DE4241402A1 - Thermoplastische Polyesterimide aus Trimellitsäure, Propandiphenol und einem aromatischen Diamin mit verbesserten mechanischen Eigenschaften, deren Herstellung und Verwendung - Google Patents

Thermoplastische Polyesterimide aus Trimellitsäure, Propandiphenol und einem aromatischen Diamin mit verbesserten mechanischen Eigenschaften, deren Herstellung und Verwendung

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    • C08—ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08G—MACROMOLECULAR COMPOUNDS OBTAINED OTHERWISE THAN BY REACTIONS ONLY INVOLVING UNSATURATED CARBON-TO-CARBON BONDS
    • C08G73/00—Macromolecular compounds obtained by reactions forming a linkage containing nitrogen with or without oxygen or carbon in the main chain of the macromolecule, not provided for in groups C08G12/00 - C08G71/00
    • C08G73/06—Polycondensates having nitrogen-containing heterocyclic rings in the main chain of the macromolecule
    • C08G73/10—Polyimides; Polyester-imides; Polyamide-imides; Polyamide acids or similar polyimide precursors
    • C08G73/16—Polyester-imides

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Description

Die Erfindung betrifft thermoplastische Polyesterimide aus Tri­ mellitsäure, Propandiphenol und einem aromatischen Diamin mit verbesserten, mechanischen Eigenschaften, deren Herstellung und Verwendung.
Die bis heute technisch wichtigsten thermostabilen Polymere sind vollaromatische Polyimide, die aber in der Regel weder schmelzbar noch löslich und daher nur aufwendig und teuer zu verarbeiten sind.
Die etwas weniger thermostabilen aromatischen Polyamide sind ebenfalls unschmelzbar und in den meisten organischen Lösungsmitteln unlöslich oder nur wenig löslich, so daß ihre Verarbeitung aus Lösung zu Fasern oder Folien mit großen Schwierigkeiten verbunden ist.
Die schwierige Verarbeitbarkeit verteuert diese thermostabilen Polymere erheblich und schließt sie aus einer Reihe von Anwen­ dungsgebieten aus.
Durch den Einbau von flexiblen Kettenelementen (-CH2-,-O-,-S-,-CO-) oder sterisch anspruchsvollen Gruppen wurde zwar die Verar­ beitbarkeit der Polymere verbessert, jedoch mußte man eine meist beträchtliche Einbuße an Thermostabilität hinnehmen.
Hierher gehören auch Polyamidimide und Polyesterimide, in denen aromatische Amid- und Imid- bzw. Ester- und Imidgruppen stati­ stisch angeordnet sind, die meist löslich sind oder thermoplasti­ sche Eigenschaften besitzen, aber ebenfalls eine geringe Thermo­ stabilität aufweisen (US-PS-3,895,064). Die eigentliche Problemlösung auf dem Gebiet der thermoplastischen Polymere liegt also noch immer auf der Entwicklung von neuen Produkten mit hoher Thermostabilität, guter Verarbeitbarkeit und guten mechanischen Eigenschaften.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es, neue thermoplastische Polyesterimide zu entwickeln, die bei hoher Thermostabilität in der cyclisierten Form löslich und/oder schmelzbar und somit nach herkömmlichen Methoden einfach verarbeitbar sind und die verbes­ serte mechanische Eigenschaften besitzen.
Es wurde nun gefunden, daß diese Aufgabe mit Hilfe von Poly­ esterimiden, die aus Trimellitsäure, Propandiphenol und einem aromatischen Diamin aufgebaut sind, gelöst werden kann.
Gegenstand der Erfindung sind daher thermoplastische Polyesteri­ mide mit verbesserten mechanischen Eigenschaften, die dadurch ge­ kennzeichnet sind, daß sie aus sich wiederholenden Einheiten der Formel I
bestehen, worin R einen m-Phenylen-, 2,4-Tolylen-, 2,6-Tolylen-, 2,5-Bis(4-phenylenthio)-thiadiazol-, 2,2-Bis(4-phenylenphenoxy)­ sulfon- oder 1,4-Bis(phenylenthio)-diphenylsulfonrest bedeutet.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Her­ stellung von Polyesterimiden der Formel I,
in der R wie oben definiert ist, das dadurch gekennzeichnet ist, daß Trimellitsäure bzw. Trimellitsäureanhydrid, -anhydridchlorid, -anhydridester oder Trimellitsäureester in einem unter den Reaktionsbedingungen inerten Verdünnungsmittel mit m- Phenylendiamin, 2,4- oder 2, 6-Tolylendiamin, 2,5-Bis(4-aminophe­ nylthio)-thiadiazol, 2,2-Bis(4-(4-aminophenoxy)phenyl)-sulfon oder mit 1,4-Bis-(4-aminophenylthio)diphenylsulfon unter Wasserabspaltung zu einer Diimiddicarbonsäure der Formel II
in der R wie oben definiert ist, umgesetzt wird und anschließend die Diimiddicarbonsäure durch Reaktion mit Propandiphenol, gege­ benenfalls in Gegenwart eines Katalysators, unter Wasserabspaltung in ein thermoplastisches Polyesterimid überge­ führt wird.
Im ersten Reaktionsschritt werden die aromatischen Diamine mit Trimellitsäure, Trimellitsäureanhydrid, Trimellitsäureanhydrid­ chlorid, Trimellitsäureester oder Trimellitsäureanhydridmethyl-, -ethyl-, oder -isopropylester umgesetzt. Bevorzugt wird Tri­ mellitsäureanhydrid eingesetzt.
Das Diamin und die Trimellitsäure oder die oben angeführten Trimellitsäurederivate werden dabei vorzugsweise in einem Molver­ hältnis von etwa 1 : 2 eingesetzt, ein geringer Überschuß einer der Reaktionspartner kann jedoch auch verwendet werden.
Die Umsetzung erfolgt vorzugsweise in einem unter den Reakti­ onsbedingungen inerten Verdünnungsmittel, wie z. B. N- Methylpyrrolidon (NMP), Dimethylformamid (DMF), Dimethylacetamid (DMA), Dimethylsulfoxid (DMSO), Tetramethylharnstoff oder Hexamethylenphosphorsäuretriamid (HMP). Bevorzugt wird NMP oder DMF als Verdünnungsmittel eingesetzt.
Die Reaktionstemperatur kann je nach verwendeten Ausgangsstoffen und gewünschten Endprodukten innerhalb eines weiten Bereiches schwanken. Bei Verwendung der reaktiven Trimellitsäureanhydride bzw. -anhydridchloride liegen die Temperaturen etwa zwischen -30 und +30°C, bei Einsatz der weniger reaktiven Säure bzw. Ester werden Temperaturen bis etwa 150°C angewandt.
Die bei dieser Umsetzung intermediär entstehenden Amidsäuren wer­ den durch etwa 0,5 bis 3stündiges, vorzugsweise 1- bis 2stündiges Erhitzen auf Rückflußtemperatur cyclisiert und das bei der Reaktion entstehende Wasser abdestilliert. Die so gebildeten Diimiddicarbonsäuren können dann durch übliche Methoden, wie z. B. Ausfällen oder Kristallisation isoliert werden, gegebenenfalls können sie anschließend durch übliche Methoden, wie z. B. Umkri­ stallisieren oder Umfällen gereinigt werden.
Werden die Diimiddicarbonsäuren isoliert, so werden sie dann im zweiten Reaktionsschritt mit einer äquivalenten Menge Propandiphenol in Gegenwart eines Katalysators, wie z. B. eines Titanats wie Tetraisopropyltitanat oder Tetrabutyltitanat auf­ geschmolzen. Bevorzugt wird Tetraisopropyltitanat als Katalysator eingesetzt. Die Katalysatormenge beträgt etwa 0,1 bis 2 Gew.%, vorzugsweise 0,5 bis 1,0 Gew.%.
Die Reaktionstemperatur liegt dabei etwa zwischen 110 und 190°C, vorzugsweise zwischen 140 und 170°C. Das freigesetzte Wasser wird wiederum abdestilliert, das so gewonnene Polyesterimid kann gegebenenfalls durch übliche Methoden, wie etwa Umkristalli­ sieren, Chromatographie oder Umfällen gereinigt werden.
Die im ersten Reaktionsschritt gebildete Diimiddicarbonsäure kann jedoch auch ohne Isolation weiterverarbeitet werden. In diesem Fall wird die äquivalente Menge an Propandiphenol direkt zu der im ersten Reaktionsschritt erhaltenen Reaktionslösung nach dem Abdestillieren des Reaktionswassers bei Rückflußtemperatur zugegeben. Das Reaktionsgemisch wird weitere 0,5 bis 3 Stunden, vorzugsweise 1 bis 2 Stunden auf Rückflußtemperatur gehalten und erneut das bei der Reaktion entstehende Wasser abgezogen.
Anschließend wird das so hergestellte Polyesterimid durch übliche Methoden, wie etwa Ausfällen oder Auskristallisieren, isoliert.
Die so hergestellten thermoplastischen Polyesterimide zeichnen sich durch gegenüber dem Stand der Technik verbesserten mechani­ schen Eigenschaften wie z. B. verbesserte Zugfestigkeit, E-Modul oder Dehnbarkeit aus.
Weiters weisen sie ein zur Verarbeitung vorteilhafteres Tempe­ raturintervall zwischen Glas- und Zersetzungstemperatur und hohe Thermostabilitäten auf.
Aufgrund dieser vorteilhaften Eigenschaften eignen sich die er­ findungsgemäßen Polyesterimide zur Herstellung technischer Kunst­ stoffteile z. B. für die Elektro- oder elektronischen Industrie oder für die Autoindustrie, beispielsweise zur Herstellung von Isolierfolien für Draht- und Motorenwicklungen, von Leiterplatten oder von Spulkernen für Elektromotoren.
Beispiel 1 Herstellung eines Polyesterimides I mit m-Phenylendiamin
  • a) In einem 500-ml-Kolben wurden in 200 ml DMF 38,4 g (0,2 mol) Trimellitsäureanhydrid gelöst und anschließend 10,8 g (0,1 mol) m-Phenylendiamin bei einer Temperatur von 25°C zugetropft. Die Reaktionslösung wurde für 1 Stunde auf 120°C erwärmt und anschließend auf Rückflußtemperatur erhitzt bis 3,6 g (0,2 mol) Wasser abdestilliert wurden. Das Reaktionsgemisch wurde in 1 l Wasser gegossen und der gebildete Niederschlag abfiltriert.
    Ausbeute: 40 g (88% der Theorie) Diimiddicarbonsäure,
  • b) 45,6 g (0,1 mol) Diimiddicarbonsäure wurden mit 22,8 g (0,1 mol) Propandiphenol in Gegenwart von 0,34 g (0,5 Gew.% Te­ traisopropyltitanat aufgeschmolzen und 3,6 g (0,2 mol) freigesetztes Wasser bei 150°C abdestilliert.
    Ausbeute: 95%.
Beispiel 2 Herstellung eines Polyesterimides I mit m-Phenylendiamin
Die Herstellung erfolgte analog Beispiel 1.
  • a) 42,24 g (0,22 mol) Trimellitsäureanhydrid
    10,8 g (0,1 mol) m-Phenyldiamin
    Ausbeute: 43 g (95% der Theorie) Diimiddicarbonsäure,
  • b) 45,6 g (0,1 mol) Diimiddicarbonsäure
    22,8 g (0,1 mol) Propandiphenol
    0,64 g (1,0 Gew.%) Tetraisopropyltitanat
    3,6 g (0,2 mol) Wasser werden bei 160°C abdestilliert
    Ausbeute: 90%.
Beispiel 3 Herstellung eines Polyesterimides II mit 2,4-Tolylendiamin
In einem 500-ml-Kolben wurden 12,2 g (0,1 mol) 2,4-Tolylendiamin und 42 g (0,2 mol) Trimellitsäureanhydrid in 100 ml DMF eine Stunde auf Rückflußtemperatur erhitzt und das dabei freiwerdende Wasser abdestilliert.
Anschließend wurden der Reaktionslösung 22,8 g (0,1 mol) Pro­ pandiphenol zugegebenen, eine weitere Stunde auf Rückflußtempe­ ratur gehalten und wiederum das entstehende Wasser abdestilliert. Das Reaktionsgemisch wurde dann in 1 l Wasser gegossen und das Polyesterimid abfiltriert.
Analog einem der Beispiele 1 bis 3 wurden ein Polyesterimid III mit 2,6-Tolylendiamin, ein Polyesterimid IV mit 1,4-Bis(4-amino­ phenylthio)diphenylsulfon, ein Polyesterimid V mit 2,5-Bis(4-ami­ nophenylthio)-thiadiazol und ein Polyesterimid VI mit 2,2-Bis(4- (4-aminophenoxy)phenyl)sulfon hergestellt.
In Tabelle 1 sind die mechanischen Eigenschaften wie Folienbe­ schaffenheit, E-Modul, Zugfestigkeit (ZF) und Dehnung (D), die inhärente Viskosität (i.V.), der Glaspunkt (Tg) und die Thermo­ stabilität (Tz) der Polyesterimide I bis VI im Vergleich zu einem Polyesterimid mit p-Phenylendiamin (Loncrini, J. Polymer Sci. Part A-1, Vol. 4, S. 1531 bis 1541, (1966)) dargestellt.
Tabelle 1

Claims (5)

1. Thermoplastische Polyesterimide mit verbesserten mechanischen Eigenschaften, dadurch gekennzeichnet, daß sie aus sich wiederholenden Einheiten der Formel I bestehen, worin R einen m-Phenylen-, 2,4-Tolylen-, 2,6- Tolylen-, 2,5-Bis(4-phenylenthio)-thiadiazol-, 2,2-Bis(4- phenylen-phenoxy)sulfon-, oder einen 1,4-Bis(phenylenthio)di­ phenylsulfonrest bedeutet.
2. Thermoplastische Polyesterimide nach Anspruch 1, dadurch ge­ kennzeichnet, daß R einen m-Phenylen-, 2,4-Tolylen- oder 2,6- Tolylenrest bedeutet.
3. Thermoplastische Polyesterimide nach Anspruch 1, dadurch ge­ kennzeichnet, daß R einen 2,5-Bis(4-phenylenthio)-thiadiazol-, 2,2-Bis(4-phenylenphenoxy)sulfon- oder 1,4-Bis(4-phenylen­ thio)diphenylsulfonrest bedeutet.
4. Verfahren zur Herstellung von thermoplastischen Polyesteri­ miden der Formel I in der R wie in Anspruch 1 definiert ist, dadurch gekennzeichnet, daß Trimellitsäure bzw. Trimellitsäureanhy­ drid, -anhydridchlorid, anhydridester oder Trimellitsäu­ reester in einem unter den Reaktionsbedingungen inerten Verdünnungsmittel mit m-Phenylendiamin, 2,4- oder 2,6- Tolylendiamin, 2,5-Bis(4-aminophenylthio)-thiadiazol, 2,2- Bis(4-(4-aminophenoxy)phenyl)-sulfon oder 1,4-Bis(4-amino­ phenylthio)diphenylsulfon unter Wasserabspaltung zu einer Diimiddicarbonsäure der Formel II in der R wie in Anspruch 1 definiert ist umgesetzt wird, und anschließend die Diimiddicarbonsäure durch Reaktion mit Propandiphenol, gegebenenfalls in Gegenwart eines Katalysa­ tors, unter Wasserabspaltung in ein thermoplastisches Polyesterimid überführt wird.
5. Verwendung von thermoplastischen Polyesterimiden nach Anspruch 1 zur Herstellung von technischen Kunststoffteilen.
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Title
Chemical Abstracts, Vol.83,1975,Nr.12, Ref.97982w *
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