DE4300513C2 - Vorrichtung und Verfahren zur Überwachung von Kondensatableitern und des dazugehörigen Rohrsystems - Google Patents
Vorrichtung und Verfahren zur Überwachung von Kondensatableitern und des dazugehörigen RohrsystemsInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zur
Überwachung von Kondensatableitern und des zugehörigen Rohr
systems auf ihre Funktionsfähigkeit.
Nicht oder nur zum Teil funktionierende Kondensatableiter können
zu erheblichen Problemen führen. In Krankenhäusern, wo für Ste
rilisationsanlagen heißer Dampf benötigt wird, können die Kon
densatableiter außerhalb des Sterilisationsbereichs eingebaut
sein, z. B. an schwer zugänglichen Stellen, so daß ihre Überwa
chung nicht ohne weiteres möglich ist. So kann es durch Ausfall
von Sterilisationsanlagen wegen mangelnder Überwachung von Kon
densatableitern zu erheblichen Behinderungen im Krankenhausbe
trieb kommen.
Aus DD 2 04 528 ist ein Verfahren zur Einstellung thermisch ge
steuerter, eine verstellbare Spindel aufweisender Kondensat
ableiter, die in einer über einen Wassersack an eine zu entwäs
sernde Dampfleitung angeschlossenen Entwässerungsleitung liegen,
bekannt. Dazu werden Temperaturmessungen mit Hilfe von unmittel
bar vor und hinter dem Kondensatableiter angebrachten Tempera
turfühlern vorgenommen, und zwar bei konstanten Dampfparametern
und unterschiedlichen Spindeleinstellungen. Aus den ermittelten
Temperaturkennlinien läßt sich die Spindeleinstellung bestimmen,
die gewährleistet, daß der Kondensatableiter nur für das kältere
Kondensat, nicht aber für Dampf durchlässig ist. Für die laufen
de Überwachung von Kondensatableitern sind dieses Verfahren und
die zugehörige Vorrichtung nicht geeignet.
In DE 24 14 671 C2 ist eine Vorrichtung zur Überwachung eines
Kondensatableiters für Dampfverbraucher, insbesondere Vulkani
sierformen, beschrieben, bei dem bei Defektwerden der Kondensat
abfluß durch Ventilschluß blockiert ist. An der Zuleitung vor
dem Kondensatableiter sind zwei Temperaturfühler angeordnet, die
mit einer Schaltungsanordnung zur Auswertung der Temperatursig
nale verbunden sind. Wenn sich wegen einer Blockierung des Kon
densatableiters ein Kondensatrückstau in der Zuleitung ergibt,
übersteigt die Differenz der von den beiden Temperaturfühlern
gemessenen Temperaturen ein vorgegebenes Maß, woraufhin ein
Warnsignal ausgelöst wird. Diese Vorrichtung und das zugehörige
Verfahren sind nicht universell einsetzbar, so z. B. nicht, wenn
ein Defekt zu einer dauernden Ventilöffnung führt.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, eine Möglichkeit zur Über
wachung von Kondensatableitern und des zugehörigen Rohrsystems
zu schaffen, die bei einfachem Aufbau zuverlässig funktioniert
und Störungen verschiedener Art erfaßt.
Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Vorrichtung zur Überwachung
von Kondensatableitern und des zugehörigen Rohrsystems gemäß
Patentanspruch 1 und durch ein Verfahren zur Überwachung von
Kondensatableitern und des zugehörigen Rohrsystems mit den Merk
malen des Patentanspruchs 2.
Die Überwachung beruht auf einer Messung mit Temperaturfühlern.
Wie man weiß, ist bei einem intakten Kondensatableiter die Tem
peratur vor dem Kondensatableiter eine Funktion des zugehörigen
Dampfdrucks. Nach dem Kondensatableiter herrscht atmosphärischer
Druck, und in dem bestehenden Sättigungszustand liegt die Tempe
ratur bei 99,6°C. Abweichungen von den normalerweise vor
liegenden Temperaturen, die mit Hilfe eines vor und eines nach
dem Kondensatableiter installierten Temperaturfühlers regi
striert werden, lassen auf Störungen des Kondensatableiters und
des zugehörigen Rohrsystems schließen.
Die Erfindung schafft ein Überwachungssystem, das ein hohes
Niveau für die Sicherheit des jeweiligen Dampfsystems darstellt.
Anwendungsgebiete ergeben sich bei Dampfanlagen der Industrie,
so in Industriebetrieben mit hohen Qualitätsanforderungen
(Dampfpressen, usw.), bei Lebensmittelanlagen, so in der milch
verarbeitenden Industrie (Sterilisation, Hygiene), und als gro
ßer Schwerpunkt bei Krankenhäusern (Überwachung von Sterilisa
tionsanlagen, so im OP-Bereich, Klimatechnik, usw).
Im folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbei
spiels näher erläutert. Die Zeichnungen zeigen:
Fig. 1 einen schematischen Schnitt durch einen Kondensatablei
ter und
Fig. 2 eine schematische Ansicht eines Rohrsystems mit einem
Kondensatableiter sowie des erfindungsgemäßen Überwa
chungssystems.
In Fig. 1 ist ein Kondensatableiter schematisch im Schnitt
dargestellt. Über einen Einlaß E tritt Dampf mit Kondensat in
den Kondensatableiter ein. Im unteren Teil des Kondensatablei
ters sammelt sich Kondensat K. Sobald ein vorgegebener Pegel
überschritten ist, bewegt sich ein Schwimmer S nach oben und
hebt dabei einen Ventilkegel V an, so daß das Kondensat K über
einen Auslaß A aus dem Kondensatableiter austreten kann.
Aus Fig. 2 ist ersichtlich, wie der Kondensatableiter, der hier
mit 3 bezeichnet ist, in ein Rohrsystem eingebaut ist. In einer
Dampfleitung 5 befindet sich Dampf. Vor dem Einlaß des Konden
satableiters 3 ist ein Schmutzfänger 2 angeordnet. Außerdem sind
mehrere Absperrventile 1 in das Rohrsystem eingebaut.
Zur Überwachung des Kondensatableiters und des Rohrsystems ist
vor dem Kondensatableiter 3 ein Temperaturfühler 4 und nach dem
Kondensatableiter 3 ein Temperaturfühler 4′ installiert. Als
Temperaturfühler eignen sich Pt 100-Fühler, die auf eine Schelle
gelötet und mittels Wärmeleitpaste an einer metallisch sauberen
Rohroberfläche angebracht sind.
Die Temperaturfühler 4 und 4′ sind jeweils an eine als Tempera
turauswerteeinheit dienende Schaltungsanordnung angeschlossen,
hier in Form eines Rechners 10. Die Fühler sind in einzelne
Kanäle konfiguriert (mit Drahtbruchsicherung), wobei die Tempe
raturauswerteeinheit so aufgebaut ist, daß in den einzelnen
Kanälen die Möglichkeit besteht, zwei untere und zwei obere
Temperaturgrenzwerte einzugeben.
Ein Rechner 10 kann zur Überwachung mehrerer Kondensatableiter
benutzt werden. Wenn z. B. 100 Temperaturfühler 4, 4′ angeschlos
sen werden können, besteht für 50 Kondensatableiter die Möglich
keit zur Überwachung.
Die Überwachung des Kondensatableiters 3 funktioniert folgender
maßen:
Vor dem Kondensatableiter 3 liegt ein Druck von beispielsweise
2,5 bar Überdruck vor. Dies entspricht einer Temperatur von
138,9°C. Für die von dem Temperaturfühler 4 gemessene Tempera
tur werden
zwei obere Grenzwerte: 145°C, 150°C und
zwei untere Grenzwerte: 135°C, 130°C
eingegeben.
Nach dem Kondensatableiter 3 liegt atmosphärischer Druck vor,
was an der Sattdampfgrenze einer Temperatur von ca. 99,6°C
entspricht. Für die von dem Temperaturfühler 4′ gemessene Tempe
ratur werden
zwei obere Grenzwerte: 115°C, 120°C und
zwei untere Grenzwerte: 90°C, 80°C
eingegeben.
Bei einem intakten Kondensatableiter 3 liegen die Temperaturen
im Zentrum der Grenzdaten, also vor dem Kondensatableiter 3 bei
138,9°C und nach dem Kondensatableiter 3 bei 99,6°C. Fehler
des Kondensatableiters und des zugehörigen Rohrsystems können
dazu führen, daß die von den Temperaturfühlern 4 und 4′ gemesse
nen Temperaturen die zugeordneten Grenzwerte unterschreiten bzw.
überschreiten. Es lassen sich folgende Fälle unterscheiden:
- 1) Der Kondensatableiter 3 oder der Schmutzfänger 2 sind zu. Es erfolgt keine Ableitung, und es wird sich ein Wasserstau bilden. Daher sinkt die Temperatur vor dem Kondensatableiter 3, und die dem Temperaturfühler 4 zugeordneten unteren Grenzwerte werden unterschritten, weshalb ein Alarmsignal ausgegeben wird. Auch die von dem Temperaturfühler 4′ erfaß te Temperatur nach dem Kondensatableiter 3 sinkt unterhalb die Grenzwerte.
- 2) Der Kondensatableiter 3 ist auf und er bläst durch. Es wird Dampf mit Kondensat an der Auslaßseite voll austreten. Daher erhöht sich die vom dem Temperaturfühler 4′ gemessene Tempe ratur nach dem Kondensatableiter 3 und überschreitet die entsprechenden Grenzwerte. Jetzt spricht der Alarm für die oberen Grenzwerte an.
- 3) Das Zuführrohr für den Kondensatableiter 3 ist verstopft. Daher werden die Temperaturen vor und nach dem Kondensat ableiter 3 sinken, und die den Temperaturfühlern 4 und 4′ zugeordneten Grenzwerte werden unterschritten, was Alarmsig nale bewirkt.
- 4) Das Kondensatableiterrohr ist verstopft. Daher werden die Temperaturen vor dem Kondensatableiter 3 und nach dem Kon densatableiter 3 sinken, so daß die den Temperaturfühlern 4 und 4′ zugeordneten Grenzwerte unterschritten werden, was Alarmsignale auslöst.
Außerdem besteht die Möglichkeit, durch genaues Einstellen und
Konfigurieren eine Trendmessung vorzunehmen, wodurch im Vorwege
schon frühzeitig erkannt wird, wann der Kondensatableiter oder
das Rohrsystem nicht mehr hundertprozentig funktionsfähig sind.
Für solche Trendmessungen ist es nützlich, wenn jedem Tempera
turfühler 4, 4′ zwei obere und zwei untere Grenzwerte zugeordnet
sind, so wie im beschriebenen Ausführungsbeispiel. Dagegen funk
tioniert die Überwachung prinzipiell auch, wenn jedem Tempera
turfühler nur ein oberer und ein unterer Grenzwert zugeordnet
ist.
Der Rechner 10 ist mit mehreren Ausgängen versehen. In Fig. 2
sind ein Alarm-Ausgang 11, ein Zustand-Ausgang 12, ein Ferndiag
nose-Ausgang 13 und ein RS-231-Ausgang (Schnittstelle) einge
zeichnet. Wie bereits erwähnt, können mehrere Kondensatableiter
an einen als Auswerteeinheit dienenden Rechner angeschlossen
sein. Dann steht über eine Grenzwertmeldung eine direkte Aussage
über den jeweiligen Kondensatableiter zur Verfügung. Die Aus
werteeinheit kann im Paralleltaktverfahren alle Temperaturen der
einzelnen Kondensatableiter über ein Display intervallmäßig
darstellen. So ist eine Überwachung von Kondensatableitern und
des zugehörigen Rohrsystems auf ihre Funktionsfähigkeit mit
Hilfe von Fernleitungen über große Entfernungen möglich.
Bezugszeichenliste
E - Dampfeintritt mit Kondensat (vor Dampfeintritt mit Kon
densat kommt Meßsonde 1)
A - Kondensataustritt (nach Kondensataustritt kommt Meßsonde 2)
K - Kondensat
S - Schwimmer
V - Ventilkegel
1 - Absperrventil
2 - Schmutzfänger
3 - Kondensatableiter
4, 4′ - Temperaturfühler (z. B. bis 100 Stück)
5 - Dampfleitung
10 - Rechner
11 - Alarm-Ausgang
12 - Zustand-Ausgang
13 - Ferndiagnose-Ausgang
14 - RS 231-Ausgang.
A - Kondensataustritt (nach Kondensataustritt kommt Meßsonde 2)
K - Kondensat
S - Schwimmer
V - Ventilkegel
1 - Absperrventil
2 - Schmutzfänger
3 - Kondensatableiter
4, 4′ - Temperaturfühler (z. B. bis 100 Stück)
5 - Dampfleitung
10 - Rechner
11 - Alarm-Ausgang
12 - Zustand-Ausgang
13 - Ferndiagnose-Ausgang
14 - RS 231-Ausgang.
Claims (2)
1. Vorrichtung zur Überwachung von Kondensatableitern und des
zugehörigen Rohrsystems auf ihre Funktionsfähigkeit, gekenn
zeichnet durch einen Temperaturfühler (4), der vor dem Kon
densatableiter (3) montiert ist, durch einen Temperaturfüh
ler (4′), der nach dem Kondensatableiter (3) montiert ist,
und durch eine Schaltungsanordnung (10), die mit den Tempe
raturfühlern (4, 4′) verbunden ist und die von den Tempera
turfühlern (4, 4′) abgegebenen Signale auswertet.
2. Verfahren zur Überwachung von Kondensatableitern und des
zugehörigen Rohrsystems auf ihre Funktionsfähigkeit, dadurch
gekennzeichnet, daß die Signale eines vor dem Kondensatab
leiter (3) angebrachten Temperaturfühlers (4) und eines nach
dem Kondensatableiter (3) angebrachten Temperaturfühlers
(4′) einer Schaltungsanordnung (10) zugeführt werden, in der
für jeden Temperaturfühler (4, 4′) eine obere und eine unte
re Grenztemperatur gespeichert sind und die dann einen Feh
lerzustand anzeigt, wenn
- - Temperatur vor Kondensatableiter (3) unterhalb Grenzwert und Temperatur nach Kondensatableiter (3) unterhalb Grenz wert oder
- - Temperatur nach Kondensatableiter (3) oberhalb Grenzwert.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4300513A DE4300513C2 (de) | 1993-01-12 | 1993-01-12 | Vorrichtung und Verfahren zur Überwachung von Kondensatableitern und des dazugehörigen Rohrsystems |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4300513A DE4300513C2 (de) | 1993-01-12 | 1993-01-12 | Vorrichtung und Verfahren zur Überwachung von Kondensatableitern und des dazugehörigen Rohrsystems |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4300513A1 DE4300513A1 (de) | 1994-07-14 |
| DE4300513C2 true DE4300513C2 (de) | 1994-11-24 |
Family
ID=6477985
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE4300513A Revoked DE4300513C2 (de) | 1993-01-12 | 1993-01-12 | Vorrichtung und Verfahren zur Überwachung von Kondensatableitern und des dazugehörigen Rohrsystems |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4300513C2 (de) |
Families Citing this family (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102014111263A1 (de) * | 2014-08-07 | 2016-03-10 | Endress+Hauser Flowtec Ag | Frühwarnsystem für kondensationsinduzierte Wasserschläge |
Family Cites Families (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2414671C2 (de) * | 1974-03-27 | 1983-12-29 | Continental Gummi-Werke Ag, 3000 Hannover | Kondensatableiter für Dampfverbraucher |
| DD204528A1 (de) * | 1982-03-02 | 1983-11-30 | Orgreb Inst Kraftwerke | Verfahren zur einstellung thermisch gesteuerter kondensatableiter |
-
1993
- 1993-01-12 DE DE4300513A patent/DE4300513C2/de not_active Revoked
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE4300513A1 (de) | 1994-07-14 |
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