DE4311652C2 - Öldruckregelventil-Baugruppe für hydrostatische Getriebe - Google Patents

Öldruckregelventil-Baugruppe für hydrostatische Getriebe

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Description

Die Erfindung bezieht sich auf eine Ventilbaugruppe zum Regeln des Öldrucks in einer Ölleitung, die die Hydraulik­ pumpe und den Hydraulikmotor eines hydrostatischen Ge­ triebes in einem Fahrzeug wie etwa einer Zugmaschine ver­ bindet, das zum stufenlosen Verändern der Fahrgeschwin­ digkeit dient.
In einem hydrostatischen Getriebe kann während der Zeit­ spanne, in der die Pumpe in Betrieb gesetzt, der Motor jedoch noch nicht angelaufen ist, ein abnorm hoher Öl­ druck in der Ölleitung zwischen der Hydraulikpumpe und dem Hydraulikmotor auftreten. Ein solcher abnorm hoher Öl­ druck kann auch während des normalen Betriebs des hydro­ statischen Getriebes verursacht werden, wenn die auf den Motor wirkende Last plötzlich erhöht wird. Ferner kann ein abnorm hoher Öldruck auch während der Zeit auftreten, in der die Pumpe gestoppt worden ist, jedoch der Motor infolge seiner Schwungkraft noch läuft.
Aus der JP, U No.3-100659 ist eine Öldruckregelventil-Baugruppe bekannt, die als Druckbegrenzungsventil arbeitet, um solche abnorm hohen Öldrücke auszuschließen, und auch um den Öldruck in der Ölleitung zwischen der Pumpe und dem Motor nach dem An­ laufen des hydrostatischen Getriebes allmählich zu erhöhen, um für einen stoßfreien Start des Fahrzeugs zu sorgen, in dem das hydrostatische Getriebe verwendet wird.
Diese Ventilbaugruppe ist so aufgebaut, daß sie Öl aus der Ölleitung zwischen der Hydraulikpumpe und dem Hydraulikmotor an eine von einer Förderpumpe kommende Ölförderleitung abgibt, die das hydrostatische Getriebe mit Arbeitsöl ver­ sorgt. Das Druckbegrenzungsventilglied der Ventilbaugruppe be­ steht im einzelnen aus einem Stufenkolben, der eine erste Druckbeaufschlagungsfläche bzw. Druckeinwirkungsfläche auf der Seite der Ölleitung zwischen der Pumpe und dem Motor und eine zweite Druckeinwirkungsfläche aufweist, die auf der der ersten Fläche gegenüberliegenden Seite angeordnet und größer ist als diese. Ein gedrosselter Öldurchlaß ist mit diesem Stufenkolben verbunden, der den in der Ölleitung zwischen der Pumpe und dem Motor vorhandenen Öldruck derjenigen Seite des Stufenkolbens zuführt, der die zweite Öldruckeinwirkungs­ fläche aufweist. Ein Steuerkolben ist koaxial mit dem Stufen­ kolben angeordnet, und eine Ventilfeder ist so angebracht, daß sie den Stufenkolben über den Steuerkolben vorspannt.
Infolgedessen wird ein abnorm hoher Öldruck, der in einer Öl­ leitung von der Pumpe zum Motor zwischen dem Starten der Pumpe und dem Anlaufen des Motors auftreten könnte, von der Ölförderleitung durch einen Ölentlastungsvorgang des Stufen­ kolbens verhindert, der durch den auf die erste Druckeinwirkungs­ fläche wirkenden Öldruck entgegen der Vorspannkraft der Ventilfeder in eine Ölabgabeposition bewegt wird, wobei der Steuerkolben in Richtung auf die Feder geschoben wird. Nunmehr wird der in der Ölleitung zwischen der Pumpe und dem Motor herrschende Öldruck allmählich auf die zweite Druck­ einwirkungsfläche des Stufenkolbens, die größer als die erste Fläche ist, durch den gedrosselten Öldurchlaß hin­ durch zur Wirkung gebracht, so daß der Ölabgabedruck des Stufenkolbens allmählich erhöht wird. Auf diese Weise wird der Öldruck in der Ölleitung zwischen der Pumpe und dem Mo­ tor langsam gesteigert, so daß ein stoßfreies Anfahren des Fahrzeugs sichergestellt wird. Beim normalen Betrieb nimmt der Stufenkolben wegen des Größenunterschiedes zwi­ schen der ersten und der zweiten Druckeinwirkungsfläche seine am weitesten von dem Steuerkolben entfernte Stellung ein, und in dieser Stellung sperrt er die Ölleitung zwischen der Pumpe und dem Motor von der Ölförderleitung ab. Ein abnorm hoher Öldruck, der während des normalen Betriebs des hydrostatischen Getriebes auftreten könnte, sowie ein abnorm hoher Öldruck während des Weiterlaufens des Motors infolge seiner Schwungkraft nach dem Stoppen der Pumpe wird ebenfalls durch den Stufenkolben auf die Ölförderleitung begrenzt.
Bei einer Druckregelventilbaugruppe nach der oben beschrie­ benen bekannten Konstruktion kann die Art und Weise, wie der Öldruck in dem Druckmittelweg zwischen der Hydraulik­ pumpe und dem Motor nach dem Anlaufen des hydrostatischen Getriebes gesteigert wird, stark durch die Kraft der Ven­ tilfeder und den vorbestimmten Hub des Stufenkolbens und des Steuerkolbens beeinflußt werden. Die bekannte Ventil­ baugruppe ist nicht so konstruiert, daß sich diese Fakto­ ren verändern lassen. Die Art des Anstiegs des Öldrucks macht sich jedoch beim Starten des Fahrzeugs für den Fah­ rer stark bemerkbar. Außerdem ist es bei einem Arbeits­ fahrzeug wie etwa einer Zugmaschine wünschenswert, den An­ stieg des Öldrucks mit Rücksicht auf ein mit dem Fahrzeug verbundenes Arbeits- oder Hilfsgerät wie ein Mähwerk, einen Anhänger, ein Schaufelgerät, einen Kultivator oder dergl. oder in Abhängigkeit vom Fahrzeugtyp regeln zu können, so daß beispielsweise dann, wenn die durch das hydrostatische Getriebe anzutreibende Trägheitsmasse groß ist, der Öldruck von einem relativ hohen Anfangsdruck ausgehend verhältnis­ mäßig schnell gesteigert wird.
Weiter ist aus der DE-OS 19 31 533 eine Einrichtung zur Steuerung von hydraulischen Antrieben bekannt, bei der zur Erzielung eines weichen Anfahrens des Antriebs die Steuer­ einrichtung so ausgebildet ist, daß ein mit einer Rück­ laufleitung verbundenes und auf einen unteren Vorspann­ druck eingestelltes Druckbegrenzungsventil an die Zulauf­ leitung angeschlossen ist, wobei das Ventil bei Drucker­ höhungen in der Zulaufleitung aufgrund z. B. eines Anfahr­ vorganges über eine durch das Druckmittel betätigbare Nach­ spanneinrichtung selbsttätig auf höhere Druckwerte nach­ gespannt wird. Die Nachspanneinrichtung wird dabei über eine einstellbare Drossel beaufschlagt, über die der Getriebehochdruck verzögert zugeführt wird. Durch die Einstellbarkeit der Drossel kann die Steilheit des Druck­ anstieges des Arbeitsdruckes beeinflußt werden, wobei unterschiedliche Anforderungen erfüllt werden können. Eine Verstellung der Vorspannkraft der Feder von außen ist nicht vorgesehen. Weiter besteht die bekannte Ein­ richtung aus zwei parallel angeordneten Ventilbaugruppen. Ein Sperrglied ist bei dieser bekannten Einrichtung nicht vorgesehen.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte Druckregelventilbaugruppe zu schaffen, die einen großen Verstellbereich für die Art des Anstiegs des Öldrucks in einer Ölleitung zwischen der Hydraulikpumpe und dem Hydraulikmotor eines hydrostatischen Getriebes ermög­ licht.
Die Erfindung geht von einer bekannten Öldruckregelventil­ baugruppe für das hydrostatische Getriebe eines Fahrzeugs der eingangs genannten Art aus, die folgende Merkmale um­ faßt: eine erste Öffnung zum Anschließen an eine Ölleitung zwischen der Hydraulikpumpe und dem Hydraulikmotor des hy­ drostatischen Getriebes; eine zweite Öffnung zum Anschließen an eine Ölförderleitung, die von einer Förderpumpe zum Zu­ führen von Arbeitsöl zu dem hydrostatischen Getriebe führt; ein Stufenkolben, der als Entlastungsventilglied zum Ab­ geben von Öl von der ersten zur zweiten Öffnung betätigbar ist und der auf der Seite der ersten Öffnung eine erste Druckeinwirkungsfläche und auf der entgegengesetzten Seite eine zweite Druckeinwirkungsfläche aufweist, die größer ist als die erste; ein gedrosselter Öldurchlaß zum Über­ führen von Öldruck von der ersten Öffnung auf die andere Seite des Stufenkolbens, wo sich die zweite Druckeinwir­ kungsfläche befindet; ein Steuerkolben, der koaxial mit dem Stufenkolben angeordnet ist; und eine Ventilfeder, die zum Vorspannen des Stufenkolbens über den Steuerkolben dient, um ihn in Richtung auf die erste Öffnung zu bewegen, wobei Mittel vorgesehen sind zum Aufnehmen eines Endes der Ven­ tilfeder an der dem Steuerkolben gegenüberliegenden Seite und zum Begrenzen der Bewegung des Steuerkolbens von dem Stufenkolben fort.
Gemäß der Erfindung bestehen die zuletzt genannten Mittel aus einem Federaufnahmeglied und einem Sperrglied, welche unabhängig voneinander in ihrer Position auf den Steuer­ kolben zu oder von ihm weg verstellbar sind.
Bei der erfindungsgemäß ausgebildeten Öldruckregelventil- Baugruppe kann somit die Kraft der Ventilfeder variiert bzw. eingestellt werden, indem man die Position des Federauf­ nahmegliedes in Richtung auf den Steuerkolben oder von ihm weg verändert. Unabhängig davon kann der Hub des Stufen- und des Steuerkolbens dadurch variiert oder eingestellt werden, daß man die Position des Sperrgliedes in Richtung auf den Steuerkolben und von ihm fort verstellt. Hierdurch werden große Variationsmöglichkeiten für den Anstieg des Öldrucks in der Ölleitung zwischen der Hydraulikpumpe und dem Motor eines hydrostatischen Getriebes nach dem Anlassen des Getriebes geschaffen, wie weiter unten anhand von Fig. 4 näher erläutert wird.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung er­ streckt sich das Sperrglied durch das Federaufnahmeglied hindurch und ist im Federaufnahmeglied verstellbar geführt.
Im folgenden wird die Erfindung anhand schematischer Zeich­ nungen an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 eine Schnittzeichnung einer Ausführungsform der er­ findungsgemäßen Ventilbaugruppe einschließlich einer schematischen Darstellung eines hydrostatischen Fahr­ zeuggetriebes mit einem Diagramm des Druckmittelkreis­ laufs;
Fig. 2 eine Schnittzeichnung des Ventilmechanismus auf der rechten Seite von Fig. 1 in einem anderen Betriebs­ zustand;
Fig. 3 eine Schnittzeichnung des Ventilmechanismus nach Fig. 2 in einem weiteren veränderten Betriebszustand; und
Fig. 4 eine graphische Darstellung zur Veranschaulichung der Arbeitsweise der Ausführungsform.
In Fig. 1 ist eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung zusammen mit einem hydrostatischen Getriebe 10 einschließ­ lich eines vereinfachten Diagramms des Druckmittelkreislaufs dargestellt. Wie gewöhnlich gehören zu dem hydrostatischen Getriebe 10 eine Hydraulikpumpe 11 mit variabler Verdrängung, wobei die Verdrängung mittels einer Schrägscheibe 11a vari­ iert bzw. geregelt wird, und ein Hydraulikmotor 12 mit fester Verdrängung. Diese Hydraulikpumpe und der Motor sind durch ein Paar von Ölleitungen 13 in Form einer geschlossenen Schlei­ fe miteinander verbunden. Ein Ölförderweg 15, der dem hydrostatischen Getriebe 10 Arbeitsöl von einer Förderpumpe 14 her zuführt, steht mit jedem der beiden Ölleitungen 13 über ein Rückschlagventil 16 in Verbindung, das einen Rückfluß von Öl verhindert. Der Öldruck in dem Ölförderweg 15 wird durch ein Druckbegrenzungsventil 17 auf einen niedrigen Druck von etwa 5 kg/cm2 gehalten bzw. be­ grenzt.
In einem Ventilgehäuse 18 zur Aufnahme der mit dem hydro­ statischen Getriebe 10 verbundenen Ventile ist ein Paar von Öldruckregelventilmechanismen angeordnet, die den Öldruck in der linken und rechten Ölleitung 13 (bei Betrachtung in Fig. 1) regeln. Zwei erste Öffnungen 21 für diese Ventil­ mechanismen sind in dem Ventilgehäuse 18 ausgebildet und stehen mit den beiden Ölleitungen 13 in Verbindung. Eine Öff­ nung 19 steht über Öldurchlässe innerhalb des Gehäuses 18 mit zweiten Öffnungen 22 für das Paar von Druckregelventil­ mechanismen in Verbindung. Zu den Ventilmechanismen auf der linken und rechten Seite von Fig. 1 gehören Ventilkammern 20, die jeweils als mit einem Boden versehene Hohlzylinder getrennt von dem Ventilgehäuse 18 ausgebildet und in ein Paar paralleler Ventilaufnahmebohrungen in dem Gehäuse 18 eingesetzt sind.
Jede Ventilkammer 20 ist an ihrem innersten Ende bzw. ihrer Bodenwand mit einer durchgehenden Bohrung 21a von relativ geringer Größe versehen, die mit der zugehörigen ersten Öff­ nung 21 in Verbindung steht, sowie mit einer durchgehenden Bohrung 22a in ihrer Seitenwand, die mit der zugehörigen zweiten Öffnung 22 in Verbindung steht. Die Ventilkammer 20 weist außerdem in ihrer Seitenwand etwas unterhalb der Boh­ rung 22a eine durchgehende Bohrung 21b auf, die mit der er­ sten Öffnung 21 über den Raum, der den einen kleineren Durchmesser aufweisenden unteren Teil der Kammer 20 umgibt, in Verbindung steht. Zwischen den Bohrungen 21b und 22a ist im Innenumfang der Ventilkammer 20 ein kegelstumpfförmiger Abschnitt ausgebildet, an dessen unterem Ende ein ringför­ miger Ventilsitz 30 geformt ist. Ein Stufenkolben 23 mit einem kegelstumpfförmigen Abschnitt von etwas geringerem Durchmesser als der kegelstumpfförmige Abschnitt der Kammer 20 ist innerhalb der Ventilkammer verschiebbar so ange­ ordnet, daß er mit seinem kegelstumpfförmigen Abschnitt auf dem Ventilsitz 30 zur Anlage kommen kann, um die Ölverbin­ dung zwischen den Bohrungen 21b und 22a und somit zwischen der ersten und der zweiten Öffnung 21 und 22 zu unterbrechen.
Der Stufenkolben 23 besitzt außerdem einen zylindrischen Abschnitt von relativ kleinem Durchmesser, der sich vom unteren Ende des kegelstumpfförmigen Abschnitts nach unten erstreckt, sowie einen hohlzylindrischen Abschnitt von rela­ tiv großem Durchmesser, der vom oberen Ende des kegelstumpf­ förmigen Abschnitts aus nach oben ragt. Die erste Druck­ einwirkungsfläche S1 des Stufenkolbens 23 wird auf der Seite der ersten Öffnung 21 durch die untere Stirnwand des unteren Zylinderabschnitts gebildet, während die zweite Druckein­ wirkungsfläche S2 des Kolbens 23, die größer ist als die erste Fläche S1, auf der entgegengesetzten Seite durch die innere Bodenfläche des oberen, hohlzylindrischen Abschnitts gebildet wird. Der untere zylindrische Abschnitt des Kolbens 23 umfaßt einen oberen Endabschnitt mit verkleinertem Durchmesser, der dann, wenn der Stufenkolben 23 seine Öl­ entlastungsfunktion nach Fig. 2 durchführt, für einen Öl­ durchtritt zwischen den Bohrungen 21b und 22a sorgt. Ein gedrosselter Öldurchlaß 24, der in Form eines Öffnungssym­ bols dargestellt ist, wird durch einen kleinen Zwischenraum zwischen der inneren Umfangsfläche der Ventilkammer 20 und der äußeren Umfangsfläche des unteren Endabschnitts des Kol­ bens 23 gebildet. Der gedrosselte Öldurchlaß 24 steht mit dem unteren inneren Ende des oberen, hohlzylindrischen Ab­ schnitts des Kolbens 23 über eine in dem Stufenkolben aus­ gebildete Ölleitung 23a in Verbindung.
Ein zylindrischer Steuerkolben 26 ist in den oberen, hohl­ zylindrischen Abschnitt des Stufenkolbens 23 verschiebbar eingepaßt und weist einen Kopf 26a mit größerem Durchmesser auf, der an dem oberen Ende des Stufenkolbens 23 zur Anlage gebracht werden kann. Zwischen den Kolben 23 und 26 ist ein O-Ring 31 vorgesehen, um einen Durchtritt von Öl zur Ober­ seite des Stufenkolbens 23 zu verhindern.
Eine Ventilfeder 25 liegt mit ihrem unteren Ende an der Ober­ fläche des Kopfes 26a des Steuerkolbens 26 an, so daß die Feder den Stufenkolben 23 über den Steuerkolben 26 in Rich­ tung auf die erste Öffnung 21 vorspannt. Das obere Ende die­ ser Ventilfeder 25 wird über einen Ring 34 durch ein zylin­ drisches Federaufnahmeglied 27 aufgenommen, das koaxial mit den Kolben 23 und 26 angeordnet und in einen Gewindeabschnitt 33 in der inneren Umfangsfläche des oberen Endabschnitts der Ventilkammer 20 eingeschraubt ist. Der Gewindeabschnitt 27a des Federaufnahmegliedes 27 ist mit einer Stellmutter 35 versehen, die an der oberen Stirnwand der Ventilkammer 20 anliegt. Somit kann die Position des Federaufnahmegliedes 27 durch eine Drehbewegung der Stellmutter 35 in Richtung auf den Steuerkolben 26 zu oder von ihm fort eingestellt oder variiert werden. Bei der gezeigten Ausführungsform sind die Außendurchmesser des oberen, hohlzylindrischen Abschnitts des Stufenkolbens 23 und des Kopfes 26a des Steuerkolbens 26 so bemessen, daß ein ringförmiger Zwischenraum zur Über­ führung von Öldruck von der zweiten Öffnung 22 zur Oberseite des Steuerkolbens 26 um den Stufenkolben 23 und den Kopf 26a herum auf der Innenseite der Ventilkammer 20 vorhanden ist.
Das Federaufnahmeglied 27 weist eine durchgehende axiale Bohrung 27b auf, durch die sich ein stabförmiges Sperrglied 28 erstreckt. Dieses Sperrglied 28 weist einen mit Gewinde versehenen oberen Endabschnitt 28a auf, der in eine Mutter 37 eingeschraubt ist, die an der oberen Stirnwand des Auf­ nahmegliedes 27 befestigt ist. Das Sperrglied 28 ist an sei­ nem äußeren Ende mit einem Einschnitt 28b zur Aufnahme eines Werkzeugs versehen. Der Steuerkolben 26 wird an einer Bewe­ gung von dem Stufenkolben 23 fort gehindert, wenn der Kolben 26 zur Anlage an dem Sperrglied 28 kommt, wie in Fig. 2 und 3 gezeigt. Die Position des Sperrgliedes 28 kann in Richtung auf den Steuerkolben 26 zu oder von ihm weg eingestellt bzw. variiert werden, indem man das Sperrglied mit Hilfe eines Werkzeugs dreht, das in den Einschnitt 28b des Sperrgliedes 28 eingreift. Das Sperrglied 28, das durch das Federaufnahme­ glied 27 ragt und durch dieses Glied verstellbar unterstützt wird, braucht keine zusätzliche Haltevorrichtung.
Die Öldruckregelventil-Baugruppe arbeitet wie folgt:
Wenn das hydrostatische Getriebe 10 aus seiner Leerlaufstel­ lung nach Fig. 1 in die Betriebsstellung gebracht wird, in der Öl durch die Hydraulikpumpe 11 in die Ölleitung 13 auf der rechten Seite von Fig. 1 gepumpt wird, kann Öl in dieser Ölleitung 13 eingeschlossen werden, bis der Hydraulikmotor 12 durch Drucköl in Umlauf gesetzt wird. Infolgedessen kann der Öldruck in der Leitung 13 plötzlich auf einen abnorm hohen Wert ansteigen, wie in Fig. 4 gezeigt. Erreicht jedoch der Öldruck den Ölentlastungsdruck des Stufenkolbens 23, wobei dieser Druck durch die Ventilfeder 25 bestimmt ist, wird der Kolben 23 durch auf die erste Fläche S1 wirkenden Öl­ druck in eine Ölentlastungsstellung nach Fig. 2 bewegt, wobei der Steuerkolben 26 entgegen der Vorspannkraft der Feder 25 verschoben wird, so daß Öl aus der Ölleitung 13 an den Ölförderweg 15 abgegeben wird, wodurch der plötzli­ che Anstieg des Öldrucks bei einem niedrigen Öldruck P1 gemäß. Fig. 4 unterbrochen wird. Während nunmehr Öl aus der ersten Öffnung 21 allmählich durch den gedrosselten Öldurch­ laß 24 auf die Seite des Stufenkolbens 23 fließt, die die zweite Druckeinwirkungsfläche S2 aufweist, wird der Ölent­ lastungsdruck des Stufenkolbens 23 infolge der allmählichen Kompression der Ventilfeder 25 und infolge des auf der Flächendifferenz (S2-S1) basierenden Druckunterschiedes allmählich gesteigert. Der Steuerkolben 26 kommt nun zur An­ lage an dem Sperrglied 28, wie in Fig. 2 gezeigt, so daß die Vorspannkraft der Ventilfeder 25 auf einen maximalen Wert erhöht wird. Da die auf der Flächendifferenz (S2-S1) basie­ rende Druckdifferenz allmählich zunimmt, während Öl durch den gedrosselten Öldurchlaß 24 zu der Seite mit der größeren Druckeinwirkungsfläche S2 fließt, setzt der Stufenkolben 23 seine Ölentlastungsfunktion fort, wobei ein allmählicher Anstieg seines Ölentlastungsdrucks während des Zeitinter­ valls Δt nach Fig. 4 stattfindet. Wenn nunmehr der Öldruck in der Ölleitung 13 einen höheren Wert P2 erreicht hat, nimmt der Stufenkolben 23 eine Position ein, in der er auf dem Ventilsitz 21b aufsitzt, um die erste Öffnung 21 zu blok­ kieren. Hierauf steigt der Öldruck in der Ölleitung 13 relativ schnell auf einen Wert P3 an, der durch die durch den Hydrau­ likmotor 12 getriebene Last bestimmt wird. Da ein Öldruck mit dem Wert P3 auch auf die zweite Einwirkungsfläche S2 wirkt, wird der Stufenkolben 23 durch eine auf der Flächen­ differenz (S2-S1) basierende hohe Druckdifferenz in Richtung auf die erste Öffnung angetrieben, so daß er gemäß Fig. 3 die erste Öffnung 21 in der von dem Steuerkolben 26 am weitesten entfernten Stellung versperrt, um ein Lecken von Drucköl aus der Ölleitung 13 mit Sicherheit zu verhindern.
Wird ein abnorm hoher Öldruck in der Ölleitung 13 z. B. durch einen plötzlichen Anstieg der auf den Hydraulikmotor 12 auf­ gebrachten Last während des in Fig. 3 gezeigten normalen Betriebs verursacht, kann der Stufenkolben 23 einen Öl­ entlastungsvorgang durchführen, da die Einwirkung eines plötzlich auftretenden hohen Drucks auf die zweite Fläche S2 durch den gedrosselten Öldurchlaß 24 verzögert wird. Infolge­ dessen wird ein solcher hoher Druck durch eine Ölentlastungs­ funktion des Stufenkolbens 23 auf die Ölförderleitung 15 beschränkt. Wird die Hydraulikpumpe 11 gestoppt, um das hydrostatische Getriebe aus dem Zustand nach Fig. 3 heraus zum Stillstand zu bringen, kann Öl in die Ölleitung 13 auf der linken Seite von Fig. 1, in welche Öl durch Trägheitsdrehung des Hydraulikmotors 12 gepumpt werden kann, eingeschlossen werden, so daß in dieser Ölleitung 13 ein abnorm hoher Öldruck entstehen kann. Dies wird jedoch dadurch ausgeschlossen, daß der Stufenkolben 23 in dem Ven­ tilmechanismus auf der linken Seite von Fig. 1 einen Ölent­ lastungsvorgang in ähnlicher Weise wie in Fig. 2 gezeigt durchführt. Außerdem wird ein unerwartetes Anfahren des Fahrzeugs aus dem Leerlaufzustand des hydrostatischen Ge­ triebes, wie es vorkommen kann, wenn die Schrägscheibe 11a eine leicht geneigte Stellung einnimmt, so daß Öl in eine der Ölleitungen 13 gepumpt wird, durch die Ölentlastungsfunk­ tion eines der Stufenkolben 23 wirksam verhindert.
Bei der erfindungsgemäßen Ventilbaugruppe kann die Kraft der Ventilfeder 25 dadurch variiert oder eingestellt werden, daß man die Position des Federaufnahmegliedes 27 in Richtung auf den Steuerkolben 26 zu oder von ihm weg verstellt. Unabhängig von dieser Einstellung kann der Hub des Steuerkolbens 26 und des Stufenkolbens 23 durch Verstellen der Position des Sperr­ gliedes 28 in Richtung auf den Steuerkolben zu oder von ihm weg variiert oder eingestellt werden. Die Einstellbarkeit der Kraft der Ventilfeder 25 ermöglicht eine Justierung des Öl­ drucks P1 gemäß Fig. 4, von dem ein allmählicher Anstieg des Öldrucks ausgeht. Diese Einstellbarkeit der Federkraft ge­ stattet auch das Justieren des Öldrucks P2 nach Fig. 4, bei dem der Stufenkolben 23 seine Ölentlastungsfunktion einstellt, da der Kolben 23 diese Funktion unter der Vor­ spannkraft der Feder 25 sowie aufgrund der auf der Flächen­ differenz (S2-S1) basierenden Druckdifferenz durchführt. Die Einstellbarkeit der Federkraft ermöglicht außerdem eine Einstellung der Bewegungsgeschwindigkeit des Steuerkolbens 26, der entgegen der Vorspannkraft der Feder 25 bewegt wird. Die Verstellbarkeit des Hubes der Kolben 23 und 26 gestattet die Einstellung des in Fig. 4 gezeigten Zeitintervalls Δt, während dessen der Öldruck allmählich gesteigert wird, und die Einstellung der Geschwindigkeit dieses allmählichen Öl­ druckanstiegs. Diese Einstellbarkeit des Kolbenhubes ermög­ licht auch das Einstellen der Öldrücke P1 und P2 gemäß Fig. 4, da der in Fig. 2 und 3 gezeigte am stärksten zusammen­ gedrückte Zustand der Ventilfeder 25 als Reaktion auf den Kolbenhub variiert wird. Infolgedessen kann die Art und Weise des Öldruckanstiegs in einem Ölkanal zwischen der Hydraulikpumpe und dem Motor eines hydrostatischen Getrie­ bes beinahe frei variiert bzw. eingestellt werden, wie in Fig. 4 durch die Kurven C1, C2 und C3 veranschaulicht.
Der allmähliche Anstieg des Öldrucks während des Zeitinter­ valls Δt nach Fig. 4 gewährleistet ein stoßfreies Anfahren des Fahrzeugs. Der in Fig. 4 gezeigte Öldruck P0 ist der im Leerlauf vorhandene Öldruck, der durch das Entlastungsventil 17 in Fig. 1 bestimmt wird. Bei der gezeigten Ausführungs­ form wird dieser Druck P0 durch die zweite Öffnung 22 und durch den Ringraum um den oberen Abschnitt des Stufenkol­ bens 23 und den Kopf 26a des Steuerkolbens 26 herum zur Oberseite des Steuerkolbens 26 geleitet, so daß der Stufen­ kolben 23 in seine Ölentlastungsstellung nach Fig. 2 sowohl durch die Ventilfeder 25 als auch durch den Öldruck P0 vor­ gespannt wird. Dies trägt dazu bei, daß eine leichtere Fe­ der als Ventilfeder 25 verwendet werden kann.

Claims (2)

1. Öldruckregelventil-Baugruppe für ein hydrostatisches Fahrzeuggetriebe (10), umfassend: eine erste Öffnung (21) zum Anschließen an eine Ölleitung zwischen der Hydraulikpumpe (11) und dem Hydraulikmotor (12) des hydrostatischen Getriebes (10); eine zweite Öffnung (22) zum Anschließen an einen von einer Förderpumpe (14) kommen­ den Ölförderweg (15) zum Zuführen von Arbeitsöl zu dem hydrostatischen Getriebe; ein Stufenkolben (23), der als Entlastungsventilglied zum Überführen von Öl von der ersten Öffnung (21) zur zweiten Öffnung (22) betätigbar ist, wobei der Stufenkolben auf der Seite der ersten Öffnung (21) eine erste Druckeinwirkungsfläche (S1) und auf der entge­ gengesetzten Seite eine zweite Druckeinwirkungsfläche (S2) aufweist, die größer ist als die erste Fläche (S1); ein gedrosselter Öldurchlaß (24) zum Überführen von Drucköl von der ersten Öffnung (21) zu der genannten entgegenge­ setzten Seite des Stufenkolbens (23), die die zweite Fläche (S2) aufweist; ein Steuerkolben (26), der koaxial mit dem Stufenkolben (23) angeordnet ist; und eine Ventilfeder (25) zum Vorspannen des Stufenkolbens (23) über den Steuerkol­ ben (26) in Richtung auf die erste Öffnung (21), wobei Mittel vorgesehen sind zum Aufnehmen eines Endes der Ven­ tilfeder (25) an der dem Steuerkolben (26) gegenüberlie­ genden Seite und zum Begrenzen der Bewegung des Steuer­ kolbens (26) von dem Stufenkolben (23) fort, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel aus einem Federaufnahmeglied (27) und einem Sperrglied (28) beste­ hen, welche unabhängig voneinander in ihrer Position auf den Steuerkolben (26) zu oder von ihm weg verstellbar sind.
2. Öldruckregelventil nach Anspruch 1, dadurch gekenn­ zeichnet, daß das Sperrglied (28) sich durch das Federaufnahmeglied (27) hindurch erstreckt und im Feder­ aufnahmeglied (27) verstellbar geführt ist.
DE4311652A 1992-04-24 1993-04-08 Öldruckregelventil-Baugruppe für hydrostatische Getriebe Expired - Fee Related DE4311652C2 (de)

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