DE4437005C1 - Wickelschutzvorrichtung für Motorsensen (Freischneider) mit Fadenschneidkopf - Google Patents

Wickelschutzvorrichtung für Motorsensen (Freischneider) mit Fadenschneidkopf

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    • A—HUMAN NECESSITIES
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    • A01D34/01—Mowers; Mowing apparatus of harvesters characterised by features relating to the type of cutting apparatus
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Description

Die Erfindung betrifft eine Wickelschutzvorrichtung für Mo­ torsensen (Freischneider) mit den Merkmalen des Anspruchs 1.
Wickelschutzvorrichtungen bzw. Vorrichtungen zur Abwei­ sung des Mähgutes werden an Motorsensen (Freischneidern) angebracht, um zu verhindern, daß sich das Mähgut, ins­ besondere langfaserige und zähe Pflanzenteile, um den Schneidrotor wickeln und diesen bremsen oder blockieren.
Bekannt sind Abdeckungen und Teilabdeckungen des Schneidkopfes, die den Benutzer gegen hochspritzende Stücke des Schnittgutes schützen (z. B. DE 42 37 357 A1). Sie haben keinen Wickelschutzeffekt. Daneben gibt es bei verschie­ denen Patentanmeldungen Beschreibungen von Abdeckungen und Teilkapselungen des Schneidkopfes und der Kreisebene, in der die Schneidfäden rotieren. Diese Abdeckungen dienen teilweise als Schutz des Benutzers, teilweise als Abdeckung, welche eine Begrenzung des Schneidfeldes darstellt. Sie sollen möglicherweise auch als Wickelschutz dienen. Beschreibungen solcher Abdeckungen und Teilkapselungen gibt es in vielen Patentschriften, ohne daß die Eigenschaft als Wickelschutz als Patentanspruch genannt würde (z. B. EP 0603982 A2, EP 0583737 A1, EP 0296789 B1, EP 0145218 A1, DE 27 34 734 C2, DE 42 23 962 C1, DE 41 19 616 A1, DE 43 12 135 A1, DE 42 27 488 A1). Derartige Abdeckungen und Teilkapselungen finden sich auch bei vielen marktüblichen Geräten, z. B. bei Rasentrimmern z. B. der Firma Gardena. Diese Geräte sind allerdings nur für sehr kurzen und zarten Rasen geeignet und die Abdeckungen sind nicht in der Lage, als wirksamer Wickelschutz zu funktionieren.
Maßnahmen oder Vorrichtungen, die sich jedoch direkt auf einen Wickelschutz beziehen, sind im Stand der Technik bislang nicht aufgezeigt worden.
Allerdings bieten die größeren Hersteller von Motorsensen (in Deutschland z. B. Firma Stihl und Sachs-Dolmar) für ihre Motorsensen Wickelschutzvorrichtungen an, die die besonders wickelträchtige Zone am Übergang des feststehenden Schaftes der Motorsense zur Welle des Schneidrotors überbrücken.
Es handelt sich dabei um je eine tellerförmige Scheibe, von denen eine am Schaft der Sense, die andere am rotie­ renden Schneidrotor befestigt ist. Die aufgeworfenen Ränder dieser Scheiben greifen so ineinander, daß eine annähernd kontinuierliche Abdeckung des Überganges von dem feststeh­ enden Schaft der Motorsense zum Schneidrotor entsteht. Diese Vorrichtungen bewirken schon eine erhebliche Reduzierung der Wickelneigung.
Die Abdeckungen und Teilkapselungen an den Rasentrimmern können nur relativ zartes, kurzes und krautiges Mähgut abweisen.
Auch den übrigen bekannten Wickelschutzvorrichtungen gelingt es nur bei nicht zu langem und nicht zu zähem Mäh­ gut, ein Umwickeln und Blockieren des Rotors zu verhin­ dern. In dichtem, hohem, zähem und faserigen Bodenbewuchs können solche Freischneider nicht eingesetzt werden bzw. nur unter einer erheblichen Erschwernis, die das häufige Abwickeln des Mähgutes vom Rotor erfordert.
Der erfindungsgemäße Wickelschutz soll daher ein Umwickeln des Rotors von Motorsensen durch das Mähgut auch in dichtem, langem, zähem und faserigem Bodenbewuchs zuverlässig verhindern.
Diese Aufgabe wird durch die im Patentanspruch 1 aufgeführten Merkmale gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen einer Wickelschutzvorrichtung nach Anspruch 1 sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
Motorsensen (Freischneider) mit Fadenschneidkopf konnten bisher in dichtem, hohen, zähen und faserigen Bodenbewuchses nicht bzw. nur unter erheblicher Erschwernis eingesetzt werden. Solcher Bewuchs herrscht aber im bevor­ zugten Einsatzbereich von Motorsensen vor. Mit der erfin­ dungsgemäßen Wickelschutzvorrichtung kann nunmehr unter allen Bedingungen sehr effektiv gearbeitet werden.
Wo bisher aus den genannten Gründen auf weniger geeignete Mähgeräte zurückgegriffen werden mußte, z. B. mit feststeh­ enden rotierenden Messern, welche wesentlich gefährlicher für den Benutzer sind, ist mit dem erfindungsgemäßen Wickelschutz eine geeignetere Lösung verfügbar.
Dasselbe gilt überall dort, wo der Einsatz von Frei­ schneidern mit rotierenden Messern nicht möglich ist, weil in unmittelbarer Nähe zu Zäunen, Mauern, Treppen, Weg­ rändern, auf steinigem Untergrund usw. gemäht werden muß.
Der Wickelschutz ist dabei sehr einfach im Aufbau, leicht und billig herzustellen und erweitert und verbessert die Einsatzfähigkeit von Motorsensen, Freischneidern und Rasentrimmern ganz erheblich.
Die Zeichnungen 1 bis 3 zeigen ein Ausführungsbeispiel:
Fig. 1 Schnitt durch den Wickelschutz in der Ebene der Antriebsachse.
Fig. 2 Aufsicht auf den Wickelschutz von unten.
Fig. 3 Aufsicht auf den Wickelschutz von oben.
Fig. 4 bis 9 Ausgestaltungsbeispiele für die Zentrifugalschleuderfläche.
Fig. 10 bis 12 Ausgestaltungsbeispiele für den Hohl­ körper, der die Zentrifugalschleuderfläche trägt.
Der Wickelschutz besteht aus einer ringförmigen Fläche (1), die sich parallel oder nahezu parallel und konzentrisch zu der Kreisfläche erstreckt, die die rotierenden Schneidfäden der Motorsense bilden (2). Die ringförmige Fläche (1) des Wickelschutzes ist dabei der Kreisfläche möglichst nahe, die die rotierenden Schneidfäden bilden (2), ohne diese jedoch zu berühren.
Der innere Durchmesser (3) der ringförmigen Fläche (1) des Wickelschutzes ist nur wenig größer, als der Durchmesser des Rotors bzw. Schneidkopfes (4) in diesem Bereich. Diese ringförmige Fläche wird im folgenden wegen ihrer Wirkung Zentrifugalschleuderfläche genannt.
Die Zentrifugalschleuderfläche (1) des Wickelschutzes ist bevorzugt eben, d. h. glatt. Sie kann aber auch radial oder spiralförmig gerillt oder geriffelt oder ähnlich strukturiert sein.
Die Zentrifugalschleuderfläche (1) ist ausreichend breit, d. h. bevorzugt mehr als ein Zentimeter; optimalerweise beträgt ihr äußerer Durchmesser bis zur Hälfte des Außendurchmessers der rotierenden Schneidfäden oder mehr.
Die Zentrifugalschleuderfläche kann an ihrem Außenrand beliebig geformt sein, z. B. in Zinken übergehen oder gezackt sein (einige Ausführungsbeispiele in Aufsicht siehe Zeichnungen Blatt II, Fig. 5, 6, 7, 8, 9). Bevorzugt ist er aber ebenfalls kreisförmig (siehe Fig. 4).
Zum Auswechseln des Rotors und des Schneidfadens kann es sinnvoll sein, den Wickelschutz so auszuführen, daß sein unterer Anteil (bzw. nur die ringförmige Fläche) abnehmbar ist (Schraubanschluß, Bajonettverschluß, flanschartige Schraubbefestigung).
Die Zentrifugalschleuderfläche ist an einem ein- oder mehrteiligen glocken-, kegel-, halbkugel- oder zylinderförmigen oder ähnlich geformten, bevorzugt drehrunden Hohlkörper (5) befestigt bzw. sie besteht mit diesem aus einem Stück. (Einige Ausführungsbeispiele siehe Schnittzeichnungen Blatt III, Fig. 10, 11, 12). Der Hohlkörper ist mit seinem einen Ende (6) rundum abschließend am Schaft der Motorsense (7) befestigt.
Es kann sich hierbei um eine manschettenartige oder eine flanschartige Befestigung, um eine leicht lösbare Einschraubverbindung, einen Bajonettverschluß oder um eine sonstige Verbindung handeln.
Der Hohlkörper des Wickelschutzes umfaßt und umschließt dadurch die aus dem Schaft der Sense austretende Antriebswelle (8) des Rotors (Gehäuse, in dem die Rolle mit den Schneidfäden liegt und aus dem sie austreten) (4) und einen Teil des Rotors (4), bis beinahe auf die Höhe des Rotors, auf der die Schneidfäden (2) aus diesem hervortreten.
Dort geht er in die Zentrifugalschleuderfläche (1) über. Sinnvollerweise wird der Rotor, in dem die Schneidfäden befestigt sind, so ausgeführt, daß er unmittelbar oberhalb des Austrittes der Schneidfäden seinen Durchmesser nicht verjüngt, sondern etwas kegelförmig vergrößert oder zumin­ dest konstant zylindrisch bleibt. Unterhalb des Austritts der Schneidfäden verjüngt er sich kontinuierlich oder bleibt zumindest konstant.
Mit dem beschriebenen Wickelschutz wird folgende Wirkung erzielt:
Hält man einen rotierenden Körper, der eine Oberfläche besitzt, die vorstehende Teile aufweist, in feststehendes faseriges Material, so wird sich dieses um den rotierenden Körper wickeln, bis dieser angehalten ist oder das faserige Material ausreißt.
Im Falle, daß er es ausreißt, kann es durch die Zentrifugalkräfte von dem rotierenden Körper abgeschleudert werden, dieser sich also selbst wieder reinigen. Dieser reinigende Effekt wird dort gehemmt, wo das abgerissene Fasermaterial gebremst, d. h. unter Spannung gehalten wird. Dadurch zieht sich die Wicklung zu, d. h. sie wird straffer und enger. Dazu genügt unter Umständen schon die Luftreibung der durch die Rotation nach außen peitschenden Faserenden. Verstärkt wird dieser Effekt durch benachbarte feststehende Teile, die das mitrotierende Fasermaterial durch Reibungskräfte bremsen.
In den Bereichen einer Motorsense, in denen rotierende und feststehende Teile aufeinandertreffen, also zwischen Schaft und rotierender Welle bestehen diese Bedingungen besonders ausgeprägt.
Um das Umwickeln zu verhindern, wird bei bestehenden Schutzvorrichtungen die Region, in der sich rotierende und faststehende Teile begegnen, überdeckt.
Solche Wickelschutzvorrichtungen erfüllen ihre Aufgaben aber nur in einem Bewuchs, der nicht zu lang und nicht zu faserig ist.
Der erfindungsgemäße Wickelschutz bewirkt außerdem durch eine Zentrifugalschleuderfläche, eine kreisförmige Fläche, die sich parallel in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Schneidfäden befindet, daß die Schneidfäden das Material, das durch seine Zähigkeit nicht sofort abgeschnitten wird und das sonst wickeln würde, durch Zentrifugalkräfte nach außen - weg vom Rotor, der sonst als Wickelkörper wirkt - getrieben wird. Die Schneidfäden können deshalb kein Fasermaterial um die Schneidtrommel wickeln.
So wird bewirkt, daß die Zentrifugalschleuderfläche aktiv durch die mit hoher Geschwindigkeit darüber hinwegstreichenden Schneidfäden freigehalten wird. Durch die Zentrifugalkräfte wird das Mähgut vor allem auch von dem Winkel zwischen Rotor und Wickelschutz ferngehalten. Diese reinigende Wirkung ist umso ergiebiger, je größer der Durchmesser des Rotors und je breiter die ringförmige Fläche ist. Insgesamt ergeben sich für das Größenverhältnis die oben angegebenen Maße.
Die Erprobung ergab, daß ein so ausgeführter Wickelschutz das Umwickeln durch jedwedes Mähgut absolut sicher verhin­ dert. Die Schnittleistung von Freischneidern mit Schneidfa­ den wird in hohem Bewuchs um ein Vielfaches erhöht. Die Schnittleistung von Schneidfäden genügt dann für die mei­ sten Anwendungsfälle vollständig. Die viel gefährlicheren, rotierenden Messer, die in Motorsensen eingesetzt werden können, werden nur noch für Spezialfälle, wie das Abmähen großer Brennesselfelder benötigt (Brennesseln haben sehr scharfe Fasern, die den Schneidfaden sehr schnell verbrau­ chen).

Claims (5)

1. Wickelschutzvorrichtung für Motorsensen (Freischneider) mit Fadenschneidkopf, die das Umwickeln des Schneidkopfes durch langfaseriges Schnittgut und damit dessen Blockierung bzw. Abbremsung verhindert, dadurch gekennzeichnet, daß eine ringförmige Fläche (Zentrifugalschleuderfläche) (1), die sich oberhalb und nahe der Kreisebene (2), welche die rotierenden Schneidfäden der Motorsense bilden, befindet und dabei parallel oder zumindest in ihrem inneren Anteil etwa parallel und konzentrisch zu der Kreisebene (2) der rotierenden Schneidfäden verläuft, wobei der äußere Durchmesser dieser Zentrifugalschleuderfläche (1) etwa ein Viertel bis die Hälfte des Außendurchmessers des Kreises, den die rotierenden Schneidfäden bilden, beträgt und der innere Umfang (3) der Zentrifugalschleuderfläche (1) dabei kreisrund ist und der innere Durchmesser (3) nur wenig größer ist, als der Durchmesser des Schneidkopfes (4) an dieser Stelle.
2. Wickelschutzvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn­ zeichnet, daß der äußere Umfang der Zentrifugalschleuder­ fläche (1) entweder kreisrund oder beliebig geformt ausgebildet ist.
3. Wickelschutzvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Zentrifugalschleuderfläche (1) mittels einem entweder zylinder-, kegel-, halbkugel-, oder glocken­ förmigen, bevorzugt drehrunden Hohlkörper (5) am Schaft (7) der Motorsense befestigt ist.
4. Wickelschutzvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Zentrifugalschleuderfläche (1) ein­ stückig mit dem Hohlkörper (5) ausgebildet ist.
5. Wickelschutzvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn­ zeichnet, daß der äußere Durchmesser der Zentrifugal­ schleuderfläche (1) über einen Zentimeter größer ist als der innere Durchmesser.
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