DE4443873C2 - Ablauf, insbesondere Decken- oder Bodenablauf, mit Geruchverschluß - Google Patents

Ablauf, insbesondere Decken- oder Bodenablauf, mit Geruchverschluß

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Description

Die Erfindung bezieht sich auf einen Ablauf zur Gebäudeentwässe­ rung, insbesondere einen Bodenablauf mit einsetzbarem Geruchver­ schluß, der aus einer Überlaufwand und einer in Durchflußrich­ tung davor angeordneten Tauchwand besteht.
In der Praxis werden Abläufe mit einer Stutzenneigung von 1,5° und 90° gebraucht. Es ist üblich, für die beiden Stutzen­ neigungen separate Modelle zur Verfügung zu stellen. Der Geruchverschluß ist im Falle einer Stutzenneigung von 90° als Steckteil mit Rollringdichtung und -halterung, im Falle des 1,5°-Ablaufs als Schiebeteil ausgebildet. Es werden also auch verschiedene Ausführungen des Geruchverschlußteils benötigt
Die Aufgabe, die Modellvielfalt der Ablauf- und Geruchverschluß­ ausführungen zu verringern, wurde schon durch den Vorschlag gelöst (DE-U-85 29 243), ein Einheitsablaufgehäuse zu entwerfen, dessen Auslauföffnung unter einem Winkel von etwa 45° zur Hori­ zontalen liegt. An diese Auslauföffnung kann ein unter 45° abge­ schnittener Ablaufstutzen in den zwei Stellungen 1,5° und 90° angesetzt werden. Der Geruchverschluß ist ein Steckteil, das unter Einfügen eines Rollringes in den 45°-Stutzen gesteckt wird. Mit dieser Bauform verringert sich die Zahl der Modelle um die Hälfte.
Die vorgeschlagene Bauform ist jedoch noch nicht realisiert wor­ den. Der Grund liegt vermutlich in der praxisfremden Handhabung des Geruchverschlusses. Die Steck- und Ziehrichtung liegt bei einer Ausführungsform des bekannten Ablaufs unter 45° zur vertikalen Gehäuseachse. Bei allen Ausführungsformen des bekannten Ablaufs sind die Ablaufgehäuse sehr eng; wenn ein hohes Aufsatzstück verwendet wird, ist die Kraft zum Einstecken oder Ziehen nicht mehr von einer menschlichen Hand aufzubringen. Ein weiterer Grund dafür, daß dieser Ablauf noch nicht realisiert wurde, dürfte in den Fertigungstoleranzen bei dem Gehäusestutzen liegen. Wenn die Toleranz an der Grenze im Plus liegt, dann bringt der verwendete Rollring nicht mehr die erforderliche Dicht- und Haltekraft. Der Geruch­ verschluß kann z. B. durch einen schnellen Rückstau herausgedrückt werden. Wenn dies nicht bemerkt wird, ist der Geruchverschluß nach Ablaufen des Rückstaus unwirksam.
Der Erfinder der vorliegenden Neuerung hat sich aus diesen Erkenntnissen und Überlegungen die Aufgabe gestellt, einen Bodenablauf mit den vorteil­ haften Eigenschaften der vorbekannten Bauarten zu entwickeln, der aber die geschilderten Nachteile nicht aufweist.
Diese Aufgabe wird durch die in Anspruch 1 aufgeführte Erfindung gelöst. Die neue technische Lehre, das Geruchverschlußteil auf der die Auslauföffnung umgebenden Fläche abzudichten und hierfür eine in Richtung auf diese Dichtfläche wirkende Spanneinrichtung vorzusehen, ist überraschend einfach. Das Geruchverschlußteil braucht nicht unter hohem Krafteinsatz in den Ablaufrohrstutzen geschoben und aus ihm wieder herausgezogen werden, sondern nur auf die Dichtfläche aufgelegt, ausgerichtet und verspannt zu werden. Die von außen bequem zu betätigende Spannvorrichtung übernimmt die Aufgabe, die Dicht- und Haltekraft zu erzeugen. Nach Lösen und Wegschwenken der Spannvorrichtung kann das Geruchverschlußteil ohne Kraftaufwand herausgenommen werden. Die Spannvorrichtung hat darüber hinaus den Vorteil, daß damit das Geruchverschlußteil gegen unbefugten Ausbau gesichert werden kann. Es wird in letzter Zeit immer häufiger die Forderung gestellt, das Geruchs­ verschlußteil im Ablaufgehäuse zu sichern.
Eine weitere, schon ältere Forderung besteht darin, das Ablauf­ gehäuse nach dem Ausbau des Geruchverschlußteils ganz leerlaufen zu lassen, damit es komplett gereinigt werden kann. Diese Forde­ rung wird durch die in Anspruch 2 aufgeführten Merkmale erfüllt. Die Konsequenz aus dieser konstruktiven Ausbildung ist, daß dann der untere Teil der Dichtfläche auf dem Gehäuseboden liegt. Damit der Dichtring sich an diesen Knick in der Dichtfläche an­ passen kann, ist er vorzugsweise als voluminöser Rundschnurring ausgebildet. Es ist aber auch denkbar, dem an das Geruchver­ schlußteil angeklebten oder anvulkanisierten Dichtring gleich einen geknickten Verlauf zu geben.
Weitere, insbesondere auf die Spanneinrichtung bezogene Ausge­ staltungen sind aus der nachfolgenden Beschreibung von mehreren Ausführungsbeispielen der Erfindung zu ersehen.
Es zeigen:
Fig. 1 das Ablaufgehäuse eines ersten Ausführungsbeispiels im vertikalen Längsschnitt,
Fig. 2 ein zweites Ausführungsbeispiel mit einer anderen Spanneinrichtung,
Fig. 3 die Draufsicht zu Fig. 2,
Fig. 4 ein Detail von Fig. 3,
Fig. 5 eine dritte Ausführungsmöglichkeit der Spanneinrich­ tung,
Fig. 6 ein anderes Ablaufgehäuse mit einer als schwenkbarer Gewindebügel mit Druckzunge ausgebildeten Spannein­ richtung,
Fig. 7 eine letzte Ausführungsform mit zwei seitlich über das Geruchverschlußteil greifenden Drucklaschen.
In Fig. 1 ist ein Ablaufgehäuse 1 zu sehen, das einen oberen Ringflansch 2 zum Anschließen einer Feuchtigkeitssperre auf­ weist. Das Ablaufgehäuse ist oben stufig abgesetzt, so daß dort der Hals 3 eines den Einlaufrost aufnehmenden Aufsatzstücks mit der Möglichkeit einer Verdrehung und des Seitenversatzes eingreifen kann. In die der Ablauföffnung 4 gegenüberliegenden Wand ist ein Seitenzulauf 5 ein geformt, an den eine Duschtasse oder ein Waschtisch angeschlossen werden kann.
Der Boden 6 des Ablaufgehäuses 1 geht vor der Auslauföffnung in eine etwa um 45° zur Horizontalen ansteigende Fläche über. Der hinter der Auslauf­ öffnung 4 liegende Teil der Gehäusewand ist eben ausgebildet.
Ein unter Spannung in den Bodenablauf einzusetzendes Geruchverschlußteil 10 besteht im wesentlichen aus einem unten schräg abgeschnittenen Überlaufstutzen 11 und einer diesen oben übergreifenden Glocke 12, die durch (nicht gezeigte) Stege miteinander verbunden sind. An den Überlauf­ stutzen 11 ist ein Ringflansch 13 angeschlossen, der im untersten, dem Gehäuseboden 6 benachbarten Abschnitt entsprechend der Neigung abgewinkelt ist. Von dem Ringflansch 13 springt ein kurzer Rohrstutzen 14 vor, der einerseits einem darübergelegten Dichtring 15 als Führung und andererseits dem Geruchverschlußteil als Verschiebesicherung dient.
Die Verspannung des Geruchverschlußteils 10 erfolgt durch einen an der Gehäusewand befestigten Winkel 16 und einen Spannbügel 17, der seitlich in zwei Zapfen 18 gelagert ist und über eine Vertiefung in der Kante der Glocke 12 gedrückt wird. Es ist zu empfehlen, dem Spannbügel 17 in der Offenstellung einen Endanschlag 19 zu geben, damit er nicht bis zum Gehäuseboden herunterfällt. Der Ein- und Ausbau des Geruchverschlußteiles wird durch diesen Anschlag und den darauf liegenden Spannbügel nicht behindert.
Bei der Ausführungsvariante nach Fig. 2 bis 4 liegt der Spann­ bügel 17′ am Geruchverschlußteil 10′. Die Spannkraft wird durch Druckwinkel 20 aufgebracht, die sich beim Schwenken des Spannbügels 17′ unter Gehäusevorsprünge 21 bewegen. Der Winkel zwischen dem Spannbügel und den Druckwinkeln ist kleiner als 90°, so daß die Winkel über den Totpunkt gelangen können und der Spannbügel sich nicht selbsttätig lösen kann. In der Schließstellung wird der Spannbügel von einem selbsttätig einrastenden Schnapphaken 22 arretiert, der nur mit einem Werkzeug (z. B. einem Schraubendreher) ausgehebelt werden kann. Dadurch ist sichergestellt, daß der Geruchverschluß nicht durch Unbefugte ausgebaut wird.
Fig. 1 zeigt noch, wie der Ablaufrohrstutzen 25 angesetzt werden kann. Der Stutzen ist unter dem Winkel der durch den Flansch 13 gebildeten Ebene der Ablauföffnung 4 und des vertikalen bzw. des horizontalen Wandteils 6, 8 ausgeschnitten und kann dadurch sowohl unter 90° als auch unter 1,5° angesetzt werden. Eine nicht dargestellte Ausführungsform mit Anschlußflansch ermöglicht die Drehung des Stutzens am Einbauort, so daß nur eine Bauart für beide Ablaufneigungen vorhanden sein muß.
Die Verspannung des Geruchverschlußteils 10′′ bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 5 erfolgt mittels eines Schraubbolzens 27, der in eine am Gehäuse­ boden befestigte Mutter 28 gedreht wird. Der Gegenhalter (Winkel 29) über der Ablauföffnung faßt hier über den Ringflansch. In Abänderung dieses Ausführungsbeispiels kann der Schraubbolzen außerhalb der Geruchver­ schlußglocke durch eine von der Glocke vorspringende Lasche geführt werden. Dadurch erübrigt sich der Dichtring 30, der bei der in Fig. 5 abgebildeten Bauform unter den Schraubenkopf gelegt werden muß.
Eine weitere denkbare Bauform zeigt Fig. 6. Hier dient eine unten abgewinkelte Gewindestange 31 als Spanneinrichtung, die eine Flügelmutter 32 und eine Druckzunge 33 aufweist. Das abgewinkelte Ende der Gewindestange 31 ist unten in einer Buchse 34 gelagert. Der untere Rand der Glocke enthält einen Haltewinkel 35, in den die Gewindestange schwenkbegrenzt eingeführt wird. Nach dem Einschwenken wird die Flügelmutter festgezogen.
In Abänderung dieser Ausführung kann die Gewindestange auch an der Glocke gelagert sein und beim Abdrehen der Flügelmutter mit dem unteren Winkelfortsatz 36 in das einseitig offene Gegenlager 34 fassen.
Eine letzte Variante ist in Fig. 7 zu sehen. Hier sind an den Seitenwänden zwei Haltewinkel 40 mit Gewindemuttern 41 befestigt, in die mit schwenkbaren Spannzungen 42 zusammenarbeitende Außen- oder Innen- Sechskant-Schrauben 43 gedreht sind. Beide Schrauben müssen abwechseln gleichmäßig angezogen werden. Durch die seitliche Anordnung der Spanneinrichtungen wird der schräge Ein- und Ausbau des Geruchverschlußteils nicht beeinträchtigt.

Claims (14)

1. Ablauf für die Gebäudeentwässerung, insbesondere Bodenablauf, bestehend aus einem Ablaufgehäuse mit unter etwa 45° zur Horizontalen liegender Ebene der Ablauföffnung, in die innen ein Geruchverschlußteil unter Zwischenfügen eines Dichtrings eingesetzt ist und an die außen ein in den beiden Ablaufneigungen (1,5°, 90°) ausrichtbarer Ablaufrohrstutzen angesetzt ist, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Ablauföffnung (4) von einer Dichtfläche (7) für den als Flachdichtung ausgebildeten Dichtring (15) des Geruchverschlußteiles (10, 10′, 10′′, 10′′′, 10′′′′) umgeben ist und daß das Geruchverschlußteil (10, 10′, 10′′) mit einer Spanneinrichtung (17, 17′, 27, 31) zum Verpressen der Flachdichtung (15) in Richtung auf die Dichtfläche (7) versehen ist.
2. Ablauf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der tiefste Punkt der Ablauföffnung (4) in Höhe des Gehäusebodens (6) liegt und daß demnach der Gehäuseboden (6) einen Teil der Dichtfläche (7) bildet.
3. Ablauf nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Flachdichtung als voluminöser Rundschnurring (15) ausgebildet ist.
4. Ablauf nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekenn­ zeichnet, daß das Geruchverschlußteil (10, 10′, 10′′′, 10′′′′) ein in die Ablauföffnung (4) greifendes Rohrstück (14) aufweist und daß das Geruchverschlußteil (10, 10′, 10′′) an diesem Rohrstück (14) einen den Dichtring (15) abdeckenden Flansch (13) enthält.
5. Ablauf nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch ge­ kennzeichnet, daß die vertikale Gehäusewand (8) über der Ablauföffnung (4) abschnittsweise eben ausgebildet ist und daß der im Durchmesser die lichte Weite der Ablauf­ öffnung übersteigende Ablaufrohrstutzen (25) zum Ansetzen an diesen Wandabschnitt (8) flach ausgeschnitten ist.
6. Ablauf nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Spann­ einrichtung als in zwei Gelenkbolzen (18) des Ablaufgehäuses (1) gelagerter Schwenk-Spannbügel (17) ausgebildet ist, der über das Geruchverschlußteil (10) schwenkbar ist und in eine Vertiefung auf der Oberseite der Geruchverschlußglocke ein­ rastet.
7. Ablauf nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, da­ durch gekennzeichnet, daß die Spannein­ richtung als an der Oberseite des Geruchverschlußteils (10′) gelagerter Spannbügel (17′) ausgebildet ist, der mit zwei äußeren Druckwinkeln (20) unter am Gehäuse befestigte Gegen­ lager (21) greift.
8. Ablauf nach Anspruch 7, dadurch gekenn­ zeichnet, daß der Spannbügel (17′) für eine über den Totpunkt der Druckwinkel (20) reichende Schließstellung ein­ gerichtet ist.
9. Ablauf nach Anspruch 8, dadurch gekenn­ zeichnet, daß der Spannbügel (17′) in der Schließ­ stellung von einer nur mit einem Spezialwerkzeug zu öffnen­ den Arretierung (22) gehalten ist, die selbsttätig ein­ rastend ausgebildet ist.
10. Ablauf nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Spann­ einrichtung als am Ablaufboden eindrehbarer Schraubbolzen (27) ausgebildet und daß der über der Ablauföffnung (4) lie­ gende Abschnitt des Dichtflansches (13) unter einen von der Gehäusewand (8) vorspringenden Absatz (29) gesteckt ist.
11. Ablauf nach Anspruch 10, dadurch gekenn­ zeichnet, daß das obere Gegenlager des Schraubbol­ zens eine von dem Geruchverschlußteil vorspringende Zunge ist.
12. Ablauf nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, da­ durch gekennzeichnet, daß die Spannein­ richtung als am Ablaufgehäuseboden (6) schwenkbar gelagerte Gewindestange (31) mit einer auf die Oberseite des Geruch­ verschlußteils (10′′′) drückenden Drucklasche (33) ausgebil­ det ist.
13. Ablauf nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Spann­ einrichtung aus zwei seitlich über das Geruchverschlußteil (10′′′′) schwenkbaren und nach unten anspannbaren Spannzungen (42) besteht.
14. Ablauf nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß für das Ge­ ruchverschlußteil im Ablaufgehäuse (1) Führungen vorgesehen sind, die das Geruchverschlußteil (10) beim Einsetzen und Verspannen zur Ablauföffnung hinführen.
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