DE4200998C2 - Verteilergetriebe für den zuschaltbaren Vierradantrieb eines Kraftfahrzeugs - Google Patents
Verteilergetriebe für den zuschaltbaren Vierradantrieb eines KraftfahrzeugsInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verteilergetriebe für den
zuschaltbaren Vierradantrieb eines Kraftfahrzeugs, mit
einer Eingangswelle, einem von der Eingangswelle ange
triebenen Antriebszahnrad, das einen Korb umgibt, einer
Hauptantriebswelle und einer mit der Hauptantriebswelle
mittels einer Klauenkupplung verbindbaren koaxialen
Nebenantriebswelle.
Aus der EP-A-030476 ist ein Verteilergetriebe für einen
Allradantrieb bekannt, bei dem das Antriebszahnrad einen
Korb umgibt, in dem ein Längsdifferential angeordnet ist.
Es hat sich gezeigt, daß der Allradantrieb für viele
Benutzer in den meisten Fahrsituationen gar nicht erfor
derlich ist. Geländewagen werden zum großen Teil mehr aus
sicherheitstechnischen und modischen Gründen gekauft und
hauptsächlich innerorts oder auf Autobahnen gefahren.
Allerdings ist es auch von diesen Benutzern erwünscht,
dann, wenn es wirklich erforderlich ist, z. B. auf schnee
glatter Fahrbahn, einen Vierradantrieb zu haben. Für
andere Benutzer wiederum, für die das Fahrzeug mit dem
Längsdifferential ursprünglich konstruiert wurde, ist der
Allradantrieb unerläßlich.
In der AT-PS 375 881 ist eine Kupplung beschrieben, mit
deren Hilfe bei ausgeschaltetem Vorderradantrieb eine
Gelenkwelle stillgesetzt werden soll. Diese Gelenkwelle
ist nicht Teil des Verteilergetriebes und weist außerdem
keinen Korb eines Antriebszahnrades auf, in dem ein
Längsdifferential angeordnet ist.
Die DE-PS 7 38 514 zeigt die Verwendung einer Lamellen
kupplung zur Synchronisierung eines Eingriffs einer
Klauenkupplung.
Die DE-A 21 08 701 offenbart die Steuerung einer Fahr
kupplung beim Schalten eines Hauptgetriebes. Diese Kupp
lung wird durch einen Befehl gelöst und wieder eingekop
pelt, wenn ein Mikroschalter den Gleichlauf meldet.
Der Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, mit konstruktiv
einfachen Mitteln ein Verteilergetriebe für Hinterrad
antrieb zu schaffen, bei dem die ruckfreie Zuschaltung
des Vorderradantriebes während der Fahrt möglich ist und
das mit wenig Aufwand durch Umwandlung eines Verteil
ergetriebes für Allradantrieb hergestellt werden kann, in
dessen Korb ein Längsdifferential vorgesehen ist.
Ausgehend von dem gattungsgemäßen Stand der Technik wird
diese Aufgabe dadurch gelöst, daß im Inneren des Korbes
zwischen der Hauptantriebswelle und der Nebenantriebs
welle eine nur der Synchronisierung dieser beiden Wellen
dienende Reibungskupplung im Kraftfluß parallel zur
Klauenkupplung angeordnet ist, wobei die Reibungskupplung
eine Lamellenkupplung mit einem axial verschiebbaren
Kolben ist, dem Drucköl von einer Dreheintragung über
Bohrungen in der Hauptantriebswelle zugeführt wird.
Durch die Unterbringung der Reibungskupplung in dem Korb
ist es mit wenig konstruktivem Aufwand möglich, das
erfindungsgemäße Verteilergetriebe durch Umrüstung eines
Verteilergetriebes für Allradantrieb herzustellen, dessen
Korb ursprünglich für die Aufnahme eines Längsdifferenti
als vorgesehen war.
Die in dem Korb untergebrachte Reibungskupplung dient nur
zur Synchronisierung und kann daher für ein sehr geringes
Drehmoment ausgelegt werden. Daher kann die Reibungskupp
lung so klein gebaut werden, daß sie im Korb des An
triebszahnrads untergebracht werden kann. Ein weiteres
Kupplungsgehäuse ist nicht erforderlich. Die Zuschaltung
des Vorderradantriebs ist aufgrund der Synchronisierung
durch die Reibungskupplung ruckfrei.
Die Lamellenkupplung beansprucht wegen der geringen
Lamellendicke und dem geringen axialen Hub des Kolbens
nur eine sehr geringe Baulänge und gestattet ein beson
ders weiches Einkuppeln.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform wird Drucköl zum
Schließen der Reibungskupplung von einer Druckquelle über
einen Druckspeicher und ein Steuerventil zugeführt. Der
Druckspeicher stellt sicher, daß die Ölpumpe klein dimen
sioniert werden kann bzw. eine vorhandene Ölpumpe nicht
vergrößert werden muß und daß auch bei geringen Drehzah
len ausreichender Öldruck und eine zum schnellen und
verzögerungsfreien Einkuppeln ausreichende Ölmenge zur
Verfügung stehen.
Vorzugsweise ist eine Steuereinheit vorgesehen, die über
ein Zeitschaltglied mit dem Steuerventil der Reibungs
kupplung und über ein Totzeitglied mit dem Steuerventil
der Klauenkupplung verbunden ist. Es kann daher durch
einen einzigen Befehl - von einem Handhebel oder von
einer Steuereinheit - ruckfrei eingekuppelt werden. Mit
dem Zeitschaltglied wird vorgegeben, wie lange die Rei
bungskupplung geschlossen wird und mit dem Totzeitglied,
um wieviel später dann die Klauenkupplung eingerückt
wird. Bei geeigneter Auslegung der Kupplung kann für das
Zeitschaltglied mit guter Näherung eine konstante Ein
schaltdauer der Reibungskupplung gewählt werden. Die
Totzeit gleicht in etwa dieser Einschaltdauer.
Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachstehend
anhand von Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 den Längsschnitt eines Verteilergetriebes;
Fig. 2 die Einzelheit II von Fig. 1, teilweise ver
größert, teilweise schematisch;
Fig. 3 schematisch eine Schaltmöglichkeit des Verteil
ergetriebes.
Fig. 1 zeigt ein insgesamt mit 1 bezeichnetes Verteilerge
triebe, als Beispiel für ein Verteilergetriebe das von einer
nur symbolisch dargestellten Motorgetriebeeinheit 2 angetrieben
wird. Es enthält eine Eingangswelle 3, im vorliegenden Aus
führungsbeispiel auch eine Zwischenwelle 4, und ein Antriebs
zahnrad 5, das Teil einer Antriebswelle 6 ist, die in Lagern
7, 8 gelagert ist.
In der Antriebswelle 6 ist im Lager 11 eine Vorderachsantriebs
welle 10 gelagert, die in bekannter und üblicher Weise außer
halb des Verzweigungsgetriebes über ein nicht bezeichnetes
Kardangelenk die nicht dargestellte Vorderachse antreibt. Auf
der Seite des Lagers 8 ist an die Antriebswelle 6 über ein
nicht bezeichnetes Kardangelenk die Hinterachsantriebswelle 9
angeschlossen.
In dem dargestellten Beispiel ist die Hinterachsantriebs
welle 6 immer angetrieben. Die Vorderachsantriebswelle 10 wird
nur angetrieben, wenn eine allgemein mit 15 bezeichnete Klauen
kupplung eingerückt ist. Diese Klauenkupplung 15 besteht aus
einer ersten Kupplungshälfte 16, die mit der Antriebswelle 6
drehfest verbunden ist und aus einer zweiten Kupplungshälfte
17, die als auf einer Keilwelle 12 geführte Schiebemuffe 18
ausgebildet und mittels einer Schaltgabel 19 einrückbar ist.
Dazu ist ein Einrückglied 20 vorgesehen, das von einer Steuer
einheit 21 aus gesteuert wird. Weiters sind noch Drehzahlsen
soren 22, 23 von bekannter Bauart und wie für ähnliche Zwecke
gebräuchlich, vorgesehen, deren Ausgangssignale der Steuerein
heit 21 zugeleitet werden. Der Drehzahlsensor 22 erfaßt dabei
die Drehzahl der Vorderachsantriebswelle 10 an dem Keilwellen
profil 12, und der Sensor 23 die Drehzahl der Antriebswelle 6,
indem er die Zähne des Antriebszahnrades 5 abtastet. Dazu ist
er an geeigneter Stelle im Gehäuse angebracht.
Das Antriebszahnrad 5 umgibt einen Korb 30, der bei einem kon
ventionellen Verteilergetriebe das Zentraldifferential ent
halten würde, der eine Reibungskupplung 31 (hier eine Lamellen
kupplung) enthält. Diese ermöglicht das Verbinden der Antriebs
welle 6 (der Hauptantriebswelle) mit der Vorderachsantriebs
welle 10 (der Nebenantriebswelle). Dazu sind in üblicher Weise
Innenlamellen 32 drehfest mit der Nebenantriebswelle 6 ver
bunden und Außenlamellen 33 mit einem Außenring 34, der drehfest
mit dem Korb 30 verbunden oder mit ihm einstückig ist. Der Korb
30 selbst ist zwar auch einstückig eingezeichnet, er ist aber
aus Montagegründen aus mehreren Teilen zusammengesetzt. Im Korb
30 befindet sich auf einer Seite eine Gegendruckplatte 35 und
auf der anderen Seite, im Außenring 34 abdichtend axial ver
schiebbar, ein Kolben 36, der mit der benachbarten Wand des
Korbes 30 eine Druckkammer 37 bildet, der über eine Dreheinführung
39 bekannter Bauweise und Bohrungen 38 in der Hauptantriebs
welle 6 Drucköl zugeführt wird.
Die Betätigung der Reibungskupplung 31 kann vom Steuergerät 21
aus über eine Signalleitung 40 erfolgen, wobei die Steuerung
der Klauenkupplung 15 etwa gemäß der DE-Patentanmeldung 41 13 128
gestaltet sein könnte. Die Signalleitung 40 wird bei der Be
schreibung der Fig. 2 wieder aufgegriffen.
In Fig. 2 ist stark vergrößert die Hauptantriebswelle 6 mit
ihren Druckölbohrungen 38 zu sehen. Die Druckölzufuhr zur Welle 6
erfolgt über eine Dreheintragung 52, die aus einem stationären
Ring 39 und aus federnden Dichtringen 50 besteht, diese greifen
in Umfangsnuten der Welle 6 und rotieren mit ihr. Zwischen diesen
verfügt die Welle 6 über eine Umfangsnut 51, von der die Ölzu
fuhrbohrungen 38 zur Reibungskupplung führen. Der Ring 39 ist
mit einem Flanschring 53 fest verbunden oder einstückig, zu dem
über ein Anschlußnippel 54 die Druckölleitung 41 führt.
Eine Ölpumpe 55 führt über ein Rückschlagventil 56 Drucköl zu
einem Druckspeicher 57, von dem das Drucköl über ein Steuer
ventil 58 zur Dreheintragung 52 gelangt. Die Befehls
leitung 40 aus Fig. 1 wirkt hier auf das Steuerventil 58. Diese
Teile des Ölkreislaufes sind nur schematisch und beispiels
weise dargestellt, so könnte der Druckspeicher 57 unter Um
ständen weggelassen oder durch einen Druckübersetzer ersetzt
sein.
Fig. 3 zeigt eine andere Möglichkeit, die beiden parallelge
schalteten Kupplungen 15, 31 zu steuern. Die Steuereinrichtung
60 wird hier von einem Handhebel 61 betätigt, dessen ausge
zogene Stellung der gelösten Klauenkupplung 15 entspricht. Be
wegung dieses Hebels 61 in die strichlierte Stellung 61′ be
deutet den Befehl zum Einrücken der Klauenkupplung 15. Dieser
Befehl wirkt sofort über ein Zeitschaltglied 64 und die Be
fehlsleitung 40 auf das Steuerventil 58, die Reibungskupplung
wird für eine bestimmte Zeit T′ geschlossen. Weiters wird der
Befehl zum Einrücken einem Totzeitglied 62 übermittelt, das
während der Totzeit T′′ (die etwa gleich T′ ist) den Befehl zu
rückhält und erst dann an das Steuerventil 63 weitergibt, das
die Druckölzufuhr von einer nicht dargestellten Quelle zu dem
Einrückglied 20 der Klauenkupplung 15 weitergibt. Dabei können
die einzelnen Steuerglieder elektrisch, hydraulisch oder gar
mechanisch ausgeführt sein.
Das erfindungsgemäße Verteilergetriebe arbeitet folgender
maßen: Wenn sich das Fahrzeug auf trockener Straße bewegt, wird
nur die Hauptantriebswelle 6 angetrieben, die Nebenantriebs
welle 10 läuft leer mit der gleichen Drehzahl mit. Wenn sich
der Reibschluß der permanent angetriebenen Räder verschlech
tert, beginnen diese durchzurutschen und ihre Drehzahl beginnt
zu steigen bzw. das Fahrzeug beginnt langsamer zu werden. Das
wird vom Fahrer oder der Steuereinheit 21 registriert und der
Befehl zum Zuschalten der Nebenantriebswelle 10 gegeben, ent
weder vom Steuergerät 21 (Fig. 1) oder von der Steuereinrichtung
60 (Fig. 3). Von dort wird der Befehl zum Schließen der Rei
bungskupplung über die Befehlsleitung 40 sofort gegeben. Das
Steuerventil 58 öffnet sich und Drucköl strömt aus dem Druck
speicher 57 zur Reibungskupplung.
In der kurzen Zeit ist die Drehzahl der permanent angetriebenen
Räder noch nicht stark angestiegen, so daß die Reibungskupplung
mit nur geringem Moment diese Räder wieder verzögert, bis die
Drehzahlen der beiden Wellen 6, 10 annähernd gleich sind. Das
wird entweder durch geeignete Wahl der Einschaltzeit T′ in
Zeitschaltglied 64 (Fig. 3) erreicht oder das Steuergerät 21
(Fig. 1) stellt das mittels der Drehzahlsensoren 22, 23 fest. Nun
erfolgt das Einrücken der Klauenkupplung 15 mittels des Ein
rückgliedes 20, im Falle der Fig. 1 durch Befehl der Steuerein
heit 21, in der Ausführung gemäß Fig. 3 durch geeignete Wahl der
Totzeit T′′ im Totzeitglied 62, wobei zweckmäßigerweise die
Dauer T′ im Zeitschaltglied 64 und die Totzeit T′′ im Tot
zeitglied ungefähr gleich sind. Sobald die Klauenkupplung ge
schlossen ist, wird das Steuerventil für die Reibungskupplung
31 wieder geschlossen und die Reibungskupplung öffnet sich, sie
wird ja nun nicht mehr gebraucht.
Es gelingt aber mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verteilergetriebes,
die Hauptantriebswelle 6 und die Nebenantriebswelle 10 in einem
frühen Stadium durchrutschender Räder mit geringem Kraftaufwand
zu synchronisieren und so ein sanftes Einrücken der Klauenkup
plung 15 zu ermöglichen.
Claims (3)
1. Verteilergetriebe für den zuschaltbaren Vierradantrieb
eines Kraftfahrzeugs, mit einer Eingangswelle (3), einem
von der Eingangswelle (3) angetriebenen Antriebszahnrad
(5), das einen Korb (30) umgibt, einer Hauptantriebswelle
(6) und einer mit der Hauptantriebswelle (6) mittels einer
Klauenkupplung (15) verbindbaren koaxialen Nebenan
triebswelle (10), dadurch gekennzeichnet,
daß im Inneren des Korbes (30) zwischen der Hauptantriebs
welle (6) und der Nebenantriebswelle (10) eine nur der
Synchronisierung dieser beiden Wellen (6, 10) dienende
Reibungskupplung (31) im Kraftfluß parallel zur Klauenkupp
lung (15) angeordnet ist, wobei die Reibungskupplung (31)
eine Lamellenkupplung mit einem axial verschiebbaren Kolben
(36) ist, dem Drucköl von einer Dreheintragung (52) über
Bohrungen (38) in der Hauptantriebswelle (6) zugeführt
wird.
2. Verzweigungsgetriebe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß Drucköl zum Schließen der Reibungskupplung (31)
von einer Druckquelle (55) über einen Druckspeicher (57)
und ein Steuerventil (58) zugeführt wird.
3. Verzweigungsgetriebe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeich
net, daß eine Steuereinheit (60) vorgesehen ist, die über
ein Zeitschaltglied (64) mit dem Steuerventil (58) der Rei
bungskupplung (31) und über ein Totzeitglied (62) mit dem
Steuerventil (63) der Klauenkupplung verbunden ist.
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- 1992-01-16 DE DE4200998A patent/DE4200998C2/de not_active Expired - Fee Related
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Owner name: ZF FRIEDRICHSHAFEN AG, 88046 FRIEDRICHSHAFEN, DE |
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