DE4331322C2 - Verfahren zur Abtrennung unerwünschter Stoffe aus sich entmischendem Schlamm - Google Patents
Verfahren zur Abtrennung unerwünschter Stoffe aus sich entmischendem SchlammInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Abtrennung unerwünschter Stoffe, wie
z. B. Ruß, Schwermetalle und organische Verunreinigungen, aus sich in
Flüssigkeit und Feststoff entmischendem Schlamm , wie z. B. Klärschlamm
oder Schlamm aus einer nassen Rauchgasentschwefelungsstufe und Gewinnung
von Wertstoffen, wie z. B. Gips, Kieselsäure oder schwermetallfreiem Klär
schlamm in suspendierter Form, bzw. einer einer Kläranlage zuführbaren
Flüssigkeit.
Aus der DE-AS 14 42 386 bzw. 24 08 776 oder US-PS 5,062,963 sowie
GB-PS 2,074,050 ist es bekannt, Schlämme durch Absetzen oder durch Zentri
fugieren zu entwässern, wobei die überstehende Flüssigkeit relativ sauber
ist. Die abgesetzten Schlämme beinhalten alle absetzbaren Stoffe, so daß
die Weiterverarbeitung erschwert wird und ihnen oftmals Sondermüllstatus,
insbesondere bei mit Schwermetall verunreinigten Schlämmen, zugeordnet
werden muß. Bei der nassen Rauchgasreinigung nach ölgefeuerten Dampferzeugern
ist bei Entschwefelungsanlagen die Schwefelkalkverbindung oftmals mit Ruß
verunreinigt und dadurch nicht zu Gips weiterverarbeitbar. Bei Klärschlamm
begrenzt der Schwermetallgehalt die Verwendung in der Landwirtschaft und ist
auch bei der Verbrennung eine unerwünschte Beimischung. In der Ablauge von
Zellstoffabriken, insbesondere bei der Verwertung von Einjahrespflanzen
stört die Kieselsäure, die zur Verwertung in körniger Form ausgeschleust
werden soll.
Die Erfindung hat es sich zur Aufgabe gestellt, den oben genannten
Schwierigkeiten zu begegnen und ist dadurch gekennzeichnet, daß der sich
absetzende Schlamm unter ständigem Rühren und Aufrechterhaltung einer dichten
Suspension bei Einsatz von Spülwasser, welches mit der Suspension intensiv
im Bereich einer oder mehrerer Mischstellen durch eine sich drehende
Verteileinrichtung über den Querschnitt vermischt wird, eingedickt wird,
und daß der Spülwasserstrom entgegen der Richtung des sich absetzenden
Schlammes strömt, wobei sich langsam absetzende Stoffe kleinerer Dichte
gegenüber grobkörnigen sich im Unterlauf rasch absetzenden Stoffen im
Überlauf ausgetragen werden und im Unterlauf eine Suspension mit einer
Mindestkorngröße und einer hohen Suspensionsdichte abgezogen wird.
Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich beispielsweise
zur Abtrennung von Ruß, Schwermetallen und/oder organischen
Verunreinigungen aus sich in Flüssigkeit und Feststoff ent
mischendem Schlamm, wobei letzterer wiederum beispielsweise
Klärschlamm oder Schlamm aus einer nassen Rauchgas
entschwefelungsstufe sein kann. Als Wertstoffe lassen sich
in Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens beispiels
weise Gips, Kieselsäure und/oder schwermetallfreier
Klärschlamm in suspendierter Form gewinnen.
Weitere wesentliche Erfindungsmerkmale sind in den Unteransprüchen 2-6
angegeben.
Die Erfindung ist in den angeschlossenen Fig. 1 und 2 in Form eines
Schaltbildes beispielsweise dargestellt.
Aus einer Schlammquelle 1, die als Kläranlage (Fig. 2) oder auch als
Sumpf eines Wäschers (Fig. 2) einer nassen Rauchgasreinigungsanlage, ins
besondere SO2 Absorptionsanlage nach einer Staubabscheidung ausgebildet ist,
fällt unreiner Schlamm an, der in einem Hydrozyklon 2 eingedickt wird.
Die dünne Fraktion wird in die Schlammquelle zurückgeführt (Wasserrücklauf
oder Schlammrückführung) während die dichtere Fraktion über die Leitung 3
einem Absetzbehälter 4 zugeführt wird. Im Absetzbehälter 4 ist ein Rühr
werk 5 vorgesehen, welches den Inhalt des Absetzbehälters in Bewegung hält,
wobei sich im unteren Teil desselben die Suspension verdichtet und die
Verunreinigungen aufschwimmen. Dieser Aufschwimmeffekt wird durch die Spül
wasserzuführung 6 unterstützt, wodurch der Klassierungseffekt verbessert
wird. Der Überlauf wird gesammelt und einem weiteren Hydrozyklon 7 zuge
führt, in welchem der Überlauf verdickt und einen weiteren Absetzbehälter
mit Rührwerk 5′ zugeführt wird. Die dünne Fraktion des Hydrozyklon kann
beispielsweise als Spülwasser 6 bzw. 6′ verwendet oder in den Naßwäscher
eingedüst werden. Auch im Absetzbehälter 8 bildet sich eine verunreinigte
Flüssigkeit die entweder direkt in den Vorfluter oder über ein Absetz
becken 9, insbesondere mit einem Flockungsmittel 10 versetzt, geleitet
wird, so daß die Flüssigkeit von absetzbaren Stoffen gereinigt wird und
als Brauchwasser Verwendung finden kann. Der abgesetzte Schlamm wird
deponiert oder als Grundstoff für die Erzeugung von Schwermetallen oder
als Zusatzbrennstoff (Ruß) verwendet. Der Ruß kommt aus Verbrennungsan
lagen und läßt sich erst bei einer Naßwäsche des Rauchgases abscheiden.
Der in den Absetzbecken 4 bzw. 8 anfallende Schlamm ist relativ rein und
kann als Wertstoff 11, beispielsweise für die Gipserzeugung oder bei Klär
schlamm für landwirtschaftliche Zwecke genutzt werden. Wesentlich ist hierbei,
daß der im Absetzbehälter 4 anfallende Schlamm reiner als jener im Absetz
behälter 8 ist, so daß wenn die Reinheitstoleranzen überschritten werden
der Schlamm aus dem Absetzbehälter 8 in den Absetzbehälter 4 rückgeführt
(strichlierte Linie) oder einer Deponie 12 zugeführt werden kann. Auf
jeden Fall wird erreicht, daß die Deponiemenge bedeutend reduziert wird.
Bei einem Schlamm entstehend bei einer absorptiven SO₂-Abscheidung mit Kalk aus Ver
brennungsgasen, also bei einer Gipssuspension, insbesondere bei ölfgefeuerten Dampferzeugern,
verbessert sich durch eine Rußabscheidung die Filtrierbarkeit, wodurch bei der anschließenden
Trocknung der Feststoffe der Energieverbrauch infolge kleinerer Verdampfungsleistung verringert
wird. Die erzeugten Gipspellets erreichen eine höhere Festigkeit, so daß das anschließende Handling
(Zwischenlagerung, Transport) zu geringeren Staubverlusten führt.
Im Rahmen der Erfindung lassen sich auch Hydroxyde abtrennen, wodurch das gewonnene Salz bzw.
der Schlamm reiner ist und der Absorptionsmittelverlust im als Absorber ausgebildeten Naßwäscher
durch Rückführung der Hydroxyde geringer wird.
In Fig. 2 wird bei einer Schwarzlaugenentkieselung nach Abtrennung der zu entkieselnden Lauge in
der Schlammquelle 1 der über die Leitung 3 anfallende Schlamm in einem Absetzbehälter 4 gerührt,
wobei die feinen Kristalle mit den schlechteren Filtrationseigenschaften, hauptsächlich gelartige
Kieselsäure und gefällte Lignolsulfate, aufschwimmen und in das Neutralisationsbecken 1′ mit dem
höchsten pH-Wert rückgeführt werden, sich dort auflösen und die Keimzahlen erhöhen, wodurch die
Silikatbildung mit gröberem Korndurchmesser in den Abscheidebecken 1′′, 1′′′ bei niedrigem pH-Wert
positiv beeinflußt wird. Ferner kann ein Teil der gewonnenen grobkörnigen Kieselsäure in das Ab
scheidebecken 1′′ zur Erhöhung des Kornwachstums eingebracht werden.
Claims (6)
1. Verfahren zur Abtrennung unerwünschter Stoffe aus sich in Flüssigkeit und Feststoff ent
mischendem Schlamm sowie Gewinnung von Wertstoffen und einer einer Kläranlage zuführbaren
Flüssigkeit, dadurch gekennzeichnet, daß der sich absetzende Schlamm unter ständigem Rühren
und Aufrechterhaltung einer dichten Suspension bei Einsatz von Spülwasser, welches mit der Sus
pension intensiv im Bereich einer oder mehrerer Mischstellen durch eine sich drehende Verteil
einrichtung über den Querschnitt vermischt wird, eingedickt wird, und der Spülwasserstrom
entgegen der Richtung des sich absetzenden Schlammes strömt, wobei sich langsam absetzende
Stoffe kleinerer Dichte gegenüber grobkörnigen sich im Unterlauf rasch absetzenden Stoffen im
Oberlauf ausgetragen werden und im Unterlauf eine Suspension mit einer Mindestkorngröße und
einer hohen Suspensionsdichte abgezogen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß schon vor der Trennung der uner
wünschten Stoffe aus dem Schlamm derselbe in einem Hydrozyklon eingedickt und der dünne
Rücklaufschlamm in die Schlammquelle rückgeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die aufschwimmende Fraktion in einem
Hydrozyklon und/oder Absetzbecken eingedickt und die verarmte Flüssigkeit zumindest teilweise
in den Prozeß rückgeführt wird, wobei das Waschwasser eines Bandfilters als Spülflüssigkeit
verwendet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß in einer Rauchgasreinigungs
anlage die bei der Eindickung rückgewonnene Flüssigkeit in die als Absorber für SO₂ ausgebildete
Schlammquelle rückgeführt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß vor dem Absorber eine Feststoff
reinigung der Rauchgase durchgeführt wird.
6. Verfahren zur Trennung von kieselsäurehaltigem Schlamm aus Schwarzlaugen vor ihrer Ver
brennung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Teil der Kieselsäure des Unterlaufes
des Absetzbehälters in eine Fällungsstufe als Impfhilfsstoff für die Kristallisation und der Überlauf
in oder vor die erste Neutralisationsstufe zur Auflösung der schlecht filtrierbaren Anteile geführt
wird.
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