DE4332192C2 - Mischpistole für den Austrag verschiedener Medien - Google Patents

Mischpistole für den Austrag verschiedener Medien

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Description

Die Erfindung betrifft eine Mischpistole für den Austrag verschiedener Medien, insbesondere von Gemischen reaktiver Mehrkomponenten-Materialien wie Silikon- oder Epoxidharz, von Farben, Lacken oder dgl., mit einer mit mehreren Ventileinheiten für die Zuführung jeweils einer Medienkomponente und wenigstens einer weiteren Ventileinheit für ein Reinigungsmedium verbundenen Mischkammer, in welcher ein gesondert antreibbarer Mischrotor angeordnet ist und aus welcher das Gemisch über ein Mischrohr austritt.
Bei einer derartigen bekannten Mischpistole (DE 33 45 049 C2) sind mehrere Ventileinheiten stern­ förmig um eine Mischkammer angeordnet, in welcher ein Mischrotor angeordnet ist, der über einen luftgespeisten Motor antreibbar ist. Die Reini­ gung erfolgt mittels einer Reinigungsflüssigkeit, wobei die Mischkammer für die Entfernung der ver­ brauchten Reinigungsflüssigkeit ein besonderes Auslaßventil aufweist. Die Mischkammer ist kegel­ förmig ausgebildet; der Mischrotor ist an deren Innenform angepaßt.
Bei der Verarbeitung von Mehrkomponenten-Mate­ rialien, wie bspw. Kunstharz, gelangen diese aus der Mischkammer durch die Ventilöffnungen und entlang der Rotorwelle an die dahinter angeord­ neten Dichtungen, die beim Aushärten dieser Mate­ rialien zerstört werden. Der Mischrotor besitzt ein axial erstrecktes Rotorblatt, wodurch der erzielbare Vermischungsgrad begrenzt ist; er kann allenfalls durch eine ausreichende Dimensio­ nierung der Mischkammer in axialer Richtung noch verbessert werden.
Eine weitere Mischpistole für den Austrag von Komponentengemischen ist aus der WO 91/02593 bekannt. Zur Vermeidung aufwendiger Reinigungsarbeiten erfolgt bei dieser Mischpistole die Mischung der Komponenten innerhalb einer auswechselbaren Auskleidung des die Mischkammer umgebenden Gehäuses. Und auch das Paddel des Mischrotors ist auswechselbar. Ein Durchspülen der Mischkammer mittels Reinigungsflüssigkeit ist nicht vorgesehen.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine auch im Vakuum einsetzbare Mischpistole mit geringer Baulänge zu schaffen, die sich besonders leicht reinigen läßt, mit welcher sich in Anpassung an unterschiedliche Medien ein hoher Vermischungsgrad erzielen läßt und die sich durch eine hohe Lebensdauer aus­ zeichnet.
Diese Aufgabe wird bei einer Mischpistole der eingangs genannten Art dadurch gelöst, daß die Mischkammer einlaßseitig eine Vorkammer aufweist, die über eine Sperrscheibe von dem den Mischrotor aufnehmenden Mischraum der Mischkammer abgetrennt ist, daß die Sperrscheibe ein oder mehrere die Vorkammer mit dem Mischraum verbindende Durchgangslöcher aufweist und daß wenigstens eine Ventileinheit für eine der Medienkomponenten direkt an ein Durchgangsloch in der Sperrscheibe angeschlossen ist.
Bei Ausbringung eines Harz-Härter-Gemisches ist diese Ausgestaltung deshalb besonders vorteil­ haft, weil der Härter ohne in die Vorkammer zu gelangen direkt in den Mischraum eingespritzt werden kann, während die Vorkammer nur mit Harz gefüllt ist, welches erst über die Durchgangs­ löcher der Sperrscheibe in den Mischraum gelangt. Somit entsteht in der Vorkammer kein beim Still­ stand der Pistole aushärtbares Gemisch, d. h. die dahinterliegenden Dichtungen bleiben in Funktion für den Fall, daß die in der Vorkammer vorhandene Harzkomponente an die Dichtungen gelangen sollte. Die Sperrscheibe bietet den weiteren Vorteil, daß beim Spülen der Mischkammer mit der Harzkompo­ nente alle Gemischteile aus der Mischkammer zuverlässig ausgedrückt werden können. Wird mit Spülluft gereinigt, so tritt diese ebenfalls in die Vorkammer aus und kann damit die dort vorhan­ dene Harzkomponente über den Mischraum und von dort durch das Mischrohr der Mischkammer ausbla­ sen.
Eine kurze Bauweise der Mischkammer ergibt sich vorteilhaft dadurch, daß der Mischrotor aus einer oder mehreren mit Abstand voneinander auf einer gemeinsamen Rotorwelle angeordneten Rotorscheiben besteht, und daß im Mischraum abwechselnd Rotor­ scheiben und gehäusefeste Statorscheiben dicht nebeneinander angeordnet sind. Unmittelbar neben der feststehenden Sperrscheibe ist dabei zweckmäßig eine Rotorscheibe angeordnet. Entsprechend diesen Einbauten im Mischraum ergibt sich eine in radialer Richtung pulsierende Strömung des Gemisches, indem dieses axial und im Zwischenraum zwischen den Stator- und Rotor­ scheiben auch radial transportiert wird. Dabei strömt das Gemisch unter dem Medien-Förderdruck entweder über den Umfangsrand der Scheiben oder durch Durchbrüche in den Scheiben, bis es das Bündel aus Rotorscheiben und Statorscheiben axial durchströmt hat, um schließlich nach entsprechender inniger Durchmischung aus dem Mischrohr auszutreten.
Um diese Durchmischung zu fördern ist erfindungs­ gemäß weiterhin vorgesehen, daß die Stator­ scheiben zentrale Bohrungen aufweisen, deren Durchmesser größer ist als jener der Rotorwelle und/oder daß die Rotorscheiben einen Umfangs­ durchmesser aufweisen, der kleiner ist als der Innendurchmesser der Umfangswand des Mischraums. Auf diese Weise kommt es zu einer Umspülung der Statorscheiben an deren Innenumfang bzw. der Rotorscheiben an deren Außenumfang; durch die auf diese Weise erzwungene radiale Bewegungs­ komponente des Gemischs wird dessen Vermischungs­ grad weiter verbessert.
Die Intensität der Vermischung kann noch dadurch verstärkt werden, daß Rotor- und Statorscheiben strukturiert, z. B. gelocht, geschlitzt oder mit gerippten Stirnseiten ausgebildet sind. Bevorzugt weisen dabei die Rotorscheiben und/oder die Statorscheiben einen radial geschlitzten ring­ förmigen Umfangsbereich auf; die Statorscheiben können einen nicht durchbrochenen ringförmigen Umfangsbereich aufweisen an welchen sich radial nach innen ein ringförmiger mit Schlitzen verse­ hener Innenbereich anschließt.
Wenn die Stirnseiten sowohl der Stator- als auch der Rotorscheiben zur Scheibenfläche schräg­ verlaufende Rippenflanken aufweisen, dann wirken die Scheiben ähnlich den Verdichterstufen einer Turbine zusammen, d. h. es wird dabei der axiale Transport des Gemischs zusätzlich im Sinne einer Entlastung der Förderpumpen bzw. einer Erhöhung des Förderdrucks beschleunigt.
Eine bevorzugte Ausführungsform sieht vor, daß Rotor- und Statorscheiben als Paket aus einzelnen Scheiben lose auf die Rotorwelle aufgesteckt sind und daß die Statorscheiben an ihrem Außenumfang an der den Mischraum begrenzenden Umfangswand festgelegt sind. Bevorzugt erfolgt diese Festle­ gung mittels wenigstens einer von der Umfangswand des Mischraums vorspringenden in axialer Richtung verlaufenden Längsrippe, welche in entsprechende Umfangskerben der Statorscheiben eingreift, so daß letztere gegen Verdrehung lagefixiert sind. Der Zusammenbau der losen Stator- und Rotor­ scheiben ist somit denkbar einfach. Die Scheiben können leicht ausgewechselt werden, nachdem sie abgenutzt sind; sie können durch andersgestaltete Scheiben ersetzt werden, wenn dies dem Transport der Medien und deren Vermischung förderlich ist, z. B. in Anpassung an die jeweilige Viskosität der zu verarbeitenden Medien, wobei im Rahmen der Erfindung flüssige bis pastöse Medien in Frage kommen.
Was für die Rotor- und Statorscheiben gilt, trifft gleichermaßen auf die Sperrscheibe zu, die ebenfalls lose in einen stirnseitigen Sitz der Mischkammer eingesetzt und dort gegen Verdrehen fixiert ist; hierzu dient vorteilhaft das End­ stück der Ventileinheit, welches direkt an eine Ventilöffnung in der Sperrscheibe angeschlossen ist; die Sperrscheibe wird auf dieses Endstück aufgesetzt, wobei deren Ventilöffnung das End­ stück übergreift und damit ein Verdrehen der Sperrscheibe blockiert.
Eine besonders einfache Handhabung des Scheiben­ pakets ergibt sich dadurch, daß Stator- und Rotorscheiben auf einen gesonderten, mit der Rotorwelle drehfest kuppelbaren Wellenstück auf­ genommen sind.
Durch eine Ausführungsvariante, bei welcher die Mischkammer und entsprechend die Stator- und Rotorscheiben gestuft mit zum Mischrohr hin abnehmenden Durchmesserstufen ausgebildet sind, wird dem Druckabfall in der Mischkammer entgegen­ gewirkt; außerdem ergibt sich die Möglichkeit, die Statorscheiben an den Mischkammerstufen zu fixieren, wodurch die Rotorscheiben druckent­ lastet werden und damit das Scheibenpaket in radialer Richtung besonders gut durchgängig ist.
Dadurch, daß die freien Enden der Ventilstößel der Ventileinheiten in ihrer Verschlußstellung in formmäßig angepaßte Sitze oder Buchsen der Ventilöffnungen dichtend eingreifen, kommt es zu einer selbsttätigen Reinigung der Ventilöffnun­ gen; gleichzeitig bilden die Ventilstößel einen totraumfreien Verschluß für die Mischkammer. Durch eine genaue Passung zwischen den Enden der Ventilstößel und den Buchsen wird die Dichtwir­ kung spürbar verbessert; bevorzugt eignen sich Buchsen aus Stahl oder Teflon, weil sich daran das Medium praktisch nicht ansetzt.
Die erfindungsgemäße Mischpistole ist vakuumfest, d. h. beim Anlegen eines Vakuums an das Mischrohr schließen die Buchsen, welche die Enden der Ventilstößel aufnehmen, sowie die Dichtungen der Ventileinheiten und der Rotorwelle das System nach außen ab. In der Verschlußstellung der Ventileinheiten gelangt daher kein Medium in die Mischkammer. In dieser Stellung, also bei ausge­ fahrenen Ventilstößeln, muß dennoch die Förderung der Medien nicht unterbrochen werden; hierzu schlägt die Erfindung vor, daß in der Verschluß­ stellung der Ventileinheiten das Medium durch einen Bypass im jeweiligen Ventilstößel weiter im Kreislauf mit einem Vorratsbehälter mittels einer der Zuführung des Mediums dienenden Pumpe, bevor­ zugt in Form einer Zahnradpumpe, gefördert wird.
Lediglich der zusätzlichen Absicherung dienen Rückschlagventile, die in der jeweiligen Förder­ leitung für den Zufluß der Medien zur jeweiligen Ventileinheit vorgesehen sind.
Für die Mischwirkung ist an dem erfindungsgemäßen Stator-/Rotorprinzip besonders vorteilhaft, daß die aus den Ventilöffnungen austretenden Medienstränge entsprechend der Drehzahl der Rotorscheiben in mehr oder weniger schmale Scheibchen zerschnitten werden, die leicht mit weiteren Komponenten vermischt werden können. Dies gilt besonders für pastöse Medien. Flüssige Medien werden durch die alternierenden Rotor- und Statorscheiben quasi ineinandergezogen, innig vermischt und verwirbelt. Die Vernetzung von lang- und kurzmolekularen Medien wird auf diese Weise besonders gefördert. Infolge der großen aktiven Oberfläche der Scheiben ergibt sich eine entsprechend große von den Gemischkomponenten benetzte Oberfläche, verbunden mit einem entspre­ chend guten Vermischungseffekt. Durch die schma­ len Zwischenräume zwischen den Scheiben entstehen lange Scher- und Wirbelkanten; es werden schlitz­ artige Passagen in schnellem Wechsel geöffnet und geschlossen, wodurch eine ständige Unterbrechung und Neuorientierung des Medienstroms erzwungen wird.
Der hohe mit der Erfindung erzielte Vermischungs­ grad erlaubt es, die Mischkammer in axialer Richtung besonders kurz zu dimensionieren, so daß insgesamt eine kompakte Bauweise der Mischpistole gegeben ist. Außerdem eignet sich die erfindungs­ gemäße Mischpistole besonders gut bei der Ver­ wirklichung hoher Mischungsverhältnisse oder, wenn es darum geht, eine extrem dickflüssige mit einer extrem dünnflüssigen Komponente miteinander gleichmäßig zu vermischen.
Durch die Ausbildung schräger Oberflächenbereiche der Stator- und Rotorscheiben können diese in Art von Turbinenschaufeln zum aktiven Fördern des Medienstroms hinzugezogen werden. Die Förderung wird dann nicht allein von den Förderpumpen bewirkt, sondern durch den Rotorantrieb aktiv unterstützt. Dadurch wird der zusätzliche Vorteil erreicht, daß der Medienschlupf in den Förderpum­ pen weniger störend in Erscheinung tritt, d. h. die eingestellte auszutragende Fördermenge unter­ liegt erheblich geringeren Schwankungen, vergli­ chen mit passiv wirkenden Mischeinrichtungen.
Durch die Reduzierung des Volumens der Misch­ kammer werden Medienverluste beim Säubern der Mischkammer entsprechend verringert. Die vorhan­ denen Toträume, d. h. das nicht von den Scheiben ausgefüllte Volumen im Inneren des Mischraums, sind im Verhältnis zum Mischraumvolumen sehr gering, sie liegen etwa bei 20-30% des Misch­ raumsvolumens.
Die erfindungsgemäße Mischpistole arbeitet im Niederdruckbereich, bevorzugt unter 2 bar. Der Mischkopf kann dabei mehrere Funktionen über­ nehmen, nämlich das bloße Dosieren im Sinne des Medienaustrags ohne Vermischung, das statische Vermischen über ein entsprechend ausgebildetes Mischrohr ohne Einbauten der Mischkammer und das dynamische Vermischen im Sinne der vorliegenden Erfindung mittels Rotor- und Statorscheiben. Im allgemeinen ist die Mischpistole wenigstens für zwei verschiedene Medien eingerichtet, wobei über eine gesonderte Ventileinheit noch das Reinigungsmedium bzw. das Spülmedium Luft ange­ schlossen ist. Jede Ventileinheit kann im Sinne einer universellen Verwendung der Mischpistole einzeln betätigt werden.
Im folgenden werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnung erläutert. Es zeigt
Fig. 1 einen axialen Längsschnitt durch die Mischpistole mit zwei Ventileinheiten für Medium,
Fig. 2 eine Ansicht der Mischpistole mit einer Ventileinheit zum Zuführen von Luft,
Fig. 3 eine stirnseitige Ansicht einer Sperr­ scheibe in der Mischkammer,
Fig. 4 die Seitenansicht einer Rotorscheibe mit Schrägflächen,
Fig. 5 ein Scheibenpaket mit stirnseitigen Ansichten der einzelnen Scheiben,
Fig. 6 eine Variante mit einer gestuften Misch­ kammer und
Fig. 7 eine gestufte Mischkammer mit einem speziellen Scheibenpaket.
Die Mischpistole gemäß den Fig. 1 und 2 besitzt ein Gehäuse 31, welches im wesentlichen zusammen­ gesetzt ist aus einem vorderen Gehäuseteil 31 mit Mischrohr 23 und einer Mischkammer 22 sowie mit einem hinteren Gehäuseteil 1 mit verschiedenen Ventileinheiten 38, 39, 40 zur Steuerung der Medienzufuhr und einem druckluftbetätigten Antriebsmotor 10, welcher über eine Rotorwelle 9 einen Rotor im Inneren der Mischkammer 22 antreibt.
Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 1 ist im Inne­ ren der Mischkammer ein Paket aus drei drehfest mit einem abgeflachten Wellenabschnitt 62 der Rotorwelle 9 drehfest verbundenen Rotorscheiben 21 und zwei dazwischen angeordneten, gehäuse­ festen Statorscheiben 25 untergebracht. Ferner dient eine eingangsseitig in der Mischkammer 22 angeordnete gehäusefeste Sperrscheibe 29 als Trennwand zwischen einer Vorkammer 28 und einem Mischraum 32 der Mischkammer 22. Die Statorschei­ ben 25 besitzen einen etwas größeren Durchmesser als die Rotorscheiben 21. An ihrem Umfang besit­ zen sie eine Kerbe 41, in welche eine Längsrippe 37 eingreift, die von der Umfangswand 42 des Mischraums 32 vorspringt, wodurch die Stator­ scheiben 25 gehäusefest gelagert sind. Während die Rotorscheiben 21 an ihrem Außenumfang jeweils einen deutlichen Ringspalt zur Umfangswand 42 der Mischkammer 22 bilden, entspricht der Außen­ durchmesser der Statorscheiben 25 nahezu dem Durchmesser der Umfangsfläche 42 des Mischraums 32. Die Statorscheiben 25 besitzen eine zentrale Bohrung 43, durch welche das Medium hindurchströ­ men kann, wonach es durch die benachbarte Rotor­ scheibe 21 wiederum in radialer Richtung nach außen umgelenkt wird. Der Medienstrom wird dadurch mehrfach mäanderartig umgelenkt, wobei er die Rotorscheiben 21 an ihrem Außenumfang umströmt. Um die Durchströmung des Mischraums 32 in axialer Richtung zu beschleunigen, können sowohl die Statorscheiben 25 als auch die Rotor­ scheiben 21 gelocht oder geschlitzt oder in sonstiger Weise strukturiert ausgebildet sein, wie bspw. in Fig. 5 dargestellt.
Mit der gestrichelten Pfeillinie 36 in Fig. 5 ist die Pulsationsbewegung des Medienstroms ange­ deutet, wobei man sich vorzustellen hat, daß es sich hier um einen radial pulsierenden axialen Stromfluß handelt.
Gemäß den in Fig. 5 dargestellten Scheibenformen besitzen die Rotorscheiben 21 Radialschlitze 26 in ihrem Umfangsbereich; die Statorscheiben 25 sind entweder ähnlich ausgebildet, wie zur mitt­ leren Statorscheibe dargestellt, wobei zum Zentrum hin entweder ein Ringbereich 34 ohne Durchbrechungen, oder ein ringförmiger, mit Schlitzen 63 versehener Innenbereich 64 verbleibt, an welchen sich ein nicht durchbroche­ ner ringförmiger Umfangsbereich 35 anschließt. Durch die nicht durchbrochenen Ringbereiche 34, 35 der Statorscheiben 25 werden die Pulsations­ bewegungen des Medienstroms unterstützt mit dem Ziel, die Vermischung und Verwirbelung der im Mischraum vorhandenen Komponenten zu steigern.
In Fig. 4 ist in der Seitenansicht beispielhaft eine Rotorscheibe 21 mit verschränkten radialen Flügelbereichen 33 dargestellt, welche dadurch entstehen, daß die zwischen den im Umfangsbereich vorgesehenen Schlitzen 26 verbleibenden Flügel 65 (Fig. 5) verdrillt sind. Anstelle der gezeigten gegensinnigen Verschränkung kommt auch eine (nicht gezeigte) gleichsinnige in Frage.
Es sei angenommen, daß über die in Fig. 1 oben dargestellte Ventileinheit 38 durch eine mit einem Rückschlagventil 17 gesicherte Medium- Förderleitung 18 Harz in die Vorkammer eingepreßt wird. In der dargestellten ausgefahrenen Verschlußstellung des Ventilstößels 14 zirkuliert das Harz durch die Rückflußleitung 16 zurück in den Harzbehälter. Der den beiden Leitungen zuge­ ordnete Abschnitt 44 des Stößels, hinter welchem ein Dichtungsring 15 angeordnet ist, bildet einen Bypass, indem er einen reduzierten Durchmesser aufweist. In der Verschlußstellung des Stößels 14 verschließt das Endstück 45 seines vorderen Abschnitts 49 die entsprechende Ventilöffnung 27 der Vorkammer 28. Die beiden Stößelabschnitte 44, 49 sind durch einen gegenüber der den Stößel aufnehmenden Gehäusebohrung 66 dichtenden Bund 67 voneinander getrennt. Wird der Stößel umge­ steuert, indem der linke Zylinderraum 46 des Kolbens 47 mit Luftdruck beaufschlagt wird, so fährt der Ventilstößel 14 nach rechts und das Endstück 45 des Ventilstößels gibt die Ventilöff­ nung 27 frei. Harz strömt dann durch die Förder­ leitung 18 in den Ringraum 48, der den vorderen Abschnitt 49 des Stößels 14 umgibt, und von dort durch die Ventilöffnung 27 in die Vorkammer 28, die vollständig durch das Medium "Harz" gefüllt wird. Das Harz gelangt dann aus der Vorkammer 28 durch Öffnungen 30 (siehe Fig. 3) in der Sperr­ scheibe 29 in den Mischraum 32. Die Ventilöffnung ist gebildet durch eine Buchse 50, bevorzugt aus Teflon, damit sich dort kein Harz ansetzt. In der Buchse 50, welche in die Gehäusebohrung 66 einge­ preßt ist, fährt der Ventilstößel 14 mit seinem eine Ringdichtung 19 aufweisenden vorderen Abschnitt 49 in der Verschlußstellung des Stößels 14 ein.
Nimmt man weiterhin an, daß durch die untere Ventileinheit 39 die Komponente "Härter" zu­ dosiert wird, so gelten für deren Strömungswege die bereits zur Ventileinheit 38 beschriebenen Zusammenhänge. Allerdings besteht ein wesent­ licher Unterschied darin, daß die Buchse 50 in der Stößelbohrung 66 verlängert ist, welche in eine Ventilöffnung 20 (Fig. 3) der Sperrscheibe 29 ragt. Damit wird vermieden, daß Härter in die Vorkammer 28 gelangt, wenn der Ventilstößel 14 der Ventileinheit 39 in seine Öffnungsposition einfährt. Dies ist dann der Fall, wenn die linke Druckluftleitung 13 beaufschlagt wird und dement­ sprechend die Druckluft aus der rechten Zylinder­ kammer 11 ausströmt. Die Vermischung der Kompo­ nenten "Harz" und "Härter" erfolgt somit erst im Bereich des Mischraums 32. Dadurch kann kein aus­ härtendes Gemisch an die der Vorkammer 28 benach­ barte Wellendichtung 24 gelangen und diese außer Wirkung setzen. Gleiches gilt für die der Vorkam­ mer 28 benachbarte Dichtung 2 des Ventilstößels 4 der in Fig. 2 dargestellten Ventileinheit 40 für die Spülluft. Diese Ventileinheit dient zum Reinigen der Mischkammer 22 und des Mischrohres 23. Die Spülluft wird über die Leitung 3 zuge­ führt und gelangt bei eingefahrenem Ventilstößel 4 über den Ringraum 51, der den vorderen Stößel­ abschnitt 52 umgibt, durch die Ventilöffnung 53 in die Vorkammer 28. Die Steuerung des Ventil­ stößels 4 erfolgt über die Druckluftleitungen 5, 6, die auf gegenüberliegenden Seiten des Steuer­ kolbens 54 angeordnet sind. Dichtungen 8 verhin­ dern den Durchzug der Spülluft in den Steuer­ zylinder 7.
Fig. 6 zeigt als eine Variante der zuvor beschriebenen Ausführungsform eine gestuft ausge­ bildete Mischkammer 22. Die nach der Sperrscheibe 29 aufeinanderfolgenden Statorscheiben 25 und Rotorscheiben 21 werden aufeinanderfolgend stufenweise im Durchmesser kleiner. In der ersten Stufe 55 liegt zuerst eine Rotorscheibe 21. Dann folgt eine Statorscheibe 25, die durch einen Stift 56 fixiert wird. In der zweiten Stufe 57 liegt auch wieder zuerst eine Rotorscheibe 21 und dahinter eine Statorscheibe 25, die ebenfalls durch einen Stift 58 fixiert wird. In der letzten Stufe 59 liegt nur eine Rotorscheibe 21. Der lösbar mit dem hinteren Gehäuseteil 1 verbundene vordere Gehäuseteil 31 mit dem Mischrohr 23 läßt sich bei Bedarf verlängern, so daß weitere Rotor- und Statorscheibenpaare hintereinander angeordnet werden können. Indem z. B. zwei bis drei Misch­ kammern 22 in Axialrichtung hintereinander gesetzt werden, läßt sich der Mischvorgang fast beliebig wiederholen.
Der Vorteil dieser stufenweisen Anordnung ist darin zu sehen, daß sich jede Statorscheibe 25 an der Wand der Mischkammer 22 abstützt. Dadurch reiben die Rotorscheiben nur auf einer Seite gegen die Statorscheiben. Die andere Stator­ scheibenseite wird jeweils durch die Abstützung an der zugeordneten Stufe der Mischkammer 22 druckentlastet. Durch die Abstützung wird ferner sichergestellt, daß die der Vermischung dienenden Trennspalten innerhalb des Stator-Rotor-Paketes stets offen bleiben.
Fig. 7 zeigt eine Ausführungsform mit gestufter Mischkammer 22, ähnlich Fig. 6, jedoch ohne gesonderte Abstützung der Statorscheiben 25 mittels Stiften. Die Rotorscheiben 21 sitzen fest aufgepreßt auf einem die Rotorwelle 9 verlän­ gernden Wellenstück 60; zusammen mit den lose dazwischen liegenden Statorscheiben 25 ergibt sich ein besonders einfach zu handhabendes Schei­ benpaket. Dessen Mitnahme erfolgt über eine Schlitz-Zapfen-Verbindung 61 mit der Rotor­ welle 9.

Claims (14)

1. Mischpistole für den Austrag verschiedener Medien, insbesondere von Gemischen reaktiver Mehrkomponenten-Materialien wie Silikon- oder Epoxidharz, von Farben oder Lacken, mit einer mit mehreren Ventileinheiten (38, 39) für die Zuführung jeweils einer Medienkomponente und mit wenigstens einer weiteren Ventileinheit (40) für ein Reinigungsmedium verbundenen Mischkammer (22), in welcher ein mittels eines Antriebs antreibbarer Mischrotor angeordnet ist, und aus welcher das Gemisch über ein Mischrohr (23) austritt, dadurch gekennzeichnet, daß die Mischkammer (22) einlaßseitig eine Vorkammer (28) aufweist, die über eine Sperr­ scheibe (29) von dem den Mischrotor aufneh­ menden Mischraum (32) der Mischkammer (22) abgetrennt ist, daß die Sperrscheibe (29) ein oder mehrere die Vorkammer (28) mit dem Mischraum (32) verbindende Durchgangslöcher (30) aufweist, und daß wenigstens eine Ventileinheit (39) für eine der Medienkomponenten direkt an ein Durchgangsloch (30) in der Sperrscheibe (29) angeschlossen ist.
2. Mischpistole nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Mischrotor aus einer oder mehreren mit Abstand voneinander auf einer gemeinsamen Rotorwelle (9) angeordneten Rotorscheiben (21) besteht und daß im Mischraum (32) abwechselnd Rotorscheiben und mit dem Gehäuse verbundene Statorscheiben (25) in Ausströmrichtung hintereinander angeordnet sind.
3. Mischpistole nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß im Mischraum (32) hinter der Sperrscheibe (29) in Ausströmrichtung eine Rotorscheibe (21) angeordnet ist.
4. Mischpistole nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß Rotor- (21) und Statorscheiben (25) als Paket aus einzelnen Scheiben auf die Rotorwelle (9) aufgesteckt sind und daß die Statorscheiben (25) an ihrem Außenumfang an der den Mischraum (32) begrenzenden Umfangs­ wand (42) befestigt sind.
5. Mischpistole nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Statorscheiben (25) zentrale Bohrun­ gen (43) aufweisen, deren Durchmesser größer ist als jener der Rotorwelle (9).
6. Mischpistole nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Rotorscheiben (21) einen Umfangs­ durchmesser aufweisen, der kleiner ist als der Innendurchmesser der Umfangswand (42) des Mischraums.
7. Mischpistole nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß Stator- (25) und Rotorscheiben (21) auf einem gesonderten, mit der Rotorwelle (9) drehfest kuppelbaren Wellenstück (60) angeordnet sind.
8. Mischpistole nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Mischkammer (22) und entsprechend die Stator- (25) und Rotorscheiben (21) gestuft mit zum Mischrohr (23) hin abnehmenden Durch­ messerstufen ausgebildet sind.
9. Mischpistole nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Statorscheiben (25) mittels daran peripher befestigter, axial abragender Stifte (56, 58) in entsprechenden Bohrungen in der Wand der Mischkammer (22) fixiert sind.
10. Mischpistole nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß Rotor- (21) und Statorscheiben (25) strukturiert, nämlich gelocht, geschlitzt oder mit Vertiefungen oder Rippen aufweisenden Stirnseiten ausgebildet sind.
11. Mischpistole nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Rotorscheiben (21) und/oder die Statorscheiben (25) einen radial geschlitzten ringförmigen Umfangsbereich aufweisen.
12. Mischpistole nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Statorscheiben (25) einen nicht durchbrochenen äußeren ringförmigen Umfangsbereich (35) aufweisen, an welchen sich radial nach innen ein ringförmiger mit Schlitzen (26) versehener Innenbereich (64) anschließt.
13. Mischpistole nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die freien Enden der Ventilstößel (4, 14) der Ventileinheiten (38, 39, 40) in Verschlußstellung in formmäßig angepaßte Sitze oder Buchsen (50) der Ventilöffnungen (27, 20, 53) dichtend eingreifen.
14. Mischpistole nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in der Verschlußstellung der Ventil­ einheiten (38, 39) das Medium im jeweiligen Ventilstößel (14) durch einen Abschnitt (44), der einen reduzierten Ventilstößeldurchmesser aufweist, weiter im Kreislauf mit einem Vorratsbehälter mittels einer der Zuführung des Mediums die­ nenden Pumpe gefördert wird.
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