DE4337005C2 - Längen- oder Winkelmeßeinrichtung - Google Patents
Längen- oder WinkelmeßeinrichtungInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine interferentiel
le Längen- oder Winkelmeßeinrichtung nach den Ober
begriffen der Ansprüche 1 oder 4.
Derartige Meßeinrichtungen sind aus einer Vielzahl
von Druckschriften bekannt. Als Beispiel sei von
der DE-OS 36 33 574 ausgegangen, in der Wegmeßein
richtungen beschrieben sind. Eines der Ausführungs
beispiele zeigt zwei Linearteilungen zur Umlenkung
der positiven und negativen Beugungsstrahlen. Zur
Gewinnung der Meßsignale werden Interferenzen der
positiven und der negativen Beugungsstrahlen einer
Ordnung ausgewertet.
In der Dissertation "Dreigitterschrittgeber" von
J. Willhelm, 1978, Technische Universität Hannover,
Seite 52, ist ein sogenannter "Viergittergeber" mit
hoher Empfindlichkeit, bezogen auf die
Gitterkonstante, beschrieben. Dort dient ein 120°-
Prisma zur Umlenkung der gebeugten Teilstrahlenbün
del. Als vorteilhaft wird dort angegeben, daß Ein-
und Austrittsfeld getrennt sind, sodaß sich innere
Reflexe nicht störend auswirken.
Nachteilig ist bei derartigen Anordnungen die soge
nannte Moiré-Empfindlichkeit. Es treten Störungen
auf, die auf der Empfindlichkeit der Positionsmeß
einrichtung gegenüber Verdrehungen der Beugungsgit
ter zueinander beruhen.
Aus der EP 0 146 244 B1 und der EP 0 364 984 A2
sind interferentiell arbeitende Längen- oder Win
kelmeßeinrichtungen bekannt, deren Lichtquellen als
Multimode-Laserdioden ausgebildet sind, die jeweils
bestimmte Charakteristika aufweisen.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zu
grunde, eine hochauflösende, einfach aufgebaute Po
sitionsmeßeinrichtung der beschriebenen Gattung zu
schaffen, bei der die Auswertung interferierender
Strahlenbündel zu phasenverschobenen Signalen mit
sehr gutem Modulationsgrad führt, die unempfindlich
gegen Verdrehungen und Verkippungen der optischen
Bauelemente zueinander ist und bei denen keine Mul
timode-Laserdioden verwendet werden, denn deren
Moden beeinflussen sich gegenseitig, was zu einem
unerwünschten Rauschen führt (sogenanntes Mode
Partition Noise).
Diese Aufgabe wird von Positionsmeßeinrichtungen
mit den Merkmalen der Ansprüche 1 oder 4 gelöst,
die durch die Unteransprüche in vorteilhafter Weise
ausgestaltet werden.
Die Vorteile der erfindungsgemäßen Positionsmeßein
richtung liegen im einfachen Aufbau und in der Mög
lichkeit, relativ große Anbautoleranzen zuzulassen.
Die Justierung der Bauteile ist einfach.
Mit Hilfe der Zeichnungen wird die Erfindung anhand
eines stark vereinfachten Ausführungsbeispieles nä
her erläutert. Der dargestellte Abtastbereich ist
Bestandteil von an sich hinreichend bekannten Posi
tionsmeßeinrichtungen. Die relevanten optischen
Bauelemente sind zum einfacheren Verständnis nur
zweidimensional dargestellt, da eine räumliche Dar
stellung - vor allem der Strahlengänge - zu unüber
sichtlich werden würde.
Es zeigt
Fig. 1 einen Abtastbereich einer Längenmeß
einrichtung in stark schematisierter
Form;
Fig. 2 ein Spektrums-Diagramm einer Super
lumineszenz-Diode;
Fig. 3 den Intensitätsverlauf einer Laser
diode und
Fig. 4 ein Halbleiter-Substrat in Draufsicht.
In Fig. 1 sind Elemente einer Positionsmeßeinrich
tung 1 gezeigt, bei der auf die Darstellung allge
mein bekannter Details verzichtet wurde.
An einem der nicht dargestellten, relativ zueinan
der beweglichen Objekte ist ein Beugungsgitter in
Form eines Phasengitters 2 befestigt. Das Objekt
mit dem Phasengitter 2 ist parallel zu einem eben
falls nicht dargestellten zweiten Objekt angeord
net. An diesem zweiten Objekt ist ebenfalls ein
Beugungsgitter 3 befestigt, welches sich relativ zu
dem ersten bewegt.
Von einer Beleuchtungseinrichtung 4 wird Licht aus
gesendet und am Phasengitter 2 gebeugt. Gebeugte
Teilstrahlenbündel -ϕ und +ϕ treffen auf das zweite
Beugungsgitter 3 und werden abermals gebeugt. Die
0. Beugungsordnung kann mittels einer Blende 5 aus
geblendet werden, bevor dieses Teilstrahlenbündel
auf das zweite Beugungsgitter 3 auftrifft.
Dem zweiten Beugungsgitter 3 ist ein sogenanntes
retroreflektierendes Element nachgeordnet. Solche
Elemente sind an sich bekannt und für dieses Aus
führungsbeispiel ist ein Tripelspiegel 6 gewählt
worden. Das Beugungsgitter 3 und der Tripelspiegel
6 sind so aufeinander abgestimmt, daß sich die
Teilstrahlenbündel -ϕ und +ϕ in einem einzigen
Punkt schneiden. Nach dem Austritt aus dem Tripel
spiegel 6 werden die Teilstrahlenbündel -ϕ und +ϕ
beim Durchtritt durch das Beugungsgitter 3 wieder
gebeugt und treffen auf das Phasengitter 2, wo sie
nochmals gebeugt werden. Die interferierenden und
gebeugten Teilstrahlenbündel treffen auf eine De
tektoreinrichtung 7, von der sie in Meßsignale um
gewandelt werden, die zueinander phasenverschoben
sind. Es ist nicht erfindungswesentlich, welches
der Gitter 2 oder 3 bewegt wird.
Ein weiteres Kriterium betrifft die spektralen Ei
genschaften der Lichtquelle 4. Da es sich bei der
Erfindung um ein hochauflösendes, interferentiell
arbeitendes Meßsystem handelt, sollten die op
tischen Weglängen möglichst gleich sein. Aus ferti
gungstechnischen Gründen ist dies in der Praxis
jedoch kaum zu realisieren, daher muß die Wellen
länge der Lichtquelle 4 (die Schwerpunktwellenlänge
bei spektral breiten Lichtquellen) möglichst kon
stant gehalten werden. Dies geschieht üblicherweise
durch eine Stabilisierung von Injektionsstrom und
Temperatur. Voraussetzung dafür ist, daß die Wel
lenlänge bei geringen Änderungen der Betriebspara
meter nicht springt, also keine Unstetigkeiten auf
weisen darf.
In Fig. 2 ist ein Spektrum einer Superlumines
zenz-Diode gezeigt, die diese Spezifikationen er
füllt, um in interferentiell arbeitenden Längen-
oder Winkelmeßsystemen eingesetzt werden zu können.
Die Leuchtfläche dieser Halbleiter-Lichtquelle 4
ist im optischen Sinne punktförmig. Das heißt sie
weist eine Leuchtfläche mit einer flächenmäßigen
Ausdehnung von maximal 50 µm2 und ein annähernd kon
tinuierlich verlaufendes Spektrum auf, und zwar mit
einer spektralen Halbwertsbreite H von mindestens
5 nm und nicht mehr als 50 nm wobei die Breite des
Spektrums bei einem Intensitätsverhältnis von 0,5
als Halbwertsbreite H bezeichnet wird. Unter konti
nuierlichem Spektrum soll ein Verlauf der spektra
len Leistungsdichte verstanden werden, bei der der
Abstand der longitudinalen Schwingungsmoden vonein
ander möglichst kleiner ist als die Breite jeder
einzelnen Schwingungsmode.
Dadurch wird gewährleistet, daß das Licht (auch mit
hier nicht gezeigter kurzbrennweitiger Linse) hin
reichend gut kollimiert werden kann, also der
Strahlquerschitt sich über den optischen Weg nicht
wesentlich vergrößert. Für die interferentielle
Längen- oder Winkelmeßeinrichtung sind Lichtquellen
mit einem Durchmesser der aktiven Fläche < 50 µm
geeignet.
Eine weitere geeignete Lichtquelle 4 ist die in dem
Artikel von Schubert, Wang, Cho, Tu, Zydzik, Appl.
Phys. Lett. 60(1992)921 beschriebene "Resonant Cavi
ty Light Emitting Diode" (RCLED). Sie weist ein
breites, strukturloses (und damit modensprungfrei
es) Spektrum zusammen mit einem kleinen Durchmesser
der aktiven Zone (30 µm) bei hoher Ausgangsleistung
(0.2 mW) auf.
In Fig. 3 ist der Intensitätsverlauf einer weite
ren geeigneten Lichtquelle 4 dargestellt. Dies ist
eine Laserdiode mit speziellem Aufbau, eine soge
nannte "Vertical Cavity Surface Emitting Laser Dio
de" (VCSEL). Eine VCSEL ist ganz ähnlich wie die
oben erwähnte RCLED aufgebaut. Allerdings weist das
Spektrum nur eine einzige Mode M auf, ganz analog
zu einer herkömmlichen Singlemode-Laserdiode. Der
Unterschied zu einer gängigen Singlemode-Laserdiode
besteht darin, daß die Cavity - also die Resonator
länge - der VCSEL nur wenige µm lang ist. Das führt
dazu, daß der Modenabstand so groß ist, daß die
nächste (theoretisch) anregbare Mode M' außerhalb
des Verstärkungsprofils A (- welches beispielsweise
einer Gaußschen Glockenkurve entspricht -) liegt
und somit nicht auftreten kann. Ohne hier auf den
exakten Aufbau einer derartigen Lichtquelle 4 ein
zugehen sei grundsätzlich erläutert: Neben einer
Verstärkungsbandbreite von typisch 50 bis 200 nm
existiert eine sogenannte Reflektivitätsbandbreite
von typisch 10 bis 50 nm. Die die Reflexionsband
breite bestimmende Bragg-Reflektoren können in ein
fachstem Modell als schmalbandige Spiegel für einen
bestimmten Ort betrachtet werden, der die Resona
torlänge bestimmt. Die extrem kurze Resonatorlänge
von ca. 1. . .10 µm bewirkt einen Modenabstand von
≳ 20 nm bei einer Wellenlänge von beispielsweise
0,9 µm. Da in einem Abstand von < 20 nm der Maxima
der Verstärkungs A- bzw. Reflexionskurve R die Ver
stärkung bzw. Bragg-Reflexion bereits stark abge
nommen hat, kann nur die longitudinale Mode M an
laufen, die am nächsten zu beiden (möglichst iden
tischen) Maxima liegt (longitudinaler Einmodenbe
trieb).
Bei einer Änderung von Strom und Temperatur ver
schiebt sich die Wellenlänge der entsprechenden
Mode M nur wenig (Raten 0,01 nm/mA bzw. 0,06
nm/mA). Dagegen verlagert sich das Verstärkungs
maximum bei Temperaturänderung sehr stark (Rate
0,3 nm/K). Da aber der Modenabstand so groß ist,
sind extreme Temperaturänderungen möglich, ohne daß
eine benachbarte Mode M' näher an das Verstärkungs
maximum reicht und ein Modensprung auftritt. Bei
VCSEL mit kurzen Resonatorlängen kann der moden
sprungfreie Bereich den gesamten zulässigen Bereich
der Betriebsparameter Temperatur und Strom umfas
sen.
Da ferner eine geringe Verlustleistung aufgrund des
sehr geringen Schwellstromes eine geringe thermi
sche Aufheizung des Abtastkopfes bewirkt, ist auch
im Bereich von Nanometermessungen ein exakter und
störungsfreier Betrieb möglich.
Bei einer VCSEL handelt es sich also um eine (lon
gitudinal) modensprungfreie Singlemode-Laserdiode,
die damit nach dem oben Gesagten als Lichtquelle
für eine interferentiell arbeitende Längen- oder
Winkelmeßeinrichtung in Frage kommt.
Diese Halbleiteranordnungen emittieren die Laser
strahlung von der Oberfläche des Halbleiterlasers.
Das räumliche Profil der abgestrahlten Leistung
weist widerum die Form einer Gaußschen Glockenkurve
und eine geringe Divergenz auf, was durch das Dia
gramm deutlich gemacht werden soll.
Ein weiterer Vorteil dieses Oberflächenstrahlers
besteht darin, daß die Detektoren 7 gemeinsam mit
der Lichtquelle 4 auf einem Halbleitersubstrat an
geordnet können, was in Fig. 4 dargestellt ist.
Ferner ist es vorteilhaft, eine Monitor-Diode
(nicht dargestellt) zur Leistungsregelung der Halb
leiter-Lichtquelle 4 vorzusehen.
Claims (5)
1. Interferentielle Längen- oder Winkelmeßeinrichtung mit minde
stens einer Halbleiter-Lichtquelle, dadurch gekennzeichnet, daß
die Halbleiter-Lichtquelle (4) eine Super-Lumineszenz-Diode
("SLD") oder eine Resonant Cavity Light-Emitting Diode
("RCLED") ist, die eine Leuchtfläche mit einer flächenmäßigen
Ausdehnung von maximal 50 µm2 besitzt und die ferner ein
annähernd kontinuierlich verlaufendes Frequenzspektrum mit
einer spektralen Halbwertsbreite (H) von nicht mehr als 50 nm
und mindestens 5 nm aufweist.
2. Interferentielle Längen- oder Winkelmeßeinrichtung mit minde
stens einer Halbleiter-Lichtquelle, dadurch gekennzeichnet, daß
die Halbleiter-Lichtquelle (4) eine Laserdiode in Form einer Ver
tical Cavity Surface Emitting Laser Diode ("VCSEL") ist, die eine
punktförmige Strahlcharakteristik mit einem Durchmesser von
maximal 50 µm besitzt und von einer longitudinal moden
sprungfreien Singlemode-Laserdiode gebildet wird.
3. Interferentielle Längen- oder Winkelmeßeinrichtung nach An
spruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß von der Halblei
ter-Lichtquelle (4) durch Beugung Teilstrahlenbündel (-ϕ, +ϕ)
mittels wenigstens einem Gitter (2) erzeugt und von einem weite
ren Gitter (3) so abgelenkt werden, daß sie konvergierend aus
diesem Gitter (3) austreten, in wenigstens ein retroreflektieren
des Element (6) eintreten und nach Durchlaufen des retroreflek
tierenden Elementes (6) divergierend wieder auf das Gitter (3)
auftreffen und so abgelenkt werden, daß sie interferieren und auf
Detektoren (7) treffen.
4. Interferentielle Längen- oder Winkelmeßeinrichtung nach einem
der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Halbleiter-Lichtquelle (4) gemeinsam mit Detektoren (7) auf ei
nem Halbleitersubstrat angeordnet ist.
5. Interferentielle Längen- oder Winkelmeßeinrichtung nach einem
der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zur
Leistungsregelung der Halbleiter-Lichtquelle (4) mindestens eine
Monitor-Diode vorgesehen ist.
Priority Applications (2)
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|---|---|---|---|
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Applications Claiming Priority (1)
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Family
ID=6501372
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