DE4228454C2 - Vorrichtung zum Beblasen einer textilen Warenbahn - Google Patents

Vorrichtung zum Beblasen einer textilen Warenbahn

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Description

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Beblasen einer ausge­ breiteten, fortlaufend transportierten textilen Warenbahn mit Hilfe eines erhitzten, beschleunigt auf die Warenbahn aus einseitig oder beidseitig der Warenbahnfläche angeordneten, auf die Warenbahn ge­ richteten Ausblaslöchern strömenden Behandlungsgases, insbesondere in einem Spannrahmen oder einer Hotflue der Textilindustrie.
Zum Trocknen und/oder Fixieren textiler Warenbahnen werden Konvek­ tions-Trocken- und/oder -Fixiermaschinen eingesetzt. Üblich sind beispielsweise ein Düsenspannrahmen (Plantrockner) oder eine Hot­ flue (Schleifentrockner), in welchen erhitzte Luft aus Loch- oder Schlitzdüsen auf die zu behandelnde, kontinuierlich - flach (Spann­ rahmen) oder in Schleifen (Hotflue) - transportierte Warenbahn ge­ blasen wird. Eine solche Maschine besteht meist aus mehreren un­ mittelbar hintereinander geschalteten Feldern, durch die die zu be­ handelnde Warenbahn - über Rollen, auf Siebbändern und/oder einge­ nadelt bzw. eingespannt an den Längskanten durch Ketten geführt bzw. in Schleifen über Walzen laufend - kontinuierlich hindurchzufüh­ ren ist (vgl. DE 38 35 000 A1 bzw. DE-PS 6 31 625)
Im Spannrahmen besitzt jedes in Transportrichtung der Warenbahn beispielsweise etwa 3 m lange Feld herkömmlich wenigstens zwei Um­ luftventilatoren und im allgemeinen je Ventilator einen der Waren­ bahnoberseite und je einen der Warenbahnunterseite zugewendeten Blas- oder Düsenkasten (im allgemeinen mit sich quer zur Warenbahn- Transportrichtung erstreckenden Düsenfingern) mit als Ausblaslöcher ausgebildeten, sogenannten Schlitz- oder Lochdüsen. Die Blaskästen werden den Umluftventilatoren zugeordnet. Diese saugen die ausge­ blasene Luft - nach Arbeitsleistung an der textilen Warenbahn - über Wärmetauscher, Direktheizung oder dergleichen im Kreislauf zu­ rück. In der Hotflue werden die Austrittsschlitze der Blaskästen in die Schleifen gerichtet.
Obwohl mit einer solchen bekannten Maschine eine ausgebreitet ge­ führte Warenbahn von nur wenigen Zehntel mm Stärke zu behandeln ist, wird für die Heiz- und Luftbeschleunigungssysteme - namentlich bei einem Spannrahmen - ein so großer Raum benötigt, daß die Höhe dieser Maschine, gemessen senkrecht zu einer horizontal geführten Warenbahn, im allgemeinen größenordnungsmäßig 2 m beträgt.
In der DE-PS 5 96 657 wird eine Vorrichtung zum Trocknen laufender Stoffbahnen beschrieben, bei welcher die Bahnen im horizontalen Zick-Zack durch den Trockenraum geführt werden. Um die bekannte Vorrichtung ohne Ventilator betreiben zu können, werden Zuleitung und Ableitung der Trockenluft injektorartig ausgebildet und Saugan­ schlüsse am Trockenraum vorgesehen, derart, daß durch die Luftzu­ leitung ein Teil der eingeblasenen Luft rücksaugbar und durch die Luftableitung Kühlluft durch den unteren Teil des Trockenraums führbar ist. Ein an der Austrittsstelle aus der Trockenvorrichtung vorgesehener Injektor mag zwar einen Ventilator ersetzen können, die relativ große Gesamthöhe der Maschine wird dadurch aber gegen­ über dem Stand der Technik mit Ventilatoren kaum vermindert.
In der modernen Injektortechnik erzeugen Injektordüsen - ausgehend von einer kleinen über eine Leitung zugeführten Preßluft- bzw. Druckluftmenge (jedes andere Gas als Luft kann eingesetzt werden) - große Volumenströme. Durch das Einströmen eines bestimmten Preß­ luftvolumens in eine Injektordüse wird - bedingt durch deren kon­ struktive geometrische Form - ein Vielfaches an Umgebungsluft (aus der Umgebung der Düse) angesaugt und beschleunigt ausgestoßen. Die Verstärkungsfaktoren variieren bei im Handel erhältlichen Injektor­ düsen in der Größenordnung zwischen 1 : 10 und 1 : 25. Entsprechend re­ lativ klein kann der Querschnitt der jeweiligen Preßluftzuleitung sein. Injektordüsen, die im Handel auch als Coanda-, Venturi-, Ejek­ tor- oder Transvektordüsen bezeichnet werden, sind daher geeignete Gasbeschleunigungsmittel.
Zum Behandeln der Warenbahn wird meist erhitzte Luft benötigt.
Demgemäß liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, die Druckluft zum Betrieb der Injektordüsen sowie die von den Injektordüsen an­ zusaugende erhitzte Luft mit Hilfe eines Aggregats, aber den bei­ den Eingängen der Injektordüsen getrennt zuleitbar, zu erzeugen und die Abmessungen der Behandlungsvorrichtung zu vermindern sowie deren Betrieb energetisch günstiger zu gestalten.
Die erfindungsgemäße Lösung besteht darin, daß jedes Ausblasloch als Injektordüse ausgebildet ist und daß zum Erhitzen des Behand­ lungsgases die Abwärme und zum Betrieb der Injektordüsen die Preß­ luft einer Gasturbine vorgesehen sind. Vorzugsweise wird zum An­ trieb der Injektordüsen gespannter Dampf eingesetzt.
Wenn in einem Spannrahmen die auf die Gesamtheit der Ausblaslöcher geschalteten Umluftventilatoren oder -Injektoren durch die ein­ zelnen Injektordüsen ersetzt werden, entfallen zugleich die sonst erforderlichen voluminösen Luftführungskanäle, da die Druckluft­ versorgung der Injektordüsen über relativ dünne Leitungen an einen außerhalb der Maschine verbleibenden Druckluftkompressor ange­ schlossen werden kann. Ein solcher Kompressor kann bevorzugt alle Düsenfelder der Maschine oder gar mehrerer Maschinen, z. B. über ein Hauptrohr mit Abzweigleitungen zu jedem Feld, zugleich versorgen. Ganz ähnliche Vorteile ergeben sich bei einer Hotflue, wo der Weg­ fall der Gesamt-Umluftantriebe auch eine erhebliche Raum- und Ko­ stenersparnis zur Folge hat.
Wenn nach einer Erkenntnis des Erfinders in einer gattungsgemäßen Vorrichtung jedes einzelne Ausblasloch selbst als Injektordüse aus­ gebildet wird, findet die Beschleunigung der Masse des Arbeitsgases nicht irgendwo in der Maschine, sondern im wesentlichen in den als Injektordüsen ausgebildeten Ausblaslöchern selbst statt. Diese vie­ len einzelnen Injektordüsen können über je eine relativ dünne, vor­ zugsweise flexible, Leitung mit der außerhalb der Maschine oder zentral an den Maschinen vorgesehenen Druckluftquelle gekoppelt werden. Einschließlich Leitungssystem kann auf diese Weise die Höhe der Maschine, gemessen in Richtung senkrecht zur Warenbahnfläche, auf Werte herabgesetzt werden, die in der Größenordnung der Höhe der herkömmlichen Blaskastenanordnung selbst liegen.
Anhand der schematischen Zeichnung von Ausführungsbeispielen werden für die Anwendung bei einem Spannrahmen Einzelheiten der Erfindung erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 einen Querschnitt durch ein einer Stoffbahn zugewandtes Düsenfeld eines Spannrahmens, bei dem jede einzelne Düse als Injektordüse ausgebildet ist; und
Fig. 2 einen Antrieb zur Druckluft- und Wärmeversorgung der In­ jektordüsen nach Fig. 1.
Fig. 1 zeigt einen Teil eines Spannrahmenquerschnitts senkrecht zur Ebe­ ne einer zu behandelnden textilen Warenbahn 1, die an den Längsrändern in Kluppen oder - wie gezeichnet - in Nadeln 2 gehalten wird. Die an Ketten 3 befestigten Nadeln 2 werden in der senkrecht zur Zeichnungs­ ebene verlaufenden Transportrichtung vorwärts bewegt. Oberhalb der Wa­ renbahn 1 befindet sich ein oberer Blaskasten 4 mit einer Vielzahl von als Injektordüsen 7 ausgebildeten Ausblaslöchern 5. Unterhalb der Waren­ bahn 1 kann sich ein (nicht gezeichneter) unterer Blaskasten, ebenfalls mit vielen als Injektordüsen ausgebildeten Ausblaslöchern, befinden.
Aus den Injektordüsen 7 strömt die Luft 12 in Richtung der Pfeile und trifft im wesentlichen senkrecht auf die Warenbahn 1 auf, von dieser wird die Luft, wenn die Warenbahn 1 im wesentlichen luftundurchlässig ist, als Rückströmluft 13 nach oben sowie gegebenenfalls nach unten reflektiert. Die Rückströmluft 13, das ist im wesentlichen die Luft, die an der Waren­ bahn 1 Arbeit geleistet hat, kann von den Injektordüsen 7, durch einen Umluftkreis 30, z. B. über einen Wärmetauscher 15, in Strömungsrichtung 8 angesaugt werden.
Die Injektordüsen 7 nach Fig. 1 können mit Druckluft aus einem beliebi­ gen Reservoir bzw. aus einer Druckluftquelle versorgt werden. Zum Hei­ zen der Umluft kann ein irgendwie gearteter Wärmetauscher 15, aber auch ein direkter Lufterhitzer, z. B. Gasbrenner, eingesetzt werden. Es wird je­ doch bevorzugt, wenn die Injektordüsen 7 der jeweiligen Vorrichtung aus einer Gasturbine 25 (Fig. 2) sowohl mit Preßluft als auch mit Wärme ver­ sorgt werden.
Gemäß Fig. 1 wird insbesondere vorgesehen, alle Injektordüsen 7 über ei­ ne gemeinsame Preßluftleitung 26 zu versorgen. Diese Preßluftleitung 26 kann nach Fig. 2 bevorzugt ausgehen von der insgesamt mit 25 bezeich­ neten Gasturbine, deren Abwärme Q längs einer Wärmetransportleitung 27 und deren erzeugte Preßluft L längs der Preßluftleitung 26 zu den ein­ zelnen Injektordüsen 7 zu leiten ist. Die Gasturbine 25 besitzt einen Lufteinlaß 28 und eine Welle 29. Die Wellenleistung kann zusätzlich zur Preßlufterzeugung herangezogen werden.
Da jedes einzelne Ausblasloch 5 der Blaskästen selbst als Injektordüse 7 ausgebil­ det ist, brauchen solche Injektordüsen, da sie in großer Zahl vorgese­ hen sind, pro Stück nur eine relativ geringe Leistung.

Claims (2)

1. Vorrichtung zum Beblasen einer ausgebreiteten, fortlaufend transportierten textilen Warenbahn (1) mit Hilfe eines erhitzten, be­ schleunigt auf die Warenbahn aus einseitig oder beidseitig der Wa­ renbahnfläche angeordneten, auf die Warenbahn gerichteten Ausblas­ löchern (5) strömenden Behandlungsgases, insbesondere in einem Spannrahmen oder einer Hotflue der Textilindustrie, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Ausblasloch (5) als Injektordüse (7) ausgebildet ist und daß zum Erhitzen des Behandlungsgases die Abwärme und zum Betrieb der Injektordüsen (7) die Preßluft einer Gasturbine (25) vorgesehen sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zum Betrieb der Injektordüsen (7) gespannter Dampf vorgesehen ist.
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