DE4431817C2 - Digitale Sonnenuhr - Google Patents
Digitale SonnenuhrInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Digitale Sonnenuhr, die auf einer
Fläche mit Hilfe der Sonnenstrahlen ein
Helligkeitsmuster erzeugt, das mit dem täglichen Sonnenlauf die
jeweilige Sonnenzeit als Symbol, vorzugsweise als Stundensymbol, darstellt.
Im Augustheft 1991 des Scientific American (in der deutschen Ausgabe Spek
trum der Wissenschaft, April 92) hat Ian Stewart in seiner Kolummne der
Mathematischen Unterhaltungen in einem vielleicht nicht ganz ernst gemein
ten Beitrag über die Konstruktion einer Digitalen Sonnenuhr (nach einer er
sten Idee in: Fractal Geometry - Mathematical Foundations and Applications,
von Kenneth Falconer; John Wiley and Sons, 1990) berichtet. Dieser Artikel
hat uns zur Entwicklung der hier beschriebenen Digitalen Sonnenuhr ange
regt; wir folgen allerdings nicht der in diesem Artikel vorgeschlagenen Ver
sion der fraktalen Jalousien - uns sind bei der Entwicklung unserer Kon
struktion auch Zweifel an der Realisierbarkeit dieses Prinzips gekommen.
Fraktale haben unendlich kleine Strukturen, und die vorgeschlagene Lösung
geht von der Gültigkeit geometrischer Optik aus. Beugung an den fraktalen
Jalousien würde die Funktion der Sonnenuhr unmöglich machen.
A. Gongora-T. und R. G. Stuart zeigen in ihrer Arbeit "Holographic Sundial"
in: Applied Optics, Vol. 29, 1990 (ebenfalls ausgehend von K. Falconer), daß
unter Berücksichtigung der Wellennatur des Lichts eine holografische Ver
sion einer Digitalen Sonnenuhr durchaus möglich ist. Nachteile dieser Anord
nung sind zum einen das aufwendige Herstellungsverfahren des Hologramms:
jede im Lauf des Jahres auftretende Kombination aus Sonnenstand und Uhr
zeit, die angezeigt werden soll, muß einzeln belichtet werden. Außerdem
beeinträchtigt die Schrumpfung der Emulsion die erreichbare Winkelgenauig
keit.
Die im US-Patent 29 31 102 von J. G. Thew (1960) beschriebene Sonnenuhr
scheint auf den ersten Blick eine funktionierende Version einer Digitalen
Sonnenuhr darzustellen. Die beschriebene Sonnenuhr ist aber tatsächlich eine
analoge Uhr, in der die übliche Anordnung von einem Zifferblatt und einem
Zeiger, der einen beweglichen Schatten darauf wirft, vertauscht ist. Beschrie
ben wird ein Zifferblatt, dessen Schatten auf ein feststehendes Zeigerfeld
fällt; nach wie vor ist es die relative Position zwischen Ziffern und Zeiger,
die die analoge Zeitanzeige darstellt.
Die Idee einer Digitalen Sonnenuhr bedeutet, daß nicht durch einen mit dem
täglichen Sonnenlauf wandernden Schatten auf einem geeigneten, im Prinzip
analogen Zifferblatt die Uhrzeit markiert wird, sondern daß durch eine
geeignete Anordnung das aus den unterschiedlichen Richtungen einfallende
Sonnenlicht einen Schatten oder eine Figur erzeugt, die in Ziffern, Bildern
oder Worten die jeweilige Uhrzeit darstellt
Im US-Patent Nr. 4,782,472 von S. P. Hines (1988) wird eine gattungsgemäße Sonnenuhr mit
einer echten Digitalen Zeitanzeige beschrieben: durch einen lichtsammelnden
Zylinder wird das Sonnenlicht auf ein Bündel von Lichtleitern gelenkt, die an
eine 7-Segment-Anzeige gekoppelt sind. Durch die Umsetzung der Winkel
position der Helligkeitsverteilung über Lichtleiter auf die Anzeige ist eine
solche Anordnung auf die Darstellung von relativ wenigen Bildelementen be
schränkt, so wie es bei der 7-Segment-Anzeige der Fall ist. Damit treten die
unten beschriebenen Probleme einer solchen Darstellung auf. Zusätzlich wird
durch die Trennung der Funktionen in lichtsammelnden Zylinder und Display
in 2 seperate Einheiten, die durch ein Lichtleiterkabel verbunden sind, eine
unmittelbare Einsicht in das rein optische Funktionsprinzip verhindert. Der
Beobachter kann durchaus zu der irrigen Annahme kommen, daß die Anzeige
auf die übliche, elektronische Weise erfolgt.
Im Unterschied zu den dargestellten Formen von Sonnenuhren ist es das Ziel
der vorliegenen Erfindung, eine Digitale Sonnenuhr zu beschreiben, die physi
kalisch möglich ist, auf einfache Weise und mit nur wenigen Bestandteilen
verwirklicht werden kann, die eine Darstellung auch von detaillierten Symbo
len erlaubt und die dem Betrachter eine unmittelbare Einsicht in die Funkti
onsweise ermöglicht.
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung bei einer gattungsgemäßen
Digitalen Sonnenuhr durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils
des Patentanspruchs 1 gelöst.
Die vorliegende Erfindung schlägt dabei vor, dieses Ziel mit Mitteln geometrischer
Optik im Prinzip durch 2 in geeignetem Abstand angebrachte Gitterraster zu
verwirklichen. Dabei ist das erste Raster (Schlitzgitter) ein periodisches Git
ter aus schmalen Schlitzen, die das Sonnenlicht gitterförmig auf ein zweites
Raster fallen lassen. Dieses zweite Raster (Zifferngitter) ist aus streifenför
mig nebeneinander liegenden Teilen der Ziffern zusammengesetzt, die zur
Anzeige kommen sollen. Dabei beleuchtet das gitterförmige Sonnenlicht z. B.
um 9 Uhr nur Streifen, aus denen die Ziffer 9 zusammengesetzt ist, am
Nachmittag um 4 Uhr werden die jeweils dazwischen liegenden Teilstreifen
der 4 beleuchtet u. s. w. Die Ausführung der Gitterraster in parallelen Streifen
löst dabei das zusätzliche Problem beim Bau einer Sonnenuhr, daß die Anzei
ge auch bei ganz unterschiedlicher Sonnenhöhe im Verlauf der Jahreszeiten
jeweils die richtige Zeit anzeigen soll. Mit dem Beispiel einer dazu geeigneten
7-Segment-Anzeige, die nur volle Stunden anzeigt, sei das hier vorgeschla
gene Prinzip erläutert, auch können an diesem Beispiel konstruktive Einzel
heiten dargelegt werden, die unsere Erfindung auszeichnen (Fig. 1).
Zu bemerken ist, daß die beiden identischen Masken, die A. Gongora-T. und
R G. Stuart zur Belichtung jeweils einer Zeitanzeige verwenden, weder in der
Gestalt noch in der Funktion unserem Paar von Masken entsprechen.
Die Sonne macht durch die Erddrehung eine scheinbare Wanderung von 15
Grad pro Stunde. Bringt man die beiden Gitterraster im richtigen Abstand
und in der richtigen Orientierung zur Sonne (die Darlegung der notwendigen
Abmessungen folgt weiter unten), so kann man erreichen, daß z. B. um 9 Uhr
die vom periodischen Schlitzgitter (Fig. 1A) durchgelassenen Streifen des
Sonnenlichts genau auf diejenigen durchsichtig gelassenen Streifen des Zif
ferngitters (Fig. 1 B) fallen, die zusammen eine 9 ergeben (die Segmente a,
b, c, d, f, und g).
Da jedes Segment mit derselben Periode wie das Schlitzgitter mehrere (hier
bei den längslaufenden Segmenten 4) identische Streifen hat, erscheint in
der Durchsicht eine 9 durch mehrere eng beieinanderliegende helle Streifen
dargestellt. Bringt man dicht hinter dem Ziffernraster einen streuenden
Schirm (Mattscheibe) an, so läßt sich die helle projizierte Uhrzeit darauf
ablesen. Wegen der Streuscheibe ist die helle Figur nicht nur zu beobachten,
wenn man in Richtung des einfallenden Sonnenlichts blickt, sondern auch bei
Betrachtung aus anderen Winkeln.
Ist die Sonne nach einer Stunde um 15 Grad weitergewandert, so sollen die
Streifen des Sonnenlichts eine 10 erzeugen. Das geschieht dadurch, daß jetzt
Licht durch die bisher undurchsichtigen Felder der 10er-Stelle der Anzeige
fällt (die in dieser 12-Stundenausführung nur eine 1 oder garnichts anzuzei
gen braucht). Außerdem muß statt der 9 eine 0 erscheinen, jetzt müssen die
Segmente a, b, c, d, e und f beleuchtet werden.
Entsprechend der notwendigen Segmente, die bei jeder Uhrzeit beleuchtet
werden müssen, ist das charakteristische hell-dunkel Muster der Fig. 1 B
entstanden, das nacheinander die Zeiten 9, 10, 11, 12, 1, 2, 3, 4, 5 erzeugt. Der
letzte Streifen der Ziffernanzeige ist bei dieser Ausführung durch Schwarz in
allen Segmenten gekennzeichnet.
Die 7-Segment-Anzeige erzeugt zwar einen ganz besonders "digital" wirken
den Eindruck, ist aber natürlich nicht die einzig mögliche Form der Ziffern
darstellung. Tatsächlich ist gerade sie nicht besonders gut geeignet, da die
Übergänge zwischen den verschiedenen Ziffern zu Irrtümern in der Ablesung
führen können. So wird z. B. beim Übergang von 1 nach 2 eine 6 vorge
täuscht, das gleiche Problem taucht auch bei anderen Übergängen auf. Wir
bevorzugen es daher, frei gestaltete Formen für die Ziffern in entsprechender
Weise streifenförmig ineinander zu schachteln (Fig. 2 und 3).
Die Sonne zeigt zwar durch die Erddrehung eine konstante Wanderungsge
schwindigkeit von 15 Grad pro Stunde senkrecht zur Erdachse, der Schatten
auf einer Ebene bewegt sich aber natürlich nicht mit konstanter Geschwin
digkeit. Richten wir die Ebene unserer beiden Raster so aus, daß die Längs
achse parallel zur Erdachse steht (hier in Köln also mit einer Neigung von
51 Grad) und außerdem die Sonne mittags senkrecht auf die Anordnung
scheint, so bewegt sich der Schatten eines Schlitzes des Schlitzgitters mit
x = D . tan α
mit α = (T - 12)/15 Grad
mit α = (T - 12)/15 Grad
wobei T die Uhrzeit in Stunden und D der Abstand der beiden Gitter ist. Die
Abweichung des Tangens von der Linearität ist erheblich, vor allem bei
schrägem Lichteinfall. Man kann daran denken, den Tangensfehler durch un
terschiedlich breite Teilstreifen in jeder Periode zu korrigieren (die Streifen,
die um 12 Uhr herum anzeigen sind schmal, die am Morgen und am Abend
entsprechend breiter). Wir haben aber ein wesentlich eleganteres Verfahren
entwickelt, das den Tangensfehler in den meisten Fällen soweit reduziert,
daß eine Abweichung vom linearen Gang nicht mehr feststellbar ist.
Verkitten wir die beiden Raster beidseitig mit einer Planplatte der Dicke D
aus Glas oder anderem transparenten Material, so müssen wir die Brechung
beim schrägen Durchgang durch die Anordnung berücksichtigen (Fig. 4).
Es gilt sin α = n . sin β
damit β = arcsin (sin α/n)
Es gilt sin α = n . sin β
damit β = arcsin (sin α/n)
Uns interessiert die Verschiebung x, die der einfallende Strahl auf dem zwei
ten Raster erfahren hat, also x = D . tan β. Der Verlauf dieser Funktion ist
bei üblichen Brechungsindizes (n zwischen 1.4 und 1.6) über einen weiten
Winkelbereich extrem linear (Fig. 5): in der von uns bevorzugten Anord
nung mit n = 1.5 bleibt die prozentuale Abweichung vom linearen Verlauf im
Einfallswinkelbereich von +/- 67.5 Grad unter 2% (Fig. 6). Dem entspricht ein
Zeitraum von 7 h 30 vormittags bis 4 h 30 nachmittags. Da bei noch fla
cheren Einfallswinkeln die nutzbare Helligkeit der Anzeige sowohl durch Re
flexionsverluste als auch durch den abnehmenden wirksamen Bündelquer
schnitt merklich nachläßt, wird im allgemeinen keine Linearitätskorrektur nö
tig sein. Damit ist es auch möglich, eine Minutenanzeige (s. u.) mit etwas ab
weichendem Prinzip zu erreichen.
Wir gehen von einer Glasplatte der Dicke D und vom Brechungsindex n aus
(Fig. 7). Außerdem legen wir fest, daß unsere Anordnung bei einem Einfalls
winkel von α = 60 Grad (4 h nach senkrechtem Einfall) exakt die Lineari
tätsbedingung erfüllen soll. Damit ergibt sich pro Stunde eine mittlere Ver
schiebung von
X = 1/4 . D . tan (arcsin (1/n . sin 60))
Für ein n = 1.5 hieße das
X = 1/4 . D . √2 /2 = 0.177 . D.
Nun legen wir fest, welchen Zeitraum unsere Sonnenuhr anzeigen soll. Sollen
N Stunden überstrichen werden, so muß eine Periode P unserer Gitterraster
N.X groß sein. Wir nehmen als Beispiel den Fall, daß wir wie oben die Zeit
von 7 h 30 bis 4 h 30 anzeigen wollen. Damit ist N = 10 und mit den obigen
Parametern ergibt sich für die Rasterperiode
P = 1.77 . D
Mit dieser Periode hat das Schlitzgitter jeweils einen schmalen Schlitz auf
undurchsichtigem Hintergrund; das Zifferngitter muß innerhalb jeder Periode
die N nebeneinanderliegenden Teile der gewünschten Ziffern haben. Diese
Teile sind natürlich von der Breite X, da sie ja jeweils 1 Stunde lang ange
zeigt werden sollen. Die Breite S der Schlitze legt die Schärfe des Über
gangs zwischenden Stunden fest. Einerseits ist es wünschenswert, daß dieser
Übergang möglichst schnell erfolgt, mit der dazu nötigen Verschmälerung
nimmt aber die Lichtstärke der Anordnung ab. Nach unten wird durch die
Ausdehnung der Sonnenscheibe von ca 1/2 Grad eine Grenze gesetzt. Um die
sen Winkel wird jeder Schlitzschatten verbreitert; dem entspricht eine Über
gangszeit von 2 Minuten. Realistisch sind Schlitzbreiten, die 5 bis 20 Minu
ten entsprechen, zu wählen ist der entsprechende Teil des Stundenrasters X.
So ergibt sich bei einer gewählten Übergangszeit von 20 Minuten eine
Schlitzbreite S = 20/60 . X = X/3.
Würde man mit den beschriebenen Prinzipien eine Anzeige bauen, die im Mi
nutenbereich anzeigen soll, so müsste die Gitterperiode in unrealistisch viele
Teilschlitze geteilt werden. Hier kommt uns die Linearität unserer Anordnung
entgegen: da sich die Minutenanzeige ja nach jeder Stunde identisch wieder
holt, müssen wir nur dafür sorgen, daß das Schlitzgitter einen Schatten
wirft, der schon nach einer Stunde um genau 1 Periode verschoben ist und
damit wieder dieselbe Helligkeitsverteilung erzeugt. Wegen der Sonnengröße
ist es auch hier nicht möglich, unter 2 Minuten Auflösung zu kommen. Rea
listisch ist eine Teilung in 5-Minuten-Schritten; das sind 12 Zahlen von 00
bis 55. Wegen der feineren Auflösung empfiehlt es sich, die Dicke der Platte
zu erhöhen - bei einer Dicke der Stundenanzeige von 2 mm hat sich die
Dicke von 20 mm für die Minutenanzeige als praktikabel erwiesen. Dann ist
die erforderliche Genauigkeit bei der Herstellung der Raster und bei der Ju
stierung etwa gleich groß. Da die relative Verschiebung der beiden Raster in
der Minutenanzeige soviele Perioden umfaßt wie Stunden dargestellt werden,
muß das Schlitzgitter um diese Anzahl von Schlitzen vergrößert werden.
Da einerseits die oben angegebenen 9 Stunden eine obere Grenze des ange
zeigten Zeitraumes darstellen, es zum anderen aber gerade im Sommer wün
schenswert sein kann, die Anzeige während der ganzen Sonnenscheindauer zu
nutzen, schlagen wir vor, eine gewinkelte Anordnung von 2 Uhren einzuset
zen, vorzugsweise 90 Grad zueinander stehend. Die Schnittkante der beiden
Ebenen muß wiederum parallel zur Erdachse stehen, die beiden Zifferblätter
müssen so justiert sein, daß das östliche z. B. um 9 Uhr, das westliche z. B.
um 3 Uhr senkrecht von der Sonne beschienen wird. Auf diese Weise kann
der angezeigte Bereich um 6 Stunden erweitert werden (bei 90 Grad Knick
winkel zwischen den beiden Ebenen).
Werden die beiden Gitter als Folien hergestellt, die erst nachträglich mit der
Planplatte verkittet werden, so ist es zweckmaßig, sie mit jeweils einer wei
teren Scheibe zusammen zu verkitten. Das sorgt einmal für eine bessere
Planlage und verbessert die Witterungsbeständigkeit. Außerdem erleichtert
diese Bauweise das Anbringen der Mattscheibe.
Die kontrastreichste Ablesung ist gegeben, wenn man in Sonnenrichtung hin
ter (und damit eigentlich auch immer unter) der durchstrahlten Anordnung
der beiden Gitter steht. Damit liegt fest, daß die Digitale Sonnenuhr relativ
hoch angebracht werden muß, damit der Betrachter die Anzeige von hinten
unten ablesen kann.
Es ist jedoch denkbar, die Uhr über eine dahinterliegende spiegelnde Fläche
abzulesen, sodaß die Blickrichtung nicht durch die Lichteinfallsrichtung fest
gelegt ist. In einer solchen Spiegelversion muß natürlich die Ziffernanzeige
seitenverkehrt entworfen werden. In dieser Bauweise eignet sich unsere Digi
tale Sonnenuhr auch als Tischuhr.
Montiert man die ganze Uhr an einer zur Erdachse parallelen Achse, so ist
es zweckmäßig, die Ausrichtung nach Süden nicht ein für allemal festzule
gen, sondern mit einer Winkelanzeige verstellbar zu machen. Damit kann die
Uhr durch Verdrehen um 15 Grad um diese Achse bequem von Winter- auf
Sommerzeit und zurück gestellt werden.
Fig. 1: Gitterraster einer Digitalen Sonnenuhr mit 7-Segment-Anzeige
A) Periodisches Schlitzgitter; B) 2-stelliges Zifferngitter, die Anzeige stellt
die Zeiten von 9 bis 5 Uhr dar. Die schwarzen Flächen sind undurchsichtig,
die weißen klar durchsichtig. Die 7 Segmente der Einerstelle sind von a bis g
bezeichnet.
Fig. 2: 2-stelliges Ziffernraster mit frei gestalteten Ziffern, darstellbar sind
die Zeiten von 9 bis 6 Uhr.
Fig. 3: Das mit dem Raster in Fig. 2 erzeugte Lichtstreifenmuster um 12
Uhr.
Fig. 4: Brechung des Lichts beim Durchgang durch eine Planplatte der Dicke
D und mit dem Brechungsindex n.
Flg. 5: Verschiebung x = tan β in Abhängigkeit vom Einfallswinkel α bei
einem Brechungsindex n = 1.5 (durchgezogene Linie, die exakte gerade Linie
ist punktiert mit eingezeichnet).
Flg. 6: Relative Abweichung Δx/x der Funktion aus Fig. 5 vom linearen Ver
lauf.
Flg. 7: Geometrie von Schlitzgitter und Zifferngitter.
Claims (12)
1. Digitale Sonnenuhr, die auf einer Fläche mit Hilfe der Sonnenstrahlen ein
Helligkeitsmuster erzeugt, das mit dem täglichen Sonnenlauf die jeweilige
Sonnenzeit als Symbol, vorzugsweise als Stundensymbol, darstellt,
dadurch gekennzeichnet, daß zwei gitterförmige Raster (A, B), welche
lichtdurchlässige Schlitze aufweisen, im Abstand hintereinander und parallel
zur Erdachse angeordnet sind, wobei die Schlitze des der Sonne zugewandten
ersten Rasters (A) schmal und periodisch sind und die Schlitze des zweiten
Rasters (B) eine Überlagerung aller der Zeitanzeige dienenden, in Schlitze
aufgelösten Symbole darstellen und in ihrer Breite so an Abstand und Breite
der Schlitze des ersten Rasters angepaßt sind, daß auf dem zweiten Raster
die jeweilige Sonnenzeit ablesbar ist, wenn das erste Raster vom Sonnenlicht
durchstrahlt wird.
2. Sonnenuhr nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Summe
der Breiten (Xi) der Schlitze des zweiten Rasters (B) über alle angezeigten
Symbole gleich der Periode (P) des ersten Rasters (A) ist und die Wahl des
Abstandes (D) der beiden Raster (A, B) und der Periode (P) so erfolgt, daß
durch die Winkeländerung der Sonne im Tagesverlauf zum jeweils richtigen
Zeitpunkt das zugehörige Zeitsymbol beleuchtet wird.
3. Sonnenuhr nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die mit
dem Tangens des Einfallswinkels nicht linear wandernde Position der
Schlitzschatten durch eine entsprechend dem Winkel mitgeänderte Breite der
Symbolstreifen berücksichtigt ist.
4. Sonnenuhr nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur
Reduzierung des Tangensfehlers der Raum zwischen den beiden Gittern ohne
Luftspalt durch ein optisches Medium mit höherem Brechungsindex,
insbesondere mit einem solchen von 1.4 bis 1.6 ausgefüllt ist und damit eine
lineare Teilung des Gitters (B) ohne weitere Fehlerkorrektur möglich ist.
5. Sonnenuhr nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
das erste Raster (A) in erster oder in zweiter Position im Strahlengang
angeordnet ist.
6. Sonnenuhr nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
dicht hinter dem zweiten Raster eine durchscheinende, lichtstreuende Fläche,
insbesondere eine Mattscheibe angebracht ist, sodaß die jeweils angezeigte,
leuchtende Uhrzeit auch bei seitlicher Betrachtung gut zu sehen ist.
7. Sonnenuhr nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß
die Zeit durch Ziffern angezeigt wird.
8. Sonnenuhr nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß
die Zeit durch Bilder oder durch Texte angezeigt wird.
9. Sonnenuhr nach den Ansprüchen 1 und 2 und 3 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß eine Minutenanzeige, insbesondere eine aller vollen
fünf Minuten, dadurch erfolgt, daß der Abstand (D) ihrer beiden Raster im
Verhältnis zur Periode (P) so festgelegt ist, daß periodisch jede Stunde
dasselbe entsprechende Symbol zur Anzeige der Minuten erscheint
10. Sonnenuhr nach den Ansprüchen 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß
sie auf einem parallel zur Erdachse stehenden Zapfen zwischen 2 Anschlägen
um 15 Grad drehbar gelagert ist, sodaß die Anzeige bei Bedarf von Winter-
auf Sommerzeit umstellbar ist.
11. Sonnenuhr nach den Ansprüchen 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß
die seitenverkehrt entworfene Anzeige über eine spiegelnde Fläche abgelesen
werden kann, insbesondere bei einer Tischversion.
12. Sonnenuhr nach den Ansprüchen 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß
zur Erweiterung des Anzeigebereichs zwei Rasteranordnungen in einem
Winkel von insbesondere 90 Grad zueinander angeordnet sind, die jeweils die
Vormittags-, bzw. die Nachmittagsstunden anzeigen.
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|---|---|---|---|
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|---|---|---|---|
| DE19944431817 DE4431817C2 (de) | 1994-09-07 | 1994-09-07 | Digitale Sonnenuhr |
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| Country | Link |
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| DE (1) | DE4431817C2 (de) |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2931102A (en) * | 1957-08-08 | 1960-04-05 | Thew John Garret | Sun dial |
| US4782472A (en) * | 1987-09-28 | 1988-11-01 | Hines Stephen P | Solar clock with digital time display |
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1994
- 1994-09-07 DE DE19944431817 patent/DE4431817C2/de not_active Expired - Fee Related
Patent Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2931102A (en) * | 1957-08-08 | 1960-04-05 | Thew John Garret | Sun dial |
| US4782472A (en) * | 1987-09-28 | 1988-11-01 | Hines Stephen P | Solar clock with digital time display |
Non-Patent Citations (2)
| Title |
|---|
| A. Gongora-T., R.G. Stuart "Holographic Sundial" in: Applied Optics, Vol. 29, 10. Nov. 1990, S. 4751-4752 * |
| Ian, Stewart "Mathematische Unterhaltungen" in: Spektrum der Wissenschaft, April 1992, S. 12-15 * |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE4431817A1 (de) | 1996-03-21 |
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