DE4301686C1 - Verfahren zur Herstellung von Fettsäureestern niederer Alkohole - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Fettsäureestern niederer AlkoholeInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung
von Fettsäureestern niederer einwertiger n-Alkohole mit 1 bis 4
C-Atomen durch Umesterung von Fettsäureglyceriden mit den ent
sprechenden Alkoholen in Gegenwart basischer Katalysatoren unter
speziellen Aufarbeitungsbedingungen.
Für den Einsatz der so hergestellten Fettsäureester als Rohstof
fe insbesondere der Methylester als Dieselkraftstoff sind spe
zielle Qualitätsparameter einzuhalten, die geeignete Herstel
lungs- und Reinigungstechnologien erforderlich machen.
Die Herstellung solcher Fettsäureester ist seit langem bekannt
und erfolgt in industriellem Maßstab durch basenkatalysierte Um
esterung von Fettsäureglyceriden mit niederen einwertigen Alko
holen bei unterschiedlichen Reaktionsbedingungen (DE-OS 3 020
612; DE-OS 34 21 217; DE-OS 39 32 514; DE-OS 37 27 981; EP 0 391
485; WO 92/00 268). Zur Erzielung hoher Umsetzungsraten ist es
erforderlich, die Reaktion in zwei oder mehreren Stufen auszu
führen, das Verhältnis der Reaktionspartner zueinander jeweils
optimal zu gestalten und das Reaktionsnebenprodukt Glycerin
ständig aus dem Reaktionsgleichgewicht zu entfernen. Weiterhin
ist bekannt, daß als Ausgangsprodukte für die Umesterungsreak
tion gereinigte und ungereinigte Öle und Fette natürlicher Her
kunft sowie native Altöle eingesetzt werden können, die sich in
ihrem Gehalt an freien Fettsäuren unterscheiden und daher unter
schiedliche Katalysatormengen erforderlich machen. Ein wesentli
cher Teil der bekannten Verfahren ist die Reinigung der Fettsäu
reester zu normengerechten Qualitäten, wobei die Entfernung der
Restglycerinmengen und des Katalysators in Verbindung mit dem
für die vollständige Umesterung erforderlichen Alkoholüberschus
ses als Einheit zu betrachten ist.
Wesentliche Nachteile der bekannten Verfahren bestehen bei der
Reinigung durch Destillation in hohen Energiekosten sowie
kostspieligen technischen Ausrüstungen und bei der Verwendung
von Wasser zum Entfernen von Restglycerin, Seifen, Katalysator,
überschüssigem Alkohol und anderen wasserlöslichen Produkten im
Anfall und der Aufbereitung belasteter Prozeßabwässer bzw. einer
mit Wasser verdünnten Glycerinphase. Beim Einsatz von gereinig
ten nativen Ölen und Fetten in den Umesterungsprozeß fallen or
ganisch belastetes Wasch- und Prozeßwasser bereits bei der Raf
fination an.
Es bestand daher die Aufgabe, nach einem Verfahren zu suchen,
das die genannten Nachteile vermeidet und die Herstellung von
Fettsäureestern in normgerechter Qualität aus Triglyceriden ohne
die Verwendung von Wasch- und Prozeßwasser ermöglicht.
Überraschenderweise wurde gefunden, daß die Nachteile der be
kannten Verfahren vermieden werden können, wenn man die Fettsäu
reglyceride mit einem niederen einwertigen n-Alkohol mit 1 bis 4
C-Atomen im Molverhältnis 1 : 3 bis 1 : 6 insbesondere 1 : 3,5
bis 1 : 5 in Gegenwart eines Alkalikatalysators insbesondere
Natrium- oder Kaliumhydroxid gelöst in dem niederen Alkohol in
einer Menge von 0,01 Mol bis 0,05 Mol insbesondere 0,02 Mol bis
0,035 Mol bezogen auf 100 g des eingesetzten Fettsäureglycerids
zuzüglich der Alkalimenge, die der in den Fettsäureglyceriden
enthaltenen sauren Komponenten äquivalent ist, bei Temperaturen
von Umgebungstemperatur bis 70°C insbesondere bei 40°C bis
60°C, nach einem mindestens zweistufigen Umesterungsverfahren
umsetzt, nach erfolgter Umesterung die Fettsäureesterphase zur
Entfernung verbliebener Verunreinigungen und einer besseren
Phasentrennung mit Glycerin, Rohglycerin aus dem Aufarbeitungs
prozeß des Glycerins oder Glycerinphase aus der vorangegangenen
Umesterungsstufe wäscht und anschließend mit einer Bleicherde,
Kieselsäure oder anderen physiko-chemisch ähnlichen Substanzen,
in einer Menge von 1% bis 5% insbesondere 1,5% bis 3% bezo
gen auf eingesetztes Fettsäureglycerid behandelt. Die Menge des
zum Waschen verwendeten Glycerins ist abhängig von der Menge der
in der Esterphase verbliebenen Verunreinigungen insbesondere
gelöstes Glycerin, Katalysatorrestes, Seifen, überschüssiger
Alkohol und andere Stoffe, die das spezifische Gewicht der aus
fallenden schwereren Glycerinphase verringern und von der Rein
heit und Dichte des verwendeten Waschglycerins.
Es ist vorteilhaft, die Menge und Qualität des Waschglycerins so
zu wählen, daß eine Dichte von 1,03 g/cm3 (20°C) bei der abzu
trennenden Glycerinphase nicht unterschritten wird. Der Wasch
prozeß kann unter Rühren mit den dafür üblichen technologischen
Systemen nach erfolgter Umesterung und vor oder nach der Abtren
nung der letzten Glycerinphase bei mehrstufigen Arbeitsweisen
erfolgen, wobei es jedoch nicht erforderlich ist, die letzte
Glycerinphase vor der Zugabe des Waschglycerins vorher abzutren
nen.
Im Gegensatz zu den bekannten Verfahren, bei denen die Abtren
nung der letzten Glycerinphase allein, oder zusammen mit Wasch
wässern wegen der zeitaufwendigen Phasentrennung oder Emulsions
bildung problematisch ist, treten nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren ein guter Wasch- und Reinigungseffekt der Esterphase
aber keinerlei Phasentrennprobleme auf, und die Esterphase kann
bereits nach kurzer Zeit abgetrennt werden, wodurch auch die
Raum-Zeit-Ausbeute des Verfahrens erheblich verbessert wird.
Außerdem fällt kein belastetes Abwasser oder eine mit Wasser
verdünnte Glycerinphase an. Überraschenderweise wird durch die
Glycerinwäsche weder das Reaktionsgleichgewicht der Umesterungs
reaktion verzögert, noch die Konzentration von freiem oder ge
bundenem Glycerin im Endprodukt erhöht. Die vollständige Ab
trennung der schwereren Glycerinphase kann gegebenenfalls durch
die Verwendung eines Koaleszenzabscheiders oder Separators noch
beschleunigt oder verbessert werden.
Ein weiterer Nachteil der bekannten Verfahren ist die Verwendung
wäßriger organischer oder anorganischer Säuren, saurer Salze
oder von Ionenaustauschern zur Neutralisation der Alkalität der
Esterphase. Dabei werden jedoch aus noch vorhandenen fettsauren
Salzen die Säuren freigesetzt, was zu einer Erhöhung der Säure
zahl des Endproduktes führt, da sich die freien Fettsäuren bes
ser in der Esterphase als in einer wäßrigen Glycerinphase lösen.
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren wird die Restalkalität der
Esterphase durch Behandeln mit Bleicherde, Kieselsäure oder
anderen physiko-chemisch ähnlichen Substanzen entfernt. Dazu
wird die Esterphase mit einer derartigen Substanz, in einer
Menge von 1% bis 5% insbesondere 1,5% bis 3% bezogen auf
eingesetztes Fettsäureglycerid bei Prozeßtemperatur behandelt.
Dieser Prozeß ist nicht identisch mit der bekannten Bleicherde
behandlung bei der Raffination von Pflanzenölen. Die Behandlung
kann separat oder in Verbindung mit der Entfernung der flüchti
gen Komponenten aus der Esterphase erfolgen. Die Abtrennung der
belasteten Bleicherde aus der Esterphase erfolgt über Filter
oder Zentrifugen und ist unproblematisch. Die Verwendung von
Bleicherde oder ähnlichen Adsorbtionsmitteln hat weiterhin den
Vorteil, daß auch andere in der Esterphase verbliebenen hydro
philen Verunreinigungen wie z. B. Glycerin, Glyceride oder öl
lösliche Pflanzeninhaltsstoffe mit entfernt werden. Beim Einsatz
ungereinigter Fettsäureglyceride oder nativer Altöle als Roh
stoffe für den Umesterungsprozeß ist dieser Verfahrensschritt
von großem Vorteil und führt zu guten Qualitätsparametern des
Endproduktes, wobei insbesondere bei nativen Altölen mit spe
ziellen Verunreinigungen auch spezielle Sorbtionsmittelsysteme
zur Reinigung verwendet werden können.
Die Erfindung wird durch folgende Beispiele erläutert:
4,5 g Kaliumhydroxid werden in 47,5 g Methanol gelöst und 55 ml
dieser Lösung zu 300 g ungereinigtem Rapsöl (Säurezahl 1, 2) un
ter Rühren bei Raumtemperatur zugegeben. Anschließend wird auf
60°C erwärmt und 30 min bei dieser Temperatur gerührt. Nach
einer Stunde wird die schwere Glycerinphase abgetrennt (46 ml;
D. 1,085 g/cm3 (20°C)). Zu der Esterphase wird die restliche
Menge (7 ml) der methanolischen Kaliumhydroxidlösung zugefügt.
Die Mischung wird 30 min bei 40°C gerührt, anschließend mit
10 ml Rohglycerin (D. 1,260 g/cm3 (20°C)) versetzt und weitere
30 min gerührt. Nach zwei Stunden wird die Glycerinphase (20 ml;
D. 1,127 g/cm3 (20°C)) vollständig abgetrennt. Nach der Behand
lung mit 6 g Bleicherde bei Prozeßtemperatur und gleichzeitiger
Entfernung der leichtflüchtigen Komponenten erhält man nach dem
Absaugen der belasteten Bleicherde 270 g hellgelben normgerech
ten Rapsmethylester.
(Gehalt an Glyceriden < 0,1%; freies Glycerin < 0,001%; Säurezahl
0,23; pH-Wert 5,6. Der pH-Wert wurde in der wäßrigen Phase einer
Ausschüttlung von Rapsmethylester mit dem gleichen Volumen de
stilliertem Wasser gemessen.)
Reaktionsführung analog Beispiel 1 unter Verwendung von 6 g Kie
selsäure zur Behandlung bei Prozeßtemperatur und gleichzeitiger
Entfernung der leichtflüchtigen Komponenten. Man erhält 265 g
normgerechten Rapsmethylester.
(Gehalt an Glyceriden < 0,1%; freies Glycerin < 0,01%; Säurezahl
0,15; pH-Wert 5,8.)
Reaktionsführung analog Beispiel 1 unter Verwendung von 20 ml
Glycerinphase aus der ersten Veresterungsstufe (D. 1,075 g/cm3
(20°C)) als Waschmedium. Man erhält 30 ml zweite Glycerinphase
mit einer Dichte von 1,059 g/cm3 (20°C) und 272 g normgerechten
Rapsmethylester.
(Gehalt an Glyceriden < 0,1%; freies Glycerin < 0,001%; Säurezahl
0,25; pH-Wert 5,4.)
Reaktionsführung analog Beispiel 3 unter Verwendung von Frittier
altöl (Säurezahl 1,8) als Ausgangsprodukt und einer Kalium
hydroxidmenge von 5,2 g.
Erste Glycerinphase: 49 ml, D. 1,057 g/cm3 (20°C)
Zweite Glycerinphase: 30,5 ml, D. 1,030 g/cm3 (20°C)
Altölmethylester: 262 g; Gehalt an Glyceriden < 0,2%; freies Glycerin < 0,01%; Säurezahl 0,4; pH-Wert 5,8.
Zweite Glycerinphase: 30,5 ml, D. 1,030 g/cm3 (20°C)
Altölmethylester: 262 g; Gehalt an Glyceriden < 0,2%; freies Glycerin < 0,01%; Säurezahl 0,4; pH-Wert 5,8.
0,72 g Natrium werden in 22 g Ethanol (96%ig) gelöst und 85%
dieser Lösung zu 100 g Rapsölraffinade unter Rühren bei Raum
temperatur zugegeben. Anschließend wird auf 45°C erwärmt und
30 min bei dieser Temperatur gerührt. Die Mischung bleibt über
Nacht stehen und die schwere Phase wird durch Zentrifugieren ab
getrennt. (Zur besseren Phasentrennung kann bereits das Reak
tionsgemisch der ersten Umesterungsstufe mit Glycerin behandelt
werden.) Zu der Esterphase wird die restliche Menge der
Natriumalkoholatlösung zugefügt. Die Mischung wird 30 min bei
40°C gerührt, anschließend mit 5 ml Glycerin versetzt, weitere
20 min gerührt und von der Glycerinphase vollständig abgetrennt.
Nach der Behandlung mit 2 g Bleicherde analog Beispiel 1 erhält
man 54,2 g Rapsölethylester (Gehalt an Glyceriden < 0,1%; freies
Glycerin < 0,001%; Säurezahl 0,15; pH-Wert 5,7.)
Reaktionsführung analog Beispiel 5 unter Verwendung von 25 g
n-Propanol und einer Reaktionszeit von 4 Stunden bei 70°C. Man
erhält 62 g Rapsöl-n-propylester (Gehalt an Glyceriden < 0,1%;
freies Glycerin < 0,001%; Säurezahl 0,18; pH-Wert 5,9.)
Reaktionsführung analog Beispiel 5 unter Verwendung von 31 g
n-Butanol und einer Reaktionszeit von 4 Stunden bei 70°C. Man
erhält 82 g Rapsöl-n-butylester (Gehalt an Glyceriden < 0,15%;
freies Glycerin < 0,001%; Säurezahl 0,21;
pH-Wert 6,1.)
Claims (4)
1. Verfahren zur Herstellung von Fettsäureestern niederer ein
wertiger n-Alkohole mit 1 bis 4 C-Atomen durch Umesterung von
Fettsäureglyceriden mit den niederen Alkoholen in Gegenwart
basischer Katalysatoren, dadurch gekennzeichnet, daß nach er
folgter Umesterung die Esterphase mit Glycerin, Rohglycerin
oder Glycerinphase einer vorangegangenen Umesterungsstufe ge
waschen, von der letzten Glycerinphase vollständig abgetrennt
und mit Bleicherde, Kieselsäure oder anderen physiko-chemisch
ähnlichen Substanzen in einer Menge von 1% bis 5% bezogen
auf eingesetztes Fettsäureglycerid behandelt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Zugabe des Waschglycerins vor der Abtrennung der letzten
Glycerinphase erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Menge an verwendeter Bleicherde, Kieselsäure oder anderen
physiko-chemisch ähnlichen Substanzen 1,5% bis 3% bezogen
auf eingesetztes Fettsäureglycerid beträgt.
4. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die Dichte der abzutrennenden Glycerinphase 1,03 g/cm3 (20°C)
nicht unterschreitet.
Priority Applications (6)
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