DE4323391C2 - Vorrichtung zum Aussortieren großer Gegenstände aus Materialgemischen und Verfahren unter Verwendung der Vorrichtung - Google Patents

Vorrichtung zum Aussortieren großer Gegenstände aus Materialgemischen und Verfahren unter Verwendung der Vorrichtung

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Description

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Aussortieren großer Gegenstände aus Materialgemischen, insbesondere Abfallgemischen, in der ein Stangen oder entspre­ chende Einzelteile aufweisender Rost vorhanden ist, der bevorzugt als zur Materialförde­ rung geeignetes Stangenband ausgebildet ist und in dem die Stangen von beiden Seiten zur Bandmitte ragen, die Stangen gegeneinander in unterschiedlichen Abständen versetzt sind oder sich genau gegenüberstehen, wobei die Abstände in Längsrichtung zwischen den einzelnen Stangen einstellbar sind und daß zum Abwerfen des auf dem Rost beförderten großen Materials an einer vorgesehenen Stelle der Zwischenraum zwischen den Stangen veränderbar ist.
Die vorliegende Erfindung betrifft ferner eine Vorrichtung mit sternförmiger oder strahlen­ förmiger Anordnung der Stangen, wobei der Winkel zwischen den Stangen einstellbar ist.
Schließlich betrifft die vorliegende Erfindung Verfahren unter Verwendung der erfindungs­ gemäßen Vorrichtungen.
Die Trennung von grobem Material von feinerem Material durch Siebroste, Wanderroste, Klassierroste und dergleichen ist bekannt.
Die DE 31 15 852 A1 offenbart einen Wanderrost, bei dem Feingut durch die Stangen fällt und Grobgut im Bereich der endständigen Rollenpaare am Umkehrpunkt der Ketten abge­ worfen wird, da die Stangen fest über die gesamte Breite des Rostes installiert sind. Bei der Bewegung um die Rollenpaare verbreitert sich der Abstand zwischen den Stangen, so daß dort eingeklemmtes Gut hindurchfallen kann. Um an dieser Stelle ein Durchrutschen des groben Materials zu verhindern, befindet sich unter dem Wanderrost im Umkehrbereich der Ketten eine die Rostbreite überspannende, etwa dem Rollendurchmesser entsprechende zylindrische Trommel.
Die Vorrichtung dient insbesondere der Trennung von Kies (Feingut), von Felsgestein, Lehmklumpen und dergleichen (Grobgut).
In der DE 36 01 280 A1 wird ein aus runden Stahlstangen bestehender endloser Gurt of­ fenbart, um Erdreich von Hackfrüchten zu trennen.
Mit einer speziellen Vibriereinheit wird der Rost zum Vibrieren gebracht. Die Erde fällt hier­ bei durch den Rost hindurch, während die Hackfrüchte am Ende des Rostes herunterfallen.
Die Sortiervorrichtung gemäß DE 33 28 060 G2 weist zwei untereinander angeordnete Rahmen auf, auf denen Rostquerstangen an unterschiedlich langen Eisenhalterungen befestigt sind. Die Eisenhalterungen am unteren Rahmen sind um soviel länger als diejeni­ gen am oberen Rahmen, daß die Stangen des unteren Rahmens mit den Stangen des obe­ ren Rahmens eine gemeinsame Ebene bilden. Aufgabenstellung der Anmeldung ist bei kontinuierlichem Betrieb das Festklemmen von Materialteilchen kritischer Größe zu er­ schweren und die Befreiung der Vorrichtung von dennoch festgeklemmten derartigen Teil­ chen vereinfacht durchzuführen.
Um eingeklemmte Teilchen freizusetzen, ist der untere Rahmen vertikal gegen den oberen Rahmen bewegbar, so daß nunmehr die Stangen des unteren Rahmens über diejenigen des oberen Rahmens hinaus ragen. Durch die hierdurch entstandenen größeren Abstände zwischen den Stangen des unteren Rahmens und des oberen Rahmens können die ein­ geklemmten Gegenstände herunterfallen.
Die DE-PS 4 82 426 offenbart einen Klassierrost, bei dem sich der gesamte Rost mit der ganzen Stangenlänge horizontal und kreisförmig bewegt. An den Wendepunkten bewegen sich die Stangen auseinander. Dort kann größeres Gut herabfallen. Durch die Endlosbewe­ gung in einer Ebene wird der gesamt Rost genutzt, während bei üblichen Endlosrosten, die auf liegenden Wellen angeordnet sind, nur der oben liegende Teil genutzt werden kann.
In der GB 456 930 wird eine spezielle Siebvorrichtung offenbart, bei der die Rostquerstan­ gen nebeneinander in Bewegungsrichtung des Bandes angeordnete Finger aufweisen, die in Bewegungsrichtung vorne aufgebogen sind. Der Apparat dient zum Sieben von Kohle, Koks, Schotter und dergleichen.
In der DE-PS 4 87 587 ist ein Wandersiebrost beschrieben, bei dem die Querstangen auf der oberen Bahn in unveränderlicher Postition gehalten werden, bei der Umlenkung auf die untere Bahn jedoch pendeln und ausschwingen. Hierdurch wird vermieden, daß sich das durch den oberen Rost fallende Material, z. B. Erz, auf der unteren Bahn ansammelt.
Die DE 33 09 932 A1 offenbart eine Vorrichtung, bei der sich in der Rostmitte eine Achse befindet, um die Roststangen radial angeordnet sind und sich um die Achse drehen. Durch Zentrifugalkraft und einstellbare Neigung der Stäbe kann grobes Material nach außen be­ fördert werden und fällt dort in einen Grobauslauf, während feineres Gut, z. B. körniges Futtermittel, im inneren Bereich durch das Sieb hindurchfällt.
Die Sortiertechnologie gewinnt im Bereich der Abfallwirtschaft zunehmend an Bedeutung. Heutige Zielsetzung ist, durch automatische Sortierung möglichst sortenreine Materialien aus einem Abfallgemisch abzutrennen, um diese Materialien hochwertigen Wiederverwen­ dungen zuführen zu können.
Es ist bekannt, daß die optische Erfassung von Abfallbestandteilen durch Sensoren und die Steuerung von Sortiervorrichtungen durch die von den Sensoren erfaßten Merkmale, eine sehr geeignete Technik zur Trennung von Abfallgemischen ist.
So offenbart die DE 41 25 045 A1 ein Verfahren zum Sortieren von Abfallgemischen durch Bestrahlen der Abfallobjekte mit elektronischen und akustischen Wellen, verbunden mit Identifizierung und Aussortierung der Objekte.
Die EP 04 19 753 A1 offenbart die Verwendung elektromagnetischer Wellen zur Identifizie­ rung der chemischen Konstitution von Kunststoffmaterialien.
Ein weiteres Verfahren zum Identifizieren und Abtrennen von Verunreinigungen aus Mate­ rialgemischen mittels Metalldetektoren oder optoelektronischer Sensoren ist in der EP 03 53 457 A1 offenbart.
Problematisch ist noch immer, daß durch große Gegenstände im Abfall, z. B. große Folien­ stücke, kleine Einzelbestandteile im Abfallgemisch so abgedeckt werden, daß sie durch Bestrahlung nicht erfaßt werden können und damit nicht selektiv abgetrennt werden kön­ nen.
Es bestand daher die Aufgabenstellung, diese großen Bestandteile gezielt aus einem Ab­ fallgemisch zunächst abzutrennen, um das verbleibende Gemisch sortieren zu können.
Der Anmelderin ist es gelungen, durch die vorliegende Vorrichtung eine Lösung dieser Auf­ gabe herbeizuführen, in der ein Stangen- oder entsprechende Einzelteile aufweisender Rost vorhanden ist, der als Fördervorrichtung einsetzbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Stangenrost als Stangenband ausgebildet ist, daß der Stangenrost als unendliches Förderband ausgebildet ist, daß die Stangen von beiden Seiten zur Bandmitte ragen, daß die Stangen gegeneinander in unterschiedlichen Abständen versetzt sind oder sich genau gegenüberstehen und daß die Abstände in Längsrichtung zwischen den einzelnen Stangen einstellbar sind, daß zum Abwerfen des auf dem Rost beförderten großen Materials an einer vorgesehenen Stelle, der Zwischenraum zwischen den Stangen veränderbar ist, oder daß die Stangen am Abwurfort nach unten abknickbar oder klappbar sind oder daß die Stangen am Abwurfort nach außen herausziehbar sind.
Ferner ist es der Anmelderin gelungen, die gewünschte Lösung durch eine Vorrichtung her­ beizuführen, in der ein Stangen- oder entsprechende Einzelteile aufweisender Rost vor­ handen ist, der als Fördervorrichtung einsetzbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Winkel zwischen Stangen bei sternförmiger oder strahlenförmiger Anordnung der Stangen veränderbar ist, wobei zum Abwerfen des auf dem Rost beförderten Materials an einer vor­ gesehenen Stelle der Zwischenraum zwischen den Stangen veränderbar ist oder daß die Stangen am Abwurfort nach unten abknickbar oder klappbar sind.
Die Aufgabenlösung gelang ferner durch Verfahren unter Verwendung der erfindungsge­ mäßen Vorrichtungen.
Erfindungsgemäß wird ein Materialgemisch, insbesondere ein Abfallgemisch, das z. B. große Plastikfolienstücke oder große Behälter enthält, auf einen Rost oder eine rostartige Vorrichtung gegeben, wobei das Gemisch bevorzugt auf dem Rost verteilt bzw. weitgehend verteilt wird. Der Rost ist so konstruiert, daß das auf ihm vorhandene Material gefördert werden kann.
Der Rost weist Stangen bzw. stangenartige oder den gleichen Zweck erfüllende Einzelteile, wie z. B. Rippen, Latten, federartige Teile u. a., auf. Die Stangen können unterschiedlich ausgebildet sein. So können sie beispielsweise ein rundes, viereckiges, rechteckiges, drei­ eckiges oder sonstiges Profil besitzen. Sie können gerade oder gebogen sein oder auch Verzweigungen aufweisen. Es kann sich um hohle oder volle Stangen handeln, die aus un­ terschiedlichen Materialien bestehen können, wie z. B. Eisen bzw. Stahl, Nichteisenmetal­ len, genügend stabilem Kunststoffmaterial, ggf. auch aus genügend stabilem Holz.
Die Stangen sind förderbandartig, quer zur Förderrichtung angeordnet, wobei es sich um ein unendliches rundumlaufendes Förderband handelt. Die Stangen ragen von beiden Sei­ ten zur Bandmitte, wobei auch eine Überlappung möglich ist, sie können hierbei gegenein­ ander in unterschiedlichen Abständen versetzt sein oder sich auch genau gegenüberste­ hen. Sie können sich hierbei berühren oder ggf. bei Hohlprofilen auch ineinandersteckbar sein. Die Abstände in Längsrichtung zwischen den einzelnen Stangen sind einstellbar, in Abhängigkeit von der Größe des aufgegebenen Materials, das über die Stangen transpor­ tiert werden soll bzw. zwischen den Stangen herabfallen soll.
Erfindungsgemäß kann auch ein im Kreis bewegbarer Rost vorliegen, wobei die Stangen innen befestigt und strahlen- bzw. sternförmig nach außen ragen.
Bei einer solchen Anordnung ist der Winkel zwischen den einzelnen, dein Rost bildenden Stangen oder sonstigen Einbauten veränderbar.
Bei der Förderung über den erfindungsgemäßen Rost bleiben größere Bestandteile des aufgegebenen Materials bzw. Abfallgemisches auf dem Rost liegen und werden zu einem Ort transportiert, an dem sie vom Rost entfernt werden. Hierzu können die Stangen oder stangenartigen oder für den gleichen Zweck geeigneten Einzelteile über einen geeigneten, Fachleuten bekannten Mechanismus bevorzugt nach unten abgeknickt bzw. herunterge­ klappt werden bzw. in ihrer Position so verändert werden, daß das große Material vom Rost nach unten fällt. Erfindungsgemäß können die Stangen oder sonstigen Teile auch seitlich über einen geeigneten Mechanismus herausgezogen werden.
Es ist hierbei dem Fachmann geläufig, daß bei nicht vorgenommener Veränderung der Stangen im Stangenband die Materialien bis zum Ende des Rostes gelangen und dort ab­ geworfen werden.
Während des Transports fallen die kleineren Materialien zwischen den Stangen nach unten und können dort auf eine Vorrichtung fallen, die eine weitere Sortierung ermöglichst, z. B. auf ein zweites Stangenband oder auch auf ein Förderband, welches das Material zu einer Sortiereinrichtung fördert, mit deren Hilfe z. B. eine optische oder akustische Erfassung der Einzelbestandteile und deren Aussortierung möglich ist.
Die Einbindung der erfindungsgemäßen Aussortierung großer Materialien kann in zahlrei­ che andere Sortier- und sonstige Verarbeitungseinrichtungen von Kunststoffen, Abfällen und dergleichen erfolgen.
Eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist die Verstellbar­ keit des Stangenbandes in der Neigung. Durch die Änderung des Neigungswinkels ist eine zusätzliche Beeinflussung der Sortierschärfe möglich. Dies gilt auch für eine Rütteleinrich­ tung, mit deren Hilfe der Rost rüttelbar ist, womit die gewünschte Trennung beeinflußt bzw. verbessert werden kann. Ein weiteres erfindungsgemäßes Merkmal ist die Zuführung von Luft oder sonstigen Gasen über Düsen oder Gebläse auf das zu sortierende Material. Auch hierdurch kann die Trennschärfe ggf. verbessert werden.
Die Breite des Stangenförderbandes kann in weiten Grenzen variieren in Abhängigkeit von der Größe der Anlage bzw. der Gesamtsortieranlage, der Größe der Aufgabevorrichtung für das Materialgemisch usw. Sie kann im cm-Bereich (< 1 m bis 20 cm) bis im Bereich von mehreren Metern liegen.
Als ein zusätzliches Merkmal können im Bereich des Rostes ein oder mehrere Abstreifer angebracht sein, mit deren Hilfe große Materialien am gewünschten Ort von dem Rost ab­ gestreift werden können oder mit deren Hilfe es auch möglich ist, andere im allgemeinen kleinere Bestandteile des aufgebrachten Gemisches in die zwischen den Stangen befindli­ chen Zwischenräume zu streifen.
Die vorliegende Erfindung soll nunmehr mit Hilfe der Figur näher erläutert werden.
In der Figur kennzeichnet 1 ein Stangenförderband. 2 stellt zwei sich gegenüberliegende Stangen dar. In 3 ist die Richtung angegeben, mit der zum Zeitpunkt des Abwurfs großer Gegenstände die Stangen nach unten aufklappbar sind. 4 stellt eine nach unten geklappte Stange dar. 5 ist ein Zuführungsförderband für das Abfallgemisch. 6 sind Vorrichtungen, um das Stangenband rundum zu fördern.
Mit Hilfe der vorliegenden Erfindung ist es nunmehr möglich, die Aussortierung einzelner Bestandteile von Abfallgemischen wesentlich zu verbessern, da die stark behindernde Wir­ kung großer Materialien in Abfallgemischen ausgeschaltet wird.

Claims (6)

1. Vorrichtung zum Aussortieren großer Gegenstände aus Materialgemischen, insbeson­ dere Abfallgemischen, in der ein Stangen- oder entsprechende Einzelteile aufweisen­ der Rost vorhanden ist, der als Fördervorrichtung einsetzbar ist, dadurch gekennzeich­ net, daß der Stangenrost als Stangenband ausgebildet ist, daß der Stangenrost als un­ endliches Förderband ausgebildet ist, daß die Stangen von beiden Seiten zur Band­ mitte ragen, daß die Stangen gegeneinander in unterschiedlichen Abständen versetzt sind oder sich genau gegenüberstehen, daß die Abstände in Längsrichtung zwischen den einzelnen Stangen einstellbar sind, daß zum Abwerfen des auf dem Rost beförder­ ten großen Materials an einer vorgesehenen Stelle, der Zwischenraum zwischen den Stangen veränderbar ist, oder daß die Stangen am Abwurfort nach unten abknickbar oder klappbar sind oder daß die Stangen am Abwurfort nach außen herausziehbar sind.
2. Vorrichtung zum Aussortieren großer Gegenstände aus Materialgemischen, insbeson­ dere Abfallgemischen, in der ein Stangen- oder entsprechende Einzelteile aufweisen­ der Rost vorhanden ist, der als Fördervorrichtung einsetzbar ist, dadurch gekennzeich­ net, daß der Winkel zwischen Stangen bei sternförmiger oder strahlenförmiger Anord­ nung der Stangen veränderbar ist, wobei zum Abwerfen des auf dem Rost beförderten Materials an einer vorgesehenen Stelle der Zwischenraum zwischen den Stangen ver­ änderbar ist oder daß die Stangen am Abwurfort nach unten abknickbar oder klappbar sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Stangen aufweisende Rost in ein Gesamtförder- und Sortiersystem integriert ist.
4. Vorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Rost zusätzlich einen Abstreifer aufweist.
5. Vorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Rost rüttelbar ist.
6. Verfahren zum Aussortieren großer Gegenstände aus Materialgemischen, insbeson­ dere Abfallgemischen unter Verwendung der Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 5.
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