DE4215525C2 - Verfahren zur Herstellung eines Schleifwerkzeugs - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines SchleifwerkzeugsInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines
Schleifwerkzeugs, vorzugsweise für das Profilschleifen. Das
Werkzeug besteht aus einem Grundkörper, der von seinem Radial
schnittprofil her der zu fertigenden Form des Werkstücks ent
spricht; er ist mit einer einlagigen Schicht von Abrasivkristal
len, vorzugsweise CBN oder Diamant, mittels eines galvanischen
oder chemischen Verfahrens beschichtet.
Insbesondere in der Großserienfertigung von Zahnrädern, vor al
lem in der Pkw-Industrie, stellt bis heute die Herstellung qua
litativ hochwertiger Zahnräder einen hohen Aufwand dar. Nachdem
die Zahnräder im Regelfall durch Wälzfräsen oder Wälzstoßen vor
bearbeitet sind, werden die Zahnflanken zwecks Erhöhung der Le
bensdauer gehärtet. Einerseits durch die relativ ungenaue Vorbe
arbeitung und andererseits durch das Härten (Härteverzüge) ist
die Profilgenauigkeit des Zahnrades nicht ausreichend, um den
sehr hohen Qualitätsanforderungen hinsichtlich Tragfähigkeit,
Geräuschverhalten, Schwingungsarmut, Komfort etc. zu genügen.
Daher schließt sich in der Regel ein Hartfeinbearbeitungsverfah
ren an, mit dem dem Zahnflankenprofil die exakte Kontur verlie
hen wird. Dabei werden mittlerweile auch im Pkw-Bereich Profil
genauigkeiten in einem Toleranzband von wenigen Mikrometern ver
langt.
Für die Hartbearbeitung haben sich überwiegend Schleifverfahren
durchgesetzt, z. B. das Formschleifen, das Teilwälzschleifen
oder das kontinuierliche Wälzschleifen. Im Bereich des
Formschleifens haben sich galvanisch beschichtete CBN-Schleifscheiben
bewährt, die im Gegensatz zu den
konventionellen abzurichtenden Schleifscheiben eine wesentlich
höhere Standmenge erreichen und hohen Qualitätsanforderungen
genügen.
Derartige Werkzeuge sind beispielsweise aus der DE 37 28 447 C2
bekannt. Dort wird eine Formschleifscheibe beschrieben,
die zwecks Ausgleich des langsam fortschreitenden CBN-Kornverschleißes
im Mikrometerbereich spreizbar ausgebildet ist.
Die dort beschriebenen Schleifscheiben, von denen die in der
genannten Schrift erläuterte Erfindung ausgeht, sind dieselben,
die dieser Erfindung zugrundeliegen.
Diese Werkzeuge weisen einen meist metallischen Grundkörper
auf, der bereits exakt auf Profil gebracht worden ist und
demjenigen Profil entspricht, das das fertige Schleifwerkzeug
besitzen muß, um - bei Bewegung des Werkzeuges in der von der
Maschine vorgegebenen Kinematik - die gewünschte Profilform
am Werkstück zu erzeugen. Das Profil des Grundkörpers ist
jedoch um einen äquidistanten Betrag kleiner als das Sollprofil;
diese Differenz wird dadurch ausgefüllt, daß ein einschichtiger
Belag aus Abrasivkristallen, vorzugsweise Diamant
oder Bornitrid, aufgebracht und durch einen chemischen oder
galvanischen Prozeß fixiert wird. Solche Werkzeuge bedürfen
keines Abrichtvorganges, sondern können direkt in der
Fertigung eingesetzt werden. Entscheidend für die Qualität
des Werkzeuges ist jedoch, daß der galvanische oder chemische
Fixierungsprozeß in der Art und Weise abläuft, daß sich an der
gesamten Arbeitsfläche des Werkzeugs stets nur ein einschichtiger
Belag aus Abrasivpartikeln bildet.
Im praktischen Einsatz solcher Werkzeuge haben sich jedoch
eine Reihe von Nachteilen herausgestellt: Die Abrasivkristalle
lagern sich beim galvanischen bzw. chemischen
Fixierungsprozeß dicht nebeneinander ab, so daß Korn neben
Korn zu liegen kommt. Die für den Zerspanungsprozeß notwendigen
Spankammern zwischen den Körnern sind daher sehr
klein, was zu Problemen führt, wenn dem Werkzeug eine hohe
Zerspanleistung abgefordert wird, d. h. wenn ein möglichst
hoher Wert für das vom Werkstück abgetragene Zer
spanungsvolumen pro Zeiteinheit angestrebt ist. Wird ein solches
Schleifwerkzeug trotzdem hoch belastet, ist ein früheres Stand
zeitende zu erwarten, wodurch die Wirtschaftlichkeit des Hart
feinbearbeitungsverfahrens sinkt. Bedingt durch die relativ
kleinen Spankammern wird zudem die Abfuhr der Schleifspäne durch
das Kühlschmiermittel erschwert, woraus sich ebenfalls das Ab
fallen der Leistungswerte des Werkzeugs erklären läßt.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein neu
artiges Verfahren für die Herstellung eines solchen Schleifwerk
zeugs zu schaffen, das eine Vergrößerung der Spankammern sicher
stellt und so zu einer Erhöhung der Effizienz des Werkzeugs
führt.
Die Lösung der Aufgabe durch die Erfindung ist dadurch
gekennzeichnet, daß die galvanische bzw. chemische Beschichtung
des Grundkörpers der Schleifscheibe mit einer Mischung aus Abra
sivkristallen und nicht schneidfähigen Kristallen oder Körnern
ähnlicher Abmessungen wie die der abrasiven Körner erfolgt und
daß vor dem erstmaligen Einsatz des Werkzeugs die nicht schneid
fähigen Kristalle oder Körner durch ein mechanisches, chemisches
oder elektrochemisches Verfahren wieder herausgelöst oder zumin
dest zurückgesetzt werden. Die nicht schneidfähigen Kristalle
sind dabei vorzugsweise Glaskristalle.
Beim erfindungsgemäßen Verfahren bildet sich zunächst - wie beim
konventionellen Werkzeug - ein einschichtiger, dicht gepackter
Belag aus Abrasivkristallen und nicht schneidfähigen Kristallen
oder Körnern aus. Durch das Herauslösen oder zumindest Zurück
setzen der nicht schneidfähigen Kristalle oder Körner entstehen
dann jedoch zwischen den Abrasivkristallen größere Zwischen
räume, die als Spankammern fungieren. Der Anteil der nicht
schneidenden Kristalle oder Körner an der Gesamtmischung soll
vorzugsweise zwischen 30 und 70 Volumenprozent betragen. Da sich
- gutes Vermischen der Abrasivkristalle und nicht schneidfähigen
Kristalle vorausgesetzt - die Anlagerung der Körner am metalli
schen Grundkörper statistisch vollziehen wird, ergeben sich über
die Arbeitsfläche des Schleifwerkzeugs gleichmäßig verteilte
Spankammern, die nach dem Herauslösen der nicht schneidfähigen
Kristalle entstehen.
Dadurch erreicht das mit dem neuartigen Verfahren hergestellte
Schleifwerkzeug eine höhere Standzeit, da bessere Zerspanungs
verhältnisse gegeben sind, nachdem ausreichend große Spankammern
für die Schleifspäne zur Verfügung stehen. Aus demselben Grund
kommt es auch zu einer besseren Ölversorgung an der Schnitt
stelle.
In der Zeichnung ist ein nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
hergestelltes Schleifwerkzeug dargestellt.
Fig. 1 zeigt einen Radialquerschnitt des rotationssymmetrischen
Schleifwerkzeugs,
Fig. 2 stellt einen Ausschnitt aus der Arbeitsfläche des
Schleifwerkzeugs dar, und zwar unmittelbar nach der erfindungs
gemäßen Beschichtung, und
Fig. 3 zeigt denselben Ausschnitt aus der Arbeitsfläche dar,
wobei jetzt die nicht schneidfähigen Kristalle aus der Arbeits
fläche des Werkzeugs herausgelöst bzw. zurückgesetzt worden
sind.
Das Schleifwerkzeug 1 besteht aus einem Grundkörper 2, der von
seinem Radialschnitt-Profil her dem zu fertigenden Profil des
Werkstücks entspricht. Er wurde zunächst mit einer Mischung aus
Abrasivkristallen 3 und nicht schneidfähigen Kristallen oder
Körnern 4 derselben Abmessung wie die der abrasiven Körner 3 be
schichtet (siehe Fig. 2). Die Fixierung der Abrasivkristalle 3
und der nicht schneidfähigen Kristalle 4 erfolgte hier durch
einen galvanischen Prozeß; als Fixierungsmaterial wurde hier
Nickel verwendet, so daß die Körner durch eine Nickelschicht 5
an den Grundkörper 2 gebunden sind.
Vor dem erstmaligen Einsatz des Werkzeugs müssen die nicht
schneidfähigen Kristalle oder Körner durch ein mechanisches,
chemisches oder elektrochemisches Verfahren entweder herausge
löst, zumindest aber zurückgesetzt werden. Das Ergebnis der Pro
zedur ist in Fig. 3 dargestellt: Von den herausgelösten, nicht
schneidfähigen Kristallen ist hier nur ein Rest 6 übriggeblie
ben, der jedoch für den Schleifprozeß keine Bedeutung hat. Zwi
schen den Abrasivkristallen 3 haben sich nunmehr große Spankam
mern gebildet, die einen einwandfreien und effizienten Einsatz
des Schleifwerkzeugs gewährleisten.
Bezugszeichenliste
1 Schleifwerkzeug
2 Grundkörper
3 Abrasivkristalle
4 Nicht schneidfähige Kristalle
5 Nickelschicht
6 Rest eines nicht schneidfähigen Kristalls
2 Grundkörper
3 Abrasivkristalle
4 Nicht schneidfähige Kristalle
5 Nickelschicht
6 Rest eines nicht schneidfähigen Kristalls
Claims (4)
1. Verfahren zur Herstellung eines Schleifwerkzeugs, vorzugs
weise für das Profilschleifen, das aus einem Grundkörper
besteht, der von seinem Radialschnitt-Profil her der zu
fertigenden Form des Werkstücks entspricht, der mit einer
einlagigen Schicht von Abrasivkristallen, mittels eines
galvanischen oder chemischen Verfahrens beschichtet wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Beschichtung mit einer Mischung aus Abrasivkristallen
und nicht schneidfähigen Kristallen oder Körnern ähnlicher
Abmessungen wie die der Abrasivkristalle erfolgt und daß vor
dem erstmaligen Einsatz des Werkzeugs die nicht schneidfähigen
Kristalle oder Körner durch ein mechanisches,
chemisches oder elektrochemisches Verfahren wieder herausgelöst
oder zumindest zurückgesetzt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als
nicht schneidfähige Kristalle Glaskristalle verwendet
werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch
gekennzeichnet, daß der Anteil der nicht schneidenden
Kristalle oder Körner an dem Gemisch aus Abrasivkristallen
und nicht schneidfähigen Kristallen oder Körnern 30-70
Volumenprozent beträgt.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1-3, dadurch gekennzeichnet,
daß als Abrasivkristalle CBN oder Diamant verwendet werden.
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