DE4237191C1 - Verfahren und Vorrichtung zum Zerlegen, Recyceln und Entsorgen eines gekapselten Ölfilters - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zum Zerlegen, Recyceln und Entsorgen eines gekapselten Ölfilters

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Description

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und auf eine Vorrichtung zum Zerlegen, Recyceln und Entsorgen eines gekapselten Ölfilters, wobei das Ölfiltergehäuse in einen Gehäusetopf und ein Anschlußteil aufgetrennt und der Filtereinsatz entnommen wird und im wesentlichen metallische Bauteile einer Metall-Wiederverwertung zugeführt und Filter- und Dichtteile als Sondermüll entsorgt werden.
Eine Vorrichtung für ein Zerlegen des Ölfilters ist aus der DE-PS 39 36 004 bekannt. In dieser Vorrichtung wird das Ölfiltergehäuse durch am Umfang angeordnete Antriebs- und Schneidräder in axialer Richtung beabstandet zum Gehäuserand aufgeschnitten und das Gehäuse und der abgeteilte Filterbereich dem Metallschrott zugeführt.
Der Filtereinsatz aus Metallteilen und ölgetränktem Filterpapier wird zusammengepreßt und der Sondermüllentsorgung zugeführt, so daß in nachteiliger Weise nur wenig recycelbares Material erreicht wird und ein großer Sondermüllanteil entsteht.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein wirtschaftliches Verfahren zur Bearbeitung und Aufbereitung von gekapselten Ölfiltern zu schaffen, durch das sämtliche Metallteile einerseits recycelbar und andererseits wiederverwendbar und das Filterpapier ebenfalls recycelbar getrennt und behandelt werden, so daß nur ein dem Hausmüll zuzuführendes Entsorgungsminimum anfällt.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst; die sich daran anschließenden Ansprüche 2 bis 4 beinhalten vorteilhafte und förderliche Verfahrensschritte zur Weiterbildung der Aufgabenlösung.
Weiterhin ist es Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung zu schaffen, die bei einfachem und kostengünstigem Aufbau die Auftrennung des Ölfiltergehäuses, die Zerlegung desselben und die Behandlung der Ölfilter-Bauteile für den späteren Recycelvorgang in rationeller Weise durchführt.
Die Erfindung hat ein Verfahren und eine Vorrichtung geschaffen, mit dem und mit der in einfacher, kostengünstiger und rationeller Weise gekapselte Ölfilter aufgetrennt, in ihre Einzelteile zerlegt, ein Teil der Einzelteile wiederverwertet und ein Teil der Einzelteile zum Recyceln behandelt werden.
Der aufgeteilte Gehäusetopf und der gehäuserandseitige Schließring sowie der Metallstreifen des Filterpapieres gehen in den Schrott und das Filterpapier wird einer Reinigung unterzogen und geht in den Recyclingkreislauf, so daß die Abfallteile wiederverwertet werden können.
Die Tellerfeder und der Deckel werden ohne Behandlung wiederverwertet. Lediglich der Dichtring wird der Hausmüllentsorgung zugeführt, was einen optimalen Wiedernutzwert des Ölfilters bei minimierter Entsorgung (Dichtring und Restöl) ergibt und umweltfreundlich ist.
Diese Ölfilteraufbereitung ist äußerst wirtschaftlich und mit einer einfachen, jedoch effektiv arbeitenden Vorrichtung durchführbar.
Auf den Zeichnungen ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt, welches nachfolgend näher erläutert wird. Es zeigt:
Fig. 1a bis 1g eine perspektivische Darstellung der Einzelteile eines aufgetrennten und auseinandergenommenen Ölfilters,
Fig. 2 eine Seitenansicht eines Schneidkopfes zum Aufbrennen des Ölfilters,
Fig. 3 eine schematische Draufsicht auf den Ölfilter und Führungsräder sowie einem Schneidrad des Schneidkopfes,
Fig. 4 eine Seitenansicht eines Trennkopfes zum Herauslösen des Filterpapieres aus dem Einsatzgestell des Filtereinsatzes,
Fig. 5 eine schematische Draufsicht auf den Filtereinsatz mit Führungsrädern, Greif- und Trennorganen des Trennkopfes,
Fig. 6 eine schematische Seitenansicht einer Reinigungsstation für das Filterpapier des Filtereinsatzes.
Der Ölfilter gemäß Fig. 1a bis 1g besteht aus einem topfförmigen Gehäuse (1), einem darin angeordneten, sich auf einer Tellerfeder (2) abstützenden, aus einem metallischen Einsatzgestell (4), Filterpapier (5) und nicht dargestellten Dichtungen gebildeten Filtereinsatz (3), einem auf den Filtereinsatz (3) aufliegenden, die Topföffnung des Gehäuses (1) überdeckenden Deckel (6) mit Gewindeloch (7) und einem am Topfrand festgelegten, über Haltelaschen (8) mit dem Deckel (6) verbundenen Schließring (9) sowie einem auf dem Schließring (9) aufliegenden Dichtungsring (10).
Der Deckel (6) mit Schließring (9) und Dichtung (10) bilden die Anschluß- und Einbauseite des Ölfilters.
Das Gehäuse (1), die Tellerfeder (2), das Einsatzgestell (4), der Deckel (6) und der Schließring (9) bestehen aus Metall.
Der Schließring (9) wird auf dem Topfrand des Gehäuses (1) befestigt, z. B. durch Pressen, Bördeln, od. dgl., und seine Haltelaschen (8) greifen in und hinter Aussparungen (11) im Deckel (6).
Zum Zerlegen, Recyceln und Entsorgen des gekapselten Ölfilters wird dieser in die in Fig. 1a bis 1g dargestellten Einzelteile zerlegt, indem
  • a) das Gehäuse (1) unter Rotation nahe seinem deckelseitigen Schließring (9) umfangsmäßig aufgeschnitten und in den Gehäusetopf (1) und den Schließring (9) mit Deckel (6) aufgeteilt,
  • b) der Schließring (9) durch Haltelaschenverformung vom Deckel (6) gelöst,
  • c) der Filtereinsatz (3) aus dem Gehäusetopf (1) herausgenommen und sein Filterpapier (5) vom Einsatzgestell (4) abgetrennt und abgezogen wird.
Aus dem Filterpapier (5) wird anschließend durch Walzen das Öl herausgequetscht und das Filterpapier (5) durch Zugabe von Reinigungsmittel und erneutes Walzen vom Öl gereinigt.
Bei einem so aufgeteilten und behandelten Ölfilter bilden dann der Gehäusetopf (1), der Schließring (9) und das Einsatzgestell (4) recycelbaren Schrott und das Filterpapier (5) recycelbares Papier; die Tellerfeder (2) und der Deckel (6) ergeben wiederverwendbare Bauteile und der Dichtungsring (10) kann als Hausmüll entsorgt werden.
Für das Auftrennen und Recyceln des Ölfilters ist eine Vorrichtung vorgesehen, welche eine Gehäuse-Trennstation (11) gemäß Fig. 2 und 3, eine Filtereinsatz-Trennstation (12) gemäß Fig. 4 und 5 und eine Filterpapier- Reinigungsstation (13) gemäß Fig. 6 aufweist; hierbei können diese drei Stationen (11, 12, 13) in eine Vorrichtung integriert sein oder aber auch getrennte Vorrichtungen bilden.
Die Gehäuse-Trennstation (11) ist als Schneidkopf ausgebildet, der eine Gehäuseaufnahme (14) mit Führungsrädern (15) und einem Antriebs- und Schneidrad (16) und ggf. einem Zentrierbolzen (17) aufweist. Die Führungsräder (15) und das Antriebs- und Schneidrad (16) sind auf den Eckpunkten eines Dreieckes um den stehend von der plattenförmigen Aufnahme (14) gehaltenen Ölfilter angeordnet.
Das Antriebs- und Schneidrad (16) versetzt den Ölfilter in Rotation und schneidet das Gehäuse (1) nahe dem Schließring (9) in der Linie (18) - Fig. 2 und Fig. 1a, 1f - auf.
Die Filtereinsatz-Trennstation (12) weist eine Filtereinsatz-Aufnahme (19) mit Führungsrädern (20), einen Greifer (21) für die Filterpapier-Metalleiste (5a), zwei das Filterpapier (5) an dem Einsatzgestell (4) des Filtereinsatzes (3) durchschneidenden Trennorgane (22), wie Schneidräder, auf.
Die Führungsräder (20) sind auf dem Umfang des stehend angeordneten Filtereinsatzes (3) angeordnet, auf der plattenförmigen Aufnahme (19) drehbar und mindestens eines davon antreibbar gelagert, tragen das Einsatzgestell (4) und versetzen es in eine Rotation.
Die Filterpapier-Reinigungsstation (13) besitzt eine Filterpapier-Auflage (23) mit zugeordnetem Transportorgan (24) und ein das Filterpapier (5) mit Metalleiste (5a) einbringendes Greiforgan (25).
In Durchlaufrichtung (A) des Filterpapieres (5) sind dem Transport- und Greiforgan (24, 25) hintereinander ein Schneidorgan (26) zum Abtrennen der Metalleiste (5a) vom Filterpapier (5),
mindestens ein Quetschwalzenpaar (27) zum Herausdrücken des Öles aus dem Filterpapier (5),
mindestens eine Sprüheinrichtung (28) zum Aufbringen von Reinigungsmittel auf das Filterpapier (5)
und mindestens ein weiteres, vorzugsweise zwei Quetschwalzenpaare (29) zum Herausdrücken des Restöles und des Reinigungsmittels aus dem Filterpapier (5) zugeordnet und nachgeschaltet.
Unter der Durchlaufebene des Filterpapiers (5) sind im Bereich der Quetschwalzen (27, 29) und der Sprüheinrichtung (28) Auffangwannen (30) für das Restöl und das Reinigungsmittel angeordnet.
In der Trennstation (11) wird der Ölfilter durch Schneiden, Fräsen, od. dgl., aufgetrennt und kann dann in seine Einzelteile auseinandergenommen werden; in einer Spalt- oder Trenneinrichtung (nicht dargestellt) wird der Schließring (9) durch Verformung seiner Haltelaschen (8) vom Deckel (6) gelöst.
In der Trennstation (12) für den Filtereinsatz (3) wird das fächer- und zick-zack-förmig im und um das Einsatzgestell (4) angeordnete Filterpapier (5) an seiner Metalleiste (5a) durch Greifer (21) erfaßt, die Metalleiste (5a) aus ihrer Befestigung im hantelförmigen Einsatzgestell (4) gelöst, das Filterpapier (5) an den Hantelscheiben (4a) des Einsatzgestelles (4) unter Rotation des Filtereinsatzes (3) abgeschnitten und das Filterpapier (5) vom Greifer (21) vom Einsatzgestell (4) abgezogen durch diesen Greifer (21) einer Reinigungszone zugeführt.
In der Reinigungsstation (13) wird im Durchlauf die Metalleiste (5a) vom Filterpapier (5) durch den Greifer (25) und das Schneidorgan (26) abgetrennt, durch die Quetschwalzen (27) das Öl aus dem Filterpapier (5) herausgedrückt, anschließend das Filterpapier (5) mit Reinigungsmittel besprüht und durch die weitere Quetschwalze (29) vom Öl und Reinigungsmittel gereinigt. Das gereinigte Filterpapier (5) kann dann dem Recyclingkreislauf zugeführt werden.
Der Gehäusetopf (1), das Einsatzgestell (4) und der Schließring (9) sowie die Metalleiste (5a) werden ebenfalls dem Recyclingkreislauf zugeführt.
Das in den Hantelscheiben (4a) durch das Abschneiden verbleibende Rest-Filterpapier (5b) und auch die im Einsatzgestell (4) verbleibenden kleinen Dichtungen haben keinen Einfluß auf das Metallrecyceln.
Der Dichtungsring (10) kann auch aus Kunststoff bestehen, so daß er ebenfalls recycelbar ist.

Claims (6)

1. Verfahren zum Zerlegen, Recyceln und Entsorgen eines gekapselten Ölfilters, der aus einem topfförmigen Gehäuse, einem darin angeordneten, sich auf einer Tellerfeder abstützenden, aus einem metallischen Einsatzgestell, Filterpapier und Dichtungen gebildeten Filtereinsatz, einem auf den Filtereinsatz aufliegenden, die Topföffnung des Gehäuses überdeckenden Deckel mit Gewindeloch und einem am Topfrand festgelegten, über Haltelaschen mit dem Deckel verbundenen Schließring sowie einem auf dem Schließring aufliegenden Dichtungsring besteht, dadurch gekennzeichnet, daß
  • a) das Gehäuse (1) unter Rotation nahe seinem deckelseitigen Schließring (9) umfangsmäßig aufgeschnitten und in den Gehäusetopf (1) und den Schließring (9) mit Deckel (6) aufgeteilt,
  • b) der Schließring (9) durch Haltelaschenverformung vom Deckel (6) gelöst,
  • c) der Filtereinsatz (3) aus dem Gehäusetopf (1) herausgenommen und sein Filterpapier (5) vom Einsatzgestell (4) abgetrennt und abgezogen und
  • d) aus dem Filterpapier (5) durch Walzen das Öl herausgequetscht und das Filterpapier (5) durch Zugabe von Reinigungsmittel und erneutes Walzen vom Öl gereinigt
wird, so daß der Gehäusetopf (1), der Schließring (9) und das Einsatzgestell (4) recycelbaren Schrott und das Filterpapier (5) recycelbares Papier bilden, die Tellerfeder (2) und der Deckel (6) wiederverwendbare Bauteile ergeben und der Dichtungsring (10) als Hausmüll entsorgt oder recycelt werden kann.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das fächer- und zick-zack-förmig im und um das Einsatzgestell (4) angeordnete Filterpapier (5) des Filtereinsatzes (3) an einer Metalleiste (5a) durch einen Greifer (21) erfaßt, die Metalleiste (5a) aus ihrer Befestigung im hantelförmigen Einsatzgestell (4) gelöst, das Filterpapier (5) an den Hantelscheiben (4a) des Einsatzgestelles (4) unter Rotation des Filtereinsatzes (3) abgeschnitten und das Filterpapier (5) vom Greifer (21) vom Einsatzgestell (4) abgezogen und einer Reinigungszone (13) zugeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß in der Reinigungszone (13) im Durchlauf die Metalleiste (5a) vom Filterpapier (5) abgetrennt, aus dem Filterpapier (5) durch mindestens eine Quetschwalze (27) das Öl herausgedrückt, anschließend das Filterpapier (5) mit Reinigungsmittel besprüht und durch mindestens eine weitere Quetschwalze (29) vom Öl und Reinigungsmittel gereinigt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse (1) durch Schneiden oder Fräsen getrennt und der Verschließring (9) durch Abziehen und dabei erfolgendes Aufformen seiner Haltelaschen (8) vom Deckel (6) gelöst wird.
5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 4, gekennzeichnet durch
  • a) eine Gehäuse-Trennstation (11) mit einer Gehäuseaufnahme (14) mit Führungsrädern (15) und einem Antriebs- und Schneidrad (16),
  • b) eine Filtereinsatz-Trennstation (12) mit Filtereinsatz- Aufnahme (19) mit Führungs- und Antriebsrädern (20), einem Greifer (21) für die Filterpapier-Metalleiste (5a), zwei das Filterpapier (5) an dem Einsatzgestell (4) des Filtereinsatzes (3) durchschneidenden Trennorganen (22) und
  • c) eine Filterpapier-Reinigungsstation (13) mit einer Filterpapier-Auflage (23) mit zugeordnetem Transportorgan (24) und Greiforgan (25), denen in Filterpapier-Durchlaufrichtung (A) hintereinander
  • - ein Schneidorgan (26) zum Abtrennen der Metalleiste (5a) vom Filterpapier (5),
  • - mindestens ein Quetschwalzenpaar (27) zum Herausdrücken des Öles aus dem Filterpapier (5),
  • - mindestens eine Sprüheinrichtung (28) zum Aufbringen von Reinigungsmittel auf das Filterpapier (5) und
  • - mindestens ein Quetschwalzenpaar (29) zum Herausdrücken des Restöles und des Reinigungsmittels aus dem Filterpapier (5) nachgeschaltet, und den Quetschwalzen (27, 29) und der Sprüheinrichtung (28) Auffangwannen (30) für das Restöl und das Reinigungsmittel zugeordnet sind.
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