DE4331925A1 - Wasserfestes Material auf Basis von quell- und gelierfähigem Polysaccharid - Google Patents

Wasserfestes Material auf Basis von quell- und gelierfähigem Polysaccharid

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Description

Die Erfindung betrifft ein wasserfestes Material auf Basis von quell- und gelierfähigem Polysaccharid sowie ein Verfahren zu seiner Herstellung und seine Verwendung.
Seit langem besteht ein Bedarf an wasserfesten oder wasserfest ausgerüsteten Verpackungsmaterialien, Aufbewahrungs- und Trans­ portbehältern und Kleidungsstücken oder allgemeiner gesagt an Gegenständen, die häufig wäßrigen Flüssigkeiten bzw. Feuchtig­ keit ausgesetzt sind, wobei das Wasser beispielsweise aus dem Verpackungsgut stammen kann oder von außen wie beispielsweise durch Regen oder Nebel einwirken kann. Für die oben genannten Anwendungen werden in der Regel Materialien wie Kunststoffe, Papiere, Pappen oder Stoffe verwendet. Der Zweck solcher wasser­ festen Materialien bzw. der wasserfesten Ausrüstung mit solchen Materialien ist üblicherweise, eine Verlängerung der Haltbarkeit, eine Erhöhung des Gebrauchswerts oder eine feuchtigkeitsdichte Umhüllung.
Aus der DE-A-12 51 146 ist beispielsweise ein Verpackungsmaterial aus Papier, Pappe oder dergleichen zur Herstellung von Behältern für Füllgut aus klebrigen und/oder in geschmolzenem Zustand ein­ gefüllten Produkten mit einer Grundschicht aus wasserunlöslichen Vinylpolymeren und einer Deckschicht bekannt, das dadurch gekenn­ zeichnet ist, daß die Deckschicht aus Methyl-, Ethyl-, Benzyl- oder Carboxymethylcellulose, Polyglucoronsäure oder deren Salze oder aus gelatinierten Substanzen wie Pektinen besteht. Das Ver­ packungsmaterial ist hierbei ins gesamt mit zwei übereinanderlie­ genden Beschichtungen versehen. Die angestrebte Dichtigkeit wird durch die wasserunlösliche Vinylpolymergrundschicht erreicht. Die Deckschicht aus quellfähigem und gelierfähigem Material wird bei­ spielsweise aus einer wäßrigen Lösung aufgetragen und anschlie­ ßend getrocknet. Sie dient dazu, eine leichte Lösbarkeit von kle­ brigem Füllgut zu ermöglichen.
Ferner ist aus der JP-A-77-108292 bekannt, Papier (Wellpappe) mit erhöhter Festigkeit und verbesserter Wasserbeständigkeit herzu­ stellen, wobei das Papier mit einer wäßrigen Lösung anionischer wasserlöslicher Polysaccharide und zusätzlich einer Lösung katio­ nischer wasserlöslichere Polysaccharide oder einer wäßrigen Lösung wasserlöslicher mehrwertiger Metallsalze beschichtet wird. Die anionischen wasserlöslichen Polysaccharide sind beispiels­ weise Algin, Pektin und Gummiarabikum, während die kationischen wasserlöslichen Polysaccharide beispielsweise Chitosan oder diethylaminoethylierte Stärke umfassen. Die wasserlöslichen Metallsalze sind beispielsweise die Chloride, Sulfate und Nitrate von Magnesium, Calcium und Aluminium. Diese Metallsalze sind in der Lage, mit den anionischen Polysacchariden unter Bildung von in Wasser schwer löslichen Produkten zu reagieren.
Der vorliegenden Erfindung hat die Aufgabe zugrundegelegen, ein auf einen Träger aufgezogenes oder trägerfreies wasserfestes Material auf Basis von quell- und gelierfähigem Polysaccharid zur Verfügung zu stellen, das nicht nur wasserabweisend und wasser­ beständig, sondern wasserunlöslich und wasserfest und auch gegen organische Lösungsmittel oder ölige Flüssigkeiten beständig ist. Bei Beschichtung eines Trägers mit diesem Material soll dieser Träger ebenfalls wasserfest und lösungsmittel- und ölbeständig ausgerüstet sein. Die biologische Abbaubarkeit und die Recycling­ fähigkeit des Materials sind weitere angestrebte Eigenschaften.
Diese Aufgabe wird durch ein wasserfestes Material gemäß Anspruch 1 gelöst.
Dieses wasserfeste Material ist nach einem Verfahren herstellbar, bei dem
  • a) quell- und gelierfähiges Polysaccharid, das vorzugsweise Pektin oder eine pektinhaltige Zusammensetzung umfaßt, in Form einer wäßrigen Lösung/Suspension mit einer wäßrigen Metallsalzlösung behandelt wird, wobei sich gehärtetes Polysaccharid ergibt und
  • b) das so gehärtete Polysaccharid mit Wasser gespült und ge­ trocknet wird,
und das dadurch gekennzeichnet ist, daß
  • c) das mit der Metallsalzlösung behandelte Polysaccharid vor der Spülung mit Wasser und der Trocknung mit Alkohol behandelt wird.
Bevorzugte Ausführungsformen sind Gegenstand der Unteransprüche.
Die Polysaccharidlösung/-suspension kann i) ohne vorheriges Auftragen auf einen Träger eingesetzt werden, indem die Lösung/- Suspension beispielsweise über Düsen direkt in eine wäßrige Metallsalzlösung eingeführt wird, oder ii) schichtförmig auf einen Träger, vorzugsweise auf eine oder beide Seiten eines flächenförmigen Trägers aufgebracht werden, in dem es beispiels­ weise aufgesprüht oder aufgestrichen wird und anschließend mittels Sprüh-, Tauch- oder Aufstreichtechnik mit dem Metallsalz kontaktiert und behandelt wird. Alternativ kann die auf einem Träger gebildete Schicht auch nach der Trocknung von dem Träger abgezogen werden, um ein trägerloses wasserfreies Schichtmaterial herzustellen. Die Haftung an der Trägeroberfläche darf dann aber nicht zu groß sein, damit eine Beschädigung der aufgebrachten und abzuziehenden Schicht vermieden wird.
Bei dem eingesetzten quell- und gelierfähigen Polysaccharidmate­ rial handelt es sich vorzugsweise um Pektin oder eine pektin­ haltige Zusammensetzung. Die Erfindung wird deshalb im folgenden beispielhaft anhand von Pektin als Polysaccharid beschrieben.
Pektin ist ein Naturstoff, der in vielen Pflanzen und pflanzli­ chen Nahrungsmitteln, wie z. B. in Obst und Gemüse vorkommt. Pek­ tin ist aus D-Galakturonsäuremolekülen aufgebaut, die α-1-4-gly­ cosidisch miteinander zur Polygalakturonsäure verknüpft sind. Die vorhandenen Carboxylgruppen sind teilweise mit Methanol ver­ estert und die sekundären Alkoholgruppen können teilweise ace­ tyliert sein. Durch die Anwesenheit von Bausteinen wie Xylose, Galactose oder Arabinose, die mit den Pektinmakromolekülen als Seitenketten verknüpft sind, sowie durch die Unterbrechung der Hauptkette durch Rhamnose kommt dem Pektin der Charakter eines Heteropolysaccharides zu. Daneben sind oft neutrale Polysaccha­ ride wie Galaktane, Arabane und Stärke Begleitstoffe des isolier­ ten Pektins. Die typische Zusammensetzung ist jedoch von dem jeweiligen Rohstoff abhängig. Pektin zeichnet sich durch seine starke Quell- und Gelierfähigkeit sowie seinen Kolloidcharakter aus. Durch die Reduzierung des Molekulargewichts während der Hydrolyse bei der Pektingewinnung kann die Gelierfähigkeit des Pektins entsprechend dem gewünschten Anwendungszweck eingestellt werden.
Bekannt sind hoch- und niederveresterte Pektine. Bei einem Anteil von mehr als 50% an veresterten Galakturonsäuremolekülen spricht man im allgemeinen von hochveresterten, bei einem Anteil unter 50% von niederveresterten Pektinen. Der gewünschte Veresterungs­ grad kann bei ihrer Herstellung mittels pH-Wert und Temperatur­ kontrolle eingestellt werden. Im Handel sind Pektine in Form homogener Pulver mit gleichmäßiger Körnung erhältlich.
Die erfindungsgemäß verwendete wäßrige pektinhaltige Lösung/- Suspension weist im allgemeinen eine Pektinkonzentration auf, die bezogen auf das Gewicht der Gesamtlösung im Bereich von 0,5 bis 30, insbesondere 1 bis 20, speziell 1 bis 10 und bevorzugt 2 bis 5% liegt.
Das quell- und gelierfähige Polysaccharidmaterial ist vorzugs­ weise ausgewählt aus Pektinen und pektinhaltigen Zusammenset­ zungen, die aus Äpfeln, Quitten, Johannisbeeren, Citrusfrüchten, Zuckerrüben oder Sonnenblumen gewonnen worden sind. Es können auch Mischungen dieser Pektine in beliebigem Mischungsverhältnis eingesetzt werden.
Erfindungsgemäß sind niederveresterte Pektine bevorzugt. Die Alkoholkomponente des veresterten Pektins ist üblicherweise ein C₁-C₃-Alkylalkohol, wobei Methanol bevorzugt ist. Der Vereste­ rungsgrad des eingesetzten Pektins liegt vorzugsweise im Bereich von 10 bis 50, insbesondere 25 bis 45 und speziell 30 bis 40%.
Erfindungsgemäß wird das quell- und gelierfähiges Polysaccharid­ material aus einer wäßrigen Lösung/Suspension dieses Materials vorzugsweise schichtförmig auf einen Träger aufgebracht. Hierbei wird dieser mit der wäßrigen Lösung/Suspension getränkt, be­ sprüht, bestrichen oder darin eingetaucht wird. Der Träger sollte, falls das aufgebrachte Material dauerhaft auf dem Träger verbleiben soll, vorzugsweise saugfähig sein. Die Oberfläche des Trägers ist daher geeigneterweise offenporig.
Die Viskosität der verwendeten wäßrigen Lösung/Suspension ist im allgemeinen so groß, daß das beschichtete Material überwiegend auf der Trägeroberfläche bleibt und nur ein geringer Teil in den Träger eindringt. Die Viskosität und damit die Eindringtiefe hängt jedoch von den gewünschten Endprodukten ab und wird entsprechend eingestellt.
Falls eine trägerfreie flächenförmige Materialschicht wie eine Folie gebildet werden soll, kann entweder ein Träger aus einem Material mit geschlossener Oberfläche oder mit geringer Haftung und dem aufgebrachten Material, insbesondere Kunststoff, Metall oder Glas verwendet, so daß die darauf aufgebrachte Schicht nach der Trocknung leicht abgezogen werden kann, oder die Lösung/- Suspension des quell- und gelierfähigen Materials wird direkt in die wäßrige Metallsalzlösung zur Härtung eingebracht.
Bei der Ausführungsform der Erfindung, bei der das quell- und gelierfähige Material schichtförmig auf einem Träger aufgezogen wird, wird die aufgebrachte Schicht mit einer wäßrigen Metall­ salzlösung gehärtet. Dies kann beispielsweise durch Bestreichen oder Besprühen mit einer wäßrigen Metallsalzlösung oder durch Eintauchen in eine wäßrige Metallsalzlösung geschehen. Die Ein­ wirkzeit beträgt im allgemeinen wenige Sekunden bis zu mehreren Minuten und hängt von der Schichtdicke und der Konzentration der Metallsalzlösung ab.
Die so durch Bildung von Metallpekt(in)at gehärtete Schicht wird anschließend mit Wasser gespült, um überschüssiges Salz zu ent­ fernen und erfindungsgemäß vor der Spülung mit Wasser und der anschließenden Trocknung zur weiteren Verfestigung und Härtung und zur Erzielung der Wasserunlöslichkeit mit Alkohol behandelt.
Bei dem verwendeten Metallsalz handelt es sich um ein wasser­ lösliches Salz eines mehrwertigen, vorzugsweise zweiwertigen Metalls, das ausgewählt ist aus den Carbonaten, Chloriden, Sulfaten und Nitraten von insbesondere Magnesium, Calcium und Aluminium. Vorzugsweise handelt es sich um ein Calciumsalz und insbesondere bevorzugt um Calciumcarbonat.
Bei dem zur Nachbehandlung verwendeten Alkohol handelt es sich um einen C₁-C₆-Alkylalkohol und insbesondere um Methanol oder Ethanol, bevorzugt Ethanol. Es ist vorteilhaft, wenn der Alkohol wenig Wasser enthält, wobei der Wassergehalt im allgemeinen nicht mehr als 50, besser nicht mehr als 20 und bevorzugter nicht mehr als 10 Vol.% oder noch weniger beträgt.
Ohne an eine Theorie gebunden sein zu wollen, wird angenommen, daß durch die Alkoholbehandlung in der Hydrathülle des durch die Metallsalzbehandlung gebildeten Metallpektats ein teilweiser Austausch der Wassermoleküle durch Alkoholmoleküle erfolgt. Durch diesen Wasserentzug wird eine zusätzliche Härtung der aufgebrach­ ten Schicht bewirkt. Darüber hinaus hat die Alkoholbehandlung den weiteren Vorteil, daß eine schnellere Trocknung möglich ist, was nicht zuletzt zeit- und energiesparend ist. Aufgrund der Alkohol­ behandlung ist es möglich, eine Beschichtung oder eine Schicht zu erhalten, die eine im wesentlichen geschlossene Oberfläche aufweist, wodurch die erfindungsgemäß gewünschte Wasserfestigkeit erhöht wird. Wasserfestigkeit ist eine wesentliche Verbesserung gegenüber den bisher bekannten Eigenschaften der Wasserabweisung und Wasserbeständigkeit steht. Darüber hinaus ist durch die ge­ schlossene Oberfläche und den chemischen Aufbau der Beschichtung im wesentlichen Beständigkeit gegenüber organischen Lösungsmit­ teln und öligen Flüssigkeiten vorhanden.
Durch einen gesteuerten Trockenvorgang können ferner oberflächen­ glatte oder unter Ausnutzung des Schrumpfprozesses oberflächen­ strukturierte Produkte hergestellt werden.
Durch eine Vorbehandlung der eingesetzten wäßrigen Lösung/- Suspension des quell- und gelierfähigen Materials oder eines Teils davon läßt sich deren Viskosität und die Aushärtung beeinflussen, so daß man die genauen Verfahrensbedingungen auf die verwendeten Geräte wie Beschichtungs- oder Tränkanlagen abstimmen kann. Durch die Vorbehandlung mit dem Metallsalz wird auch die Eindringtiefe in das Trägermaterial gesteuert.
Der verwendete Träger besteht vorzugsweise aus Papier, Pappe, Zellstoff, Baumwolle, gewebtem oder ungewebtem Stoff (Vlies­ stoff), Leder oder Kunstleder. Wenn ein Trägerpapier verwendet wird, sollte vorzugsweise eine hohe Saugfähigkeit vorliegen, d. h., es sollte möglichst ungeleimt sein, und der verwendete Zellstoff sollte möglichst einen niedrigen Mahlgrad aufweisen, um durch Wasserstoffbrücken eine innige Verbindung mit dem Pekt(in)at eingehen zu können. Es sind aber auch Papiere mit hohen Mahlgraden und beispielsweise Stärke-Stoffleimung verwend­ bar, wenn mehr auf Papiersteifigkeit und nicht auf optimale Beschichtungshaftung Wert gelegt wird. Es können auch Träger mit sehr lockerer Faserstruktur mit Pekt(in)at weitgehend oder total nach außen oder innen versiegelt werden.
Die gebildete Schicht kann auch Zusatzstoffe enthalten. Durch Zusatz von Füllstoffen (z. B. Kreide) kann das Volumen der Schicht erhöht oder die Opazität verbessert werden. Ferner läßt sich das gebildete Endprodukt hart oder weich einstellen. Dies wird durch den Zusatz von Weichmachern wie Glycerin und Glykol, die das Pek­ tinat plastifizieren, oder durch den Zusatz von Harzen, die die Steifigkeit erhöhen können, erreicht. Außerdem können hygroskopi­ sche Stoffe zugesetzt werden, wie beispielsweise zur Innenbe­ schichtung von Hohlkörpern wie Schuhen, um Feuchtigkeitsaufnahme zu bewirken. Ferner können Harze als siegelfähige Bestandteile und körnige Substanzen wie Schmiergelkorund zur Herstellung wasserfester Schleifpapiere zugesetzt werden. Die Zusätze liegen bezogen auf den Trockenpektingehalt beispielsweise im Bereich von 10 bis 60, vorzugsweise 20 bis 50 Gew.%.
Ein trägerloses, flächenförmiges Schichtprodukt gemäß der vor­ liegenden Erfindung ist beispielsweise eine Folie. Diese kann hergestellt werden, indem die auf einen Träger aufgebrachte Schicht nach der Trocknung von diesem abgezogen wird, oder indem die Lösung/Suspension des quell- und gelierfähigen Materials direkt über eine Düse in die wäßrige Metallsalzlösung zur Aus­ fällung und Härtung eingebracht wird, woraufhin eine weitere Aus­ härtung und Oberflächenmodifizierung in einem Alkoholbad erfolgt und anschließend beispielsweise über Trommeln getrocknet wird.
Auch lassen sich bereits fertige Produkte wie z. B. Becher nachträglich nach dem hier beschriebenen Verfahren mit dem erfindungsgemäßen wasserfesten Material versehen, so daß die diesem Material immanenten vorteilhaften Eigenschaften auch auf das Fertigprodukt übertragen werden können. Das Aufbringen des erfindungsgemäßen Materials erfolgt entsprechend dem hierin beschriebenen Verfahren.
Das wasserfeste Material gemäß der Erfindung läßt sich, falls dies gewünscht ist, anfärben, beispielsweise mit Lebensmittel­ farben.
Es weist ferner den Vorteil auf, daß es insgesamt mit lebens­ mittelrechtlich unbedenklichen Stoffen wie insbesondere Calcium­ metallsalzen, Pektinen und Ethanol hergestellt werden kann, so daß beim Recycling und/oder biologischen Abbau, der Verrottung des Materials keine Umweltprobleme auftreten. Idealerweise ist auch ein verwendetes Trägermaterial vorzugsweise reyclingfähig und/oder biologisch abbaubar.
Das erfindungsgemäße wasserfeste schichtförmig ausgebildete Material ist je nach Schichtdicke (z. B. Materialauftrag auf einen Träger), die im allgemeinen im Bereich von 0,5 bis 50 g/m², insbesondere 1 bis 30 g/m² und bevorzugt 1 bis 10 g/m² liegt, flexibel. Die Flexibilität der Schicht bzw. des beschichteten Trägers hängt natürlich auch von der Schichtdicke und gegebenen­ falls von der Trägerdicke ab. Insgesamt gesehen ist es wasser­ fest, nicht-quellend, ölabweisend, recyclingfähig, gas- und dampfundurchlässig, so daß es auch eine Geruchssperre darstellt, anfärbbar und beschreibbar, beispielsweise mit Kugelschreibern.
Die Erfindung umfaßt neben dem wasserfesten Material auch das Verfahren zu seiner Herstellung und seine Verwendung zur Herstellung von wasserfest ausgerüsteten Gegenständen.
Mit dem wasserfesten Material gemäß der Erfindung können unter anderem Produkte, die vorzugsweise auch in Verbindung und Kontakt mit Lebensmitteln verwendet werden können, wie Verpackungs­ materialien oder Einschlagpapiere und -folien, Aufbewahrungs- oder Transportbehälter, insbesondere Tüten, Taschen, Tuben oder Schachteln, Beutel, Säcke, Kartons oder Becher, Packungseinlagen, Schuhwerk, Bekleidung, Bucheinbände, Lampenschirme, Zeltplanen oder Textilien hergestellt werden. Es wird in jedem Fall eine ausgezeichnete Oberflächenversiegelung erreicht.
Im folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels weiter erläutert.
Beispiel
Es wird eine Pektinlösung/-suspension hergestellt, wobei ein nie­ derverestertes Apfelpektin mit einem Veresterungsgrad von 35 bis 38% (Typ Classic AU 702 der Firma Herbstreith & Fox, Turnstraße 37, 75305 Neuenburg) bei ca. 80°C unter Rühren in Leitungswasser gelöst wurde. Der Pektineintrag betrug ca. 5%, d. h. es wurden 5 g Pektin in 100 ml Wasser. Nach dem Aufquellen und Auflösen wurde die Pektinlösung/-suspension mit einem Drahtwickelrakel auf eine Papieroberfläche eines ungeleimten Tintenstrahldruckpapiers auf­ getragen und anschließend mittels eines Flachpinsels zur Aushär­ tung mit einer 25%igen Calciumcarbonatlösung bestrichen. Nach einer Einwirkzeit von ca. 30 Sekunden erfolgte wiederum mittels eines Flachpinsels eine Behandlung mit 90%igem Ethanol, gefolgt von einer kurzen Nachwässerung (Abspülung unter Leitungswasser) und einer Trommeltrocknung bei ca. 80°C mit einer Trocknungsdauer von ca. 5 Minuten.
Das beschichtete Papier war wasserfest, gegenüber organischen Lösungsmitteln (wie sie beispielsweise als Bestandteil in Lebensmitteln vorkommen, z. B. Butter, Sonnenblumenöl, Milch, Apfelsaft und Senf) resistent und darüber hinaus wasserdampfun­ durchlässig.
Die Prüfung wurde an speziell streifenweise beschichtetem Papier vorgenommen. Die unbeschichteten Streifen absorbierten das Wasser und die organischen Flüssigkeiten ohne weiteres, saugte sie auf, während bei den beschichteten Steifen keine Absorption (Aufsau­ gung) zu beobachten war. Auch nach einer längeren Einwirkzeit von ca. 1 Stunde zeigte sich an den beschichteten Streifen keinerlei Veränderung.

Claims (21)

1. Wasserfestes Material, das nach einem Verfahren herstellbar ist, bei dem
  • a) quell- und gelierfähiges Polysaccharid in Form einer wäßrigen Lösung/Suspension mit einer wäßrigen Metall­ salzlösung behandelt wird, wobei sich gehärtetes Polysaccharid bildet, und
  • b) das so gehärtete Polysaccharid mit Wasser gespült und getrocknet wird,
    dadurch gekennzeichnet, daß
  • c) das mit der Metallsalzlösung gehärtete Polysaccharid vor der Spülung mit Wasser und der Trocknung mit Alko­ hol behandelt wird.
2. Wasserfestes Material nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich­ net, daß das quell- und gelierfähige Material ausgewählt ist aus Pektinen und pektinhaltigen Zusammensetzungen, die insbesondere aus Äpfeln, Quitten, Johannisbeeren, Citrus­ früchten, Zuckerrüben oder Sonnenblumenfruchtständen gewon­ nen worden sind oder Mischungen derselben sind.
3. Wasserfestes Material nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Pektin niederverestertes Pektin ist, wobei die Alkoholkomponente ein C₁-C₃-Alkylalko­ hol und insbesondere Methanol ist und der Veresterungsgrad des Pektins im Bereich von 10 bis 50, insbesondere 25 bis 45 und bevorzugt 30 bis 40% liegt.
4. Wasserfestes Material nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die verwendete Lösung/Suspension Pektin in einer Menge von 0,5 bis 30, insbesondere 1 bis 20, speziell 1 bis 10 und bevorzugt 2 bis 5 Gew.% enthält.
5. Wasserfestes Material nach einem der vorhergehenden An­ sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei dem Metall­ salz um ein wasserlösliches Salz eines mehrwertigen Metalls ausgewählt aus den Carbonaten, Chloriden, Sulfaten und Ni­ traten von insbesondere Magnesium, Calcium und Aluminium und bevorzugt um ein Calciumsalz handelt.
6. Wasserfestes Material nach einem der vorhergehenden An­ sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei dem zur Behandlung der gehärteten Schicht verwendeten Alkohol um einen C₁- bis C₆-Alkylalkohol und insbesondere Methanol oder Ethanol handelt, wobei der Alkohol vorzugsweise wenig, ins­ besondere nicht mehr als 30, besser nicht mehr als 20 und bevorzugter nicht mehr als 10 Vol.% Wasser enthält.
7. Wasserfestes Material nach einem der vorhergehenden An­ sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es auf einen Träger aufgezogen ist, wobei der Träger
  • a) aus einem Material mit geschlossener Oberfläche, insbe­ sondere Kunststoff, Metall oder Glas besteht, so daß die darauf aufgebrachte Schicht gegebenenfalls nach der Trocknung unter Bildung einer trägerfreien Material­ schicht abgezogen werden kann, oder
  • b) offenporigem Material und vorzugsweise aus Papier, Pappe, Zellstoff, Baumwolle, gewebtem oder ungewebtem Stoff (Vliesstoff), Leder oder Kunstleder besteht.
8. Wasserfestes Material nach einem der vorhergehenden An­ sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die gebildete Schicht außerdem Zusatzstoffe, insbesondere hygroskopische Stoffe, Weichmacher wie Glycerin und Glykol, Versteifungsmittel wie Harze, Farbstoffe oder Füllstoffe wie Kreide, siegelfähige Harze und körnige Substanzen, insbesondere Schmiergelkorund enthält, wobei die zugesetzte Menge bezogen auf den Trocken­ pektingehalt im Bereich von 1 bis 60, vorzugsweise 10 bis 50 und speziell 20 bis 50 Gew.% liegt.
9. Wasserfestes Material nach einem der bisherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es in Form einer trägerlosen Folie vorliegt.
10. Wasserfestes Material nach einem der bisherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es sich um Verpackungsmaterial oder Einschlagpapier, insbesondere für Lebensmittel, um einen Aufbewahrungs- oder Transportbehälter, insbesondere eine Tüte, Tasche, Tube oder Schachtel, einen Beutel, Sack, Karton oder Becher, um eine Packungseinlage, Schuhwerk, Be­ kleidung, einen Bucheinband, Lampenschirm, eine Zeltplane oder Heimtextilien handelt.
11. Verfahren zur Herstellung eines wasserfesten Materials bei dem
  • a) quell- und gelierfähiges Polysaccharid in Form einer wäßrigen Lösung/Suspension mit einer wäßrigen Metall­ salzlösung behandelt wird, wobei sich gehärtetes Polysaccharid bildet, und
  • b) das so gehärtete Polysaccharid mit Wasser gespült und getrocknet wird,
    dadurch gekennzeichnet, daß
  • c) das mit der Metallsalzlösung gehärtete Polysaccharid vor der Spülung mit Wasser und der Trocknung mit Alko­ hol behandelt wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß das gelierfähige Material ausgewählt ist aus Pektinen und pekt­ inhaltigen Mischungen, die insbesondere aus Äpfeln, Quitten, Johannisbeeren, Citrusfrüchten, Zuckerrüben oder Sonnenblu­ menfruchtständen gewonnen worden sind oder Mischungen der­ selben sind.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 oder 12, dadurch ge­ kennzeichnet, daß das Pektin niederverestertes Pektin ist, wobei die Alkoholkomponente ein C₁-C₃-Alkylalkohol und insbesondere Methanol ist und der Veresterungsgrad im im Be­ reich von 10 bis 50, insbesondere 25 bis 45 und bevorzugt 30 bis 40% liegt.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch ge­ kennzeichnet, daß die verwendete Lösung/Suspension Pektin in einer Menge von 0,5 bis 30, insbesondere 1 bis 20, speziell 1 bis 10 und bevorzugt 2 bis 5 Gew.% enthält.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch ge­ kennzeichnet, daß es sich bei dem Metallsalz um ein wasser­ lösliches Salz eines mehrwertigen Metalls ausgewählt aus den Carbonaten, Chloriden, Sulfaten und Nitraten von insbesonde­ re Magnesium, Calcium und Aluminium und bevorzugt um ein Calciumsalz handelt.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 15, dadurch ge­ kennzeichnet, daß es sich bei dem zur Behandlung der gehär­ teten Schicht verwendeten Alkohol um einen C₁- bis C₆-Alkyl­ alkohol und insbesondere Methanol oder Ethanol handelt, wobei der Alkohol vorzugsweise wenig, insbesondere nicht mehr als 30, besser nicht mehr als 20 und bevorzugter nicht mehr als 10 Vol.% Wasser enthält.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 16, dadurch ge­ kennzeichnet, daß ein Träger beschichtet wird, der Träger
  • a) aus einem Material mit geschlossener Oberfläche, insbe­ sondere Kunststoff, Metall oder Glas besteht, so daß die darauf aufgebrachte Schicht nach der Trocknung abgezogen werden kann, oder
  • b) einem offenporigen Material und vorzugsweise aus Pa­ pier, Pappe, Zellstoff, Baumwolle, gewebtem oder unge­ webtem Stoff (Vliesstoff), Leder oder Kunstleder be­ steht.
18. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 17, dadurch ge­ kennzeichnet, daß die gebildete Schicht außerdem Zusatzstof­ fe, insbesondere hygroskopische Stoffe, Weichmacher wie Gly­ cerin und Glykol, Versteifungsmittel wie Harze, Farbstoffe oder Füllstoffe wie Kreide, siegelfähige Harze und körnige Substanzen, insbesondere Schmiergelkorund enthält, wobei die zugesetzte Menge bezogen auf den Trockenpektingehalt im Be­ reich von 1 bis 60, vorzugsweise 10 bis 50 und speziell 20 bis 50 Gew.% liegt.
19. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 18, dadurch ge­ kennzeichnet, daß eine trägerlose Folie gebildet wird.
20. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 19, dadurch ge­ kennzeichnet, daß es sich bei dem hergestellten Produkt um Verpackungsmaterial oder Einschlagpapier, insbesondere für Lebensmittel, um einen Aufbewahrungs- oder Transportbe­ hälter, insbesondere eine Tüte, Tasche, Tube oder Schachtel, einen Beutel, Sack, Karton oder Becher, um eine Packungsein­ lage, Schuhwerk, Bekleidung, einen Bucheinband, Lampen­ schirm, eine Zeltplane oder Heimtextilien handelt.
21. Verwendung eines wasserfesten Materials gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10 als oder zur Herstellung eines wasserfest ausgerüsteten Produkts.
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