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Verbindung der Glieder von Gleisketten für Kraftfahrzeuge mittels
hohler Bolzen. Die Erfindung betrifft Verbindungen der Glieder von Gleisketten für
Kraftfahrzeuge mittels hohler Bolzen, die sich von den bisherigen ähnlichen Einrichtungen
dadurch unterscheiden, daß i. der hohle Bolzen in den äußeren Kettengliederlappen
lose angeordnet und durch den Bolzen ein Draht hindurchgesteckt ist, dessen umgebogene
Enden eine Drehung und achsiale Verschiebung des Bolzens hindern, während
jeder
hohle Bolzen von einer mit den Zähnen des Antriebsrades in Eingriff kommenden Hülse
umgeben ist, die in den inneren Gliederlappen gelagert und mittels abgebogener,
in Vertiefungen des Kettengliedes eingreifender Lappen gegen Drehung gesichert ist,
2. die inneren Kettengliederlappen schwalbenschw anzartig befestigte Lagerteile
besitzen, die durch einen gegen die Lagerhülse des hohlen Bolzens sich legenden
Steg miteinander verbunden sind, und 3. der hohle Bolzen sich unmittelbar gegen
den Verbindungssteg der schwalbenschwanzartig befestigten Lagerteile legt.
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Aus den vorstehend angegebenen Konstruktionen ergeben sich die Vorteile,
daß der Verschleiß in den Gelenken nur an denjenigen Stellen eintreten kann, wo
die Gelenkglieder beim Umlauf um das Antriebs- und Führungsrad um einen Winkel von
etwa 25o gegeneinander verdreht werden, daß die Gelenkglieder nach eingetretenem
Verschleiß entweder gegeneinander versetzt oder schnell und leicht ausgewechselt
werden können, um den Verschleiß auszugleichen und damit die Gleiskette auf ihre
ursprüngliche Teilung bzw. Länge zurückzubringen, und daß ferner in den Bohrungen
und Löchern der Kettengliederlappen selbst kein Verschleiß stattfinden kann und
die Kettenglieder daher immer wieder benutzt werden können.
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In der Zeichnung sind zwei nach Art der Erfindung miteinander verbundene
Kettenglieder in verschiedenen Ausführungsbeispielen in Seitenansicht und schnittweiser
Draufsicht dargestellt, und zwar zeigen Abb. i und 2 eine Kettengliederverbindung
mit zylindrischen und Abb.3 und 4 eine solche mit ovalen Buchsen in den inneren
Kettengliederlappen, Abb.5 und 6 eine weitere Ausführungsform der Verbindung, bei
welcher die inneren Kettengliederlappen schwalbenschwanzartig zusammengesetzt und
die angesetzten Lappenteile durch einen Steg verbunden sind und die den Gelenkbolzen
umschließende Buchse durch den Verhindungssteg eingeklemmt ist, während Abb. 7 und
8 eine ähnliche Verbindung darstellen, bei welcher die Buchse fortgelassen ist und
der Gelenkbolzen mit dem Verbindungssteg zur Anlage kommt.
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Bei der in den Abb. i und 2 dargestellten Verbindung ist in Bohrungen
oder eingegossenen Öffnungen a1 der inneren Kettengliederlappen a eine zylindrische
Buchse b eingesetzt, die an ihrem einen Ende einen oder mehrere umgebogene
Lappen c besitzt, welche in Vertiefungen a2 des einen Kettengliederlappens a eingreifen.
Die äußeren Kettengliederlappen e sind mit Bohrungen oder eingegossenen Öffnungen
e1 zur Aufnahme eines zylindrischen Gelenkbolzens f versehen, dessen Durchmesser
ein wenig geringer ist als die lichte Weite der Buchse b. Der Gelenkbolzen f hat
eine achsiale Bohrung g zum Durchtritt eines Splintes oder Drahtes 1a, der mit seinen
umgebogenen Enden in Schlitze f l des Bolzens f und Vertiefungen e2 der äußeren
Kettengliederlappen e eingreift, so daß der Bolzen f sowohl gegen achsiale Verschiebung
als- auch Drehung in den Öffnungen e1 der Kettengliederlappen e gesichert ist.
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Der Unterschied der in den Abb. 3 und 4 dargestellten Konstruktion
gegenüber derjenigen der Abb. i und 2 besteht lediglich darin, daß statt der zylindrischen
Buchse b eine Buchse i von ovaler Querschnittsform verwendet ist.
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Die eingangs angegebenen Vorteile, welche die beschriebenen Konstruktionen
gegenüber den früheren mit um die Gelenkbolzen drehbaren Buchsen bieten, mögen aus
Nachfolgendem zu erkennen sein: Die beim Antrieb der endlosen Gleiskette auf die
Kettenglieder ausgeübte Zugwirkung wird von den Buchsen b oder
i auf die Gelenkbolzen f übertragen, und da der Zug stets nur in Richtung
der Pfeile x erfolgt und Buchsen und Bolzen in den Kettengliederlappen gegen Drehung
gesichert sind, so müssen naturgemäß die Bolzen f immer gegen die mit b1 oder il
bezeichnete Seite der Buchsen b oder i gedrückt werden. Solange sich also die Kettenglieder
in einer geraden oder annähernd geraden Richtung bewegen, würde an den Berührungsstellen
der Bolzen f und Buchsen b oder i kein Verschleiß eintreten. Beim Umlauf um das
Antriebs- und Führungsrad werden jedoch-die Kettenglieder um einen Winkel von etwa
25° gegeneinander geneigt, so daß jedesmal während der Knickung und Streckung der
Kettenglieder beim Auflaufen auf Antriebs- und Führungsrad bzw. Ablaufen von den
letzteren ein unvermeidlicher Verschleiß auf der Außenfläche der Gelenkbolzen f
und Innenfläche der Buchsen b oder i auf einem Bogen von etwa 25° stattfindet.
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Sobald nun der Verschleiß. die zulässige Grenze erreicht hat, kann
man die ursprüngliche Teilung der Gleiskette dadurch leicht wiederherstellen, daß
man Gelenkbolzen f und Buchsen b oder i derart gegeneinander versetzt,
daß deren noch nicht verschlissene Teile gegeneinander zu liegen kommen. Zu diesem
Zwecke ist es nur nötig, das eine Ende der Splinte h geradezubiegen und die letzteren
mit den Gelenkbolzen f aus den Öffnungen ex der Lappen e herauszuziehen. Alsdann
werden die Buchsen b oder i um i8o° gedreht, die Gelenkbolzen f ebenfalls in die
erforderliche
Lage gebracht und das vorher geradegebogene Ende
der Splinte lt wieder in die Vertiefungen f 1 und e2 hineingedrückt.
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Bei der in der Zeichnung dargestellten Anordnung der Schlitze
f 1 der Bolzen f sowie Vertiefungen a2 und e2 würde man nach eingetretenem
Verschleiß der Bolzen f und Buchsen b oder i die ursprüngliche Teilung der Gleiskette
nur einmal wiederherstellen können. Würde man aber z. B. bei der Verbindung gemäß
Abb. i und 2 die Enden der Gelenkbolzen f mit mehreren Schlitzen versehen und in
den Kettengliederlappen a und e auch mehrere Vertiefungen a2 und e2 anbringen, so
wäre es möglich, nach eingetretenem Verschleiß die Teilung der Gleiskette mehreremal
auf das ursprüngliche Maß zurückzubringen.
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Die in den Abb. 5 und 6 dargestellte Konstruktion der Verbindung unterscheidet
sich dadurch von denjenigen der Abb. i bis d., daß die inneren Kettengliederlappen
a schwalbenschwanzartig zusammengesetzt und die angesetzten Lappenteile durch einen
Steg j verbunden sind, welcher die den Gelenkbolzen f umschließende Buchse b einklemmt,
während bei der Ausführungsform nach Abb. 7 und 8 die Buchse b fortgelassen ist,
so daß der Gelenkbolzen f mit dem Verbindungssteg j zur Anlage kommt. Nach eingetretenem
Verschleiß und Lösen der einzelnen Verbindungen kann man die Buchsen b und die Gelenkbolzen
f entsprechend drehen, die Ansatzteile a, a, j seitlich abziehen und durch
neue ersetzen.
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Da die Löcher in den Kettengliederlappen zur Aufnahme der Bolzen und
Buchsen keinem Verschleiß unterworfen sind bzw. deren einseitiger Verschleiß durch
Erneuerung des Ansatzstückes a, a, j leicht auszugleichen ist, so
lassen sich die Kettenglieder immer wieder verwenden.
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Bei den bisherigen Kettengliederverbindungen für Gleisketten mit eingenieteten
Gelenkbolzen und drehbar gelagerten Buchsen läßt sich dagegen eine etwa beabsichtigte
Erneuerung der Verbindungsteile nur unter beträchtlichem Zeitaufwand und großer
Mühe ermöglichen, und in den meisten Fällen würde 1
schon das Herausnehmen
der Gelenkbolzen mehr Kosten verursachen als eine neue Gleiskette.
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Es ist also aus Vorstehendem erwiesen, däß die Kettengliederverbindung
nach Art der vorliegenden Erfindung hinsichtlich der leichten und schnellen Wiederherstellung
der ursprünglichen Kettenlänge durch Versetzen der Buchsen und Gelenkbolzen bzw.
Auswechseln der Gelenkteile als auch der dauernden Verwendungsmöglichkeit der Kettenglieder
selbst allen bekannten ähnlichen Einrichtungen weit überlegen ist.