DE4222622A1 - Druckentnahmesonde - Google Patents
DruckentnahmesondeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Druckentnahmesonde mit einem geraden
Rohr, welches im Verhältnis zu seiner Länge einen kleinen Innen
durchmesser aufweist. Das eine Ende des Rohres weist ein Anschluß
stück auf und ist dazu vorgesehen, mit einem Meßgerät und einer
Druckmittelquelle, beispielsweise einem Erzeuger für Druckluft,
verbunden zu werden. Das andere Ende des Rohres ist hingegen offen
und ist dazu vorgesehen, das Druckmittel an den Meßort zu
bringen.
Druckentnahmesonden dieser Art sind handelsüblich und werden vor
wiegend für Messungen an gemauerten Kaminen und Öfen eingesetzt.
Die Sonden zeichnen sich dadurch aus, daß das Rohr einen im Ver
hältnis zu seiner Länge geringen Querschnitt hat. Die Länge wird
jedoch benötigt, um die Dicke des Mauerwerks bzw. der Ausmauerung
zu überbrücken, die für die Kamine und Öfen maßgeblich ist, an
denen die bekannten Druckentnahmesonden üblicherweise eingesetzt
werden.
Eine Druckentnahmesonde der genannten Art ist beispielsweise aus
dem Katalog 1992 "Geräte für die Prozeßtechnik", S.1/22, Listen
blatt 10/14-1515, des Herstellers MANNESMANN Hartmann & Braun be
kannt.
Sonden der genannten Art werden auch eingesetzt, um Druckmessungen
in Wirbelschichtreaktoren vorzunehmen. In solchen Wirbelschicht
reaktoren wird beispielsweise ein kohlenstoffhaltiges Material
bei hoher Temperatur mit Hilfe eines sauerstoffhaltigen Gases um
gewandelt. Entsprechend der Betriebsweise können innerhalb der
Wirbelschicht entweder ein geringer Überdruck, beispielsweise bei
der sogenannten atmosphärischen Wirbelschicht, oder ein hoher
Druck, beispielsweise bei der Druckwirbelschicht, vorherrschen.
Das kohlenstoffhaltige Material, das Vergasungsmittel und die bei
der Umwandlung entstehenden Gase sind innerhalb des Wirbelschicht
reaktors in ständiger Bewegung. Dabei haben sich Schwierigkeiten
beim Einsatz der bekannten Druckentnahmesonden ergeben. Deren Wir
kung beruht bekanntlich darauf, daß man eine zeitlich vorbestimmte
Menge Luft oder Gas, nämlich das Druckmittel, durch die Sonde in
den Wirbelschichtreaktor einperlen läßt und den bei der Einspei
sung des Druckmittels am entgegengesetzten Ende der Sonde ent
stehenden Staudruck mit einem dafür geeigneten Meßgerät mißt.
Die beim Einsatz der bekannten Druckentnahmesonden an betriebenen
Wirbelschichtreaktoren aufgetretenen Nachteile bestehen hauptsäch
lich darin, daß Anbackungen und Verstopfungen am offenen Ende des
Rohres der Sonde auftreten. Die Anbackungen und Verstopfungen ver
kürzen die nutzbare Meßzeit der Druckentnahmesonde, so daß Fehl
messungen auftreten können und das Rohr in kurzen Zeitabständen
immer wieder freigebohrt werden muß. Insgesamt weist die bekannte
Druckentnahmesonde dadurch auch eine verkürzte Lebensdauer auf.
Aus diesen Nachteilen ergibt sich die Aufgabe für die vorliegende
Erfindung, die bekannte Druckentnahmesonde so weiterzubilden, daß
das Entstehen von Anbackungen und Verstopfungen am offenen Ende
des Rohres der Sonde vermieden wird. Somit wird angestrebt, daß
die Sonde eine höhere Standzeit erhält. Die zur Verbesserung der
bekannten Druckentnahmesonde zu treffenden Maßnahmen sollen ein
fach, betriebssicher und preisgünstig sein.
Als Lösung der Aufgabe wird vorgeschlagen, daß das offene Ende der
Sonde als Düse ausgebildet ist, welche eine Mündungsbohrung für
den Austritt des Druckmittels hat, die wesentlich kleiner ist als
der Innendurchmesser des Rohres. Bei Sondenrohren, welche unter
schiedliche Durchmesser haben, soll die Mündungsbohrung für den
Austritt des Druckmittels wesentlich kleiner sein als der jeweils
kleinere Innendurchmesser des Rohres.
Als vorteilhaft hat sich gezeigt, wenn die Mündungsbohrung ein
Längen-/Durchmesser-Verhältnis hat, das zwischen 0,05 : 1 bis
50 : 1 beträgt. Insbesondere soll die Mündungsbohrung so ausge
staltet sein, daß das Verhältnis des Druckverlustes ΔP über die
Länge des Rohres und der Düse zu dem in der Wirbelschicht zu mes
senden Druck P gering ist und etwa der Beziehung
entspricht. Auf diese Weise wird erreicht, daß das strömende
Druckmittel eine hohe Geschwindigkeit in der Größenordnung
zwischen 20-40 m/sec. beim Austritt aus dem offenen Ende der
Sonde hat. Hierdurch kann das Entstehen von Anbackungen und Ver
stopfungen des offenen Endes der Druckentnahmesonde wirksam ver
hindert werden.
Als weiterer Vorteil zeigt sich, daß bei einem geringeren Druck
verlust an der Druckentnahmesonde selbst das Messen von sehr klei
nen Drücken im Wirbelschichtreaktor möglich wird.
Die vorgeschlagene Änderung ist konstruktiv einfach und hat als
weiteren Vorteil aufzuweisen, daß die Mengen an zur Messung benö
tigtem Druckmittel verringert werden können, beispielsweise auf
einen Wert von 60 l/Min Luft für jede Messung.
Weitere vorteilhafte Ausbildungsformen folgen aus den einzelnen
Unteransprüchen.
Nachfolgend wird die Erfindung an einem Ausführungsbeispiel näher
beschrieben. Es zeigen jeweils in verkleinertem Maßstab die Fig.
1-5 Längsschnitte durch das Rohr bzw. Entnahmeende einer
Druckentnahmesonde.
Die Druckentnahmesonde der Fig. 1 weist ein langes gerades Rohr 2
auf, das sich von einem Flansch 1 bis zur Düse 3 über eine Gesamt
länge 4 erstreckt. Das Rohr 2 ist mit dem Flansch 1 fest und
dauerhaft, beispielsweise durch Verschweißung 5, verbunden. Der
Flansch 1 dient als Anschlußstück des Rohres 2 zum Verbinden der
Druckentnahmesonde mit einem Meßgerät und einer Druckmittelquelle
(nicht gezeigt). Entlang der überwiegenden Länge der Längsmittel
achse 22 hat das gerade Rohr 2 einen konstanten Durchmesser 7.
Die Düse 3 ist mit dem freien Ende des Rohres 2 durch eine
Schweißnaht 6 fest und dauerhaft verbunden. Das Rohr 2 hat einen
im Verhältnis zu seiner gesamten Länge 4 wesentlich geringeren
Innendurchmesser 7. Auf den Innendurchmesser 7 folgt ein verrin
gerter Innendurchmesser 8, den die Düse 3 an ihrem Ende 9 auf
weist, mit dem sie mit dem offenen Ende 10 mit dem Rohr 2 verbun
den ist, Fig. 2.
Die Düse 3 hat eine gesamte Länge 11, welche wesentlich kleiner
ist als die gesamte Länge 4 der Druckentnahmesonde. Den Mündungs
querschnitt der Düse 3 bildet eine Bohrung 12, welche eine im Ver
gleich zur Gesamtlänge 4 der Sonde wiederum wesentlich verkürzte
Länge 13 aufweist. Im Verhältnis zum Durchmesser 14 der Mündung
der Düse 3 beträgt die Länge 13 der Mündungsbohrung 12 das
8,5fache; daraus ergibt sich ein Längen-/Durchmesser-Verhältnis
der am Ausführungsbeispiel gezeigten Düse 3 von 8,5 : 1. Das freie
Ende 15 der Düse 3 weist außerdem noch eine Abschrägung 16 auf.
In der Fig. 3 ist eine weitere Ausführungsform 17 der Düse 3 dar
gestellt. Diese Ausführungsform 17 unterscheidet sich von der Aus
führungsform nach der Fig. 1 durch das Fehlen der Abschrägung 16.
Der Außendurchmesser 18 ist gleich dem Außendurchmesser der Düse 3
der Fig. 1. Der Außendurchmesser 18 beträgt beispielsweise 15 mm.
Die Ausführungsform 19 der Fig. 4 unterscheidet sich von den vor
genannten Ausführungsformen durch eine abgerundete Düsenspitze 20.
Bei gleichem Mündungsdurchmesser 14 ist die Länge der Mündungsboh
rung 12 jedoch gegenüber den vorstehenden Ausführungsbeispielen
wesentlich kürzer, wie das auch aus der Fig. 4 erkennbar ist.
Die nächste Ausführungsform der Fig. 5 schließlich weist eine
Länge der Austrittsbohrung 12 auf, die im Verhältnis zur Länge 13
der Ausführungsform nach der Fig. 1 extrem kurz ist. Hier liegt
ein Längen-/Durchmesser-Verhältnis vor, welches wenigstens
0,05 : 1 beträgt, wenn nicht noch kleiner ist. Mündungsdurchmesser
14 und Außendurchmesser 18 sind ansonsten gleich groß wie bei den
übrigen Ausführungsbeispielen.
Die unterschiedlichen Ausgestaltungen der Düse 3, wie sie in den
Fig. 3-5 erkennbar ist, hat den Zweck, daß unterschiedliche Ma
terialien für die Düsen 3 zur Verwendung gelangen können. Hierbei
können einfach legierte Stähle, hochlegierte Stähle und auch Edel
metall Verwendung finden. Daneben können aber auch keramische
Düsen zur Anwendung gelangen. Schließlich ist vorgesehen, daß un
terschiedliche Düsenformen auch an unterschiedlichen Stellen des
Wirbelschichtreaktors zum Einsatz gelangen, je nachdem welche Ver
hältnisse jeweils überwiegend an der Einsatzstelle im Wirbel
schichtreaktor vorliegen. Somit wird beispielsweise die Ausfüh
rungsform 21 der Düse 3 der Fig. 5 bevorzugt an solchen Stellen
eines Wirbelschichtreaktors zum Einsatz gelangen, wo die örtliche
Wirbelschichtgeschwindigkeit vergleichsweise höher ist, als im
übrigen Umsetzungsbereich des Reaktors.
Ziffernverzeichnis.
1 Flansch
2 Rohr
3 Düse
4 gesamte Länge
5 Verschweißung
6 Schweißnaht
7 Innendurchmesser
8 verringerter Durchmesser
9 Ende der Düse
10 offenes Ende des Rohres
11 Länge der Düse
12 Mündungsbohrung
13 Mündungslänge
14 Durchmesser
15 freies Ende
16 Abschrägung
17 Ausführungsform
18 Außendurchmesser
19 Ausführungsform
20 abgerundeter Spitze
21 Ausführungsform
22 Längsmittelachse
2 Rohr
3 Düse
4 gesamte Länge
5 Verschweißung
6 Schweißnaht
7 Innendurchmesser
8 verringerter Durchmesser
9 Ende der Düse
10 offenes Ende des Rohres
11 Länge der Düse
12 Mündungsbohrung
13 Mündungslänge
14 Durchmesser
15 freies Ende
16 Abschrägung
17 Ausführungsform
18 Außendurchmesser
19 Ausführungsform
20 abgerundeter Spitze
21 Ausführungsform
22 Längsmittelachse
Claims (5)
1. Druckentnahmesonde mit einem geraden Rohr, das im Verhältnis
zu seiner Länge einen kleinen Innendurchmesser aufweist,
dessen eines Ende ein Anschlußstück zum Verbinden mit einem
Meßgerät und einer Druckmittelquelle aufweist und dessen ande
res Ende offen ist und einen Innendurchmesser aufweist, der
über wesentliche Längenabschnitte gleichgroß oder geringfügig
kleiner ist als der Innendurchmesser auf den übrigen Längenab
schnitten, dadurch gekennzeichnet, daß das offene Ende (10)
als Düse (3) ausgebildet ist, die eine Mündungsbohrung (12)
für den Austritt des Druckmittels hat, welche wesentlich klei
ner ist als der bzw. der kleinere Innendurchmesser (7, 8) des
Rohres (2).
2. Druckentnahmesonde nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Mündungsbohrung (12) ein Längen-(13)/Durchmesser-(14)-
Verhältnis hat, das zwischen 0,05 : 1 bis 50 : 1 beträgt.
3. Druckentnahmesonde nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Düse (3) als Mündungsstück (3, 17, 19,
21) ausgebildet ist, welches mit dem Rohr (2) fest und dauer
haft verbindbar ist.
4. Druckentnahmesonde nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß das Mündungsstück (3, 17, 19, 21) mit dem Rohr (2) durch
Schweißen (6) verbunden ist.
5. Druckentnahmesonde nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die Mündungsbohrung (12) der Düse (3) kon
zentrisch zur Längsmittelachse (22) des Rohres (2) angeordnet
ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19924222622 DE4222622A1 (de) | 1992-07-10 | 1992-07-10 | Druckentnahmesonde |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19924222622 DE4222622A1 (de) | 1992-07-10 | 1992-07-10 | Druckentnahmesonde |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4222622A1 true DE4222622A1 (de) | 1994-01-13 |
Family
ID=6462872
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19924222622 Ceased DE4222622A1 (de) | 1992-07-10 | 1992-07-10 | Druckentnahmesonde |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4222622A1 (de) |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE8313761U1 (de) * | 1983-10-13 | Krupp Polysius Ag, 4720 Beckum | Vorrichtung zur Entnahme von Gasproben | |
| DD263124A1 (de) * | 1986-09-26 | 1988-12-21 | Luebbenau Vetschau Kraftwerke | Anordnung zur vermeidung von verstopfungen an einer unterdruckmesseinrichtung |
-
1992
- 1992-07-10 DE DE19924222622 patent/DE4222622A1/de not_active Ceased
Patent Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE8313761U1 (de) * | 1983-10-13 | Krupp Polysius Ag, 4720 Beckum | Vorrichtung zur Entnahme von Gasproben | |
| DD263124A1 (de) * | 1986-09-26 | 1988-12-21 | Luebbenau Vetschau Kraftwerke | Anordnung zur vermeidung von verstopfungen an einer unterdruckmesseinrichtung |
Non-Patent Citations (3)
| Title |
|---|
| Katalog Hartmann und Braun 1992, Listenblatt 10/14-1515 * |
| PROFOS, P., PFEIFER, T.: Handbuch der industriel- len Meßtechnik, R. Oldenbourg Verlag, München, Wien 1992, S. 797-800 * |
| Taschenbuch Betriebsmeßtechnik, VEB Verlag Technik Berlin, 1974, S. 320-325 * |
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| OP8 | Request for examination as to paragraph 44 patent law | ||
| 8127 | New person/name/address of the applicant |
Owner name: KIPSHAGEN, FRANZ-JOSEF, DIPL.-ING., 50321 BRUEHL, |
|
| 8131 | Rejection |