Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Formen einer mit einer Nabe verse
henen Riemenscheibe aus einem scheibenförmigen Metallrohling mit den im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen Merkmalen. Insbe
sondere betrifft die Erfindung ein kostengünstiges Verfahren zum Formen einer mit einer überste
henden Nabe versehenen Riemenscheibe, wie z. B. einer Mehrfach-Keilriemen
scheibe, aus einer Metallscheibe mit einer möglichst geringen Zahl von Ferti
gungsschritten, wobei die Nabe, welche sich über einer Seitenfläche des Roh
lings erhebt, in der Mitte des scheibenförmigen Metallrohlings aus diesem in
einem Stück geformt wird, und die Nabe dabei so ausgeführt wird, daß sie auf
einem sich drehenden Körper, wie z. B., einer Welle, montiert werden kann.
Verfahren zum Formen einer Riemenscheibe aus einem scheibenförmigen Me
tallrohling sind an sich bekannt.
Zum Beispiel offenbart die DE 35 19 719 A1 ein Verfahren, bei dem ein
äußerer Umfangsbereich eines Rohlings verdickt wird, um die Formung eines
äußeren Umfangswandbereichs durch Pressen in Querrichtung dieses flachen
Bereichs dieses Rohlings nach diesem Biegeschritt zu ermöglichen und bei dem
anschließend V-Nuten in diesem äußeren, durch Verdickung geformten
Umfangswandbereich angebracht werden. Dieses bekannte Verfähren setzt je
doch zum Formen von fertigen, auf eine drehbare Welle aufsetzbaren Riemen
scheiben die Verwendung von bereits mit einer Nabe versehenen, in einem
separaten Arbeitsgang hergestellten Halbteilen voraus.
Um in der Mitte eines scheibenförmigen Metallrohlings eine überstehende,
sich über einer Seitenfläche des Rohlings erhebende Nabe zu formen, stehen
als Verfahren herkömmlicherweise das Kaltschmieden, das Tiefziehen, das
Abkanten und ähnliche Verfahren zur Verfügung.
Von diesen herkömmlichen Verfahren wird das Kaltschmieden dazu
verwendet, eine überstehende Nabe aus einem plastisch fließenden Material zu
formen. Soll aus einem dicken scheibenförmigen Metallrohling eine Riemen
scheibe hergestellt werden, die eine Nabe mit kleinem Innendurchmesser und
relativ weit überstehender Höhe hat, so ist es schwierig, solch eine Nabe mit
vorab festgelegter überstehender Höhe zu formen, selbst wenn eine große
Presse der Masse 2000 bis 2500 Tonnen verwendet wird.
Beim Tiefziehen fließt Material aufgrund des Ziehens, so daß das resultierende
Produkt, und insbesondere die Nabe übermäßig stark in ihrer Dicke reduziert
wird, weshalb sie vorab festgelegte Festigkeiten nicht erreicht.
Desweiteren sind Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 bekannt,
bei denen eine mit einer Nabe versehene Riemenscheibe aus einem scheiben
förmigen Metallrohling in einem Arbeitsgang hergestellt wird.
Die JP-PS 59-47034 offenbart ein solches Verfahren, bei dem aus einem schei
benförmigen Metallrohling ein becherförmiges Zwischenprodukt tiefgezogen
wird, in dessen Umfangswand V-Nuten ausgeformt werden. Des weiteren
werden in der JP-PS 59-47034 Verfahrensschritte offenbart, bei denen in den
planen Boden des becherfömigen Zwischenprodukts ein Loch im Zentrum des
Rohlings angebracht, und durch Abkanten der Randbereiche dieses Lochs eine
Nabe erhalten wird, die eine verhältnismäßig kleine Höhe hat. Dabei kann
keine Nabe hergestellt werden, deren Innendurchmesser klein, und deren
Höhe groß ist, ohne daß es zu Materialflüssen und damit zu lokalen Dicke
schwankungen kommt. Somit ist der Bereich, innerhalb dessen eine ausrei
chend dicke Nabe geformt werden kann, automatisch durch die Beziehung
zwischen ihrem Innendurchmesser und ihrer Höhe begrenzt.
Daher liegt der Erfindung folgende Aufgabe zugrunde:
ein Verfahren zum Formen einer Nabe in einem scheibenförmigen
Metallrohling zu schaffen, welches in der Lage ist, die Nabe mit hoher Genau
igkeit und mit einem gewünschten Innendurchmesser, mit einer gewünschten
Dicke sowie einer gewünschten Höhe mittels einer kleinen Presse herzustellen,
ohne daß die Dicke des Ausgangsmaterials während des Herstellungsschritts
wesentlich reduziert wird,
und
aus dieser Metallscheibe eine Riemenscheibe zu formen.
Die Lösung dieser Aufgabe wird durch die Maßnahmen des Anspruchs 1 bereit
gestellt.
Vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen
Verfahrens sind in den Ansprüchen 2 und 3
angegeben.
Die Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich auch aus der nachfol
genden Beschreibung von Ausführungsbeispielen in Verbindung mit den
Ansprüchen und den Zeichnungen.
Es zeigen:
Fig. 1A und Fig. 1B
Schnitte durch die Hauptbestandteile der beim ersten Wölb-
(Tiefzieh)-Schritt zur Formung einer Nabe auf einem scheiben
förmigen Metallrohling in einem erfindungsgemäßen Verfahren
verwendeten Vorrichtungen;
Fig. 2A und Fig. 2B
Schnitte durch die Hauptbestandteile der bei einem zweiten
Wölb-(Tiefzieh)-Schritt in dem oben erwähnten Verfahren
verwendeten Vorrichtungen;
Fig. 3 einen Schnitt durch die Hauptbestandteile der bei einem Schritt
zum Anbringen eines Lochs in dem oben erwähnten Verfahren
verwendeten Vorrichtungen;
Fig. 4A und Fig. 4B
Schnitte durch die Hauptbestandteile der bei einem ersten
Biege-(Formpreß)-Schritt in dem oben erwähnten Verfahren
verwendeten Vorrichtungen;
Fig. 5A und Fig. 5B
Schnitte durch die Hauptbestandteile der bei einem zweiten
Biege-(Formpreß)-Schritt in dem oben erwähnten Verfahren
verwendeten Vorrichtungen;
Fig. 6A und Fig. 6B
Schnitte durch die Hauptbestandteile der bei einem dritten
Biege-(Formpreß)-Schritt in dem oben erwähnten Verfahren
verwendeten Vorrichtungen;
Fig. 7A und Fig. 7B
Schnitte durch die Hauptbestandteile der bei einem vierten
Biege-(Formpreß)-Schritt in dem oben erwähnten Verfahren
verwendeten Vorrichtungen;
Fig. 8 einen Schnitt durch einen aus einer Metallscheibe hergestellten
Rohling, nachdem eine Nabe darauf geformt worden ist;
Fig. 9A und Fig. 9B
Schnitte durch die Hauptbestandteile der bei einem Wölb-(Tief
zieh)-Schritt in einem ersten erfindungsgemäßen Verfahren zum
Formen einer Riemenscheibe aus einer Metallscheibe verwen
deten Vorrichtungen;
Fig. 10 einen Schnitt durch die Hauptbestandteile der bei einem Schritt
zum Anbringen eines Lochs in dem oben erwähnten ersten
Verfahren verwendeten Vorrichtungen;
Fig. 11A und Fig. 11B
Schnitte durch die Hauptbestandteile der bei einem Abkant
schritt in dem oben erwähnten Verfahren verwendeten Vorrich
tungen;
Fig. 12A und Fig. 12B
Schnitte durch die Hauptbestandteile der bei einem Biege-
(Formpreß)-Schritt in dem oben erwähnten Verfahren verwen
deten Vorrichtungen;
Fig. 13A und Fig. 13B
Schnitte durch die Hauptbestandteile der bei einem Schritt zum
Fertigstellen einer Nabe in dem oben erwähnten Verfahren
verwendeten Vorrichtungen;
Fig. 14 einen Schnitt durch einen scheibenförmigen Metallrohling, nach
dem eine Nabe darauf geformt worden ist;
Fig. 15 einen Teilschnitt durch die Hauptbestandteile der bei einem
Verdickungsschritt in dem oben erwähnten Verfahren verwen
deten Vorrichtungen;
Fig. 16 einen Teilschnitt durch die Hauptbestandteile der bei einem er
sten Drehformgebungsschritt in dem oben erwähnten Verfahren
verwendeten Vorrichtungen;
Fig. 17 einen Teilschnitt durch die Hauptbestandteile der bei einem
zweiten Drehformgebungsschritt in dem oben erwähnten
Verfahren verwendeten Vorrichtungen;
Fig. 18 einen Teilschnitt durch die Hauptbestandteile der bei einem
dritten Drehformgebungsschritt zur Ausbildung einer Mehrfach-
V-Nut in dem oben erwähnten Verfahren verwendeten
Vorrichtungen;
Fig. 19 einen Teilschnitt durch die Hauptbestandteile der bei einem
Schritt zum Pressen des Flachbereichs im erfindungsgemäßen
Verfahren zum Formen einer Riemenscheibe aus einer Metall
scheibe verwendeten Vorrichtungen;
Fig. 20 einen Teilschnitt durch die Hauptbestandteile der bei einem
Formgebungsschritt für die Umfangswände in dem oben erwähn
ten Verfahren verwendeten Vorrichtungen; und
Fig. 21 einen Teilschnitt durch die Hauptbestandteile der bei einem
Schritt zur Formung der Mehrfach-V-Nut in dem oben erwähn
ten Verfahren verwendeten Vorrichtungen.
Mit Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen werden in der nun folgenden
Beschreibung zunächst Verfahrensschritte zum Formen einer Nabe auf einem
scheibenförmigen Metallrohling erläutert werden. Hierbei wird das Verfahren
zum Formen einer aus einer Metallscheibe hergestellten und einstückig mit ei
ner Nabe verbundenen Riemenscheibe erläutert, wobei diese Riemenscheibe
aus einem scheibenförmigen Metallrohling mit einem Durchmesser von unge
fähr 90 bis 100 mm und einer Dicke t von ungefähr 5 mm hergestellt wird,
wobei der Innendurchmesser d1 der Nabe ungefähr 12 mm beträgt, die
Riemenscheibe einen Außendurchmesser d2 von ungefähr 80 mm hat, und die
überstehende Nabenhöhe h ungefähr 35 bis 36 mm beträgt.
Wie aus Fig. 1 ersichtlich, welche einen ersten Wölb-(Tiefzieh)-Schritt zeigt,
wird ein kreisförmiger flacher Metallrohling 1 auf eine untere Form 2 mit
einem Stempel 2a und einem Stempelhalter 2b aufgesetzt. Eine Presse wird so
betrieben, daß die untere Form 2 und eine obere Form 3, die ein Gesenk 3a und
einen Gesenkhalter 3b hat, sich einander nähern. Wie in Fig. 1B gezeigt, wird
die Metallscheibe 1 dann in ihrer gesamten Länge in die Richtung gezogen, in
die die Nabe übersteht, so daß der Metallrohling 1 in zwei Stufen höckerförmig
nach außen gewölbt wird. Die Gestalt, in welche sich die Metallscheibe 1 wölbt,
wird durch die Gestalt der Spitze des Stempels 2a der unteren Form 2 und
einer sich einwärts konisch verjüngenden Fläche 3b1 des Gesenkhalters 3b der
oberen Form 3 festgelegt.
In Fig. 2A und 2B werden für einen zweiten Wölb-(Tiefzieh)-Schritt gezeigt:
- (i) ein Stempel 2a, dessen Spitze eine andere Gestalt hat als die des im
ersten Wölb-(Tiefzieh)-Schritts verwendeten Stempels 2a,
und
- (ii) ein Gesenkhalter 3b, dessen einwärts konisch zulaufende Fläche 3b1
sich von der des im ersten Wölb-(Tiefzieh)-Schritts verwendeten Gesenkhalters
3b unterscheidet.
Ebenso wie im ersten Wölb-(Tiefzieh)-Schritt wird die Presse so betrieben, daß
die obere Form 3 und die untere Form 2 sich einander nähern, wodurch der
Metallrohling 1 im wesentlichen in die Gestalt eines Höckers gezogen wird.
Wie in Fig. 3 gezeigt, wird der dergestalt höckerförmig gewölbte Metallrohling
1 durch einen eigens dafür bestimmten durchbohrten Halter 4 festgehalten,
und ein Loch 5A mit einem Durchmesser von ungefähr 7 mm wird am Scheitel
punkt des Metallrohlings 1 mittels eines Stanzwerkzeugs 5, oder eines
sonstigen zum Anbringen eines Lochs geeigneten Werkzeugs, wie z. B. einer
Drehmaschine oder einer Bohrmaschine oder ähnlichem, angebracht.
Dann kommt als nächster Schritt das Biegen (Formpressen) zum Formen der
überstehenden Nabe. Wie in den Fig. 4A, 4B bis 7A, 7B gezeigt, umfaßt der
Biege-(Formpreß)-Schritt vier Einzelschritte. Bei jedem der vier Schritte
werden eigens dafür vorgesehene untere und obere Quetschformen 12, 13
verwendet, welche sich von den bei den ersten und zweiten Wölb-(Tiefzieh)-
Schritten verwendeten Formen in ihrer Ziehtiefe und der Spitzenkrümmung
des Stempels 12a der jeweils unteren Form 12 und in der Krümmung 92c
Einlaufkantenbereichs 13b2 des Gesenkhalters 13b einer jeden oberen Form 13
unterscheiden. Bei den Biege-(Formpreß)-Schritten werden die oberen und
unteren Formen 13 und 12 gegeneinander gefahren, so daß ein sich zwischen
einem äußeren Umfangskantenbereich 1e und einem sich außen um das Loch
anschließenden Bereich 1c des Rohlings 1 befindlicher gekrümmter Bereich 1b
des Rohlings 1 gepreßt und in die seiner Wölbungsrichtung entgegengesetzten
Richtung gebogen wird. Als Ergebnis, wird der an das Loch anschließende
Bereich 1e längs der äußeren Umfangsfläche eines jeden Stempels 12a
verformt, wodurch die überstehende Nabe 6 in der Mitte des Rohlings 1
gebildet wird. Bei jedem der verschiedenen einzelnen Biegeschritte, kommt der
äußere Umfangsbereich 1e des Rohlings in Berührung mit der inneren Ober
fläche eines ringförmigen Vorsprungs 12c des Stempelhalters 12b einer jeden
unteren Form 12. Demgemäß wird der äußere Umfangsbereich 1e immer daran
gehindert, radial nach außen zu streben. Dies hält das Material des Rohlings 1
vollkommen davon ab, in die radial nach außen gerichtete Richtung zu fließen,
sondern sorgt dafür, daß das Material des Rohlings 1 in Richtung der überste
henden Nabe 6 fließt. Demgemäß kann die überstehende Nabe ausreichend
verdickt werden, und der gerade Bereich der überstehenden Nabe 6 kann
ausreichend verlängert werden.
Gemäß den oben erwähnten Verfahrensschritten kann aus einer Metallscheibe
7 eine Riemenscheibe erhalten werden, die einstückig mit einer überstehenden
Nabe 6 verbunden ist, wobei ihr Innendurchmesser d1, wie in Fig. 8 gezeigt,
ungefähr 12 mm beträgt und deren überstehende Höhe ungefähr 35 bis 36 mm
hoch ist. Die so erhaltene Riemenscheibe 7 kann zweckmäßigerweise als
Kurbelwellen-Riemenscheibe verwendet werden.
Als erstes erfindungsgemäßes Verfahren zum Formen einer Riemenscheibe
aus einer Metallscheibe wird im folgenden unter Bezugnahme auf die beigefüg
ten Zeichnungen ein Verfahren zum Formen von Mehrfach-Keilriemen
scheiben erläutert werden.
Wie aus Fig. 9A ersichtlich, die einen Wölb-(Tiefzieh)-Schritt zeigt, wird ein
kreisförmiger flacher Metallrohling 1 auf eine untere Form 2 mit einem
Stempel 2a und einem Stempelhalter 2b aufgesetzt und eine Presse so
betrieben, daß die untere Form 2 und die mit einem Gesenk 3a und einem
Gesenkhalter 3b versehene obere Form 3 sich einander nähern. Wie in Fig. 9B
gezeigt, wird der Metallrohling 1 dann in seiner Gesamtheit in die Richtung
gezogen, in der die Nabe überstehen soll, so daß der Metallrohling 1 im Quer
schnitt betrachtet im wesentlichen in Gestalt eines Kreisbogenabschnitts
höckerförmig nach außen gewölbt wird. Die Form, in welcher der Metallrohling
1 gewölbt wird, wird durch die Gestalt der Spitze des Stempels 2a der unteren
Form 2 und einer einwärts sich konisch verjüngenden Oberfläche 3b1 des
Gesenkhalters 3b der oberen Form 3 festgelegt, genau so wie bei der in Fig. 1A
und 1B gezeigten Ausführung.
Wie in Fig. 10 gezeigt, wird der so höckerförmig gewölbte Metallrohling 1, wie
zuvor erwähnt, von einem eigens dafür bestimmten durchbohrten Halter 4 fest
gehalten, und ein Loch 5A mit einem Durchmesser von ungefähr 4 bis 5 mm
am Scheitelpunkt des Metallrohlings 1 mittels eines Stanzwerkzeugs 5, oder
eines sonstigen zum Anbringen eines Lochs geeigneten Werkzeugs, wie z. B.
einer Bohrmaschine oder ähnlichem, angebracht.
Dann werden Formen verwendet, die sich von denen im oben erwähnten Wölb-
(Tiefzieh)-Schritt unterscheiden. Genauer gesagt kommt ein äußerer Umfangs
kantenbereich 1e des Rohlings 1, der im Querschnitt betrachtet im wesentli
chen in der Gestalt eines Kreisbogenabschnitts gewölbt ist, in Berührung mit
der inneren Oberfläche eines ringförmigen Fortsatzes 12c eines Stempelhalters
12b der unteren Form 12, um den äußeren Umfangskantenbereich 1e daran zu
hindern, radial nach außen zu streben. In diesem Zustand werden die mit
einem Abkantstempel 12a1 versehene untere Form 12 und die obere Form 13
einander genähert. Dementsprechend streckt sich ein Umfangsbereich 1e in
der Nähe des Lochs 5 so wie er gebogen wurde in die Wölbungsrichtung des
Rohlings 1 vor.
Dann kommt im Ablauf als nächstes ein Biege-(Formpreß)-Schritt. Wie in
Fig. 12A und 12B gezeigt, wird ein eigens dafür bestimmter Stempel 12a
verwendet, und obere und untere Formen 12, 13 werden einander angenähert.
Dementsprechend wird ein bogenförmiger Bereich 1b des Rohlings 1 zwischen
einem äußeren Umfangskantenbereich 1e und einem an das Loch angren
zenden Umfangsbereich 1c des Rohlings, welcher im vorhergehenden Schritt
abgekantet wurde, gequetscht und in die seiner Wölbungsrichtung entgegenge
setzte Richtung gebogen. Als Ergebnis wird ein flacher Bereich 8 im bogenför
migen Bereich 1b gebildet, und der an das Loch angrenzende Bereich 1c wird
längs der äußeren Umfangsfläche des Stempels 12a verformt, wobei eine über
stehende Nabe 6 in der Mitte des Rohlings 1 gebildet wird. In diesem Biege
schritt kommt auch der äußere Umfangskantenbereich 1e des Rohlings 1 in
Kontakt mit der inneren Oberfläche des ringförmigen Vorsprungs 12c des
Stempelhalters 12b der unteren Form 12. Dementsprechend wird der äußere
Umfangskantenbereich 1e immer daran gehindert, radial nach außen zu
streben. Dies hält das Material des Rohlings 1 vollkommen davon ab, in die
radial nach außen gerichtete Richtung zu fließen, sondern zwingt das Material
des Rohlings 1 zur überstehenden Nabe 6 hinzufließen. Dementsprechend kann
die überstehende Nabe 6 ausreichend verdickt werden.
Nach dem oben erwähnten Biegeschritt kommt in der Verfahrensabfolge als
nächstes ein Schritt zur Fertigstellung der Nabe. Wie in Fig. 13A und 13B
gezeigt, werden ein eigens dafür bestimmter Fertigstellungs-Stempel 12a2 und
ein Gesenkhalter 13b2 verwendet, um die Endfläche 6a der überstehenden
Nabe 6 axial so zusammenzustauchen, daß die überstehende Nabe 6 eine vorab
festgelegte überstehende Höhe hat.
Mit den oben erwähnten Schritten wird, wie in Fig. 14 gezeigt, ein Zwischen
rohling 10 für eine aus einer Metallscheibe hergestellte Mehrfach-Keilriemen
scheibe erhalten, welcher in seiner Mitte einstückig mit der überstehenden
Nabe 6 versehen ist, und ebenso zwischen der überstehenden Nabe 6 und dem
äußeren Umfangskantenbereich 1e mit dem flachen Abschnitt 8 versehen ist.
Dann kommt im Verfahrensablauf ein Schritt zum Formen einer Mehrfach-V-
Nut in einer äußeren Umfangswand des Zwischenrohlings 10. Die folgende
Beschreibung erläutert einen solchen Herstellungsschritt für eine Mehrfach-V-
Nut.
Zuerst wird ein Schritt zur Verdickung des äußeren Umfangswandbereichs
durchgeführt, in welchem eine Mehrfach-V-Nut angebracht werden soll. Wie in
Fig. 15 gezeigt, wird der Zwischenrohling 10 zwischen einer unteren Form 14
und einer oberen Form 15 festgehalten, und eine Presse wird so betrieben, daß
sich die obere und die untere Form 15, 14 einander nähern. Somit wird der
flache Bereich 8 des Zwischenrohlings 10 in seiner Querrichtung gepreßt. Dies
zwingt das Material des flachen Bereichs 8 zum äußeren Umfangsbereich des
Zwischenrohlings 10 hin zufließen, so daß ein äußerer Umfangswandbereich 10
des Zwischenrohlings 10 verdickt wird. Zu diesem Zeitpunkt gibt es im wesent
lichen keine Lücke um die überstehende Nabe 6 und folglich fließt nur ein Teil
des Materials des flachen Bereichs 8 hin zur überstehenden Nabe 6, so daß die
überstehende Nabe 6 sich kaum in ihrer Höhe und Dicke verändert.
Dann wird der so verdickte äußere Umfangswandbereich 10a in den nächsten
Schritten einer Spaltung unterzogen. Wie in Fig. 16 gezeigt, werden der flache
Bereich 8 und die überstehende Nabe 6 des Zwischenrohlings 10 mit
Ausnahme dessen verdickten äußeren Umfangswandbereichs 10a zwischen
einer drehbaren inneren Form 16 und einer drehbaren oberen Form 17 festge
halten. Durch Drehen der drehbaren inneren Form 16 und der drehbaren
oberen Form 17 wird der Zwischenrohling 10 in seiner Gesamtheit gedreht. An
seiner äußeren Umfangsfläche wird eine Walze 18 mit einem V-förmig
vorspringenden Spaltformungsbereich 18a bereitgestellt. Der V-förmig
vorspringende Spaltformungsbereich 18a wird, während er sich dreht, von der
Außenseite des Zwischenrohlings 10 zum Mittelbereich des verdickten äußeren
Umfangswandbereichs 10a des sich drehenden Zwischenrohlings 10 gedrückt,
so daß der V-förmig vorspringende Spaltformungsbereich 18a in den äußeren
Umfangswandbereich 10a in Richtung der Drehachse des Zwischenrohlings 10
greift.
Während, wie in Fig. 17 gezeigt, der gesamte Zwischenrohling 10 durch Drehen
der drehbaren oberen Form 17 und der drehbaren inneren Form 16 gedreht
wird, wird eine Walze 19 zur Formung eines breiten äußeren Umfangswandbe
reichs von der Außenseite des Zwischenrohlings 10 zum äußeren Umfangs
wandbereich 10a gedrückt während sie sich dreht, wobei gleichzeitig der V-
förmige Spalt des Zwischenrohlings 10 gedreht wird. Somit wird ein breiter
äußerer Umfangswandbereich 10b im äußeren Randbereich des Zwischenroh
lings 10 gebildet. Der Schritt zur Spaltung und der Schritt zur Bildung der
breiten äußeren Umfangswand können gleichzeitig unter Verwendung
derselben Formen durchgeführt werden, oder sie können einzeln unter Verwen
dung verschiedener Formen ausgeführt werden. Des weiteren kann jeder
Schritt einmal oder mehrfach ausgeführt werden.
Schließlich kommt der Schritt zum Formen der Mehrfach-V-Nut in dem
breiten äußeren Umfangswandbereich 10b an die Reihe. Wie in Fig. 18 gezeigt,
werden der flache Bereich 8 und die überstehende Nabe 6 des Zwischenroh
lings 10 mit Ausnahme dessen breiten äußeren Umfangswandbereichs
zwischen einer drehbaren inneren Form 20 und einer drehbaren oberen Form
21 gehalten. Durch Drehen der drehbaren inneren Form 20 und der drehbaren
oberen Form 21 wird der Zwischenrohling 10 in seiner Gesamtheit gedreht.
Eine Walze 22 mit einem konkav/konvexen Formungsbereich 22a steht an
dessen äußerer Umfangsfläche zur Verfügung. Während er sich dreht, wird der
konkav/konvexe Formungsbereich 22a von der Außenseite des Zwischenroh
lings 10 zu dem breiten äußeren Umfangswandbereich 10b des sich drehenden
Zwischenrohlings 10 gedrückt, so daß der konkav/konvexe Formungsbereich
22a in den breiten äußeren Umfangswandbereich 10b in Richtung der
Drehachse des Zwischenrohlings 10 greift. Somit wird die Mehrfach-V-Nut 11
mit einer Vielzahl von V-Nuten in dem breiten äußeren Umfangswandbereich
10b geformt. Die Mehrfach-V-Nut 11 kann in einem Drehvorgang ausgeformt
werden. Vorzugsweise wird die Mehrfach-V-Nut 11 jedoch durch mehrere (2 bis
4) Drehschritte geformt, die einen Schritt zur vorläufigen Formung der Mehr
fach-V-Nut sowie einen Endbearbeitungsschritt beinhalten können, bei
welchem mehrere V-Nuten, die im Zwischenrohling 10 nach dem Schritt zur
vorläufigen Formung der Mehrfach-V-Nut angebracht worden sind, weiter
gewalzt und abschließend so bearbeitet werden, daß sie die erforderliche Tiefe
und Neigung aufweisen.
Als zweites erfindungsgemäßes Ausführungsbeispiel eines Verfahrens zum
Formen einer Riemenscheibe aus einer Metallscheibe wird unter Bezugnahme
auf die beigefügten Zeichnungen ein Verfahren zum Formen einer Mehrfach-
Keilriemenscheibe erläutert.
Bis, wie in Fig. 14 gezeigt, der Zwischenrohling 10 für eine Mehrfach-Keilrie
menscheibe, der in seiner Mitte einstückig mit einer überstehenden Nabe und
ebenso zwischen der überstehenden Nabe 6 und dem äußeren Umfangskanten
bereich 1e mit dem flachen Bereich 8 versehen ist, aus einer Metallscheibe
erhalten wird, werden Schritte durchgeführt, die mit denen bei dem in Verbin
dung mit den Fig. 9A, 9B bis 13A, 13B erläuterten Ausführungsbeispiel des
Verfahrens übereinstimmen. Deshalb wird die Beschreibung dieser überein
stimmenden Schritte weggelassen, und die folgende Beschreibung erläutert
Schritte, die unterschiedlich sind.
Zuerst wird der Zwischenrohling 10 dem Schritt des Pressens des flachen
Bereichs unterzogen. Wie in Fig. 19 gezeigt, wird eine Presse so betrieben, daß
eine untere Form 23 und eine obere Form 24, zwischen denen der Zwischenroh
ling 10 festgehalten wird, sich einander nähern. Somit wird der flache Bereich
8 des Zwischenrohlings 10 in seiner Querrichtung gepreßt. Dies zwingt das
Material des flachen Bereichs 8 zu dessen äußerer Umfangsseite hin zu fließen,
bis daß der Außendurchmesser D des Zwischenrohlings mit einem vorab festge
legten Durchmesser übereinstimmt. Zu diesem Zeitpunkt gibt es im wesentli
chen keine Lücke um die überstehende Nabe 6, und folglich fließt nur ein Teil
des Materials aus dem flachen Bereich 8 zur überstehenden Nabe 6 hin. Folg
lich wird die überstehende Nabe 6 kaum in ihrer Höhe und Dicke verändert.
Dann wird der Zwischenrohling 10 einem Schritt zur Formung einer Umfangs
wand unterzogen, d. h. die Presse wird so betrieben, daß, wie in Fig. 20 gezeigt,
eine untere Form 25 und eine obere Form 26 sich einander nähern. Dement
sprechend wird ein äußerer Endbereich 8a des flachen Bereichs 8, so wie er im
vorhergehenden Schritt gepreßt worden ist, in eine Richtung längs der
Drehachse der Riemenscheibe gebogen, genauer gesagt in eine der überste
hende Nabe 6 abgewandte Richtung. In diesem Wandbereich 10c wird die
Mehrfach-V-Nut ausgebildet.
Schließlich folgt der Schritt zum Formen einer Mehrfach-V-Nut in dem so
geformten äußeren Umfangswandbereich 10c. Dieser Schritt zum Formen einer
Mehrfach-V-Nut ist ähnlich dem in Fig. 18 gezeigten. Genauer gesagt werden,
wie in Fig. 21 gezeigt, der flache Bereich 8 und die überstehende Nabe 6 des
Zwischenrohlings 10 mit Ausnahme dessen die Mehrfach-V-Nut bildenden
äußeren Umfangswandbereichs 10c zwischen einer drehbaren inneren Form 27
und einer drehbaren oberen Form 28 festgehalten. Durch Drehen der dreh
baren inneren Form 27 und der drehbaren oberen Form 28, wird der Zwischen
rohling 10 in seiner Gesamtheit gedreht. Eine Walze 29 mit einem
konkav/konvexen Formungsbereich 29a an ihrer äußerer Umfangsfläche steht
bereit. Während sie sich dreht, wird der konkav/konvexe Formungsbereich 29a
auf die Außenseite des Zwischenrohlings 10, d. h. auf den sich drehenden
äußeren Umfangswandbereich 10c des Zwischenrohlings gedrückt und die
Mehrfach-V-Nut geformt. Dabei wird der konkav/konvexe Formungsbereich
29a in den Zwischenrohling 10 in Richtung der Drehachse des Zwischenroh
lings 10 gedrückt. Wie zuvor erwähnt, kann die Mehrfach-V-Nut in einem
Drehvorgang geformt werden. Die Mehrfach-V-Nut wird jedoch vorzugsweise
in mehreren (2 bis 4) Drehschritten einschließlich eines Schritts zur vorläu
figen Formung der Mehrfach-V-Nut und eines Schritts zur Endbearbeitung
ausgeformt, wobei die im Zwischenrohling 10 durch den Schritt zur Formung
der Mehrfach-V-Nut geformten V-Nuten ausgewalzt und abschließend so bear
beitet werden, daß sie die erforderliche Tiefe und Flankensteilheit aufweisen.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Formen einer Riemenscheibe kön
nen bei den Verfahrenschritten zum Formen einer Nabe auf einem scheibenför
migen Metallrohling natürlich ein Abkantschritt (siehe Fig. 11) und ein Schritt
zur Endbearbeitung der Nabe (siehe Fig. 13) durchgeführt werden, die ähnlich
sind zu denen, die in den zuvor gezeigten Herstellungsverfahren für mit einer
überstehenden Nabe versehenen Scheibenrohlinge erläutert worden sind.
Desweiteren wurde bei der Beschreibung des erfindungsgemäßen Verfahrens
zum Formen einer Riemenscheibe aus einer Metallscheibe die Maßnahmen
zum Formen einer Mehrfach-Keilriemenscheibe erläutert. Das Verfahren kann
auch zum Formen einer Riemenscheibe mit einer einzelnen V-Nut oder mit ei
nem flachen oder breiten umlaufenden Rand verwendet werden.