch gebildet
haben, welches im ungünstigsten Fall zur Explosion
gelangt, ist der in den Kanalabschnitt der Sicherheitseinheit
integrierte Kompensator als Sollbruchstelle ausgelegt,
so daß er bei einem bestimmten Explosionsdruck
bricht, bevor der Kanal beschädigt werden kann. Auf diese
Weise wird die kurzzeitig freiwerdende hohe Explosionsenergie
kontrolliert innerhalb des vom Volumen her größeren
Gehäuses der Sicherheitseinheit abgebaut. Das im Kanal
anstehende Abwasser strömt dann in die Sicherheitseinheit.
Ein Durchfluß durch die Sicherheitseinheit ist
aber nach wie vor unterbunden.
Ein evtl. in der Sicherheitseinheit entstehender Brand
kann über die Feuerlöschanlage gemäß Patentanspruch 3 bekämpft
werden.
Gemäß den Merkmalen des Patentanspruchs 4 weist die Sicherheitseinheit
eine Wandung aus einem hochfesten Material
auf, insbesondere aus Stahlbeton. Dadurch kann die
Sicherheitseinheit explosionssicher ausgeführt werden, so
daß sie auch nach einer Explosion innerhalb des Kanals
vollkommen intakt bleibt. Ein Austreten von kontaminiertem
Abwasser in die Umgebung, zumeist in das die Sicherheitseinheit
umgebende Erdreich ist auch nach einem Störfall
unmöglich.
Entsprechend einer
Ausführungsform (Patentanspruch 5) weist
die Sicherheitseinheit einen explosionssicheren Flutraum
und einen Betriebsraum auf, die über eine Sicherheitstür
miteinander verbunden sind. In dem Betriebsraum kann der
Prozeßrechner einschließlich seiner Energieversorgung und
eines Notstromaggregats untergebracht sein. Weiterhin
kann über den Betriebsraum die Zuführung sämtlicher Rohr-
und Kabelleitungen erfolgen. Das Fassungsvermögen des
Flutraums ist in Abhängigkeit vom jeweiligen Kanalquerschnitt
und der regelmäßig anfallenden Abwassermenge so
abgestimmt, daß er für den Zeitraum, bis geeignete Maßnahmen
getroffen worden sind, die anfallende Abwassermenge
und ggf. das Löschwasser aufnehmen kann.
Für z. B. Revisions- und Reparaturarbeiten und den Austausch
großer Bauteile ist der Flutraum nach den Merkmalen
des Patentanspruchs 6 über eine Revisionsöffnung begehbar.
Nach den Merkmalen gemäß Patentanspruch 7 werden die Innenflächen
des Flutraums mit einer säure- und laugenbeständigen
Beschichtung versehen. Die Beschichtung der Innenflächen
kann ganz oder teilweise in einer den Erfordernissen
angepaßten Höhe erfolgen. Auf diese Weise ist
ein Durchtritt von belasteten Abwässern durch die Wandung
der Sicherheitseinheit ausgeschlossen.
Wie in Patentanspruch 5 angeführt, kann die Sicherheitseinheit
in vorteilhafter Weise aus einem Flutraum und einem
Betriebsraum bestehen. Eine zweckmäßige Weiterbildung
besteht dann in den Merkmalen gemäß Patentanspruch 8, wonach
die Sicherheitseinheit einen Einstiegdom für die Begehung,
die Zuleitung und die Ableitung von Rohrleitungen
und die Energieversorgung aufweist. Sämtliche Ver- und
Entsorgungsaufgaben können über den Einstiegdom wahrgenommen
werden. Der Einstiegdom mündet vorzugsweise in
den Betriebsraum, der zur regelmäßigen Kontrolle und Wartung
einfach befahren werden kann.
Die Absperrklappe nach Patentanspruch
9 kann elektrisch oder mechanisch betätigt
werden. Es sind aber auch andere Betätigungsformen, wie
z. B. hydraulischer oder pneumatischer Art denkbar. Im Gefahrenfall
unterbindet die verschwenkte Absperrklappe den
Durchfluß des Abwassers durch den Kanalabschnitt. Dieser
Vorgang wird bei einwandfreier Energieversorgung von einem
elektrisch betätigten Mechanismus ausgelöst. Um eine
Ausführung der Sicherheitsfunktion auch bei Ausfall der
Energieversorgung zu gewährleisten, ist der Betätigungsmechanismus
für das Schließorgan zusätzlich mechanisch
auslösbar. Hierzu können beispielsweise Fallgewichte
oder geeignete Federsysteme, die den Schließvorgang
vornehmen, eingesetzt werden.
Der Sedimentabzug gemäß Patentanspruch 10 wirkt über eine
Sedimentförderleitung mit einer Sedimentförderpumpe zusammen.
Im Normalbetrieb durchströmt Abwasser den Kanalabschnitt
der Sicherheitseinheit. Dabei werden zwangsläufig
Schweb- und Feststoffe im Abwasser mit transportiert.
An der Abscheidewand werden diese Stoffe aufgehalten und
sinken in den Sedimentabzug. Der vorzugsweise mit einer
mechanischen Abfördereinrichtung ausgerüstete Sedimentabzug
führt die abgesunkenen Stoffe der Sedimentförderleitung
zu, über die sie mittels der Sedimentförderpumpe in
den Bereich des Kanalabschnitts hinter dem Schließorgan
transportiert werden. Hierdurch wird gewährleistet, daß
die Funktion des Schließorgans nicht durch sich in deren
Schließbereich ablagernde Schweb- und Feststoffe behindert
wird und somit jederzeit eine einwandfreie Betätigung
möglich ist.
Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung
wird in den Merkmalen nach Patentanspruch 11 gesehen. Im
Gefahrenfall unterbindet das Schließorgan die Strömung
des Abwassers durch den Kanalabschnitt der Sicherheitseinheit.
Gleichzeitig wird der Betrieb der Sedimentförderpumpe
eingestellt und über das Motorsicherheitsventil
die Sedimentförderleitung geschlossen. Auf diese Weise
ist der mediendichte Abschluß des Kanalabschnitts innerhalb
der Sicherheitseinheit gewährleistet.
Nach den Merkmalen gemäß Patentanspruch 12 weist die in
der Sicherheitseinheit installierte Feuerlöschanlage
einen integrierten Feuermelder, eine Löschwasserleitung
mit einem Absperrventil und Feuerlöschdüsen auf. Hat sich
innerhalb der Sicherheitseinheit ein Brand, beispielsweise
als Folge einer Explosion, gebildet, wird dieser
vom Feuermelder registriert und die Feuerlöschanlage
selbsttätig in Betrieb gesetzt. Dadurch ist eine schnelle
und wirkungsvolle Bekämpfung eines Brandes innerhalb der
Sicherheitseinheit möglich. Das unter Umständen verschmutzte
Feuerlöschwasser wird im Flutraum gesammelt. Es
kann nicht aus dem Flutraum treten. Erst nachdem ein
Brand gelöscht ist, wird das Löschwasser aus dem Flutraum
abgepumpt und einer ordnungsgemäßen Entsorgung zugeführt.
Die Frischluftzuführung erfolgt gemäß Patentanspruch 13
über ein Gebläse und eine Frischluftleitung, in die ein
Längenausgleichsstück und ein Sicherheitsabsperrorgan integriert
ist. Das Gebläse wird vom Prozeßrechner gesteuert
automatisch in Betrieb gesetzt, wenn explosionsfähige
Gemische innerhalb des Kanals geortet wurden und das
Schließorgan den Kanalabschnitt in der Sicherheitseinheit
abgeriegelt hat. Das Gebläse saugt dann aus dem Abwasserkanal
hinter dem geschlossenen Schließorgan frische Luft
an und führt sie dem Bereich des Kanalabschnitts vor der
Abscheidewand zu. Hierdurch werden explosionsfähige Gasgemische
so stark verdünnt, daß ihre Entzündung verhindert
wird. Ein Rückstrom von explosionsfähigen Gemischen
durch die Frischluftleitung wird von dem Sicherheitsabsperrorgan
verhindert. Dieses ist vorzugsweise als Rückschlagklappe
ausgebildet. Um mögliche Längendifferenzen
der Frischluftleitung auszugleichen, die im Betrieb durch
Temperaturschwankungen oder bei der Montage auftreten
können, verfügt die Frischluftleitung über ein Längenausgleichsstück.
Nach den Merkmalen gemäß Patentanspruch 14 verfügt die Sicherheitseinheit
über eine Entsorgungsanlage mit einer
Entsorgungspumpe, an die ein Saugstutzen und ein Entsorgungsstutzen
angeschlossen ist. Auf diese Weise kann das
in die Sicherheitseinheit eingedrungene kontaminierte Abwasser
oder Feuerlöschwasser aus der Sicherheitseinheit
abgeführt und der Entsorgung zugeführt werden.
Zur Unterstützung der Abwassersammlung ist der Boden des
Flutraums gemäß Patentanspruch 15 geneigt ausgebildet.
Dem Gefälle folgend sammelt sich das in den Flutraum eingedrungene
Wasser in einer in den Boden des Flutraums
eingelassenen Vertiefung und kann von hier abgepumpt werden.
Die im Kanal oder ggf. zusätzlich
innerhalb der Sicherheitseinheit angeordneten
Detektoren für die Registrierung, Analyse und Meldung
physikalischer oder chemischer Meßgrößen sind mit dem Prozeßrechner
logisch verknüpft. Auf diese Weise werden der der
Sicherheitseinheit vorgelagerte Kanal und die Sicherheitseinheit
selbst kontinuierlich überwacht. Zusätzlich
können z. B. auch an der Abscheidewand im Kanalabschnitt
der Sicherheitseinheit Detektoren vorgesehen werden. Der
Prozeßrechner übernimmt sämtliche Meß-, Steuer- und Regelfunktionen
der verschiedenen Komponenten der Anordnung.
Bei Alarmauslösung werden die verschließbaren Öffnungen
der Sicherheitseinheit gesperrt und die in Abhängigkeit
von der drohenden Gefahr notwendigen Maßnahmen
getroffen. Weiterhin werden von dem Prozeßrechner auch
sämtliche Meßgrößen im Normalbetrieb überwacht und aufgezeichnet,
so daß jederzeit eine nachträgliche Kontrolle
und Dokumentation des Betriebsablaufs gegeben ist. Es besteht
auch die Möglichkeit, den Prozeßrechner an eine
übergeordnete Leitstelle oder Feuerwache anzuschließen,
so daß diese Stellen unmittelbar bei Eintritt eines Störereignisses
unterrichtet werden.
Nach den Merkmalen gemäß Patentanspruch 16 verfügt die
Energieversorgung des Prozeßrechners über mindestens ein
Notstromaggregat. Dadurch wird der einwandfreie Betrieb
des Prozeßrechners sowie der mit dem Prozeßrechner gekoppelten
Komponenten auch bei unterbrochener Energieversorgung
aufrechterhalten. Bei dem Notstromaggregat kann es
sich um eine Batterie, einen Akkumulator oder um einen
brennstoffbetriebenen Generator handeln.
Ein Ausführungsbeispiel nach der Erfindung ist nachfolgend anhand derZeichnung
näher erläutert.
Es zeigt
Fig. 1 im vertikalen schematisierten Längsschnitt
eine in einen Abwasserkanal eingegliederte
Sicherheitseinheit;
Fig. 2 einen vertikalen Querschnitt durch die Sicherheitseinheit
entlang der Linie II-II der
Fig. 1;
Fig. 3 einen horizontalen Längsschnitt durch die Sicherheitseinheit
entlang der Linie III-III
der Fig. 2 und
Fig. 4 einen Längsschnitt des der Sicherheitseinheit
vorgelagerten Kanals mit darin angeordneten
Detektoren.
In den Fig. 1 bis 3 ist mit 1 eine Anordnung zum Absperren
eines Abwasser führenden Kanals 63 bezeichnet.
Die Anordnung 1 umfaßt eine gehäuseartige Sicherheitseinheit
2 mit einem einen Einlaßanschluß 3 und einen Auslaßanschluß
3a aufweisenden integrierten Kanalabschnitt 5.
Die Wandung 4 der Sicherheitseinheit 2 ist in Stahlbeton
ausgeführt. Quer zu der mit FR bezeichneten Fließrichtung
des Fluids erstreckt sich eine Abscheidewand 6. Die Abscheidewand
6 besitzt eine an den Querschnitt KQ des Kanalabschnitts
5 angepaßte Kontur. In die Abscheidewand 6
ist eine zentrale Klappe 7 integriert. Die Abscheidewand
6 ragt mit ihrem unteren Bereich 8 in einen wannenartig
ausgebildeten Sedimentfang 9 hinein. Im Boden des Sedi
mentfangs 9 ist ein Sedimentabzug 10 mit einer mechani
schen Abfördereinrichtung 11 angeordnet. Die Abförderein
richtung 11 wird von einem Elektromotor 12 angetrieben.
Der Sedimentabzug 10 weist eine Auslaßöffnung 13 auf, an
die eine Sedimentförderleitung 14 angeschlossen ist. In
die Sedimentförderleitung 14 sind ein Motorsicherheits
ventil 15 und eine Sedimentförderpumpe 16 eingebaut.
In den in Fließrichtung FR gesehen hinter der Abscheide
wand 6 liegenden Bereich 17 des Kanalabschnitts 5 ist ein
Schließorgan 18 integriert. Das Schließorgan 18 weist
eine Absperrklappe 19 auf, die um eine Drehachse 20
schwenkbar angeordnet ist. Zum mediendichten Abschluß
weist das Schließorgan 18 einen an die Absperrklappe 19
angepaßten konischen Klappensitz 21 auf.
Der Auslaß 22 der Sedimentförderleitung 14 mündet in
einen Bereich 23 hinter dem Schließorgan 18.
In den Bereich 24 zwischen dem Einlaßanschluß 3 und der
Abscheidewand 6 ist ein Kompensator 25 in die Wandung 26
des Kanalabschnitts 5 eingebaut. Im oberen Bereich 27 der
Sicherheitseinheit 2 erkennt man in der Wandung 4 der Si
cherheitseinheit 2 eine Revisionsöffnung 28. Weiterhin
ist eine Rohrleitung 29 mit Meß- und Steuerleitungen 30
für nicht näher dargestellte Meßfühler, Detektoren und
Feuermelder vorgesehen.
Die Sicherheitseinheit 2 weist einen explosionssicheren
Flutraum 31 und einen Betriebsraum 32 auf (Fig. 2). Die
Innenflächen 33 des Flutraums 31 sind mit einer säure-
und laugenbeständigen abdichtenden Beschichtung 34 verse
hen.
Im oberen Bereich 35 des Kanalabschnitts 5 mündet eine
Frischluftzuführung 36 (Fig. 2). Die Frischluftzuführung
36 verfügt über ein Gebläse 37, das von einem Motor 38
angetrieben wird, und über eine Frischluftleitung 39. In
die Frischluftleitung 39 sind ein Längenausgleichsstück
40 und ein Sicherheitsabsperrorgan 41 integriert. Ansaug
seitig des Gebläses 37 verfügt die Frischluftleitung 39
über einen Saugstutzen 42, der aus einem hier nicht dar
gestellten, der Sicherheitseinheit 2 nachgeschalteten Be
reich 23 des Kanals 63 hinter dem Schließorgan 18
Frischluft ansaugt. Die Frischluft wird über das Gebläse
37 und die Frischluftleitung 39 dem Kanalabschnitt 5 zu
geführt.
Zwischen dem Flutraum 31 und dem Betriebsraum 32 ist eine
Sicherheitstür 43 angeordnet (Fig. 2 und 3). Im Be
triebsraum 32 ist der Prozeßrechner 44 mit der Energie
versorgung 45 und einem Notstromaggregat 46 unterge
bracht. Der Betriebsraum 32 verfügt weiterhin über einen
Einstiegdom 47. Im Einstiegdom 47 ist ein Entsorgungs
stutzen 48 eingehängt, der an eine nachfolgend anhand der
Fig. 3 noch näher erläuterte Entsorgungsanlage 57 ange
schlossen ist.
Weiterhin erkennt man in der Fig. 2 eine Feuerlöschan
lage 49 mit einer Löschwasserleitung 52, einem Absperr
ventil 50 und einer Feuerlöschdüse 51.
In der Fig. 3 erkennt man im Kanalabschnitt 5 in der mit
dem Pfeil FR kenntlich gemachten Fließrichtung den Kom
pensator 25, die Frischluftzuführung 36, die Abscheide
wand 6 und das Schließorgan 18 mit einer Drehachse 20. An
der Drehachse 20 ist über einen Hebel 53 ein Gewicht 54
angelenkt. Im Flutraum 31 verläuft die Löschwasserleitung
52 mit den Feuerlöschdüsen 51a, 51b.
Der Boden 55 des Flutraums 31 verfügt über einen Sammler
56. Im Sammler 56 kann das im Flutraum 31 befindliche Ab
wasser über den geneigt ausgebildeten Boden 55 zusammen
laufen. Über die Entsorgungsanlage 57 mit einer Entsor
gungspumpe 58 und einem in den Sammler 56 hineinragenden
Saugstutzen 59 sowie den Entsorgungsstutzen 48 kann das
Abwasser abgeführt werden. Weiterhin sind in der Fig. 3
ein Endabschnitt 60 der Ansaugleitung 42 für die
Frischluftzuführung 36, die Sicherheitstür 43 und der
Einstiegdom 47 zu erkennen. Die Ansaugöffnung 61 des
Endabschnitts 60 liegt im Bereich 23 des Kanalabschnitts
5 hinter dem Schließorgan 18.
Aus der Fig. 4 ist ersichtlich, daß innerhalb des Kanals
63 Detektoren 64, 64a, 64b angeordnet sind. Über eine
Rohrleitung 65 und darin verlegten Kabeln 62 sind die De
tektoren 64, 64a, 64b mit dem hier nicht dargestellten
Prozeßrechner 44 gekoppelt.
Werden von den Detektoren 64, 64a, 64b feste, flüssige
oder gasförmige Gefahrstoffe in dem Kanal 63 geortet, er
folgt eine entsprechende Meldung an den Prozeßrechner 44.
Der Prozeßrechner 44 leitet in Abhängigkeit von den ana
lysierten Gefahrstoffen alle notwendigen Verfahrens
schritte zur Absicherung des Kanalsystems ein und infor
miert eine übergeordnete Leitstelle. Die Absperrklappe 19
wird geschlossen und der Betrieb der Abfördereinrichtung
11 bei gleichzeitigem Schließen des Motorsicherheitsven
tils 15 eingestellt. Dadurch erfolgt eine mediendichte
Abtrennung im Kanalabschnitt 5. Das durch die Gefahr
stoffe verunreinigte Abwasser kann nun aus einem Bereich
des Kanals 63 und der Sicherheitseinheit 2 vor dem
Schließorgan 18 abgepumpt werden.
Werden explosionsfähige feuergefährliche Gefahrstoffe ge
ortet, setzt der Prozeßrechner 44 die Frischluftzuführung
36 in Gang, wodurch dem Bereich 24 vor der Abscheidewand
6 so viel Frischluft zugeführt wird, daß das hierin be
findliche Luft/Gas-Gemisch so stark verdünnt wird, daß
eine Explosion weitgehend ausgeschlossen wird. Sollte
sich unter ungünstigen Umständen doch eine Explosion er
eignen, bricht der Kompensator 25 im Kanalabschnitt 5,
wodurch sich die im Kanal 63 befindliche Flüssigkeit in
den Flutraum 31 ergießt. Bei einem bestehenden oder einem
ausgelösten Brand wird die Feuerlöschanlage 49 in Betrieb
gesetzt. Aus dem Flutraum 31 kann die verschmutzte bzw.
kontaminierte Flüssigkeit über die Entsorgungsanlage 57
abgeführt werden.
Claims (16)
1. Anordnung zum Absperren eines ein Fluid führenden Kanals
(63) mit einer in den Kanal (63) eingliederbaren
Sicherheitseinheit (2), die ein einen Kanalquerschnitt (KQ) veränderndes
Schließorgan (18) aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß
die Sicherheitseinheit (2) gehäuseartig ausgebildet
ist und einen Ein- und Auslaßanschlüsse (3, 3a) aufweisenden
Kanalabschnitt (5) enthält, welcher mit
einer sich quer zur Fließrichtung (FR) des Fluids erstreckenden
Abscheidewand (6) versehen ist, die mit
ihrem unteren Bereich (8) in einen wannenartig ausgebildeten
Sedimentfang (9) mit einem Sedimentabzug (10)
hineinragt, wobei das Schließorgan (18)
zwischen der Abscheidewand
(6) und dem Auslaßanschluß (3a) des Kanalabschnitts
(5) angeordnet ist und in dem Kanal
(63) in Fließrichtung (FR) vor der Sicherheitseinheit
(2) mit einem Prozeßrechner (44) gekoppelte Detektoren
(64, 64a, 64b) für flüssige, gasförmige und feste
Gefahrenstoffe angeordnet sind.
2. Anordnung nach Patentanspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Fließrichtung
(FR) ein Kompensator (25) und eine Frischluftzuführung
(36) zwischen dem Einlaßanschluß (3) des Kanalabschnitts
(5) und der Abscheidewand (6) in die Wandung
(26) des Kanalabschnitts (5) integriert sind.
3. Anordnung nach Patentanspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Sicherheitseinheit
(2) über eine Feuerlöschanlage (49) verfügt.
4. Anordnung nach einem der Patentansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die
Sicherheitseinheit (2) eine Wandung (4) aus einem
hochfesten Material, insbesondere Stahlbeton, aufweist.
5. Anordnung nach einem der Patentansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die
Sicherheitseinheit (2) einen explosionssicheren Flutraum
(31) und einen Betriebsraum (32) aufweist, die
über eine Sicherheitstür (43) miteinander verbunden
sind.
6. Anordnung nach Patentanspruch 5, dadurch
gekennzeichnet, daß der Flutraum (31)
über eine Revisionsöffnung (28) begehbar ist.
7. Anordnung nach Patentanspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die
Innenflächen (33) des Flutraums (31) mit einer säure-
und laugenbeständigen, abdichtenden Beschichtung (34)
versehen sind.
8. Anordnung nach einem der Patentansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß die
Sicherheitseinheit (2) einen Einstiegdom (47) für die
Begehung, die Zuleitung und Ableitung von Rohrleitungen
und die Energieversorgung aufweist.
9. Anordnung nach Patentanspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß das Schließorgan
(18) eine Absperrklappe (19) ist.
10. Anordnung nach Patentanspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß der Sedimentabzug
(10) über eine Abfördereinrichtung (11) und eine
Sedimentförderleitung (14) mit einer Sedimentförderpumpe
(16) zusammenwirkt.
11. Anordnung nach Patentanspruch 10, dadurch
gekennzeichnet, daß in die
Sedimentförderleitung (14) ein Motorsicherheitsventil
(15) integriert ist.
12. Anordnung nach Patentanspruch 3 und 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die aus dem Flutraum
(31) aktivierbare Feuerlöschanlage (49) mindestens
eine Löschwasserleitung (52) mit einem Absperrventil
(50) und Feuerlöschdüsen (51, 51a, 51b) aufweist.
13. Anordnung nach Patentanspruch 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Frischluftzuführung
(36) über ein Gebläse (37), eine Frischluftleitung
(39) mit einem Längenausgleichsstück (40) sowie
ein Sicherheitsabsperrorgan (41) verfügt.
14. Anordnung nach einem der Patentansprüche 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, daß die
Sicherheitseinheit (2) eine Entsorgungsanlage (57)
mit einer Entsorgungspumpe (58) sowie einem Saugstutzen
(59) und einem Entsorgungsstutzen (48) aufweist.
15. Anordnung nach einem der Patentansprüche 3 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, daß der
Boden (55) des Flutraums (31) geneigt ausgebildet
ist.
16. Anordnung nach Patentanspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die
Energieversorgung des Prozeßrechners (44) über mindestens
ein Notstromaggregat (46) verfügt.
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