DE426111C - Verfahren zur Herstellung von Leichtoelen aus Urteer - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Leichtoelen aus UrteerInfo
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Description
- Verfahren zur Herstellung von Leichtölen aus Urteer. Die pyrogenen Zersetzungsdestillationen haben meist den großen Nachteil, daß bei den nötigen hohen Temperaturen ein sehr erheblicher Teil der angewandten Materialien, z. B. Teeröle, durch unerwünschte Nebenreaktionen völlig zerstört oder in wertlose Produkte umgewandelt wird auf Kosten der geringen Mengen leichtsiedender Produkte. Dies gilt besonders für die Bestandteile des Steinkohlenschwelteers. Diese sind außer einem gewissen Prozentsatz an sogenannten Phenolen Körper meist ungesättigter Natur und neigen stark zu Polymerisationsreaktionen.
- Völlig im Einklang mit den obigen Angaben stehen z. B. die Befunde von F r a n z Fischer und P. K. B r e u e r (Gesammelte Abhandlungen zur Kenntnis der Kohle, Band III, Seite gaff.), welche Phenole von Generatururteer dem Krackprozeß unterworfen haben zum Zwecke der Aufspaltung höherer Phenole zu Carbolsäure. Die bei 7oo bis 75o° ausgeführte Reaktion hat den beabsichtigten Effekt nur in ganz unzulänglichem Ausmaß bewirkt - Steigerung des Carbolsäuregehalts von 0,24 auf 0,97 Prozent -, dabei ist aber außerdem noch über die Hälfte der angewandten Phenole bis auf Koks und nicht kondensierbare Gase zerstört «-orden, womit die Unbrauchbarkeit des von den Autoren angewandten Verfahrens bewiesen ist.
- Es wurde nun gefunden, daß die mit den hohen Temperaturen, «-elche allgemein für die pyrogene Aufspaltung schwer zersetzlicher Produkte, wie z. B. von Teerölen, üblich sind. notwendigerweise verbundenen Zerstörungsreaktionen fast ganz behoben oder auf ein wirtschaftlich erträgliches Maß reduziert werden können, wenn man die Dämpfe der Teeröle gleichzeitig mit überhitztem Wasserdampf über Massen leitet, die, ohne sich scheinbar an der Reaktion zu beteiligen, dem Wasserdampf-Öldampf-Gemisch eine möglichst große Oberfläche darbieten. Kennzeichnend für das neue Verfahren ist es aber, daß man absichtlich nur solche Temperaturen anwendet, die für eine völlige Aufspaltung als unzureichend erkannt worden sind. Man leitet z. B. Dämpfe von Urteer phenolen, die nornialerweise erst über 700° lebhaft zu zerfallen beginnen, bei darunterliegenden Temperaturen @-on 600 bis 700° über poröse Massen, z. B. Halbkoks, gleichzeitig mit geringen Mengen Wasserdampf, der schonend und reaktionsbefördernd wirkt. Es ist nach G 1 u n d (»Die Tieftemperaturverkokung der Steinkohle«, Halle igig, Seite 5iff.) bekannt, daß die als Schmieröle verwendbaren Bestandteile des Urteers bei der Destillation im Vakuum oder mit überhitztem Wasserdampf oder einer Kombination beider mehr geschont werden als beim Abtreiben des Urteers über freiem Feuer. In der angezogenen Literaturstelle ist von einer spezifischen Wirkung des Wasserdampfes nicht die Rede - durch Herabsetzung der Tension des zu destillierenden Materials wird ja dasselbe erreicht wie mit Vakuum -, auch handelt es sich dort nur um die üblichen Destillationstemperaturen des Urteers. Im vorliegenden Falle benutzt man den Wasserdampf im Gegensatz dazu nicht zur Erzeugung von Vakuum - dazu wäre vollständige Sättigung mit Wasserdampf Vorbedingung und demgemäß erhebliche Mengen davon anzuwenden -, sondern nur zu dem Zwecke, um mit seiner Hilfe die Öldämpfe gleichmäßig zu transportieren und eine sonst kaum zu vermeidende Überhitzung in der Apparatur zu verhindern, womit der Prozeß völlig regulierbar gestaltet wird. Man erhält je nach den Arbeitsbedingungen (Temperatur, Geschwindigkeit usw.) mehr oder minder große Mengen Kohlenwasserstoffe neben nahezu unverändertem Ausgangsmaterial, welches erneut gebraucht werden kann. Durch Abspaltung von Seitenketten entstehen nebenher auch wertvolle Gase, wie Äthylen, Propylen, Butylen und Butadien. Man spaltet bei dem neuen Verfahren nur einen relativ kleinen Anteil auf, weil erkannt wurde, daß durch die vollkommene Verkrackung bei höheren Temperaturen und ohne Anwendung von Wasserdampf die pyrogene Aufspaltung mehr den Charakter einer zweiten Verkokung annimmt, also durch zu weitgehende Reaktion die etwas größere Leichtölausbeute durch völlige Zerstörung eines großen Teils des Ausgangsstoffes mehr als aufgewogen wird und das Verfahren als unwirtschaftlich bezeichnet «erden muß.
- Außer Halbkoks, der der Billigkeit halber vorgezogen wurde, können auch andere, möglichst poröse Massen verwendet werden. Gleichzeitig kann man auch indifferente oder andere Gase mit hindurchleiten, die reaktionsbefördernd wirken können, wie z. B. Wasserstoff:
Claims (1)
- PATENT-ANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Leichtölen aus Teer oder schweren Ölen unter Anwendung von überhitztem Wasserdampf, mit oder ohne Benutzung von Gasen und Mässen, die dem Reaktionsgemisch eine möglichst große Oberfläche darbieten, dadurch gekennzeichnet, daß man als Ausgangsmaterial Urteer oder seine Destillationsprodukte verwendet und bei relativ niedriger Temperatur (6oo bis 70o°) arbeitet, wobei der Wasserdampf in zur Erreichung einer Vakuumwirkung unzureichenden Mengen Verwendung findet.
Priority Applications (1)
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| DE426111C true DE426111C (de) | 1926-03-05 |
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1921
- 1921-08-12 DE DEZ12544D patent/DE426111C/de not_active Expired
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