DE4444537C2 - Planetengetriebe für den Hochtemperatureinsatz - Google Patents
Planetengetriebe für den HochtemperatureinsatzInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Planetengetriebe, dessen Gattung durch den Oberbegriff
des Anspruchs 1 angegeben ist. Ein derartiges Planetengetriebe ist aus der US
4108107 bekannt.
In Vakuumbeschichtungsanlagen werden die Halterungen der Substrate häufig über
Planetengetriebe angetrieben, da sich hierdurch eine allseitige Beschichtung der
Oberflächen erreichen läßt. Außerdem wird die Beschichtungskapazität der Anlage
wesentlich erhöht. In der Regel sind die Beschichtungsanlagen so konzipiert, daß
die Temperatur an den Planetengetrieben nicht mehr als 300°C beträgt. Es sind
mehrere Planetengetriebe bekannt, die zum Beschichten von Substraten in solchen
Vakuumbeschichtungsanlagen eingesetzt werden bzw. dazu geeignet sind
(DE-PS 2 36 736, US 4122221, DE 40 25 659 A1).
Einen Sonderfall stellen Vakuumbeschichtungsanlagen für Turbinenschaufeln dar.
Bei derartigen Anlagen werden die zu beschichtenden Substrate durch
Elektronenstrahlen oder Strahlungsheizer bereits auf sehr hohe Temperaturen
vorgewärmt, so daß die Temperatur nach der Beschichtung mit Metallen oder
Kermik bei weit über 1000°C liegt. Während Vorwärmung und Beschichtung sind
auch die die Turbinenschaufeln tragenden Wellen der Planetengetriebe diesen
Belastungen durch Wärmestrahlung ausgesetzt und nehmen ohne Kühlung
ebenfalls Temperaturen über 1000°C an.
Die bekannten Planetengetriebe haben den entscheidenden Nachteil, daß sie für
diese extrem hohen Temperaturen nicht geeignet sind, da der Wärmefluß zu
unzulässig hohen Betriebstemperaturen der Lager und deren Blockierung bzw.
Zerstörung führt. Getriebe für derartige Einsatzfälle arbeiten daher mit einer
Wasserkühlung der Wellen. Diese Kühlung verhindert die unzulässige Erwärmung
der zur Lagerung verwendeten Kugellager durch die heiße Welle. Diese Lösung hat
jedoch den Nachteil, daß das Getriebegehäuse gegen die rotierenden Welle
gedichtet werden muß. Diese Dichtungen müssen gleichzeitig auch den Ansprüchen
einer Hochvakuumdichtung genügen, da sich die Dichtstellen im Vakuum befinden.
Die technische Ausführung dieser Dichtungen erfordert erheblichen Platz und ergibt
auch bei sorgfältiger Ausführung eine zusätzliche Leckrate. Die Betriebssicherheit
derartiger Dichtungen ist begrenzt und es ergeben sich im Havariefall große
Störungen der gesamten Anlagenfunktion.
Sollen die Nachteile der aufwendigen Kühlung der Planetenwellen vermieden
werden, dann könnte auch ein Einsatz von thermisch hoch belastbaren Kugellagern
aus Metall oder Keramik in Betracht gezogen werden. Eine solche Lösung scheidet
jedoch aus, da sich wegen des hohen Wärmegefälles zwischen dem Innenring, der
die Planetenwelle aufnimmt, und Kugeln sowie Außenring immer ein sehr hoher
Unterschied in der thermischen Ausdehnung einstellt, der letztlich zum Blockieren
der Lager führt. Der Einsatz von Keramiklagern scheidet zusätzlich auch wegen ihrer
besonderen Empfindlichkeit gegenüber Stäuben aus.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung zu
schaffen, die eine Lagerung der auf hoher Temperatur befindlichen Planetenwellen
mittels Kugellagern, auch ohne Wasserkühlung der Planetenwellen, ermöglicht.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß bei einem Planetengetriebe
der eingangs genannten Gattung die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1
vorgesehen sind. Durch diese Lösung wird stets ein Wärmegefälle vom Außenring
der Lager in Richtung zum Innenring erzeugt. Ein Anstieg der Temperaturdifferenz
zwischen diesen Lagerteilen führt somit lediglich zu einer unschädlichen
Vergrößerung der Lagerluft. Das Blockieren der Lager wird ausgeschlossen.
Zur Begrenzung der Temperaturen der Außenringe der Radiallager und der Ritzel
für den Antrieb der Planetenwellen sind diese gemäß dem Kennzeichen des
Unteranspruchs 2 ausgebildet. Bei Ausgestaltung nach Unteranspruch 3 wird die
Wärmeabfuhr gefördert. Bei dem erfindungsgemäßen Planetengetriebe fließt ein
Teil des Wärmestromes von der Hohlwelle über die Scheibe ab und reduziert auf
diese Weise die Temperatur an den Außenringen der Radiallager und der Ritzel.
Durch die erfindungsgemäße Ausführung des Planetengetriebes wird eine einfache,
platzsparende Bauweise erreicht. Dieses Planetengetriebe kann unter Vakuum bei
extrem hoher Temperaturbelastung arbeiten und in Vakuumbeschichtungsanlagen
zur Bewegung von z. B. Turbinenschaufeln, auf Planetenbahnen verwendet werden.
Es können normale Kugellager zum Einsatz kommen und es existieren keine
Wasser/Vakuumdichtungen. Daher ist auch die Vakuumleckrate der Baugruppe
vernachlässigbar klein und die Betriebssicherheit sehr hoch.
Die Erfindung soll nachstehen an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert
werden.
Fig. 1 zeigt einen Längsschnitt durch das Planetengetriebe. Eine von außen über
eine normale Vakuum-Drehdurchführung angetriebene, wassergekühlte Hohlwelle
wird an ihrem Ende als Gehäuse 1 ausgebildet und rotiert mit der Drehzahl n1. In
diesem Gehäuse läuft zentrisch mit der Drehzahl n2 eine ebenfalls wassergekühlte
und getrennt angetriebene Zentralwelle 2, die durch die Stützscheibe 3
abgeschlossen wird. Die Stützscheibe 3 besitzt den Teilkreisdurchmesser des auf
der Zentralwelle 2 angeordneten zentralen Stirnrades 4. Die als Hohlwellen
ausgebildeten Planetenwellen 5 sind um die Zentralwelle 2 angeordnet und tragen
im zentralen Stirnrad 4 kämmende Ritzel 6. Die Planetenwellen sind einmal über
den Außenring der Radiallager 7 gelagert, die am Gehäuse 1 angeordnet sind. Die
zweite Lagerstelle wird jeweils durch zwei Radiallager 8 und die mit dem zentralen
Stirnzahnrad 4 synchron rotierende Stützscheibe 3 gebildet. Das Planetengetriebe
wird durch die Schutzkappe 9 gegen Wärmestrahlung abgeschirmt.
Fig. 2 zeigt die Ansicht des Getriebes von der Stirnseite. Es ist erkennbar, daß die
gekühlte Scheibe 3 die Funktion des 3. Stützlagers jeder Planetenwelle übernimmt.
1
Gehäuse
2
Zentralwelle
3
Stützscheibe
4
Strirnzahnrad
5
Planetenwelle
6
Ritzel
7
Radiallager
8
Stützlager
9
Schutzkappe
Claims (3)
1. Planetengetriebe zur Bewegung von Substraten auf Planetenbahnen in Vakuumbeschich
tungsanlagen, bestehend aus einem, mit der Drehzahl n1 rotierenden Gehäuse (1), einer mit der
Drehzahl n2 angetriebenen Zentralwelle (2), auf der ein Stirnrad (4) befestigt ist, um die
Zentralwelle (2) angeordneten Planetenwellen (5) mit Ritzeln (6), die mit dem Stirnrad (4)
kämmen sowie einer Bedampfungs- und Strahlungsschutzkappe (9), dadurch gekennzeichnet,
daß das Gehäuse (1) und die Zentralwelle (2) wassergekühlt sind, das kältere Ende jeder der
Planetenwellen (5) mit dem Außenring jeweils eines der Radiallager (7) verbunden ist und die
Planetenwellen (5) in einem deutlichen Abstand davon zusätzlich radial innen durch eine
Stützscheibe (3) und radial außen durch jeweils zwei weitere Radiallager (8) gestützt werden,
wobei die Innenringe der Radiallager (7, 8) der Planetenwellen (5) mit dem Gehäuse (1)
verbunden sind und die Stützscheibe (3) mit der Drehzahl des zentralen Stirnrades (4) umläuft,
dessen Teilkreisdurchmesser aufweist sowie die Zentralwelle (2) abschließt.
2. Planetengetriebe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Planetenwellen (5) als
dünnwandige Hohlwellen ausgebildet sind und aus schlecht wärmeleitendem Material bestehen.
3. Planetengetriebe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützscheibe (3)
wassergekühlt ist und aus einem Werkstoff mit guter Wärmeleitfähigkeit besteht.
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1994
- 1994-12-14 DE DE19944444537 patent/DE4444537C2/de not_active Expired - Fee Related
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