DE4336833C2 - Scherenhubtisch - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Scherenhubtisch mit ei
nem Untergestell und einer gegenüber dem Untergestell
mittels einer elektrischen Antriebsvorrichtung anheb-
und absenkbaren Tischplatte, bei dem zwischen dem Un
tergestell und der Tischplatte zwei jeweils im we
sentlichen in einer vertikalen Längsebene des Tisches
liegende Scherenpaare angeordnet sind, wobei die bei
den Scherenarme jedes Scherenpaares im wesentlichen
im Bereich ihrer jeweiligen Mitte über ein Drehgelenk
miteinander verbunden sind und jeweils der eine Sche
renarm jedes Scherenpaares mit einem Ende schwenkbar
am Untergestell gelagert ist, während das andere Ende
sich über eine Rollenführung an der Unterseite der
Tischplatte abstützt und der andere Scherenarm mit
einem Ende schwenkbar an der Tischplatte gelagert
ist, während das andere Ende sich über eine Rollen
führung an der Oberseite des Untergestells abstützt.
Ein derartiger Scherenhubtisch ist z. B. aus der DD 2 52 814 A1
bekannt.
Scherenhubtische sind bereits in diversen Ausfüh
rungsformen bekannt. Bei den bekannten Scherenhubti
schen werden die Scherenarme entweder durch hydrauli
sche, pneumatische bzw. elektrische Antriebsvorrich
tungen gespreizt, um so - je nach Spreizungswinkel -
eine bestimmte Hubhöhe zu erzielen, oder die Tische
werden - vor allem für kleine Hubhöhen - durch senk
recht angeordnete Stellzylinder angehoben.
Die Nachteile der hydraulisch oder pneumatisch ange
triebenen Scherenhubtische liegen in ihrem hohen
Energiebedarf, der nicht sehr genauen Positionierung,
der Neigung unter Last nachzufedern, der hohen Ge
räuscherzeugung (Hydraulikpumpe), der relativen Um
weltschädlichkeit (giftiges Hydrauliköl) und dem ho
hen Wartungsaufwand.
Bei den bereits bekannten elektrisch angetriebenen
Scherenhubtischen werden überwiegend Gewindespindeln,
Exzenterscheiben, Zahnstangen etc. zur Spreizung der
Scherenarme eingesetzt. Die Nachteile derartiger
Scherenhubtische liegen darin, daß Gewindespindeln
empfindlich gegen Stöße sind, der Wirkungsgrad
schlecht ist, die Lebensdauer gering ist und der
technische Aufwand groß ist und die Tische somit
teuer werden. Weiterhin ist die Anlenkung der Stell
glieder im eingefahrenen Zustand der Schere ungün
stig.
Alle Hubsysteme haben den Nachteil, daß hohe unkom
pensierte Eigengewichtsanteile von Hubtisch, Scheren
gestell und Antriebselementen vorhanden sind und die
Hubhöhen begrenzt sind, da bei eingefahrener Schere
kein Bauraum für länger ausfahrende Stellglieder vor
handen ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Sche
renhubtisch mit den eingangs aufgeführten Merkmalen
so auszubilden, daß die anzuhebenden Eigengewichtsan
teile des Tisches möglichst weitgehend kompensiert
sind und die Antriebsleistung so gering wie möglich
gehalten werden kann. Weiterhin sollte eine möglichst
gute Krafteinleitung bei eingefahrener Schere und
eine möglichst vollständige Ausnutzung der Scheren
geometrie zur Erzielung der maximal möglichen Hubhöhe
erreicht werden.
Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß mit
den Merkmalen aus dem kennzeichnenden Teil des
Patentanspruchs 1.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in
den Unteransprüchen beschrieben.
Der Grundgedanke der Erfindung besteht darin, in den
Festlagerpunkten der Scherenpaare Drehstabfedern an
zuordnen. Hierdurch wird eine Antriebsunterstützung
im eingefahrenen Zustand der Scheren erreicht, sowie
ein Ausgleich der zu bewegenden Tischmassen, was be
sonders bei schweren biegesteifen Hubtischen, bei
denen der Eigengewichtsanteil ca. 50% der zu hebenden
Last betragen kann, von großer Bedeutung ist. Auf
grund dieser Ausbildung kann der Leistungsbedarf ge
ring gehalten werden und es ergeben sich preiswerte
Konstruktionen. Weiterhin ist ein genaues Positionie
ren möglich. Bei einem Versagen der Antriebsvorrich
tung, z. B. bei Zahnbruch bzw. Bremsversagen des Mo
tors, dämpfen die Drehstabfedern die abfallende Last
bzw. stoppen je nach Auslegung der Federn die Last
kurz vor Ende des Tischanschlags.
Bei einem besonders vorteilhaften Ausführungsbeispiel
des erfindungsgemäßen Scherenhubtisches besitzt die
Antriebsvorrichtung an jedem Scherenarmpaar ein Zahn
segment, das zentrisch zum die Scherenarme verbinden
den Drehgelenk angeordnet ist, während die Antriebs
vorrichtung selbst am gegenüberliegenden Scherenarm
paar angeordnet ist und der Antrieb über in die Zahn
segmente eingreifende Antriebsritzel erfolgt. Die
Vorteile dieser Anordnung liegen darin, daß ein rela
tiv gleichmäßiger Drehmomentverlauf im unteren Hubbe
reich erreicht wird, sowie ein durch die Wahl des Ra
dius des Zahnsegmentes ermöglichter großer Anfangshe
belarm und das ganze Antriebsprinzip konstruktiv ein
fach zu verwirklichen ist.
Insgesamt läßt sich der erfindungsgemäße Scherenhub
tisch als preiswerte Konstruktion aufbauen, da z. B.
nur der Motor mit Getriebe die Federn und die Zahn
segmente zu kaufende Spezialteile darstellen, während
der Rest einfacher Stahlbau ist.
Im folgenden wird anhand der beigefügten Zeichnungen
ein Ausführungsbeispiel für den erfindungsgemäßen
Scherenhubtisch näher erläutert.
In den Zeichnungen zeigen:
Fig. 1 im vertikalen Längsschnitt nach der Linie
I-I in Fig. 4 einen Scherenhubtisch im aus
gefahrenen Zustand;
Fig. 2 in einer Darstellung analog Fig. 1 den Sche
renhubtisch im eingefahrenen Zustand;
Fig. 3 einen Teilschnitt durch die Tischplatte des
Scherenhubtisches nach Fig. 1 und 2 gemäß
der Linie III-III in Fig. 1;
Fig. 4 einen Schnitt nach der Linie II-II in Fig. 2
durch das Untergestell des Scherenhubtisches.
Der in den Zeichnungen dargestellte Scherenhubtisch
besitzt ein Untergestell 1 und eine gegenüber dem Un
tergestell anhebbare und absenkbare Tischplatte 10.
Zwischen dem Untergestell 1 und der Tischplatte 10
sind jeweils in einer vertikalen Längsebene des Ti
sches Scherenpaare angeordnet. Das erste Scherenpaar
besteht aus zwei Scherenarmen 2.1 und 7.1, während
das zweite Scherenpaar aus den Scherenarmen 2.2 und
7.2 aufgebaut ist. Die Scherenarme 2.1 und 7.1 bzw.
2.2 und 7.2 sind jeweils im Bereich ihrer Mitte über
ein Drehgelenk miteinander verbunden, das als gemein
same in Querrichtung zum Tisch Verlaufende Drehachse
13 ausgebildet ist. Die Scherenarme 2.1 und 2.2 sind
jeweils mit einem gemeinsamen drehsteifen Schutzrohr
3 fest verbunden, welches über Lagerböcke 4 drehbar
im Untergestell 1 gelagert ist. Die anderen Enden der
Scherenarme 2.1 und 2.2 stützen sich über Laufrollen
18.1 und Laufbahnen 20 an der Unterseite der Tisch
platte 10 ab. Innerhalb des Schutzrohres 3 ist eine
Drehstabfeder 5 angeordnet, deren eines Ende 5.1
formschlüssig mit dem einen Schutzrohrende 3.1 ver
bunden ist. Das gegenüberliegende Drehstabfederende
5.2 ist formschlüssig mit einem Lagerbock 6 verbun
den, der wiederum fest mit dem Untergestell 1 verbun
den ist. Der maximal zulässige Verdrehwinkel der
Drehstabfeder 5 entspricht dem maximalen Schwenkwin
kel des Scherenarmpaares 2.1-2.2.
Die Scherenarme 7.1 und 7.2 sind mit einem drehstei
fen Schutzrohr 8 fest verbunden, das in Lagerböcken 9
drehbar gelagert ist, die an der Tischplatte 10 ange
ordnet sind. Dabei liegen sich, wie aus Fig. 1 er
sichtlich, die Schwenklager der Scherenarmpaare 2.1-
2.2 und 7.1-7.2 in vertikaler Richtung gegenüber. Im
Schutzrohr 8 ist eine Drehstabfeder 11 angeordnet,
deren eines Ende 11.1 formschlüssig mit dem einen
Schutzrohrende 8.1 verbunden ist, während das gegen
überliegende Drehstabfederende 11.2 formschlüssig mit
einem Lagerbock 12 verbunden ist, der wiederum fest
mit der Tischplatte 10 verbunden ist. Die freien En
den der Scherenarme 7.1 und 7.2 stützen sich über
Laufrollen 18.2 und Laufbahnen 19 an der Oberseite
des Untergestells 1 ab.
Die Montage bzw. Demontage der Drehstabfedern 5 und
11 erfolgt sinnvollerweise so, daß die Tischplatte 10
auf die Federeinbauhöhe 14 gefahren wird. In dieser
Höhe werden die Federn durch die Einbauöffnungen 16.1
und 16.2 und die Schutzrohre 3 bzw. 8 in die Form
schlußverbindung der Lagerböcke 6 und 12 einge
steckt. Die Drehstabfedern 5 und 11 erhalten somit je
nach Auslegung der Federn bei maximaler Hubhöhe 15
noch eine bestimmte Vorspannung. Beim weiteren Ein
fahren der Tischplatte 10 auf die minimale Hubhöhe 17
werden die Drehstabfedern 5 und 11 auf ihren maximal
zulässigen Verdrehwinkel verdreht und kompensieren so
die Eigengewichtsanteile des Scherenhubgestells bzw.
unterstützen zusätzlich den Antrieb beim Anfahren aus
der minimalen Hubhöhe 17.
Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel erfolgt der
elektrische Antrieb des Scherengestells so, daß am
Scherenarmpaar 7.1-7.2 jeweils Zahnsegmente 21.1-21.2
zentrisch zur Mittelachse 13 befestigt werden. Die
Scherenarme 2.1 und 2.2 sind über eine Drehmoment
stütze 23 miteinander verbunden, auf der eine An
triebseinheit, bestehend aus einem Hohlwellengetriebe
22.1 und einem elektrischen Bremsmotor 22.2, die über
Antriebswellen 24.1 bzw. 24.2 und Antriebsritzel 25.1
bzw. 25.2 die Zahnsegmente 21.1 bzw. 21.2 antreibt,
wodurch die Scherenarmpaare 7.1-7.2 und 2.1-2.2 ge
geneinander verspreizt werden.
Claims (5)
1. Scherenhubtisch mit einem Untergestell und
einer gegenüber dem Untergestell mittels einer elek
trischen Antriebsvorrichtung anheb- und absenkbaren
Tischplatte, bei dem zwischen dem Untergestell und
der Tischplatte zwei jeweils im wesentlichen in einer
vertikalen Längsebene des Tisches liegende Scheren
paare angeordnet sind, wobei die beiden Scherenarme
jedes Scherenpaares im wesentlichen im Bereich ihrer
jeweiligen Mitte über ein Drehgelenk miteinander ver
bunden sind und jeweils der eine Scherenarm jedes
Scherenpaares mit einem Ende schwenkbar am Unterge
stell gelagert ist, während das andere Ende sich über
eine Rollenführung an der Unterseite der Tischplatte
abstützt und der andere Scherenarm mit einem Ende
schwenkbar an der Tischplatte gelagert ist, während
das andere Ende sich über eine Rollenführung an der
Oberseite des Untergestells abstützt, dadurch gekenn
zeichnet, daß die schwenkbare Lagerung der Scheren
arme (2.1, 2.2 bzw. 7.1, 7.2) am Untergestell (1)
und an der Tischplatte (10) jeweils über eine in
Querrichtung angeordnete Drehstabfeder (5 und 11)
erfolgt, die so vorgespannt ist, daß beide Drehstab
federn (5 und 11) mindestens in einer ersten Phase
der Anhebebewegung kraftunterstützend wirken und der
maximal zulässige Verdrehwinkel der Drehstabfedern (5
und 11) größer oder gleich dem maximalen Schwenkwin
kel der Scherenarme (2.1, 2.2 und 7.1, 7.2) ist.
2. Scherenhubtisch nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Drehstabfedern (5 und 11)
so dimensioniert und vorgespannt sind, daß mindestens
die Eigengewichte der zu hebenden Tischteile
kompensiert sind.
3. Scherenhubtisch nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß jede Drehstabfeder (5, 11) in
einem Schutzrohr (3, 8) angeordnet ist, mit dem die
jeweiligen Enden der Scherenarme (2.1, 2.2 und 7.1,
7.2) fest verbunden sind und das am Untergestell (1)
bzw. an der Tischplatte (10) drehbar gelagert ist,
wobei jeweils ein Ende (5.2, 11.2) der Drehstabfeder
(5, 11) drehfest mit dem Untergestell (1) bzw. der
Tischplatte (10) verbunden ist, während das jeweilige
andere Ende (5.1, 11.1) drehfest mit dem Schutzrohr
(3, 8) verbunden ist.
4. Scherenhubtisch nach einem der Ansprüche 1 bis
3, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebsvorrich
tung an jedem Scherenpaar (2.1-7.1; 2.2-7.2) ein mit
dem einen Scherenarm (7.1, 7.2) fest verbundenes
Zahnsegment (21.1, 21.2) aufweist, das zentrisch zu
dem die Scherenarme verbindenden Drehgelenk (13) an
geordnet ist und in jedes Zahnsegment (21.1, 21.2)
ein Antriebsritzel (25.1, 25.2) eingreift, das über
ein Getriebe (22.1) mit einem beiden Scherenpaaren
gemeinsamen elektrischen Antriebsmotor (22.2) verbun
den ist, wobei Getriebe (22.1) und Antriebsmotor
(22.2) mit dem jeweiligen anderen Scherenarmen (2.1,
2.2) verbunden sind.
5. Scherenhubtisch nach Anspruch 4, dadurch ge
kennzeichnet, daß das Getriebe (22.1) und der An
triebsmotor (22.2) auf einer zwischen den Scherenar
men (2.1, 2.2) angeordneten und mit diesen fest ver
bundenen Drehmomentstütze (23) angeordnet sind.
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