DE4436635C2 - Verfahren sowie Vorrichtung zur Entsäuerung von Druck- und Papiererzeugnissen aller Art - Google Patents

Verfahren sowie Vorrichtung zur Entsäuerung von Druck- und Papiererzeugnissen aller Art

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Description

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Ent­ säuerung von Druck- oder Papiererzeugnissen aller Art z. B. Büchern sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfah­ rens.
Der Säuregehalt von Büchern bewirkt auf Dauer eine Zerstö­ rung der Bücher. Es ist daher notwendig, Bücher vor einem säurebedingten Zerfall dadurch zu bewahren, daß man die in den Buchseiten enthaltene Säure durch Einbringen eines al­ kalischen Wirkstoffs neutralisiert und darüber hinaus eine zusätzliche alkalische Reserve aufbaut, die einer erneuten Säuerung des Papiers entgegenwirkt.
Ein gattungsgemäßes Verfahren ist bereits aus der DE 41 14 075 A1 bekannt. Die Behandlung erfolgt hierbei in Form ei­ nes einen Wirkstoff enthaltenden Blasluftstrahls, der gegen die freihängenden Schnittflächen eines dachförmig aufge­ stellten Buches gerichtet und horizontal, d. h. von einem Buchdeckel zum anderen verschoben wird. Das Verfahren hat den Nachteil, daß die Behandlung der Buchseiten, insbeson­ dere im Bereich des Buchrückens, d. h. dort, wo die Buchsei­ ten in sehr geringem Abstand voneinander sich befinden, nicht oder nur mäßig einsetzt. Daraus resultiert, daß über einen halbmondartigen Bereich (in Draufsicht auf das jewei­ lige Blatt gesehen) ein Bereich vorliegt, in dem keine Be­ handlung oder nur eine mäßige nicht ausreichende Behandlung ("Halbmondeffekt") erfolgt. Tritt dieser Halbmondeffekt auf, führt dies zu einer Zerstörung des betreffenden Buches im Bereich des Buchrückens, wobei die restlichen Bereiche der jeweiligen Buchseite zwar behandelt sind den Zerfall jedoch nicht verhindern können.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein Verfahren zur Entsäuerung von Druck- oder Papiererzeugnissen sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zur Verfügung zu stellen, mit dem(r) der Halbmondeffekt wirksam vermieden werden kann. Ferner soll das Verfahren technisch einfach realisierbar sein.
Die Aufgabe wird beim gattungsgemäßen Verfahren durch die Merkmale des kennzeich­ nenden Teils von Anspruch 1 bzw. des kennzeichnenden Teils von Anspruch 12 gelöst. Durch die besondere Art und Weise des Eintritts des Gasstrahls, z. B. eines Luftstrahls, in das positionierte Buch wird gewährleistet, daß auch im Buchrückenbereich eine Aufwei­ tung der einzelnen Buchseiten erfolgt, wodurch Wirkstoff in diese Bereiche effektiv ein­ gebracht werden kann. Gleichzeitig bleibt aufgrund der Anordnung des Buchs zum Gasstrahl eine Strömung innerhalb des Buchs zwischen den einzelnen zu behandelnden Seiten auch im Bereich des Buchrückens erhalten. Ein Staueffekt, wie er beim eingangs erwähnten Stand der Technik festzustellen ist, tritt nicht auf.
Das Einbringen des Wirkstoffs zwischen die einzelnen Buchseiten unmittelbar am Buch­ rücken wird zusätzlich dadurch erleichtert, daß der Gasstrahl mehrteilig ist, d. h. aus mehreren separaten Gasstrahlen aufgebaut ist. Ein Gasstrahl (Öffnungsstrahl) sorgt für eine optimale Auffächerung der einzelnen Buchseiten des gesamten Buchs und ein weite­ rer Gasstrahl (Wirkstoffstrahl) bringt den Wirkstoff zwischen die einzelnen, aufgefächer­ ten Buchseiten ein.
Die Öffnung der Buchseiten unmittelbar im Bereich des Buchrückens wird zweckmäßi­ gerweise dadurch gesteigert, daß der Öffnungsstrahl zum Buchrücken hin geneigt ist.
Zweckmäßigerweise ist auch der Wirkstoffstrahl etwas zum Buchrücken hin geneigt, wodurch das Eindringen des Wirkstoffs in die kritischen Bereiche am Buchrücken ge­ steigert werden kann.
Eine weitere Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dadurch gekennzeich­ net, daß ein weiterer, nicht mit Wirkstoff beladener Gasstrahl (Aufweitungsstrahl) vorge­ sehen ist, der den Abstand zwischen den Buchseiten in dem Bereich zusätzlich vergrö­ ßert, in dem der Wirkstoffstrahl das Buch beaufschlagt. Hierdurch kann unmittelbar im Bereich des Buchrückens eine wirksame Aufweitung und als Folge davon ein verbesser­ ter Eintrag an Wirkstoff erzielt werden.
Dieser Aufweitungsstrahl ist vorzugsweise ebenfalls zum Buchrücken hin geneigt, wobei der Neigungswinkel mindestens dem Neigungswinkel des zugehörigen Wirkstoffstrahls entspricht, vorzugsweise sogar größer ist als der Neigungswinkel des Wirkstoffstrahls. Der Aufweitungsstrahl ist hierbei an der dem Buchrücken abgewandten Seite des zuge­ hörigen Wirkstoffstrahls angeordnet.
Zur Realisierung einer gleichmäßigen Behandlung und Verkürzung der Behandlungszei­ ten ist es zweckmäßig, den Wirkstoffstrahl und den Aufweitungsstrahl relativ zum Buch zu bewegen, derart, daß die Strahlen den von den beiden Buchdeckel sowie Buchseiten aufgespannten Raum bestreichen.
Die Gegenstände der Ansprüche 8 und 9 stellen Maßnahmen dar, die die Adhäsion der im Gasstrahl befindlichen Wirkstoffteilchen auf den einzelnen Buchseiten, insbesondere auch im Bereich des Buchrückens, zusätzlich steigern.
Der Öffnungsstrahl ist zweckmäßigerweise relativ zum positionierten Buch in einer fe­ sten Lage vorgesehen und derart dimensioniert, daß er eine gleichmäßige Auffächerung von Büchern unterschiedlicher Größe bewirkt.
Die Düsen zur Erzeugung des Wirkstoffstrahls sowie des Aufweitungsstrahls sind zweckmäßigerweise auf einem angetriebenen Schwenkarm angeordnet. Der Schwenkarm kann eine Mehrzahl von Wirkstoffdüsen sowie Düsen für den Aufweitungsstrahl aufwei­ sen. Hierbei sind zur Erzielung eines günstigen Behandlungsergebnisses die Düsen so an­ zuordnen, daß ausgehend vom Buchrücken zunächst eine Wirkstoffdüse, dann eine Auf­ weitungsdüse und anschließend wieder eine Wirkstoffdüse angeordnet sind. Die Drücke der einzelnen Aufweitungsdüsen sollen vom Buchrücken aus nach außen abnehmen.
Die Ansprüche 23-25 betreffen wiederum zweckmäßige Ausgestaltungen zur Erhöhung der Adhäsion der Wirkstoffteilchen während der Behandlung des Buchs.
Um ein unerwünschtes Nachreinigen des Bucheinbands oder der Buchdeckel zu vermei­ den, ist zweckmäßigerweise vorgesehen, eine Halterung unter Verwendung von ober- und unterseitigen Verschlußelementen sowie einseitig außen an den Buchdeckeln unter Belassung eines Zwischenraums angreifenden Platten vorzusehen. Die Halterung ist mit einer Blasdüse ausgestattet, welche ein Ausblasen der an der Außenseite der Buchdeckel gebildeten Zwischenräume während der Behandlung ermöglicht und dadurch ein uner­ wünschtes Ablagern des Wirkstoffs auf den Buchdeckeln, d. h. auf dem Einband vermei­ det.
Eine zweckmäßige Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Entsäuerung von Büchern wird anhand nachstehender Figuren näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine stark vereinfachte schematische Darstellung eines zur Behandlung positionierten Buchs in aufgefächertem Zustand in Vorderansicht;
Fig. 2 die Anordnung gemäß Fig. 1 in Seitenansicht;
Fig. 3 die Versorgung der Düsen des Tragarms für den jeweiligen Wirkstoff- sowie Aufweitungsstrahl in stark vereinfachter schematischer Darstellung;
Fig. 4 eine stark vereinfachte schematische Darstellung der Halterung mit Blasdüse sowie eingelegtem Buch in Draufsicht;
Fig. 5 das oberseitige Verschlußelement sowie
Fig. 6 eine Seitenansicht von ober- sowie unterseitigem Verschlußelement einschließlich dazwischen befindlichen Buchdeckeln.
Bezugsziff. 1 in Fig. 1 bezeichnet das in einer rahmenartigen Halterung 2 positionierte Buch 1. Das Buch 1 ist in der Halterung 2 stehend angeordnet, wobei von dem Buchdeckel 8, 9 und den einzelnen Buchseiten eine kreisausschnittsförmige Fläche (maximal 180°) aufgespannt wird.
Die Positionierung des zu behandelnden Buchs 1 geschieht in einfacher Weise dadurch, daß das Buch mittels der beiden Buchdeckel 8, 9 in die rahmenartige Halterung 2 gesetzt wird und über einen an der Innenseite des Buchrückens 7 an­ greifenden Messerbalken 13 lagefixiert wird.
An der Unterseite des Buchs 1 ist zur Erzeugung eines Öff­ nungsstrahls 10 eine großdimensionierte, mit Niederdruck be­ triebene Düse 6, zum Buch 1 fest positioniert, vorgesehen. Der Öffnungsstrahl 10 tritt an der Unterseite des Buchs 1 zwischen den einzelnen Buchseiten ein und verläßt das aufgefächerte Buch 1 an dessen Oberseite. Hierdurch wird eine gleichmäßige Auffächerung des gesamten in der Halterung 2 positionierten Buchs 1 gewährleistet.
An der Unterseite des Buchs ist ein motorisch angetriebener Schwenkarm 3 vorgesehen, dessen Schwenkachse (nicht darge­ stellt) etwa im Bereich des Buchrückens 7 liegt, so daß der Schwenkarm 3 die von den Buchdeckeln 8, 9 und den Buchsei­ ten aufgespannte Fläche während seiner Verschwenkbewegung in einer Kreisbahn bestreichen kann.
An der Oberseite des Schwenkarms 3 sind ausgehend vom Buch­ rücken 7 nach außen je eine Düse 4 für einen Wirkstoff­ strahl 11 sowie eine Düse 5 für einen Aufweitungsstrahl 12 vorgesehen.
Der Wirkstoffstrahl 11 ist mit fluidisiertem Wirkstoff beladen, beim Aufweitungsstrahl 12 handelt es sich um einen reinen Gasstrahl. Wirkstoffstrahl 11 sowie Aufweitungs­ strahl 12 sind entlang des Schwenkarms 3 in einer Linie an­ angeordnet. Der Aufweitungsstrahl 12 bewirkt eine zusätzliche Aufweitung des vom Wirkstoffstrahl beaufschlagten Bereichs des Buchs. Hierdurch wird in wirksamer Weise Wirkstoff auch in solche Buchrücken-nahen Bereiche eingetragen, die mit herkömmli­ chen Verfahren bisher nicht behandelt werden konnten.
Während der Bewegung des Schwenkarms 3 beaufschlagen der Wirkstoffstrahl 11 sowie der Aufweitungsstrahl 12 die einzelnen Buchseiten des aufgespannten Buchs, wobei während der Behandlung der Öffnungsstrahl 10 gleichzeitig für eine Gesamt-Auffächerung der einzelnen zu behandelnden Buchseiten sorgt.
Fig. 2 zeigt die Anordnung gemäß Fig. 1 in Seitenansicht. Hierbei wird deutlich, daß der Öffnungsstrahl 10 der großvolumigen Düse 6 in einem definierten Winkel zum Buch­ rücken 7 hin geneigt ist, wodurch besonders im Bereich des Buchrückens 7 eine wirksame Öffnung sämtlicher Buchseiten zueinander gewährleistet wird. Darüber hinaus sind auch die auf dem Tragarm befindlichen Düsen zur Erzeugung des Wirkstoffstrahls 11 sowie des Strahls 12 in jeweils definiertem Winkel zum Buchrücken 7 hin geneigt, derart, daß der Neigungswinkel des Aufweitungsstrahls 12 zum Buchrücken 7 größer ist als der Nei­ gungswinkel des Wirkstoffstrahls 11 zum Buchrücken 7.
Ausgehend vom Buchrücken 7 ist auf dem Schwenkarm 3 zunächst eine Düse 4 für den Wirkstoffstrahl 11, anschließend eine Düse 5 für den Aufweitungsstrahl 12 vorgesehen. Es können aber auch mehrere Düsen 4 für mehrere Wirkstoffstrahlen 11 sowie mehrere Düsen 5 für mehrere Aufweitungsstrahlen 12 in abwechselnder Reihenfolge vorgesehen sein, um die Intensität der Behandlung zu steigern.
Während der Behandlung schwenkt der Schwenkarm 3 bei gleichzeitig wirksamen Öff­ nungsstrahl 10 einmal oder gegebenenfalls - falls gewünscht - mehrfach über die unter­ seitig aufgespannte Fläche des Buchs, wodurch eine Behandlung der einzelnen Buchsei­ ten mit Wirkstoff vor allem auch im Bereich des Buchrückens 7 realisiert wird.
Fig. 3 zeigt die Versorgung der einzelnen Düsen 4 und 5 für den Wirkstoffstrahl 11 bzw. den Aufweitungsstrahl 12. Der Wirkstoff wird zunächst in einer Fluidisierkammer 14 fluidi­ siert und anschließend den Düsen 4 zugeführt. Sofern entlang des Tragarms 3 mehrere Düsen 4 für Wirkstoffstrahlen sowie mehrere Düsen 5 für Aufweitungsstrahlen vorgese­ hen sind, sind die Druckverhältnisse hierbei so zu wählen, daß die Drücke der einzelnen Aufweitungsstrahlen von der Innenseite des Schwenkarms bzw. Buchrückens 7 betrach­ tet nach außen hin abnehmen.
Die einzelnen Buchseiten können nach der Behandlung angefeuchtet werden, wodurch die Mobilität des Wirkstoffs und somit die Verteilung desselben innerhalb der einzelnen Buchseiten erhöht bzw. verbessert wird.
Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, den Wirkstoff elektrostatisch aufzuladen und das Buch während der Behandlung gleichzeitig zu erden, wodurch eine erhöhte Abschei­ dung des Wirkstoffs auf den einzelnen Buchseiten erreicht werden kann. Die elektrostati­ sche Aufladung erfolgt zweckmäßigerweise über eine Reibstrecke oder unter Zuhilfe­ nahme einer Coronaentladung (beispielsweise durch Hindurchblasen des Wirkstoffstrahls durch eine Aufladungsschlinge).
Die Fig. 4-6 zeigen eine besondere Art der Halterung des Buchs zur Durchführung der Behandlung, bei der eine Nachreinigung des Bucheinbands, d. h. der Buchdeckel 8, 9 vermieden wird. Zur einseitigen Abdeckung des jeweiligen Buchdeckels 8, 9 sind zwei Platten 15, 16 vorgesehen, die in geeigneter Weise mit Verschlußelementen (17, 18) zu­ sammenwirken. Das Buch wird über die beiden Buchdeckel 8, 9 in die ober- sowie unter­ seitigen Verschlußelemente 17, 18 (vgl. Fig. 5 und 6) eingesetzt, wobei die Höhe über ein oberes sowie unteres Verbindungsteil 20, 21 eingestellt werden kann. Anschließend wird der jeweilige Buchdeckel gegen je eine zugehörige Platte 15, 16 geschwenkt, wo­ durch zwischen der Platte und dem jeweiligen Buchdeckel ein Zwischenraum entsteht.
Im Bereich des Buchrückens 7 ist mindestens eine Blasdüse 19 vorgesehen, mittels wel­ cher Gas, z. B. Druckluft, in den jeweils gebildeten Zwischenraum während der Behand­ lung eingebracht werden kann. Die Zwischenräume 15, 16 können demzufolge während der Behandlung ständig ausgeblasen werden, wodurch vermieden wird, daß sich der staubartige Wirkstoff am Einband, d. h. an den Buchdeckeln 8, 9 bzw. im Buchrückenbe­ reich ansetzt. Nachträgliche, personal- und daher kostenintensive Nachreinigungsvor­ gänge können daher vermieden werden.
Die Erfindung bewirkt eine Vermeidung des beim Stand der Technik auftretenden Halb­ mondeffekts und bietet daher eine wirksame und langanhaltende Behandlungsmöglichkeit von Büchern, die - auch bei schon sehr alten oder stark säurebelasteten Büchern - die Si­ cherheit vor säurebedingter Zerstörung erheblich steigert. Sie gewährleistet daher einen erheblichen Beitrag zur Technik im Bereich der Trockenentsäuerung von Druck- oder Papiererzeugnissen.
Bezugszeichenliste
1 Buch
2 Halterung
3 Schwenkarm
4 Düse (Wirkstoffstrahl)
5 Düse (Aufweitungsstrahl)
6 Düse (Öffnungsstrahl)
7 Buchrücken
8 Buchdeckel
9 Buchdeckel
10 Öffnungsstrahl
11 Wirkstoffstrahl
12 Aufweitungsstrahl
13 Messerbalken
14 Fluidisierkammer
15 Platte
16 Platte
17 Verschlußelement
18 Verschlußelement
19 Blasdüse
20 Verbindungsteil
21 Verbindungsteil

Claims (26)

1. Verfahren zur Entsäuerung von Druck- oder Papiererzeugnissen aller Art, insbe­ sondere Büchern, bei dem das Buch in geöffnetem Zustand mit mindestens einem einen Wirkstoff enthaltenen Gasstrahl angeblasen wird, wobei der Gasstrahl eine Auffächerung der zu behandelnden Blätter des Buches bewirkt und der Wirkstoff eine Entsäuerung begründet, wobei Gasstrahl sowie Buch zueinander bewegt wer­ den, dadurch gekennzeichnet, daß das Buch (1) mit mindestens einem ein- oder mehrteiligen Gasstrahl angebla­ sen wird, der zum Buch (1) derart orientiert ist, daß das Buch parallel oder schräg zum Buchrücken (7) beaufschlagt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Gasstrahl aus mehreren separat erzeugten Gasstrahlen aufgebaut wird, wobei mindestens ein Gasstrahl (Wirkstoffstrahl 11) mit Wirkstoff beladen ist und mindestens ein weiterer Gasstrahl (Öffnungsstrahl 10) für eine fächerartige Öffnung der gesamten Buchsei­ ten sorgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Öffnungsstrahl (10) zum Buchrücken (7) hin geneigt oder gerichtet ist.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Wirkstoffstrahl (11) zum Buchrücken (7) hin geneigt oder gerichtet ist.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Buch (1) mittels mindestens einem weiteren Gasstrahl (Aufweitungsstrahl 12) beaufschlagt wird, der den Abstand zwischen den Buchseiten in dem Bereich zusätzlich vergrößert, in dem der Wirkstoffstrahl das Buch beaufschlagt.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Aufweitungsstrahl (12) zum Buchrücken (7) hin gerichtet ist.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Wirkstoffstrahl (11) und/oder der Aufweitungsstrahl (12) über die Öff­ nungsbreite des aufgeklappten Buchs (1) bewegt wird (werden).
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der im Wirkstoffstrahl (11) befindliche Wirkstoff elektrostatisch aufgeladen und das Buch (1) geerdet wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß das behandelte Buch (1) anschließend mit einem Lösungsmittel oder mit Was­ ser befeuchtet wird.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlung mit Lösungsmittel oder die Befeuchtung in einem Umfang er­ folgt, der keine nachträgliche Trocknung erfordert.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlung bei Unterdruck erfolgt.
12. Vorrichtung zur Entsäuerung von Druck- oder Papiererzeugnissen aller Art, insbe­ sondere von Büchern, insbesondere zur Durchführung des Verfahrens gemäß ei­ nem der Ansprüche 1-11, mit einem Behandlungsraum, mindestens einer innerhalb desselben angeordneten Halterung (2), in die das jeweilige zu behandelnde Buch (1) einzusetzen ist und mindestens einer Düse (4) zur Beaufschlagung des Buchs (1) mit mit Wirkstoff beladenem Gas, dadurch gekennzeichnet, daß der Gasstrahl ein- oder mehrteilig ausgebildet ist, der Gasstrahl derart ausge­ richtet und das Buch (1) derart positioniert ist, daß das Buch (1) parallel oder schräg zum Buchrücken (7) beaufschlagt wird.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Gasstrahl mehrteilig ausgebildet ist, derart, daß neben dem den Wirkstoff tragenden Strahl (Wirkstoffstrahl 11) ein weiterer, separat gebildeter Strahl zur Öffnung der gesamten Buchseiten (Öffnungsstrahl 10) vorgesehen ist, der im we­ sentli­ chen parallel oder schräg zum Buchrücken (7) einge­ tragen wird.
14. Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, daß der Wirkstoffstrahl (11) zum Buchrücken (7) hin gerichtet oder geneigt ist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12-14, dadurch gekennzeichnet, daß der Öffnungsstrahl (10) zum Buchrücken (7) hin geneigt ist.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12-15, dadurch gekennzeichnet, daß neben dem Wirkstoffstrahl (11) und Öffnungsstrahl (10) ein weiterer Strahl (Aufweitungsstrahl 12) vorgesehen ist, der den Abstand zwischen den Buchsei­ ten in dem Bereich vergrößert, in dem der Wirkstoff­ strahl (11) das Buch (1) beaufschlagt.
17. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß der Aufweitungsstrahl (12) auf der dem Buchrücken (7) abgewandten Seite des Wirkstoffstrahls (11) positioniert und zum Buchrücken (7) hin geneigt oder gerichtet ist.
18. Vorrichtung nach Anspruch 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, daß der Neigungswinkel des Aufweitungsstrahls (12) zum Buchrücken (7) grö­ ßer ist als der Neigungswinkel des Wirkstoffstrahls (11) zum Buchrücken (7).
19. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche 12-18, dadurch gekennzeichnet, daß der Wirkstoffstrahl (11) und der Aufweitungsstrahl (12) auf einem relativ zum Buch (1) bewegbaren Träger vorgesehen sind, wobei sich jedoch die definierte Strahlrichtung zum Buch oder zu den Buchseiten nicht ändert.
20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 16-19, dadurch gekennzeichnet, daß als Träger ein im Bereich des Buchrückens (7) drehbar gelagerter Schwenkarm (3) vorgesehen ist, der während seiner Verschwenkung die von den Buchdeckeln (8, 9) sowie den Buchseiten aufgespannte Fläche in einer Kreisbahn bestreicht, wobei Wirkstoffstrahl (11) und Aufweitungsstrahl (12) in einer Linie liegen.
21. Vorrichtung nach Anspruch 19 oder 20, dadurch gekennzeichnet, daß eine Mehrzahl von Düsen für mehrere Wirkstoff- (11) sowie Aufweitungs­ strahlen (12) in abwechselnder Reihenfolge vorgesehen ist.
22. Vorrichtung nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß die Drücke der Aufweitungsstrahlen (12) vom Buchrücken (7) aus gesehen entlang des Tragarms (3) nach außen hin abnehmen.
23. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Vorrichtungsansprüche dadurch gekennzeichnet, daß eine Einrichtung zur Konditionierung der Buchseiten nach der Behandlung mit Wirkstoff vorgesehen ist.
24. Vorrichtung nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, daß eine Einrichtung zur Befeuchtung der Buchseiten nach der Behandlung mit Wirkstoff vorgesehen ist.
25. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Vorrichtungsansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die elektrostatische Aufladung des Wirkstoffs über eine Reibstrecke oder über eine Ladungsschlinge erfolgt.
26. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Vorrichtungsansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Halterung (2) je eine an der Außenseite des jeweiligen Buchdeckels unter Bildung eines Zwischenraums anliegende Platte (15, 16) aufweist, die mit ober- und unterseitigen Verschlußelementen (17, 18) zur Halterung der Buchdeckel (8, 9) zusammenwirkt und die Halterung (2) im Bereich des Buchrückens (7) minde­ stens eine Blasdüse (19) zum Ausblasen der durch die Platten (15, 16) und den je­ weiligen Buchdeckel gebildeten Zwischenräume aufweist.
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