DE43251C - Apparat zum Geruchlosmachen des Inhalts von Abzugskanälen oder Cloaken u. s. w - Google Patents
Apparat zum Geruchlosmachen des Inhalts von Abzugskanälen oder Cloaken u. s. wInfo
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Classifications
-
- E—FIXED CONSTRUCTIONS
- E03—WATER SUPPLY; SEWERAGE
- E03F—SEWERS; CESSPOOLS
- E03F5/00—Sewerage structures
- E03F5/08—Ventilation of sewers
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- Treating Waste Gases (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 8S: Wasserleitung.
(Surrey, England).
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Apparat zur Aufnahme von festen oder flüssigen
Chemikalien, welche, vermischt, Sauerstoffgas oder ein anderes Gas mit geruchlosmachenden
und desinficirenden Eigenschaften, geben. Der Apparat wird über oder neben den Einlafs-
oder Auslafsscha'chten angeordnet, welche den Abzugskanälen, Closets oder anderen Orten,
wo Gase von Ubelem Geruch entstehen oder hochsteigen und die umgebende Luft verpesten,
Luft zuführen oder entziehen, und auf diese Art werden die genannten Gase unschädlich
gemacht.
Das von den gemischten Chemikalien Entwickelte vermischt sich mit der verdorbenen
Luft, wenn diese aus dem Ventilationsschacht herauskommt oder in diesen eintritt, wobei
durch Zuführen von Wasser zu den gemischten Chemikalien die Wirkung noch mehr erhöht
und ein Ueberlauf bewirkt wird, so dafs nicht nur die den Abzugskanal verlassende oder in
diesen eintretende Luft desinficirt wird, sondern durch die in den Schacht herabtröpfelnde oder
vertheilte Flüssigkeit der Inhalt der Kanäle u. s. w. so behandelt wird, dafs eine Zersetzung
dieser Stoffe während deren Laufes durch den Kanal bis zum Ende des letzteren verhindert wird.
Einer der gemäfs meiner Erfindung eingerichteten Apparate besteht aus drei Theilen
oder Kammern, welche über einander angebracht sind.
In die obere Kammer, welche ich Kopfcisterne nenne, bringe ich Schwefelsäure und
versehe den unteren Theil dieser Kammer mit einem Hahn, aus welchem die Schwefelsäure
in ein Rohr oder einen Kanal tropft, der in der Seitenwandung der nächst unteren Kammer
gebildet und aufser Berührung mit dem Inhalt dieser Kammer ist. Diese zweite Kammer enthält
eine Reihe von perforirten Trögen, welche vortheilhaft von verschiedener Gröfse und
über einander angeordnet sind. Die Tröge enthalten Kalium- oder Natriummanganat und
sind in dem Wasser, welches der Kammer zum Auflösen des Manganates zugeführt wird, eingetaucht.
Der Abflufs aus der zweiten Kammer geschieht durch ein heberartiges Abflufsrohr,
und zwar fliefst der concentrirteste Theil der Flüssigkeit in dem einen Schenkel dieses Rohres
nach oben, von da in den zweiten Schenkel und aus diesem in das untere Ende der Röhre,
in welcher die Schwefelsäure herabtröpfelt, so dafs beide Flüssigkeiten zusammen herabtropfen.
Diese Flüssigkeiten fallen in einen Napf oder auf eine Scheibe und erzeugen bei ihrer Vermischung
ein Gas. Der Napf befindet sich in einer dritten oder der untersten Kammer, welcher ebenfalls Wasser durch ein Rohr mit
seitlicher Oeffnung zugeführt wird, wobei das Wasser in der Kammer durch den seitlich austretenden
Wasserstrahl beständig in Bewegung erhalten und mit den Chemikalien, welche aus dem Napf überlaufen oder von der Scheibe
herabfliefsen, vermischt wird. Sobald die Flüssigkeit in der unteren Kammer eine gewisse
Höhe erreicht, fliefst sie über den Rand bezw. durch Löcher eines Rohrstutzens, wel-
eher in der unteren Kammer vorgesehen ist und eine Verlängerung des Ventilationsschachtes
bildet, in diesen Schacht hinein und von da in den Abzugskanal.
An Stelle der Schwefelsäure und des Natriummanganates können auch andere Chemikalien
oder Substanzen, welche desinficirende Eigenschaften besitzen, benutzt werden.
Bei dem oben beschriebenen Apparat sind die drei Kammern in demselben Gefäfs über einander
angebracht, indessen können die Kammern auch Gefäfse für sich bilden, welche so neben
einander aufgestellt werden, dafs die beiden chemischen Flüssigkeiten in denselben Mischnapf
oder die Scheibe tropfen, oder die Gefäfse können an verschiedenen Stellen eines Abzugskanals
oder entlang einem Gefäfs angeordnet werden, welchem Wasser zugeführt wird, so dafs das Wasser zuerst mit der Mangantitflüssigkeit
sich mischt und dann, sowie es in den Abzugskanal oder Zweigkanal desselben
fliefst, die Säure dazu tröpfelt und das reinigende Gas erzeugt, welches die sonst in dem
Abzugskanal stattfindende Zersetzung verhütet.
Das Natriummanganat oder dessen Aequivalent kann auch zuerst in einem Behälter
aufgelöst und mit Hülfe eines Rohres einem Abzugskanal zugeführt werden, so dafs dann
nur nöthig ist, das Säuregefäfs anzuordnen, und zwar derart, dafs die herabtropfende
Säure in die fliefsende Manganatflüssigkeit hineintropft und dadurch das Geruchlosmachen
und Desinficiren bewirkt.
Meine Erfindung wird aus den beiliegenden Zeichnungen verständlich werden, in welchen
Fig. ι ein Mannloch" A zeigt, in dem der zuerst beschriebene Apparat über einem Ventilationsschacht
B, welcher zu einem Abzugskanal führt, aufgestellt ist. C ist das obere
Gefäfs, welches die Schwefelsäure oder deren Aequivalent enthält. Dieses Gefäfs ruht auf
einem zweiten Gefäfs Z), in welchem Tröge E über einander angeordnet sind, von denen jeder
in Abtheilungen oder Fächer gelheilt ist und Natriummanganat enthält. Das letztere wird
durch Wasser aufgelöst, welches aus dem Rohr F in das Gefäfs D geleitet wird. Das
gesättigte Wasser fliefst durch das heberanige Abflufsrohr G in ein oder neben einem
Rohr nach unten, in welchem die Schwefelsäure durch den Hahn H herabtröpfelt. Die
beiden Flüssigkeiten vermischen sich in dem Napf I, welcher zu diesem Zweck in dem unteren
Gefäfs / aufgestellt ist, und es bildet sich dadurch ein Gas, welches die fauligen Dämpfe
in den Abzugskanälen zerstört.
Noch ist ein Rohr zur Zuführung von Wasser zu der unteren Kammer J angeordnet, welches
Wasser sich mit den von dem Napf I überfliefsenden Stoffen mischt, wobei das gesättigte
Wasser dadurch in Bewegung erhalten wird, dafs das frische Wasser aus einer seitlichen oder
schrägen Austrittsöffnung des Mundstückes des Rohres ausfliefst. Diese Flüssigkeit entwickelt
ebenfalls ein reinigendes Gas, welches in der Kammer / aus allen Theilen der Flüssigkeit
entweicht.
Der untere Theil der Kammer J ist mit einem Ueberlauf L versehen, und dieser hat
Löcher oder Ausgüsse oder sowohl Löcher als auch Ausgüsse, so dafs die überschüssige
gesättigte Flüssigkeit von J durch die Löcher hindurchtritt und über den oder die Ausgüsse
in das Innere des Schachtes B herabtröpfelt, sich dort während ihres Falles ausbreitet und
schliefslich in den Abzugskanal gelangt.
Die aus den Oeffnungen des unteren Gefäfses J herausströmenden Gase gehen aus dem
Mannloch durch die Schlitze N des Deckels nach aufsen, wie durch Pfeile angedeutet ist.
P ist ein Kasten, welcher zum Sammeln des durch die Schlitze N hindurchfallenden Staubes
dient.
Durch Abheben des Gefäfses C von dem Gefäfs D kann man zu den Trögen E gelangen
und diese herausheben, um dieselben wieder mit Chemikalien zu füllen, wozu vorher
das in D enthaltene Wasser durch das Rohr Q abgelassen wird, nachdem man den Hahn R
des Wasserrohres F geschlossen hat.
Fig. 2 zeigt die Anordnung eines dreitheiligen Apparates CDJ direct über einem
gewöhnlichen Abzugskanal, so dafs die gesättigte Flüssigkeit sofort in das fliefsende Abfallwasser
tröpfelt und dieses geruchlos macht.
Die Fig. 3 und 4 sind bezw. Verticalschnitt und Seitenansicht eines Apparates, welchen ich
: anwende, wenn grofse Mengen Abfallflüssigkeit zu behandeln sind. Die Anzahl der Tröge E
ist zu dem Zweck vermehrt und das Ueberlaufrohr L ist nicht mit Löchern oder Ausgüssen
versehen, sondern die gesättigte Flüssigkeit mufs über den oberen Rand dieses Rohres
überlaufen und von dort nach unten herabtröpfeln.
Fig. 5 zeigt einen Apparat, welcher an einem Haus- oder Zweigabzugskanal angebracht ist;
das Säuregefäfs ist hier neben dem das Manganat enthaltenden Gefäfs angeordnet; die Flüssigkeit
aus beiden Gefäfsen fällt in einen Napf / und die aus letzterem überlaufende Flüssigkeit fällt
plätschernd in die Vertiefung oder Ausbauchung 5.
In Fig. 6 sind die beiden Gefäfse in etwas anderer Weise angeordnet, d. h. die Flüssigkeit
aus dem das Manganat enthaltenden Gefäfs fällt z. B. in den Fettsammler T eines Küchenausgusses,
um das darin befindliche schmutzige oder unreine Wasser zu sättigen; während das
Säuregefäfs über dem Ueberlaufrohr U angeordnet ist; das Gas wird wie vorhin durch
Mischung der Flüssigkeiten erzeugt.
Ein den Apparaten Fig. 5 und 6 ähnlicher Apparat kann an einem Ciosettrichter, an dem
U-förmigen oder anderen Geruchverschlufs desselben, an einem Pissoir oder an einem Ventilationsschacht
eines Closets oder Pissoirs zum Zweck der Zerstörung von schädlichen Gasen angebracht werden.
Es ist nicht nothwendig, falls diese Apparate an Abzugskanälen angebracht werden, an jeder
Ventilationsöffnung der letzteren einen Apparat anzuordnen, sondern man braucht nur so viel
Apparate aufzustellen, als im Verhältnifs zu der Anzahl der Einwohner nothwendig, welche in
jenem Theil der Kanalisation, welcher so eingerichtet ist, leben.
Claims (4)
- Patent-Ansprüche:
- ι.
- Zum Zwecke des Geruchlosmachens von Abfallwässern und des Desinfkirens der diesen entsteigenden Gase ein Apparat, welcher aus drei unter einander angeordneten Kammern, einer Säurekammer C, einer Manganat oder einen anderen Stoff enthaltenden Kammer D E und einer Gasentwickelungskammer J besteht und oberhalb eines Ventilationsschachtes derart angeordnet ist, dafs die aus der Kammer C tropfende Säure sich innerhalb der Kammer J mit der aus der Kammer D E tropfenden Flüssigkeit mischt und von dort in den Schacht fällt, Fig. 1, 3 und
- 4. Die Anordnung des im Anspruch 1. gekennzeichneten Apparates in der Weise, dafs das Säure- und Manganatgemisch direct in das in den Abzugskanal fliefsende Abfallwasser fällt, Fig. 2.An dem im Anspruch 1. gekennzeichneten Apparat die Abänderung:a) dafs das Säuregefäfs C und das Manganatgefäfs D neben einander angeordnet sind und die Flüssigkeit aus diesen beiden Gefäfsen in einen gemeinsamen Napf I fällt oder direct in einen Geruchverschlufs, Zweig- oder Hauptabzugskanal oder in einen Ventilationsschacht des letzteren, Fig. 5;'b) dafs die Gefäfse C und D E von einander getrennt sind und die Flüssigkeiten dieser Gefäfse getrennt in das schmutzige Abfallwasser fallen, Fig. 6.Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE43251C true DE43251C (de) |
Family
ID=318589
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT43251D Expired - Lifetime DE43251C (de) | Apparat zum Geruchlosmachen des Inhalts von Abzugskanälen oder Cloaken u. s. w |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE43251C (de) |
-
0
- DE DENDAT43251D patent/DE43251C/de not_active Expired - Lifetime
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