DE4424965C2 - Einrichtung zur Wendung von Bogen - Google Patents
Einrichtung zur Wendung von BogenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Wendung von Bogen in von Schöndruck auf
Schön- und Widerdruck und umgekehrt umstellbaren Bogenrotationsdruckmaschinen.
Aus der Druckschrift DE 41 40 762 A1 ist ein Wendevorgang in einer Druckmaschine ent
nehmbar, bei der der Bogen im Schön- und Widerdruck nach dem Prinzip der Bogenhinter
kantenwendung gewendet wird. Zur Unterstützung der Bogenwendung ist eine als Leitrakel
ausgebildete Bogenleiteinrichtung, die unter einem Neigungswinkel zur Tangente am Druck
zylinder nach dem Schön- und Widerdrucköffnungspunkt bezogen auf das minimale Druck
format, d. h. im Bereich vom minimalen Format bis zur maximal möglichen Anstellung, an
geordnet. Die Leitrakel ist mit Luftaustrittsöffnungen versehen, die die Anlage des Bogens an
der Leitrakel mittels Blas-Saugluft unterstützen. In den Spalt Druckzylinder/Leitrakel wird
aus einem Blasrohr taktweise Blasluft entgegen der Drehrichtung des Druckzylinders gebla
sen.
Die Blasluft soll den Lösevorgang des Bogens vom Zylinder unterstützen, wobei die Vorder
kante des Bogens zumindest um die Größe des Abstandes der Leitrakelspitze vom Druckzy
linder angehoben werden muß.
Nachteilig ist, dass die Vorderkante des Bogens über die Leitrakelspitze gehoben werden
muss, und der Bogen dann an der Unterseite der Leitrakel geführt wird. Da die Vorderkante
nicht zwangsgeführt ist, muss gewährleistet sein, dass der Lösevorgang sowie das Heben der
Vorderkante mit hoher Genauigkeit und reproduzierbar erfolgen.
Ausgehend von den Nachteilen aus dem Stand der Technik ist es Aufgabe der Erfindung, bei
einer Einrichtung der eingangs genannten Art, den Wendevorgang zu verbessern.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Merkmale des 1. Anspruchs gelöst.
Die Erfindung hat den Vorteil, dass der Bogen nicht über die Spitze der Leitrakel gehoben
werden muss, sondern der Bogen wird von der Wendetrommel freigegeben und gegen die der
Wendetrommel zugewandte Leitfläche gefördert.
Dies wird möglich, weil der Bogen mit der Vorderkante über den Drehwinkel α mittels eines
Hilfsgreifers auf der Wendetrommel geführt wird.
Die Lösung hat weiterhin den Vorteil, dass Eingriffe an der Speichertrommel, die
z. B. als Druckzylinders ausgebildet sein kann, nicht vorgenommen werden müssen.
Nachfolgend soll die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles näher beschrieben wer
den.
In den Zeichnungen zeigen:
Fig. 1: Zylinderanordnung einer Schön- und Widerdruck-Bogenrotationsdruckmaschine,
Fig. 2: die erfindungsgemäße Einrichtung im Detail.
Fig. 1 zeigt eine Zylinderanordnung einer Schön- und Widerdruck-
Bogenrotationsdruckmaschine mit einer Wendetrommel 1, einer vorgeordneten Speicher
trommel 4, die als Druckzylinder 4 ausgebildet ist, und einem dem Druckzylinder 4 vorgeord
neten Bogenführungszylinder 5. Unter dem Begriff Speichertrommel 4 werden dabei alle Zy
linder und Trommeln subsumiert, die den Bogen 10 über den Berührungspunkt (Tangenten
punkt t1,4) der Speichertrommel 4 mit der nachgeordneten Wendetrommel 1 führen.
Entsprechend der unterschiedlichen Maschinenkonfiguration ist dies beispielsweise der
Druckzylinder 4 (Fig. 1) oder eine der
zwischen den Druckzylindern angeordneten Trommeln.
Der gemeinsame Tangentenpunkt von Wendetrommel 1 und Druckzy
linder 4 ist mit t1,4 und der gemeinsame Tangentenpunkt von
Druckzylinder 4 und Bogenführungszylinder 5 ist mit t4,5 be
zeichnet. Im Druckzylinder 4 sind Bogengreifer 11 und in der
Wendetrommel 1 Sauger 2 und Greifer 3 angeordnet. Anstelle des
Sauger-/Greifersystems 2, 3 können auch andere Systeme, wie bei
spielsweise Greifer/Greifer, Umschlaggreifer etc. gleichermaßen
Verwendung finden. All diese Systeme werden unter dem Begriff
Bogenübernahmesysteme subsumiert.
Außerdem ist in der Wendetrommel 1 ein Hilfsgreifer 6 angeord
net, der dem Saugersystem 2 vorgelagert ist. Der Hilfsgreifer 6
ist nur im Schön- und Widerdruck wirksam und auf das jeweilige
Format einstellbar. Zu diesem Zweck ist der Hilfsgreifer 6 in
der Wendetrommel 1 auf einem Kreisbogen verschiebbar angeordnet.
Außerdem ist der Hilfsgreifer 6 absenkbar, damit er den nach
geordneten Zylinder (nicht dargestellt) nicht berührt.
Der Hilfsgreifer 6 ist im Ausführungsbeispiel als Klemmgreifer
dargestellt.
Es ist jedoch auch möglich, einen Sauger einzusetzen.
Der Hilfsgreifer 6 hat die Aufgabe, den Bogen 10 über einen
kleinen Drehwinkel α an der Vorderkante zu führen. Der Dreh
winkel α, beträgt vorzugsweise 10 bis 15 Grad.
Dem Hilfsgreifer 6 kann in der Wendetrommel 1 ein Bogenabweiser
zugeordnet werden, der nach Öffnen des Hilfsgreifers 6 die Vor
derkante des Bogens von der Wendetrommel 1 abhebt und gegen die
Leitfläche 9 der Leitrakel 7 führt.
Unterhalb des Tangentenpunktes t1,4 von Wendetrommel 1 und Druck
zylinder 4 ist der Wendetrommel 1 eine feststehende Leitrakel 7
zugeordnet, die mit Blas-Saugbohrungen 8 versehen ist, deren Öff
nung (siehe Fig. 2) nach unten zeigen. Die Leitrakel 7 weist eine
Leitfläche 9 auf, die in Richtung Wendetrommel 1 weist und die im
Schön- und Widerdruck die Führung des Bogens 10 bis zu dessen Be
wegungsumkehr übernimmt. Leitrakel 7 und damit die Leitfläche 9 weisen eine gekrümmte
Form auf. An der Wendetrommel 1 zwischen Hilfsgreifer 6 und Saugersystem 2 sind
Leitstreifen 12 vorgesehen, die den Bogen gegen den Druckzylinder 4 drücken.
Damit wird ein Durchrutschen des Bogens 10 vermieden.
Die Leitstreifen 12 sind radial und axial verstellbar.
Mit der erfindungsgemäßen Einrichtung kann das nachfolgend beschriebene Verfahren ablau
fen:
In der Betriebsart Schöndruck ist die Zylinderzuordnung derart, dass die Bogenvorderkante
vom Greifer 11 des Druckzylinders 4 geführt wird und der Schöndruck aufgebracht wird. Da
nach erfolgt die Übergabe des Bogens 10 an das Greifersystem 3 der Wendetrommel 1.
In der Betriebsart Schön- und Widerdruck wird die Phasenlage der Zylinder derart eingestellt,
dass das Saugersystem 2 den Bogen 10 auf dem Druckzylinder 4 im hinteren Bereich ansau
gen kann. Auf den Bogen 10 wird auf dem Druckzylinder 4 der Schöndruck aufgebracht. Da
nach öffnet im Tangentenpunkt t1,4 bzw. kurz danach der Bogengreifer 11 des Druckzylinders
4 beim gleichzeitigen Schließen des Hilfgreifers 6. Der Hilfsgreifers 6 wurde zuvor auf das zu
verarbeitende Bogenformat eingestellt. Nunmehr wird der Bogen 10 mit der Vorderkante vor
an auf der Wendetrommel 1 vom Hilfsgreifer 6 über den Drehwinkel α geführt.
Beim Erreichen der Leitrakel 7 öffnet der Hilfsgreifer 6. Gleichzeitig wird der Bogen 10 im
vorderen Bereich gegen die Leitfläche 9 der Leitrakel 7 gewiesen.
Dabei werden die Blas-Saugbohrungen 8 mit Blasluft beaufschlagt, so dass auf den Bogen 10
ein Unterdruck ausgeübt wird, der diesen gegen die Leitfläche 9 zieht aber trotzdem eine Be
wegung des Bogens 10 relativ zur Leitfläche 9 in Bewegungsrichtung zuläßt.
Die Leitstreifen 12 drücken aus der Wendetrommel 1 heraus den
Bogen 10 gegen den Druckzylinder 4, so daß dieser nicht durchrut
schen kann.
Passiert der Bogen 10 im hinteren Bereich den Tangentenpunkt
t1,4 von Wendetrommel 1 und Druckzylinder 4, wird er vom Sau
gersystem 2 angesaugt, unter die Peripherie der Wendetrommel 1
geführt, an das Greifersystem 3 übergeben und von diesem dem
nachfolgenden Druckzylinder zugeführt. Damit ist der Bogen 10
gewendet.
1
Wendetrommel
2
Saugersystem
3
Greifersystem
4
Druckzylinder Speichertrommel
5
Bogenführungszylinder
6
Hilfsgreifer
7
Leitrakel
8
Blas-Saugbohrung
9
Leitfläche
10
Bogen
11
Bogengreifer
12
Leitstreifen
13
Kreisbogen
α Drehwinkel
α Drehwinkel
Claims (6)
1. Einrichtung zur Wendung von Bogen in von Schöndruck auf Schön- und Widerdruck und
umgekehrt umstellbaren Bogenrotationsdruckmaschinen, die nach dem Prinzip der Hin
terkantenwendung arbeiten, wobei jeweils der auf einer Speichertrommel (4) geführte Bo
gen (10) von einem schwingenden Bogenübernahmesystem (2, 3) einer Wendetrommel (1)
an der Hinterkante erfaßt und weitertransportiert wird, wobei an der Wendetrommel (1)
ein Hilfsgreifer (6) zur Übernahme des Bogens (10) an der Vorderkante im oder kurz nach
dem Tangentenpunkt (t1,4) von Wende- und Speichertrommel (1, 4), Führung des Bogens
(10) über einen kleinen Drehwinkel (α) und anschließender Freigabe des Bogens (10) an
der Vorderkante vorgesehen ist und wobei eine vor der Wendetrommel (1) und unter der
Speichertrommel (4) vorgesehene, fest angeordnete Leitrakel (7) mit einer zur Wende
trommel (1) weisenden, unten liegenden Leitfläche (9) zur Führung des vom Hilfsgreifers
(6) freigegebenen Bogens (10) bis zu seiner Bewegungsumkehr abweichend von der
Oberfläche von Wende- und Speichertrommel (1, 4) dient.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, wobei zur Führung des Bogens (10) an der Leitfläche (9)
Blas-Saugbohrungen (8) in der Leitrakel (7) vorgesehen sind.
3. Einrichtung nach Anspruch 1, wobei die Speichertrommel (4) als Druckzylinder
ausgebildet ist.
4. Einrichtung nach Anspruch 1, wobei der Hilfsgreifer (6) formatabhängig in Bogenlauf
richtung in der Wendetrommel (1) einstellbar angeordnet ist.
5. Einrichtung nach Anspruch 1 und 4, wobei der Hilfsgreifer (6) als Klemmgreifer oder
Sauger ausgebildet ist.
6. Einrichtung nach Anspruch 1, wobei der Drehwinkel (α) 10-15° beträgt.
Priority Applications (2)
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| DE19944424965 DE4424965C2 (de) | 1994-07-15 | 1994-07-15 | Einrichtung zur Wendung von Bogen |
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