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Mit Kitt versehener Klebstreifen zum Einfassen von Kanten. Patentiert
im Deutschen Reiche vom 14. November 1925 ab. Die Erfindung bezieht sich auf das
Einfassen von Kanten, besonders der Kanten von Schuho,berteylen, vermittels Klebstreifen
und besteht in der Verwendung eines Klebstreifens, der nur entlang einem Rande eine
Klebschicht trägt, während er entlang dein anderen Rande frei davon ist. Der Streifen.
wird, wie üblich, zunächst mit dem von Klebstoff freien Rande längs der einzufassenden
Kante angenäht, sodann um die einzufassende Kante herumgelegt und mit seiner Kittschicht
aufgeklebt, so daß die Stiche der Befestigungsnaht überdeckt werden.
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Zur Erleichterung der Handhabung empfiehlt es sich, die Kittschicht
mit einer Deckschicht zu versehen, die in an sich bekannter Weise an der Kittschicht
weniger fest haftet als diese an dem Klebstreifen selbst. Man kann so den Streifen
an der Stoffkante annähen, ohne durch die Kittschicht gestört zu werden.
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Die Beschränkung der Kittschicht auf den einen Streifenrand bietet
gegenüber den bekannten Klebstreifen, die in ihrer ganzen Breite eine Klebstoffschicht
tragen;, den der Ermöglichung einer bequemen Nahtverbindung und in Verbindung daxnitdeneiner
glatten Umlegung um die einzufassende Kante, die beeinträchtigt ist, wenn der Streifen
auf seiner ganzen Fläche klebfähig ist.
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Die Erfindung wird im folgenden an Hand der Zeichnung beschrieben.
In dieser zeigt Abb. i einen Querschnitt durch die nach der Erfindung eingefußte
Kante eines Schuhoberteiles, wobei: der Streifen zwar angenäht, aber noch nicht
umgelegt ist, Abb.2 einen ähnlichen Schnitt nach dem Umfalten des Streifens, Abb.
3 bis 7 ein Verfahren zur Herstellaig der Streifen zum Einfassen.
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Bisher wird der French-Co,rd-Streifen 2 zunächst bei 12 an die Fläche
io des Schuhoberteiles 6 längs dessen Kante 4. angenäht. Der Schuho-bertei:l6 kann
dabei aus Leder, Stoff oder einem anderen beliebigen Material bestehen. Das gleiche
gilt für den Streifen, der aus Stoff, Seide, Leder o. dgl. sein kann. Der Einfaßstreifen
besteht gewöhnlich aus einem grobkörnigen Gewebe, einer Borte oder einer ähnlichen
Stoffbahn, deren Kanten 8 und z6 Selfkanten sind. Es genügt auch, wenn nur die Kante
8 von einer Selfkante gebildet wird, so daß deren Verwendung das Ausfasern des Streifens-.
längs der Naht i ,-y verhindert. Aus der Art und Weise, in der der Kantenteil und
der Streifen zusammengenäht werden, ergibt sich, daß sie im allgemeinen mehr oder
weniger dicht aneinander parallel verlaufen (Abt. i). Bei dem üblichen Vorgehen
wird nun der nasse Kitt . auf die Fläche 16 des Schuhoberteiles längs des Randes
an der Kante 4. und auf die ganze Fläche 14 des Streifens 2 aufgebracht und dann
der Streifen um die Kanten 4 und 8 herumgelegt und flach an die Fläche 16 des Schuhoberteiles
angedrückt. Der Streifen zum Einfassen wird dann durch den Kitt in der Anlage an
der Fläche 16 gehalten. Die Verwendung des nassen Kittes in der Schuhwarenfabrikatnon
ist nun sehr mühselig.
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Die Erfindung besteht darin, daß nur ein "feil der Fläche 14 des Streifens
mit dem Bindemittel., z. B. mit trockenem Kitt, überzogen wird, der etwa zwischen
der Kante 26 und dem Teil 18 (Abt. i) aufgebracht wird. Der Streifen wird dann an
den Kantenteil, wie beschrieben, angenäht. Der Trockenkitt kann entweder ein solcher
sein, der durch Erhitzung, oder einer, der durch Feuchtigkeit klebrig wird. Der
Rand 26 wird dann bis auf die Fläche 16 des Kantenteiles i umgelegt, so daß der
Rand 18 der mit Kitt versehenen Fläche im wesentlichen mit der Kante 4 des Kantenteiles
längs einer Linie abschneidet. Man kann zwar eine größere Fläche mit Kitt versehen,
um etwa den Streifen ran Bereich der Naht 12 anzukleben, so daß er an der Kante
4 des Kantenteiles beim Umlegen des Streifens haftentleibt. Eine solche Anordnung
kann aber leicht zu einer bauschigen Falte führen. Läßt man aber die Fläche des
Streifens zwiscben den Stellen 12 und 18 frei vorn Kitt, so tritt dieser Nachteil
nicht ein. Verwendet man trodznen Kitt, so kann man die Unbequemlichkeit, die der
schmierige, klebrige Stoff durch Verschmieren auf seine Umgebung mit sich bringt,
vermeiden. Nach dem Umlegen des Streifens 2 erfolgt die Verkittung entweder durch
Erhitzen oder durch Anfeuchten des ganzen Streifens oder der betreffenden Abschnitte,
und
zwar erfindungsgemäß zu einem Zeitabschnitt des Verfahrens, in dem sich das passender
ausführen läßt.
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Die Verwendung von Trockenkitt bietet indessen ebenfalls manche Nachteile.
Deshalb liegt ein weiteres Ziel der Erfindung darin, nassen Kitt verwenden zu können,
ohne mit dem Auftragen warten zu müssen, bis der Streifen an den Oberteil des Schuhes
angenäht ist. Hierdurch kann man einerseits den Trockenkitt und anderseits das Aufpinseln
nassen Kittes nach dem Annähen vermeiden, wobei, wie oben ausgeführt, der Kitt leicht
auf dem Oberteil verschmiert wird. Als Kitt dient hierbei vorzugsweise Klebgummi,
wie man ihn bei Klebstreifen verwendet. Bei geschützter Aufbewahrung erhält sich
der Kitt jahrelang klebrig, so daß er auf den Streifen aufgebracht werden kann,
bevor dieser an die Schuhfabriken vertrieben wird. Der Schutz des Kittes erfolgt
vorzugsweise durch eine aus dünnem Gewebe bestehende Deckschicht, die etwa ebenso
breit wie der Klebstreifen i g (Abb. i) ist. Die Deckschicht bewahrt nicht nur das
Klebmittel bis zum Aufbringen auf den Schuhoberteil vor dem Verderben:, sondern
schützt auch die klebrige Fläche des Streifens davor, zufällig irgendwo vor dem
Abschälen der Schutzschicht hängenzubleiben.
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Der Kitt und der Schutzstreifen ig können auf verschiedene Arten auf
den zum Einfassen dienenden Streifen 2 aufgebracht werden.. Ein bevorzugtes Verfahren
soll aber im folgenden beschrieben werden. Der Streifen 2 wird von einer Rolle 3o
abgerollt und zwischen Spannrollen oder Zapfen 32 durch einen Leimtopf 34 hindurchgeführt.
Er läuft hierbei läng des Topfbodens, der eine in der Längsrichtung liegende Öffnung
36 von ungefähr gleicher Breite wie der Streifen aufweist. Ein Teil dieser Öffnung
ist durch eine in der Längsrichtung liegende Metallplatte 38 abgedeckt. Der Kitt
in dem Topf 34 ruht auf der Metallplatte 38 und wird gegen Herausfallen durch die
Öffnung 36 durch eine Metallplatte 40 gehalten, die federnd gegen den Topfboden
nach oben gepreßt wird, um die Öffnung 36 abzuschließen. Ein nicht näher dargestelltes
Ventil kann bei Nichtgebrauch der Vorrichtung die Öffnung 36 verschließen. Der Streifen
wird von der Rolle 3o aus zwischen den Platten 38 und 4o hindurchgeführt, so daß
nur so viel von ihm mit Klebstoff versehen wird, als in der Öffnung 36 freigelegt
wird. Der Gummi oder Kitt wird durch Druck mittels nicht dargestellter Gewichte
so gepreßt, daß er an dem Streifen hängenbleibt. Der teilweise mit Kitt versehene
Streifen läuft dann unter einem Messer 41 hindurch, das den Kitt sauber kratzt,
und geht dann weiter durch einen Trokkenofen 42, um den Kitt teilweise, bis zu einer
Paste, einzutrocknen. Nach dem Durchgang durch den Ofen läuft der Streifen 2 zu
Rollen 44. Bevor er diese aber erreicht, wird der mit Kitt versehene Teil durch
einen von der Rolle 46 durch eine passende Führung 48 laufenden Deckstreifen i g
abgedeckt. Die Rollen 44 drücken die Streifen 2 und 19 fest zusammen und fördern
den fertigen Einfaß->:treifen in einen Behälter 5o, damit er schließlich für die
Schuhfabriken in Rollen gewikkclt und verpackt werden kann.
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Der Streifen zum Einfassen soll zwar insbesondere bei der Herstellung
von Schuhwaren, Pantoffeln usw. zur Anwendung kommen; er kann aber auch mit Vorteil
bei anderen Kleidungsstücken, insbesondere bei solchen aus Leder oder Gummistoff,
sowie bei Überzügen, Verdecks für Fahrzeuge, Tapezierarbeiten aller Art und vielen
anderen Fällen verwendet werden. Hierbei wird der Streifen 2 an den Kantenteil i,
wie üblich, angenäht und <tann der Deckstreifen ig von der Kittfläche unmittelbar
vor dem Umfalten uln die Kante abgeschält. Dieses Vorgehen gestattet, den Streifen
vorher vorzubereiten, dann aufzurollen und bequem zu handhaben unter Vermeidung
der Unbequemlichkeit der Verwendung von Hitze oder Feuchtigkeit wie bei Trokkenkitt,
und schließlich wird durch die Beschränkung der Klebfläche eine Störung des Annällens
sowie ein Bausciligwerden der Falte verhindert. Außerdem kann das Einfassen des
Kantenteiles mit dem Streifen auß.ero.rdentli@ch schnell erfolgen.