DE4333419C2 - Verfahren und Vorrichtung zur Schichtdickenmessung und Meßsonde für eine kombinierte Schichtdickenmeßvorrichtung - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Schichtdickenmessung und Meßsonde für eine kombinierte SchichtdickenmeßvorrichtungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung
zur Schichtdickenmessung von eisenfreien oder nicht-magne
tischen Schichten auf einem eisenhaltigen oder magnetischen
Substrat und von nicht leitenden Schichten auf einem lei
tenden Substrat. Die Erfindung betrifft ferner eine Meßson
de zur Schichtdickenmessung.
In der Vergangenheit waren Betreiber von Schichtdickenmeß
vorrichtungen in der Regel gezwungen, den Substrattyp zu
bestimmen, bevor die eigentliche Messung der Dicke einer
Schicht auf diesem Substrat durchgeführt wurde. In Kenntnis
des Substrattyps hat dann der Betreiber eine geeignete
Sondenkonfiguration ausgewählt und sodann die entsprechende
Dickenmessung durchgeführt. In der Regel benötigt der Be
diener dabei zwei getrennte unabhängige Meßsysteme bzw.
zwei unabhängige Sonden, die zu einer Meßvorrichtung kom
biniert sein können. Zusätzlich dazu hat der Bediener die
Eigenschaften der Probe (Kombination aus Schicht und Sub
strat) zu bestimmen, bevor die eigentliche Schichtdicken
messung auf dem derartigen charakterisierten Substrat
durchgeführt wird.
Daher besteht seit langem ein Bedürfnis nach einer Vorrich
tung, die in der Lage ist, Substrateigenschaften und Mes
sungen der Schichtdicke auf dem Substrat automatisch durch
zuführen. Eine derartige Vorrichtung würde dem Bediener
erlauben, die einzelne Meßsondenspitze der Vorrichtung auf
der Probe zu plazieren und mit geeigneten Meßinstrumenten,
die mit der Meßsonde verbunden sind, den Substrattyp fest
zustellen und automatisch die Schichtdicke zu messen.
Nach dem Stand der Technik sind bereits mehrere elektro
magnetische Dickenmeßvorrichtungen bekannt, die mehrere
Zwecke erfüllen:
Z. B. beschreibt das US-Patent Nr. 3 986 105 (basierend auf der
DE 24 10 047 A1) von NIX et al. eine Meßsonde, die zwei Spulen
verwendet, welche um einen verlängerten ferromagnetischen Kern
gewunden sind. Auch dort ist ein Verfahren und eine Vorrichtung
zur Schichtdickenmessung von nicht leitenden Schichten auf
elektrisch leitender Unterlage bzw. von elektrisch leitenden
Schichten auf nicht leitender Unterlage nach dem Wirbelstrom
verfahren offenbart. Für die Messung der Schichtdicke von
nicht-magnetischen Schichten auf magnetischer Unterlage wird
jedoch ein magnet-induktives Verfahren verwendet. Dabei wird im
wesentlichen die Änderung des magnetischen Widerstandes zwi
schen einer Meßsonde und einer magnetischen Schicht ausgenutzt.
Durch Änderung der Induktivität der Meßsonde in Abhängigkeit
des Abstandes zur magnetischen Schicht können Rückschlüsse auf
die Schichtdicke der zu messenden nicht-magnetischen Schicht
gewonnen werden. Hierfür umfaßt die vorgeschlagene Meßsonde ei
nen Permanentmagneten, der zur Vormagnetisierung eines Polkerns
dient, also zur Verstärkung der in den Meßwicklungen erfaßten
Signale. Der Permanentmagnet hat sonst keine weitere Funktion.
Der Polkern ist weiter von einer Erregerwicklung und zwei in
Differenzschaltung gekoppelten Meßwicklungen umgeben. In diesem
magnet-induktiven Meßmodus wird die Anregerspule mit einer nie
derfrequenten Frequenz (unter 300 Hz) betrieben, während hoch
frequente Anregungsströme (oberhalb 1000 Hz) die Messung von
Schichtdicken im Wirbelstrommodus ermöglichen.
Außerdem müssen bei der bekannten Meßsonde von NIX et al. die
Meßbetriebszustände der Dickenmessung (geringe oder hohe Fre
quenz der Anregungsspule) in Abhängigkeit der magnetischen Ei
genschaft des Substrats aufwendig per Hand eingestellt werden.
Das US-Patent Nr. 4 005 359 von. SMOOT beschreibt ebenfalls eine
elektronische Dickenmeßvorrichtung zur Messung von Schichtdic
ken auf eisenhaltigen oder leitenden Substraten. Dabei ist die
Meßprobe quer zum Spalt eines an der Stirnseite offenen Trans
formators zwischen dessen Polflächen angeordnet. Je nach Dicke
der zu messenden Schicht auf der Probe treten Änderungen der
Eigeninduktivität sowie der Kopplungseigenschaften des Trans
formators auf, welche anhand der Veränderungen der Peakfrequenz
eines niederfrequenten Anregungsstromes erfaßt werden. Auf die
se Weise können sowohl Schichtdicke als auch magnetische Eigen
schaften des Substrats in einem Meßvorgang bestimmt werden. Die
bekannte Anordnung verwendet hierfür jedoch weder einen magne
tischen Flußdichtesensor noch einen Wirbelstromsensor, um die
gewünschte Schichtdickenmessung durchzuführen. Da die Dicken
meßvorrichtung von SMOOT außerdem einen Transformator mit offe
ner Stirnseite erfordert und das Substrat quer zum Spalt des
Transformators angeordnet hat, befindet sich die Vorrichtung
zwingend an wenigstens zwei Stellen in Kontakt mit dem be
schichteten Substrat, so daß die für die Messung erforderlichen
Kontaktflächen mit dem Substrat relativ groß sind. Aufgrund
dieser Bauweise kann die bekannte Dickenmeßvorrichtung auch
nicht kompakt in einer einzigen Meßsonde untergebracht werden.
Ferner offenbart die DE 26 40 155 A1 eine Schichtdickenmeßvor
richtung zur kontinuierlichen Messung der Dicke einer sich be
wegenden Meßprobe, z. B. einer Folie oder eines Bleches, nach
dem Induktionsprinzip. Dabei geht es auch darum, etwaige Effek
te durch Temperaturschwankungen über Gegenmaßnahmen zu kompen
sieren.
Auch die EP 0 028 487 A1 beschreibt eine Schichtdickenmessung
auf einem ferromagnetischen Substrat nach dem Hall-Effekt-
Prinzip. Es fehlt dabei aber bereits an der Möglichkeit der
Schichtdickenmessung auf einem leitenden eisenfreien Substrat.
Nach alledem besteht das Bedürfnis nach einer kombinierten
Meßvorrichtung mit einer einzigen kompakten Schichtdicken
meßsonde, die eisenhaltige Substrate und eisenfreie Sub
strate überprüfen und messen kann, wobei bevorzugt automa
tisch von einem Meßbetriebsmodus in den anderen geschaltet
werden kann.
Auch das US-Patent Nr. 4,255,709 von ZATSEPIN et al. be
schreibt eine Vorrichtung zur Dickenbestimmung von aufge
tragenen Schichten, die je nach der speziellen Anwendung
einen unterschiedlichen Typ von Dickenmeßsonden benötigt,
z. B. vom elektromagnetischen, vom Mikrowellen- oder vom
Ultraschalltyp. Die Vorrichtung mißt die Dicke von dielek
trischen Schichten, die auf metallischen Proben aufgetragen
sind, und von nicht-magnetischen galvanischen Abtragungen
bzw. Niederschlägen auf ferromagnetischen Proben. Die Vor
richtung mißt dann die Schichtdicke von nicht-magneti
schen, stromleitenden Schichten auf nicht-magnetischen,
stromleitenden Materialien mit einer geeignet ausgewählten
Dickenmeßsonde. Das Schichtdickenmeßsystem von ZATSEPIN et
al. verwendet zwar eine automatische Meßbereich-Schaltein
heit. Diese wird jedoch zum automatischen Umschalten von
einem Dickenmeßbereich in einen anderen eingesetzt, ohne
Rücksicht auf die magnetische Eigenschaft des darunter
liegenden Substrats. Denn bei ZATSEPIN et al. werden die
Dickenmesser aufwendig per Hand und nicht automatisch in
Abhängigkeit der magnetischen Eigenschaft des Substrats
umgestellt bzw. umgeschaltet. Daher besteht ferner das
Bedürfnis nach einer kompakten Einzelmeßsonde für eine
kombinierte Schichtdickenmeßvorrichtung, die ein automati
sches Umschalten von einem Meßbetriebsmodus der Schicht
dickenmessung in einen anderen ermöglicht, - und zwar in
Abhängigkeit der Eigenschaften des darunterliegenden Sub
strats, die automatisch bestimmt werden sollen.
Eine weitere Vorrichtung zur Schichtdickenmessung offenbart
das US-Patent Nr. 4,722,142 von SCHMIDT zur Dickenmessung
von Schichten, die kaum leitend sind, z. B. Kunststoff, an
der Innenwand eines metallischen, rohrförmigen Vorrich
tungsteils und entlang der Länge dieses metallischen, rohr
förmigen Teils. Vorzugsweise verwendet die Vorrichtung
einen Nahwirkungsdetektor, basierend auf elektronischen
Wirbelstromverlusten, um die Schichtdicke zu messen.
Das US-Patent 5,015,950 von ROSE et al. beschreibt eine
Vorrichtung für die zerstörungsfreie Untersuchung von
Sperr- bzw. Grenzschichten auf elektrisch leitenden Mate
rialien, die eine kontrollierte bekannte Hitzeladung auf
einem begrenzten Bereich der Schicht anlegt und die Ver
änderung in der elektrischen Leitfähigkeit des darunter
liegenden Materials mit Hilfe einer Wirbelstromspule mißt.
Die elektrische Leitfähigkeit des Materials wird beeinflußt
durch Temperaturänderungen aufgrund der thermischen Leitung
in das Material durch die darüber liegende Schicht, so daß
die Dicke der Schicht, ihre thermische Leitfähigkeit und/
oder ihre strukturellen Eigenschaften untersucht werden
können, und zwar für jeden beliebigen Schichttyp.
Zwar verwenden die Schichtdickenmeßsysteme von SCHMIDT und
ROSE et al. Wirbelstromdetektoren, um die Schichtdicken auf
leitenden Substraten zu messen, aber weder SCHMIDT noch
ROSE et al. verwenden einen Hall-Generator für die Messung
von Schichtdicken auf eisenhaltigen Substraten, so daß
weder SCHMIDT noch ROSE et al. ein automatisches oder manu
elles Schalten der Detektoren bzw. Meßmodi je nach der ma
gnetischen Eigenschaft des Substrats verwirklichen können.
Daher besteht seit langem auch ein Bedürfnis nach einer
kompakten Meßsonde für eine kombinierte Schichtdickenmeß
vorrichtung zur Bestimmung der Schichtdicke von sowohl
eisenfreien Schichten auf einem eisenhaltigen Substrat, als
auch von nicht leitenden Schichten auf einem leitenden,
eisenfreien Substrat. Dabei sollte die Meßsonde die Ober
fläche des beschichteten Substrats an höchstens einer Stel
le mit einer relativ kleinen Kontaktfläche berühren.
Die Erfindung zielt darauf ab, ein Verfahren sowie eine
Vorrichtung zur Schichtdickenmessung zu schaffen, die
eine besonders einfache und mit geringem Arbeitsaufwand
verbundene Schichtdickenmessung, sowohl von eisenfreien
Schichten auf eisenhaltigen Substraten, als auch von nicht
leitenden Schichten auf leitenden Substraten ermöglicht.
Ferner zielt die Erfindung darauf ab, eine hierfür geeigne
te Meßsonde zur Verfügung zu stellen.
Dieses Ziel erreicht die Erfindung durch die Gegenstände
der Ansprüche 1, 5 und 14. Weitere bevorzugte Ausführungen
der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen beschrie
ben.
Danach werden bei einem Verfahren zur Schichtdickenmessung
von eisenfreien oder nicht-magnetischen Schichten auf einem
eisenhaltigen oder magnetischen Substrat sowie von nicht-
leitenden Schichten auf einem leitenden eisenfreien Sub
strat mit Hilfe einer Schichtdickenmeßvorrichtung die Sub
strateigenschaften mit einer einzigen Meßsonde automatisch
bestimmt, und es wird eine Schichtdickenmessung auf dem
charakterisierten Substrat durchgeführt. Hierfür umfaßt das
Verfahren bevorzugt folgende Schritte: Prüfen, ob ein ei
senhaltiges Substrat vorliegt, durch Messen einer magneti
schen Flußdichte an einem Pol eines Magneten, insbesondere
Permanentmagneten, der in der Meßsonde angeordnet ist und
Bestimmen der Schichtdicke anhand der gemessenen Fluß
dichte; Automatisches Umschalten der Schichtdickenmeßvorr
ichtung um zu Prüfen, ob ein leitendes eisenfreies Substrat
vorliegt, falls kein eisenhaltiges Substrat nachgewiesen
wird; und Messen von Wirbelstromeffekten, die in einem lei
tenden eisenfreien Substrat durch Magnetfelder der Schicht
dickenmeßvorrichtung erzeugt werden, und Bestimmen der
Schichtdicke anhand dieser Messung.
Ferner umfaßt eine Schichtdickenmeßvorrichtung, insbeson
dere zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens, zur
Messung sowohl von eisenfreien bzw. nicht-magnetischen
Schichten auf einem eisenhaltigen bzw. magnetischen Sub
strat, als auch von nicht leitenden Schichten auf einem
leitenden eisenfreien Substrat: einen Magneten, insbesonde
re Permanentmagneten; ein magnetisches Flußdichtesensormit
tel, insbesondere einen magnetischen Flußdichtesensor, das
in Nähe einer Polfläche des Permanentmagneten angeordnet
ist, um ein Magnetfeld in Nähe der Polfläche zu erfassen
bzw. zu messen; eine Wirbelstrommeßspule, die in der Umge
bung der Polfläche angeordnet ist; und Steuermittel zum
Empfang von Eingangssignalen des Sensormittels, insbesonde
re Sensors, sowie von der Meßspule und zur Berechnung einer
Schichtdicke auf der Grundlage von einem oder mehreren
Eingangssignalen.
Eine derartige kombinierte Schichtdickenmeßvorrichtung, die
vorzugsweise als tragbare Handvorrichtung ausgebildet ist,
ist besonders vorteilhaft in der Lage, sowohl eine eisen
freie Schicht auf einem eisenhaltigen Substrat, als auch
eine nicht-leitende Schicht auf einem leitenden eisenfreien
Substrat zu messen. Sie ist außerdem in der Lage ist, Sub
strateigenschaften und Messungen der Schichtdicke auf dem
Substrat automatisch durchzuführen. Eine derartige Vorrich
tung erlaubt es besonders vorteilhaft dem Bediener, nur
eine einzelne Meßsondenspitze der Vorrichtung auf der Probe
zu plazieren und mit geeigneten Meßinstrumenten, die mit
der Meßsonde verbunden sind, den Substrattyp festzustellen
und automatisch die Schichtdicke zu bestimmen.
Eine erfindungsgemäße Meßsonde für eine kombinierte Schi
chtdickenmeßvorrichtung zur Schichtdickenmessung von sowohl
einer eisenfreien bzw. nicht-magnetischen Schicht auf einem
eisenhaltigen bzw. magnetischen Substrat, als auch einer
nicht leitenden Schicht auf einem leitenden Substrat ist
derart ausgebildet, daß die Substrateigenschaften mit einer
einzigen Sonde automatisch bestimmt werden und eine
Schichtdickenmessung auf dem charakterisierten Substrat
durchgeführt wird. Hierfür weist die Meßsonde auf: einen
Magnet, insbesondere Permanentmagnet; ein Hall-Effekt-Ma
gnetsensormittel, insbesondere einen Hall-Effekt-Magnetsen
sor, die in Nähe einer Polfläche des Permanentmagneten der
art angeordnet sind, um ein Magnetfeld in Nähe der Polflä
che zu messen; eine Wirbelstrommeßspule, die in Umgebung
der Polfläche angeordnet ist; und ein Temperatursensormit
tel, insbesondere einen Thermistor, das mit den Hall-Eff
ekt-Magnetsensormittel verbunden ist, um die Temperatur in
Nähe des Hall-Effekt-Magnetsensormittels zu messen, wobei
die gemessene Temperatur verwendet werden kann, um eine
temperaturkompensierte bzw. -korrigierte magnetische Fluß
dichtenmessung zu liefern.
Hierdurch wird eine kompakte Schichtdickenmeßsonde reali
siert, die eisenhaltige Substrate mit Hilfe des Hall-Sen
sors und eisenfreie Substrate mit Hilfe der Wirbelstrom
untersuchungsspule untersucht, wobei automatisch von einem
Betriebszustand in den anderen geschaltet wird, und wobei
die Meßsonde die Oberfläche des beschichteten Substrats an
höchstens einem Ort mit einer relativ kleinen Kontaktfläche
kontaktiert.
Außerdem ermöglicht die Meßsonde besonders vorteilhaft bei
der erfindungsgemäßen kombinierten Schichtdickenmeßvorrich
tung die automatische Bestimmung der Substrateigenschaften
mit einer einzelnen Sonde und gleichzeitig die Durchführung
einer Messung der Schichtdicke in Abhängigkeit des Sub
strattyps. In der Meßsonde sind die Sensoren, die für die
Durchführung beider Arten von Messungen benötigt werden,
vorzugsweise in einer kompakten Sonde integriert.
Als eine Idee verwendet die Technik zur Schichtdickenmes
sung von Schichten auf einem eisenhaltigen Substrat einen
Magneten, der einen konstanten magnetischen Fluß anlegt,
sowie einen Hall- und einen Temperatursensor, insbesondere
einen Thermistor, die an einem der Pole des Permanentmagne
ten angeordnet sind, um die von der Temperatur abhängige
magnetische Flußdichte zu messen. Dabei besteht ein ein
deutiger Zusammenhang zwischen der magnetischen Flußdichte
am Magnetpol und der Dicke einer eisenfreien Schicht auf
einem eisenhaltigen Substrat.
Die erfindungsgemäße Technik zum Messen von nicht leitenden
Schichten auf einem leitenden eisenfreien Substrat basiert
im wesentlichen auf sogenannten Wirbelstromeffekten. Eine
Spule in der Nähe der Meßsondenspitze wird durch einen
veränderlichen Strom angeregt, der zwischen ca. 6 MHz und
ca. 12 MHZ oszilliert. Diese Spule induziert Wirbelströme
an der Oberfläche des leitenden Substrate. Die resultie
renden Wirbelströme bauen ihrerseits ein entgegengesetzt
gerichtetes Magnetfeld auf, das umgekehrt auf die angeregte
Spule einwirkt. Diese Wirbelstromeffekte an der Spule wer
den bestimmt bzw. quantifiziert durch Messen der Impedanz
der Spule, und die Veränderung (insbesondere Abnahme) der
Wirbelstromeffekte an der Spule stehen im Zusammenhang mit
der Schichtdicke der nicht leitenden Schicht auf einem
leitenden Substrat. Das heißt, die Spulenimpedanz ist ein
Maß für die Schichtdicke einer nicht leitenden Schicht, die
auf einem leitenden Substrat aufgetragen ist.
Die Meßsonde der erfindungsgemäßen Meßvorrichtung bestimmt
außerdem den Substrattyp, schaltet dann automatisch in den
geeigneten Meßbetriebsmodus und bestimmt sodann die
Schichtdicke der Schicht auf dem bestimmten bzw. charak
terisierten Substrat.
Die erfindungsgemäße Meßsonde wird vorzugsweise in einer
Schichtdickenmeßvorrichtung eingesetzt, die vorerst unter
sucht, ob ein eisenhaltiges Substrat vorliegt, - durch
Messen der temperaturkompensierten bzw. -korrigierten ma
gnetischen Flußdichte an einem Pol des Permanentmagneten
mit Hilfe des Hall-Sensors und des Temperatursensors, ins
besondere Thermistors. Dabei werden die Meßergebnisse der
magnetischen Flußdichte und der Temperatur in temperatur
kompensierte magnetische Flußdichtenwerte umgewandelt, die
proportional sind zur Schichtdicke einer Schicht auf einem
eisenhaltigen Substrat. Falls kein eisenhaltiges Substrat
nachgewiesen wird, schaltet die Schichtdickenmeßvorrichtung
automatisch in einen Betriebsmodus für die Untersuchung auf
einem leitenden eisenfreien Substrat um, wobei die Wirbel
stromeffekte, die im leitenden eisenfreien Substrat durch
Magnetfelder der Schichtdickenmeßvorrichtung erzeugt wer
den, mit Hilfe einer Wirbelstrommeßspule untersucht bzw.
gemessen werden. Dabei werden die Wirbelstrommeßergebnisse
in einen Wirbelstromfrequenzwert umgewandelt, der propor
tional ist zur Schichtdicke einer Schicht auf einem leiten
den eisenfreien Substrat.
Weitere Vorteile und Ausgestaltungen der vorliegenden Er
findung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
bevorzugter Ausführungsbeispiele. In der Beschreibung wird
auf die beigefügte schematische Zeichnung Bezug genommen.
In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1(a) einen Querschnitt einer Meßsonde einer er
findungsgemäßen Meßvorrichtung entlang der
Linie IA-IA in Fig. 1(b);
Fig. 1(b) einen Querschnitt einer Meßsonde einer er
findungsgemäßen Meßvorrichtung entlang der
Linie IB-IB in Fig. 1(a);
Fig. 2 eine Darstellung der Orientierung von Strö
men und Feldern zur Veranschaulichung des
Hall-Effekts;
Fig. 3(a) eine Darstellung von magnetischen Feldlinien
eines Permanentmagneten in einem Abstand d1
oberhalb eines eisenhaltigen Substrats;
Fig. 3(b) eine Darstellung von magnetischen Feldlinien
eines Permanentmagneten in einem Abstand d2
oberhalb eines eisenhaltigen Substrats, wo
bei d2 < d1 in Fig. 3(a);
Fig. 4(a) ein Querschnitt einer Wirbelstromspule für
die Verwendung in einem erfindungsgemäßen
Ausführungsbeispiel entlang der Linie IIIA-
IIIA in Fig. 4(b);
Fig. 4(b) ein Querschnitt einer Wirbelstromspule für
die Verwendung in einem erfindungsgemäßen
Ausführungsbeispiel entlang der Linie IIIB-
IIIB in Fig. 4(a);
Fig. 5(a) eine Darstellung von magnetischen Feldlinien
einer elektromagnetischen Spule in einem
Abstand D1 oberhalb eines eisenfreien lei
tenden Substrats;
Fig. 5(b) eine Darstellung von Magnetfeldlinien einer
elektromagnetischen Spule in einem Abstand
D2 oberhalb eines eisenfreien leitenden Sub
strats, wobei D2 kleiner als D1 in Fig. 5
(a);
Fig. 6 eine Darstellung einer Steuervorrichtung für
eine Meßvorrichtung entsprechend einem er
findungsgemäßen Ausführungsbeispiel; und
Fig. 7 ein Flußdiagramm, das die Arbeitsschritte
der Steuervorrichtung in Fig. 6 veranschau
licht.
Die Fig. 1(a) und (b) zeigen ein erfindungsgemäßes
Ausführungsbeispiel einer Meßsonde einer Schichtdickenmeß
vorrichtung im Querschnitt. Dabei sind die Querschnitte
entlang der Linien IA-IA in Fig. 1 (b) bzw. der Linie IB-IB
in Fig. 1(a) gezogen. Ein zylindrisches Sondengehäuse 20
umgibt einen zylindrischen Sondenkern 10. Der Sondenkern 10
enthält eine ringförmige Wirbelstrommeßspule 60, die in
kompakter Bauweise einen zylindrischen Hall-Effekt-Magnet
sensor 50 umschließt. Dabei ist die Wirbelstrommeßspule 60
vorzugsweise in thermisch leitendem Epoxidharz 80 eingebet
tet, derart, daß die Wirbelstrommeßspule 60 im Probenkern
60 befestigt ist und daß die Hitze abgeleitet wird, die
durch Anregung der Wirbelstrommeßspule 60 erzeugt wird.
Falls die Wirbelstrommeßspule 60 durch einen Wechselstrom
mit einer ausreichend hohen Frequenz (größer als etwa 1000
Hz) angeregt wird, erzeugt die Spule 60 Wirbelströme in
einem darunter liegenden leitenden Substrat zwischen der
Substratoberfläche und der typischen Eindringtiefe des
Substrats. Die Eindringtiefe des Substrats ist abhängig von
der Frequenz der Wechselstromanregung der Wirbelstrommeß
spule 60 und ist darüberhinaus abhängig vom Substrattyp.
Bei der Meßsonde entsprechend der vorliegenden Erfindung
kann die Wirbelstrommeßspule 60 durch Wechselstrom von
ausreichend hoher Frequenz derart angeregt werden, daß die
Eindringtiefe der Wirbelströme in das leitende Substrat so
stark verringert wird, daß die Wirbelstromeffektmessung im
wesentlichen unempfindlich ist gegenüber Substratdicken
schwankungen.
Der Hall-Effekt-Magnetsensor 50 ist an einem Ende eines
zylindrischen Permanentmagenten 30 angeordnet, um die ma
gnetische Flußdichte in der Umgebung der Polfläche des
Magneten 30 in nächster Nähe zum Hall-Effekt-Magnetsensor
50 zu messen. Dabei wird der sogenannte Hall-Effekt ausge
nützt, um das Magnetfeld Bi durch den Hall-Effekt-Magnetsen
sor 50 zu bestimmen. Dabei steht das Magnetfeld Bi in Bezie
hung mit der magnetischen Flußdichte ϕ durch eine Quer
schnittsfläche gemäß
wobei sich die Integration über die relevante Querschnitts
fläche mit dem Differentialflächenelement dAi erstreckt.
Fig. 2 ist eine Darstellung der Orientierung von Strömen
und Feldern zur Veranschaulichung des Hall-Effekts. Fig. 2
zeigt eine plattenförmige Probe 400 eines Leiters oder
eines Halbleiters mit einer Dicke t in z-Richtung und einer
Weite w in y-Richtung. Die Probe führt eine Stromdichte JX
in x-Richtung und befindet sich in einem Magnetfeld BZ in z-
Richtung. Die Stromdichte JX besteht aus einer Dichte n von
Ladungsträgern, die jeweils eine Ladung q transportieren
und sich mit einer Driftgeschwindigkeit VX in x-Richtung
bewegen. Die Lorentzkraft Fi Lorentz ergibt sich dabei aus:
Fi Lorentz = qEi + qεijknjBk
wobei Ei irgendein elektrisches Feld ist, welchem die La
dungsträger ausgesetzt sind, und wobei εijk ein vollständig
antisymmetrischer Tensor in den drei Raumrichtungen ist. Zu
Beginn hat Ei, den Wert Null, und die Lorentzkraft Fi Lorentz =
Fy Lorentz = -qvXBz = -(JX/b)BZ in die negative y-Richtung gerich
tet, so daß die Ladungsträger in die negative y-Richtung
abgelenkt werden. Sobald sich die Ladungsträger an der
Stirnseite der Probe 400 (senkrecht zur negativen y-Rich
tung) sammeln, wird ein elektrisches Feld Ei = Ey = vXBZ =
(JX/(nq))BZ in positiver y-Richtung aufgebaut, um die gesam
te Lorentzkraft Fi Lorentz zu neutralisieren bzw. um der Lorenz
kraft das Gleichgewicht zu halten. Dies führt zu einem
Kräftegleichgewicht, wobei die Kräfte genau ausgeglichen
sind.
Das elektrische Kompensationsfeld Ey ist die Ursache für
eine sogenannte Hall-Spannung VHall = wEy, die quer zur Probe
400 (in y-Richtung) verläuft und als Auswirkung des Hall-
Effekts mit ausreichender Genauigkeit bestimmt werden kann.
Der Hall-Strom IHall durch die Probe 400 ergibt sich einfach
aus der Stromdichte JX, wie IHall = wtJX, und kann ebenso wie
die Hall-Spannung VHall mit ausreichender Genauigkeit gemes
sen werden. Der Hall-Widerstand RHall, ist dann definiert
durch
wobei die Beziehungen VHall = wEy = w(JX/(nq))BZ und IHall = wtJX
verwendet wurden. Hervorgehoben sei der vorstehende Zusam
menhang zwischen dem Hall-Widerstand RHall und dem Hall-Koef
fizienten R = (1/(nq)). Der Hall-Koeffizient R wurde be
reits für viele Leiter- und Halbleitermaterialien experi
mentell bestimmt. Daher kann bei bekanntem Hall-Koeffizient
R für das Material der Probe 400 und bei bekannter Dicke t
der Probe 400 sowie durch genaues Messen der Hall-Spannung
VHall und des Hall-Stromes IHall die Stärke des Magnetfeldes BZ,
dem die Probe 400 ausgesetzt ist, einfach bestimmt werden.
Dabei hängt der Hall-Koeffizient R = (1/(nq)) für ein be
stimmtes Material von der Ladungsträgerdichte n im Material
ab. Die Ladungsträgerdichte n im Material hängt umgekehrt
von der Temperatur des Materials ab, d. h. n = n(T), wobei
T die absolute Temperatur des Materials ist. Daher sind
Messungen von Magnetfeldern mit Hilfe des Hall-Effekts
empfindlich von der Temperatur eines Hall-Effekt-Magnetsen
sors abhängig.
Erfindungsgemäß ist daher ein Temperatursensor 40, insbe
sondere ein Thermistor, am Hall-Effekt-Magnetsensor 50
angeordnet und steht in Kontakt mit dem Permanentmagneten
30. Der Temperatursensor 40 mißt die Temperatur des Hall-
Effekt-Magnetsensors und liefert die Temperaturmeßergeb
nisse an eine Steuervorrichtung 90 der Schichtdickenmeßvor
richtung.
Eine Sondenspitze 70, die mit dem Sondenkern 10 verbunden
ist, ragt durch bzw. aus dem Boden des Sondengehäuses 20
hervor. Die Sondenspitze 70 dient als Puffer zwischen dem
Sondenkern 10 und einer Oberfläche des beschichteten Sub
strats, so daß ein bestimmter Abstand d zwischen dem be
schichteten Substrat und dem Sondenkern 10 eingehalten wird
- in der Annahme, daß die Achse der zylindrischen Symmetrie
des Sondenkerns 10 im wesentlichen senkrecht zur planaren
Oberfläche des beschichteten Substrats orientiert ist. Die
Achse des zylindrischen Sondenkerns 10 wird vorzugsweise
deshalb im wesentlichen senkrecht zur planaren Oberfläche
des beschichteten Substrats gehalten, weil eine derartige
Konfiguration eine größere Homogenität und Gleichmäßigkeit
in den Messungen der magnetischen Flußdichte ϕ im Hall-
Effekt-Magnetsensor 50 versichert. Aufgrund der definierten
Sondenspitze 70 ist der Abstand zwischen Hall-Effekt-Ma
gnetsensor 50 und der Schichtoberfläche bekannt; außerdem
ist der Abstand zwischen der Polfläche des Permanentmagne
ten 30 des Hall-Effekt-Magnetsensors 50 und der Oberfläche
der zu messenden Schicht auf dem Substrat bekannt. Bei der
Durchführung einer Schichtdickenmessung wird die Sonden
spitze 70 durch ein Bedienpersonal auf der zu messenden
Schicht plaziert, derart, daß die Achse der zylindrischen
Symmetrie des Sondenkerns 10 im wesentlichen senkrecht zur
Oberfläche des beschichteten Substrats verläuft. Die Steu
ervorrichtung 90 führt dann Messungen der magnetischen Fluß
dichte ϕ am Hall-Effekt-Magnetsensor 50 durch. Des weiteren
führt die Steuervorrichtung 90 auch Messungen der Tempera
tur T des Hall-Effekt-Magnetsensors 50 durch. Dabei ist die
Polfläche des Permanentmagneten 30 in unmittelbarer Nähe
der Schichtoberfläche im wesentlichen parallel zur Schicht
oberfläche orientiert, und damit auch im wesentlichen par
allel zum darunter liegenden Substrat, was zusätzlich zu
einer größeren Gleichmäßigkeit in der Messung der magneti
schen Flußdichte ϕ sorgt. Die Messung der magnetischen
Flußdichte ϕ wird mit Hilfe des Hall-Effekt-Magnetsensors
50 durchgeführt, der in Nähe der Polfläche des Permanent-
Magneten 30 befestigt ist, und die Messung der Temperatur
wird mit Hilfe des Temperatursensors 40 durchgeführt, der
sowohl am Hall-Effekt-Magnetsensor 50, als auch am Perma
nent-Magnet 30 befestigt ist.
Der Hall-Effekt-Magnetsensor 50 ist mit der Steuervorrich
tung 90 verbunden, um in konventioneller Art und Weise die
magnetische Flußdichte ϕ in der Nähe der Polfläche des
Permanentmagneten 30 anzuzeigen bzw. zu signalisieren.
Analog dazu ist der Temperatursensor 40 mit der Steuervor
richtung 90 verbunden, um die Temperatur T des Hall-Effekt-
Magnetsensors 50 anzuzeigen. Sodann wandelt die Steuervor
richtung 90 die angezeigten Meßwerte der magnetischen Fluß
dichte ϕ und der Temperatur T in bekannter Art und Weise in
eine Größe um, die proportional ist zur temperaturkompen
sierten bzw. -korrigierten, magnetischen Flußdichte ϕtempcomp
in der Nähe der Polfläche des Permantmagneten 30.
Die Fig. 3(a) und (b) veranschaulichen schematisch die
magnetischen Feldlinien 31 sowie den Einfluß auf die magne
tische Flußdichte ϕ an der Polfläche des Permanentmagneten
32, sobald der Magnet 32 in die Nähe eines eisenhaltigen
Substrates 100 gebracht wird, dessen Oberfläche 102 im
wesentlichen parallel zur Polfläche des Magneten 32 orien
tiert ist. Fig. 3(a) zeigt den Magneten 32 in einem Ab
stand d1 über einem eisenhaltigen Substrat 100, das im
wesentlichen parallel zur Polfläche des Magneten 32 ausge
richtet ist. Die magnetische Flußdichte ϕ1, wird dabei darge
stellt durch die Anzahl von magnetischen Flußlinien 31, die
durch einen Flächenabschnitt A laufen, dessen Flächengröße
im wesentlichen derjenigen der Polfläche des Magneten 32
entspricht. Das Flächensegment A ist in der Nähe der Pol
fläche des Magneten 32 angeordnet, und zwar zwischen dem
Magneten 32 und dem eisenhaltigen Substrat 100, und ist im
wesentlichen parallel sowohl zur Polfläche des Magneten 32
als auch zum eisenhaltigen Substrat 100 orientiert.
Analog dazu zeigt Fig. 3(b) den Magneten 32 in einem
Abstand d2 über einem eisenhaltigen Substrat 100, das im
wesentlichen parallel zur Polfläche des Magneten 32 ange
ordnet ist. Die magnetische Flußdichte ϕ2 entspricht der
Anzahl der Magnetfeldlinien 31, die durch das Flächenele
ment A laufen, dessen Flächenausdehnung im wesentlichen
derjenigen der Polfläche des Magneten 32 entspricht. Das
Flächenelement A ist in der Nähe der Polfläche des Magneten
32 angeordnet, und zwar zwischen dem Magneten 32 und dem
eisenhaltigen Substrat 100 und ist im wesentlichen parallel
sowohl zur Polfläche des Magneten 32, als auch zum eisen
haltigen Substrat 100 orientiert.
Sobald der Magnet 32 an das eisenhaltige Substrat angenä
hert wird, nimmt die Anzahl der Magnetfeldlinien 31 zu, die
von der Polfläche des Magneten 32 ausgehen, und im ferroma
gnetischen eisenhaltigen Substrat hoher Permeabilität 100
münden. Daher nimmt auch die Anzahl der Magnetfeldlinien 31
zu, die durch den Flächenabschnitt A laufen, sobald der
Magnet 32 näher an das eisenhaltige Substrat 100 heran
rückt. D. h., daß die magnetische Flußdichte ϕ zunimmt, wenn
der Abstand d zwischen Magnet 32 und eisenhaltigem Substrat
100 abnimmt. Die Fig. 3(a) und (b) veranschaulichen,
daß ϕ2 < ϕ1, falls d2 < d1. Somit steht die magnetische Fluß
dichte ϕ in reziprokem Verhältnis zum Abstand d zwischen
Magnet 32 und eisenhaltigem Substrat 100. Die Beziehung
zwischen gemessener magnetischer Flußdichte ϕ und dem Ab
stand d zwischen Magnet 32 und eisenhaltigem Substrat 100
kann verwendet werden, um eine Meßvorrichtung zu kalibrie
ren, welche die Dicke einer eisenfreien Schicht auf einem
eisenhaltigen Substrat 100 bestimmt.
Das Ausgangssignal des Temperatursensors 40, das der Tem
peratur T des Hall-Effekt-Sensors 50 entspricht, wird von
der Steuervorrichtung 90 dazu verwendet, um eine Tempera
turkompensation für das Ausgangssignal der magnetischen
Flußdichte ϕ vom Hall-Effekt-Magnetsensor 50 durchzuführen,
indem experimentell bestimmte Kompensations- bzw. Korrek
turfaktoren für jede beliebige Kombination von Hall-Effekt-
Sensor 50 und Permanentmagnet 30 verwendet werden. Für die
temperaturkompensierte magnetische Flußdichte ϕtempcomp kann
experimentell eine Beziehung zum Abstand dcoating zwischen der
Sondenspitze 70 und einem darunter liegenden eisenhaltigen
Substrat(oberfläche) gefunden werden, was der Schichtdicke
einer Schicht auf dem Substrat entspricht. Hierdurch kann
eine mathematische Beziehung, vorzugsweise in der Form
wobei v ein entsprechend anpaßbarer Exponent ist, bestimmt
werden, um die experimentellen Punkte bzw. den experimen
tellen Kurvenverlauf näherungsweise auszugleichen. Mit
Hilfe dieser experimentell bestimmten mathematischen Funk
tion kann die Steuervorrichtung 90 die Schichtdicke dcoating
einer eisenfreien Schicht aus Messungen der temperaturkom
pensierten magnetischen Flußdichte ϕtempcomp bestimmt werden.
Der Aufbau mit Wirbelstrommeßspule 60 ist in den Fig.
4(a) und (b) veranschaulicht. Dabei ist die Spule 60 par
allel zur Schicht und zum Substrat angeordnet, um eine
bessere Gleichmäßigkeit der Messungen entlang der Fläche
der Spule 60 zu erzielen, die durch den Innendurchmesser
aufgespannt wird, wie in Fig. 4(a) gezeigt. Vorzugsweise
wird die Spule 60 aus ca. 60 Windungen von 30 AWG (American
Wire Gauge) Draht gefertigt, die in Scheibenspulenkonfigu
rationen gewickelt sind, mit einem Innendurchmesser von ca.
3 mm, einem Außendurchmesser von ca. 5,25 mm und einer
Dicke von ca. 0,5 mm. Wie in den Fig. 1(a) und (b) ge
zeigt, ist die Wirbelstrommeßspule 60 um den Hall-Effekt-
Magnetsensor 50 herumgewickelt, wobei hierdurch Platz
gespart wird, ein kompakter Sondenkern 10 realisiert wird,
und daher insgesamt ein kompakter Aufbau der Meßsonde er
möglicht wird. Eine derartige kompakte Meßsonde hat ins
besondere den Vorteil, daß sie nur eine relativ kleine
Kontaktfläche mit dem beschichteten Substrat benötigt.
Erfindungsgemäß wird die Kontaktfläche durch die Ausdehnung
bzw. Fläche der Sondenspitze 70 am Kontaktpunkt mit dem
beschichteten Substrat bestimmt. Eine möglichst geringe
Kontaktfläche ist insbesondere dann von Vorteil, wenn die
Schichtdicke einer Schicht auf einem erhitzten beschichte
ten Substrat bestimmt werden soll. Außerdem verringert die
erfindungsgemäße Anordnung der Spule 60 dicht an der Son
denspitze 70, d. h. in unmittelbarer Nähe der Oberfläche des
beschichteten Substrats, den Spalt bzw. Luftspalt zwischen
der Spule 60 und den im Substrat induzierten Wirbelströmen.
Hierdurch wird die magnetische Kopplung zwischen der Spule
60 und den induzierten Gleichströmen verstärkt und genaue
ste Messungen der gegenseitigen Einflüsse ermöglicht, die
Spule 60 und die induzierten Gleichströme gegenseitig aus
üben.
Die Wirbelstrommeßspule 60 wird durch einen Wechselstrom
angeregt, der mit einer Frequenz zwischen ca. 6 MHZ und ca.
12 MHZ oszilliert, so daß Wirbelströme an bzw. in der Nähe
der Oberfläche des leitenden Substrats 110 induziert wer
den. Die Gleichströme, die durch die Spule 60 induziert
werden, bewirken umgekehrt ein Magnetfeld in entgegenge
setzter Richtung, entsprechend der Lenz'schen Regel. Die
Wirbelstrommeßspule 60 weist demnach eine resultierende
magnetische Nettoflußdichte ϕnet auf, welche der Differenz
zwischen der magnetischen Anregungsflußdichte ϕexcite und der
magnetischen Wirbelstromflußdichte ϕeddy gemäß der Gleichung
ϕnet(z,t) = ϕexcite(z,t) - ϕeddy(z,t)
entspricht. In dieser Gleichung sind die Abhängigkeiten der
magnetischen Flußdichten ϕ von der Zeit t und der Höhe z
der Spule 60 über der planaren Oberfläche des eisenfreien
planaren Substrats angegeben, das senkrecht zur Symmetrie
achse der Spule 60 angeordnet ist. Die magnetische Netto
flußdichte ϕnet durch die Spule 60 beeinflußt die Impedanz
Zcoil der Spule 60.
Die Fig. 5(a) und (b) veranschaulichen schematisch eine
Momentaufnahme der Magnetfeldlinien 31 und die Auswirkungen
auf die magnetischen Nettoflußdichte ϕnet, welche die Spule
60 umgibt, sobald die Spule 60 in die Nähe eines eisenfrei
en leitenden Materials 110 gebracht wird, dessen Oberfläche
112 im wesentlichen parallel zur Querschnittsfläche der
Spule 60 verläuft. Die Momentaufnahme in den Fig. 5(a)
und (b) entspricht dem Zeitpunkt, in dem das durch die
Spulen induzierte Magnetfeld einen Maximalwert mit nach
unten gerichteter Feldkomponente erreicht. Fig. 5(a)
zeigt die Spule 60 in einem Abstand D1 über der Oberfläche
112 eines eisenfreien leitenden Substrats 110, die im we
sentlichen parallel zur Querschnittsfläche der Spule 60
angeordnet ist. Die momentane magnetische Flußdichte ϕexcite im
Abstand D1 wird dargestellt durch die Anzahl der nach unten
gerichteten Magnetfeldlinien 31, die durch die Spule 60
hindurchlaufen. Analog dazu wird die momentane magnetische
Gleichstromflußdichte ϕeddy im Abstand D1 dargestellt durch
die Anzahl der nach oben gerichteten Magnetfeldlinien 31,
die durch die Spule 60 hindurchtreten. Die momentanen Wir
belströme 32 sind ebenfalls an der Oberfläche 112 darge
stellt.
Fig. 5(b) zeigt die Spule 60 in einem Abstand D2 über der
Oberfläche 112 eines eisenfreien leitenden Substrats 110,
das im wesentlichen parallel zur Querschnittsfläche der
Spule 60 ausgerichtet ist. Auch hier wird die momentane
magnetische Flußdichte ϕexcite in einem Abstand D2 dargestellt
durch die Anzahl der nach unten gerichteten Magnetfeld
linien 31, die durch die Spule 60 hindurchtreten. Die mo
mentane magnetische Wirbelstromdichte ϕeddy im Abstand D2
entspricht der Anzahl der nach oben gerichteten Magnetfeld
linien 31, die durch die Spule 60 hindurchtreten, wobei die
momentanen Wirbelströme 32 an der Oberfläche 112 ebenfalls
dargestellt sind.
Sobald die Spule 60 näher an das eisenfreie leitende Sub
strat 110 heranrückt, nimmt die Nettoanzahl der Magnetfeld
linien 31 ab, welche die Spule 60 umgeben. Daher nimmt auch
die Nettoanzahl der Magnetfeldlinien 31 ab, die durch die
Querschnittsfläche der Spule 60 hindurchtreten, sobald die
Spule 60 näher am eisenfreien leitenden Substrat 110 ist,
so daß auch die magnetische Nettoflußdichte ϕnet abnimmt,
sobald der Abstand D zwischen der Spule 60 und dem eisen
freien leitenden Substrat 110 abnimmt. Die Fig. 5(a)
und (b) veranschaulichen eindrucksvoll, daß die magnetische
Nettoflußdichte ϕnet = ϕexcite - ϕeddy abnimmt, falls D2 < D1. D. h.,
daß die magnetische Flußdichte ϕnet in einer direkten Rela
tion zum Abstand D zwischen der Spule 60 und dem eisenfrei
en leitenden Substrat 110 steht. Diese Beziehung zwischen
der gemessenen magnetischen Flußdichte ϕnet und dem Abstand
D zwischen der Spule 60 und dem eisenfreien leitenden Sub
strat 110 kann verwendet werden, um eine Meßvorrichtung zu
kalibrieren, welche die Dicke einer nicht leitenden Schicht
auf einem eisenfreien leitenden Substrat 110 bestimmt.
Sobald also die Spule 60 näher an die planare Oberfläche
112 des eisenfreien leitenden Substrats 110 herangebracht
wird (wobei die Oberfläche 112 senkrecht zur Symmetrieachse
der Spule 60 orientiert ist), umgibt ein größerer Anteil
der magnetischen Wirbelstromflußdichte ϕeddy die Spule 60,
wobei hierdurch die gesamte die Spule 60 umgebende Netto
flußdichte ϕnet reduziert wird. Da die Impedanz Zcoil der Spule
60 proportional zur magnetischen Nettoflußdichte ϕnet ist,
welche die Spule 60 umgibt, ist die Impedanz Zcoil der Spule
60 ebenfalls abhängig vom Abstand der Spule 60 von der
Oberfläche des leitenden Substrats 110.
Erfindungsgemäß ermittelt die Steuervorrichtung 90, die mit
der Spule 60 verbunden ist, auf konventionelle Art und
Weise die Impedanz Zcoil der Spule 60. Aus derartigen Experi
menten kann ohne weiteres eine Beziehung zwischen der ge
messenen Impedanz Zcoil der Spule 60 und dem Abstand Dcoating
zwischen der Sondenspitze 70 und einer darunter liegenden
leitenden Substratoberfläche (wobei der Abstand Dcoating der
Dicke einer auf dem Substrat aufgetragenen Schicht ent
spricht), bestimmt werden. Hieraus kann eine mathematische
Beziehung, vorzugsweise in der Form
Zcoil ∝ ϕnet ∝ (Dcoating)ξ
bestimmt werden, wobei ξ ein entsprechend anpaßbarer Expo
nent ist, um die experimentell gewonnenen Daten bzw. Punkte
anzunähern. Mit Hilfe einer derartigen experimentell gewon
nenen mathematischen Funktion bestimmt die Steuervorrich
tung 90 die Schichtdicke Dcoating einer nicht leitenden Schicht
auf einem leitenden Substrat aus den Messungen der Impedanz
Zcoil der Spule 60.
Wie in den Fig. 1(a) und (b) sowie in Fig. 6 gezeigt,
empfängt die Steuervorrichtung 90 Eingangssignale vom Hall-
Effekt-Magnetsensor 50, vom thermischen Sensor 40 und von
der Wirbelstrommeßspule 60, und gibt Steuersignale an diese
weiter. Die Steuervorrichtung 90 gibt ebenfalls Signale an
das Anzeigegerät 95 aus, um die gemessene Schichtdicke
anzuzeigen. Die Steuervorrichtung 90 empfängt Eingangssi
gnale von einer Anwenderschnittstelle bzw. Interface 120.
Elektrische Verbindungen sind in Fig. 6 durch durchgezoge
ne Linien dargestellt, während thermische Verbindungen bzw.
Kopplungen in Fig. 6 durch gestrichelte Linien veranschau
licht werden. In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der
vorliegenden Erfindung wird die thermische Kopplung zwi
schen Wirbelstrommeßspule 60, thermischem Sensor 40, Hall-
Effekt-Magnetsensor 50 und Permanentmagnet 30 durch ther
misch leitendes Epoxidharz 80 realisiert, wie in Fig. 1(b)
dargestellt.
In einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel der
Erfindung enthält die Steuervorrichtung 90 einen geeigneten
konventionellen Mikroprozessor, der mit den erforderlichen
Eingang-/Ausgang-Übertragungskanälen ausgestattet ist. Die
Steuervorrichtung 90 beschränkt den Meßbereich von dcoating auf
einem eisenhaltigen Substrat auf einen bestimmten, beliebig
ausgewählten Wert dmax, derart, daß die Steuervorrichtung 90
bei der Anzeige von dcoating auf einem eisenhaltigen Substrat
größer als dmax automatisch umschaltet, und versucht, die
Schichtdicke mit Hilfe konventioneller Wirbelstromtechniken
zu messen, die ebenfalls die Wirbelstrommeßspule 60 ver
wenden. Der vorgegebene beliebige Wert dmax wird in bekann
ter Form in einem Speicherfeld der Steuervorrichtung 90
abgelegt. Beispielsweise wird bei einem bevorzugten Ausfüh
rungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Meßvorrichtung, die
für die Messung von Schichtdicken bis zu ca. 60 mil (=
Millizoll; ca. 1,524 mm) verwendet wird, der Wert von dmax
vorzugsweise auf ca. 80 mil (ca. 2,032 mm) wahlweise fest
gelegt.
Der Einfluß von Wirbelströmen, die in ein darunter liegen
des, eisenfreies leitendes Substrat induziert wurden, auf
ein externes Magnetfeld in der Nähe des Substrates ist
physikalisch unabhängig davon, ob das externe Magnetfeld
durch einen Permanentmagneten, z. B. Permanentmagnet 30,
oder durch eine elektromagnetische Spule, z. B. Spule 60,
erzeugt wird. Wie in Fig. 5(b) gezeigt, besagt die
Lenz'sche Regel, daß die resultierende Wirkung des Magnet
feldes, das durch die induzierten Wirbelströme 32 im lei
tenden Substrat erzeugt wird, daß die Nettoanzahl der Ma
gnetfeldlinien 31 durch den Flächenabschnitt A reduziert
wird, - und zwar durch Subtraktion der Anzahl der nach oben
gerichteten Magnetfeldlinien durch den Flächenabschnitt A
von der Anzahl der nach unten gerichteten Magnetfeldlinien
durch den Flächenabschnitt A. Daher nimmt die magnetische
Nettoflußdichte ϕnet ab, aufgrund der im leitenden Substrat
induzierten Wirbelströme. Die Verringerung der magnetischen
Nettoflußdichte ϕnet als Ergebnis der Wirbelströme 32, die im
leitenden Substrat induziert wurden, ist umso größer, je
näher die Sondenspitze 70 an das darunter liegende leitende
Substrat heranrückt, d. h., die Verringerung von ϕnet nimmt zu
für dünnere Schichten. Die Abnahme der magnetischen Netto
flußdichte ϕnet - als Ergebnis der in einem darunter liegen
den leitenden Substrat induzierten Wirbelströme 32 bei
Verringerung der Distanz des Abstandes d zwischen der Son
denspitze 70 und dem darunter liegenden leitenden Substrat
- verhält sich genau entgegengesetzt zur Zunahme der magne
tischen Nettoflußdichte ϕnet, sobald der Abstand d zwischen
der Sondenspitze 70 und einem darunter liegenden eisenhal
tigen Substrat abnimmt.
Falls die temperaturkompensierte magnetische Flußdichte
ϕtempcomp einer Schichtdicke dcoating entspricht, welche den vor
bestimmten Schwellenwert dmax überschreitet, nimmt die
Steuerung 90 automatisch an, daß anstelle einer außeror
dentlich dicken eisenfreien Schicht mit einer Schichtdicke
dcoating auf einem eisenhaltigen Substrat ein darunter liegen
des leitendes Substrat vorhanden sein muß. Sodann schaltet
die Steuerung 90 automatisch auf den Meßmodus um, um die
induzierten Wirbelstromeffekte direkt und mit hoher Genau
igkeit zu messen und auf diese Weise die Schichtdicke Dcoating
der nicht leitenden Schicht auf dem eisenfreien leitenden
Substrat zu bestimmen.
Falls der Anwender schon im Vorfeld der Messung weiß, daß
nur eine Messung von einer nicht leitenden Schicht auf
einem leitenden Substrat benötigt wird, kann er die Steue
rung 90 mit Hilfe der Anwenderschnittstelle 120 derart
schalten bzw. sperren, daß nur Schichtdickenmessungen mit
Hilfe der Wirbelstrommeßspule 60 durchgeführt werden. Falls
aber der Bediener die Steuerung 90 nicht schaltet bzw.
sperrt, bestimmt die Steuerung 90 zuerst die temperaturkom
pensierte magnetische Flußdichte ϕtempcomp und führt eine Prü
fung durch, ob dcoating größer ist als dmax, bevor die induzier
ten Wirbelstromeffekte tatsächlich gemessen werden.
Die operationelle Betriebsweise der Steuerung 60 wird in
Fig. 7 in Form eines Flußdiagramms veranschaulicht. Zu
nächst prüft die Steuerung 90 im Schritt 900, ob die Steue
rung 90, wie vorstehend erwähnt, vom Bediener gesperrt
wurde, bzw. ob die Sperre gesetzt wurde. Falls die Sperre
auf AN ist (d. h. gesetzt ist), fährt die Steuerung 90 mit
Schritt 1060 fort. Falls die Sperre auf AUS ist, geht die
Steuerung 90 zu Schritt 1000 über. Die Steuerung 90 akti
viert den Hall-Effekt-Magnetsensor 50 und die vom Hall-
Effekt-Magnetsensor gemessene magnetische Flußdichte so wird
an die Steuerung 90 im Schritt 1000 eingegeben. Im Schritt
1010 wird die durch den Thermistor 40 gemessene Temperatur
T ebenfalls in die Steuerung 90 eingegeben. Die Steuerung
90 verwendet dann die Eingabe der magnetischen Flußdichte
ϕ und der Temperatur T dazu, um die temperaturkompensierte
magnetische Flußdichte ϕtempcomp im Schritt 1020 zu bestimmen.
Des weiteren stellt die Steuerung 90 einen Zusammenhang
zwischen der temperaturkompensierten magnetischen Flußdich
te ϕtempcomp und dem Abstand dcoating zwischen der Sondenspitze 70
und einem darunter liegenden eisenhaltigen Substrat im
Schritt 1030 her. Vorzugsweise stellt die Steuerung 90 eine
Beziehung zwischen der temperaturkompensierten magnetischen
Flußdichte ϕtempcomp und dem Abstand dcoating im Schritt 1030 her,
anhand der nachfolgenden mathematischen Beziehung
wobei kEXP eine experimentell bestimmte Proportionalitäts
konstante und vEXP ein experimentell bestimmter
Exponent ist.
Sodann prüft die Steuerung 90 im Schritt 1040, ob der Ab
stand dcoating, der im Schritt 1030 berechnet wurde, größer ist
als ein vorbestimmter Maximalwert dmax. Falls der Abstand
dcoating kleiner ist als der vorbestimmte Maximalwert dmax, gibt
die Steuerung 90 dem Anzeigegerät 95 im Schritt 1050 ein
Signal, um den Abstand dcoating als die gemessene Schichtdicke
einer eisenfreien Schicht auf einem eisenhaltigen Substrat
anzuzeigen. Die Steuerung kehrt dann zum Schritt 900 zu
rück, um wiederum zu prüfen, ob die Sperre gesetzt wurde
oder nicht.
Falls die Prüfung im Schritt 1040 ergibt, daß dcoating größer
ist als der vorbestimmte Maximalwert dmax, aktiviert die
Steuerung 90 die Wirbelstrommeßspule 60 und empfängt dann
die magnetische Nettoflußdichte ϕnet = ϕexite - ϕeddy im Schritt
1060. Die Steuerung 90 stellt eine Beziehung her zwischen
der magnetischen Nettoflußdichte ϕnet und dem Abstand Dcoating
zwischen der Sondenspitze 70 und einem darunter liegenden
eisenfreien leitenden Substrat im Schritt 1070. Vorzugs
weise stellt die Steuerung 90 eine Beziehung zwischen der
magnetischen Nettoflußdichte ϕnet und dem Abstand Dcoating her im
Schritt 1070 anhand der nachfolgenden mathematischen Bezie
hung
wobei KEXP eine experimentell bestimmte Proportionalitäts
konstante und ξEXP ein experimentell bestimmter Exponent
ist.
Nachfolgend prüft die Steuerung 90 im Schritt 1075, ob der
Abstand Dcoating, der im Schritt 1070 berechnet wurde, größer
ist als ein vorbestimmter Maximalwert Dmax. Falls der Ab
stand Dcoating kleiner ist als der vorbestimmte Maximalwert Dmax
übergibt die Steuerung 90 dem Anzeigegerät 95 im Schritt
1080 ein Signal, um den Abstand Dcoating als die gemessene
Schichtdicke einer nicht leitenden Schicht auf einem eisen
freien Substrat anzuzeigen. Sodann kehrt die Steuerung 90
zum Schritt 900 zurück, um erneut zu prüfen, ob die Sperre
gesetzt wurde oder nicht.
Falls die Prüfung im Schritt 1040 ergibt, daß Dcoating größer
ist als der vorbestimmte Maximalwert Dmax, meldet die Steue
rung 90 dem Anzeigegerät 95 im Schritt 1085, den Meßwert
als ungültig anzuzeigen. Die Steuerung 90 kehrt sodann zum
Schritt 900 zurück, um zu überprüfen, ob die Sperre gesetzt
wurde.
Bei einem alternativen Ausführungsbeispiel einer erfin
dungsgemäßen Meßsonde wird der Permanentmagnet 30 durch ein
zylindrisches ferromagnetisches Kernstück ersetzt. Bei
dieser vorteilhaften Ausführung ist die Spule 60 nicht um
den Hall-Effekt-Magnetsensor 50 gewickelt, sondern um das
Ende des zylindrischen ferromagnetischen Kernstückes, das
am nächsten beim Hall-Effekt-Magnetfenster 50 liegt. Sobald
die Steuerung 90 die Spule 60, die rund um das zylindrische
ferromagnetische Kernstück gewickelt ist, mit einem Null
frequenzstrom, d. h. einem Gleichstrom (D. C.), anregt, wird
dadurch ein Elektromagnet erzielt, der besonders effektiv
den Platz des Permanentmagneten 30 im vorstehend beschrie
benen Ausführungsbeispiel einnimmt. Bei dieser alternativen
Ausführung wird besonders vorteilhaft durch die Steuerung
90 versichert, daß die Spule 60 im wesentlichen zur selben
Zeit mit Gleichstrom angeregt wird, wie der Hall-Effekt-
Magnetsensor 50 aktiviert wird (sobald die Meßvorrichtung
die Messung der Schichtdicke einer eisenfreien Schicht auf
einem eisenhaltigen Substrat angeht).
Die vorliegende Erfindung sowie ihre Vorteile wurden vor
stehend anhand von spezifischen Ausführungsbeispielen ver
anschaulicht. Dabei ist es dem Fachmann klar, daß die Er
findung nicht auf diese Ausführungsbeispiele beschränkt ist
und daß die der Erfindung zugrundeliegenden Prinzipien
ausgeführt und angewendet werden können in Vorrichtungen
und Verfahren, die geringfügig von den vorstehend spezi
fisch Beschriebenen abweichen können. Beispielsweise ist
die verwendete Bezeichnung "eisenhaltige Substrate" nicht
einschränkend zu verstehen, sondern bezieht sich ganz all
gemein auf alle Arten von "magnetischen Substraten" und
ähnliche. Dasselbe gilt für die Bezeichnung "eisenfreie
Schichten", worunter ganz allgemein sämtliche Arten von
"nicht-magnetischen Schichten" und ähnliche zu verstehen
sind. Daher sollte die Erfindung nicht als auf die be
schriebenen spezifischen Ausführungsbeispiele beschränkt
verstanden werden.
Claims (18)
1. Verfahren zur Schichtdickenmessung von eisenfreien
oder nicht-magnetischen Schichten auf einem eisenhal
tigen oder magnetischen Substrat sowie von nichtlei
tenden Schichten auf einem leitenden Substrat mittels
einer einzigen Meßsonde in einer Schichtdickenmeßvor
richtung, um die Substrateigenschaften zu bestimmen
und eine Schichtdickenmessung auf dem charakterisier
ten Substrat durchzuführen, wobei das Verfahren fol
gende Schritte umfaßt:
- a) Prüfen, ob ein eisenhaltiges Substrat vorliegt, durch Messen einer magnetischen Flußdichte an einem Pol eines in der Meßsonde befindlichen Ma gneten (30);
- b) Bestimmen der Schichtdicke anhand der gemessenen magnetischen Flußdichte, falls ein eisenhaltiges Substrat ermittelt wird; oder
- c) Messen von im Substrat auftretenden Wirbelstrom effekten und Bestimmen der Schichtdicke anhand dieser Messung, falls ein leitendes Substrat vor liegt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
als Magnet (30) ein Permanentmagnet verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß automatisch in einen Modus umgeschaltet wird,
um zu prüfen, ob ein leitendes Substrat vorliegt,
falls im Schritt a) kein eisenhaltiges Substrat er
mittelt wird.
4. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß ferner eine Temperaturkom
pensation oder -korrektur der magnetischen Flußdichte
mit Hilfe eines Temperatursensors (40) durchgeführt
wird.
5. Schichtdickenmeßvorrichtung zum Messen sowohl von
eisenfreien oder nicht-magnetischen Schichten auf
einem eisenhaltigen oder magnetischen Substrat als
auch von nicht leitenden Schichten auf einem leitenden
Substrat, mit:
- a) einem Magnet (30);
- b) einem nahe einer Polfläche des Magneten (30) an geordneten magnetischen Flußdichtesensormittel (50), um ein Magnetfeld in Umgebung der Polfläche zu messen;
- c) einer in Umgebung der Polfläche angeordneten Wir belstrommeßspule (60); und
- d) Steuermitteln (90) zum Empfangen von Eingangssi gnalen aus dem Flußdichtesensormittel (50) und der Wirbelstrommeßspule (60) und zum Berechnen einer Schichtdicke auf der Grundlage eines oder mehrerer ausgewählter Eingangssignal.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
daß der Magnet (30) ein Permanentmagnet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, gekennzeichnet
durch ein mit dem magnetischen Flußdichtesensormittel
(50) gekoppeltes Temperatursensormittel (40) zur Tem
peraturmessung in Umgebung des magnetischen Flußdich
tesensormittels (50), insbesondere um eine hin
sichtlich der gemessenen Temperatur kompensierte oder
korrigierte Magnetfeldmessung durch das Flußdichtesen
sormittel (50) zu liefern.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß der Magnet (30), das magnetische
Flußdichtesensormittel (50) und die Wirbelstrommeß
spule (60) in einer einzigen Meßsonde untergebracht
sind.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß das magnetische Flußdichtesensor
mittel ein Hall-Effekt-Magnetsensor (50) ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, daß das Temperatursensormittel (40),
insbesondere ein Temperatursensor, ein Thermistor ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch
gekennzeichnet, daß die Wirbelstrommeßspule (60) etwa
60 Windungen von 39 AWG-Draht aufweist, die in einer
Scheibenspulenkonfiguration gewickelt sind, mit einem
Innendurchmesser von ca. 3 mm, einem Außendurchmesser
von ca. 5,25 mm und einer Dicke von ca. 0,5 mm.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 11, dadurch
gekennzeichnet, daß die Wirbelstrommeßspule (60) durch
einen Wechselstrom angeregt wird, der mit einer Fre
quenz zwischen ca. 6 MHz und ca. 12 MHz oszilliert.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 12, dadurch
gekennzeichnet, daß die Schichtdickenmeßvorrichtung
für eine automatische Kombinationsschichtdickenmessung
ausgelegt ist, wobei die Steuermittel automatisch ein
oder mehrere Eingangssignale auswählen und die
Schichtdicke auf der Grundlage des ausgewählten Ein
gangssignals bestimmen.
14. Meßsonde für eine kombinierte Schichtdickenmeßvorrich
tung zur Schichtdickenmessung von sowohl einer eisen
freien oder nicht-magnetischen Schicht auf einem ei
senhaltigen oder magnetischen Substrat als auch einer
nicht-leitenden Schicht auf einem leitenden Substrat,
wobei die Meßsonde umfaßt:
- a) einen Magnet (30);
- b) ein nahe einer Polfläche des Magneten (30) ange ordnetes Hall-Effekt-Magnetsensormittel (50), um ein Magnetfeld in Umgebung der Polfläche zu mes sen;
- c) eine in Umgebung der Polfläche angeordnete Wir belstrommeßspule (60); und
- d) ein mit dem Hall-Effekt-Magnetsensormittel gekop peltes Temperatursensormittel zur Temperaturmes sung in Nähe des Hall-Effekt-Magnetsensormittels, um eine hinsichtlich der gemessenen Temperatur kompensierte oder korrigierte magnetische Fluß dichtemessung zu liefern.
15. Meßsonde nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß
der Magnet (30) ein Permanentmagnet ist.
16. Meßsonde nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Meßsonde Steuermittel, insbesondere
eine Steuerung oder Steuervorrichtung, aufweist, wobei
der Magnet, das Hall-Effekt-Magnetsensormittel, die
Wirbelstrommeßspule (60) und das Temperatursensormit
tel, mit der Steuerung verbunden sind.
17. Meßsonde nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß
die Meßsonde mit den Steuermitteln gekoppelte Anzeige
mittel, insbesondere ein Anzeigegerät zum Anzeigen der
Schichtdickenmessung am charakterisierten Substrat,
aufweist.
18. Meßsonde nach Anspruch 16 oder 17, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Meßsonde ferner Anwender-Schnitt
stellenmittel, insbesondere eine Anwender-Schnittstel
le oder Interface, aufweist, die mit den Steuermitteln
verbunden sind, um die Bedienung der Steuermittel zu
erleichtern.
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