DE435539C - Verfahren zur Herstellung eines neuen blutstillenden oder blutaufnehmenden Mittels unter Verwendung von Papier - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines neuen blutstillenden oder blutaufnehmenden Mittels unter Verwendung von Papier

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DE435539C
DE435539C DEB114664D DEB0114664D DE435539C DE 435539 C DE435539 C DE 435539C DE B114664 D DEB114664 D DE B114664D DE B0114664 D DEB0114664 D DE B0114664D DE 435539 C DE435539 C DE 435539C
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    • A61—MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61L—METHODS OR APPARATUS FOR STERILISING MATERIALS OR OBJECTS IN GENERAL; DISINFECTION, STERILISATION OR DEODORISATION OF AIR; CHEMICAL ASPECTS OF BANDAGES, DRESSINGS, ABSORBENT PADS OR SURGICAL ARTICLES; MATERIALS FOR BANDAGES, DRESSINGS, ABSORBENT PADS OR SURGICAL ARTICLES
    • A61L15/00—Chemical aspects of, or use of materials for, bandages, dressings or absorbent pads
    • A61L15/16—Bandages, dressings or absorbent pads for physiological fluids such as urine or blood, e.g. sanitary towels, tampons
    • A61L15/22—Bandages, dressings or absorbent pads for physiological fluids such as urine or blood, e.g. sanitary towels, tampons containing macromolecular materials
    • A61L15/28—Polysaccharides or their derivatives

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Description

  • Verfahren zur Herstellung eines neuen blutstillenden oder blutaufnehmenden mittels unter Verwendung von Papier. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines neuen blutstillenden oder blutaufnehmenden Mittels, welches als solches außerordentlich günstige Eigenschaften besitzt. Wie bekannt, hat Watte den Nachteil, daß ihre Oberfläche bei einer einigermaßen bedeutenden Blutung bald durchtränkt ist and dann kein Blut mehr aufnimmt, indem Krustenbildung auftritt. Weitaus der größte Teil der verwendeten Watte bleibt dadurch unwirksam und wird unbenutzt weggeworfen. Außerdem aber besitzt Watte nicht die Fähigkeit, der Blutung zu steuern. Zwar ist schon vorgeschlagen worden, die Watte dadurch blutstillend zu machen, daß man sie mit Chemikalien, wie z. B. Eisenchlorid, tränkt, jedoch vom medizinischen Standpunkt aus ist die Verwendung dieser Watte nicht zu empfehlen.
  • :Nach der Erfindung erhält man nun ein blutstillendes Mittel, welches die obengenannten Nachteile nicht besitzt und welches neben anderen guten Eigenschaften die Fähigkeit hat, die Blutung sogar von schweren Verletzungen sofort zu stillen.
  • Das Verfahren zur Herstellung dieses neuen Mittels besteht darin, daß Papier in trockenem Zustande durch Bürsten, Schaben, Kratzen oder auf ähnliche Art in eine flokkige Masse oder Faserdaunen verwandelt wird.
  • Es ist klar, daß bei dieser Bearbeitung eine Sterilisation eingeschaltet werden kann und daß die ganze Behandlung aseptisch evtl. antiseptisch vorgenommen werden kann: Es ist schon früher vorgeschlagen worden, Verbandstoffe aus Papier herzustellen. Als Beispiel dieser bekannten Mittel sei die Papierwolle nach Tillmans (vgl. Brunner -Handbuch derWundbehandlung igi6, S. 283) erwähnt. Dieser Verbandstoff wird aber in Blattform hergestellt und zeigt deshalb keine Ähnlichkeit mit den nach der Erfindung hergestellten Faserdaunen.
  • Weiter ist die Herstellung eines Verbandstoffes unter Verwendung von Holzcellulose bekannt (Zellstoffwatte). So ist ein Verfahren zur Herstellung dieses Verbandstoffes, nach welchem Holzcellulose mittels ineinandergreifender Stifte oder Kämme fein zerteilt wird, woraufhin das zu erhaltene Produkt gesiebt und gleichmäßig über eine Watteunterlage zerteilt und damit zu einer Haut innig verbunden wird, beschrieben. Auch dieser Verbandstoff ist also, was Natur und Form anbelangt, von dein nach der Erfindung erhaltenen Material sehr verschieden.
  • Auch hat man schon zur Herstellung eines Verbandstoffes vorgeschlagen, feuchten Holzschliff oder Holzzellstoff zu zerreißen. Die in diesem Falle verwendeten Walzen müssen sich hierbei mit großer Geschwindigkeit drehen. Die erzeugte feuchte Holzwolle soll dann getrocknet und imprägniert werden. Gemäß diesem Verfahren wird also das Rohmaterial in feuchtem Zustande verwendet, während nach der Erfindung Papier (vorzugsweise Löschpapier o. dgl.) in trockenem Zustande behandelt wird, z. B. mit rotierenden Stahlbürsten, wobei die Geschwindigkeit dieser Bürsten innerhall) gewisser Grenzen keine Rolle spielt.
  • Die überraschend günstige Wirkung des neuen Erzeugnisses als blutstillendes Mittel ist offenbar darauf zurückzuführen, daß das flaumige Material die Lymphe des Blutes sehr gierig, sogar fast augenblicklich aufnimmt, wodurch die Blutkörperchen zum Gerinnen gebracht werden und einer weiteren Blutung der Wunde entgegenarbeiten.
  • Wie aus angestellten Versuchen hervorging, heilt eine mit dein neuen Nutstillenden Material behandelte Wunde viel rascher, ohne Krustenbildung oder sonstige unangenehme Erscheinungen, als bei Verwendung @#on Watte oder anderen Verbandstoffen. Es wird bemerkt, claß man bei der Wundbehandlung die besten Erfolge erzielt, wenn man das blutstillende Mittel um die Wunde herum, also nicht auf der Wunde, wie bei Watte und anderen Verbandstoffen üblich, anbringt. Als weitere Beispiele der vielen Anwendungsmöglichkeiten des nach der Erfindung hergestellten Erzeugnisses können noch Monatsbinden und Verbände zur Behandlung von Entzündungen, Ekzeme und anderen Hautkrankheiten, wobei es in erster Linie sich darum handelt, die =erkrankte Stelle trocken zu halten, genannt werden.
  • Durch die außerordentlich große Aufnahmefähigkeit des Produktes kann man für eine Wundbehandlung mit einer sehr geringen Menge auskommen, so daß durch Anwendung des Mittels in bezug auf die bekannten Verbandstoffe außerdem erheblich gespart wir.-l.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung eines neuen blutstillenden oder blutaufnehmenden Mittels unter Verwendung -# an Papier, dadurch gekennzeichnet, daß Papier in trockenem Zustande durch Bürsten, Schaben, Kratzen oder auf ähnliche Art in eine flockige Masse oder Faserlaunen umgewandelt wird.
DEB114664D 1925-06-28 1925-06-28 Verfahren zur Herstellung eines neuen blutstillenden oder blutaufnehmenden Mittels unter Verwendung von Papier Expired DE435539C (de)

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