DE4432550C1 - Hohlbolzen für Hubzündungs-Schweißverfahren - Google Patents
Hohlbolzen für Hubzündungs-SchweißverfahrenInfo
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Description
Verbindungs- und Befestigungselemente, vor allem rohr
förmige Hohlkörper wie Buchsen, Schweißmuttern, Gewindehülsen
oder dergleichen, müssen häufig koaxial zu Durchgangsbohrun
gen an ein Werkstück angeschweißt werden. Zur Erzeugung einer
umlaufenden ringförmigen Schweißnaht werden diese Teile
zweckmäßig mittels Hubzündungs-Bolzenschweißverfahren unter
Anwendung eines magnetisch bewegten elektrischen Lichtbogens
angeschweißt.
In DE 42 22 664 C2 ist ein hohler Schweißbolzen für der
artige Anwendungsfälle beschrieben, der an seiner anzuschwei
ßenden Stirnfläche einen in Axialrichtung vorstehenden ring
förmigen Ansatz und innerhalb desselben und konzentrisch dazu
eine in das Material des Bolzens einspringende Ringnut auf
weist. Durch diese Gestaltung soll verhindert werden, daß die
Durchgangsbohrung des Schweißbolzens beim Schweißvorgang
durch Metallspritzer verunreinigt wird, was insbesondere im
Falle eines Innengewindes die Brauchbarkeit erheblich beein
trächtigt.
Es hat sich jedoch gezeigt, daß der Schutz gegen ins In
nere gelangende Metallspritzer bei dem bekannten Schweißbol
zen unzulänglich ist. Da der ringförmige Ansatz über das Ende
der Innenbohrung hinausragt, können die von der Schweißstelle
wegspritzenden Metalltröpfchen ungehindert diagonal in das
untere Ende und die dort gegebenenfalls vorhandenen Gewinde
gänge gelangen.
Beim Hubzündungs-Bolzenschweißen mit magnetisch bewegtem
Lichtbogen lassen sich ferner mit dem bekannten Bolzen keine
befriedigenden Ergebnisse hinsichtlich der Qualität der ring
förmigen Schweißnaht erzielen. Bedingt durch die Gestaltung
des Stirnbereichs treten nämlich die magnetischen Feldlinien
im wesentlichen axial aus der Stirnfläche aus und durchsetzen
den Lichtbogen im Schweißspalt hauptsächlich in axialer Rich
tung, so daß die für eine Lichtbogenrotation sorgende radiale
Magnetfeldkomponente schwach ist. Daraus resultiert eine
schlechte Lichtbogenbewegung und eine entsprechend unzurei
chende Nahtqualität.
Schließlich ist der bekannte Schweißbolzen infolge der
komplizierten Geometrie seines Stirnbereichs in der Herstel
lung als Massenartikel aufwendig und teuer. Wegen der gefor
derten Ringnut ist diese Geometrie auch nur dann realisier
bar, wenn der Hohlbolzen ausreichende Wandstärke hat.
Aus US 3,508,028 ist es bekannt, beim Anschweißen
eines Hohlbolzens an ein Werkstück mit Bohrung die Innen
fläche von Bolzen und Bohrung durch eine eingefügte
Schutzhülse abzuschirmen, wodurch der Schweißvorgang
kompliziert wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Hohl
bolzen zur Verwendung beim Hubzündungs-Bolzenschweißen anzu
geben, der ein saubereres und genaueres Anschweißen mit einer
hoher Schweißnahtqualität gestattet.
Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe ist im An
spruch 1 gekennzeichnet.
Die im wesentlichen kegelstumpfartige Gestalt mindestens
eines Teils der Hohlbolzen-Stirnfläche mit den im Anspruch
1 angegebenen Durchmesserverhältnissen bewirkt zunächst eine
sehr genaue automatische Positionierung und Zentrierung des
Schweißbolzens gegenüber der in dem Werkstück vorhandenen
Bohrung, was insbesondere bei der Arbeit mit Handschweißpi
stolen günstig ist.
Ferner hat die Kegelstumpfform zur Folge, daß nach der
Hubzündung des Lichtbogens und dem Zuschalten des Magnetfel
des die aus der Stirnfläche austretenden Magnetfeldlinien ei
ne wesentliche Radialkomponente aufweisen, die für eine wirk
same Lichtbogenrotation sorgt.
Da der kleinste Durchmesser des kegelstumpfförmigen Be
reichs der Stirnfläche kleiner ist als der Durchmesser der
Werkstückbohrung, tritt der Bolzen beim Schweißvorgang in die
Bohrung ein, und die Schweißung findet zwischen der Oberkante
der Bohrung und dem dieser am nächsten stehenden, etwas wei
ter hinten gelegenen Bereich der Kegelstumpffläche statt.
Dadurch wird der Innenraum die über die Schweißnaht hinaus
ragende Spitze des Hohlbolzens gegen Metallspritzer wirksam ge
schützt. Dies ist dann besonders wichtig, wenn es sich um ei
nen Hohlbolzen mit Innengewinde gemäß Anspruch 7 handelt.
Die in Anspruch 1 angegebene Gestaltung des Stirnberei
ches ist ferner unaufwendig und eignet sich für die Massen
fertigung.
Der in Anspruch 2 angegebene Winkelbereich für den im
wesentlichen kegelstumpfförmigen Stirnflächenbereich hat sich
als besonders zweckmäßig erwiesen. Kleinere Kegelwinkel be
günstigen zwar die zentrierende Wirkung bei der Bolzenposi
tionierung, führen jedoch zu einem tieferen Eintauchen des
Schweißteils in die Werkstückbohrung, wodurch die Kurzschluß
neigung während der Hubzündung des Lichtbogens zunimmt. Bei
größeren Kegelwinkeln wird dagegen die Zentrierung erschwert,
und der Schutz des Bolzeninnenraums gegen Spritzer nimmt ab.
Die in Anspruch 3 angegebene konkave Gestaltung des im
wesentlichen kegelstumpfförmigen Stirnflächenbereichs gestat
tet ein tieferes Eintauchen des Bolzens in die Werkstückboh
rung mit entsprechend wirksamerem Schutz gegen Metallspritzer
ohne Erhöhung der beschriebenen Gefahr von Kurzschlüssen bei
der Lichtbogen-Hubzündung. Der gleiche Vorteil ergibt sich
bei den Gestaltungen nach Anspruch 4 und 5.
Die Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 6 ist in
sofern von Vorteil, als sich eine für die obigen Zwecke ge
eignete kegelstumpfförmige Stirnfläche mit ausreichenden Ab
messungen auch dann verwirklichen läßt, wenn es sich um einen
verhältnismäßig dünnwandigen Hohlbolzen handelt.
Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung werden
nachstehend anhand der Zeichnung näher erläutert. Darin zei
gen
Fig. 1 bis 4 Hohlbolzen mit unterschiedlichen Formge
bungen des anzuschweißenden Bolzenendes, und
Fig. 4a bis 4c aufeinanderfolgende Phasen beim Hubzün
dungs-Schweißverfahren.
Gemäß Fig. 1 besteht der Hohlbolzen aus einem
rohrförmigen Hauptteil 10, dessen Bohrung 11 mit einem (nicht
näher dargestellten) Innengewinde versehen ist und an dessen
anzuschweißendem (in der Zeichnung unteren) Ende ein radial
nach außen weisender Ringflansch 12 angeformt ist. Bei dem
Hohlbolzen nach Fig. 1 hat die Stirnfläche 13 des Ring
flansches 12 eine durchgehende Kegelstumpfform mit einem Ke
gelwinkel α zwischen 90° und 130°.
Der kleinste Durchmesser, den die Stirnfläche 13 an der
Stelle hat, an der sie an der Durchgangsbohrung endet, ist
kleiner als der Durchmesser der in dem Werkstück 14 vorhande
nen Bohrung 15. Bei dem Bolzen nach Fig. 1 ist der größte
Durchmesser, den die Stirnfläche 13 am Außenrand des Ring
flansches 12 aufweist, größer als der Durchmesser der Werk
stückbohrung 15.
Bei der Variante nach Fig. 2 besteht die Stirnfläche 13
des Hohlbolzens aus einem kegelstumpfförmigen Bereich 16
mit einem Kegelwinkel, der wiederum zwischen 90° und 130°
liegt und einem an diesen nach außen anschließenden ebenen
Flächenbereich 17. Der kleinste Durchmesser des kegelstumpf
förmigen Bereichs 16 ist kleiner als der Durchmesser der
Werkstückbohrung 15. Der größte Durchmesser, der am Über
gangsbereich zwischen dem kegelstumpfförmigen Bereich 16 und
dem ebenen Flächenbereich 17 liegt, hat dagegen einen Wert,
der im wesentlichen gleich groß oder nur geringfügig größer
ist als der Durchmesser der Werkstückbohrung 15.
Bei der weiteren Ausgestaltung nach Fig. 3 ist die
Stirnfläche 13 konkav gekrümmt; im Rahmen der vorliegenden
Beschreibung wird auch diese Gestaltung als "im wesentlichen
kegelstumpfförmig" bezeichnet. Der Winkel, den diese konkave
Fläche mit der Bolzenachse 18 bildet, ändert sich von im we
sentlichen 0° an der Stelle des kleinsten Durchmessers (der
wiederum kleiner ist als der Durchmesser der Werkstückbohrung
15), auf im wesentlichen 90° an der Stelle des größten Durch
messers (der größer ist als der Durchmesser der Werkstückboh
rung 15) am Außenrand des Ringflansches 12.
In der weiteren in Fig. 4a bis 4c dargestellten Varian
te besteht die Stirnfläche 13 aus drei Bereichen, nämlich ei
nem kegelstumpfförmigen mittleren Bereich 16, einem diesen
nach außen fortsetzenden ebenen Flächenbereich 17 und einem
an das innere Ende des kegelstumpfförmigen Flächenbereichs 16
anschließenden zylindrischen Flächenbereich 19. Der größte
Durchmesser des kegelstumpfförmigen Bereichs 16 an der Über
gangsstelle zu dem ebenen Flächenbereich 17 ist gleich groß
wie oder etwas größer als der Durchmesser der Werkstückboh
rung 15, während der Durchmesser des zylindrischen Flächenbe
reichs 19 kleiner ist als der Durchmesser der Werkstückboh
rung 15.
Fig. 4a zeigt die erste Phase des Hubzündungs-Bolzen
schweißvorgangs, in der der Schweißbolzen derart in die Boh
rung 15 des Werkstücks 14 abgesenkt worden ist, daß der ebene
Flächenbereich des Ringflansches 12 auf der Oberfläche des
Werkstücks 14 aufliegt. Der kegelstumpfförmige Bereich 16 hat
beim Absenken des Bolzens diesen automatisch bezüglich der
Werkstückbohrung 15 zentriert.
In der in Fig. 4b veranschaulichten eigentlichen
Schweißphase ist der Hohlbolzen angehoben und dadurch der
Lichtbogen gezündet worden. Wie gezeigt, treten die Magnet
feldlinien 21 im wesentlichen senkrecht aus dem kegelstumpf
förmigen Flächenbereich 16 aus und weisen daher eine wesent
liche Radialkomponente auf. Die Magnetfeldlinien 21 kreuzen
den Lichtbogen 20, der sich zuerst an der in Fig. 4b gezeig
ten linken Stelle zwischen dem Ringflansch 12 und der Ober
fläche des Werkstücks 14 gebildet hat. Die radiale Magnet
feldkomponente verläuft senkrecht zum Stromfluß des Lichtbo
gens 20 und bewirkt daher, daß dieser ringförmig längs des
Randes der Werkstückbohrung 15 bewegt wird.
Bei dieser Lichtbogenrotation wird das Material des
Hohlbolzens an der Lichtbogenstelle aufgeschmolzen. Der
gegenüber dieser Schweißstelle innenliegende und nach unten
ragende Teil der Stirnfläche, im Beispiel nach Fig. 4a bis
4c der zylindrische Flächenbereich 19, schützt dabei die Boh
rung 11 und das dort vorgesehene Innengewinde des Hohlbol
zens wirksam gegen das Eintreten von Metallspritzern.
Fig. 4c zeigt den endgültigen verschweißten Zustand
nach Absenken des Bolzens in die Werkstückbohrung 15. Der im
wesentlichen kegelstumpfförmige Flächenbereich 16 bildet da
bei mit der Wand der Werkstückbohrung 15 eine Ringfuge, die
den in die Werkstückbohrung 15 hineingedrückten Teil 22 des
Schweißwulstes aufnimmt. Dadurch wird verhindert, daß dieser
nach innen über den Innendurchmesser der Bolzenbohrung 11
vorsteht.
Bei den oben beschriebenen Ausführungsbeispielen ist der
Bolzen-Hauptteil 10 verhältnismäßig dünnwandig. Die zur Er
zielung der erläuterten Funktionen erforderliche Größe der
Stirnfläche 13 wird dabei durch Ringflansch 12 erreicht. Ist
der Hohlbolzen dickwandig, so kann der Ringflansch 12 entfallen.
Claims (7)
1. Hohlbolzen zum Anschweißen an ein Werkstück (14) in
Fluchtung mit einer darin vorhandenen Bohrung (15) mittels
Hubzündung,
dadurch gekennzeichnet, daß seine anzuschweißende Stirn
fläche (13) einen im wesentlichen kegelstumpfförmigen Bereich
(16) aufweist, dessen kleinster Durchmesser kleiner ist als
und dessen größter Durchmesser mindestens im wesentlichen
gleich groß ist wie der Durchmesser der Werkstückbohrung
(15).
2. Hohlbolzen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Kegelwinkel des kegelstumpfförmigen Flächenbereichs
(16) zwischen 90° und 130° liegt.
3. Hohlbolzen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der im wesentlichen kegelstumpfförmige Flächenbereich
(16) konkav gewölbt ist.
4. Hohlbolzen nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Stirnfläche (13) einen an den im we
sentlichen kegelstumpfförmigen Flächenbereich (16) radial
nach außen anschließenden ebenen Flächenbereich (17) auf
weist.
5. Hohlbolzen nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die Stirnfläche (13) einen an den
im wesentlichen kegelstumpfförmigen Flächenbereich (16) axial
anschließenden zylindrischen Flächenbereich (19) aufweist.
6. Hohlbolzen nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die Stirnfläche (13) an einem das anzu
schweißende Ende des Hohlbolzens erweiternden Ringflansch
(12) ausgebildet ist.
7. Hohlbolzen nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß er ein In
nengewinde aufweist.
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Publications (1)
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| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8100 | Publication of the examined application without publication of unexamined application | ||
| D1 | Grant (no unexamined application published) patent law 81 | ||
| 8363 | Opposition against the patent | ||
| 8339 | Ceased/non-payment of the annual fee |