DE4431419C2 - Verfahren und Vorrichtung zum Beschleunigen des Meßrades eines Längenmeßsystems für in Längsrichtung geförderte Schnitthölzer - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zum Beschleunigen des Meßrades eines Längenmeßsystems für in Längsrichtung geförderte Schnitthölzer

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Description

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 und auf eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
Aus der DD 2 55 787 A1 ist eine Meßanordnung zur Längenbestim­ mung und/oder Durchmesserbestimmung von Gegenständen bekannt. Dabei wird ein Meßrad von einer Welle, auf der das Meßrad gelagert ist, über eine Lagerreibung in einem Schmierspalt zwischen Meßrad und Welle angetrieben. Nachtei­ lig ist dabei der relativ hohe Aufwand aufgrund der ange­ triebenen und zu schmierenden Teile.
In der CH-PS 515 485 wird eine Einrichtung zum Ablängen und zur Bestimmung mindestens einer Querabmessung langgestreck­ ter Werkstücke offenbart. Zur Längenmessung dient dabei eine Meßwalze, die federnd mit der zu messenden Strecke in Kontakt gebracht wird. Der Umfang der Meßwalze kann dabei mit einem reibungserhöhendem Belag versehen sein. Weitere Mittel zur Verhinderung des Schlupfes zwischen der Oberflä­ che und der Meßwalze werden nicht offenbart.
Aus der AT-PS 182889 ist ein Meßgerät für Schnittholz bekannt, bei dem die durchschnittliche Rindendicke abgezogen werden kann, so daß bei einem Abfahren des Holzes mit dem Meßgerät die genauen Maße bestimmt werden kann. Das Meßrädchen ist dabei über eine Kupplung mit einem Zählwerk verbunden. Besondere Mittel zur Vermeidung des Schlupfes sind nicht vorgesehen.
Bei einer von der Anmelderin hergestellten und vertriebenen Kappsäge wird ein Längenmeßsystem verwendet, bei dem ein Meßrad auf der zu messenden Oberfläche des Schnittholzes zum Abrollen gebracht wird. Bei diesem System wird das geförderte Schnittholz durch eine dem Meßrad vorgeschalte­ te, luftbereifte Niederhalterolle eingewiesen. Bei derarti­ gen Längenmeßsystemen besteht prinzipiell die Möglichkeit, das Meßrad zur Messung auf einer Seitenfläche des Schnittholzes auf dieser Seitenfläche abzurollen und dabei das Schnittholz unter das Meßrad durch eine diesem vorge­ schaltete Zentrierrolle einzuweisen. Bei diesen Längenmeßsy­ stemen werden die Meßräder mit einem Segment des radialen Querschnitts elastisch in die Förderbahn des Schnittholzes gedrückt. Das unter das Meßrad einlaufende Schnittholz drückt das Maßrad aus der Förderbahn des Holzes heraus auf die zu messende Fläche. Die Meßgenauigkeit dieses Längenmeß­ systems erfordert, daß sich das Meßrad sofort dreht, wenn es die zu messende Fläche des Schnittholzes berührt. Dies bedeutet, daß das unter das Meßrad einlaufende Holz dieses sofort oder schlagartig in Drehung versetzen muß. Bei Fördergeschwindigkeiten des Schnittholzes von 4 mm/msec kann ein Schlupf des Meßrades auf der zu messenden Oberflä­ che, nachdem es aus der Förderbahn des Holzes herausge­ drückt wurde, nicht ausgeschlossen werden. Ein derartiger Schlupf führt zu Meßfehlern.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein einfaches Verfahren und eine einfache Vorrichtung zur Verfügung zu stellen, die es ermöglichen, daß bei Längenmeßsystemen nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 ein Schlupf weitestgehend vermieden wird.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die technischen Lehren der Patentansprüche 1 und 4 gelöst.
In vorteilhafter Weise wird mit einfachsten Mitteln das Meßrad, ehe das Schnittholz unter dieses einläuft, bereits beschleunigt, so daß das unter das Meßrad einlaufende Schnittholz ein sich bereits drehendes Meßrad aus der Förderbahn heraus und auf die zu messende Fläche des Schnit­ tholzes drückt. Diese auf einfachste Weise erzeugte Be­ schleunigung des Meßrades ermöglicht es, daß das Meßrad, wenn es zur Anlage gegen die zu messende Fläche gebracht wird, nicht mehr beschleunigt werden muß und folglich sich auf der zu messenden Fläche schlupffrei abwalzen kann.
Es ist vorteilhaft, bei dem erfindungsgemäßen Verfahren die Umdrehung der luftbereiften Niederhalte- bzw. Zentrierrolle auszunutzen, die durch das unter diese Rolle einlaufende geförderte Schnittholz erzeugt wird. In einfachster Weise wird ein Außen-Reibradgetriebe ausgebildet, dessen Ein­ gangsglied aus der Niederhalte- bzw. Zentrierrolle besteht. Es ist lediglich erforderlich, eine Mitnehmerrolle in einen Reibschluß mit dem Umfang der Niederhalte- bzw. Zentrierrol­ le zu bringen und das Meßrad mit seinem Umfang elastisch gegen den Umfang der Mitnehmerrolle so lange zu drücken, bis durch das Herausdrücken des Meßrades aus der Förderbahn des Schnittholzes das Meßrad vom Umfang der Mitnehmerrolle abgehoben und damit vom Reibradgetriebe abgekoppelt wird.
Das mit einer Fördergeschwindigkeit von beispielsweise 4 mm/msec geförderte Schnittholz stößt mit seiner Kante nicht mehr gegen ein stillstehendes, sondern gegen ein bereits beschleunigtes Meßrad, das infolge seiner Beschleu­ nigung beim elastischen Aufsetzen auf die zu messende Fläche nicht mehr zum Rutschen neigt, sondern sich abwälzt.
Mit besonderem Vorteil wird das Meßrad mittels eines elasti­ schen Druckelementes, vorzugsweise mittels eines Pneuma­ tikzylinders sowohl mit einem Segment seines radialen Querschnittes in die Förderbahn des Schnittholzes als auch gleichzeitig an den Umfang der Mitnehmerrolle gedrückt. Dieser Verfahrensschritt ermöglicht einen einfachen Aufbau der Vorrichtung.
Die Bogenhöhe des in die Förderbahn des Schnittholzes hineinragenden Segmentes des radialen Querschnitts des Meßrades wird auf 2 bis 10 mm, vorzugsweise auf 5 mm einge­ stellt. In vorteilhafter Weise wird zur Bildung eines einfachen, sicher arbeitenden, das Meßrad antreibenden Außen-Reibradgetriebes im Spalt zwischen dem Meßrad und der luftbereiften Niederhalte- bzw. Zentrierrolle eine Mitneh­ merrolle im Reibschluß mit dem Umfang der Niederhalte- bzw. Zentrierrolle angebracht.
Es kann ein einziges einstellbares elastisches Druckele­ ment, vorzugsweise ein Pneumatikzylinder vorgesehen werden, um sowohl das Meßrad mit einem Segment seines radialen Quer­ schnitts in die Förderbahn des Schnittholzes als auch mit seinem Umfang in Reibschluß an die Mitnehmerrolle zu drücken.
In vorteilhafter Weise erfolgen das Starten der Längenmes­ sung und Abkopplung des Meßrades vom Reibradgetriebe gleich­ zeitig, so daß eine optimale Meßgenauigkeit sichergestellt wird.
Die Erfindung soll anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Figuren der Zeichnung erläutert werden. Es zeigen:
Fig. 1 und Fig. 2 schematisch eine Seitenansicht eines bzw. eine Draufsicht auf ein Längenmeß­ system, mit dem das erfindungsgemäße Verfahren durchgeführt wird.
Das Schnittholz 1 wird in Richtung des Pfeils 11 längs einer Förderbahn in Längsrichtung gefördert.
Das Längenmeßsystem weist ein Meßrad 3 auf. Diesem Meßrad 3 ist eine Niederhalterolle 5 vorgeschaltet, wenn die Messung auf der Oberfläche 2 des Schnittholzes 1 durchgeführt wird.
Wenn die Messung auf einer Seitenfläche durchgeführt wird, ist die Rolle 5 eine Zentrierrolle. In beiden Fällen haben die Rollen 5 die Aufgaben, das Schnittholz 1 unter das Meßrad 3 einzuweisen.
Wie Fig. 1 zeigt, ist das Meßrad 3 mittels eines nicht dargestellten elastischen, steuerbaren Druckelements, vorzugsweise mittels eines Pneumatikzylinders in die Förder­ bahn des Schnittholzes 1 gedrückt, und zwar derart, daß dieses Meßrad 3 mit einem Segment 9 seines radialen Quer­ schnitts in die Förderbahn des Schnittholzes 1 hineinragt.
Im Spalt 8 zwischen dem Meßrad- 3 und der luftbereiften Rolle 5, und zwar zwischen der Ebene, in der die Achsen 4 und 6 des Meßrades und der Rolle 5 liegen und der gemeinsa­ men Tangentialebene an das Meßrad 3 und an die Rolle 5 auf den der Förderbahn des Schnittholzes 1 zugekehrten Seiten ist in ständigem Reibkontakt mit dem Umfang der Rolle 5 eine Mitnehmerrolle 7 angeordnet.
Die luftbereifte Rolle 5 und die Mitnehmerrolle 7 bilden ein Außenreibradgetriebe.
In der in Fig. 1 dargestellten Betriebsphase läuft das Schnittholz 1 unter die luftbereifte Rolle 5 ein. Das Schnittholz 1 wirkt auf die Rolle 5 wie eine Reibstange eines Reibstangengetriebes ein und versetzt die Rolle 5 in Drehung.

Claims (5)

1. Verfahren zum Beschleunigen des Meßrades eines Längenmeß­ systems für in Längsrichtung geförderte Schnitthölzer, auf deren zu messende Ober- oder Seitenfläche das mit einem Segment seines radialen Querschnitts elastisch in die Förderbahn des Schnittholzes gedrückte Meßrad, unter das das zu messende Schnittholz durch eine dem Meßrad vorgeschaltete, luftbereifte Niederhalte- oder Zentrier­ rolle eingewiesen wird, dadurch aufgebracht wird, daß das unter das Meßrad einlaufende Schnittholz das Meßrad aus der Förderbahn des Schnittholzes herausdrückt und das Meßrad nunmehr auf die zu messende Fläche des Schnittholzes gedrückt und gleichzeitig mittels einer Lichtschranke die Längenmessung gestartet wird, dadurch gekennzeichnet, daß aus der luftbereiften Niederhalte- oder Zentrierrol­ le (5) und einer mit deren Umfang in Reibschluß gebrach­ ten Mitnehmerrolle (7) ein Außen-Reibradgetriebe gebil­ det wird, durch das die von dem unter die Niederhalte- oder Zentrierrolle (5) einlaufenden Schnittholz (1) erzeugte Umdrehung der Niederhalte- oder Zentrierrolle (5) auf das mit seinem Umfang elastisch gegen den Umfang des Mitnehmerrolle (7) gedrückte Meßrad (3) übertragen wird, bis durch das Herausdrücken des Meßrades (3) aus der Förderbahn des Schnittholzes (1) das Meßrad (3) vom Umfang der Mitnehmerrolle (7) zu einer Stelle (10) abgehoben und damit vom Reibradgetriebe abgekoppelt wird, so daß das bereits beschleunigte Meßrad in Abwälzkontakt auf die zu messende Fläche (2) des fahrenden Holzes (1) gebracht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Meßrad mittels eines steuer- oder einstellbaren elastischen Druckelementes, vorzugsweise mittels eines Pneumatikzylinders sowohl mit einem Segment (9) seines radialen Querschnitts in die Förderbahn des- Schnitthol­ zes als auch gleichzeitig an den Umfang der Mitnehmerrol­ le (7) gedrückt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich­ net, daß die Bogenhöhe des in die Förderbahn des Schnitt­ holzes hineinragenden Segments des radialen Querschnitts des Meßrades auf 2 bis 10 mm, vorzugsweise auf 5 mm eingestellt wird.
4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach minde­ stens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeich­ net, daß zur Bildung eines das Meßrad (3) antreibenden Außen-Reibradgetriebes (5, 7) im Spalt (8) zwischen dem Meßrad (3) und der luftbereiften Niederhalte- oder Zentrierrolle (5) zwischen der Ebene, in der die Achsen (4, 6) des Meßrades (3) und der Niederhalte- oder Zen­ trierrolle (5) liegen, und der gemeinsamen Tangentialebe­ ne an die Oberflächen der Niederhalte- oder Zentrierrol­ le (5) und des Meßrades (3) auf deren der Förderbahn des Schnittholzes zugekehrten Seite eine Mitnehmerrolle (7) im Reibschluß mit dem Umfang des Niederhalte- oder Zentrierrolle (5) angebracht ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß mittels eines steuerbaren elastischen Druckelements, vorzugsweise eines Pneumatikzylinders das Meßrad (3) sowohl mit einem Segment (9) seines radialen Querschnitts in die Förderbahn des Schnittholzes als auch mit seinem Umfang an die Mitnehmerrolle (7) ge­ drückt ist.
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