DE4236251A1 - Vorrichtung zum Entfernen der Schutzhülle von Optischen Fasern - Google Patents
Vorrichtung zum Entfernen der Schutzhülle von Optischen FasernInfo
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Description
Optische Fasern haben in den letzten Jahren eine steigende Bedeutung als
Lichtwellenleiter erlangt, so können sie z. B. im Bereich der Informationstechnologie
zur Übermittlung von Daten durch Lichtsignale dienen.
Solche Lichtwellenleiter bestehen aus einem Kern und einem Mantel, die beide aus
unterschiedlichen transparenten Materialien bestehen, wobei das Kernmaterial
einen höheren Brechungsindex aufweist als das Mantelmaterial.
Um die eigentliche Faser vor äußeren Einwirkungen, wie Licht und Chemikalien,
oder auch mechanischen Beschädigungen zu bewahren, wird der Mantel im
allgemeinen mit einer Schutzhülle aus einem flexiblen, mechanisch und chemisch
widerstandsfähigen Polymermaterial, wie Polyethylen oder PVC, umgeben.
Die Kombination aus Optischer Faser und Schutzhülle wird im allgemeinen als Ader
bezeichnet.
Das Entfernen dieser Schutzhülle bereitet in der Praxis oft Schwierigkeiten,
insbesondere wenn ein längeres Aderstück abisoliert werden soll. Gerade das
klassische Abisolieren mit Abisolierzangen, wie es aus der Kupfertechnik bekannt
ist, führt immer wieder zu einer schweren Beschädigung des optischen Materials.
Alternativ ist es möglich, das Ablösen der Schutzhülle durch einen oder mehrere
Längsschnitte in die Schutzhülle mit einem radial stehenden Messer zu
unterstützen. Bei nur einem Schnitt muß dieser jedoch bis direkt an die
Faseroberfläche reichen, so daß leicht eine Beschädigung der Faser erfolgt.
Mehrere Schnitte mit geringerer Schnittiefe führen zu hohen Ausschußraten, da mit
jedem Schnitt eine Verschlechterung der Führungsgeometrie eintritt.
Werden dagegen mehrere Schnitte simultan ausgeführt, treten Längsspannungen
auf, die leicht jenseits des Fließpunkts der Faser liegen können.
Wünschenswert war daher eine einfache Methode, die ein schnelles und dabei
schonendes Entfernen der Schutzhülle einer Optischen Faser erlaubt.
Eine solche Methode wurde nun darin gefunden, mittels eines quer zu der aus
Optischer Faser und Schutzhülle bestehenden Ader angebrachten Messers ein
Segment der Schutzhülle durch einen Schnitt in Längsrichtung der Ader zu
entfernen und durch anschließendes Krümmen der Ader die Faser freizulegen.
Gegenstand der Erfindung ist daher eine Vorrichtung zum Entfernen der
Schutzhülle von Optischen Fasern, enthaltend eine Einrichtung zur Führung der aus
Optischer Faser und Schutzhülle bestehenden Ader sowie ein oder mehrere
tangential und/oder schräg zur Ader angebrachte Messer, wobei Messer und Ader
in so engen Kontakt gebracht werden, daß bei einer Bewegung der Ader in ihrer
Längsrichtung ein oder mehrere Segmente der Schutzhülle abgeschält werden.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung ermöglicht es in einfacher und reproduzierbarer
Weise, die Schutzhülle einer Optischen Faser über eine beliebige Länge zu
entfernen, ohne dadurch die optischen Eigenschaften der Faser zu beeinträchtigen.
Als Fasern kommen alle bekannten Optischen Fasern, vorzugsweise Polymer
Optische-, Glas- oder HCS (hard-clad-silica)-Fasern, infrage, die mit Schutzhüllen
ummantelt sind. Vorzugsweise sind die Schutzhüllen aus Kunststoff, insbesondere
aus Polyurethanen, allen Arten von Polyethylen, Polypropylen, Polyvinylchlorid,
Polyethern, wie Polyoxymethylen, Polyamiden und Polyacrylaten.
Die Einrichtung zur Führung der Ader kann beliebig gestaltet sein, vorzugsweise
handelt es sich um eine rechteckige oder U-förmige Vertiefung in einer Unterlage
nach Art eines Kanals, wobei die Abmessungen der Vertiefung vorzugsweise
geringfügig, besonders bevorzugt bis zu 50%, insbesondere bis zu 20%, größer
sind als der Durchmesser der verwendeten Ader.
Bei einer Vorrichtung mit einem Messer hat die Vertiefung eine Tiefe von
vorzugsweise 0,5 bis 10,0, insbesondere 1,0 bis 2,5 mm und eine Breite von
vorzugsweise 0,5 bis 12,0, insbesondere 1,0 bis 3,0 mm.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung enthält ein oder mehrere Messer, die tangential
und/oder schräg zur Längsrichtung der Ader angebracht sind. Bevorzugt sind
Ausführungen mit ein oder zwei Messern. Die/das Messer können so angebracht
werden, daß sie radial zur Ader verstellbar sind. Dies kann z. B. durch eine federnde
Anbringung erfolgen und/oder durch ein Schraubgewinde, das ein Verstellen des
Messers erlaubt. Das oder die besser können auch fest angebracht sein. Bei der
Ausführung mit einem Messer ist ein festes Anbringen, bei der mit zwei oder
mehreren Messern ein federndes bevorzugt.
Der Schliffwinkel des Messers beträgt vorzugsweise 10-30, besonders bevorzugt
15-20 und insbesondere 18°. Bevorzugt wird ein einseitig geschliffenes Messer
verwendet.
Zu Beginn des Schälvorganges wird die Ader durch axiales oder durch seitliches
Einschieben in die Führungseinrichtung eingelegt, so daß ein Aderstück hinter dem
Messer liegt, an dem anschließend die Ader gezogen werden kann. Durch
Herunterdrücken des Messers und/oder Anheben der Ader vor dem Messer
zwecks Krümmung der Ader zur Schneide hin - dringt bei kurzem Anziehen der
Ader die Klinge genügend tief in die Schutzhülle ein. Bei anschließendem
Weiterziehen mit losgelassener Ader bewegt sich die Ader von selbst in die richtige
Schneideposition. Durch die Schräge des Schliffes wird die Schutzhülle am
Vorderteil des Messers an dessen untere Fläche herangezogen, wodurch die Ader
in Bezug auf die Messerunterfläche präzise geführt wird.
Während des Schneidevorganges wird die Schutzhülle an das Messer
herangezogen. Gleichzeitig löst sich die Schutzhülle teilweise von der Faser. Da die
Schutzhülle im allgemeinen elastisch ist, verformt sie sich so, daß mehr
Schutzhüllenmaterial abgeschält wird als dem Segment über der Tangente der
Faser entspricht. Zurück bleibt eine die Faser nur ca. 4/5 umgebende Schutzhülle,
wobei ein Teil der Faser nach Entfernen des abgeschnittenen Segmentes freiliegt.
Durch Krümmen der nur noch teilweise schutzumhüllten Ader kann die Faser von
der verbliebenen Schutzhülle befreit werden.
Um einen sauberen Abschluß der Schälung zu bekommen, kann die Schutzhülle
vor dem Schälen am gewünschten Ort des Schälendes mittels eines
Rundschnittmessers eingeschnitten werden.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zum Entfernen der
Schutzhülle einer Optischen Faser, bei dem
- a) am Ort des gewünschten Abschlusses der Schälung ein Rundschnitt in die Schutzhülle gemacht wird,
- b) die Ader dann in die Führungseinrichtung einer oben beschriebenen Vorrichtung eingelegt wird,
- c) durch Bewegung der Ader in ihrer Längsrichtung ein oder mehrere Segmente der Schutzhülle bis zu dem Rundschnitt abgeschält werden und
- d) durch Krümmen der Ader der verbliebene Schutzhüllenrest von der Optischen Faser entfernt wird.
Ebenfalls Gegenstand der Erfindung ist eine Optische Faser mit einer Schutzhülle,
bei der mindestens ein Segment der Schutzhülle an mindestens einer Stelle mit
einer oben beschriebenen Vorrichtung entfernt wurde.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung dient zum Konfektionieren von Optischen
Fasern mit Schutzhülle. Die damit abisolierten Fasern finden beispielsweise
Anwendung im Bereich der Sensorik, z. B. für Füllstandssensoren und
Reflexionssensoren, als optische Komponenten, z. B. als Schmelzkoppler, sowie
zum Aufbau von lokalen Netzen (LAN).
Die Fig. 1 bis 4 zeigen bevorzugte Ausführungen der Erfindung.
Fig. 1 zeigt in Schrägansicht eine Vorrichtung zum Ablösen eines
Schutzhüllensegmentes mittels eines Messers.
Eine plattenförmige Unterlage 1 enthält eine Vertiefung 2 zur Führung der Ader 3.
Ein einseitig geschliffenes Messer 4 liegt fest auf der Platte quer über die
Vertiefung, wobei der Schliff oben ist. Durch Bewegen der Ader in Längsrichtung
wird ein Segment der Schutzhülle 5 abgeschält.
Die Fig. 2, 3 und 4 zeigen eine Vorrichtung zum gleichzeitigen Ablösen von
zwei Schutzhüllensegmenten mittels zweier Messer. Die zur Kennzeichnung
verwendeten Zahlen haben in allen drei Figuren dieselben Bedeutungen.
Die Vorrichtung ist mittels Schrauben 13 und Abstandshülsen 14 auf einer
Unterlage 6 befestigt. Die Vorrichtung besteht aus zwei gleichen Halbschalen 7
deren vertikaler Abstand zueinander über Abstandhalter, z. B. Folienstücke 11,
welche auf den Durchmesser der Ader 3 abgestimmte Stärke aufweisen, eingestellt
werden kann.
Die seitliche Führung der Ader 3 zwischen den Halbschalen 7 erfolgt durch die
einander zugewandten, in an den Durchmesser der Ader 3 angepaßten Abstand
parallel laufenden Längsränder 15 der Abstandhalter 11. Die vertikale Führung der
Ader 3 wird durch U-förmige Vertiefungen 10 in den Halbschalen 7 gegeben.
Dadurch wird zwischen den Halbschalen 7 ein Kanal gebildet, dessen Querschnitt
gleich oder größer als der Aderquerschnitt ist. In Quernuten 16 der Halbschalen 7
sind Messer 8 eingelegt, deren Schliff jeweils der Ader 3 abgewandt ist. Die
Messerenden sind mit Vorsprüngen 17 versehen, welche sich auf den
Abstandhalter 11 abstützen. Die Messer 8 können über jeweils zwei
Druckschrauben 9 justiert und gehalten bzw. aus einer Ruhelage (Fig. 3 oben
dargestellt), in welcher die Messer 8 außer Eingriff mit der Ader 3 stehen und somit
ein bequemes Einführen der Ader 3 in die Vorrichtung ermöglicht ist, in eine
Arbeitsposition verstellt werden (Fig. 3 unten dargestellt). Die maximale Zustellung
der Messer 8 ist durch die Abstandhalter begrenzt. Die derart eingebauten Messer
8 haben eine gewisse Blattfederwirkung und können gegebenenfalls etwas
gegenüber der Ader nachgeben bzw. den Gegendruck zu den Druckschrauben 9
erzeugen. Durch Bewegen der Ader 3 in Längsrichtung werden gleichzeitig zwei
Segmente der Schutzhülle 5 abgeschält und durch Öffnungen 12 in den
Halbschalen 7 abgeleitet.
Claims (5)
1. Vorrichtung zum Entfernen der Schutzhülle von Optischen Fasern,
enthaltend eine Einrichtung zur Führung der aus Optischer Faser und
Schutzhülle bestehenden Ader, sowie ein oder mehrere tangential und/oder
schräg zur Ader angebrachte Messer, wobei Messer und Ader in so engen
Kontakt gebracht werden, daß bei einer Bewegung der Ader in ihrer
Längsrichtung ein oder mehrere Segmente der Schutzhülle abgeschält
werden.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, enthaltend eine plattenförmige Unterlage (1)
mit einer Vertiefung (2) zur Führung der Ader (3) und ein einseitig
geschliffenes Messer (4), das fest auf der Platte quer über die Vertiefung
aufliegt, wobei die Schliffseite oben ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, enthaltend zwei Halbschalen (7), deren
vertikaler Abstand zueinander über Abstandhalter (11), welche auf den
Durchmesser der Ader (3) abgestimmte Stärken aufweisen, eingestellt ist,
wobei die seitliche Führung der Ader (3) zwischen den Halbschalen (7)
durch die einander zugewandten parallel laufenden Längsränder (15) der
Folienstücke (11) erfolgt, deren Abstand voneinander an den Durchmesser
der Ader angepaßt ist, in der die Halbschalen (7) Vertiefungen (10)
aufweisen, die eine vertikale Führung der Ader ermöglichen, weiterhin
Quernuten (16), welche Messer enthalten, die auf den Abstandhaltern (11)
abgestützt sind und durch Druckschrauben (9) justiert und gehalten werden,
wobei der Schliff der Messer (8) jeweils der Ader abgewandt ist, und in der
die Halbschalen (7) Öffnungen (12) aufweisen, die die Ableitung von
abgeschälten Segmenten der Schutzhülle (5) ermöglichen.
4. Verfahren zum Entfernen der Schutzhülle von Optischen Fasern, dadurch
gekennzeichnet, daß
- a) am Ort des gewünschten Abschlusses der Schälung ein Rundschnitt in die Schutzhülle gemacht wird,
- b) eine Ader in die Führungseinrichtung einer Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1-3 eingelegt wird,
- c) durch Bewegung der Ader in ihrer Längsrichtung ein oder mehrere Segmente der Schutzhülle bis zu dem Rundschnitt abgeschält werden und
- d) durch Krümmen der Ader der verbliebene Schutzhüllenrest von der Optischen Faser entfernt wird.
5. Optische Faser mit einer Schutzhülle, dadurch gekennzeichnet, daß
mindestens ein Segment der Schutzhülle an mindestens einer Stelle mit einer
Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1-3 entfernt
wurde.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE4236251A DE4236251A1 (de) | 1992-10-20 | 1992-10-20 | Vorrichtung zum Entfernen der Schutzhülle von Optischen Fasern |
Applications Claiming Priority (1)
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Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4236251A1 true DE4236251A1 (de) | 1994-04-21 |
Family
ID=6471468
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| DE4236251A Withdrawn DE4236251A1 (de) | 1992-10-20 | 1992-10-20 | Vorrichtung zum Entfernen der Schutzhülle von Optischen Fasern |
Country Status (1)
| Country | Link |
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8127 | New person/name/address of the applicant |
Owner name: SIEMENS AG, 80333 MUENCHEN, DE |
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| 8141 | Disposal/no request for examination |