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Mechanisch-pneumatische Blattwendevorrichtung. «Vorliegende Erfindung
betrifft eine mechanisch-pneumatische ' Blattwendevorrichtung, welche dazu bestimmt
ist, einzelne Blätter von Heften, Büchern o. dgl. abzuheben und umzulegen, ohne
daß an den Heften, Büchern o, dgl. außer der Befestigung an der Blattauflage irgendwelche
sonstige Anordnung nötig wäre, und besteht im wesentlichen aus drei Teilen, und
zwar: i. aus einem Zylinder, welcher 'innen mit spiralförmigen Nuten versehen ist,
durch dessen geometrische Achse eine Stange läuft. Dieser Zylinder vermittelt eine
Drehung einer Luftpumpe um die Stange von rechts nach links; 2. aus zwei kreisrunden
Scheiben, die in einer Entfernung senkrecht gegenübergestellt sind und auf der Innenseite
mit Nuten versehen sind, die eine Drehung von unten nach oben, senkrecht zur Achse
des Zylinders bzw. zur Stange vermitteln; 3. aus einer nach rechts ausholenden Luftptunpe
mit einem J-förmigen Ansatz am rechten Ende, welcher trichterförmig abschließt.
Durch Heben der Stange, die durch den Zylinder geht, werden die kreisrunden Scheiben
gedreht und vermitteln eine Drehung der Pumpe um ihre Längsachse von vorn nach rückwärts
und ein Heben des J-förmigen Ansatzes aus der Tiefstellung in die Hochstetlung
sowie
ein Aufschlagen des Trichters auf (las zu hebende Blatt Papier. Durch das weitere
Heben der Stange wird auch der Zylinder von rechts nach links gedreht und mit ihm
die Pumpe, die das Blatt mitnimmt und auf die linke Seite umwendet, womit die Vorrichtung
ihre Aufgabe erfüllt hat, in ihre ursprüngliche Lage "zurückkehrt und nun ein weiteres
Blatt zu lieben bereit ist.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
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Es ist a (Abb. i, 2, y) ein Blechzylinder, in welchem vier schraubenförmig
gebogene Messingstreifen b (Abb. 2 und 9) so angebracht sind, daß sie zwei Nuten
bilden, die sich im Zylinder diametral gegenüberstehen und eine Drehung des Zylinders
und mit ihm der ganzen Vorrichtung mit den kreisrunden Scheiben und der Luftpumpe
bewirken. Die Nuten sind im unteren Drittel des Zylinders senkrecht und erst im
übrigen Teile des Zylinders nach rechts gewunden und vollführen eine halbe Drehung
(i8o°).
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c, c (Abb. i, 2, 3, d., 9) sind zwei kreisrunde Scheiben, von denen
jede mit einer senkrechten, etwas gebogenen und einer nach rechts bzw. nach links
greifenden halbkreisförmigen Nut versehen ist. Diese Scheiben sind in einer Entfernung
von 2 cm so miteinander verbunden, daß die durch ihre Mittelpunkte gelegte Achse
ihre Drehachse bildet. Die Nuten stehen sich so gegenüber wie der Gegenstand dem
Spiegelbilde im Spiegel; sie sind dazu bestimmt, eine Drehung der Scheiben senkrecht
auf die Richtung ihrer Achse von vorn nach rückwärts (Abb.9 Pfeilrichtung) oder,
vom rechten Ende der Achse aus gesehen, im Sinne des Uhrzeigers zu vermitteln. Die
Drehung beträgt 9o° oder 1/4 Kreisbogen. Die Achse beider Scheiben ist in einem
Rahmen d (Abb. i, 2, 9) gelagert, der die Scheiben in einer bestimmten Stellung
festhält. Auf diesem Rahmen ist ollen der Zylinder a fest angebracht.
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Die Luftpumpe besteht aus einem engeren Rohr, in welchem eine schraubenförmige
Spannfeder p (Abb. i, 2) am rechten Ende des Rohres so befestigt ist, daß das andere
Ende in ein weiteres Rohr hineinragt. Das weitere Rohr e (Abb. i, 2) ist senkrecht
auf der rechten kreisrunden Scheibe befestigt und mit dem engeren Rohr luftdicht
verbunden. Es ist in zwei Teile geteilt, so daß es bei q-q zerlegt und der nach
rechts ragende Teil abgenommen werden kann, was bei zusammenlegbaren Ständern nötig
ist, während dies für nicht zusammenlegbare Ständer nicht erforderlich ist. In diesem
weiteren Rohr bewegt sich nun ein Pumpenkolben j (Abb. i, 2), der auf das freie
Ende der Spannfeder aufgesetzt ist. Am rechten Ende des engeren Rohres ist ein J-förmiger
Ansatz f (Abb. i, 2, 8) angebracht, der in einen Trichter g endet. Der Ansatz selbst
ist mit einem luftdichten Gelenk r versehen, welches gestattet, den Trichter nach
rechts oder links zu verschieben, damit man nach Bedarf von größeren oder kleineren
Büchern oder Heften die Blätter abheben kann.
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Betätigt wird die Vorrichtung durch ein Pedal, an welches eine Eisenstange
y (Abb. 8, 9) befestigt ist. Nahe dem unteren Ende ist die Eisenstange durchbohrt,
und in der Bohrung ist eine starke Schraubenfeder 3 (Abb. 8, 9) befestigt, deren
oberes Ende an der Eisenstange y befestigt ist und diese bei der Entspannung hebt.
]Durch Niederdrücken des Pedals vermittels des Fußes wird die Feder gespannt und
ein Ende eines zweiarmigen Hebels x (Abb. -, 9), und zwar das rechte Ende, das am
oberen En(le der Stange y befestigt ist, herabgezogen, (las linke dagegen gehoben.
Am linken Ende des zweiarmigen Hebels ist eine zweite Eisenstange yz (Abb. i, 2,
8, 9) befestigt, deren unterer Teil aus beweglichen Gliedern w (Abb.8, 9, io) besteht,
die sich ihrerseits wieder in einer Hülsenführung iz befinden. Durch Herabdrücken
des Pedals wird die Stange y herabgezogen und die Stange h mit den Gliedern
w gehoben. Durch die 'Mitte der Stange h ist in entsprechender Höhe ein Sfiablstift
i. (Abb. 2, 9) quer hindurchgezogen, der in den eingangs erwähnten Nuten der beiden
Scheiben c laufen kann. Wird die Stange h mit dem Stahlstift i gehoben, so läuft
der Stift durch die halbkreisförmigen Nuten und dreht die Scheiben um 9o° von vorn
nach rückwärts (Abb.9 in der Pfeilrichtung). Dadurch wird der J-förmige Ansatz am
rechten Ende der Luftpumpe aus der Tiefstellung in die Hochstellung gehoben, und
das trichterförmige Ende desselben schlägt auf das zu hebende Blatt Papier.
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Oberhalb des Stiftes i sind in der Stange h
drei gerade
Nuten ausgenommen, die man im Ouerschnitt auf Abb. 5, Schnitt nach A-B (Abb. 2),
ersieht. In jeder der Nuten ist eine gerade, flache Stahlfeder z mit einer Ausbauchung
in der Mitte und einem hervorragenden Zahn am unteren Ende angebracht, derart, daß
eine durchlochte Scheibe 1, die auf der Stange h auf und ab gleiten kann, auf den
Zähnen sitzenbleibt und beim Heben der Stange mit derselben mitgehoben wird. Da-.
mit die Scheibe l eine sichere Auflage und eine zur Stange lr, senkrechte Lage erhält,
sind drei Federn s vorgesehen. An der Scheibe 1 sind zwei Fäden befestigt, die beim
Heben der Scheibe die Schraubenfeder p, welche sich im dünneren Rohre der Luftpumpe
e hefindet,
spannen. Am freien Ende der Feder p ist ein Pumpenkoll:en
j angebracht, der beim Heben der Stange h von den Fäden gegen c herangezogen wird,
wobei sich die Feder wie bereits erwähnt, spannt. Dadurch wird die Luft im engeren
Pumpenrohre und im Ansatz bis zumPapierblatt verdünnt, und das Blatt bleibt am trichterförmigen
Ende de-; Ansatzes haften. Dieses Haften wird dadurch begünstigt, daß man den Trichter
am oberen Ende finit Hektographenmasse oder schmiegsamem, aufgestülptem Gummi belegt,
wodurch die Innenseite des Trichters von der Außenseite beim Aufschlagen des Trichters
auf das Papier luftdicht abgeschlossen wird, und (Ja die Saugwirkung des Kolbens
schon knapp vor dem Aufschlagen des Trichter beginnt, wird das Blatt an den Trichter
angesaugt und bleibt sicher haften. Der so entstandene Überdruck der äußeren Luft
läßt <las Blatt so lange nicht los, als der Pumpenkolben nach c gezogen wird
und die Luft im Rohre verdünnt bleibt.
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Nach dein Aufschlagen des trichterförmigen Ansatzes der Luftpumpe
auf das Blatt Papier beginnt auch gleich die Drehung der gesamten Vorrichtung nach
links, weil der in der Stange h befestigte obere Stift k, der sich bisher in dem
senkrechten Teil der Nuten im Zylinder a bewegte, nunmehr in den schraubenförmigen
Teil derselben gelangt und somit den Zvlinder a sowie die daran befestigten Scheiben
c und die Pumpe c nach links drückt, wodurch die eigentliche Blattwendung geschieht.
Ist diese Blattwendung genügend weit vorgeschritten, d. h. so weit, daß das gehol:ene
Blatt nicht mehr in die ursprüngliche Lage zurückfällt, sondern durch die eigene
Schwere schon auf der linken Seite liegenbleibt, so wird die Luft in der Pumpe schon
wieder verdichtet und das Blatt vom trichterförmigen Ansatz gelöst, und zwar folgendermaßen:
Durch das Heben der Stange h. gelangen die an derselben befestigten Federn w schon
teilweise oben über den Zylinder a heraus. Sind diese Federn nun so weit aus dem
Zylinder herausgetreten, daß die mittlere Ausbauchung (Abb. 12) an die durchlochte
Scheibe in gelangt, so wird diese Ausbauchung von der gelochten Scheibe in die Nut
hineingedrückt, wodurch auch die an den unteren Enden der Federn sitzenden Zähne
in die Nuten verschwinden und die Scheibe L durch die Kraft der Feder p im Pumpenrohr
bis zum unteren Stift l zurückgezogen wird. Die Feder p zieht auch den Pumpenkolben
zurück, und dadurch wird der äußere Überdruck aufgehoben, und der nunmehr entstandene
innere Überdruck in der Pumpe bläst das Blatt vom trichterförmigen Ansatz weg, worauf
das Zurückgleiten der ganzen Vorrichtung in die anfängliche Lage bewirkt werden
kann. Beim weiteren Senken der Stange /t wird die Feder p vollends entspannt.
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Damit die Führung der Fäden, die zur Spannung der Feder p dienen,
sicher geschieht, werden dieselben über zwei besonders angeordnet° drehbare kleine
Rädchen s zur Scheibe l geführt. Außerdem ist die mit der Pumpe verbundene rechte
Scheibe c so ausgenommen, daß die Fäden sowohl bei der Rückwärtsdrehung als auch
bei der umgekehrten Drehung ihre Lage zu den am Rahmen (1 befestigten Rillenscheiben
s (Abb. 5, .I), von welchen die eine etwas höher, die andere tiefer angeordnet ist,
nicht verändern, was die Reibung und den Kraftverlust wesentlich verringert und
den Faden weniger angreift. Damit sich die Fäden durch die Links- bzw. Rechtsdrehung
der Pumpe beim Heben und Senken der Stange li- nicht um dieselbe wickeln, erhält
die Scheibe L am äußeren Rande drei Einkerbungen, in welche drei im Zylinder (?.
senkrecht angebrachte Führungsschienen hineinpassen. Dies ist iin Durchschnitt ersichtlich
auf Abb. 5 durch die schwarzen Dreiecke außerhalb der Scheibe 1, durch welche die
Scheibe 1 gezwungen wird, die Drehung des Zylinders a. mitzumachen, was bewirkt,
daß die Fäden zur Stange h. immer die gleiche Lage behalten. Drei Führungsschienen
sind im Zylinder a deshalb angebracht, weil die Schienen über den Nuten unterbrochen
werden müssen, damit der Stift k ungehindert auf und ab gleiten kann. Weil sich
die Nuten im Zylinder a diametral gegenüberstehen und zur Stange überall symmetrisch
sind, würde bei zwei Führungsschienen dieUnterbrechung in gleiche Höhe zu stehen
kommen, wodurch die Scheibe l die Führung verlieren und die weitere Auf- und Abwärtsbewegung
hindern würde.
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Damit der Pumpenansatz bei der Drehung nicht zu früh durch sein Eigengewicht
in die Tiefstellung zurückfällt, wodurch er (las Blatt Papier verlieren würde und
daher nicht auf die linke Seite übertragen könnte, ist die Stange 1a- unterhalb
des Stiftes i verdickt (Abb. 2 und 9 innerhalb des Rahmens d unter den Scheiben
c) ; auf den Rändern jeder der beiden kreisrunden Scheiben c aber ist je ein Blechstreifen
aufgelötet, derart, (iaß zwischen den beiden Blechen ein Zwischenraum bleibt, der
eben die unverdickten Stellen der Stange lt hindurchgleiten läßt, während der verdickte
Teil nur an den Ein- und Austrittstellen der Nuten zi, v (Abb. .4) hindurchtreten
kann. Dadurch wird bewirkt, daß sich die Scheiben c erst dann in ihre ursprüngliche
Lage zurückdrehen können, wenn der verdickte Teil der Stange h zwischen ihnen herausgetreten
ist und sich nunmehr schon oberhalb
der Scheiben befindet, und
zwar geschieht dies gleich, nachdem die Scheibe 1 von den Zähnen der Federn ,z auf
den Stift i herunterfällt. Somit kann das gewendete Blatt links frei liegenbleiben,
während sich der Pumpenansatz senkt.
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Nun tritt die Rückwärtsbewegung (von links nach rechts) der Pumpe
ein, und zwar wird dies durch die starke Feder 3 (Abb. 9) bewirkt, die sich nach
Aufhören des Fußdruckes sofort wieder entspannt, die Stange y hebt und die Stange
1a senkt. Der Stift k
schleift nun in den spiralförmigen Nuten des Zylinders
a wieder zurück und dreht den Zylinder und mit ihm die ganze Vorrichtung wieder
von links nach rechts; der Stift i tritt bei u ein und senkt sich bis zur Mitte
der Scheiben, worauf die Vorrichtung wieder bereit ist, ein weiteres Blatt zu wenden.
Damit der Stift i nach dem Eintritt bei u in der gebogenen Nut bis
zur Mitte der Scheiben c hinabgleiten kann, müssen die Scheiben c ein wenig nach
vorn ausweichen, und es sind daher die Lager der Achsen nicht rund, sondern oval
ausgeschnitten, während die Federn o die Achse in der Ruhelage nach rückwärts (in
Abb. 9 rechts) pressen. Dieser ovale Ausschnitt der Achsenlager ist aus Abb. 9 ersichtlich,
wo der links vom Querschnitt des Pumpenrohres befindliche Halbkreis die linke Abgrenzungsfläche
bildet und sich somit die Scheiben c und die Pumpe e um etwa 5 mm nach links bewegen
können.
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Der Trichter g kann auswechselbar gemacht werden, indem sowohl das
Rohrende des Pumpenansatzes als auch der Trichter selbst etwas kugelförmig gepreßt
sind und dieses kugelförmige Ende des Trichters mit sanfter Gewalt in das Rohrende
eingeschoben wird, wo er dann genügend Spielraum zu einer kleinen Bewegung in allen
Richtungen hat. Die Stelle, an welcher der Trichter auf den Pumpenansatz aufgesteckt
wird, muß mit einem passenden Gummischlauch o. dgl. abgedichtet «erden. Sowohl Stange
y als auch Stange h dürfen sich nur auf- und abwärts bewegen, aber keine Drehung
machen.
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Der beschriebene Erfindungsgegenstand kann, auf einem Ständer montiert,
als Notenständer bei Musikkapellen und für jeden einzelnen Spieler, der stehend
oder sitzend irgendein Instrument spielt, verwendet werden. Will man diesen Ständer
leichter und transportabler machen, so kann statt der hölzernen Notenauflage (Abb.
i) eine solche von flachen Eisenschienen treten, welche man bei Nichtgebrauch ganz
eng zusammendrücken kann. Ferner muß die Pumpe derart beschaffen sein, daß bei q-q
das Pumpenrohr abgenommen und an den Kopf des Ständers angelegt werden kann. Die
Füße müssen zusammenklappbar sein, wodurch dann der Ständer weniger Raum einnimmt
und in eine Hülle gesteckt werden kann.
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Wird die Vorrichtung mit einem Eisenbande.umfaßt, so kann sie als
Notenständer für Zitherspieler Verwendung finden. Die Enden des Bandes bilden dann
eine Schraubenzwinge zum Anschrauben an die Tischplatte, in der Weise, wie man kleinere
und leichtere Gegenstände an die Tischplatte schraubt. Diese so modifizierte Vorrichtung
an irgendein Tischchen geschraubt, kann der Zitherspieler benutzen, ohne daß der
Ständer beim Gebrauche umfällt.