DE4439320C2 - Wohn- oder Reisemobil mit geschlossenem Kastenaufbau - Google Patents
Wohn- oder Reisemobil mit geschlossenem KastenaufbauInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Wohn- oder Reisemobil mit geschlos
senem Kastenaufbau gemäß Oberbegriff des Patentanspruches 1.
Derartige Mobile werden von den verschiedensten Herstellern an
geboten und sind seit vielen Jahren bekannt. Der Vorteil eines
Wohn- oder Reisemobils besteht in der Unabhängigkeit gegenüber
Witterungsunbilden und der Möglichkeit, schnell an beliebigen
Orten Ruhepausen einlegen zu können, ohne auf die Bequemlichkei
ten, wie Essen oder Duschen bzw. Waschen, verzichten zu müssen.
Bedingt durch die Lichtraumprofile und die gemäß der Straßenver
kehrszulassungsordnung gegebenen maximalen Außen- und Innenab
messungen der Fahrzeuge ist es jedoch außerordentlich kompli
ziert, den begrenzt zur Verfügung stehenden Innenraum den unter
schiedlichen Nutzungsbedürfnissen flexibel und variabel anzu
passen und gleichzeitig eine hohe ästhetische Gesamtwirkung des
Fahrzeuginneren zu erreichen.
Ein weiteres Problem bekannter Wohn- oder Reisemobile besteht
darin, daß diese nur eingeschränkt wintertauglich sind, so daß
der Einsatzradius und die Nutzungsvarianz nicht allen Anforde
rungen genügen.
Aus der US-PS 2,887,733 ist ein Heizungssystem für einen
Wohnwagen bekannt, das von einem unteren und einem davon
beabstandeten oberen Flur ausgeht. Abstandshalter ermöglichen
die Ausbildung eines Zwischenraumes zwischen oberem und
unterem Flur. Mit dieser Struktur wird zum einen eine aus
reichende Stabilität des Fahrzeugbodens erreicht und es ist
eine Passage ausbildbar, die zum Führen von Heißluft genutzt
werden kann. Demnach offenbart die US-PS 2,887,733 ein unter
flur angeordnetes Heizsystem, wobei Teile der üblichen
Trägerstruktur des Fahrzeugbodens oder Fahrzeugrahmens zum
Transport erwärmter Luft genutzt werden.
Die gattungsbildende DE 42 22 981 A1 zeigt ein Wohnmobil oder
einen Wohnwagen mit Heckalkoven, wobei dort die Aufgabe gelöst
wird, die Gesamtlänge und -höhe eines Wohnmobils vorwiegend im
Heckbereich effektiver zu nutzen. Die zusätzlich im Heckalko
venbereich gewonnene nutzbare Innenhöhe ist als variabler
Schlafplatz nutzbar. Darüber hinaus wird dort aufgezeigt, daß
eine erste Ebene vorhanden ist, die dem Fahrzeugboden
entspricht, daß eine zweite Ebene ausgebildet ist, die dem
Stauraum im Heckbereich gleichkommt, und daß soweit aus der
dortigen Figur ersichtlich offensichtlich auch eine dritte
Ebene in Form eines Frontalkovens mit Schlafstelle vorhanden
ist. Zusätzlich wird dargestellt, daß der im Heckalkoven
bereich ausgebildete doppelte Boden zur Aufnahme für Wasser
und/oder Abwassertanks oder als Staufach vorgesehen sein kann.
Der Innenraum über dem doppelten Boden kann auch als
Küchenbereich oder Naßzelle genutzt werden.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Wohn- oder Reisemobil
mit geschlossenem Kastenaufbau anzugeben, welches kompakt ist
und das für unterschiedlichste Anwendungsfälle, auch den Winter
einsatz, tauglich ist, wobei eine möglichst gleichzeitige Nut
zung von Innenraumflächen zu unterschiedlichen Zwecken möglich
sein soll.
Die Lösung der Aufgabe der Erfindung erfolgt mit den Merkmalen
des Patentanspruches 1, wobei die Unteransprüche mindestens
zweckmäßige Ausgestaltungen und Weiterbildungen des Gegenstandes
des Hauptanspruches umfassen.
Durch die spezielle Ausbildung von erster und zweiter Ebene mit
im Heckbereich vorhandenem, beheizbaren Zwischenraum steht ein
erheblicher Stauraum zur Verfügung, so daß Gepäck und sonstige
Aggregate mit großem Gewicht in niedriger Schwerpunktlage vor
teilhafterweise im wesentlichen über der Hinterachse des Wohn-
oder Reisemobiles verstaut werden können.
Gemäß einem Grundgedanken der Erfindung werden alle
wasserführenden Teile, d. h. Installationseinrichtungen sowie
Frisch- und Abwassertanks im erwähnten beheizten Zwischenraum
unterhalb der zweiten Ebene angeordnet. Durch die Beheizung des
Zwischenraumes wird die Wirkung einer Fußbodenheizung erreicht,
welche zu einem besonders behaglichen Gefühl der Nutzer führt.
Vorteilhafterweise sind oberhalb der zweiten Ebene die Koch
und/oder Sanitäreinrichtungen angeordnet.
Die im wesentlichen im Bugbereich ausgebildete dritte Ebene wird
als Ruheebene durch Anordnung eines besonders vorteilhaften,
zweiteiligen Hochbettes gebildet. Dieses Hochbett weist eine
durchgehende Matratze auf und es wird lediglich ein Teil des
zweiteiligen Bettes über entsprechende Gelenke mit Hilfe von
Gasfedern in Endpositionen gehalten und in Ruhestellung an das
Dach des Wohn- oder Reisemobiles gedrückt. Bei Nichtbenutzung
verbleibt zwischen dem Dach und dem Hochbett ein zusätzlicher
Stauraum, zweckmäßigerweise für das Bettzeug und weiteres,
leichtes Gepäck.
Durch die Ausbildung von Stufen zwischen erster und zweiter
Ebene sowie der speziellen vertikal versetzten Lage der Stufen,
bezogen auf das Ende des zweiten Teils des Hochbettes, ist es
leicht und bequem möglich, die dritte (Bett-)Ebene zu nutzen.
In einer Ausführungsform der Erfindung weist das Wohn- oder Rei
semobil auf der ersten Ebene im wesentlichen in der Fahrzeugmit
te eine Sitzbank oder Sitzgruppe auf, welche als weiteres (Zu
satz-)Bett umbaubar ist. Zweckmäßigerweise ist die in Fahrtrich
tung gesehene Rückenlehne der vorerwähnten Sitzgruppe so ausge
bildet, daß diese als zusätzlicher Auftritt zum Besteigen und
Nutzen der dritten Ebene genutzt werden kann.
Ein weiterer Grundgedanke der Erfindung besteht darin, die
zweite Ebene durch eine vorfertigbare, selbstragende Podest
platte in Sandwichbauweise auszubilden. Die Podestplatte weist
Hohlräume auf, die zum einen der Stabilisierung der Platte und
zum anderen der Aufnahme von Gas-, Sanitär- und/oder Elektroin
stallationsleitungen dienen. Die Podestplatte trägt die für den
Sanitärbereich erforderlichen weiteren Installationsmittel bzw.
Sanitärkeramik, z. B. ein Handwaschbecken, Duschwanne, Toiletten
sitz nebst Entsorgungseinheit. Vorteilhafterweise ist abgetrennt
in einem Bereich oberhalb der selbsttragenden Podestplatte ein
Raum zur Aufnahme von einer oder mehreren Gasflaschen zur Ener
gieversorgung insbesondere zum Heizen und Kochen vorgesehen.
Die mittlere Höhe des Raumes zur Aufnahme der Gasflaschen sowie
der Entsorgungseinheit der Sanitäreinrichtung liegt in einer
griffoptimalen Lage, so daß das Be- und Entladen mit schweren
Gasflaschen sowie die Entsorgung des Sanitärbereiches von der
Rückseite des Mobiles aus leicht und in hygienisch einwandfreier
Weise erfolgen kann.
Die selbsttragende Podestplatte ist zweckmäßigerweise aus Sperr
holz mit verleimten Sperrholzschotten schubfest ausgebildet, wo
durch eine hohe Stabilität bei geringer Masse erreicht wird.
Ein weiterer Grundgedanke der Erfindung besteht darin, zum Er
zielen einer uneingeschränkten Wintertauglichkeit alle wasser
führenden Einrichtungen und Installationsteile im beheizten
Zwischenraum zwischen erster und zweiter Ebene im Wageninneren
frostsicher unterzubringen und den Frisch- und Abwassertank
ebenfalls im beheizten Zwischenraum dicht beieinanderliegend in
der Nähe der Hinterachse anzuordnen.
Durch die dicht beieinanderliegende Lage des Ab- und Frischwas
sertanks ergibt sich in Verbindung mit dem niedrigen Schwer
punkt, auch bei unterschiedlichem Füllungsgrad der jeweiligen
Tanks, ein ausgezeichnetes Fahrverhalten des Wohn- oder Reise
mobiles.
Durch die selbsttragende Podestplatte, welche Service- und Revi
sionsöffnungen aufweist, sind vorhandene Installationen leicht
zu warten und zu kontrollieren, ohne daß ein Aufenthalt unter
dem Fahrzeug erforderlich ist.
Insgesamt ermöglicht die Erfindung eine optimale Nutzung des zur
Verfügung stehenden Raumangebotes durch besonders zweckmäßige
Anordnung der Nutzungs- und Bewegungsflächen in der Drei-Ebenen-
Konstruktion. Durch den zur Verfügung stehenden Stauraum ist es
möglich, auf ansonsten notwendige Dachgepäckträger oder derglei
chen zu verzichten.
Mittels der inneliegenden Tanks, Versorgungsleitungen und son
stigen Installationseinrichtungen ist das erfindungsgemäße Wohn-
oder Reisemobil in Verbindung mit einer entsprechenden Fahrzeu
gisolierung und Heizung uneingeschränkt winterfest. Frostgefähr
dete Frisch- oder Abwassertanks am oder unter dem Fahrzeugunter
boden sind nicht vorhanden. Durch die Doppelfunktion des Zwi
schenraumes unterhalb der zweiten Ebene als Stauraum und beheiz
ter Platz für die Aufnahme der Ab- und Frischwassertanks ist ein
niedriger Schwerpunkt des Wohn- oder Reisemobiles auch bei vol
ler Beladung gewährleistet.
Da gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung der die
wasserführenden Teile enthaltende Zwischenraum wärmeverteilungs
mäßig vom übrigen Raum des Wohn- oder Reisemobiles getrennt wer
den kann, ist ein frostsicheres Abstellen des Mobiles bei ge
ringstem Heizungsenergieverbrauch sichergestellt.
Durch die Kastenträgerkonstruktion der selbsttragenden Podest
platte, die vorteilhafterweise alle Versorgungsleitungen vorin
stalliert umfaßt, ergibt sich eine wesentlich höhere Produktivi
tät beim Aus- oder Umbau erfindungsgemäßer Wohn- oder Reisemo
bile.
Die Erfindung soll nunmehr nachstehend anhand von Ausführungs
beispielen und unter Zuhilfenahme von Zeichnungen näher erläu
tert werden.
Hierbei zeigen
Fig. 1 eine prinzipielle Darstellung des Wohn- oder Reisemo
biles in Röntgenansicht;
Fig. 2 eine Draufsicht auf ein Wohn- oder Reisemobil mit ab
genommenem Dach;
Fig. 3 eine Draufsicht auf die die zweite Ebene bildende
selbsttragende Podestplatte; und
Fig. 4 eine Schnittdarstellung der Podestplatte längs der
Linie A-A gemäß Fig. 3.
Das in den Fig. 1 und 2 dargestellte Wohn- oder Reisemobil
basiert auf einem Kastenwagen.
Eine erste Nutzungsebene 1 wird im wesentlichen
durch den Fahrzeugboden gebildet und erstreckt sich im Bereich
zwischen der Vorderachse 2 und der Hinterachse 3. Eine zweite
Ebene 4 ist über Stufen 5, ausgehend von der ersten Ebene 1 zu
betreten und weist im gezeigten Beispiel den Küchenbereich 6 und
die Sanitärzelle 7 auf.
Die dritte Ebene 8 ist oberhalb der ersten und zweiten Ebene 1,
4 im Bugbereich des Fahrzeuges ausgebildet.
Durch die spezielle, vertikal versetzte Ausbildung, insbesondere
der zweiten und dritten Ebene 4 und 8, dargestellt durch die Be
zeichnung X, X′, X′′ ist sichergestellt, daß eine unterschiedli
che, aber gleichzeitige Nutzung der durch die Ebenen umfaßten
Flächen möglich ist. So kann beispielsweise die Sitzgruppe 9 und
10 auf der ersten Ebene benutzt werden, auch dann, wenn die
dritte Ebene, d. h. das Hochbett 11, sich in waagerechter Lage
befindet. Gleichzeitig ist der Küchenbereich 6 und der Sanitär
bereich 7 nutzbar. Die Stufen 5 dienen dabei dem bequemen Er
reichen der dritten Ebene 8, wobei zusätzlich die Rückenlehne
der Sitzgruppe 10 als weiterer Auftritt zum Erreichen der
dritten Ebene 8 ausgebildet sein kann. Der Bereich 12 zwischen
erster Ebene 1 und zweiter Ebene 4 dient als Stauraum zur Auf
nahme von Gepäck und umfaßt Frisch- und Abwassertanks nebst den
entsprechenden Installationseinrichtungen (s. Fig. 3 und 4).
Der Stau- bzw. Zwischenraum 12 ist beheizt, so daß frostsichere
Bedingungen herrschen und ein Einfrieren der Tanks bzw. der zu
gehörigen Installationseinrichtungen ausgeschlossen ist.
Der Stau- bzw. Zwischenraum 12 weist zum übrigen Innenraum des
Wohn- oder Reisemobiles gerichtete, nicht gezeigte, verschließ
bare Öffnungen auf, durch die Warmluft, ausgehend vom Raum 12,
in das übrige Fahrzeuginnere geleitet werden kann.
Diese Öffnungen werden beispielsweise dann verschlossen, wenn
das Fahrzeug lediglich frostsicher und geringstmöglichem Eigen
energieverbrauch abgestellt werden soll. In diesem Fall wird le
diglich der Stauraum 12 beheizt, so daß ein Einfrieren der was
serführenden Einrichtungen bzw. der Tanks ausgeschlossen ist.
Mit Hilfe der Fig. 2 ist die Liegefläche des Hochbettes 11,
durch Schraffur gekennzeichnet, dargestellt. Gleichzeitig ist zu
erkennen, daß die Stufen 5 eine derartige Lage haben, daß sie
als Hilfe beim Besteigen des Hochbettes 11 geeignet sind. Ebenso
ist erkennbar, daß die Flächen des Küchenbereiches 6 und der Sa
nitärzelle 7 uneingeschränkt auch dann benutzbar sind, wenn sich
das Hochbett 11 in heruntergeklappter Position befindet. Das
Hochbett 11 ist zweiteilig und besteht aus einem ersten Teil
11.1, welches im wesentlichen fest im oberen Bugbereich des
Fahrzeuges angeordnet ist und aus einem zweiten klappbaren Teil
11.2. Die beiden Teile 11.1 und 11.2 des Hochbettes 11 sind ge
lenkig miteinander verbunden, wobei das zweite Teil 11.2 mittels
Gasdruckfedern in den jeweiligen Endlagen gehalten und arretiert
wird. Zusätzlich ist am schwenkseitigen Ende des zweiten Teiles
11.2 ein Auflager vorgesehen, welches mit einem entsprechenden
Teil des übrigen Innenraumes zusammenwirkt.
Der im hochgeklappten Zustand des Bettes 11 zwischen dem Fahr
zeugdach 13 und dem Bett 11 verbleibende Zwischenraum 14 kann
als Stauraum, beispielsweise zum Aufbewahren des Bettzeuges, ver
wendet werden.
Durch die spezielle Ausbildung des Bettes 11, welches gelenkig
und in einfacher Weise auf- und abklappbar ist, kann eine durch
gängige Matratze 15 eingesetzt werden. Ein umständliches Vorbe
reiten oder Umrüsten des Bettes ist nicht notwendig.
Wie in Fig. 2 erkennbar, sind die Stufen 5, die zur zweiten
Ebene 4 führen, ausgehend von der Mittelachse M des Fahrzeuges,
seitlich versetzt angeordnet, so daß die Rückenlehne der Sitz
gruppe 10 den Durchgangsbereich hin zur Küche und Sanitärzelle
nicht wesentlich einschränkt.
Aufgrund der sich von hinten nach vorne vergrößernden Breite des
lichten Innenraumes wird der ansonsten auftretende, nachteilige
Schlauchcharakter vermieden und es entsteht optisch ein harmoni
scher Gesamteindruck, insbesondere bezogen auf die Anordnung der
einzelnen Nutzungskomponenten, wie Hängeschränke, Kochplatte,
Sitzgruppe und dergleichen.
Fig. 3. zeigt die Draufsicht auf die selbsttragende, zweckmäßi
gerweise in Sandwichbauweise hergestellte Podestplatte 20.
Die Podestplatte 20 selbst besteht mindestens aus zwei durch
Schotten 22 verbundenen Platten 20.1 und 20.2, wobei im Bereich
von Revisionsöffnungen 21 die Platte 20 nur einfach einlagig
ausgebildet ist. Die obere und untere Platte 20.1, 20.2 und die
Schotten 22 sind miteinander schubfest verleimt und bestehen
beispielsweise aus Mehrschicht-Sperrholz.
Mit F ist die Fahrtrichtungslage der Podestplatte 20 gekenn
zeichnet. Unterhalb der Revisionsöffnungen 21 befindet sich der
Abwasser- bzw. Frischwassertank 23 und 24.
Die Tanks L3 und L4 selbst sind dicht beieinanderliegend und in
der Nähe des Hinterachsbereiches des Wohn- oder Reisemobiles an
geordnet, so daß auch bei unterschiedlichem Füllungsgrad bzw.
bei vollständiger Füllung ein niedriger Schwerpunkt gewährlei
stet ist und Schwallbewegungen sich nicht nachteilig auf das
Fahrverhalten des Mobiles auswirken. Mit Hilfe der Revisionsöff
nungen 21 sind die Tanks 23 und 24 zur Kontrolle, Reparatur und
dergleichen leicht zugänglich. Der fahrzeughinterseitige Teil 25
der Podestplatte 20 weist eine Aussparung zur Aufnahme einer
Duschwanne 26 auf. Sämtliche Installationen, wie z. B. der Ab
fluß 27 der Duschwanne 26 sind von unten herangeführt und befin
den sich in einem von Warmluft umströmten Raum.
Die Podestplatte 20 befindet sich etwa in der Höhe oberhalb der
nach innen reichenden Radkästen der Hinterachse 3 (s. Fig. 1).
Längs- und Querhohlräume 30 zwischen den Schotten 22 der Podest
platte 20 dienen der erwähnten Aufnahme von Gas-, Wasser- und
Elektroinstallationsleitungen bzw. -einrichtungen.
Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel ist die Podestplatte
20 einschließlich der Installationsleitungen 31, der Duschwanne
26 und weiteren Bauteilen vorfertigbar und wird in diesem vorge
fertigten Zustand im Wohn- oder Reisemobil montiert. Hierdurch
lassen sich die zeitaufwendigen Montagearbeiten im Innenraum des
Wohnmobiles selbst reduzieren, so daß sich die Fertigung von
Wohn- oder Reisemobilen insgesamt rationeller gestalten läßt.
Zum Erreichen einer uneingeschränkten Wintertauglichkeit ist die
Karosserie des Wohn- oder Reisemobiles einschließlich des Dach
raumes kältebrückenfrei bei gleichzeitiger Gewährleistung einer
ausreichenden Dampfsperre isoliert.
Durch die Anordnung innenliegender Ab- und Frischwassertanks im
beheizten Zwischenraum unterhalb der zweiten Ebene sowie die
frostsichere Anordnung von Ablaßventilen, die darüberhinaus vom
Innenraum bedienbar sind, ergibt sich die geforderte Wintertaug
lichkeit.
Die spezielle Konstruktion der dritten Ebene, welche als Hoch
bett ausgeführt ist und die Verwendung einer Gasfeder mit Knick
anlenkung eines Teiles des Hochbettes sichert eine einfache Be
dienung desselben unter Erhalt eines zusätzlichen Stauraumes.
Gleichzeitig ist die Möglichkeit der Verwendung einer durchge
henden Matratze gewährleistet. Ein umständliches Bettenbauen, wie
beim Stand der Technik erforderlich, entfällt.
Durch den zusätzlichen Stauraum unterhalb der zweiten Ebene im
Heckbereich, der je nach gewählter Kastenwagenkonfiguration bei
spielsweise durch die Hecktüren zugänglich ist, können sperrige
und schwere Lasten leicht zugänglich und schwerpunktseitig opti
mal verstaut werden. Ein fest installiertes Kassetten-WC befin
det sich in bequemer Höhe im Heckbereich des Fahrzeuges.
Gleiches gilt für einen oberhalb der zweiten Ebene 4 befindli
chen Gasflaschenraum 16, der ebenfalls leicht zugänglich ist,
und der das Einstellen und Entnehmen schwerer Gasflaschen mit
nur geringen körperlichen Anstrengungen erlaubt.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist das Aufsatz
dach des Wohnmobiles in Sandwichbauweise aus Epoxidharz mit zu
sätzlicher Isolierung ausgebildet, wodurch zum einen eine Ge
wichtseinsparung und zum anderen eine erhöhte Stabilität des
Fahrzeuges resultiert.
Die in dem beheizten Zwischenraum hineinreichende Duschwanne 26
wird von der Zwischenraumbeheizung erfaßt, wodurch sich ein be
sonders angenehmes Gefühl beim Benutzen der Dusche einstellt.
Alles in allem wird mit den Ausführungsbeispielen des Wohn- oder
Reisemobiles auf der Grundlage der Drei-Ebenen-Konstruktion eine
multifunktionale Nutzung der unterschiedlichen, jedoch zusammen
gehörigen Ebenen und der hier entstehenden Flächen gewährlei
stet, wobei weiterhin die Raumnutzung verbessert und optimiert
ist. Die einzelnen Flächen sind zwar getrennt, greifen jedoch
ineinander, so daß optisch der Eindruck eines großzügigen Innen
raumes entsteht.
Durch einen großen Stauraum mit tiefem Schwerpunkt kann Gepäck
mit großem Gewicht in günstiger Schwerpunktlage ohne Einschrän
kung der Fahrstabilität des Wohn- oder Reisemobiles verstaut
werden.
Alle wasserführenden Teile und Tanks für Frisch- und Abwasser
sind im Inneren eines beheizten Zwischenraumes angeordnet, so
daß die Wintertauglichkeit eines derartig ausgebildeten Wohn-
oder Reisemobiles erhöht wird. Die die zweite Ebene bildende Po
destplatte ist als geschlossene Installationsebene ausgebildet
und kann außerhalb des Fahrzeuges vorgefertigt werden. Durch die
spezielle Konfiguration der Podestplatte mit unterschiedlich
langen Schenkeln kann der erwähnte Stauraum einseitig eine große
Länge aufweisen, so daß beispielsweise im erwähnten Zwischenraum
Ski bis zu einer Länge von im wesentlichen 205 cm abgelegt wer
den können. Besonders vorteilhaft ist die durch die Ausbildung
des Zwischenraumes zwischen erster und zweiter Ebene realisierte
Warmluft-Fußbodenheizung mit verschließbaren Klappen hin zum
übrigen Innenraum hin, so daß ein Betreiben des Wohn- oder Rei
semobiles mit geringer Heizenergie und Frostschutzsicherung mög
lich ist. Das Aufsteigen zur dritten Ebene bzw. zum Hochbett hin
ist von der zweiten Ebene aus bequem und einfach möglich, ohne
daß andere Personen in der momentanen Nutzung des Mobiles behin
dert werden.
Das erfindungsgemäße Wohn- oder Reisemobil erfüllt demnach alle
Anforderungen hinsichtlich Kompaktheit, Funktionalität und wit
terungsunabhängigen Einsatz bei gleichzeitigem hohen ästheti
schen Gesamteindruck des zur Verfügung stehenden Innenraumes.
Claims (10)
1. Wohn- oder Reisemobil mit geschlossenem Kastenaufbau,
umfassend
- - eine mindestens Drei-Ebenen-Anordnung der Nutzflächen, wobei eine erste Ebene (1) im wesentlichen dem Fahrzeugboden des Mobiles entspricht, eine zweite Ebene (4) über Stufen (5) zugänglich im Heckbereich (6) des Fahrzeuges vorgesehen und eine dritte Ebene (8) oberhalb der ersten (1) und zweiten (4) Ebene im Bugbereich des Fahrzeuges angeordnet ist und die Ebenen derart vertikal versetzt angeordnet sind, daß eine parallele, gleichzeitige, uneingeschränkte Nutzung der durch die Ebenen gegebenen Flächen möglich ist;
- - einen einen niedrigen Schwerpunkt aufweisenden Stauraum im Bereich zwischen erster und zweiter Ebene und im Stauraum angeordnete Ab- und Frischwassertanks (2; 24),
dadurch gekennzeichnet,
daß der Raum
zwischen erster und zweiter Ebene (1; 4) beheizbar ist und
durch die Beheizung des Zwischenraumes eine Fußbodenheizung im
Bereich oberhalb der zweiten Ebene (4) entsteht, wobei weiter
hing die dritte Ebene (8) aus einem Hochbett (11) gebildet
wird, das eine durchgängige Matratze (15) aufweist und im
Bereich zwischen oberer kippbarer Endposition und dem Fahr
zeugdach ein weiterer Stauraum (14) verbleibt.
2. Wohn- oder Reisemobil nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die zweite Ebene (4) durch eine vorfertigbare, selbsttra
gende Podestplatte (20) mit Hohlräumen (30) gebildet ist, wo
bei die Hohlräume (30) erforderliche Gas-, Sanitär- und Elek
troinstallationsleitungen (31) aufweisen.
3. Wohn- oder Reisemobil nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die selbsttragende Podestplatte (20) aus schubfesten, ver
leimten Sperrholz und Sperrholzschotten (22) besteht und Ser
vice- und Reparaturöffnungen (21) aufweist.
4. Wohn- oder Reiseinobil nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Frisch- und Abwasserinstallationseinrichtungen
konstruktiv und gefälleseitig so geführt sind, daß ein Entlee
ren des Frisch- und Abwassersystems vom Innenraum des Mobiles
mittels jeweils eines einzigen frostsicheren Ablaßventiles
möglich ist.
5. Wohn- oder Reisemobil nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Ab- und Frischwassertanks (23; 24) dicht beieinander
liegend im Hinterachsbereich des Mobiles angeordnet sind.
6. Wohn- oder Reisemobil nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der beheizte Raum (12) zwischen erster und zweiter Ebene
(1; 4) zusätzlich mindestens eine Bordnetzbatterie aufweist.
7. Wohn- oder Reisemobil nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stufenhöhe zur zweiten Ebene (4) hin, die vertikal
versetzte Anordnung zwischen dritter Ebene (8) im Bugbereich
und zweiter Ebene (4) im Heckbereich sowie die außermittige
Lage, bezogen auf die Mittellängsachse (M) des Mobils so be
messen sind, daß, gegebenenfalls über einen weiteren Auftritt,
die dritte Ebene (8) benutzbar ist, ohne daß bei unterer
Kippendposition des die dritte Ebene (8) bildenden Hochbettes
(11) die Begehbarkeit der zweiten Ebene (4) eingeschränkt ist.
8. Wohn- oder Reisemobil nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
gekennzeichnet durch
Wintertauglichkeit mittels Kombination folgender Merkmale:
- - komplette Isolierung des Fahrzeuginnenraumes und -daches ohne Kältebrücken;
- - Anordnung von Ab- und Frischwassertanks nebst zugehörigen Installationseinrichtungen in einem beheizten Zwischenraum im Fahrzeuginneren und
- - frostsichere Anordnung von Ablaßventilen und Bedienung die ser vom Innenraum her.
9. Wohn- oder Reisemobil nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die zweite Ebene (4) durch Vergrößerung des Auftrittes
einer der Stufen (5) geteilt ist, wobei der vergrößerte Auf
tritt eine der Nutzflächen bildet.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4439320A DE4439320C2 (de) | 1994-02-18 | 1994-11-03 | Wohn- oder Reisemobil mit geschlossenem Kastenaufbau |
| DE9421826U DE9421826U1 (de) | 1994-02-18 | 1994-11-03 | Reise- oder Wohnmobil mit geschlossenem Kastenaufbau |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE9402705 | 1994-02-18 | ||
| DE4439320A DE4439320C2 (de) | 1994-02-18 | 1994-11-03 | Wohn- oder Reisemobil mit geschlossenem Kastenaufbau |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4439320A1 DE4439320A1 (de) | 1995-08-24 |
| DE4439320C2 true DE4439320C2 (de) | 1997-01-16 |
Family
ID=6904785
Family Applications (2)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE4439320A Expired - Fee Related DE4439320C2 (de) | 1994-02-18 | 1994-11-03 | Wohn- oder Reisemobil mit geschlossenem Kastenaufbau |
| DE9417643U Expired - Lifetime DE9417643U1 (de) | 1994-02-18 | 1994-11-03 | Wohn- oder Reisemobil mit geschlossenem Kastenaufbau |
Family Applications After (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE9417643U Expired - Lifetime DE9417643U1 (de) | 1994-02-18 | 1994-11-03 | Wohn- oder Reisemobil mit geschlossenem Kastenaufbau |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE10231842A1 (de) * | 2002-07-12 | 2004-01-29 | Schuler, Karl-Heinz, Dipl.-Betriebsw. | Wohnmobil |
Families Citing this family (2)
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|---|---|---|---|---|
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| DE102018120546B4 (de) * | 2018-08-23 | 2020-06-04 | campocito GmbH & Co. KG | Campingfahrzeug mit Bett |
Family Cites Families (3)
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|---|---|---|---|---|
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| DE4107407A1 (de) * | 1991-03-08 | 1992-09-10 | Dethleffs Gmbh | Hubbett, insbesondere fuer motorcaravans |
| DE4222981A1 (de) * | 1992-07-13 | 1994-01-20 | Pittinger Hellmut | Heckalkoven für Wohnmobile/Wohnwagen |
-
1994
- 1994-11-03 DE DE4439320A patent/DE4439320C2/de not_active Expired - Fee Related
- 1994-11-03 DE DE9417643U patent/DE9417643U1/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE10231842A1 (de) * | 2002-07-12 | 2004-01-29 | Schuler, Karl-Heinz, Dipl.-Betriebsw. | Wohnmobil |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE9417643U1 (de) | 1995-01-05 |
| DE4439320A1 (de) | 1995-08-24 |
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| OP8 | Request for examination as to paragraph 44 patent law | ||
| 8125 | Change of the main classification |
Ipc: B60P 3/32 |
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| 8363 | Opposition against the patent | ||
| 8365 | Fully valid after opposition proceedings | ||
| 8339 | Ceased/non-payment of the annual fee |