DE4200964C1 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Zeichenstift zum Auftragen
viskoser Anstrichstoffe. Der Begriff "Anstrichstoffe"
betrifft sowohl Farben, insbesondere klare und pigmentierte
Lackfarben, wie auch Signierfarben, Klebstoffe oder der
gleichen, die mit einem Zeichenstift aufgetragen werden
sollen.
Die Besonderheit der genannten viskosen Anstrichstoffe
besteht in ihrer Zähigkeit, die mit zunehmender Nutzungs
dauer des entsprechenden Zeichenstifts sogar noch weiter
ansteigt.
Zeichenstifte der genannten Art weisen im allgemeinen
folgende Merkmale auf:
- - einen, im wesentlichen zylinderförmigen Griffteil,
- - eine, im vorderen Abschnitt des Griffteils ausgebildete Aufnahmekammer für eine, den Anstrichstoff enthaltende Patrone,
- - eine, am vorderen Ende des Griffteils angeordnete Ventil einrichtung, die mit dem Innenraum der Patrone strömungs technisch verbunden ist und eine Auftragsspitze für den Anstrichstoff aufweist.
Bei diesen Zeichenstiften besteht die Gefahr, daß der
Anstrichstoff in und an der Auftragsspitze antrocknet
und den Farbfluß verstopft.
Aus diesem Grund gibt es Vorschläge, den Innenraum der
Patrone unter Druck zu setzen. Dazu ist vorgeschlagen
worden, den Druck im Innenraum des Griffteils mit einer
Einrichtung nach Art einer Luftpumpe zu erhöhen. Nachteilig
ist, daß der Druck mit zunehmendem Verbrauch des Anstrich
stoffs (und damit Vergrößerung des Totvolumens) sinkt,
so daß insbesondere gegen Ende der Nutzungsdauer der Patrone
die beschriebenen Probleme nach wie vor auftreten.
Auch eine, nach Art einer zusammendrückbaren Tube gestaltete
Patroneneinheit bringt nicht das gewünschte Ergebnis.
Dieser Zeichenstift ist umständlich zu handhaben und der
Druck unterschiedlich.
Der Erfindung liegt insoweit die Aufgabe zugrunde, einen
Zeichenstift der genannten Art anzubieten, der einfach
in der Handhabung ist und eine, vom Verbrauch der Patrone
unbhängige gleichmäßige Druckbeaufschlagung der Ventil
einrichtung beziehungsweise der Auftragsspitze ermöglicht.
Damit soll gleichzeitig eine Funktionstüchtigkeit des
Zeichenstiftes - unabhängig von dessen Arbeitslage - sicher
gestellt werden.
Zur Lösung dieser Aufgabe geht die Erfindung von folgender
Überlegung aus:
Eine Druckeinrichtung, die auf die Patrone beziehungs
weise deren Inhalt wirkt, hat stets den Nachteil, daß
die ausgeübte Druckkraft mit zunehmendem Verbrauch des
Anstrichstoffes, also mit abnehmender Masse (Volumen)
des Patroneninhalts nachläßt. Dies gilt sowohl für Gas-
Druckeinrichtungen wie mechanische Druckeinrichtungen,
beispielsweise Federn. So ist die Federkraft im gespannten
Zustand der Feder (also bei gefüllter Patrone) am höchsten,
bei weitestgehend geleerter Patrone (aufgrund der dann
expandierten Feder) am geringsten.
Diese unterschiedlichen Druckkräfte sollen nun auf mecha
nischem Wege kompensiert werden. Dabei liegt der Erfindung
die Überlegung zugrunde, eine mechanische Kompensation
durch bewegliche Teile in der Aufnahmekammer des Griff
teils dadurch zu ermöglichen, daß der oder die beweglichen
Teile mit zunehmendem Verbrauch der Masse des Anstrich
stoffs in der Patrone in Richtung auf die Auftragsspitze
nachgeführt werden und dabei eine zunehmend geringere
Haftreibung gegenüber der Patrone und/oder dem Griffteil
entfalten.
Mit anderen Worten: bei vollständig gefüllter Patrone
sollen die beweglichen Teile so angeordnet sein, daß sie
eine hohe Haftreibung gegenüber der Patrone und/oder dem
Griffteil entwickeln und damit die Druckkraft der Druck
einrichtung reduzieren. Im Zustand einer weitestgehend
geleerten Patrone sollen die Haftreibungskräfte gegen
Null gehen, so daß die dann geringere Druckkraft der Druck
einrichtung voll zur Wirkung kommen kann.
Dabei ist eine Abstimmung zwischen der von der Druckein
richtung ausgeübten Druckkraft und der der Druckkraft ent
gegengesetzten Haftreibung derart beabsichtigt, daß -
unabhängig vom Füllungsgrad der Patrone - stets gleichblei
bende Druckkräfte auf die Masse des in der Patrone ent
haltenen (verbliebenen) Anstrichstoffs ausgeübt werden.
Wie vorstehend bereits ausgeführt, bietet die Erfindung
hierzu zwei alternative, jedoch eng miteinander verwandte
Ausführungsformen an.
Ausgehend von einem Zeichenstift mit den eingangs genann
ten Merkmalen ist eine erste Ausführungsform durch die
Merkmale des Anspruchs 1 gekennzeichnet.
Eine Entrichtung, im besonderen zum Auftragen einer Po
litur zur Behandlung von Fingernägeln, die die Merkmale
1.1 bis 1.3 und 1.5 bis 1.7 aufweist, ist aus der
EP 02 08 454 A2 bekannt. Eine vom Füllungsgrad der Pa
trone gleichbleibende Beaufschlagung des Anstrichstoffs
ermöglicht die bekannte Einrichtung jedoch nicht. Dies
gilt auch für den aus der US 33 51 074 A bekannten Kos
metikstift.
Die Begriffe "vorne" und "hinten" beziehungsweise "vor
deres" und "hinteres" Ende sind nachstehend jeweils in
Axialrichtung
des Zeichenstiftes betrachtet so zu verstehen, daß "vorne"
der Auftragsspitze zugeordnet bedeutet, während "hinten"
das rückwärtige freie Griffende definiert.
Bei dieser Ausführungsform besteht der bewegliche Teil
aus einem Kolben, der - je nach Verbrauch der Patrone -
an dessen konischer Innenwand nachgeführt wird. Da die
Patrone am hinteren Ende die kleineren Innenabmessungen
(den kleineren lnnendurchmesser) aufweist, steht der Kolben
hier unter besonders hoher Haftreibung, während er auf
seinem Weg in Richtung der Auftragsspitze in den Bereich
der Patrone mit größerem Innenquerschnitt (größerem Innen
durchmesser) bewegt wird, wodurch die Haftreibung zwischen
beiden Teilen entsprechend sinkt, gegebenenfalls bis auf
Null.
Die Materialauswahl des Patronengehäuses und des Kolbens
sowie die Konizität des Innenraums der Patrone werden
dabei so gewählt, daß stets eine gleichbleibende Druck
kraft von der Druckeinrichtung auf die Masse des (Rest)an
strichstoffs wirkt.
In diesem Sinne ist es vorteilhaft, wenn der Kolben eine
gewisse Elastizität aufweist, um sich so optimal gegen
die Innenwand der Patrone anzuschmiegen. Auf diese Weise
wird gleichzeitig sichergestellt, daß die Anstrichmasse
nicht nach hinten über den Kolben auslaufen kann.
Bei dieser Ausführungsform kann demzufolge ein konventio
neller Zeichenstift verwendet werden. Lediglich die Patrone
muß in der erfindungsgemäßen Art und Weise gestaltet sein,
um die beschriebenen Vorteile nutzen zu können.
Eine alternative Ausführungsform zeichnet sich durch
die Merkmale des Anspruchs 2 aus.
Aus der WO 91 15 136 ist ein Applikator zum Auftragen von
Lack- und Harzsubstanzen bekannt, zum Beispiel für Nagel
lack, wobei der Lack über einen Pinsel aufgetragen wird.
Über einen Drehknopf am hinteren Ende wird per Hand ein
Kolben beaufschlagt, der auf das Lackdepot wirkt und eine
dosierte Lackabgabe über den Pinsel ermöglichen soll. Eine
gleichmäßige Ausbringung des Lacks wird damit nicht er
reicht. Vielmehr tritt unmittelbar nach Betätigen des
Drehknopfs viel und danach immer weniger Lack aus, bis
der Druck schließlich auf Null geht und kaum mehr Lack
ausfließen kann.
Bei dieser Ausführungsform kann die Patrone entweder zy
lindrisch gestaltet sein, also in konventioneller Weise,
oder gemäß der ersten Ausführungsvariante.
Die Kompensation der von der Druckeinrichtung aufgebrach
ten Druckkraft wird hier in erster Linie über die genann
te Reibhülse erreicht, deren Zusammenwirken mit der Innen
wand des hinteren Griffteils funktionell im wesentlichen
dem Zusammenwirken des Kolbens und der Innnenwand der Pa
trone nach dem ersten Ausführungsbeispiel entspricht.
Bei voller Patrone befindet sich die Reibhülse in ihrer
"zurückgezogenen Position", das heißt, sie liegt im wesent
lichen gegen die hintere Verschlußkappe des Griffteils
und außenseitig über den Flansch an dem Abschnitt des
hinteren Griffteils an, der den geringsten Innenquerschnitt
aufweist. Hier ist die Haftreibung zwischen der Reibhülse
und dem Griffteil am größten. Die von der Druckeinrich
tung auf die Reibhülse ausgeübte Druckkraft wird damit
zu einem erheblichen Teil in die Wand des Griffteils ab
geführt, so daß sie nur noch teilweise auf die Patrone
beziehungsweise deren Kolben wirkt. Es ist selbstverständ
lich, daß bei dieser Ausführungsform die Druckeinrichtung
unmittelbar auf die Reibhülse wirken muß. Diese kann dazu
mit einem vorderen Bodenteil ausgebildet sein, so daß
zum Beispiel eine Druckfeder sich gegen diesen Boden mit
dem vorderen Ende und gegen die hintere Verschlußkappe
mit dem anderen Ende abstützt.
Mit zunehmendem Verbrauch der Patrone drückt die Feder
die Reibhülse in Richtung der Auftragsspitze, die gleich
zeitig an der Innenwand des Griffteils entlang gleitet,
wobei sich - entsprechend der zunehmenden Querschnitts
fläche des hinteren Griffteils - die Haftreibung vermindert.
Erfindungsgemäß ist dabei die Abnahme der Haftreibung
proportional zur Abnahme der Federkraft, so daß im Ergeb
nis eine gleichbleibende Druckkraft auf den Kolben der
Patrone ausgeübt wird.
Bei dieser Ausführungsform mit einer Reibhülse ist bei
gegebener Länge des Griffteils das verbleibende Volumen
der Aufnahmekammer für die Patrone begrenzt. Um eine
größere Patrone mit größerem Inhalt einsetzen zu können,
schlägt eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung
vor, die Reibhülse mehrteilig nach Art eines Teleskops
auszubilden. Dabei soll die Reibhülse in mindestens zwei,
nach Art eines Teleskops ineinandergeführte Hülsen unter
teilt sein, deren innere und/oder äußere Umfangsflächen
abschnittweise in Axialrichtung derart konisch ausgebildet
sind, daß die Hülsen untereinander und/oder gegenüber
der Innenwand des hinteren Griffteils mit zunehmendem
Verbrauch des Anstrichstoffs in der Patrone eine konti
nuierlich abnehmende Haftreibung entfalten.
Die Funktion dieses Ausführungsbeispieles entspricht
prinzipiell der Funktion der vorstehend beschriebenen
Ausführungsbeispiele, so daß darauf Bezug genommen wird.
Konkret läßt sich der Zeichenstift mit geteilter Reib
hülse in verschiedenen Formen realisieren.
Nach einem Beispiel soll die Reibhülse aus einer äußeren,
zylindrischen ersten Hülse bestehen, die mit einem hinteren,
äußeren Flanschrand an der Innenwand des hinteren Griff
teils anliegt und eine innere, in Richtung der Auftrags
spitze sich konisch erweiternde zweite Hülse aufnimmt,
die mit ihrem vorderen Ende gegen den Kolben anliegt.
Alternativ kann auch die Reibhülse aus einer inneren,
konisch sich in Richtung der Auftragsspitze sich verjüngen
den ersten Hülse bestehen, die mit einem hinteren äußeren
Flanschrand an der Innenwand des hinteren Griffteils an
liegt und von einer äußeren, zylindrischen zweiten Hülse
umgriffen wird, die mit einem hinteren inneren Flansch
rand an der Außenwand der ersten Hülse anliegt und mit
ihrem, die erste Hülse nach vorne überragenden Ende gegen
den Kolben anliegt.
Unter Zugrundelegung des vorstehend beschriebenen Prinzips
der mehrteiligen Reibhülse lassen sich weitere Ausführungs
formen realisieren, wobei auch drei- oder mehrteilige
Reibhülsen vorgesehen werden können. Die vorgenannten
Ausführungsformen können auch miteinander kombiniert werden.
In jedem Fall ist sicherzustellen, daß die axiale Relativ
verschiebung der einzelnen Hülsenteile über entsprechende
Anschläge begrenzt wird, damit die Reibhülse (beziehungs
weise deren Teile) auch dann sicher zueinander konfektio
niert bleiben, wenn die Reibhülse "voll ausgefahren" ist,
das heißt, der vorderste Abschnitt der Reibhülse bei prak
tisch geleerter Patrone kurz vor der Ventileinrichtung
steht.
Reibhülse und/oder Kolben sind elastisch.
Zur leichteren Handhabung ist es vorteilhaft, den Griff
teil in Axialrichtung zweigeteilt auszubilden, wobei der
hintere Abschnitt der Griffhülse innenseitig einen Anschlag
zur Fixierung der Patrone aufweisen soll. Auf diese Weise
werden nach dem Austausch einer leeren gegen eine volle
Patrone zunächst die (einzelnen Segmente) der Reibhülse
wieder ineinander verschoben, bis in der fertigen Montage
position der Anschlag gegen den Boden der Patrone anliegt
und diese sicher fixiert. Es ist besonders vorteilhaft,
wenn der hintere Griffteil auf den vorderen Griffteil
aufgeschraubt wird.
Zur Ausrichtung der Reibhülse und optimierten Einleitung
der Haftreibungskräfte in den Griffteil (mittelbar oder
unmittelbar) sieht eine weitere Ausführungsform vor, den
Kolben an seinem der Reibhülse zugewandten Ende mit einer
Vertiefung zur Aufnahme des korrespondierenden Endes der
Reibhülse auszubilden. Diese Vertiefung soll dabei vorzugs
weise in Richtung der Auftragsspitze konisch ausgebildet
sein, wobei im Abstand zur Grundfläche des Kolbens die
Vertiefung eine solche Querschnittsfläche aufweisen soll,
die dem Außendurchmesser des korrespondierenden vorderen
Endes der Reibhülse entspricht.
Auf diese Weise wirkt die Reibhülse nicht unmittelbar
auf die Grundfläche des Kolbens, sondern sitzt auf der
konischen Innenfläche der Vertiefung des Kolbens auf,
so daß die von der Druckeinrichtung ausgeübten Druckkräfte
seitlich abgelenkt werden.
Wie oben bereits erwähnt, besteht die Druckeinrichtung
vorzugsweise aus einer Druckfeder, die konzentrisch zur
Mittenlängsachse des Griffteils angeordnet ist und sich
gegen die hintere Verschlußkappe am Griffteil abstützt.
Hier können zusätzliche Führungselemente für die Feder
vorgesehen werden.
Obwohl die beschriebene Gestaltung der Patrone sicherstellt,
daß die viskosen Anstrichstoffe nicht nach hinten auslaufen
können, kann hier eine zusätzliche Sicherheit dadurch
geschaffen werden, daß der Anstrichstoff in einem flexiblen,
innerhalb der Patrone angeordneten Beutel konfektioniert
wird. Hierdurch wird der weitere Vorteil erreicht, daß
nach Verbrauch des Anstrichstoffes nicht die gesamte Patrone
weggeworfen werden muß; vielmehr genügt ein Austausch
des Beutels.
Um eine Fluidverbindung zwischen dem Inhalt des Beutels
(beziehungsweise dem Anstrichstoff) und der Ventilanord
nung und damit der Auftragsspitze zu schaffen, ist schließ
lich vorgesehen, die Ventileinrichtung so auszubilden,
daß sie in das vordere Ende des Griffteils hineinragt,
beispielsweise mit einem Zuführrohr, und in diesem Bereich
eine Schneideinrichtung aufweist, die beim Einsetzen der
Patrone deren vorderes Ende durchsticht beziehungsweise
beim Einsetzen eines Beutels diesen aufschneidet.
Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Merk
malen der Unteransprüche sowie den sonstigen Anmeldungs
unterlagen.
Die Erfindung wird nachstehend anhand verschiedener Aus
führungsbeispiele erläutert. Dabei enthält die Figuren
beschreibung auch allgemeingültige Merkmale. Im einzelnen
zeigen:
Fig. 1 einen Längsschnitt durch eine erste Ausführungs
form eines Zeichenstifts,
Fig. 2 einen Längsschnitt durch eine zweite Ausführungs
form eines Zeichenstifts mit vollständig gefüllter
Patrone,
Fig. 3 einen Längsschnitt durch den hinteren Abschnitt
des Griffteils des Zeichenstiftes nach Fig.
2 in seinem Zustand bei geleerter Patrone,
Fig. 4 einen Teil des hinteren Abschnitts des Griffteils
eines Zeichenstiftes in einer weiteren Ausführungs
form im Zustand bei gefüllter Patrone.
In den Figuren sind gleiche oder gleichwirkende Bauteile
mit gleichen Bezugsziffern dargestellt.
Fig. 1 zeigt einen Längsschnitt durch einen erfindungs
gemäßen Zeichenstift.
Zu erkennen ist ein zweiteiliger Griffteil 10, bestehend
aus einem vorderen Abschnitt 10a und einem hinteren Ab
schnitt 10b, wobei der hintere Abschnitt 10b auf den vor
deren Abschnitt 10a bei 12 aufgeschraubt ist. Durch eine
Öffnung 14 im vorderen Bodenabschnitt des Griffteils 10
ragt ein Metallrohr 16 in die Aufnahmekammer 18 des Griff
teils 10. Das Metallrohr 16 ist Bestandteil einer Ventil
einrichtung 19, zu der eine unter der Kraft einer Feder
20 belastete Ventilspitze mit einer kugelförmigen Auf
tragsspitze 22 gehört, die in einer trichterförmigen Auf
nahme 24 angeordnet ist. Die Ventileinrichtung ist als
solche bekannt und wird hier nicht weiter beschrieben.
Das vordere Ende des Zeichenstiftes wird von einer Kappe
26 abgedeckt.
Das Metallrohr 16 ist an seinem in die Aufnahmekammer
18 vorragenden Ende mit einem nach Art eines Schneidmessers
ausgebildeten spitzen Rand 16a gestaltet. Der Rand 16a
dient dazu, eine stirnseitige Kappe 27 einer Patrone 28
zu durchstechen, sobald die Patrone 28 in den vorderen
Abschnitt 10a des Griffteils 10 eingesetzt wird. Die Pa
trone 28 ist mit einem Anstrichstoff, hier einer pigmentier
ten Lackfarbe, gefüllt.
Am hinteren Ende wird die Patrone 28 von einem Kolben
30 abgedichtet, der mit nach außen abstehenden Flanschen
30a, b gegen die Innenwand der Patrone 28 anliegt. Ein
innerer, ringförmiger Ansatz 30c am freien hinteren Ende
der Patrone 28 sorgt dafür, daß der Kolben 30 nicht nach
hinten herausrutschen kann.
Die Patrone 28 ist innenseitig konisch sich in Richtung
der Auftragsspitze (Pfeil A) erweiternd ausgebildet, worauf
nachstehend noch näher eingegangen wird.
Sowohl die Patrone 28 als auch der Kolben 30 bestehen
aus Kunststoff, wobei vor allem der Kolben 30 eine gewisse
Elastizität aufweist.
Der Kolben 30 weist an seinem Ende, das einem hinteren
Boden 10c des Griffteils 10 zugeordnet ist, eine Vertiefung
32 auf, die in Richtung auf die Auftragsspitze 22 konisch
verjüngend ausgebildet ist. Hierdurch entsteht eine umlau
fende Schrägfläche 34, gegen die, im Abstand zur Grund
fläche 32a des Kolbens 30 ein Boden 36a einer Reibhülse
36 mit einer korrespondierenden Schrägfläche anliegt.
Die Reibhülse 36 ist im übrigen im wesentlichen zylindrisch
und weist an ihrem hinteren (in der Figur oberen) Ende
einen umlaufenden, äußeren Flanschrand 36b auf, der gegen
die korrespondierende lnnenwand des Griffteils 10 anliegt.
Wie sich der Figur entnehmen läßt, ist der hintere Abschnitt
10b des Griffteils 10 innenseitig konisch sich in Richtung
der Auftragsspitze 22 erweiternd ausgebildet, so daß der
hintere Griffteil 10b im Bereich des Flansches 36b einen
kleineren Innendurchmesser aufweist als im Bereich des
Bodens 36a der Reibhülse 36 (bei der in der Figur darge
stellten Position).
Vom Boden 10c verläuft koaxial zur Mittenlängsachse M
des Griffteils 10 ein zylindrischer Ansatz 38, auf dem
- ebenfalls koaxial zur Mittenlängsachse M - eine Druck
feder 40 positioniert ist, die sich mit einem Ende gegen
den Boden 10c und mit dem anderen Ende gegen den Boden
36a der Reibhülse 36 abstützt.
Auf diese Weise drückt die Feder 40 mittelbar auf den
Kolben 30, der zwar in Pfeilrichtung A beweglich ist,
sich jedoch in dem dargestellten Zustand nicht bewegt,
weil die Patrone 28 vollständig mit der Farbmasse gefüllt
ist.
Wird nun - durch Benutzung des Zeichenstifts - Anstrich
masse 42 verbraucht, so führt dies dazu, daß unter dem
Druck der Feder 40 die Reibhülse 36 in Pfeilrichtung A
(also in Richtung der Auftragsspitze 22) gedrückt wird.
Gleichzeitig wird über die kraftschlüssige Verbindung
von Reibhülse 36 und Kolben 30 auch der Kolben 30 ent
sprechend in Richtung auf die Auftragsspitze nachgeführt.
Aufgrund der Konizität des Abschnittes 10b des Griffteils
10 sowie der Konizität der Patrone 28 liegen sowohl der
Flansch 36b der Reibhülse 36 als auch die Flansche 30a,
30b des Kolbens 30 unter maximaler Haftreibung gegen die
korrespondierenden Innenflächen des Abschnitts 10b bezie
hungsweise der Patrone 28 an. Werden die Reibhülse 36
beziehungsweise der Kolben 30 nun in Pfeilrichtung A bewegt,
so gelangen die Teile in Abschnitte des Griffteils 10b
beziehungsweise der Patrone 28 mit größeren Innendurch
messern, das heißt, die Haftreibung zwischen den korrespon
dierenden Bauteilen sinkt.
Dies ist deshalb wichtig, weil gleichzeitig mit Expansion
der Druckfeder 40 die Federkraft der Feder 40 abnimmt.
Während zu Beginn (in der in Fig. 1 dargestellten Posi
tion) ein Großteil der Federkraft aufgrund der beschrie
benen Haftreibungen zwischen den Bauteilen 36b, 10b bezie
hungsweise 30a, b, 28 seitlich vektoriell abgelenkt wird,
so daß nur ein Teil der Federkraft auf die Anstrichmasse
42 wirkt, wird nun die nachlassende Federkraft durch eine
nachlassende Haftreibung kompensiert, so daß sich im Ergeb
nis über den Verschiebeweg von Reibhülse 36 beziehungsweise
Kolben 30 dennoch eine gleichbleibende axiale Kraftkompo
nente auf die in der Patrone 28 verbleibende Anstrichmasse
42 einstellt.
Bei dem in Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel ist
die Reibhülse 36 zweigeteilt ausgebildet. Sie besteht
aus einer äußeren, zyindrischen, ersten Hülse 36′, die
mit einem hinteren, äußeren Flansch 36b gegen die
Innenwand 10d des hinteren Griffteils 10b anliegt und
eine innere, in Richtung der Auftragsspitze 22 sich konisch
erweiternde zweite Hülse 36′′ aufnimmt, die mit ihrem
vorderen Ende (Boden 36a) gegen den Kolben 30 beziehungs
weise dessen Schrägfläche 34 anliegt.
Während Fig. 2 den Zustand des Zeichenstifts bei gefüllter
Patrone wiedergibt, zeigt Fig. 3 den hinteren Abschnitt
10b des Griffteils 10 in dem Zustand, in dem die Patrone
28 praktisch leer ist.
Daraus folgt, daß mit zunehmendem Verbrauch der Anstrich
masse 42 sich die Hülsen 36′, 36′′ unter Einwirkung der
Kraft der Feder 40 in Pfeilrichtung A teleskopartig nach
vorne auseinanderschieben, wobei der Relativweg der Hül
sen 36′, 36′′ durch entsprechende Anschläge begrenzt wird.
Zu erkennen ist in diesem Zusammenhang ein auf der Innen
wand 10d des hinteren Griffteils 10b angeordneter ring
förmiger Ansatz 44, der gleichzeitig einen Anschlag zur
Positionierung der Patrone 28 bildet.
Wie sich aus Fig. 3 ergibt, liegt die äußere Hülse 36′
mit ihrem Flansch 36b im voll ausgefahrenen Zustand gegen
den Ansatz 44 an.
Der Weg der zweiten Hülse 36′′ wird begrenzt durch einen
äußeren Flansch 36d am hinteren Abschnitt der inneren
Hülse 36′′, die - wie sich Fig. 3 entnehmen läßt - gegen
einen innenseitigen Flansch 36c am vorderen Ende der
äußeren Hülse 36′ zur Anlage kommt.
Bei dem in Fig. 3 dargestellten Zustand ist die Patrone
- wie ausgeführt - weitestgehend leer. Die Feder 40 weist
ihre größte Längserstreckung auf, das heißt, die Feder
kraft, die auf den Kolben 30 ausgeübt wird, ist am gering
sten. Ebenso ist die Haftreibung zwischen dem Flansch
36b und der Innenwand 10d sowie die Haftreibung zwischen
dem Innenflansch 36c und der zweiten Hülse 36′′ und schließ
lich die Haftreibung zwischen dem Kolben 30 und der Patrone
28 am geringsten, während die Haftreibung bei der in Fig.
2 dargestellten Position jeweils maximal ist.
Die Funktion der Vorrichtung sowie die Kompensation der
nachlassenden Druckkräfte der Feder 40 durch nachlassende
Haftreibungen zwischen den beschriebenen Bauteilen ist
analog dem vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiel.
Die mechanische Dämpfung des Ausfederns der Hülsen 36′,
36′′ durch den genannten Reibungs-Kraftverlauf hat einen
weiteren, sicherheitstechnischen Effekt. Die Teleskop
mechanik federt langsam und nicht sprungartig aus dem
Schaft (Griffteil 10b) heraus.
Das Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 unterscheidet sich
durch einen unterschiedlichen Aufbau einer hier ebenfalls
zweigeteilten Reibhülse 36.
Die Reibhülse besteht hier aus einer inneren, konisch
sich in Richtung der Auftragsspitze 22 verjüngenden ersten
Hülse 36′, die mit einem hinteren, äußeren Flansch 36b
an der Innenwand 10d des hinteren Griffteils 10b anliegt
und von einer äußeren, zylindrischen zweiten Hülse 36′′
umgriffen wird, die mit einem hinteren, inneren Flansch
36c an der Außenwand der ersten Hülse 36′ anliegt und
mit ihrem, die erste Hülse 36′ nach vorne überragenden
Ende 36a gegen den Kolben 30 anliegt.
Auch ohne weitere Erklärung ist ersichtlich, daß das
Funktionsprinzip dieser Ausführungsform dem Funktions
prinzip der vorstehend genannten Ausführungsbeispiele
entspricht.
Eine Begrenzung des relativen Verschiebeweges der Hülsen
36′, 36′′ wird durch einen zusätzlichen äußeren Ansatz
36e am vorderen Ende der ersten Hülse 36′ erreicht.
Claims (13)
1. Zeichenstift zum Auftragen viskoser Anstrichstoffe
mit folgenden Merkmalen:
- 1.1 einem, im wesentlichen zylinderförmigen Griffteil (10),
- 1.2 einer, im vorderen Abschnitt (10a) des Griffteils (10) ausgebildeten Aufnahmekammer (18) für eine, den Anstrichstoff (42) enthaltende Patrone (28),
- 1.3 einer, am vorderen Ende (10a) des Griffteils (10) angeordneten Ventileinrichtung (19), die mit dem Innenraum der Patrone (28) strömungstechnisch ver bindbar ist und eine Auftragsspitze (22) für den Anstrichstoff (42) aufweist,
- 1.4 die innere Querschnittsfläche der Patrone (28) ist in Richtung der Auftragsspitze (22) sich erwei ternd ausgebildet,
- 1.5 die Patrone (28) weist an ihrem hinteren Ende einen, in Richtung der Auftragsspitze (22) axial bewegbaren Kolben (30) auf, der
- 1.6 unter Haftreibung über seinen gesamten Verschiebung dauernd an der Innenwand der Patrone (28) anliegt und
- 1.7 von einer, im hinteren Abschnitt (10b) des Griffteils (10) angeordneten Druckeinrichtung (40) beaufschlagbar ist, die
- 1.8 den Kolben (30) mit zunehmendem Verbrauch des Anstrich stoffs unter stetig sich vermindernder Haftreibung infolge der sich erweiternden inneren Querschnittsfläche der Patrone (28) gegenüber der Innenwand der Patrone (28) in Richtung auf die Auftragsspitze (22) drückt.
2. Zeichenstift zum Auftragen viskoser Anstrichstoffe mit
folgenden Merkmalen:
- 2.1 einem, im wesentlichen zylinderförmigen Griffteil (10),
- 2.2 einer, im vorderen Abschnitt (10a) des Griffteils (10) ausgebildeten Aufnahmekammer (18) für eine, den Anstrichstoff (42) enthaltende Patrone (28),
- 2.3 einer, am vorderen Ende des Griffteils (10) ange ordneten Ventileinrichtung (19), die mit dem Innen raum der Patrone (28) strömungstechnisch verbind bar ist und eine Auftragsspitze (22) für den An strichstoff aufweist,
- 2.4 die innere Querschnittsfläche des hinteren Ab schnitts (10b) des Griffteils (10) ist in Richtung auf die Auftragsspitze (22) sich erweiternd ausge bildet,
- 2.5 der hintere Griffteil (10b) enthält eine verschiebbare Reib
hülse (36), die
- 2.5.1 am hinteren Ende mit einem umfangsseitigen Flansch (36b) ausgebildet ist, der über seinen gesamten Verschiebeweg dauernd gegen die Innenwand (10d) des Griffteils (10) unter Haftreibung anliegt, und
- 2.5.2 mit ihrem vorderen Ende (36a) gegen einen Kolben (30) anliegt, der unter Haftreibung, aber axial in Richtung der Auftragsspitze (22) verschiebbar gegen die Innenwand der Patrone (28) anliegt,
- 2.6 die Reibhülse (36) wird von einer, im hinteren Griffteil (10b) angeordneten Druckeinrichtung (40) beaufschlagt, die
- 2.7 die Reibhülse (36) und damit mittelbar den Kolben (30) mit zunehmendem Verbrauch des Anstrichstoffs (42) unter stetig sich vermindernder Haftreibung infolge der sich erweiternden inneren Querschnittsfläche des hinteren Abschnitts (10b) des Griffteils (10) gegenüber der Innenwand (10d) des hinteren Griff teils (10b) in Richtung der Auftragsspitze (22) drückt.
3. Zeichenstift nach Anspruch 2 , bei dem die Reibhülse (36)
aus einer äußeren, zylindrischen ersten Hülse (36′) be
steht, die mit einem hinteren, äußeren Flansch (36b)
an der Innenwand (10d) des hinteren Griffteils (10b)
anliegt und eine innere, in Richtung der Auftragsspitze
(22) sich konisch erweiternde zweite Hülse (36′′) auf
nimmt, die mit ihrem vorderen Ende (36a) gegen den Kolben
(30) anliegt.
4. Zeichenstift nach Anspruch 2 , bei dem die Reibhülse (36)
aus einer inneren, konisch sich in Richtung der Auftrags
spitze (22) verjüngenden ersten Hülse (36′) besteht,
die mit einem hinteren äußeren Flansch (36b) an der
Innenwand (10d) des hinteren Griffteils (10b) anliegt
und von einer äußeren, zylindrischen zweiten Hülse (36′′)
umgriffen wird, die mit einem hinteren inneren Flansch
rand (36c) an der Außenwand der ersten Hülse (36′) anliegt
und mit ihrem, die erste Hülse (36′) nach vorne überra
genden Ende (36a) gegen den Kolben (30) anliegt.
5. Zeichenstift nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei dem
der Griffteil (10) in Axialrichtung zweigeteilt ausgebil
det ist und der hintere Abschnitt (10b) innenseitig einen
Anschlag (44) zur Fixierung der Patrone (28) aufweist.
6. Zeichenstift nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei dem
der Kolben (30) an seinem, der Reibhülse (36) zugewandten
Ende eine Vertiefung (32) zur Aufnahme des korrespondieren
den Endes (36a) der Reibhülse (36, 36′′) aufweist.
7. Zeichenstift nach Anspruch 6, bei dem die Vertiefung
(32) in Richtung der Auftragsspitze (22) konisch sich
verjüngend ausgebildet ist und im Abstand zur Grundfläche
(32a) einen, den Außenabmessungen des korrespondierenden
vorderen Endes (36a) der Reibhülse (36, 36′′) entsprechen
den Querschnitt aufweist.
8. Zeichenstift nach einem der Ansprüche 3 bis 7, bei dem
die verschiedenen Teile der Reibhülse (36, 36′, 36′′)
durch innere und/oder äußere Anschläge (36c, 36d, 36e)
in ihrer Axialverschiebung relativ zueinander begrenzt
sind.
9. Zeichenstift nach einem der Ansprüche 1 bis 8, bei dem
die Druckeinrichtung (40) aus einer Druckfeder besteht.
10. Zeichenstift nach Anspruch 9, bei dem die Druckfeder
(40) konzentrisch zur Mittenlängsachse M des Griffteils
(10) angeordnet ist und sich gegen eine hintere Verschluß
kappe (Boden 10c) des Griffteils (10) abstützt.
11. Zeichenstift nach einem der Ansprüche 1 bis 10, bei
dem der Anstrichstoff (42) in einem flexiblen, innerhalb
der Patrone (28) angeordneten Beutel konfektioniert
ist.
12. Zeichenstift nach einem der Ansprüche 1 bis 11, bei
dem die Ventileinrichtung (19) ein, in das vordere
Ende des Griffteils (10a) hineinragendes Zuführrohr
(16) für den Anstrichstoff mit einer stirnseitigen
Schneideinrichtung (16a) aufweist.
13. Zeichenstift nach einem der Ansprüche 1 bis 12, bei
dem die Patrone (28), der Kolben (30), die Reibhülse
(36, 36′, 36′′) und der Griffteil (10, 10a, 10b) aus
Kunststoff bestehen.
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